Montag, 01. Juli 2019Der Börsen-Tag

17:40 Uhr

Börsianer feiern Waffenstillstand im Handelskrieg

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(Foto: picture alliance / dpa)

Von Tokio bis New York gibt es an diesem Tag nur ein Thema: den vorläufigen Burgfrieden zwischen den USA und China im Handelskrieg. Mehr als weitere Gespräche haben Donald Trump und Xi Jinping zwar nicht vereinbart. Trotzdem gehen die Kurse durch die Decke.

Nach kräftigen Gewinnen in Asien und auch an der Wall Street macht der Dax einen großen Freudensprung: Der Leitindex legt um rund 1,0 Prozent auf 12.521,38 Punkte zu. Zur Eröffnung war er sogar auf ein neues Jahreshoch bei 12.617 Punkten explodiert. Der MDax geht mit einem Plus von 0,6 Prozent bei 25.775,27 Zählern aus dem Handel. Der TecDax gewinnt rund 1,5 Prozent auf 2917,47 Stellen.

Infineon beendet den Tag als Dax-Spitzenreiter mit einem Plus von rund 4,2 Prozent. Zur Eröffnung war die Aktie sogar um rund 8,0 Prozent nach oben geschnellt. Die Börsianer hoffen, dass der Chiphersteller vom teilweisen Ende des Banns gegen den chinesischen Technologieriesen Huawei profitiert. Auch Volkswagen, dessen Geschäft stark von China abhängt, beendet den Tag mit einem Kursplus von rund 1,2 Prozent.

16:53 Uhr

Apple profitiert massiv von Burgfrieden

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(Foto: picture alliance/dpa)

Auch wenn der Waffenstillstand zwischen den USA und China noch fragil ist: Die Anleger spekulieren bereits darauf, dass eine Firma besonders von einem Ende des Handelskriegs profitieren dürfte: Apple. Die Aktie des iPhone-Machers legt um rund 2,9 Prozent zu.

Börsianer sehen Apple als einen der größten Gewinner des Burgfriedens zwischen den USA und China. Für Apple ist die Volksrepublik ein wichtiger Absatzmarkt. Außerdem sitzen zahlreiche Zulieferer dort. Laut "Wall Street Journal" will Apple sogar trotz des Zollstreits die Produktion seines neuen Mac Pro-Computers aus den USA in eine Fabrik nahe Schanghai verlagern.

16:03 Uhr

US-Anleger machen Freudensprünge

Die vorübergehende Einigung im Handelsstreit zwischen den USA und China löst wie in Asien und Europa auch an der Wall Street Begeisterung aus. Zum Handelsstart legt der Dow-Jones-Index rund 1,0 Prozent zu. Der S&P-500 klettert rund 1,2 Prozent und markiert dabei sogar ein Allzeithoch. Die Technologiebörse Nasdaq rückt rund 1,6 Prozent vor. "Wir scheinen fast genau das positive Minimalergebnis erreicht zu haben, um die positive Stimmung an den Finanzmärkten zu rechtfertigen", sagt Rentenstratege Andrew Jackson von Hermes Investment Management.

Besonders für Aktien aus dem Technologiesektor wirkt kurstreibend, dass die USA den Boykott des chinesischen Technologieriesen Huawei zumindest in Teilen lockern. Auf der schwarzen Liste soll Huawei aber bleiben. Unter den Branchenwerten ziehen die Titel von Skyworks Solutions, einem 5G-Spezialisten, um 7,3 Prozent an. Qualcomm und Broadcom steigen um 4,0 bzw. 5,2 Prozent. Applied Materials legen 4,7 Prozent zu. Der Halbleiterkonzern will Kokusai Electric für 2,2 Milliarden Dollar übernehmen.

15:20 Uhr

"Dax ist schon mit Waffenstillstand zufrieden"

Arnim Kogge von Lunis Vermögensmanagement warnt angesichts der vorläufigen Entspannung zwischen den USA und China im Handelskrieg vor überzogener Euphorie. Ganz neue Rekorde sind nicht zu erwarten, sagt der Vermögensverwalter:

 

14:36 Uhr

Opec-Förderbremse treibt Ölpreis hoch

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Nicht nur die Aktienkurse steigen heute auf breiter Front. Auch die Ölpreise ziehen kräftig an. Die Nordsee-Sorte Brent wird in der Spitze mit einem Plus von 2,9 Prozent gehandelt. Zum einen treibt auch hier die vorläufige Entspannung im Handelskrieg zwischen Peking und Washington den Preis. Zum anderen sorgt unter den Händlern für gute Stimmung, dass sich Russland und Saudi-Arabien darauf verständigt haben, die geltenden Produktionskürzungen auf dem Wiener Opec-Treffen um neun Monate zu verlängern. Das macht Öl knapper und damit teurer.

