Wirtschaft

Welt-Index Weltkonjunktur im Bann des Handelskriegs

Während der Handelskrieg an den internationalen Finanzmärkten und bei den globalen Medien im Fokus steht, zeigen die gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen in der Weltwirtschaft noch keine wirklich nachhaltigen negativen Auswirkungen.

Der Handelskrieg zwischen den USA und dem Rest der Welt nimmt Woche für Woche neue Formen an. Das rhetorische Pendel schwingt gefühlt täglich zwischen Entspannung und neuen Eskalationsstufen hin und her, meistens ausgelöst durch eine Aussage oder einen neuen Tweet des US-Präsidenten Donald Trump. Aber auch Politiker aus China und der EU nehmen vermehrt Stellung. "Dass wir uns mittlerweile in einem Handelskrieg befinden, verdeutlichen alleine schon die geldpolitischen und währungspolitischen Operationen aus China, welche als Gegenmaßnahmen auf die sicherlich überbordenden US-Zollbeschränkungen, teilweise offiziell und teilweise verdeckt, stattfinden. Erst in dieser Woche wurden durch China bereits bestehende Zölle auf Glasfaserprodukte aus den USA nochmals drastisch angehoben. Nicht umsonst sprechen Regierungsmitglieder aus China vom größten Handelskrieg der Wirtschaftsgeschichte und rechtfertigen damit ihr Verhalten", konstatiert Markus C. Zschaber, Chef der gleichnamigen Vermögensverwaltung, welche monatliche den "Welt-Index" veröffentlicht.

Noch bewegt sich die Weltkonjunktur auf einem Niveau der Prosperität, das Wachstum ist in vielen relevanten Wirtschaftsräumen robust. "Wir sollten aber nicht den Fehler begehen, die Statik unserer Weltwirtschaft zu überschätzen, denn zu viel politisches Fehlverhalten birgt immer die Gefahr jedes Wachstumsgebilde über kurz oder lang einstürzen zu lassen", warnt Zschaber.

Dr. Markus C. Zschaber

Dr. Markus C. Zschaber

Mit Blick auf die Fakten bleibt festzuhalten, dass die Gesamtlage sehr verfahren ist und die wirtschaftlichen Auswirkungen die Potenz durchaus implizieren, womöglich zukünftig größere Schäden auf die Weltkonjunktur auszuüben. "Dieses Gefahrenpotenzial sollten sich alle Protagonisten endlich vor Augen führen. Gerade die währungspolitischen Maßnahmen, welche China als Antwort auf Trump derzeit umsetzt, werden die chinesisch-amerikanischen Fronten meiner Meinung nach noch weiter verhärten. Was wir brauchen sind echte politische Entspannungssignale für die Weltwirtschaft und ihre Teilhaber. Die Unternehmen in der EU, in Asien und auch in den USA benötigen nachhaltige Sicherheit, dass ihre Wettbewerbsfähigkeit nicht politisch konterkariert oder verzerrt wird", so der Kölner Vermögensverwalter.

Das gilt auch für die Geldpolitik wie die jüngste Maßnahme der chinesischen Notenbank. Diese setzte den Mindestreservesatz herab und verschaffte damit dem dortigen Bankensystem rund 100 Milliarden US-Dollar an frischer Liquidität, welche als Sicherheitspuffer gegenüber weiteren exogenen Schockwellen, durch beispielsweise neue Eskalationsstufen im Handelskrieg mit den USA, verstanden werde, führt Zschaber aus. Genauso gibt es das Thema, China schwächt inoffiziell die eigene Währung strategisch ab, um die eigene Volkswirtschaft vor den Folgen amerikanischer Zölle zu schützen. Dadurch werden die chinesischen Preise im Außenwert verbilligt und die US-Zölle bereits teilweise kompensiert.

Seit April schwächte sich die chinesische Währung gegenüber dem US-Dollar bereits um mehr als fünf ab. "Nach unseren internen Modellen, würde aufgrund der vorhandenen Kreuzpreiselastizitäten eine Abschwächung von insgesamt rund minus 15 Prozent der chinesischen Währung gegenüber dem US-Dollar ausreichen, um US-Zölle von bis zu 25 Prozent nahezu vollständig preistechnisch auszugleichen. Der chinesische Regierung werden sicherlich funktionsgleiche Kalkulationen vorliegen, so dass eine weitere bewusste Abschwächung des chinesischen Yuan anzunehmen ist. Ich hoffe allerdings darauf, dass sich die Verantwortlichen geschickter anstellen wie in der jüngeren Vergangenheit", so Zschaber weiter.

