Wirtschaft

Welt-Handelsindex Weltwirtschaft im Jahr 2015

Vor allem der niedrige Ölpreis wird im Welthandel für Impulse sorgen, sagt Markus Zschaber. Ein Vorteil: Die Kaufkraft der Konsumenten steigt. Auch die Geldpolitik der Notenbanken spielt eine große Rolle.

Die im Rahmen des Welt-Handelsindex analysierten Transport- und Logistikdaten sprechen dafür, dass der Welthandel sich in den letzten vier Wochen weiter aufgehellt haben sollte und daraus ableitend, dass die Weltwirtschaft wieder an Fahrt aufnimmt. Sowohl die Industrieproduktionsdaten in allen relevanten Volkswirtschaften als auch die Binnenhandelsdaten zeigten zuletzt spürbare Besserungstendenzen, wie auch die Außenhandelsdaten. Dies liegt vollständig im Rahmen unserer Erwartungswerte für die Weltwirtschaft.

Dr. Markus C. Zschaber

Dr. Markus C. Zschaber

"Vor allem den Verfall der Ölpreise sehe ich für den Welthandel als außergewöhnlichen Impuls für das kommende Jahr 2015. Viele ölimportierende Länder können bereits schon jetzt beachtliche Gewinne verbuchen. Dazu gehören nahezu alle Industrieländer wie Japan, Korea, die USA oder Europa. Aber auch unter den Schwellenländern gibt es Gewinner - etwa die großen Länder Asiens, China, Indien und Indonesien. Dies wird potenzielle Wachstumskräfte im globalen Kontext hervorrufen", konstatiert Markus Zschaber.

"Fakt ist, der Preisrückgang beim Öl, der in Dollar seit Juni 40 Prozent beträgt, senkt die Kosten der Produktion und steigert unmittelbar die Kaufkraft der Konsumenten", so Zschaber weiter.

Ein weiterer elementarer Faktor ist die Geldpolitik: Der geldpolitische Treiber durch die Nullzinspolitik und die Liquiditätsprogramme wirkt weiterhin expansiv auf die weltweite Nachfragekurve und sollte eine Belebung des globalen Investitionszyklus in 2015 anstreben. "Wir erwarten in 2015 keine Abflachung der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage, sodass die Unternehmen zwangsweise höhere Investitionen anstreben werden. Höhere Investitionen werden automatisch zu höheren Lageranpassungen führen, was sich wiederum sehr positiv auf das Wachstum auswirken wird. Zusammengefasst stehen die Chancen gut für einen Dreiklang aus Konsum-, Lager- und Investitionszyklus in 2015 in der Weltwirtschaft, was die Handelsaktivität im globalen Kontext weiter positiv beeinflussen wird" führt der Kölner Vermögensverwalter aus.

Überraschungen möglich

Die Dynamik der Weltwirtschaft wird allerdings auch im Jahr 2015 in den unterschiedlichen Regionen unterschiedliche Geschwindigkeiten verzeichnen. Gerade die Unterschiede zwischen Europa und den USA dürften ähnlich groß ausfallen wie in 2014. Während die US-Wirtschaft getragen durch einen starken Außenhandel und eine starke Binnennachfrage in allen Schlüsselfunktionen ihres Wachstums profitieren sollte, kann für Europa nur eine langsame und unterausgeprägte binnenwirtschaftliche Aktivität erwartet werden. Was nicht zuletzt an der Unterauslastung der europäischen Industrie und der daraus abzuleitenden hohen Arbeitslosigkeit liegt.

Zwar bestehen hier gewisse Überraschungschancen durch die jüngst angekündigten Maßnahmen der EZB sowie zyklische Effekte, die durchaus für einen gewissen temporären konjunkturellen Impuls sprechen, die strukturellen Gräben, wie die mangelnde Wettbewerbsfähigkeit sind aber insgesamt noch zu tief um diese bereits in 2015 zu überwinden. Seitens des europäischen Außenhandels sollte es einen klaren Gewinner geben – Deutschland, während Frankreich, Italien und Spanien eher nur einen unterproportionalen Außenhandelsbeitrag erzielen dürften.

