Wirtschaft

Pflicht für jedes Depot Zukunftsmarkt Gesundheit

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Ob Heilmittel oder Nahrungsergänzung: Gesundheit ist ein riesiger Markt.

(Foto: dpa)

Glänzende Wachstumsaussichten, günstige Bewertungen, hohe Dividendenrenditen und "on top": Übernahmefantasie. All das macht Gesundheitsaktien unentbehrlich für das Depot.

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Frank Krekel arbeitet bei der Unikat Vermögensverwaltung im Portfoliomanagement, in der ganzheitlichen Kundenbetreuung und gilt als Experte für individuelle ETF-Konzepte.

Kaum eine Branche bietet bessere Zukunftsperspektiven als die rund um die Gesundheit. Die Menschen werden immer älter und damit aber auch immer häufiger gebrechlich und krank. Gleichzeitig führt die zunehmende Verbreitung westlicher Lebens- und vor allem Essgewohnheiten zu einer wachsenden Verbreitung von Übergewicht und damit verbundenen Krankheiten (u.a. Herz-Kreislauf, Gelenke und Diabetes). Und schließlich können sich immer mehr Menschen in den Schwellenländern Therapien und Medikamente leisten. Es gibt somit mehr und mehr Menschen auf der Welt, die für ihre Gesundheit höhere Beträge ausgeben können und müssen.

Es gibt aber auch kaum eine Branche, die sich in einem derart grundlegenden Umbruch befindet und damit entsprechende Chancen für Anleger bietet. Bei den klassischen großen Pharmakonzernen laufen massenhaft Patente ab. Generika-Hersteller mit ihren nicht geschützten Nachahmer-Medikamenten werden immer mehr zur Konkurrenz. Darüber hinaus werden neue Arzneien zunehmend von Biotechfirmen entwickelt und auf den Markt gebracht. Beispielsweise lanciert Biogen zurzeit ein Mittel gegen Multiple Sklerose. Gilead steht vor der Vermarktung eines Hepatitis C Medikamentes. Und Celgene arbeitet aktuell an einer neuen Therapie gegen Krebs. Getrieben durch die Biotech-Firmen steigt die Zulassung neuer Medikamente stetig an. Viele Biotech-Firmen kooperieren bei der Entwicklung, beim Marketing und beim Vertrieb wiederum mit Unternehmen aus dem Bereich Big Pharma.

Biotechs vor Übernahmewelle

Gleichzeitig besteht vor allem bei den Biotechs Übernahmefantasie. Interessant sind vor allem Unternehmen mit einer gut gefüllten Produktpipeline. Amgen akquirierte bereits Onyx Pharmaceuticals, Actavis schluckt gerade Forest Laboratories, die sich selbst erst vor einigen Wochen Wettbewerber Atalis einverleibt haben. Diese Übernahmewelle dürfte noch eine Zeit lang weiterrollen.

Schließlich drängen Unternehmen aus anderen Branchen in den Gesundheitssektor. Hier locken nämlich überdurchschnittlich hohe Gewinnmargen. Vor allem aus dem Lebensmittelsektor steigen Firmen in den Gesundheitsmarkt ein. Unter Oberbegriffen wie Functional Food oder Nutrition werden Nahrungsmittel mit Zusatzstoffen wie Milchsäuren, Proteinen und Vitaminen angeboten, die ein gesünderes Leben versprechen. Zu den großen Playern zählen hier unter anderem der Schweizer Konzern Nestle, Abbott Labs und Danone. An der Sparte Medical Nutrition der Franzosen hat allerdings der deutsche Gesundheitskonzern Fresenius Interesse bekundet, der selbst eine der größten Krankenhausketten Europas betreibt und gerade mehr als 50 Einrichtungen von Rhön-Klinikum geschluckt hat.

Günstige Bewertungen

In den vergangenen Tagen mussten vor allem Titel aus dem Biotech-Sektor Federn lassen. Zum einen reagierten die Anleger auf die Krim-Krise und das langsamere Wirtschaftswachstum in China mit einer erhöhten Risikoaversion, die generell Wachstumswerte traf. Zum anderen gibt es im US-Repräsentantenhaus Vorbehalte gegen die Preisgestaltung von Gilead bei seinem neuen Hepatitis C Medikament. Dies färbte auch auf andere Unternehmen negativ ab. Von einem erneuten Platzen einer Biotech-Blase wie in den Jahren 2000 bis 2003 kann aber wohl kaum die Rede sein. Während damals im Sektor vor allem Fantasie und Visionen gehandelt wurden, sind es heute Umsätze, Marktanteile und Gewinne.

Mit Dividendenrenditen von bis zu vier Prozent sind verschiedene Unternehmen aus dem Gesundheitssektor derzeit vergleichsweise preiswert. Aktuell bieten sich aufgrund der durch die Krim-Krise bedingten Kursrückgänge attraktive Einstiegsmöglichkeiten. Zu unseren Favoriten zählen unter den klassischen Pharmawerten derzeit Novartis, Roche-Inhaber-Genussscheine, AstraZeneca, GlaxoSmithKline, Novo Nordisk, Sanofi, Johnson & Johnson sowie Bayer. Die Aktie des Generika-Herstellers Stada ist wegen des umfangreichen Geschäfts in Russland zuletzt um gut ein Viertel eingebrochen und derzeit so preiswert wie seit rund einem Jahr nicht mehr. Im Bereich Medizintechnik stufen wir Medtronic als aussichtsreich ein. Der Biotech-Sektor lässt sich gut durch die Beteiligungsgesellschaft BB Biotech abdecken, die Anteile an mehr als 30 überwiegend börsennotierten Gesellschaften hält. Anleger, die das Einzelwertrisiko scheuen, ist der JP Morgan Global Healthcare zu empfehlen. Der Aktienfonds bietet eine breite Branchen-Streuung (Pharma: 46,5 Prozent, Biotech: 27,7 Prozent, Medizintechnik: 11,6 Prozent und Dienstleister Gesundheitswesen: 10,3 Prozent). Der Global Healthcare notiert zwar eigentlich in Dollar, ist aber über Direktbanken auch in Euro und dort sogar mit einem deutlich reduzierten Ausgabeaufschlag zu ordern. Der JP Morgan Global Healthcare eignet sich als Basisinvestment für erfahrene Anleger in einem auf Wachstum ausgerichteten Aktiendepot.

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Quelle: n-tv.de

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