Wirtschaft

"1 Mio Dollar für Spezialisten" Uber-Manager droht Journalistin

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Taxifahrer sind auf Uber nicht gut zu sprechen.

(Foto: dpa)

Uber erlebt ein hausgemachtes PR-Desaster. Top-Manager Michael denkt laut über Schmutzkampagnen gegen lästige Journalisten nach. Als das öffentlich wird, versichert er: Alles nur reine Spekulation.

Uber ist um ein gepflegtes Erscheinungsbild bemüht. Jung möchte der Fahrdienstvermittler erscheinen, hip, modern und lässig. Ein ranghoher Manager des US-amerikanischen Taxi-Konkurrenten hat nun dafür gesorgt, dass mit Uber derzeit eher Unappetitliches verbunden wird.

Uber-Vorstand Emil Michael dachte bei einer Veranstaltung in New York laut darüber nach, das Privatleben von unliebsamen Journalisten auszuspähen, um sie damit unter Druck setzen zu können. Er spekulierte darüber, für eine Million Dollar vier Spezialisten für die Ausforschung von Gegnern sowie vier Journalisten anzuheuern. Diese könnten kritische Reporter und ihre Familien durchleuchten und unangenehme Dinge zu Tage fördern. Namentlich erwähnte Michael die amerikanische Bloggerin Sarah Lacy, die über Uber mehrfach kritisch berichtet hatte - und sich durchaus drastisch ausdrückt.

Michaels Äußerungen wurden bekannt, weil bei der Veranstaltung ein Redakteur von "Buzzfeed" dabei war – und ihm niemand gesagt hatte, dass von dem Treffen keine Zitate verbreitet werden sollten. Also berichtete die Webseite ausführlich über die Gedankenspiele des Uber-Managers. Bei der Veranstaltung wurde demnach eingeworfen, dass so ein Vorgehen in der Realität zu einem Problem für Uber werden könne. "Niemand würde wissen, dass wir das waren", wird Michael zitiert.

Der war nach Veröffentlichung des Artikels um Schadensbegrenzung bemüht. "Weder ich noch mein Unternehmen würden jemals zu einem solchen Vorgehen greifen", versicherte Michael via Twitter. "Die Bemerkungen waren der Frustration über die meiner Ansicht nach reißerische Berichterstattung über Uber geschuldet", hieß es in einem von Uber verbreiteten Statement. "Sie waren falsch und ich bedaure sie." Eine Unternehmenssprecherin sagte, Uber forsche keine Journalisten aus und werde das auch in Zukunft nicht tun.

Michael bot Lacy per Telefon und auf Twitter an, sich unter vier Augen bei ihr zu entschuldigen. Doch diese lehnte ab. "Ich habe gerade einen Anruf von Emil Michael bekommen", twitterte Lacy. "Er hat mich gefragt, ob wir vertraulich miteinander reden können. Ich habe abgelehnt. Also hat er aufgelegt."

Quelle: n-tv.de, mit dpa

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