Mittwoch, 15. August 2018Der Börsen-Tag bei n-tv

Heute mit Diana Dittmer
18:02 Uhr

Türkei, USA, China: Dax sucht Deckung im Keller

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Der Zollstreit zwischen den USA und China macht nicht nur Anlegern Angst. Droht ein globaler Flächenbrand?

picture alliance / Bernd Wüstnec

Es ist der niedrigste Schlusskurs seit viereinhalb Monaten, den der deutsche Leitindex zur Wochenmitte verzeichnet. Unterstützung gaben im Handelsverlauf weder die Erholung der Lira noch besser als erwartet ausgefallene US-Konjunkturdaten.

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Händler verwiesen darauf, dass die Türkei-Krise nur einer von mehreren Belastungsfaktoren sei. Sorgen machen sich die Anleger auch wegen des Handelskonflikts zwischen den USA und China. Der Konfrontationskurs der USA schürt an den Börsen zunehmend Befürchtungen bezüglich eines globalen Flächenbrandes.

Am 23. August treten neue US-Strafzölle auf chinesische Importe von 16 Milliarden Dollar in Kraft. China hat bereits Gegenmaßnahmen angekündigt. Daneben bezweifeln Marktteilnehmer, dass es sich bei der Lira-Erholung um mehr als eine technische Gegenbewegung handelt.

Bis Handelsschluss verlor der Dax 1,5 Prozent auf 12.163 Punkte, für den Euro-Stoxx-50 ging es 1,7 Prozent auf 3.350 Punkte nach unten.

Für die Lira ging es gegen den Dollar um 6 Prozent nach oben. Die türkischen Behörden versuchen weiter die Lira durch eine künstliche Devisenverknappung zu stützen. Die Bankaufsichtsbehörde BDDK hat zu diesem Zwecke die Möglichkeiten von Banken bei Devisen-Swap-Geschäften weiter eingeschränkt. Analysten sprechen von ersten Schritten in Richtung einer Kapitalverkehrskontrolle.

17:42 Uhr

Euro kracht auf tiefsten Stand seit Juni 2017

Der Euro-Kurs ist weiter unter Druck geraten. Am Nachmittag fiel er auf 1,1301 US-Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit Juni 2017. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1321 (Dienstag: 1,1406) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8833 (0,8770) Euro.

Euro / Dollar
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Nach Einschätzung von Marktbeobachtern wird der Euro weiter durch die Währungskrise in der Türkei sowie den starken Dollar belastet. Zwar konnte sich die türkische Lira zuletzt weiter erholen. Trotz dieser jüngsten Stabilisierung sind die Verluste zu den großen Währungen aber nach wie vor drastisch.

Fachleute sehen die Lira-Krise noch nicht ausgestanden. "Die Trendwende an den weltweiten Märkten verschaffte der Lira momentan eine gewisse Verschnaufpause", meint Tatha Ghose, Experte bei der Commerzbank. "Das zugrunde liegende Problem, das den politischen Streit beinhaltet, muss jedoch erst noch beigelegt werden." Der Dollar bekam Auftrieb durch vorrangig robuste Konjunkturdaten aus den USA.

17:27 Uhr

Medien: Tesla muss sich zu Delisting-Plänen äußern

Elon Musks Börsen-Abgangspläne für Tesla haben ein Nachspiel. Laut einem US-Medienbericht fordert die US-Börsenaufsicht SEC nun eine gerichtliche Auskunft.

Tesla Motors (USD)
Tesla Motors (USD) 291,23

Das meldet Reuters unter Berufung auf den US-Nachrichtensender Fox. Tesla habe jeglichen Kommentar verweigert, die SEC sei nicht für einen Stellungnahme zu erreichen gewesen, schreibt die Nachrichtenagentur.

Die Tesla-Aktie verliert auf die Nachricht hin vier Prozent ihres Wertes.

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17:07 Uhr

Kursexplodion bei kanadischem Cannabis-Hersteller

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Constellation Brands sichert sich 38 Prozent an Canopy Growth.

