Wirtschaft

Dividende trotz Milliardenminus Telekom will Wort halten

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(Foto: dapd)

Mit einer zugesagten Mindestausschüttung hält die Deutsche Telekom ihre Aktionäre seit Jahren bei Laune. Bei keinem anderen Dax-Konzern ist die Dividendenrendite so hoch - zur Sorge mancher Investoren, die um die Substanz des Unternehmens bangen. Nun steht eine Abschreibung in Milliardenhöhe ins Haus, doch Anleger sollen das nicht spüren.

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Die Deutsche Telekom will trotz Milliardenbelastungen durch den Zusammenschluss ihrer US-Tochter mit dem Rivalen MetroPCS an ihrer Dividendenpolitik festhalten. Damit dürfte der Bonner Konzern für 2012 mindestens 0,70 Euro je Aktie an die Anteilseigner ausschütten.

"Handelsrechtlich besteht bei einem Gewinnvortrag von rund 1,6 Mrd. Euro und einer Gewinnrücklage von rund 15,5 Mrd. Euro kein Zweifel an unserer Dividendenfähigkeit", sagte Telekom-Finanzchef Timotheus Höttges der "Börsen-Zeitung". Daher werde die Telekom auch im letzten Jahr ihrer auf drei Jahre angelegten Finanzstrategie an der Planung einer Mindestdividende von 0,70 Euro festhalten, unabhängig von der Fusion mit MetroPCS.

Tag der Wahrheit

Der geplante Zusammenschluss von T-Mobile USA, der Nummer Vier auf dem US-Markt, mit MetroPCS, der Nummer Fünf, zieht eine Neubewertung der US-Tochter nach sich. Da T-Mobile USA nun nicht mehr so hoch bewertet wird wie beim Einstieg des Bonner Konzerns vor gut zehn Jahren, dürften wohl sieben bis acht Mrd. Euro auf das Unternehmen abgeschrieben werden. Damit droht der Telekom in diesem Jahr ein Milliardenverlust, da die Abschreibung die bislang von Analysten erwarteten 2,6 Mrd. Euro Nettogewinn mehr als aufzehrt.

Höttges wertete die Verschmelzung - die Telekom soll drei Viertel der Anteile an dem neuen Unternehmen halten - unabhängig von ihrer buchhalterischen Behandlung als "extrem wertsteigernd", obwohl T-Mobile USA und MetroPCS bisher unterschiedliche Technologien für ihre Funknetze nutzen. Die Telekom habe Synergien von sechs bis sieben Mrd. Euro ausgemacht. Der Zusammenschluss werde "voraussichtlich erst im zweiten Quartal des Jahres 2013 vollzogen", sagte Höttges.

Einen Strich durch die Rechnung könnte der Telekom aber der US-Rivale Sprint Nextel machen, der ebenfalls ein Auge auf MetroPCS geworfen hat und mit einer Gegenofferte liebäugelt. Allerdings greift gerade der japanische Mobilfunkriese Softbank nach der Nummer drei auf dem US-Mobilfunkmarkt.

Quelle: n-tv.de, nne/rts

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