Fakt ist, dass eine Reaktion in diesem Zusammenhang seitens der US-Administration zu erwarten ist, denn auch die durchschauen solch taktische Manöver. Trump twitterte erst vor wenigen Tagen, dass er ein solches Abwertungsspiel der Chinesen nicht akzeptieren werde. Außerdem ist ein solcher Weg kein ungefährlicher, da die internationalen Finanzmärkte bei zu starker Abschwächung der chinesischen Währung eine innere Kapitalflucht auslösen könnten, welches wiederum zu unkontrollierbaren Paniken und Anomalien führen könnte. "Wenn China eines mit absoluter Wahrscheinlichkeit verhindern möchte, dann ist es eine Negativdynamik, die sich nicht kontrollieren bzw. managen lässt. 2015 und die ersten Monate in 2016 kommen einem hierbei schnell zurück in die Erinnerung, denn damals löste China regelrechte globale Schockwellen aus, weil das politische Management völlig versagte und die chinesischen Finanzmärkte nur mit einem immensen Kraftakt wieder zu bändigen waren. Der Auslöser war ebenfalls eine Abschwächung des Yuan. Nicht wenige befürchteten damals eine dramatische Rezession als Konsequenz" erinnert der Kölner Vermögensverwalter.

Aber auch gegenüber dem Rest der Welt nimmt der US-Handelskrieg Fahrt auf. Kürzlich wurden erst weitere Zölle durch Kanada gegenüber den USA erhoben - als Reaktion auf zuvor getroffene Handelsbeschränkungen. Ähnliches konnte zwischen Mexiko und den USA registriert werden. Sollte Trump seine Androhungen wahr machen und die europäische Automobilindustrie ins Visier nehmen, wäre dies sicherlich die nächste ernste Eskalationsstufe. Befürchtungen von 20 bis 25 Prozent Zoll auf europäische Autoimporte in die USA, sind die Schätzungen die aktuell im Umlauf sind.

Nach den Berechnungen von Zschaber können mehr als 4 Prozent aller Arbeitsplätze in der EU dem Automobilmarkt und dessen Zulieferer und Dienstleistungsunternehmen zugeordnet werden. Hinzu kommt, dass gemessen an der gesamtwirtschaftlichen Wertschöpfung fast 5 Prozent durch den gesamten Sektor in der EU erzielt werden. In Deutschland sind beide Quoten natürlich dramatisch höher. "Fast ein Drittel aller Autos aus der EU gehen in die USA. Sollten tatsächlich US-Zölle in Höhe von 20 Prozent oder mehr auf europäische Autoexporte erhoben werden, wird sich nach seinen Schlussfolgerungen, welche aus der Analyse zum "Welt-Index" gewonnen wird, das EU-Wachstum um bis zu 0,4 Prozent abschwächen. Kein Wunder also, dass die EU vorsorglich mit Gegenzöllen von über 300 Milliarden Euro droht. Ob sich der US-Präsident davon abschrecken lässt, bleibt abzuwarten.

Auch für Japan sind besagte US-Zölle ein ernstzunehmendes Thema. Alleine 64 Prozent des Importüberschusses gegenüber den USA macht der japanische Autosektor aus. Sollten auch hier die Zölle um bis zu 25 Prozent angehoben werden, so würde dieses negative Auswirkungen auf das japanische BIP-Wachstum in Höhe von 0,9 Prozent haben.

