Wirtschaft

Chinesen am reisefreudigsten, Europa beliebt Tourismus boomt auch in Krisenzeiten

Vor allem in problembeladenen Zeiten braucht der Mensch Urlaub vom Alltag. Das könnte eine Erklärung für die wachsende Zahl der Auslandsreisenden sein, die die Tourismusbranche 2013 weltweit verbucht hat.

Trotz Krisen und Konflikten in vielen Teilen der Welt boomt die Reisebranche: Die Zahl der Touristen ist im vorigen Jahr weltweit im Vergleich zu 2012 überraschend um 5,0 Prozent auf fast 1,09 Milliarden gestiegen. Dieses Wachstum habe alle Erwartungen übertroffen, betonte die Welttourismus-Organisation (UNWTO) bei der Vorlage einer vorläufigen Jahresbilanz. Für 2014 werde eine weitere Zunahme um 4,0 bis 4,5 Prozent erwartet.

"Die Tourismusbranche bewies eine bemerkenswerte Fähigkeit, sich den wandelnden Marktbedingungen anzupassen", sagte UNWTO-Generalsekretär Taleb Rifai. "In vielen Volkswirtschaften gehörte der Tourismus zu den wenigen Branchen, die mit positiven Nachrichten aufwarten konnten."

"Krisentourismus"?

Europa lockte 2013 mit 563 Millionen die höchste Zahl von Besuchern an - mehr als die Hälfte aller Touristen weltweit. Der Zuwachs betrug nach Angaben der UNWTO 5,4 Prozent und war damit mehr als doppelt so hoch wie die durchschnittliche Steigerungsrate der vergangenen Jahre von 2,5 Prozent. "Zu der Steigerung trugen überraschenderweise vor allem Länder in Ost- und Südeuropa bei, die von der Wirtschaftskrise besonders betroffen sind", sagte Rifai.

Südostasien registrierte in relativen Werten mit einem Plus von 10,0 Prozent die höchste Zuwachsrate. Nach der Bilanz der UNWTO war die Tourismuszahl 2013 in keiner Weltregion rückläufig. Der Nahe Osten verzeichnete mit 0,3 Prozent die geringste Zuwachsrate, gefolgt von der Karibik mit 1,0 Prozent.

Mindestens eine Nacht ...

Unter den Herkunftsländern der Touristen behauptete China seine führende Position, die es vor einem Jahr Deutschland abgenommen habe, heißt es in der Bilanz. Chinesische Reisende gaben demnach 2013 in den ersten neun Monaten im Ausland 102 Milliarden Dollar (75 Milliarden Euro) aus, 28 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Bei Herkunftsländern wie Deutschland, Japan oder Italien seien die Ausgaben der Urlauber im Ausland dagegen stagnierend oder rückläufig. Konkrete Zahlen wurden hier nicht mitgeteilt.

Als Touristen werden Reisende gezählt, die wenigstens eine Nacht in einem anderen Land verbringen.

Quelle: ntv.de, bad/dpa