Wirtschaft

Zahlen für den Ökostrom Wie die EEG-Umlage funktioniert

Die Ökostrom-Umlage müssen grundsätzlich alle Stromverbraucher bezahlen. Unternehmen, die viel Strom verbrauchen, bekommen Rabatt. Dafür müssen sie einen Antrag stellen. Für 2016 ist die EEG-Umlage erhöht worden.

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Windräder bei Klanxbüll (Schleswig-Holstein) an der Nordseeküste vor Sylt.

(Foto: dpa)

Nun ist es offiziell: Die Ökostrom-Umlage nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) beträgt im kommenden Jahr 6,354 Cent pro Kilowattstunde Strom. Für einen Vier-Personen-Haushalt mit einem Verbrauch von 4000 Kilowattstunden pro Jahr bringt der Anstieg um drei Prozent Mehrkosten von knapp neun Euro inklusive Mehrwertsteuer mit sich.

Was ist die EEG-Umlage?

Die seit dem Jahr 2000 erhobene Umlage finanziert den Ausbau der erneuerbaren Energien. Hintergrund ist die Verpflichtung der Übertragungsnetzbetreiber, angebotenen Strom aus erneuerbaren Energien nicht nur abzunehmen, sondern auch weitgehend zu festen Preisen zu vergüten. Die Netzbetreiber verkaufen den Strom dann an der Börse. Die Differenz zwischen den Vergütungssätzen und dem Börsenpreis soll mit der EEG-Umlage ausgeglichen werden.

Wer bezahlt die Umlage?

Grundsätzlich alle Stromverbraucher. Allerdings gibt es Ausnahmen: Unternehmen aus bestimmten Branchen, die besonders viel Strom verbrauchen, bekommen auf Antrag Rabatt. Dahinter steckt der Gedanke, dass die deutsche Industrie durch die Energiewende keine Wettbewerbsnachteile gegenüber der internationalen Konkurrenz erleiden soll. Ermäßigungen können zum Beispiel Holz- und Papierhersteller bekommen sowie Firmen aus dem Steinkohlebergbau, aber auch Schlachtbetriebe und Fruchtsafthersteller. Eisenbahnfirmen sind ebenfalls begünstigt. Privatkunden können keinen Rabatt bekommen.

Wie hat sich die Umlage entwickelt?

Bei ihrer Einführung vor 15 Jahren betrug die EEG-Umlage 0,19 Cent pro Kilowattstunde Strom. Heute ist sie mehr als 30 Mal so hoch. Von Jahr zu Jahr gab es eine Steigerung, besonders hoch fielen die Anstiege von 2010 auf 2011 und von 2012 auf 2013 aus. Für 2015 sank die Umlage erstmals, und zwar von 6,24 auf 6,17 Cent pro Kilowattstunde - pro Haushalt mit einem Verbrauch von 4000 Kilowattstunden pro Jahr sind das 293,69 Euro inklusive Mehrwertsteuer. 2016 werden es 302,45 Euro sein.

Wer legt die Höhe fest?

Zuständig sind die Betreiber der Stromübertragungsnetze - 50Hertz, Amprion, Tennet und TransnetBW. Sie erstellen jedes Jahr eine Prognose dazu, wie viel Geld sie voraussichtlich im nächsten Jahr an die Erzeuger von Ökostrom zahlen müssen und wie viel sie für diese Energie an der Strombörse bekommen. Auch weitere Größen wie der Gesamtstromverbrauch und der Bau neuer Ökostromanlagen werden geschätzt.

Schließlich spielt noch das sogenannte EEG-Konto eine Rolle. Auf dieses fließen die eingenommene EEG-Umlage und die Einnahmen aus dem Verkauf des Ökostroms, die Zahlungen an die Stromerzeuger gehen hiervon ab. Ende September lag das Konto mit rund 2,5 Milliarden Euro im Plus. Aus dem Zusammenspiel aller Faktoren berechnen die Netzbetreiber die EEG-Umlage für das nächste Jahr. Die Bundesnetzagentur muss kontrollieren, ob die Ermittlung ordnungsgemäß abläuft.

Welche anderen Abgaben müssen Stromkunden bezahlen?

Beim Strom machen die eigentlichen Energiekosten nur etwa ein Viertel des Endpreises aus: 26,6 Prozent entfallen laut Bundesnetzagentur auf die Strombeschaffung, den Vertrieb und die Gewinnmarge des jeweiligen Anbieters. Der Einkaufspreis wird maßgeblich von der Leipziger Strombörse bestimmt, dem wichtigsten Handelsplatz in Europa. Dieser Bestandteil kann bei einzelnen Lieferanten unterschiedlich ausfallen. 19,9 Prozent des Strompreises entfallen auf das Entgelt für die Netznutzung. Staatliche Abgaben machen 28,3 Prozent aus, dabei ist die EEG-Umlage mit 21,1 Prozent der größte Posten. 2,3 Prozent des Preises sind Entgelte für die Messung des Stromverbrauchs und die Abrechnung. Schließlich kommen noch Mehrwertsteuer und Stromsteuer hinzu.

Quelle: n-tv.de, wne/AFP