Das Thema Handelskrieg und dessen finanztechnische und gesamtwirtschaftliche Konsequenzen werden auch in den kommenden Wochen sehr hartnäckig die Headlines der globalen Medien und die Stimmung an den Finanzmärkten bestimmen, so viel scheint sicher. "Ich sehe den eingeschlagenen Weg zu weniger Multilateralismus als gesellschaftspolitisch und makroökonomisch sehr bedenklich. Nicht nur was den weltweiten Handel betrifft bestehen heute eigentlich keine Grenzen mehr, sondern auch was Produktions- und Wertschöpfungsketten angeht. Unsere globalen Unternehmen sind heute weltweit vernetzt, ein politischer Versuch diese Entwicklung zu begrenzen oder gar aufzuhalten, ist zum Scheitern verurteilt. Hinzu kommt, dass dieser Weg immense Kosten verursacht. Absätze könnten leiden, Produktionskosten steigen und Margen sinken, welches wiederum Druck auf die Unternehmens-gewinne bedeuten würde", fasst der Vermögensverwalter zusammen.

Der V.M.Z.-Kommentar zum aktuellen Stand

Während der Handelskrieg an den internationalen Finanzmärkten und bei den globalen Medien im Fokus steht, zeigen die gesamtwirtschaftlichen Entwicklungen in der Weltwirtschaft noch keine wirklich nachhaltig negativen Auswirkungen. Allerdings stellt sich mit Blick auf das globale Datenmaterial aus allen relevanten Volkswirtschaften die Frage, ob wir an einem Scheitelpunkt stehen. Fakt ist, die Analyse zum "Welt-Index" konstatiert eindeutig, dass sich das globale Wirtschaftswachstum auf solidem Niveau bewegt. Allerdings zeichnen sich einige Entwicklungen ab, die ein mögliches Stagflations-Szenario (abnehmendes Wachstum bei ansteigender Inflation) erstmals andeuten.

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Der aktuelle Expansionslevel der Weltwirtschaft, gemessen am "Welt-Index", liegt derzeit bei 65% (66% im Vormonat) und damit ganz leicht unterhalb des Vormonats. Die Ausgangslage der Weltwirtschaft bleibt damit grundsätzlich positiv aber die Geschwindigkeit lässt weiterhin nach, wenn auch nur marginal gegenüber dem Vormonat. Stagflation könnte ein Thema der Zukunft werden. Der weltweite Handelskrieg, vor allem zwischen den USA und China und den USA und der EU, hat die Stimmungsindikatoren rund um den Globus bereits abkühlen lassen. Hinzu kommt, dass diverse politische Themen explizit in Europa, seien es die erneute politische Unsicherheiten durch die Regierungen in Italien oder Spanien oder der Brexit, die europäische Konjunktur unter das Niveau des eigenen Potenzialwachstums reduziert haben. Unter dem Strich hat die konjunkturelle Dynamik Europas ihren eher bescheidenden Trend der letzten Wochen und Monate fortgesetzt. Dagegen sorgten viele Volkswirtschaften aus Asien, darunter China und Indien, für deutlich positivere Entwicklungen in ihren fundamentalen Trendlinien.

Indien könnte wie China zum Wachstumsmotor für Asien und die Welt werden. Indiens IT-Sektor ist im globalen Vergleich zwar klein, allein die Umsätze von Apple sind größer als die des ganzen Sektors in Indien. Doch ist die IT-Branche für Produktivitätssteigerungen und Wachstumserfolg der ganzen Nation von elementarer Bedeutung. Gerade von den globalen Megatrends Digitalisierung, Cloud Computing, generative Fertigungsverfahren (3D-Druck), die virtuelle Realität, Big Data und Mikrosensoren geht aus Indien ein ungeheures Potenzial aus. Nach wie vor um Längen voraus in Sachen Architektur des eigenen Wachstumsmodell ist sicherlich China.

"Im ersten Halbjahr 2018 ist nach unseren Berechnungen die chinesische Volkswirtschaft um 6,7 Prozent gewachsen und hat sich damit leicht von den Wachstumsraten des ersten Quartals zurückgezogen, aber eine anhaltende Widerstandsfähigkeit gezeigt", so Zschaber. Trotz der äußeren Unsicherheiten hat sich die chinesische Wirtschaft angesichts der Erholung der Weltwirtschaft besser entwickelt. Im zweiten Quartal sollte der Beitrag von Konsum und Investitionen zum Wirtschafts-wachstum bei 70 Prozent bzw. 35 Prozent liegen. Obwohl die Nettoexporte einen negativen Beitrag zum Wachstum leisteten, habe das schnelle Wachstum der Exporte geholfen, Produktion und Investitionen anzukurbeln. Wir gehen in den kommenden Monaten von steigenden industriellen Investitionen, stetigen Infrastrukturinvestitionen und die Erhöhung der externen Nachfrage, vor allem aus Asien und Europa aus.

