Mittwoch, 11. September 2019Der Börsen-Tag

mit Juliane Kipper
17:57 Uhr

Dax lässt sich vor EZB-Sitzung nicht bremsen

Dax
Dax 12.468,01

  Der Dax schafft es zur Wochenmitte erstmals seit Juli wieder über die Marke von 12.300 Punkten. Am Tag vor dem mit Spannung erwarteten Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank treibt die nach wie vor spürbare Risikobereitschaft der Anleger den deutschen Leitindex um 0,74 Prozent auf 12.359 Punkte. Als hilfreich gilt auch, dass China etwas Druck aus dem Handelsstreit mit den USA nahm und eine Liste von US-Produkten vorlegte, die von Strafzöllen ausgenommen werden sollen.

Infineon
Infineon 17,30

Laut Händlern wurden die anhaltenden Käufe getragen von Umschichtungen aus defensiven in zyklische Sektoren. Technologietitel schnitten deutlich besser ab als der breite Markt, der TecDAX gewinnt 1,3 Prozent.

Unternehmensseitig blieb es eher ruhig. Unter den Zyklikern legten BASF 1,2 Prozent zu, Lufthansa 1,7 und Infineon 3,1 Prozent. Autoaktien legten dagegen nach der jüngsten Rally eine Ruhepause ein.

Für Merck ging es um 1,4 Prozent nach oben. Die Darmstädter erwarten für die kommenden Jahre ein profitables Wachstum - getragen von allen Unternehmensbereichen. Außerdem kann Merck auf eine schnellere US-Zulassung für seine Prüftherapie Tepotinib hoffen.

 

18:53 Uhr

Börsen-Debüt in Amsterdam: Prosus-Marktwert nicht weit von SAP entfernt

Es war ein Börsenstart nach Maß für ein europäisches, bislang eher in Fachkreisen bekanntes Internet-Konglomerat, das der größte Aktionär der multi-milliardenschweren chinesischen Tencent Holdings Ltd ist. Die Aktien von Prosus NV steigen bei ihrem Debüt an der Börse in Amsterdam kräftig in die Höhe - womit sofort einer der seltenen europäischen Technologieriesen mit Börsennotierung entstand.

Prosus, das die internationalen Internet-Aktiva der südafrikanischen Holdinggesellschaft Naspers Ltd bündelt, verbuchte zum Handelsstart einen Sprung von rund 25 Prozent in Richtung 75 Euro, ausgehend von einem Referenzkurs von 58,70 Euro pro Aktie. Damit ist Prosus nach Marktkapitalisierung eines der wertvollsten Unternehmen in Europa, vor Marktöffnung mit 95 Milliarden Euro bewertet, inzwischen mit rund 120 Milliarden.

Europa hat anders als die USA keine lange Liste an Technologiegiganten. Der deutsche Softwarekonzern SAP SE steht mit einem Marktwert von rund 135 Milliarden Euro oben, ist aber mit seinen Produkten nicht auf Verbraucher ausgerichtet. Sollte Prosus das hohe Bewertungsniveau halten können, würde das Unternehmen laut Factset den Tag als eines der 15 größten Unternehmen in Europa nach Marktkapitalisierung beenden - zwischen den Ölriesen Total SA und BP plc.

16:13 Uhr

Ölpreise ziehen trotz skeptischerer Opec an

Rohöl (Brent)
Rohöl (Brent) 64,77

Die Ölpreise ziehen etwas an vor der Bekanntgabe der US-Lagerbestände. Am Vorabend hatte ein US-Branchenverband einen deutlich stärkeren Rückgang seiner Bestände in der vergangenen Woche gemeldet als er für die offiziellen Daten mit 2,4 Millionen Barrel erwartet wird.

Die Vorratsdaten überlagern, dass die Opec in ihrem Monatsbericht die Wachstumsprognose für die Ölnachfrage 2019 den zweiten Monat in Folge gesenkt hat, weil sie von einem schwächeren Wachstum der Weltwirtschaft ausgeht.

15:47 Uhr

Baker Hughes leiden unter GE-Rückzug

Dow Jones
Dow Jones 26.935,07

Verhalten agieren die Akteure an der Wall Street zur Wochenmitte. Dass China Listen mit Importprodukten veröffentlicht hat, die im Handelsstreit mit den USA von höheren Zöllen ausgenommen sein sollen, lockt sie zu Beginn des Handels nicht aus der Reserve. Dabei könnte auch eine Rolle spielen, dass laut einer Umfrage US-Unternehmen ihre Engagements in China wegen des sich dort verlangsamenden Wachstums und des andauernden Handelsstreits zurückfahren. Der Dow-Jones-Index liegt kurz nach dem Handelsstart minimal zurück bei 26.900 Punkten.

