Wirtschaft

Mögliche Traumhochzeit verzückt Anleger Wenn Apple Tesla kauft

Tesla ist ein Nischenanbieter, aber die Marktkapitalisierung ist bereits so hoch wie bei manch etablierten Massenhersteller. Dennoch weckt der Elektroauto-Pionier Begehrlichkeiten. Apple hätte das nötige Kleingeld.

Bei Traumhochzeiten ist am Anfang immer alles rosarot. Doch nicht immer geht es ewig gut. Jetzt bahnt sich im Finanzbereich eine Beziehung mit rosaroten Perspektiven, aber auch reichlich Diskussionspotenzial an.

Aktuell erhalten die Gerüchte um eine "Traumhochzeit" von Apple und Tesla neue Nahrung. Denn die Schweizer "Handelszeitung" will erfahren haben, dass es 2013 zu einem "Geheimtreffen" zwischen der Führungsriege von Apple und Tesla gekommen sein soll. Laut "San Francisco Chronicle Report" hat Apple-Manager Adrian Perica im vergangenen Jahr Elon Musk getroffen, den Gründer und Vorstandschef des US-Autoherstellers. Wahrscheinlich war auch Apple-Boss Tim Cook anwesend.

Kein Kommentar...

Just seit dieser Zeit gibt es immer wieder Mutmaßungen, Apple wolle Tesla kaufen oder zumindest mit Tesla zusammenarbeiten. Ein Kauf wäre für Apple kein Problem, die Kriegskasse ist im dreistelligen Milliardenbereich gefüllt. Doch Apple und Tesla könnten auch bei der Batterie-Produktion zusammenarbeiten, sie finden sich auch in jedem Macbook und iPhone sowie den Tablet-Computern.

Von Apple gibt es keinen Kommentar zu den Gerüchten - nach wie vor nicht. Auch von Tesla erfährt man nichts. Doch die Spekulationen könnten in den nächsten Tagen und Wochen wieder neu aufflammen.

Bei Tesla geht's durch die Decke

Derweil entwickeln sich die Aktienkurse von Tesla und Apple abseits aller Gerüchte völlig unterschiedlich. Apple verdaut noch seine jüngsten Quartalszahlen, liegt momentan großzügig gesprochen in einem breiten Seitwärtstrend. Dagegen geht es bei Tesla durch die Decke. Nach einem Rücksetzer Ende 2013, als die Aktie bis in die Region von 120 Dollar korrigierte, kostet ein Anteilsschein derzeit rund 200 Dollar. In Marktkapitalisierung entspricht das 23 Milliarden Dollar. Nur einmal zum Vergleich: Daimler bringt mit einem Vielfachen an verkauften Wagen "nur" 71 Milliarden auf die Waage, Renault kostet exakt soviel wie Tesla.

Ganz klar ist es die Fantasie, auch bezogen auf starke mögliche Partner wie Apple, die Tesla antreibt. Denn 6900 verkaufte Fahrzeuge seiner Model S Limousine im vierten Quartal sind nur eine Winzigkeit gegenüber der Absatzzahlen der Konkurrenz: VW setzte allein im Januar 2014 knapp 800.000 Autos ab.

Dennoch waren es bei Tesla rund 20 Prozent mehr als Vorstandschef Musk in Aussicht gestellt hatte. Im Gesamtjahr hat der Konzern damit mindestens 22.450 Fahrzeuge abgesetzt. Der Konzern schaut "mit Vorfreude auf die Entwicklung 2014". Die Zahl der weltweiten Vertriebs- und Serviceniederlassungen, die zuletzt bei 150 lagen, soll 2014 verdoppelt werden. Der Konzern arbeitet zudem mit Hochdruck an dem Modell X, einer Kombination aus SUV und Kleinbus, das im zweiten Halbjahr auf den Markt kommen soll.

Der Börsenwert liegt derzeit beim 110-fachen des für 2014 erwarteten Gewinns. Ein schicker möglicher Partner wie Apple kann diese hohe Bewertung aber schon mal vergessen machen.

Wie im Grunde bei jeder Eheschließung ist auch bei Apple und Tesla der Ausgang ungewiss - aber zuerst müssten sich beide auch erstmal finden.

Quelle: ntv.de

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