Allen voran lieferte aber die US-Wirtschaft in den letzten vier Wochen die stärkste gesamtwirtschaftliche Performance. Die Notenbank des Bundesstaates Atlanta hat kürzlich das BIP der USA im zweiten Quartal auf annualisiert 3,8 Prozent geschätzt, dieses wäre deutlich mehr als noch in den ersten drei Monaten des Jahres. Für das gesamte Jahr 2018 wäre damit mit einem Wachstum von ca. 3,0 Prozent zu rechnen, so viel wie seit 2005 nicht mehr. Hauptantreiber ist ein einmal mehr der US-Konsument, der durch die Steuerreform maßgeblich profitiert. Davon abgeleitet profitieren auch die US-Unternehmen, die wiederum 75 Prozent ihrer Erträge auf dem Heimatmarkt erzielen, welches wiederum die gute Stimmung auf dem Arbeitsmarkt erklärt. Alleine 213.000 Stellen wurden im vergangenen Monat geschaffen, hinzu kommt, es suchen wieder mehr Menschen Arbeit, so dass der Lohndruck weiterhin ungefährlich bleibt. Die wöchentlichen Löhne stiegen zum Vorjahr nur um 2,7 Prozent. Gemessen an der Historie bedarf es allerdings Anstiege um mindestens +3,5 Prozent, um ernstzunehmende inflationistische Entwicklungen auszulösen. Auch die Stimmung der amerikanischen Speditions-unternehmen ist laut einer aktuellen Umfrage derzeit ausgesprochen gut. Insbesondere die Einschätzung zur Entwicklung des Frachtaufkommens fiel so gut aus wie seit Dezember 2005 nicht mehr. Speditionskunden zeigen sich mittlerweile sogar schon besorgt, dass die Transportkapazitäten knapp werden könnten.

"Kurzum, die US-Wirtschaft expandiert weiterhin in einem sehr robusten Maße. Durch die geringe wechselseitige Abhängigkeit des heimischen Geschäfts- und Wachstumsmodells der USA und dem Rest der Welt (exklusive der US-Großindustrie), kann sich Donald Trump die verbalen Eskapaden tatsächlich leisten, dies sollte an dieser Stelle betont werden. Unser Haus präferiert aus diesem Grund auch Investments in US-Unternehmen, welche dem Mittelstand angehören. Unternehmen aus dem Russel 2000 oder sogar Russel 3000 könnten dabei durchaus interessant sein. Laut einer aktuellen Umfrage des Mittelstandsverbands NFIB wird bei den US-Nebenwerten das höchste Gewinnwachstum in der Geschichte erwartet. Allerdings gilt auch hier die Wachsamkeit groß zu schreiben", unterstreicht ein Markus C. Zschaber die gegenwärtige Ausgangslage und verweist auf die sehr flache US-Zinsstrukturkurve.

Die Furcht an der Wallstreet beginnt weiter zu wachsen, dass das klassische Angstbarometer, die Zinsstrukturkurve amerikanischer Staatsanleihen, womöglich einen Wirtschaftsabschwung für die Zukunft andeutet. Die Zinskurve stellt die Zinsdifferenz zwischen Staatsanleihen mit zweijähriger Laufzeit und Papieren mit zehnjähriger Fälligkeit dar. Normalerweise liegen die kurzfristigen Zinsen unter den Zinsen für langfristige Anleihen, was auch aktuell der Fall ist. Aber der Renditeabstand war zuletzt auf ein Rekordtief von unter 0,3 Prozentpunkten gefallen, was das niedrigste Niveau seit August 2007 markierte. "Noch haben wir hier keinen negativen Wert in den Zinsdifferenzen erreicht, sprich eine inverse Zinskurve. In den letzten sechzig Jahren war dies allerdings immer zwingend der Fall, bevor anschließend in den USA eine Rezession folgte. Die aktuellen Inflationsdaten bestätigen die Abflachung der Zinskurve und durch den Zinserhöhungszyklus der US-Notenbank könnte eine Inversion der Zinskurve zum Ende des Jahres erfolgen. Wann dann eine US-Rezession eintritt, kann man aus den Daten allerdings nicht ableiten. Ich erwarte sie aber nicht vor 2020, da erst dann die steigenden Zinsen eine negative Funktion auf die US-Wirtschaft ausüben werden, vorausgesetzt der Handelskrieg eskaliert vorher nicht vollends", so der Vermögensverwalter.

