Wirtschaft

Eine Großbank braucht Hilfe Ver- und Entstaatlichung der Coba

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Die Commerzbank will Staatshilfen zurückzahlen.

(Foto: picture alliance / dpa)

Mehr als vier Jahre nach der spektakulären Rettung will sich die Commerzbank vom Staat lösen. Mit einer milliardenschweren Kapitalerhöhung sollen die Stillen Einlagen des Bankenrettungsfonds SoFFin und des Versicherungskonzerns Allianz komplett zurückgezahlt werden. Ein Rückblick.

Mehr als vier Jahre nach der spektakulären Rettung will sich die Commerzbank vom Staat lösen. Mit einer Kapitalerhöhung um 2,5 Milliarden Euro sollen die Stillen Einlagen des Banken rettungsfonds SoFFin und des Versicherungskonzerns Allianz komplett zurückgezahlt werden, wie das Geldhaus am Mittwoch mitteilte. Zudem gibt der SoFFin seine Sperrminorität von 25 Prozent plus einer Aktie auf und reduziert seinen Anteil auf weniger als 20 Prozent. Eine Chronik der Ereignisse seit der Finanzkrise 2008:

August 2008

Die Commerzbank kündigt an, die Dresdner Bank für rund 10 Mrd. Euro von der Allianz zu übernehmen.

September 2008

Die Insolvenz der US-Investmentbank Lehman Brothers verschärft die Finanzkrise dramatisch und bringt Banken rund um den Globus ins Wanken.

November 2008

Die Commerzbank verhandelt den Preis für die Dresdner Bank auf knapp 6 Mrd. Euro herunter und zieht die Übernahme vom zweiten Halbjahr 2009 auf Januar 2009 vor. Die Allianz schießt der Commerzbank 750 Mio. Euro in Form einer Stillen Einlage zu.

Dezember 2008

Die Commerzbank entdeckt höhere Kreditrisiken bei der verlustreichen Dresdner Bank. Um die Übernahme trotzdem stemmen zu können, zapft die Commerzbank den staatlichen Bankenrettungsfonds (SoFFin) an. Die Bank erhält 8,2 Mrd. Euro an Stillen Einlagen, die jährlich mit neun Prozent verzinst werden sollen, und staatliche Garantien über 15 Mrd. Euro.

Januar 2009

Der SoFFin übernimmt für 1,8 Mrd. Euro - sechs Euro je Papier - 25 Prozent plus eine Aktie an der Commerzbank (Teilverstaatlichung) und pumpt zusätzlich weitere 8,2 Mrd. Euro an Stillen Einlagen in die Bank.

April 2011

Die Commerzbank kündigt an, von den Stillen Einlagen des SoFFin über 16,4 Mrd. Euro bis Juni rund 14,3 Mrd. zurückzugeben. Das gilt als erster Befreiungsschlag. Das Geld kommt aus der Platzierung von Pflichtumtauschanleihen und einer Kapitalerhöhung über 5,3 Mrd. Euro. Weitere gut 3 Mrd. Euro kann die Bank so zurückgeben, weil sie das Kapital nach damaliger Einschätzung nicht braucht.

Oktober 2011

Commerzbank-Chef Martin Blessing schließt weitere Staatshilfen kategorisch aus, nachdem die EU-Bankenaufsicht EBA bei dem Institut im Zuge der Euro-Schuldenkrise ein Kapitalloch von gut 5 Mrd. Euro ausgemacht hat. "Da geh ich nicht nochmal hin", sagt er und meint den SoFFin. Er hält Wort - die Bank stopft das Loch in den Folgemonaten aus eigener Kraft: Hybridpapiere werden in echtes Eigenkapital getauscht, Führungskräfte erhalten ihre Boni in Aktien statt in bar, Risiken im Kreditbuch werden neu bewertet und toxische Wertpapiere ausgemistet.

Juni 2012

Für die Bonus-Aktien startet die Bank eine kleine Kapitalerhöhung und wirft 128 Millionen Papiere auf den Markt. Der Großteil der Mitarbeiter verkauft die Aktien aber anschließend gleich wieder. Der SoFFin wandelt zeitgleich zur Kapitalerhöhung weitere Stille Einlagen in Aktien um, um seine Beteiligungsquote von 25 Prozent an der Bank zu halten.

März 2013

Der SoFFin lässt die Beteiligung an der Commerzbank im Juni erstmals unter 25 Prozent fallen. Mit einer Kapitalerhöhung um 2,5 Mrd. Euro will die Bank bis Anfang Juni nicht nur die restlichen Stillen Einlagen des SoFFin von 1,6 Mrd. Euro zurückzahlen, sondern auch die 750 Mio. schwere Finanzspritze der Allianz.

Quelle: n-tv.de, rts

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