Am Aktienmarkt könnten wie zuletzt bereits gesehen sogenannte Value-Aktien, die in den vergangenen Monaten gegenüber Wachstumstiteln eher zurückgeblieben waren, weiter den Vorzug erhalten.  Unter den Einzelwerten zeigen sich Apple 1,3 Prozent fester. Am Dienstag hatte die Aktie auf die Präsentation neuer Produkte - darunter drei neue iPhone-Modelle - moderat positiv reagiert und gut 1 Prozent fester geschlossen.

Baker Hughes kommen um fast 3 Prozent zurück, nachdem General Electric mitgeteilt hat, die Kontrollmehrheit an dem Ölfelddienstleister aufzugeben und damit rund 3 Milliarden Dollar einzunehmen.

15:23 Uhr

Dax erreicht wieder sein Juli-Niveau

Versöhnlichere Töne aus China im Handelsstreit mit den USA bestärken die Anleger an der Börse. Am Nachmittag gewinnt der Dax 0,83 Prozent auf 12.370 Punkte, womit er erstmals wieder sein Juli-Niveau erreicht.

15:04 Uhr

Mit diesen Banken will Saudi Aramco an die Börse

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REUTERS

Der Energieriese Saudi Aramco hat Insidern zufolge neun Banken für seinen geplanten Börsengang ausgewählt. Demnach sollen die US-Institute JPMorgan und Morgan Stanley sowie die saudi-arabische National Commercial Bank eine Rolle bekommen, wie zwei mit der Sache vertraute Personen sagten.

Außerdem begleiten die Bank of America Merrill Lynch, Goldman Sachs, Credit Suisse, Citi , HSBC und die aus Saudi Arabien kommende Samba Bank die Aktienplatzierung. Insidern zufolge soll noch in diesem Jahr ein Anteil von einem Prozent an der Börse in Riad platziert werden. Ein weiteres Prozent solle 2020 folgen.

13:44 Uhr

Trump bezeichnet Powell als "Dummkopf"

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Die Angriffe von US-Präsident Trump auf die amerikanische Notenbank Fed gehen immer mehr unter die Gürtellinie. In einem neuen Tweet bezeichnete Trump die Zentralbanker als "Dummköpfe". Notenbankchef Jerome Powell und seine Kollegen seien "naiv". Hintergrund ist einmal mehr das aus Sicht von Trump zu hohe Zinsniveau in den USA, das seiner Meinung nach auf das Konto der Notenbank geht.

Trump forderte die Federal Reserve auf, die Leitzinsen auf null zu senken - oder sogar noch niedriger festzusetzen. Sodann solle man damit beginnen, die Schulden zu refinanzieren. Vermutlich bezieht sich Trump auf die Staatsschulden der USA von mehr als 22 Billionen US-Dollar. Es liege an der Naivität Powells, dass die USA nicht das tun könnten, was andere Länder bereits täten. Die einmalige Gelegenheit, zu viel günstigeren Zinsen umzuschulden, verpassten die USA wegen "Dummköpfen", so Trump.

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12:52 Uhr

Hermes trotzt Unruhen in Hongkong

Hermes International
Hermes International 627,80

Der für seine Luxushandtaschen bekannte französische Modekonzern Hermes legt dank ungebrochen hoher Nachfrage in China im ersten Halbjahr kräftig zu und hat damit den Unruhen in Hongkong getrotzt. Das operative Ergebnis stieg um 15 Prozent auf 1,14 Milliarden Euro.

Die operative Umsatzrendite lag mit 34,8 Prozent nur knapp unter dem Rekordniveau des Vorjahres. Hermes musste in Hongkong zuletzt wiederholt Geschäfte wegen der Unruhen schließen. Doch ein starkes Umsatzwachstum in den anderen Teilen Chinas trug dazu bei, die Auswirkungen der Proteste auszugleichen.