REUTERS

Der Corona-Hersteller Constellation Brands wird seinen bisherigen Anteil von knapp zehn Prozent an Canopy Growth, einem der größten Cannabis-Hersteller der Welt, auf knapp 40 Prozent ausbauen. Constellation Brands wird dafür weitere vier Milliarden Dollar investieren. Die Anleger sind begeistert.

Canopy Growth
Canopy Growth 39,52

Für die kanadische Canopy Growth könnte es derzeit kaum besser laufen: Vor einigen Wochen erst hat Kanada vor als erstes führendes Industrieland der Welt den Abbau und Verkauf von Cannabis legalisiert.

Heute nun die nächste gute Nachricht. Der Aktienwert explodiert daraufhin. In der Spitze legte das Papier bereits mehr als 40 Prozent zu! Zuletzt notiert der Kurs noch 23 Prozent höher.

16:45 Uhr

Müssen sich Kunden türkischer Banken sorgen?

Die TV-Kollegen versorgen uns heute reichlich mit Beiträgen zum Thema Türkei. Hier einer zu einer nicht ganz abwegigen Frage:

Der Chef der türkischen Akbank ist Befürchtungen entgegengetreten, die Lira-Krise könnte heimische Geldhäuser in Bedrängnis bringen. Die Branche sei stark und liquide, erklärte Hakan Binbasgil. Kunden hätten auch noch keine Gelder von ihren Konten abgezogen. Die Maßnahmen der Regierung zeigten Wirkung.

16:15 Uhr

Über 800 Milliarden faule Kredite: Hier stinkt's in der EU

Das Volumen notleidender Kredite bei Banken in der gesamten Europäischen Union (EU) belief sich nach Angaben der Bundesregierung Ende vergangenen Jahres auf 813 Milliarden Euro.

In ihrer Antwort auf eine Kleine Anfrage der FDP-Fraktion bezifferte die Regierung das Volumen notleidender Kredite bei bedeutenden Banken aus der Eurozone unter Berufung auf einen EU-Bericht auf 721 Milliarden Euro, wie der Bundestags-Pressedienst mitteilte.

Die höchste Summe fauler Kredite wurde demnach mit 186,7 Milliarden Euro in Italien registriert. Es folgten Banken in Frankreich (135,5 Milliarden Euro), Spanien (106,2), Griechenland (100,8) und Deutschland (49,6 Milliarden Euro).

15:50 Uhr

Börsen tauchen ab - Anleger ignorieren US-Daten

Über den Erwartungen ausgefallene US-Daten setzen an den Finanzmärkten keine Akzente. Der Einzelhandelsumsatz ist im Juli um 0,5 Prozent gegenüber dem Vormonat gestiegen, und damit viel mehr als die erwarteten 0,1 Prozent. Auch der Empire State Index blieb im August mit 25,6 Punkten über der Prognose - diese lag bei 20.

DAX
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Die ausbleibende Reaktion dürfte darauf zurückzuführen sein, dass die Daten den ohnehin als positiv wahrgenommenen Zustand der US-Wirtschaft lediglich bestätigen. Daneben unterscheiden die Anleger verstärkt zwischen US- und europäischen Wirtschaftsdaten.

Der Dax notiert zuletzt mehr als 1,0 Prozent im Minus bei auf 12.229 Punkte, der Euro notiert etwas leichter bei 1,131 Dollar.

An der Wall Street ist wie am deutschen Aktienmarkt landunter angesagt. Das bestimmende Thema bleibt die Türkei-Krise, hier verschärft sich die Lage immer weiter. Ankara hat mittlerweile die Zölle auf den Import mehrerer US-Produkte deutlich angehoben. Betroffen davon sind unter anderem Autos, alkoholische Getränke, Tabak- und Kosmetikprodukte. Erst am Vortag hatte Präsident Recep Tayyip Erdogan einen Boykott für elektronische Geräte aus den USA verhängt.

