Wirtschaft
So stellen sich die Firmengründer das Teleskop vor, das bald Asteroiden auskundschaften soll.
So stellen sich die Firmengründer das Teleskop vor, das bald Asteroiden auskundschaften soll.(Foto: dpa)
Mittwoch, 25. April 2012

Rohstoffförderung im Weltraum: Start-Up will Asteroiden plündern

Die Idee klingt verrückt, aber Unterstützer wie Google-Gründer Larry Page und Hollywood-Legende James Cameron glauben offenbar daran: an die Ausbeutung von rohstoffreichen Asteroiden mittels Robotern. Binnen zehn Jahren will die US-Firma Planetary Resources so weit sein.

Es klingt wie pure Science-Fiction: Die Förderung von Rohstoffen im Weltall. Doch die Firma Planetary Resources gibt sich zuversichtlich. "Das Universum ist voll von Rohstoffen, und wir machen sie für die Menschheit nutzbar", sagte Firmenmitgründer Peter Diamandis bei der Vorstellung der waghalsigen Pläne in Seattle. Das Ganze sei "eine der größten kommerziellen Gelegenheiten" überhaupt. In den vergangenen Tagen waren bereits erste Details durchgesickert.

Diamandis hat das Unternehmen vor drei Jahren im Stillen mit seinem Partner Eric Anderson gegründet. Beide sind Altbekannte in der privaten Raumfahrt, wo sich Gutbetuchte eine Reise ins All gönnen können. Der 50-jährige Diamandis ist bereits eine Schlüsselfigur der privaten Weltraum-Erkundung. So hatte er den Wettbewerb Ansari X-Prize ausgeschrieben, aus dem 2004 das erste private Raumschiff SpaceShipOne hervorging. Anfang der 90er Jahre war er an der Gründung einer Firma beteiligt, die Weltraumtouristen an Bord russischer Sojus-Schiffe ins All schickt.

Unterstützung bekommt das Gespann unter anderem vom Nasa-Astronauten Thomas Jones - und Geldgebern wie den Google-Milliardären Larry Page und Eric Schmidt oder dem Regisseur James Cameron. Die Beteiligung von Cameron an Planetary Resources ist ein besonderer Clou: Sein Film "Avatar", der mit Abstand erfolgreichste Streifen der Kinogeschichte, spielt auf einem fernen Planeten, auf dem die Menschen rücksichtslos Naturschätze ausbeuten.

Bald soll es losgehen

"Wir sind schon dabei, das erste Gerät zu bauen", sagte Anderson. Binnen zwei Jahren will die Firma soweit sein, dass eine Vorhut an Raumfahrzeugen ins All starten kann. Allerdings wird es sich dabei nur um Teleskope handeln, die auskundschaften sollen, welche Asteroiden in Erdnähe zur Ausbeutung lohnen. Erst später sollen Roboter aufsteigen, um die Bodenschätze zu heben und an Ort und Stelle aus dem Gestein zu lösen. Auf einen genauen Zeitplan wollte sich das Gründerduo aber nicht festlegen.

Planetary Resources hat es vor allem auf seltene Metalle wie Platin abgesehen. Ein Asteroid könne mehr Platin beinhalten als jemals auf der Erde gefördert worden sei, sagte Diamandis. Er und sein Kompagnon sprechen von einem Multimilliarden-Dollar-Geschäft. "Es gibt eine gute Möglichkeit, dass wir scheitern", sagte Anderson. Aber wenn der Plan aufgehe, "verdienen wir viel Geld".

Chefingenieur von Planetary Resources ist Chris Lewicki, ein früherer Manager eines Mars-Programms bei der NASA. Das "Wall Street Journal" berichtete von Studien der NASA, wie Asteroiden näher zur Erde "abgeschleppt" werden könnten, um sie auszubeuten. Demnach würde es 2,6 Mrd. Dollar kosten, einen Asteroiden mit einem Durchmesser von sieben Metern mit einem Roboter-Raumschiff in die Mond-Umlaufbahn zu befördern. Ein solches Projekt könne etwa zum Jahr 2025 umgesetzt werden.

Quelle: n-tv.de