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Die Erwartungen an die Weltkonjunktur und an die Unternehmen durch die professionellen Marktteilnehmer, Analysten und Anleger konnten in den vergangenen vier Wochen erneut mehrheitlich übertroffen werden. Hintergrund ist der hohe Pessimismus und damit die niedrigen Erwartungswerte, welche durch die stetig neuen Eskalationsstufen, welche im globalen Handelskrieg zwischen den USA und dem Rest der Welt erreicht wurden. Gleichzeitig konnten die fundamentalen Daten aus der Wirtschaft in den USA und in Asien ihren positiven Trend fortsetzen, was zusätzlich positiv überraschte. 65% (63% im Vormonat) der analysierten gesamtwirtschaftlichen und unternehmensspezifischen Daten haben die Erwartungen übertroffen. Dieses ist auch der Hintergrund für die aktuelle Stabilisierung der Finanzmärkte, viele waren schlichtweg zu negativ in ihren Erwartungen und wurden positiv überrascht. In diesem Zusammenhang stiegen bzw. stabilisierten sich die Kapitalströmen, u.a. bei Aktienengagements und anderen risikoorientierten Anlagen.

Fazit & Ausblick für Anleger:

Die Angst vor einem eventuellen Bärenmarkt bei DAX & Co ist wieder einmal weitreichend und die letzten Monate waren nun wirklich keine einfachen. Die sogenannte Zackenbewegung an den Märkten hält bereits viel länger an als erwartet und auch die Furcht machte sich breit, dass jetzt die große Korrektur droht. Risiken egal ob politische, ökonomische oder unternehmerische existieren immer und in jeder Phase des Finanzmarktes, eines darf jedoch nicht vergessen werden, bis Januar diesen Jahres waren alle Volkswirtschaften so stabil wie seit langem nicht mehr, dieses positive Wachstumsszenario wurde nicht durch ökonomische Negativentwicklungen verändert, sondern nur durch eine Person, nämlich Donald Trump. Im jetzigen Umfeld sind auch wieder die allbekannten und selbst ernannten Crash-Propheten und Bücherschreiberlinge aktiv, die mittlerweile seit 6 Jahren vor der nächsten Finanzkrise warnen, so Zschaber und natürlich wird auch der jetzige Wirtschaftszyklus enden und ein neuer mit einer anderen Nachfragekurve starten. Anleger die sich seit Jahren verunsichern lassen, haben viel Rendite liegen lassen, grade im Umfeld von Niedrigzinsen und Aktienmarktattraktivität. Die Frage die sich ein Anleger jederzeit stellen sollte, ist, wie groß ist das Risikopotenzial tatsächlich und wie sind seine Alternativen? "Für einen wirklichen Bärenmarkt sehen wir im Kern das politische Risiko ausgehend aus dem Handelskrieg zwischen den USA und den Rest der Welt bis zum heutigen Tag noch nicht ausreichend determiniert", hält der Experte fest. Bei weiteren Eskalationsstufen könnte sich dies natürlich ändern, denn das größte Risiko wäre nachhaltig eine weitere Verschlechterung der Handelsbeziehungen zwischen den USA und China. "Wir rechnen in unserem Basisszenario mit anhaltenden Spannungen zwischen beiden Ländern. Nicht ganz so komplex und verfahren beurteilen wir die Handelssituation zwischen der EU und den USA. Wir hoffen, dass alle Seiten zur Diplomatie zurückfinden und nicht erst bei direkten konjunkturellen Schäden ein Einsehen vernehmen werden. Der Anleger sollte sich klar machen, dass mit höheren Schwankungsbreiten an allen Finanzmärkten bis auf weiteres zu rechnen ist. Aus meiner Sicht benötigt jeder Anleger aus den besagten Gründen heraus ein Investment-Portfolio, welches aktiv und flexibel gemanagt wird", fasst der Kölner Vermögensverwalter die Ausgangssituation zusammen.