"Europa bleibt vorerst der Bremsklotz der Weltwirtschaft auch in 2015, auch wenn Deutschland im kommenden Jahr wieder der Lichtblick sein dürfte. Vor allem die deutsche Konsumkonjunktur zeigt sich sehr robust und wird durch einen stabilen Arbeitsmarkt getragen, die Industriekonjunktur wird noch unter den politischen Krisenherden zu kämpfen haben, auch wenn sich der seit Sommer 2014 aufgetretene Investitionsstau etwas abbaut", analysiert Markus Zschaber.

"Wenn ich auf die Emerging Markets schaue zeigt sich immer noch eine hohe Nachfragequalität seitens der Industrie und der Konsumenten in vielen Regionen. Allerdings erwarte ich, dass die kommende Periode gewisse Herausforderungen für die Wachstumsmodelle mit sich bringen wird", führt Markus Zschaber aus. Der Aufstieg Chinas wird auch im kommenden Jahr weiter gehen sich allerdings punktuell etwas abschwächen.

Blick nach China

Der Paradigmenwechsel in China ist im vollen Gange, zumindest wenn man auf die strukturellen Reformanstrengungen der Wirtschaftspolitik schaut. Realökonomisch zeigt sich weiterhin, dass die größte Werkbank der Welt weiterhin große Exporterlöse stemmt, was jüngst am Rekordhoch des Außenhandelsüberschusses abzulesen war. Dennoch wird durch die chinesische Regierung alles für ein stärkeres Binnenwachstum getan, sodass in 2015 in China mit weniger Wachstum zu rechnen ist, als in den letzten Jahren, auch wenn die Wachstumsdynamik im Vergleich zu den Industrienationen weiterhin hoch ausfallen wird. Das wohl spannendste Projekt im asiatischen Raum wird die ASEAN-Wirtschaftsgemeinschaft sein, deren primäres Ziel ein gemeinschaftlicher Handelsmarkt ist. "Wir erwarten, dass diese neu gegründete Handelszone dem Wirtschaftswachstum insgesamt Auftrieb verleihen wird, vor allem in den Regionen wie Indonesien, Vietnam und den Philippinen. Insgesamt wird ein Wirtschaftsblock bestehend aus rund 600 Millionen Verbrauchern gebildet, der vollumfänglich in die Weltwirtschaft integriert werden soll"; führt Markus Zschaber aus.

Ein weiteres Thema, welches für Markus Zschaber auch in 2015 für die Emerging Markets im Fokus steht, ist die Möglichkeit dieser Nationen heutige Technologien insbesondere bei der Datenübertragung über das Internet zu nutzen und damit einen viel höheren Grad an Effizienz zu erreichen als in der Vergangenheit: "Dies ist ein riesiger Vorteil hinsichtlich der weiteren Entwicklung der Schwellenländer, gerade hinsichtlich der logistischen Herausforderungen, welche sich im Welthandel stellen".

Die Megatrends in 2015 sind nach wie vor Investitionen und Infrastruktur. Fakt ist, für eine effektive Ökonomie sind weiterhin eine stabile Stromversorgung und effiziente Transportwege unbedingt erforderlich. Die Regierungen haben dieses Thema verstanden und werden neue Ziele in 2015 erreichen", blickt ein optimistischer Markus Zschaber auf die Chancen in 2015.

Das Tempo im Welthandel hat zuletzt weiter zugelegt, was auch das aktuelle Ergebnis von 70,1 Prozent des Welt-Handelsindex widerspiegelt. Durch das Überwinden des Niveaus von 70 Prozent, erreicht der Welthandel aktuell wieder den Trend des Potenzialwachstums. Sollte dieses Niveau in den kommenden Monaten gehalten werden können sollten nicht zuletzt auch die Weltindustrieproduktion und damit der globale Investitionsgüterzyklus davon positiv stimuliert werden.

