Wirtschaft

Wilde Schwankungen Wetten auf Griechenlandfonds

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(Foto: AP)

Die Börse in Griechenland ist geschlossen und auch hierzulande wurde der Handel mit griechischen Aktien eingestellt. Doch unverdrossen suchen sich Investoren andere Anlagevehikel. Mit Schaukeleffekt.

Während der Finanzmarkt auf den Ausgang des Referendums wartet, juckt es etlichen Investoren in den Fingern. In den Börsennews ist täglich von positiv gestimmten Anlegern, die in griechische Werte investieren, die Rede. Doch der griechische Aktienmarkt ist geschlossen. Wie geht das?

Weil auch die griechischen Aktien vom Handel ausgesetzt sind, sind Investoren auf den Lyxor ETF FTSE Athex Large Cap (WKN: LYX0BF) ausgewichen, der sich auf die Schwergewichte des Landes fokussiert. Während die anderen Börsen den Handel mit dem Papier eingestellt haben, wird es weiterhin an der Börse Stuttgart gehandelt. Aber die Schwankungen sind heftig: Je nach Wasserstandsmeldung aus Griechenland ist der ETF kräftig unter Druck oder erholt sich deutlich. Der Handel in den ohnehin riskanten Papieren ist durch die geschlossene Athener Börse noch einmal unsicherer geworden, da die genauen Kurse der Aktien nicht bekannt sind. Sollten die Nein-Sager in Griechenland am kommenden Sonntag einen Erfolg erzielen, könnte der ETF kurzfristig deutlich unter Druck kommen.

Aktive Fonds

Wenn die Börse in Griechenland irgendwann wieder öffnet, könnte ein aktiv gemanagter Fonds, der Hellas Opportunities Fund (WKN: A1WZH5), in den Fokus der Investoren rücken. Er wurde am 1. Juni 2014 aufgelegt, also wenige Wochen nachdem Griechenland unter Applaus am 10. April wieder an den Anleihenmarkt zurückgekehrt war und hat vor einem Monat einen traurigen ersten Geburtstag gefeiert. Der Kurs war zwischen der Auflage im Juni 2014 bis zum Aussetzen des Handels Ende Juni 2015 um ein Drittel eingebrochen. Die größten Positionen waren zuletzt der Abfüller Coca-Cola HBC, die National Bank of Greece und der Sportwettenanbieter OPAP. Glücklicherweise hat der Fonds ein Volumen von lediglich 3,6 Millionen Euro, weshalb sich der Verlust für die Anleger in sehr überschaubaren Grenzen hält. Dass der Fonds zudem nicht an der Börse gehandelt wird, sondern nur über die Fondsgesellschaft ge- und verkauft werden kann, dürfte dafür sorgen, dass das Interesse an dem Papier gering bleiben dürfte.

Mit einem Fondsvolumen von mehr als 300 Millionen Euro spielt der DNCA Invest South European Opportunities (WKN: A0MLK5) in einer ganz anderen Liga. Der Fonds deckt allerdings die ganze Euro-Peripherie ab. So fokussierte sich der Fonds nach der Auflage im Februar 2007 auf Italien, änderte aber im Mai 2014 die Investmentpolitik. Seitdem investiert er mindestens zwei Drittel des Vermögens in Aktien von Unternehmen, die ihren Firmensitz in Italien, Spanien, Portugal oder Griechenland haben. Der Rest kann in Anleihen oder Aktien außerhalb Südeuropas investiert werden. Ende Mai war der Bankensektor mit einem Gewicht von 37,1 Prozent der mit weitem Abstand wichtigste Sektor vor den Öl- und Gaswerten mit 13,2 Prozent, womit der Fonds stark abhängig von der Entwicklung eines Sektors ist. Zu den größten Positionen gehören der Ölmulti Eni, sowie die Banken UniCredit, Intesa Sanpaolo, Banco Bilbao und Banco Santander und der spanische Telekomriese Telefonica. Der Fonds kann ebenfalls nur über die Fondsgesellschaft geordert werden. Je nach dem Ausgang des Referendums könnten die Manager des Fonds in den nächsten Monaten gezwungen sein, wieder ein paar Änderungen an der Gewichtung vorzunehmen.

Disclaimer

Diese Publikation dient nur zu Informationszwecken und zur Nutzung durch den Empfänger. Sie stellt weder ein Angebot noch eine Aufforderung zum Kauf oder Verkauf von Wertpapieren oder Investmentfonds dar.

Quelle: ntv.de