Auf die Problematik der inversen Zinsstrukturkurve wurde bereits hingewiesen, hier sieht der Kölner Vermögensverwalter vor allem das Risiko in den USA. Wird die Zinsstrukturkurve invers, ist die Kreditvergabe für die Banken nicht mehr attraktiv und es kann zu Liquiditätsengpässen kommen. "Monetäre Verknappungen sind immer Gift für die Finanzmärkte und sind häufig ein Garant für einen Bärenmarkt und eine Rezession. Vor allem wenn gleichzeitig die Zinsen durch die Notenbanken zu stark angehoben werden und darüber hinaus die Zentralbank ihre Bilanzverlängerung der Vergangenheit, welche durch die milliardenschweren Aufkaufprogramme von Staatsschulden verursacht wurde, versucht abzubauen, wie aktuell in den USA. Dieses Risiko sieht der Vermögensverwalter erst ab dem Jahr 2020. Eines steht für ihn aber weiterhin fest, für gute Qualitätsaktien bekommen Investoren bei aktueller Bewertung eine Gewinnrendite von rund 6 Prozent per anno, im Schnitt auf 5 Jahre gerechnet. Das bedeutet selbst bei einem Anstieg der Bewertungen um 50 Prozent (Dax steigt z.B. von 12.500 auf 18.750 Punkte) würde ein Anleger immer noch 3 Prozent Gewinnrendite bei Qualitätsaktien erhalten. In der aktuellen zinslosen Zeit wären selbst drei Prozent Gewinnrendite immer noch ein rentierliches Investment", führt Zschaber aus.

Strategie & Veränderungen im Musterportfolio:

  • Gewichtung von insgesamt 28,5% in mittelständischen europäischen, deutschen und US - Unternehmen (Hidden Champions – Fokus) US – Anteil wird strategisch weiter aufgebaut.
  • Defensivere Geschäftsmodelle werden bei neuen Allokationen präferiert
  • Deutsche und europäische Large – Caps werden weiter reduziert
  • Ausnahme bilden europäische und US - Zykliker (Chemie, IT, Pharma und Maschinenbau)
  • Ebenfalls im Fokus stehen weiterhin qualitative Industrie- und Konsumwerten aus Europa, explizit aus Deutschland und aus Japan.
  • Large Caps aus den USA bleiben untergewichtet, favorisiert werden aber binnenmarktorientierte Geschäftsmodelle
  • Die Beimischungen von beispielsweise asiatischen Aktien bleiben im Fokus
  • Die aktuelle Aktienquote innerhalb des Musterportfolios liegt bei 69,5%.
  • Die Cash – Quote liegt bei 5% um bei weiteren Schwankungen Zukäufe bei Qualitätsaktien umzusetzen
  • Rentenmarkt wird weitestgehend bis auf einzelne Bausteine untergewichtet
    • Hochzinsanleihen bleiben weiterhin außen vor
    • Wandelanleihen untergewichtet positioniert
    • Unternehmensanleihen untergewichtet positioniert
    • Aufbau von hypothekenbesicherten Wertpapieren wird fortgesetzt
  • Die eher niedrige Edelmetallquote wird beibehalten
  • Kryptowährungen kommen weiterhin als Anlagevehikel nicht in Betracht.
  • Integration einer Absicherungskomponente (Derivat auf steigende Volatilität)

Titelveränderungen im Musterportfolio:

Zukäufe-/Nachkäufe aus den letzten 4 Wochen: ETF Russel 2000, ETF Russel 3000, NETAPP, Adope Systems, Fossil Group, Enanta Pharmaceuticals, Noodles & Company, ImmunoGen Inc, NVIDIA, ETF Japan (Nikkei),

Haltepositionen unter Anderem (Top-Holdings sind aufgeführt): Shiseido, Tokai Carbon, Nippon Sheet Glass, Chubu Electric Power, JGC, Kobe Steel Symrise, Rheinmetall, Deutsche Wohnen, Kion Group, TAG Immobilien, Beiersdorf, Jungheinrich, Bechtle, RATIONAL, SAP, Bayer, BASF, ETF MDAX, Foot Locker, Deutsche Post, LVMH, Continental, Telefonica, L‘Oreal, MC Donalds, Microsoft, Amazon, Vonovia, MTU Aero Engines, Fresenius, Apple, Wacker Chemie, Visa, Allianz, Fuchs Petrolub, ETF MSCI Emerging Asia,