S&P 500
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Dagegen setzt die türkische Lira, die mit den Spannungen zwischen den beiden Ländern zuletzt deutlich unter Druck gestanden hat, ihre Erholung vom Vortag fort. Allerdings zögere die türkische Notenbank weiter mit einer aus Marktsicht notwendigen Zinserhöhung, sagen Beobachter.

Hier unsere Türkei-Berichterstattung im Überblick:

Der S&P-500 notiert zuletzt 0,5 Prozent leichter bei 2824 Zähler. Der Dow Jones verliert ebenfalls 0,5 Prozent und fällt damit auf 25.152 Punkte.

15:14 Uhr

Britische Top-Manager kassieren 23 Prozent mehr

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Jeff Fairburn, Chef der zweitgrößten britischen Baufirma Persimmon, kommt auf ein Jahresgehalt von 47,1Millionen Pfund.

REUTERS

Die Chefs der 100 größten börsennotierten Konzerne in Großbritannien haben laut einer Umfrage vergangenes Jahr im Durchschnitt fast ein Viertel mehr verdient.

PERSIMMON
PERSIMMON 28,43

Die Jahresgehälter stiegen im Schnitt um 23 Prozent auf 5,7 Millionen Pfund (rund 6,4 Millionen Euro). Die durchschnittliche Gehaltserhöhung britischer Arbeiter betrug zum Vergleich lediglich 2,5 Prozent.

Zur Einordnung der Zahlen wies das Institut für Personal und Entwicklung CIPD darauf hin, dass die Bosse der im Börsenindex FTSE 100 notierten Firmen im Jahr zuvor auch einen Rückgang von rund 17 Prozent hinnehmen mussten.

Der Sprung in der Vergütung geht demnach auch auf die Zuwächse am Aktienmarkt zurück. Hinzu käme ein massiver Gehaltssprung der beiden am höchsten bezahlten Firmenchefs auf der Insel, der den Durchschnitt nach oben ziehe.

Ohne die beiden Spitzenverdiener würde das Plus nur rund sechs Prozent betragen. Jeff Fairburn, der der zweitgrößten britischen Baufirma Persimmon vorsteht, und Simon Peckham, Chef vom Sanierungsspezialisten Melrose Industries, kamen demnach durch langfristige Bonuspläne demnach auf ein Jahresgehalt von 47,1 beziehungsweise 42,8 Millionen Pfund.

14:04 Uhr

Starker Franken wird für die Schweiz zum Problem

Die jüngste Franken-Aufwertung im Zuge der Währungskrise in der Türkei macht laut Experten die Schweizer Notenbanker zunehmend nervös. Sollte der Franken weiter an Wert gewinnen, halten sie Interventionen für möglich, um die Währung künstlich zu schwächen.

Franken / Euro
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"Ich glaube, sie sind nervöser als zuvor", sagte Commerzbank-Devisenexpertin Antje Praefcke. Auch die Währungsstrategen der Privatbank UBP halten neuerliche Eingriffe der SNB für möglich. Der Franken hat in den vergangenen Tagen zum Euro deutlich zugelegt.

Grund sind die Sorgen vor einem Überschwappen der Türkei-Krise auf die Euro-Zone. Zuletzt kostete ein Euro 1,1288 Franken. Vor einer Woche waren es noch 1,1550 Franken, im Frühjahr 1,20. Sollte der Euro unter 1,10 Franken fallen, hält Praefcke Interventionen der SNB für möglich.

Auch nach Einschätzung von Credit-Suisse-Experte Maxime Botteron wird die Notenbank dann verstärkt Euro kaufen, um den Franken zu schwächen. Ein stärkerer Franken macht Schweizer Waren im Ausland weniger wettbewerbsfähig. Die künstliche Schwächung stützt damit die exportorientierte Wirtschaft der Alpenrepublik.

13:39 Uhr

Türkei-Krise: Wer profitiert vom Lira-Verfall?

Der dramatisch Lira-Absturz macht das Leben für Türken richtig teuer. Strom zum Beispiel wird teurer, weil Energieerzeuger höhere Zinsen für Bankkredite zahlen müssen.

