Montag, 31. August 2020Der Börsen-Tag

mit Jan Gänger
Jan Gänger
17:01 Uhr

Deutsche Geheimdienste prüfen Kontakte von Ex-Wirecard-Vorstand

Die deutschen Geheimdienste haben sich nach Angaben des Kanzleramts im Finanzausschuss des Bundestages in der Vergangenheit nicht mit dem pleitegegangenen Zahlungsabwickler Wirecard beschäftigt. Hierzu habe es weder eine gesetzliche Grundlage noch einen Anlass gegeben, sagte Hendrik Hoppenstedt, Staatsminister im Kanzleramt, laut Teilnehmern bei der Sondersitzung des Ausschusses in Berlin. Auch mit Blick auf den ehemaligen Wirecard-Vorstand Jan Marsalek hätten keinerlei Erkenntnisse vorgelegen, die ein Tätigwerden der Nachrichtendienste gerechtfertigt hätten. Mittlerweile gebe es aber Prüfungen, weil Marsalek in der Presse Kontakte zu Geheimdiensten - insbesondere aus Russland - nachgesagt würden.

Marsalek ist auf der Flucht. Er gilt als Schlüsselfigur in dem milliardenschweren Bilanzskandal, der zur Insolvenz des früheren Dax-Unternehmens geführt hat. Hoppenstedt ergänzte, die Regierung stimme momentan einen Maßnahmenkatalog mit Konsequenzen aus dem Fall ab.

16:25 Uhr

Diese Prognose dürfte Anleger enttäuschen

Die Durststrecke bei den Dividenden wird für viele Aktionäre europäischer Unternehmen nach Einschätzung der DZ Bank auch in den nächsten Jahren anhalten. "Es ist wahrscheinlich, dass das Ausschüttungsniveau in Europa frühestens 2022 wieder das Niveau von 2019 erreicht", sagte Analyst Michael Bissinger mit Blick auf die 600 Unternehmen im europäischen Aktienindex Stoxx.

Einer aktuellen Analyse von Bissinger zufolge fallen die Gewinnausschüttungen in Europa im von der Corona-Krise geprägten aktuellen Jahr insgesamt um 25 bis 30 Prozent niedriger aus als vor Jahresfrist. Im Euro Stoxx 50, der die 50 bedeutendsten Aktiengesellschaften des Euroraums vereint, seien die Dividenden gar auf das Niveau von 2005 gesunken.

15 der 50 Unternehmen im Euro Stoxx 50 haben demnach die Dividende gestrichen oder ausgesetzt, darunter alle Banken. Die Europäische Zentralbank hatte die Geldhäuser im Euroraum aufgefordert, wegen der Corona-Krise in diesem Jahr kein Geld an ihre Aktionäre auszuschütten. Auch Industriekonzerne und Konsumgüterhersteller, die der Wirtschaftsabschwung besonders hart traf, strichen die Dividende.

Die Dividenden für das Geschäftsjahr 2019, die Euro-Stoxx-Gesellschaften im laufenden Jahr ausschütteten, lagen der Analyse zufolge um 22 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres.

16:04 Uhr

Wichtigster US-Index steuert auf besten August seit 1984 zu

Die anhaltende Geldflut der US-Notenbank treibt die US-Börsen zum Wochenstart auf Bestmarken. Der S&P 500 ging etwas höher in den Handel und markierte gleich in den ersten Minuten mit 3509 Punkten ein Rekordhoch. Es war der sechste Tag mit Bestmarken in Folge. Das Barometer steuert zudem auf seinen besten August seit 1984 zu.

S&P 500 Index, Ind.
S&P 500 Index, Ind. 3.362,22

Auch der Index der Technologiebörse Nasdaq erreichte ein Rekordhoch bei 11.730 Punkten. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte gab dagegen 0,4 Prozent nach auf 28.527 Punkte.

Neben dem Strategieschwenk der US-Notenbank Fed heben auch positive Entwicklungen rund um einen Corona-Impfstoff sowie die anhaltende Rally der Tech-Werte die Stimmung an der Börse. Es sei zu erkennen, dass weiterhin die Aktien gefragt seien, die schon zuletzt gut gelaufen seien, sagt Stan Gregor, Chef des Finanzdienstleisters Summit Financial. "Die Euphorie ist bei Technologiewerten und Lockdown-Profiteuren."