Verkäufe-/Reduzierungen aus den letzten 4 Wochen: ETF DAX, ETF MSCI Europa, ETF Euro STOXX, Ubisoft, Rank Group, Talanx, ETF Schweden,

Musterportfolio:

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Asset-Allokation:

Erhöht / Neu aufgenommen werden: Aktien (Nebenwerte) USA von 0% auf 5%; VSTOXX Future (Absicherung) von 5% auf 6,5%;

Beibehalten werden: Aktien (Large Caps) USA von 6,5%; Aktien (Large Caps) Schweiz von 1%; Aktien (Nebenwerte) Europa von 11%; Aktien Japan von 12%; Aktien Emerging Markets von 2,5%; Staatsanleihen Emerging Markets von 1,5%; Hypothekenbesicherte Wertpapiere von 5%; Wandelanleihen von 5%; Unternehmensanleihen von 2,5%; Edelmetalle von 5%;

Reduziert werden: Aktien (Large Caps) Deutschland von 11% auf 10%; Aktien (Large Caps) Europa von 10,5% auf 9%; Aktien (Nebenwerte) Deutschland von 15% auf 12,5%; Cash von 6,5% auf 5%;

Das Musterdepot zum "Welt-Index" beinhaltet diverse Anlageklassen wie beispielsweise Aktien,  Unternehmens-, Wandel- und Staatsanleihen sowie Rohstoffe als auch Edelmetalle. Das Portfolio wird aktiv seit fünf Jahren gemanagt und auch abgesichert je nach Börsenphase, so dass je nach Kapitalmarktsituation auch flexibel die Bargeldquote erhöht oder minimiert wird. Zur Absicherung und Gewinnmitnahmen werden auch ETF´s auf Indices und Märkte verwendet. Mit dieser Art der direkten Abbildung des "Weltwirtschaftszyklus" ist es dem Musterdepot gelungen, eine konstante und höhere Wertentwicklung als der MSCI World  zu erwirtschaften. Nähere Informationen hierzu unter www.zschaber.de

Zur Methode: Die Grundlage des "Welt-Index" ist die Analyse von Wirtschaftsindikatoren aus der ganzen Welt, die eine hohe wirtschaftliche Relevanz und eine hohe Reaktion an den Finanzmärkten mit sich bringen. Diese werden weltweit von Statistikämtern und Forschungsinstituten sowie weiteren hochrangigen wissenschaftlichen Quellen veröffentlicht. In der Endform konzentriert sich der "Welt-Index", der aus zwei Komponenten besteht, dem "Index der Konjunkturdaten" und dem "Index der Markterwartungen", auf die monatlich 50 wichtigsten Konjunkturdaten, zugrunde liegen mehr als 1000 internationale Indikatoren, die monatlich ermittelt und bewertet werden. Die Verknüpfung der Datenreihen in einer nach Dominanzfaktoren gegliederten Gewichtung gibt Aufschluss darüber, in welchem Zyklus und Stadium sich die Weltwirtschaft befindet. Aufgrund der Kombination von frühzyklischen, gleichzyklischen und nachzyklischen Indikatoren sowie der Integration einer Erwartungskomponente ermöglicht der "Welt-Index" eine sehr genaue Messung des aktuellen Status. Um dieses zu vereinfachen, werden dann zwei Trenddaten erstellt, die Aufschluss darüber geben, wie viele der ermittelten Daten in den vergangenen vier Wochen gefallen oder gestiegen sind. Nähere Informationen hierzu unter: www.weltindex.de

Das Musterportfolio zum "Welt-Index" ist nur als begleitende Information zu verstehen und dient nicht als konkreter Anlage-Ratschlag. Die Vermögensverwaltungsges. Dr. Markus C. Zschaber mbH erstellt den Index monatlich exklusiv für die "Welt am Sonntag" und den Nachrichtensender "n-tv".

Quelle: n-tv.de