Wirtschaft

Erfolgreiches Debüt Stabilus schließt ersten Börsentag im Plus

47112984.jpg

(Foto: picture alliance / dpa)

Dem Automobilzulieferer Stabilus ist der Gang aufs Parkett geglückt. Der Schlusskurs liegt über der Erstnotiz. Dem Unternehmen fließen mehr als 60 Millionen Euro zu. Zugleich ist damit ein Schlussstrich unter eine turbulente Vergangenheit gezogen.

Der Automobilzulieferer Stabilus hat erfolgreich den Gang aufs Börsen-Parkett absolviert. Die Aktie schloss den ersten Handelstag bei 23,35 Euro und damit 8,6 Prozent über dem Ausgabekurs von 21,50 Euro. Der erste Kurs war mit 22,75 Euro an der Börse in Frankfurt festgestellt worden. Dabei hatte der Ausgabepreis lediglich etwa in der Mitte der Angebotsspanne von 19 bis 25 Euro gelegen. Bei der Marktkapitalisierung bringt es der Hersteller von Gasfedern und Dämpfern damit eigenen Angaben zufolge auf etwa 445,6 Millionen Euro.

Stabilus
Stabilus 64,15

Stabilus zog seinen Börsengang überraschend schnell durch, was wohl dem günstigen Börsenumfeld geschuldet sein dürfte. Erst am 9. Mai waren die Koblenzer konkret geworden mit ihrer Terminplanung, nachdem der Finanzinvestor Triton zwei Wochen zuvor erstmals den Börsengang für das "laufende Jahr" angekündigt hatte.

Triton hat sich verpflichtet, die bei ihm verbleibenden Aktien innerhalb eines Zeitraumes von sechs Monaten nicht zu veräußern. Das Management von Stabilus will die gehaltenen Aktien zwölf Monate lang nicht verkaufen. Der Streubesitz soll sich auf 58,7 Prozent belaufen.

65 Millionen Euro eingenommen

Das Platzierungsvolumen betrug nach einer Mitteilung der Deutschen Börse 261,4 Millionen Euro. Neu ausgegeben wurden gut 3 Millionen Aktien, hinzu kamen 9,1 Millionen Aktien aus dem Bestand des Aktionärs Triton. Zugeflossen sind dem Unternehmen damit letztlich 65 Millionen Euro.

Bei Stabilus und die gut 4000 Beschäftigten läuft das Geschäft rund. In den vergangenen Jahren kletterte der Umsatz durchschnittlich um rund acht Prozent. Im Geschäftsjahr 2013/14 per Ende September wollen die Koblenzer rund 505 Millionen Euro erlösen. Das wären rund zehn Prozent mehr als im Jahr zuvor. Die Ebitda-Marge lag bereinigt bei beachtlichen 19 Prozent. Diese Zuwächse will Stabilus auch künftig erzielen.

Gute Geschäfte verspricht sich das Unternehmen vor allem in Asien, wo aktuell ein Werk betrieben wird und die zweite Verdopplung der Fertigungskapazitäten binnen kurzer Zeit in Vorbereitung ist. Großes Wachstumspotenzial verspricht sich Stabilus zudem von den elektromechanischen Antrieben wie dem Powerrise-System, durch das beispielsweise bei Premiumautos per Knopfdruck die Heckklappe automatisch öffnet.

Krise endgültig abgeschüttelt

Mit dem Sprung aufs Parkett lässt das Unternehmen endgültig die Turbulenzen der Vergangenheit hinter sich. Anfang des Jahrtausends waren die Koblenzer von der ehemaligen Muttergesellschaft Siemens gemeinsam mit einem ganzen Bündel anderer Firmen an den US-Finanzinvestor Kohlberg Kravis Roberts verkauft worden. Doch das war nur der Beginn einer Odyssee durch die Hände mehrerer Private-Equity-Gesellschaften: Nach KKR folgte 2004 Montagu als Stabilus-Eigner, 2008 wurde die Firma dann an Paine & Partner weitergereicht.

Nachdem 2009 wegen der hohen Verschuldung und der schweren Wirtschaftskrise die Insolvenz drohte, erwarb Triton Anfang 2010 sämtliche Stabilus-Anteile - im Tausch gegen den Erlass von Schulden.

Beim Börsengang von Stabilus handelt es sich erst um den zweiten in diesem Jahr in Deutschland. Bislang hatte sich nur der Hersteller von 3D-Druckern SLM Solutions aufs Parkett gewagt - mit sehr durchwachsenem Erfolg. Die Aktie startete am 9. Mai mit 18,20 Euro, nachdem sie mit 18 Euro nur am untersten Rand der Angebotsspanne von 18 bis 23 Euro herausgekommen war. Aktuell hat sich der Kurs bis auf 19,70 Euro berappelt.

Quelle: ntv.de, jwu/DJ