Türkische Lira / US-Dollar
Türkische Lira / US-Dollar ,19

Besonders schwer haben es jetzt auch all diejenigen, die Produkte aus dem Ausland kaufen müssen. Dazu zählen Hoteliers, Gastronomen und Apotheker. Ob Nahrungsmittel oder Medikamente, alles aus dem Ausland muss mit harten Devisen bezahlt werden.

Andere wiederum haben nicht nur nichts zu klagen, sie jubeln sogar - und es sind leider nicht diejenigen, die den Profit durch die schwache Währung brauchen.

 

13:01 Uhr

Drama in Genua: Autostrade überall dick im Geschäft

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Atlantia ist auch größter Aktionär von Getlink, der früheren Eurotunnel-Gruppe.

picture alliance / dpa

Nach dem schweren Brückeneinsturz in Genua will die italienische Regierung den Autobahnbetreiber zur Rechenschaft ziehen. So viel ist inzwischen über Autostrade per l'Italia bekannt:

Atlantia
Atlantia 20,98

Die private Firma wird von der börsennotierten italienischen Atlantia-Gruppe kontrolliert, einem international operierenden Unternehmen im Bereich der Verkehrsinfrastruktur. Atlantia betreibt über 5000 Autobahnkilometer - vor allem in Italien, wo das Unternehmen 51 Prozent des Verkehrsnetzes kontrolliert - aber auch in Brasilien, Indien, Chile und Polen.

Verbindungen gibt es auch nach Deutschland. Gemeinsam mit der spanisch-deutschen Unternehmensgruppe ACS-Hochtief besiegelte Atlantia kürzlich den Kauf des spanischen Mautstraßenbetreibers und Konkurrenten Abertis. Wenn der Deal gänzlich abgeschlossen ist, wird Atlantia mit 50 Prozent plus einer Aktie beteiligt sein. Seit März ist Atlantia zudem größter Aktionär von Getlink, der früheren Eurotunnel-Gruppe, die den Tunnel unter dem Ärmelkanal betreibt.

ACS
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Außerdem ist der Konzern seit 2013 auch im Luftverkehrsbereich aktiv und hält Beteiligungen an den Flughäfen Fiumicino und Ciampino in Rom und drei weiteren in Frankreich.

Atlantia gehört selbst außerdem zum Benetton-Clan, die italienische Industriellenfamilie ist mit 30 Prozent größter Aktionär. Im vergangenen Jahr verbuchte Atlantia einen Nettogewinn von 1,17 Milliarden Euro und einen Umsatz von 5,97 Milliarden Euro.

Der italienische Verkehrsminister Danilo Toninelli hat die Führung des Betreibers der eingestürzten Autobahnbrücke in Genua zum Rücktritt aufgefordert. Zugleich kündigte er an, dass dem Unternehmen die Lizenz zum Betrieb der Straße entzogen werden solle und es mit Strafzahlungen von bis zu 150 Millionen Euro belegt werden könnte.

12:31 Uhr

Aus für "Monster Hunter World": Entwickler abgestraft

Die Aktien der Online-Spieleentwicklern in Asien hatten heute einen besonders schweren Stand.

Tencent Holdings
Tencent Holdings 37,76

Chinesische Aufsichtsbehörden stoppten den Verkauf des Spieles mit dem Namen "Monster Hunter: World". Laut Analysten bedeutet das für die gesamte Branche einen herben Rückschlag. Aktien von Tencent brachen an der Börse in Hongkong um 3,3 Prozent ein, Titel des Mitbewerbers Giant Network fielen um 3,5 Prozent.

Nach einer Neuaufstellung der Medienaufsichtsbehörde warteten etliche Entwickler bereits seit Monaten auf Genehmigungen.

12:00 Uhr

Mitgründer fordern Milliarden von Tinder

Bei der Dating-App Tinder ziehen Mitarbeiter der ersten Stunde vor Gericht. Der Mutterkonzern habe sie mit frisierten Finanzdaten hinters Licht geführt und sie um Milliarden Dollar geprellt, so der Vorwurf.

