Wirtschaft

Pressekonferenz mit Schäuble Weidmann sagt erneut ab

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Da ist noch Luft dazwischen: Bundesbank-Präsident Weidmann und Finanzminister Schäuble in Tokio.

(Foto: dpa)

Es soll nicht zur Regel werden, aber Bundesbank-Präsident Weidmann wird erneut nicht an einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Finanzminister Schäuble teilnehmen. Als Grund gab Weidmann eine familiäre Angelegenheit an – schon damit keiner auf den Gedanken kommt, es könne an den unterschiedlichen Meinungen der Herren zur Lösung der Euro-Finanzkrise liegen.

Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hat zum zweiten Mal binnen weniger Wochen eine gemeinsame Pressekonferenz mit Finanzminister Wolfgang Schäuble abgesagt. "Ich muss in einer familiären Angelegenheit, die man nicht verschieben kann, früher abreisen", sagte Weidmann in Tokio. Deshalb könne er an der traditionellen gemeinsamen Pressekonferenz mit dem Minister zum Ende der IWF-Jahrestagung am Samstag nicht teilnehmen. Dies sei aber nur "eine weitere Ausnahme von der Regel", wonach er natürlich weiterhin bei solchen Anlässen gemeinsam mit Schäuble Pressekonferenzen geben werde, wie er das auch am Freitag in Tokio tat.

Weidmann hatte schon Mitte September nach einem EU-Finanzministertreffen in Nikosia einen gemeinsamen Auftritt mit Schäuble vor der Presse abgesagt. Seinerzeit wurde als Grund genannt, dass der Bundesbank-Präsident wegen des engen Rückflugtermins nicht habe erscheinen können.

Zwischen Weidmann und Schäuble gibt es seit längerem unterschiedliche Meinungen in wichtigen Fragen zur Bekämpfung der Euro-Schuldenkrise. So ist Weidmann der härteste Kritiker des neuen Anleihen-Kaufprogramms der Europäischen Zentralbank. Schäuble teilt diese Kritik nicht. Andererseits hatte Schäuble kürzlich gesagt, er sei "nicht sicher, ob es zur Stärkung des Vertrauens in die Notenbank beiträgt, wenn diese Debatte (innerhalb der EZB) halböffentlich geführt wird". Weidmann steht aber dazu, wie er versicherte, dass er seine abweichende Meinung auch öffentlich deutlich macht.

Quelle: ntv.de, rts

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