Wirtschaft

Brüchige Waffenruhe belastet Ukrainische Anleihen bringen Fabel-Rendite

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Seit Anfang 2014 hat sich der Wert des Dollar zur Hrywnia mehr als verdreifacht.

(Foto: REUTERS)

Eine so wackelige Sache wie die Waffenruhe in der Ostukraine ist aus Sicht der Anleger auch der Kauf ukrainischer Staatsanleihen: Deren Rendite steigen im Zuge der unsicheren Lage auf fast 60 Prozent. Aber auch Russlands Anleihen leiden.

Der wiederholte Bruch der Waffenruhe in der Ostukraine hat erneut für Verkäufe bei ukrainischen und russischen Anleihen gesorgt. Dies trieb die Rendite der ukrainischen Dollar-Bonds mit einer Laufzeit bis 2017 auf 56,411 Prozent von 52,497 Prozent am Freitag. Die der 2043 auslaufenden russischen Titel stieg auf 7,016 von 6,792 Prozent. Zum Vergleich: Griechische Staatsanleihen mit zehn Jahren Laufzeit bringen eine Rendite von etwas mehr als 10 Prozent, das deutsche Pendant etwa 0,3 Prozent.

Auch die Währungen der Ukraine und Russlands kamen unter die Räder. Ein Dollar stieg zeitweise um mehr als zehn Prozent auf ein Rekordhoch von 30,51 Hrywnia. Zur russischen Valuta verteuerte er sich um bis zu 4,6 Prozent auf 64,55 Rubel. "Die Währungen und die Anleihen befinden sich in einem Teufelskreis", sagte David Hauner, Chef-Anlagestratege für Ost- und Mitteleuropa bei Bank of America Merrill Lynch. Dies gelte vor allem für die Ukraine, da der Wechselkursverfall die Furcht vor einem Schuldenschnitt schüre.

Börsianer: Krieg verhindert Stabilisierung der Wechselkurse

Seit Anfang 2014 hat sich der Wert des Dollar zur Hrywnia mehr als verdreifacht. Im Kampf gegen die Abwertung ihrer Währung verschärfte die ukrainische Zentralbank ihre Kapitalkontrollen. Die ab Mittwoch geltenden Bestimmungen verbieten es Banken unter anderem, Unternehmen für den Kauf von Devisen Kredite in Hrywnia zur Verfügung zu stellen. Börsianer zweifelten an der Wirksamkeit dieser Maßnahmen. "So lange der Krieg weitergeht, gibt es keinen Grund für eine Stabilisierung des Wechselkurses", sagte einer von ihnen.

Die Ukraine blies am Montag den geplanten Abzug schwerer Waffen aus den Kampfgebieten wegen angeblicher Angriffe pro-russischer Separatisten ab. Diese wiesen die Vorwürfe zurück. Der Waffenabzug ist ein wichtiger Baustein des Minsker Friedensabkommens.

Quelle: ntv.de, kst/rts