IAC/InterActiveCorp
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Die Gruppe will vor Gericht Schadenersatz in Höhe von mindestens zwei Milliarden Dollar erstreiten. Die zehn Kläger - darunter die drei Mitgründer Sean Rad, Jonathan Badeen und Justin Mateen - beschuldigen die Muttergesellschaft Match Group und den Internetkonzern IAC/InterActiveCorp, sie um Aktienoptionen geprellt zu haben. Das geht aus der Klageschrift hervor.

Angeblich sollen Finanzdaten manipuliert worden sein, um den Unternehmenswert von Tinder künstlich nach unten zu frisieren. Da sie vertraglich eine Beteiligung an der Wertsteigerung vereinbart hätten, sei ihnen dadurch viel Geld entgangen, behaupten die Kläger. An der Börse gerieten die Aktien von IAC und Match spürbar unter Druck.

Match Group
Match Group 56,73

Der IAC-Konzern, dem Tinder durch eine 80-prozentige Beteiligung an der Match Group gehört, wies die Vorwürfe zurück. Einigen Klägern scheine die Tatsache nicht zu gefallen, dass Tinder nach deren Ausscheiden enormen Erfolg gehabt habe, zitiert das "Wall Street Journal»" aus einer Stellungnahme.

11:23 Uhr

Türkische Bankenaufsicht kämpft weiter gegen Lira-Verfall

Wegen des dramatischen Verfalls der Lira halbiert die türkische Bankaufsichtsbehörde BDDK die Möglichkeit der heimischen Banken, Devisen-Tauschgeschäfte vorzunehmen, zum zweiten Mal binnen weniger Tage.

Türkische Lira / US-Dollar
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Laut BDDK dürfen Devisen-Swap-Geschäften und "swap-ähnliche" Geschäfte künftig nur noch ein Volumen von 25 Prozent des Eigenkapitals einer Bank haben. Erst Anfang der Woche war eine Obergrenze von 50 Prozent eingeführt worden.

Unter anderem wegen des Handelsstreits mit den USA hat die türkische Währung Lira seit Jahresbeginn 40 Prozent an Wert verloren. Zu Wochenbeginn war sie auf ein Rekordtief von 7,24 zum Dollar gefallen. Inzwischen hat sich der Kurs wieder etwas stabilisiert: Der Dollar verbilligte sich um sieben Prozent auf 5,89 Lira.

11:04 Uhr

Twitter sperrt Alex Jones - aber nur eine Woche

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Twitter stand wegen seines Alleingangs zunehmend unter Druck.

AP

Apple, Facebook, Spotify, Youtube - alle großen Internetkonzerne haben den US-Hetzer und Verschwörungstheoretiker Alex Jones auf ihren Social-Media-Plattformen gesperrt. Nur Twitter hatte nicht mitgezogen. Jetzt hat sich der Konzern aber offenbar umbesonnen: Als letzte große Social-Media-Plattform sperrte nun auch er das Konto - zumindest vorübergehend.

Twitter
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Weil Jones gegen die Richtlinien des Kurznachrichtendienst verstoßen habe, dürfe er auf seinem persönlichen Konto sieben Tage lang keine Inhalte veröffentlichen oder weiterverbreiten, berichtet die "New York Times". Jones hat etwa 890.000 Follower bei Twitter.

Demnach hatte der rechtspopulistische Journalist ein Video verlinkt und Unterstützer dazu aufgerufen, ihre "Kampfgewehre" unter anderem gegen Medien bereitzuhalten. Der Twitter-Auftritt von Jones umstrittener Website "Infowars" ist demnach nicht betroffen

Zuletzt hatten alle wichtigen Online-Plattformen Jones umstrittenen Botschaften ganz oder teilweise aus ihrem Angebot genommen. Nachdem Apple und Spotify dessen "Infowars"-Podcasts löschten, entfernte auch Facebook vier seiner Seiten. Facebook nannte die Verherrlichung von Gewalt als einen Grund.

