Wirtschaft
US-Präident Obama ruft, Multimilliardär Soros antwortet.
US-Präident Obama ruft, Multimilliardär Soros antwortet.(Foto: REUTERS)
Mittwoch, 21. September 2016

500 Millionen Dollar: Soros investiert in Flüchtlingshilfe

Das jüngste Investment von US-Milliardär Soros überrascht: Mit einem dicken Finanzpaket will er die Integration von Migranten in Europa voranbringen. In einem Brief erklärt er, wie und warum.

Im Juni hat US-Präsident Barack Obama die amerikanischen Unternehmer zur Mithilfe in der Flüchtlingskrise aufgerufen - und die Wirtschaft hat geantwortet. In einem offenen Brief stellte allein Starinvestor George Soros ein riesiges Finanzpaket in Höhe von bis zu 500 Millionen Dollar (450 Millionen Euro) zugunsten von Flüchtlingen in Aussicht. Das Geld solle in "Start-ups, etablierte Firmen sowie soziale Initiativen und Aktivitäten" fließen, die "von Migranten und Flüchtlingen selbst gegründet" wurden, schreibt der 86-Jährige im "Wall Street Journal".

Migranten seien durch unser "kollektives Versagen" häufig zu einem "Leben in Verzweiflung" verdammt, weil die Gastländer nicht die Vorteile aus einer besseren Integration der Menschen zögen, begründet der Multimilliardär seine Intiative. Zwar müssten Regierungen bei der Bewältigung der Flüchtlingskrise die Führungsrolle übernehmen, aber auch die private Wirtschaft sei gefordert, appelliert Soros.

Vor drei Monaten habe Obama in einem "Call of Action" die Privatwirtschaft aufgefordert, eine größere Rolle in der Flüchtlingshilfe zu übernehmen. Viele Führungspersönlichkeiten aus dem Privatsektor seien diesem Ruf nun gefolgt, heißt es weiter.

Tatsächlich haben sich laut einer Mitteilung des Weißen Hauses in Washington 51 US-Unternehmen gemeldet, um Flüchtlingen weltweit zu helfen. Insgesamt wollen sie mehr als 650 Millionen Dollar aufbringen. Investiert werden soll das Geld in Bildung und Jobs. Auch die Zusammenarbeit mit den Nicht-Regierungsorganisationen soll gefördert werden.

Das größte Geldpaket steuert der Philanthrop Soros selbst bei. Er will Flüchtlinge und Gastländer mit 500 Millionen Dollar unterstützen, schreibt er in seinem Beitrag weiter. Helfen wolle er dabei vor allem in Europa. Er suche aber auch weltweit nach Möglichkeiten zu investieren. Interessant seien verschiedene Sektoren. "Besonders vielversprechend" seien Investments in digitale Technologien. "Die Fortschritte in diesem Sektor können den Leuten helfen, effizienteren Zugang zu Regierungs-, Gerichts-, Bank- und Gesundheitsdienstleistungen zu bekommen", heißt es weiter.

Soros spricht bewusst von Investments und nicht von Spenden. Trotzdem will der Investmentguru keine Gewinne einstreichen. Das Geld soll von gemeinnützigen Organisationen verwaltet werden. Etwaige Profite sollen in neue Projekte fließen, möglichst solchen, die wiederum Flüchtlingen zugute kommen. Man werde auch eng mit den Organisationen der Vereinigten Nationen zusammenarbeiten, schreibt Soros. Er wolle zeigen, dass privates Kapital Konstruktives in der Krise beisteuern könne.

Soros ist unter anderem Gründer des Quantum Funds. Das US-Magazin "Forbes" schätzte das Vermögen des durch die Finanzwetten seiner Hedgefonds reich gewordenen Investors zuletzt auf knapp 25 Milliarden US-Dollar.

Quelle: n-tv.de

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