Wirtschaft

"Rückehr zur D-Mark würde Schaden anrichten" Studie lobt den Euro

Angesichts der Schuldenkrise sind viele Deutsche der Meinung, mit der D-Mark ginge es ihnen heute besser. Eine Studie besagt indes, dass Deutschland vom Euro kräftig profitiert. Das gilt selbst für den Fall, dass die Bundesrepublik einen Großteil ihrer Forderungen aus den verschiedenen Euro-Rettungsmaßnahmen abschreiben müsste.

Der Euro bringt Deutschland überwiegend Vorteile. Zu diesem Ergebnis kommt eine aktuelle Modellrechnung der Prognos AG im Auftrag der Bertelsmann Stiftung. Entgegen der Überzeugung von Euro-Kritikern zieht Deutschland demnach unter dem Strich erheblichen Nutzen aus der Gemeinschaftswährung.

"Die Mitgliedschaft Deutschlands in der Währungsunion reduziert die Kosten des internationalen Handels und schützt vor starken Wechselkursschwankungen", sagte der Vorstandsvorsitzende der Stiftung, Aart De Geus. "Eine Rückkehr zur D-Mark würde erheblichen volkswirtschaftlichen Schaden anrichten. Die Deutschen würden Einkommen und Arbeitsplätze verlieren."

Selbst wenn Deutschland einen Großteil seiner Forderungen durch die verschiedenen Euro-Rettungsmaßnahmen abschreiben müsste, überwögen die wirtschaftlichen Vorteile aus der Währungsunion. "Die in diesem Fall höhere Staatsverschuldung bzw. der dadurch erhöhte fiskalische Konsolidierungsbedarf wirkten sich zwar dämpfend auf die wirtschaftliche Dynamik aus", so die Studie. Die Auswirkungen hielten sich jedoch in engen Grenzen.

D-Mark würde BIP drücken

Wenn Deutschland in diesem Jahr eine eigene Währung einführen würde, wäre künftig das Wachstum des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) nach Prognos-Berechnungen jährlich um einen halben Prozentpunkt niedriger. Ohne diesen Wachstumsanteil gäbe es in Deutschland 200.000 Arbeitsplätze weniger.

Die Vorteile der Gemeinschaftswährung kommen den Berechnungen zufolge auch direkt bei den Deutschen an. Im Durchschnitt betrage das Einkommensplus je Einwohner zwischen 2013 und 2025 etwa 1100 Euro pro Jahr. Einziger Vorteil einer eigenen deutschen Währung wäre nach Einschätzung der Studie ein niedrigeres Zinsniveau und damit geringere Produktions- und Investitionskosten.

Die Macher der Studie betonen, dass es sich um Modellrechnungen handle. Wenn Deutschland tatsächlich aus dem Euro aussteigen würde, hätte dies mit großer Wahrscheinlichkeit den Zusammenbruch der Währungsunion und eine Weltwirtschaftskrise zur Folge, hieß es.

Quelle: ntv.de, jga/dpa