Zudem nutze Jones eine entmenschlichende Sprache, um Transgender, Muslime und Immigranten zu beschreiben. Auch der Alex-Jones-Channel auf YouTube mit mehr als 2,4 Millionen Abonnenten ist nicht mehr abrufbar.  

10:17 Uhr

Türkei-Krise: Wie groß sind die Ansteckungsrisiken?

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Die Krise hat sich etwas entspannt, aber Präsident Erdogan heizt den Streit mit den USA weiter an. Das sind zumindest schlechte Nachrichten für türkische Banken.

AP

Die gegenwärtigen Turbulenzen in der Türkei werden laut der Schweizer Bank Vontobel voraussichtlich keine größere Krise in den Schwellenländern auslösen.

  • Als Gründe für deren unterdurchschnittliche Entwicklung in diesem Jahr werden vielmehr die schwächere wirtschaftliche Dynamik und der Anstieg des US-Dollar sowie der US-Anleiherenditen gesehen.
  • Dieser Gegenwind werde im weiteren Jahresverlauf abflauen, was Kaufgelegenheiten in Schwellenländeraktien eröffne, sagt Vontobel voraus.
  • Der Ausverkauf zum Ende der vergangenen Woche sei teilweise auf die Angst der Investoren vor Ansteckungsrisiken zurückzuführen, nachdem die Europäische Zentralbank (EZB) in einem Bericht die hohe Positionierung europäischer und vor allem spanischer Banken in der Türkei hervorgehoben hatte. "Allerdings halten wir die Ängste für übertrieben, da diese Banken unseres Erachtens keine Kapitalisierungsprobleme haben", heißt es weiter.

Auch aus einem anderen Grund schätzt Vontobel die Ansteckungsgefahr der Türkei-Krise auf andere Schwellenländer eher als begrenzt ein: Das Land treibe wenig Handel mit anderen großen Schwellenländern, heißt es.

  • Gleichzeitig habe sich die fundamentale Lage in den Schwellenmärkten verbessert, während die Bewertungen aller Anlageklassen wie Anleihen, Aktien und Währungen fair oder gar günstig seien.
  • Als größte Gefahr bezeichnet Vontobel, dass europäische Banken mit Blick auf die Türkei nervös werden und sich aus anderen Schwellenländern zurückziehen. Dieses Szenario sei allerdings in weiter Ferne, da die Banken mit einem nennenswerten Türkei-Engagement über eine gute Kapitalausstattung verfügten.
  • Auch eine Ansteckungswirkung über den Bankenkanal der Eurozone erscheine derzeit übertrieben, heißt es von Vontobel weiter.

Im Zusammenspiel mit einer weiteren Verschärfung des Handelskonfliktes zwischen China und den USA, der bevorstehenden Haushaltsdebatte in Italien und der Umsetzung der Sanktionen der USA gegen den Iran, sorge die Türkei-Krise jedoch für weitere Unsicherheit für Wachstums- und Inflationsaussichten.

09:52 Uhr

Faule Häuserkredite: Milliarden-Vergleich in den USA

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Zehn Jahre nach Ausbruch der Finanzkrise hat sich die RBS mit der US-Regierung nun geeinigt.

picture-alliance/ dpa

Das US-Justizministerium hat einen Vergleich in Milliardenhöhe mit der britischen Großbank Royal Bank of Scotland (RBS) bestätigt.

Royal Bank of Scotland
Royal Bank of Scotland 2,95

Wie das Ministerium mitteilte, muss die RBS wegen des Verkaufs hochriskanter hypothekenbesicherter Wertpapiere vor der Finanzkrise von 2008 eine Zahlung von knapp fünf Milliarden Dollar leisten. Der endgültige Vergleich war erwartet worden, nachdem RBS im Mai eine vorläufige Einigung mit dem US-Justizministerium bekannt gegeben hatte.

Letztlich ist die Einigung deutlich günstiger ausgefallen als von Experten erwartet.

09:42 Uhr

Daumen hoch: Der Dax will nach oben

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REUTERS

Der Dax arbeitet sich zur Wochenmitte langsam aber kontinuierlich in den grünen Bereich vor. Der deutsche Leitindex erholt sich um 0,3 Prozent auf 12.409 Punkte.