13:57 Uhr

Anleger freuen sich auf Jobmassaker bei Deutsche Bank

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Die Deutsche Bank will laut Berichten von "Bloomberg" und "Wall Street Journal" vom Wochenende mehr als ein Fünftel ihrer Stellen streichen. Noch ist der womöglich geplante Abbau von bis zu 20.000 Stellen nicht offiziell, auch wenn die Bank den Kahlschlag laut Insidern offenbar noch in dieser Woche festzurren könnte.

An der Frankfurter Börse sorgt die Nachricht dennoch schon jetzt für Begeisterungsstürme: Die Aktie legt in der Spitze um fast 3,0 Prozent zu. Momentan wird sie mit einem Plus von rund 1,6 Prozent gehandelt. Kein Wunder: Den Aktionären macht das Geldhaus schon lange keine Freude mehr. Vor der Finanzkrise notierte das Papier noch über 90 Euro. In den vergangenen fünf Jahren hat der Titel drei Viertel seines Wertes verloren.

13:04 Uhr

Deutsche Börse handelt keine Schweizer Aktien mehr

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(Foto: picture alliance/dpa)

Das Gezerre um das neue Rahmenabkommen zwischen der EU und der Schweiz kommt nun offiziell an den Aktienmärkten an: Die Deutsche Börse hat 182 Schweizer Aktien vom Handel ausgesetzt. Sie dürfen in Frankfurt nicht mehr gelistet werden, weil Brüssel den Schweizer Finanzplatz ab heute nicht mehr als gleichwertig anerkennt - laut den EU-Regularien müssen alle Schweizer Titel deshalb in ganz Europa vom Markt.

Die Börsenregulierung aus Bern hat sich aber nicht etwa verschlechtert: Die EU will mit dem Schritt Druck auf die Schweiz machen, das bereits ausgehandelte Partnerschaftsabkommen zu ratifizieren, das unter anderem den Zugang von Schweizer Firmen zum EU-Binnenmarkt regelt. Die Schweiz sträubt sich aus innenpolitischen Gründen dagegen.

Die Deutsche Börse sieht das Geschacher gelassen: Betroffen ist zwar der gesamte Freiverkehr, nicht aber Index-Instrumente. "2018 haben wir in schweizerischen Titeln 2,45 Milliarden Euro Umsatz gemacht, das sind gemessen am Gesamtvolumen von 1,61 Billionen nur gut 0,1 Prozent", sagt ein Sprecher. Diese Trades dürften nur erstmal nach Zürich abwandern.

12:13 Uhr

Anleger flüchten aus Gold-Investments

Die Erleichterungsrally über die vorläufige Entspannung im Handelskrieg zwischen China und den USA hat noch einen weiteren Effekt: Die Anleger ziehen ihr Geld aus "sicheren Häfen" ab, wo sie es bisher zum Schutz vor der Zollkrise gebunkert hatten. Dem Goldpreis beschert das den größten Kurs-Knick seit zweieinhalb Jahren: Er fiel zeitweise um knapp zwei Prozent auf 1382,17 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm).

Auch der japanische Yen und der Schweizer Franken, die ebenfalls als Fluchtorte in Krisenzeiten gelten, geraten unter Druck. Der Dollar verteuert sich um rund 0,6 Prozent zum Yen und um 0,9 Prozent zum Franken. Einige Marktteilnehmer sehen schon wieder Kaufgelegenheiten: "Ein Handelsabkommen bleibt schwer erreichbar. Deshalb sollte man die Nachhaltigkeit jeglicher Rally in Frage stellen", sagt Metallexperte Robin Bhar von der Société Générale. "Eine gute Gelegenheit, auf diesen Niveaus auf Gold zu setzen".

