Wirtschaft

Teure Umstrukturierung Yahoo verdient weniger

Die neue Yahoo-Chefin Marissa Mayer übernimmt ein Unternehmen im Stillstand - zumindest was die Geschäftszahlen angeht. Im zweiten Quartal geht der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum leicht zurück. Für das problembeladene Internet-Urgestein das eine gute Nachricht.

35yo0731.jpg215888873530843004.jpg

Marissa Ann Mayer

(Foto: dpa)

Der Internetkonzern Yahoo hat im abgelaufenen Quartal weniger verdient. Der Gewinn ging laut Unternehmensangaben um 4,4 Prozent im Jahresvergleich zurück, da der anhaltende Konzernumbau teuer ist.

Am Montag hatte der Netzpionier einen Coup gelandet, indem er die langjährige Google-Managerin Marissa Mayer zur neuen Chefin ernannte. Nach Carol Bartz und Scott Thompson ist sie schon die dritte Person an der Unternehmensspitze innerhalb eines Jahres, die die Trendwende für Yahoo schaffen soll. Mayers nun früherer Arbeitgeber hat bei den Werbeeinnahmen im Netz die Rivalen abgehängt.

Im zurückliegenden Vierteljahr ging der Umsatz von Yahoo um 0,9 Prozent auf 1,22 Mrd. US-Dollar zurück. Davon verblieben 226,6 Mio. Dollar als Gewinn. Vor einem Jahr verdiente Yahoo noch 237 Mio. Dollar. Mit 180 Mio. Dollar steuerten die Beteiligungen des Konzerns, die vor allem aus den Anteilen am chinesischen Internethändler Alibaba und der japanischen Yahoo-Sparte bestehen, den Löwenanteil bei. Die Hälfte der 40 Prozent an Alibaba will der Konzern aber wieder abgeben.

Eine große Belastung waren die 129 Mio. Dollar, die für die Restrukturierung im letzten Quartal benötigt wurden. Ohne diese Kosten hätte der Gewinn je Aktie 27 Cent betragen. Die von Thomson Reuters befragten Analysten hatten 23 Cent erwartet.

Die Stagnation ist für Yahoo allerdings eine gute Nachricht: Lange Zeit verlor das Unternehmen im wichtigen Werbegeschäft immer mehr an Boden gegenüber Google und Facebook. Erst Anfang dieses Jahres konnte der damals frisch angetretene Konzernchef Thompson den Abwärtstrend stoppen. Thompson musste schon bald darauf wegen eines geschönten Lebenslaufs gehen.

Quelle: ntv.de