DAX
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Tags zuvor war er bis auf 12.294 Punkte abgetaucht. Dank einer Verschnaufpause in der türkischen Währungskrise hatte er dann aber nahezu verändert bei 12.358,87 Punkten geschlossen.

Der MDax tritt heute Morgen bei 26.600 Punkten auf der Stelle. Der Technologiewerte-Index TecDax steigt erst, sackt dann aber wieder ab auf 2912 Punkte.

Die Probleme der Türkei dürften vorerst auf dem Radar der Investoren bleiben. Die USA drohen mit weiterem wirtschaftlichen Druck, sollte US-Pastor Andrew Brunson in der Türkei festgehalten werden.

*Datenschutz

Im Streit mit den USA hat die türkische Regierung zuletzt die Zölle auf den Import mehrerer US-Produkte angehoben. Damit reagiere Ankara auf "bewusste Angriffe der amerikanischen Regierung auf unsere Wirtschaft", schrieb Vizepräsident Fuat Okay im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Die türkische Währung Lira gibt im frühen Handel um 1,3 Prozent zum Dollar nach und notierte bei 6,43 Lira. Zu Wochenbeginn war sie auf ein Rekordtief von 7,24 zum Dollar gefallen war.

Türkische Lira / US-Dollar
Türkische Lira / US-Dollar ,19

Im Fokus dürften neben der Türkei aber auch zahlreiche Konjunkturdaten stehen - unter anderem die US-Industrieproduktion und die Einzelhandelsumsätze. Von den Zahlen erhoffen sich Börsianer Hinweise auf Zeitpunkt und Tempo der erwarteten US-Zinserhöhungen. Der private Konsum gilt als Hauptstütze der weltgrößten Volkswirtschaft.

Die Türkei wird uns natürlich heute als wichtiges Thema erhalten bleiben. Trotzdem wollen wir auch andere Nachrichten nicht zu kurz kommen lassen. Guten Tag, mein Name ist Diana Dittmer, ich versuche heute für Abwechlsung im Börsen-Tag zu sorgen.

08:39 Uhr

Warren Buffett steckt weitere Milliarden in Apple

Die Beteiligungsgesellschaft von Warren Buffett, Berkshire Hathaway, hat im zweiten Quartal ihre Beteiligungen am Technologiekonzern Apple aufgestockt und auch bei Goldman Sachs abermals zugegriffen. Bei den Banken hatte Berkshire auch US Bancorp auf der Einkaufsliste. Getrennt hat sich Berkshire unterdessen von Aktien der Wells Fargo.

Nach einer Mitteilung an die US-Börsenaufsicht SEC hat Berkshire in dem Dreimonatszeitraum den Bestand an Apple-Aktien um 12,4 Millionen aufgestockt und damit seine Beteiligung bis Ende Juni auf einen Wert von 46,6 Milliarden Dollar erhöht. Zum 31. März war Berkshire nach der Vanguard Group der zweitgrößte Aktionär von Apple und hielt 4,96 Prozent an dem Konzern aus Cupertino.

08:33 Uhr

Euro erreicht tiefsten Stand seit einem Jahr

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,13

Abwärtstrend am Devisenmarkt: Der Euro ist am Morgen im frühen Verlauf kurzzeitig bis auf den tiefsten Stand seit gut einem Jahr gesunken.

  • Im frühen Handel kostet die Gemeinschaftswährung 1,1316 Dollar.
  • Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Dienstagnachmittag noch auf 1,1406 Dollar festgesetzt.
  • Die türkische Lira gab im frühen Handel um 1,3 Prozent zum Dollar nach und notierte bei 6,43 Lira.

Die Lira-Krise sei noch nicht ausgestanden, heißt es aus dem Handel. Die Probleme der Türkei dürften vorerst auf dem Radar der Investoren bleiben. Die US-Regierung drohte zuletzt mit zusätzlichem wirtschaftlichen Druck, sollte US-Pastor Andrew Brunson weiter in der Türkei festgehalten werden. Die Regierung in Ankara reagierte mit Strafzöllen auf US-Produkte.