12:38 Uhr

Schaeffler-Chef sieht Umbruch als Chance für Autozulieferer

Schaeffler Vz
Schaeffler Vz 7,38

Schaeffler sieht angesichts der Trendwende zu Elektromobilität zunehmend unsichere Zeiten auf die Autozulieferer zukommen. Für die Hersteller sei eine immer wichtigere Frage, wie die eigenen Kapazitäten künftig ausgerichtet werden, sagte Schaeffler-CEO Klaus Rosenfeld vor dem Internationalen Club Frankfurter Wirtschaftsjournalisten. "Zulieferer müssen im Zuge der Transformation flexibler sein als in der Vergangenheit, auch deswegen, weil die Autohersteller das fordern."

Für den fränkischen Auto- und Industriezulieferer sei der Umbruch aber eher eine Chance. "Der Übergang zur Elektromobilität passiert nicht über Nacht, man muss sich daher darauf einstellen und beispielsweise Mitarbeiter qualifizieren", gab Rosenfeld die Richtung vor. Entscheidend sei in dem zunehmend anspruchsvolleren Umfeld vor allem, dass die Zulieferer sowohl mit Innovationen als auch mit Effizienz reagierten, im Idealfall gleichzeitig. "Wenn sie als Zulieferer in der Situation nicht innovativ sind und bleiben können, werden sie marginalisiert", so der Manager.

Mit Blick auf die Jobs dürfe man sich nichts vormachen. "Der Elektroantrieb braucht weniger Teile. Insofern ändert sich auch die Wertschöpfung", befand Rosenfeld. Auf den damit einhergehenden Wandel müssten sich die Zulieferer einstellen."Das heißt aber nicht, dass von heute auf morgen Tausende Arbeitsplätze nicht mehr da sind. Denn so ein Wandel kommt nicht über Nacht." Dennoch sei klar, dass da etwas auf die Unternehmen zukomme, mit dem sie sich proaktiv beschäftigen müssten.

14:01 Uhr

Droht im dritten Quartal die technische Rezession?

Wirtschaftsforscher erwarten im dritten Quartal von August bis Ende September eine Rezession. Das Bruttoinlandsprodukt (Bip) werde auch im laufenden Quartal schrumpfen, und zwar um 0,3 Prozent, erklärte das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW).

Nach dem Rückgang um 0,1 Prozent im zweiten Quartal sei die Definition einer technischen Rezession damit erfüllt. Da aber noch keine gesamtwirtschaftliche Unterauslastung der Kapazitäten vorliege, könne von einer Rezession im Sinne einer Konjunkturphase nicht gesprochen werden, betonte das Institut. Das IfW rechnet für das Gesamtjahr mit einem Bip-Zuwachs von nur 0,4 Prozent, das sind 0,2 Prozentpunkte weniger als bislang prognostiziert.

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11:21 Uhr

Hongkonger Börse will London Stock Exchange übernehmen

Die Hongkonger Börse will für 29,6 Milliarden britische Pfund in bar und Aktien die London Stock Exchange (LSE) übernehmen. Wie die Hong Kong Exchanges and Clearing Ltd (HK Exchange) mitteilte, wäre der Zusammenschluss der beiden Börsen eine "überzeugende strategische Gelegenheit", einen globalen Marktführer zu schaffen. Die Hongkonger Börse offeriert den LSE-Aktionären je Anteilsschein 2.045 Pence in bar und 2,495 neue HK Exchange Aktien. Das Angebot bewertet jede LSE-Aktie mit 8.361 Pence, basierend auf dem Schlusskurs der HK Exchange von 245,20 Hongkong Dollar am 10. September.

Sollte der Deal zustande kommen, dann will die HK Exchange eine zweite Notierung an der London Stock Exchange beantragen. Alle Transaktionen werden aus vorhandenen Barmitteln und neuen Kreditlinien finanziert. Der Aktienkurs der LSE klettert um 12 Prozent.

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10:48 Uhr

"Schonungslose Prioritäten": Uber entlässt Hunderte Mitarbeiter

Der US-Fahrdienstvermittler Uber will auf einen wirtschaftlich profitableren Kurs einschwenken und baut dafür Hunderte Stellen ab. Nach Jahren des rasanten Wachstums bei den Beschäftigten solle damit sichergestellt werden, dass die Mitarbeiterzahl im Verhältnis zu den Prioritäten des Unternehmens "angemessen" bleibe, teilte Uber mit. In der Technologieabteilung sollen rund 265 Jobs wegfallen, im Produktteam weitere 170 Stellen.

