Wirtschaft
Schon 1999 hatte Greenpeace vor den Gefahren eines AKW in der erdbebengefährdeten Region gewarnt.
Schon 1999 hatte Greenpeace vor den Gefahren eines AKW in der erdbebengefährdeten Region gewarnt.(Foto: picture-alliance / dpa)
Dienstag, 14. April 2015

Russische Technik in Erdbebengebiet: Türkei baut erstes Atomkraftwerk

In der Türkei beginnt der Bau für das erste Atomkraftwerk des Landes. Das AKW russischer Bauart entsteht in der Provinz Mersin an der Mittelmeerküste. Atomkraftgegner protestieren nicht zuletzt wegen der Erdbebengefahr gegen das Projekt.

In der Türkei hat der Bau für das erste Atomkraftwerk des Landes begonnen. Energieminister Taner Yildiz und der Chef der russischen Atomenergiebehörde Rosatom, Sergej Kirijenko, legten in einer feierlichen Zeremonie den Grundstein für das Kraftwerk russischer Bauart in Akkuyu in der Provinz Mersin an der Mittelmeerküste.

"Ohne Atomkraft gibt es keine Entwicklung", erklärte Yildiz. Eine aufstrebende Türkei könne nicht ohne Atomkraft auskommen. Atomkraftgegner protestieren nicht zuletzt wegen der Erdbebengefahr in dem Gebiet gegen das Projekt.

Das AKW in Akkuyu soll bis zum hundertjährigen Jubiläum der türkischen Republik im Jahr 2023 voll betriebsfähig sein. Auch in Sinop an der Schwarzmeerküste will die türkische Regierung in den kommenden Jahren ein Atomkraftwerk errichten lassen; bis 2030 sollen insgesamt drei AKW Strom liefern. Ankara argumentiert, die Atomkraft werde die Abhängigkeit der Türkei von Öl- und Gasimporten reduzieren.

Für den Bau des AKW Akkuyu sind 19 Milliarden Euro veranschlagt. Das in Sinop soll 15 Milliarden kosten. Yildiz rechnete vor, allein durch das Kraftwerk in Akkuyu spare die Türkei jährlich 13 Milliarden Euro ein, weil sie weniger Gas einkaufen müsse. Zu den Themen Erdbebengefahr, Folgekosten und Atommüllbeseitigung sagte Yildiz nichts.

Quelle: n-tv.de