07:38 Uhr

Dax atmet erleichtert auf

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Die Lira kommt in ruhigeres Fahrwasser: In Frankfurt sieht es am frühen Morgen für den Dax ganz nach einem freundlichen Handelstag aus.

picture alliance / Christoph Sch

Dax
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Am deutschen Aktienmarkt gehen die Daumen am Morgen nach oben: Der deutsche Leitindex wird zum Handelsstart leicht im Plus erwartet. Die Marke von 12.400 Punkten ist in Reichweite.

  • Auf Teleboerse.de wird der Dax zur Xetra-Eröffnung bei 12.393,00 Punkten gesehen, was einem Plus von 0,3 Prozent entspricht.
  • Am Vortag war das Frankfurter Börsenbarometer prozentual nahezu unverändert bei 12.358,87 Zählern aus dem Handel gegangen.
  • Die Stabilisierung der türkischen Lira dürfte zur Entspannung der Lage beitragen, heißt es. Der zeitweise dramatische Kursverfall setzt sich bislang nicht weiter fort.

Zahlen aus der laufenden Berichtssaison gibt es am Morgen unter anderem von Leoni. Am Nachmittag erreichen frische Konjunkturdaten aus den USA den Markt: Erwartet werden Zahlen zum Einzelhandelsumsatz im Juli, der Empire-State-Index aus dem wirtschaftsstarken US-Bundesstaat New York sowie die Rohöllagerbestände.

07:15 Uhr

Türkei-Sorgen belasten den Nikkei

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Umstrittenes Gedenken an die Kriegstoten am Yasukuni-Schrein: Am 15. August begeht Japan den 73. Jahrestag der Kapitulation im Zweiten Weltkrieg.

REUTERS

Nikkei
Nikkei 21.419,25

Die japanischen Aktienmärkte bewegen sich trotz abebbender Türkei-Sorgen und positiver Vorgaben von der Wall Street ins Minus.

  • Im Nachmittagshandel gibt der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 0,9 Prozent nach auf 22.158 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index verliert 0,9 Prozent auf 1694 Zähler.
  • An der Wall Street konnte am Vorabend vor allem der Banken-Sektor vom festeren Kurs der Lira profitieren.
  • Der Dow-Jones-Index schloss 0,4 Prozent fester bei 25.299 Zählern. Der breiter gefasste S&P 500 gewann 0,6 Prozent auf 2839 Stellen. Der Composite-Index der Technologiebörse Nasdaq erhöhte sich um knapp 0,7 Prozent und stand zum Schluss bei 7870 Punkten.

Marktbeobachter verwiesen auf die anhaltende Unsicherheit im Hinblick auf die Türkei-Krise.

06:05 Uhr

Euro sinkt Richtung 1,13 Dollar

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Währungsverfall in der Türkei: Der Euro bewegt sich mit nach unten.

picture alliance / Jens Büttner/

Im Devisenhandel beginnt das Geschäft zur Wochenmitte mit einem anhaltenden Abwärtstrend beim Euro. Der Kurs der europäischen Gemeinschaftswährung notiert seit dem Vorabend unter der Marke von 1,14 Dollar.

  • Am frühen Morgen liegt der Euro noch einmal 0,2 Prozent tiefer bei 1,1323 Dollar.
  • Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Dienstagnachmittag auf 1,1406 (Montag: 1,1403) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8767 (0,8770) Euro.
  • Die türkische Lira, die zu Wochenbeginn auf ein Rekordtief von 7,24 zum Dollar gefallen war, konnte sich im fernöstlichen Devisenhandel etwas erholen. Ein Dollar kostete 6,39 Lira.

"Der Verfall der Lira mag gestoppt sein, aber das Land muss noch die grundlegenden Probleme angehen, vor denen es steht", sagte Masahiro Ichikawa, Chefstratege bei Sumitomo Mitsui Asset Management in Tokio. "Und das hat an den Märkten für Niedergeschlagenheit gesorgt."