Ubers Hoffnung sei, dass sich durch das "schonungslose" Setzen von Prioritäten die tägliche Arbeit optimieren lasse, sagte ein Unternehmenssprecher in San Francisco und erwähnte in diesem Zusammenhang "Performance und Agilität". Uber hatte im Mai sein Börsendebüt an der New Yorker Wall Street hingelegt, war dabei allerdings hinter den Erwartungen zurückgeblieben.

An der Börse begrüßten Anleger nun den erneuten Stellenabbau: Die Uber-Papiere legten um fast vier Prozent zu. Mit rund 33,50 Dollar (gut 30 Euro) liegen die Uber-Aktien aber immer noch deutlich unter dem ursprünglichen Ausgabepreis von 45 Dollar, der das Unternehmen im Mai mit insgesamt 82 Milliarden Dollar bewertet hatte.

10:29 Uhr

Merck will mit Problemgeschäft die Kurve kriegen

Merck KGaA
Merck KGaA 105,55

Der Darmstädter Merck-Konzern erwartet für sein schwieriges Geschäft mit Spezialmaterialien eine baldige Rückkehr zu Wachstum. Von 2020 an soll der Umsatz jährlich aus eigener Kraft zwischen 2 und 3 Prozent zulegen, wie das Unternehmen mitteilt.

Die Effizienz in der Sparte soll ferner dauerhaft über dem Branchenschnitt liegen. Merck hat in der Spezialchemie seit längerem mit wachsender Konkurrenz aus Asien und einer allgemeinen Marktschwäche zu kämpfen. Die einst unangefochtene Position der Darmstädter bei Flüssigkristallen für Smartphone- und TV-Displays etwa bröckelt.

Merck will nun mit einer stärkeren Ausrichtung auf die Halbleiter- und Elektronikindustrie die Kurve kriegen. Daher übernimmt der Chemie- und Pharmakonzern den US-Halbleiterzulieferer Versum für rund 5,8 Milliarden Euro sowie den kalifornischen Materialspezialisten Intermolecular.

12:10 Uhr

Chiphersteller profitiert von Trend zu E-Autos

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REUTERS

Infineon
Infineon 17,30

Mit einem Plus von 2,4 Prozent stehen die Infineon-Aktien an der Spitze des deutschen Leitindex Dax. Der Chiphersteller profitiert nach Einschätzung der Liberum-Experten vom Trend zu Elektroautos.

Positiv sei vor allem, dass von Herstellern wie VW vermehrt elektrisch betriebene Fahrzeuge für den Massenmarkt vorgestellt werden. Anleger sollten daher den jüngsten Kursrückgang wegen der Schwäche des chinesischen Marktes zum Einstieg nutzen, schrieben die Analysten.

09:33 Uhr

Vapiano verdoppelt Verlust und häuft Schuldenberg an

Vapiano
Vapiano 4,55

Die angeschlagene Restaurantkette Vapiano schreibt abermals tiefrote Zahlen. Im ersten Halbjahr 2019 stieg der Verlust auf 34,3 Millionen Euro, wie aus den Halbjahresbericht der Kölner Firma hervorgeht. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum war das in etwa eine Verdopplung. Der Konzernumsatz stieg zwar auf 196,6 (Vorjahr:175,1) Millionen Euro, dies lag aber an Neueröffnungen und Zukäufen.

Auf vergleichbarer Fläche sackte der Umsatz hingegen um 3,2 Prozent ab. Zudem wuchs der Schuldenberg deutlich an. Die neue Vapiano-Chefin Vanessa Hall betonte, man müsse die "Gästeloyalität" verbessern. Der deutsche Pizza- und Pastabäcker ist stark unter Druck. Eine nach dem Börsengang 2017 angekurbelte Expansion ging schief, Restaurants in Staaten wie Schweden entwickelten sich zu Verlustbringern.

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09:18 Uhr

Versöhnliche Töne aus Asien stützen Dax

Dax
Dax 12.468,01

Positive Vorgaben aus Asien verhelfen dem deutschen Aktienmarkt zu Kursgewinnen. Der Dax notiert in den ersten Handelsminuten 0,6 Prozent fester bei 12.345 Punkten. Im Handelskonflikt zwischen den USA und China überwiege die Hoffnung, sagte Thomas Altmann, Portfoliomanager beim Vermögensverwalter QC Partners.

China kündigte Zollausnahmen auf US-Produkte an und könnte zudem mehr US-Agrargüter importieren. "Trotz aller Hoffnung ist der Handelsdeal auch diesmal noch lange nicht unterzeichnet", mahnte Altmann. "Nach den vielen schlechten Erfahrungen tun Anleger gut daran, es mit der Vorfreude nicht zu übertreiben."

