Der Börsen-Tag

Der Börsen-Tag Dax geht in leichten Sinkflug über - Henkel blutet

Nach dem Höhenflug der Börsen in der vergangenen Woche haben Anleger in Europa zu Beginn der Handelswoche eine Pause eingelegt. Auf die Stimmung drückte die nach wie vor herrschende Unsicherheit rund um den Brexit. Außerdem wuchs die chinesische Wirtschaft 2018 so langsam wie seit 28 Jahren nicht mehr.

Der Dax verlor bis zum Mittag 0,4 Prozent auf 11.161 Punkte. Der MDax stieg dagegen um 0,6 Prozent auf 23.311 Zähler, der TecDax um 0,3 Prozent auf 2589 Stellen. Der EuroStoxx50 gab um 0,3 Prozent auf 3124 Punkte nach.

  • "Weiterhin scheint ein erneutes Referendum möglich, die Verschiebung des Austritttermins wahrscheinlich und zwischen dem Exit-vom-Brexit und einem No-Deal-Brexit sind alle Möglichkeiten vorstellbar", sagte Stefan Kipar, Devisenexperte bei der BayernLB. Das spreche gegen ein starkes Pfund.

Positive Signale kamen dagegen von der Handelsstreit-Front. US-Präsident Donald Trump sagte am Wochenende, er sehe nach den vielen Verhandlungen mit China Fortschritte. Medien hatten zuletzt vermehrt über Zugeständnisse und Angebote beider Seiten berichtet.

  • Euphorie sei aber fehl am Platz, warnte Analyst Christian Henke vom Brokerhaus IG. "Die Marktteilnehmer warten weiterhin auf konkrete Details." Erst wenn sich die Länder einigten, sei der Startschuss für eine Erholung gegeben.

In der chinesischen Wirtschaft hinterließ der Streit mit den USA bereits Spuren. Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts sank 2018 auf 6,6 Prozent von 6,8 Prozent im Jahr 2017. Experten rechnen nun mit Konjunkturhilfen der Regierung in Peking.

Nach wie vor schlecht liefen am Aktienmarkt Henkel-Papiere, Anleger warfen diese aus ihren Depots. Die Titel sackten um 8,2 Prozent auf den tiefsten Stand seit drei Jahren ab. Im abgelaufenen Jahr ging vor allem wegen eines schwachen Geschäfts mit Kosmetika der Konzernumsatz zurück. Investoren waren zudem enttäuscht über die Umsatz- und Ergebnisprognosen für 2019, wie ein Händler sagte.

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Auf der Gewinnerseite im Dax standen dagegen Wirecard ganz oben mit plus 2,1 Prozent. Der Zahlungsabwickler sieht sich nach einem starken vierten Quartal auf Kurs zu seinen Prognosen, wie Firmenchef Markus Braun sagte.

Die Aktien der Internet-Kleinanzeigenbörse Scout24 rückten um 2,8 Prozent vor und waren einer der Top-Favoriten im Nebenwerteindex MDax. Anleger spekulieren laut Händlern auf einen Bieterwettkampf, nachdem der Konzern ein 4,7 Milliarden Euro schweres Angebot von zwei Finanzinvestoren abgelehnt hat. Die Bewertung sei im Vergleich zu ähnlichen Offerten für Konkurrenten zu niedrig angesetzt, sagte Analyst Ian Whittaker vom Brokerhaus Liberum. Möglicherweise könnten nun andere Bieter auf den Plan gerufen werden.

Quelle: n-tv.de