Was bedeutet das für den Anleger?

In einer Phase der extrem lockeren Geldpolitik, die von einem robusten Welthandel aber auch von politischen Risiken heimgesucht wird, ist es ganz entscheidend für die Anleger auf Qualität bei der Aktienauswahl zu achten. Es werden auch in 2015 die Unternehmen gefragt sein, die ein gesundes und diversifiziertes Produktportfolio aufweisen um an den unterschiedlichen Geschwindigkeiten flexibel zu partizipieren. Vor allem Absatzschwerpunkte in den USA sowie im Bereich des ASEAN-Wirtschaftsblock sollten in 2015 von Vorteil sein.

Dadurch, dass der Welt-Handelsindex ein dynamisches Gesamtbild des Welthandels zusammengefasst bietet und detailorientierte Analysen auch hinsichtlich der Konjunkturlage ermöglicht, können schnelle und aktive Reaktionen auch im Welthandelsportfolio erfolgen.

Disclaimer

Die benannten Aktien sind nur als begleitende Information zu verstehen und dienen nicht als konkreter Anlage-Ratschlag. Sie stellen keine Anlageberatung, keine Anlagevermittlung, keine steuerliche Beratung, kein Angebot, keine Empfehlung und keine Aufforderung zum Treffen von Anlageentscheidungen oder zum Tätigen von Geschäften in Finanzinstrumenten, wie zum Beispiel den Erwerb oder die Veräußerung von Investmentanteilen und keine sonstige Empfehlung dar.

Neben diesen drei Aktientiteln befinden sich noch eine ganze Reihe weiterer interessanter Aktienunternehmen im sogenannten Welthandelsportfolio die im Rahmen der Veröffentlichung zum Welthandelsindex zukünftig vorgestellt werden. Das Welthandelsportfolio ist eine musterhafte Allokation von Unternehmen, die hinsichtlich ihrer Absatz- und Produktionsstrukturen am Welthandel direkt beteiligt sind beziehungsweise vom Welthandel und dessen globalen Handelsströmen partizipieren. Das Welthandelsportfolio reagiert auf die Veränderungen des Welthandelsindex und erreicht damit eine hohe Teilnahme an der Wertschöpfung unserer Weltwirtschaft. Dadurch, dass der Welthandelsindex ein dynamisches Gesamtbild des Welthandels zusammengefasst bietet und detailorientierte Analysen auch hinsichtlich der Konjunkturlage ermöglicht, können schnelle und aktive Reaktionen auch im Welthandelsportfolio erfolgen.

Funktionsweise Welt-Handelsindex:

Der Welt-Handelsindex fasst alle relevanten Daten aus den vier primären Transport- und Handelswegen (Schifffahrt, Schiene, Straße und Lufttransport) zusammen, gewichtet diese und verdichtet sie in einem Index. Der Index bietet zum ersten Mal ein Gesamtbild des Welthandels zusammengefasst in einer Zahl, erfasst damit unter anderem auch die Auswirkungen der Globalisierung und überwindet funktionale und regionale Beschränkungen, der zum Beispiel nur regional ausgerichteten Indikatoren. Indexstände oberhalb eines Niveaus von 50 Punkten deuten einen wachsenden Welthandel an, inmitten einer expandierenden Gesamtwirtschaft. Unterhalb des Niveaus von 50 lässt sich dagegen aussagen, dass die Welthandelsaktivität schrumpft, wobei ab einem Niveau von unter 45 sogar eine deutliche Kontraktion der Gesamtwirtschaft zu erwarten ist.

Quelle: Die Vermögensverwaltungsges. Dr. Markus C. Zschaber mbH stellt den Index monatlich exklusiv dem "Handelsblatt" und dem Nachrichtensender "n-tv" zur Verfügung. Informationen zum Index unter www.welthandelsindex.com oder www.kapitalmarktanalyse.com

Quelle: n-tv.de, Dr. Markus C. Zschaber Vermögensverwaltungsgesellschaft mbH

Quelle: ntv.de

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