08:52 Uhr

Nikkei steigt kräftig, China-Börsen im Minus

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Zollausnahmen für bestimmte Warengruppen: Die "wichtigen Maßnahmen" aus Peking zeigen am Markt wenig Wirkung.

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Im asiatischen Aktienhandel haben sich die Kurse im Vorfeld der anstehenden Zinsentscheide in den USA und Europa in unterschiedliche Richtungen bewegt.

  • Nikkei
    Nikkei 22.079,09
    In Tokio schloss der Leitindex Nikkei knapp 1,0 Prozent fester bei knapp 21.598 Punkten und damit auf dem höchsten Stand seit sechs Wochen.
  • In China gaben die Kurse dagegen nach: Der CSI300 notierte 0,7 Prozent schwächer. Der Shanghai Composite gab 0,4 Prozent nach auf 3008 Punkte.
  • Die Regierung in Peking kündigte im Handelsstreit mit den USA Zollausnahmen für einige US-Produkte wie Fischmehl und Schmierstoffe an. Bei Börsianern überwog zuletzt jedoch die Skepsis, dass es zu einem raschen Durchbruch in dem Streit kommen könnte.

Gefragt waren in Asien vor allem als defensiv geltende Aktien von Unternehmen, die sich durch stabile Gewinne auszeichnen, während Wachstumspapiere wie Technologieaktien - abseits der Apple-Zulieferer - weniger gefragt waren. "Das könnte noch ein paar Tage anhalten, wird aber wohl zum Zinsentscheid der US-Notenbank Fed aufhören", meinte Marktbeobachter Norihiro Fujito.

08:37 Uhr

US-Manager rechnen mit Gegenwind in China

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Standort einer wichtigsten Außenhandelskammern der USA: Die Wirtschaftsmetropole Schanghai

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US-Unternehmen treffen einer Umfrage zufolge Vorbereitungen auf eine Konjunkturabkühlung in China.

  • Nach Einschätzung der von der US-Handelskammer in Schanghai befragten Manager entwickeln sich die Umsätze schwächer, Arbeitsplätze fallen weg.
  • 51 Prozent der an der Jahresumfrage der Handelskammer beteiligten Firmen bestätigten demnach, dass der Handelskonflikt sich bereits negativ auf die Geschäfte auswirkt.
  • Die Konjunkturabkühlung im Reich der Mitte sehen die Unternehmen aber als die größere Gefahr für den Geschäftsausblick an. Eine schwächere Wirtschaftsentwicklung in China bezeichneten fast 58 Prozent der befragten Unternehmen als größte Herausforderung für die kommenden drei bis fünf Jahre. In der Umfrage ein Jahr zuvor hatten sich nur ein Drittel der Befragten entsprechend geäußert.

Die US-Handelskammer in Schanghai betreut eigenen Angaben zufolge mehr als 3000 Mitglieder, darunter auch bekannte Unternehmen wie Thermo Fisher, Walt Disney oder Fedex.

10:14 Uhr

Wirecard steigt in die KMU-Kreditvergabe ein

Der Bezahldienstleister Wirecard arbeitet bei der Digitalisierung von Finanzierungen künftig mit dem US-Fintech Credibly zusammen.

  • Im Rahmen der Kooperation wird Wirecard dem Unternehmen ermöglichen, Betriebskapital an seine Kunden auf physische und digitale Karten auszugeben, wie der Dax-Konzern mitteilte. So können kleine und mittlere Unternehmen (KMUs) über "virtuelle Geldbeutel", sogenannte "Wallets", Finanzierungen erhalten.
  • Für 2019 rechnet Credibly mit einer Kreditvergabe von rund 300 Millionen Dollar an KMUs.
  • Funktionen wie die Bereitstellung von digitalen Karten über mobile Wallets und der Zugriff auf die neue App von Wirecard sollen es den Kunden von Credibly außerdem ermöglichen, Gelder nahtlos zu verwalten und zu entscheiden, wo und wie sie ihr Betriebskapital einsetzen.
Wirecard
Wirecard 147,95

07:47 Uhr

China deutet Maßnahmen an

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Andeutungen aus der staatsnahen Presse: Peking im Spätsommer 2019.

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Die Wirtschaftslenker in Peking bereiten angeblich "wichtige Maßnahmen" vor, um die Auswirkungen des Handelsstreits mit den USA abzufedern. Das gab Hu Xijin, Chefredakteur der staatsnahen Zeitung "Global Times", per Twitter bekannt.