11:38 Uhr

Burgfrieden in Osaka beflügelt Asien-Börsen

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(Foto: picture-alliance/ dpa)

Hier noch ein paar konkrete Zahlen zur Erleichterungswelle, die von den asiatischen Märkten aus über die Börsen in der ganzen Welt rollt: Die Entspannung im Zollstreit zwischen den USA und China treibt den Nikkei-225 um rund 2,1 Prozent auf ein Achtwochenhoch bei 21.730 Punkten. Die Lockerung des US-Exportbanns gegen Huawei gibt Chipwerten Auftrieb. Für TDK und Tokio Electron geht es in Japan um 7,0 bzw. 4,8 Prozent nach oben. In Taiwan springt Largan Precision um das Tageslimit von 10,0 Prozent nach oben, Taiwan Semiconductor gewinnen rund 4,0 Prozent.

An der Börse in Schanghai geht es um 2,2 Prozent nach oben. Mit einem Indexstand auf Vortagesniveau tanzt nur der Kospi in Seoul aus der Reihe, nachdem Japan seine Exportkontrollen für Waren nach Südkorea verschärft und damit den Streit zwischen beiden Ländern weiter angeheizt hat. Betroffen sind Materialien für Halbleiter und Smartphones, was die Lieferketten für Produzenten belasten dürfte. Seoul hat angekündigt, darauf zu reagieren. Das Index-Schwergewicht Samsung sinkt um 0,9 Prozent. LG Display geben rund 2,0 Prozent nach.

10:26 Uhr

Kursfeuerwerk bei Infineon nach Osaka-Deal

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(Foto: picture alliance/dpa)

Auch in der Technologiebranche sorgt der Waffenstillstand im Handelskrieg für positive Stimmung: Die Investoren ziehen neue Fantasie daraus, dass die USA den Bann gegen den chinesischen Technologieriesen Huawei zumindest in Teilen wieder fallenlassen. Im Dax setzt sich Infineon mit einem Plus von rund 4,1 Prozent an die Dax-spitze. Zur Eröffnung waren die Aktien des Chipherstellers sogar um rund acht Prozent nach oben geschnellt.

Auch andere Tech-Werte nutzen das vorteilhafte Fahrwasser für sich: Die Papiere des Halbleiterherstellers STMicro steigen in Frankfurt um rund 6,3 Prozent, die Titel von ASML legen 5,7 Prozent zu. Die Titel von Aixtron klettern rund 4,2 Prozent.

09:20 Uhr

Dax explodiert auf neues Jahreshoch

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An den deutschen Aktienmärkten stehen zum Beginn der Handelswoche alle Zeichen auf grün: Die Anleger lassen ihrer Erleichterung darüber freien Lauf, dass US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping sich beim G-20-Gipfel in Osaka auf die Wiederaufnahme von Gesprächen im Handelskrieg geeinigt haben, und greifen kräftig zu. Der Dax schnellt zum Handelsstart um rund 1,8 Prozent nach oben und erklimmt zwischenzeitlich ein neues Jahreshoch bei 12.617 Punkten. Der MDax legt 1,4 Prozent zu. Der TecDax steigt rund 2,0 Prozent.

"Die gute Stimmung aus Asien dehnt sich auf Europa und voraussichtlich auch auf die US-Börsen aus", sagt ein Marktteilnehmer. "Mit der neuen Runde der Handelsgespräche gibt es einen Silberstreifen am konjunkturellen Horizont", sagt er und weiter: "Zusammen mit dem billigen Geld der Zentralbanken sollte das die Aktienkurse weiter nach oben treiben".

08:21 Uhr

Dax steigt vorbörslich auf Jahreshoch

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Dax 12.633,60

Gute Laune an der Börse: Zum Juli-Auftakt rechnen Beobachter in Banken und Brokerhäusern mit einem freundlichen Handelsstart am deutschen Aktienmarkt. Dort dürfte der Leitindex zur Eröffnung kräftig nach oben schnellen.

  • In den vorbörslich errechneten Indikationen wird der Dax zum Xetra-Start bei 12.587,50 Punkten gesehen, was einem starken Plus von 1,5 Prozent entspricht.
  • Vor dem Wochenende war das Frankfurter Kursbarometer bereits 1,0 Prozent im Plus bei 12.398,80 Zählern aus dem Handel gegangen.
  • Auslöser für den Stimmungsumschwung sind Händlern zufolge die positiven Signale aus Osaka. Beim G20-Gipfel in Japan kam es nicht nur zu einer vorläufigen Einigung zwischen den USA und China, sondern auch zu einer richtungsweisenden Vereinbarung zwischen der Europäischen Union und den lateinamerikanischen Mercosur-Staaten.

US-Präsident Donald Trump verbreitete nach dem Treffen am Rande des G20-Gipfels mit seinem chinesischen Kollegen Xi Jinping Optimismus. Er gehe davon aus, dass China und die USA wieder auf Kurs seien, erklärte er. Neue Sonderzölle soll es auf absehbare Zeit nicht geben, hieß es.

Wie zu Wochenbeginn bekannt wurde, verlor die chinesische Industrie zuletzt allerdings weiter an Fahrt. Der Caixin-Einkaufsmanagerindex fiel im Juni auf 49,4 Punkte, der schlechteste Wert seit Januar. Etwas Ablenkung vom Thema Zollstreit versprechen die anstehenden deutschen und europäischen Arbeitsmarktdaten. Darüber hinaus steht das Stimmungsbarometer der US-Einkaufsmanager auf dem Terminplan. Parallel dazu beraten die Opec-Staaten und ihre Verbündeten über ihre Erdölpolitik. Experten gehen davon aus, dass die aktuelle Förderbremse verlängert wird.

07:45 Uhr

Rückenwind aus Osaka: So bewerten Börsianer den G20-Gipfel

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"Wir sind auf dem richtigen Weg": Trump trifft Xi in Osaka.

REUTERS

Am ersten Handelstag nach dem G20-Gipfel herrscht an den Märkten Zuversicht: Angesichts der Gespräche zwischen den USA und China rechnen Beobachter mit einer Entspannung im Handelsstreit zwischen den beiden weltgrößten Wirtschaftsmächten. Bei Seiten einigten sich auf eine Art "Waffenstillstand" und die Wiederaufnahme von Verhandlungen.

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Die Börsen in China und Japan reagieren zu Wochenbeginn mit Erleichterung und legen teils deutlich zu. Auch der deutsche Dax wird mit einem ordentlich Plus zum Handelsstart erwartet. "Wir sind wieder auf dem richtigen Weg", hatte US-Präsident Donald Trump nach einem 80-minütigen Gespräch mit Chinas Staats- und Parteichef Xi Jinping am Samstag erklärt. Trump sicherte zu, die angedrohte Ausweitung der Strafzölle vorläufig auszusetzen, was eine Vorbedingung Chinas war. Auch hob der US-Präsident die Blockade gegen den chinesischen Telekomriesen Huawei zunächst wieder auf.

Der G20-Gipfel habe dieses Mal tatsächlich positiv überrascht, kommentierte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt bei der VP Bank. "Das Treffen von Donald Trump und Xi Jinping gibt Hoffnung, dass es doch noch zu einer Lösung im Handelskonflikt kommt." Allerdings sei Euphorie fehl am Platz. Der Weg sei noch weit, denn die zugrunde liegenden strategischen Spannungen zwischen den USA und China werden sich nicht plötzlich in Luft auflösen.

 

07:36 Uhr

Euro sackt zum Juli-Start ab

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,12

Der Börsenmonat Juli beginnt im Devisenhandel mit einer weitgehend unveränderten Ausgangslage: Die Sorgen um die Weltwirtschaft sind auch nach der vorläufigen Einigung zwischen den beiden weltgrößten Wirtschaftsmächten nicht ausgeräumt. Dazu kommen schwelende Zinsspekulationen und - neu zu Wochenbeginn - die weiterhin ungelösten Personalfragen der EU.

  • Der Kurs des Euro notiert vor diesem Hintergrund deutlich schwächer bei 1,1324 Dollar, was im Vergleich zum Niveau von Freitagabend einem Minus von 0,38 Prozent entspricht.
  • Den Referenzkurs hatte die Europäische Zentralbank (EZB) am Freitagnachmittag noch mit 1,1380 Dollar angegeben. Der Dollar kostete damit 0,8787 Euro.
  • Abgesehen vom laufenden EU-Sondergipfel, der nach einer Nachtsitzung am Morgen fortgesetzt wird, und der offenen Frage, wer Nachfolger von EZB-Chef Mario Draghi wird, stehen im Tagesverlauf nur schwächere Impulse auf der Tagesordnung.