  • Soweit ich weiß, werden die Maßnahmen sowohl Unternehmen aus China als auch aus den USA zugutekommen", teilte Hu mit. Nähere Angaben zu seinen Quellen machte er nicht.
  • Hu ist gewöhnlich bestens informiert. Er hat sein Ohr nah dran an der Regierung und dürfte auch in diesem Fall nicht ohne ausdrückliche Weisung von oben gehandelt haben.
  • Die "Global Times" ist die auf ein internationales Publikum ausgerichtete Boulevardausgabe der Tageszeitung der regierenden Kommunistischen Partei der Volksrepublik China, "People's Daily".

Seit vergangenem Jahr haben sich die beiden weltgrößten Wirtschaftsmächte gegenseitig mit immer höheren Zöllen überzogen. Der Handelsstreit wird längst auch als eine der größten Risiken für die globale Konjunktur angesehen.

*Datenschutz

07:28 Uhr

Dax hebt die Nase in den Wind

Am deutschen Aktienmarkt können sich Anleger auf eine freundliche Eröffnung einstellen. Der Leitindex Dax dürfte zur Wochenmitte leicht fester in den Handel einsteigen.

  • In den vorbörslich errechneten Indikationen wird der Dax zum Auftakt bei 12.316,50 Punkten gesehen, was einem Plus von 0,4 Prozent entspricht.
  • Am Vorabend hatte sich das Frankfurter Börsenbarometer bereits 0,3 Prozent fester bei 12.268,71 Punkten aus dem Dienstagshandel verabschiedet.
  • Im Blickfeld der Börsianer dürften am Morgen vor allem die Techwerte stehen. Das US-Schwergewicht Apple hatte bei der jährlichen Produktpräsentation auch Details zur Konzernstrategie vorgestellt. Die Aktienkurse der Apple-Zulieferer in Asien zogen in der Nacht teils deutlich an.

Mehr zur Apple-Show im "Steve Jobs Theater" im kalifornischen Cupertino finden Sie hier.

Dax
Dax 12.468,01

Die anstehende Zinssitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) wirft weiter ihre Schatten voraus. "Der Markt setzt auf geldpolitische Stimuli", meinte ein Beobachter. Aber auch "fiskalpolitische Impulse", also etwa die von verschiedenen Seiten geforderten Konjunkturpakete, seien mittelfristig möglich, falls sich die wirtschaftliche Lage nicht schnell bessere.

Sollten die Renditen mit dieser Erwartungshaltung wieder anziehen, dürften defensive Wachstumstitel und Technologietitel wieder ins Hintertreffen geraten, hieß es. Impulse könnten am Nachmittag von Daten zu den US-Erzeugerpreisen ausgehen.

06:34 Uhr

Euro zittert dem Zinsentscheid entgegen

Im Devisenhandel beginnt der Handelstag aus der Sicht der Marktteilnehmer in Europa mit einem Eurokurs knapp über der Vortagesmarke. Die europäische Gemeinschaftswährung bewegt sich allerdings weiterhin deutlich unterhalb der Linie von 1,11 Dollar.

  • Am frühen Morgen notiert der Euro bei 1,1053 Dollar und liegt damit 0,04 Prozent über Vorabendniveau.
  • Den Referenzkurs hatte die Europäische Zentralbank (EZB) am Dienstagnachmittag mit 1,1040 (Montag: 1,1033) Dollar angegeben. Der Dollar kostete damit 0,9058 (0,9064) Euro.
  • Im asiatischen Geschäft gewann der Dollar 0,1 Prozent auf 107,68 Yen und legte 0,1 Prozent auf 7,1205 Yuan zu. Zur Schweizer Währung notierte er kaum verändert bei 0,9919 Franken. Das Pfund Sterling stagnierte bei 1,2346 Dollar.

Insgesamt gehen Investoren in dieser Woche bislang zögerlicher zu Werke als in den beiden Vorwochen, heißt es aus dem Handel. Mögliche Gründe dafür liegen auf der Hand: Größere Entscheidungen stehen an.

Mit Spannung wird auf die Zinsentscheide in Europa am Donnerstag und in den USA in der kommenden Woche geblickt. Die Erwartungen an die Währungshüter gelten auf beiden Seiten des Atlantiks mittlerweile als recht hoch, was die Gefahr von Enttäuschungen mit sich bringt.

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,10