15:32 Uhr

Dollar steht vor miesestem August seit Jahren

Die Aussicht auf eine Fortsetzung der US-Nullzinspolitik auf unbestimmte Zeit setzt der Weltleitwährung zu. Der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Euro, Yen & Co. widerspiegelt, steuert mit einem Monatsverlust von rund einem Prozent auf das größte Minus in einem August seit fünf Jahren zu. Niedrige Zinsen machen Währungsräume tendenziell unattraktiver.

Euro / Dollar
Euro / Dollar 1,19

14:59 Uhr

Inflation? Welche Inflation? 

Die Inflation in Deutschland bleibt in der Corona-Krise im Keller. Die Jahresrate lag im August bei 0,0 Prozent, wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Daten mitteilte. Sie sei unter anderem durch die seit 1. Juli geltende Mehrwertsteuersenkung beeinflusst, so die Wiesbadener Behörde. Im Juli waren die Verbraucherpreise nach der Senkung der Mehrwertsteuer sogar um 0,1 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat gefallen.

Deutlich günstiger als im August 2019 waren Haushaltsenergie und Kraftstoffe (minus 6,3 Prozent). Nahrungsmittel verteuerten sich um 0,7 Prozent, der Preisauftrieb schwächte sich damit weiter ab. Im Juni hatten Nahrungsmittel noch 4,4 Prozent mehr gekostet als ein Jahr zuvor, im Juli waren es 1,2 Prozent mehr.

Gegenüber Juli sanken die Verbraucherpreise im August insgesamt voraussichtlich um 0,1 Prozent.

14:31 Uhr

Kosmetik macht Apple und Tesla attraktiver

Nach dem Split ihrer Aktien im Verhältnis 4:1 und 5:1 setzen Apple und Tesla ihren Höhenflug fort. Die Papiere des iPhone-Anbieters steigen im vorbörslichen US-Geschäft um 1,1 Prozent auf 126,18 Dollar und diejenigen des Elektroauto-Pioniers um 2,2 Prozent auf 452,40 Dollar. Durch die Aufspaltung wollen Unternehmen ihre Anteilsscheine optisch billiger und dadurch für Kleinanleger attraktiver machen.

13:50 Uhr

Musk kommt nach Deutschland

Tesla-Chef Elon Musk plant einen Besuch in Deutschland. Er komme wegen einer Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Curevac, das an einem Corona-Impfstoff arbeitet, und wegen des Baus der Elektroautofabrik in Grünheide bei Berlin, kündigte er an.

"Tesla baut als Nebenprojekt RNA-Mikrofabriken für Curevac und möglicherweise andere", erklärte Musk. Deshalb und wegen der Fabrik "bin ich diese Woche auf dem Weg nach Deutschland". Tesla nannte zunächst keine Details wie Orte und Zeiten der Reisestationen.

Der US-Elektroautobauer will vom Sommer nächsten Jahres an in Grünheide rund 500.000 Fahrzeuge im Jahr produzieren, dafür sind etwa 12.000 Arbeitsplätze geplant. Die komplette umweltrechtliche Genehmigung für das Projekt durch das Land Brandenburg steht noch aus, deshalb baut Tesla auf dem Gelände auf eigenes Risiko.

Musk will auch Gespräche zur Zusammenarbeit mit Curevac führen. Die EU-Kommission hatte sich bis zu 405 Millionen Dosen eines Corona-Impfstoffs der Tübinger Firma gesichert.

13:20 Uhr

Dax winkt Rekordplus

Die billionenschweren Geldspritzen der Notenbanken und Konjunkturprogramme der Regierungen bescheren dem Dax den fünften Monatsgewinn in Folge. Mit einem Plus von 6,5 Prozent steuert er auf den größten August-Gewinn seiner Geschichte zu. Dem EuroStoxx50 winkt mit einem Zuwachs von gut fünf Prozent das beste August-Ergebnis seit elf Jahren.

Dax
Dax 13.208,12


12:53 Uhr

Hoffnungszeichen in Spanien

Die von der Corona-Krise gebeutelte Wirtschaft Spaniens macht laut der Regierung große Fortschritte auf dem Weg der Erholung. Im laufenden dritten Quartal zeichne sich ein Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um mehr als zehn Prozent ab, sagte Wirtschaftsministerin Nadia Calvino. Insbesondere am Arbeitsmarkt sei eine starke Erholung im Gang.

Das BIP war im Frühjahr im Rekordtempo geschrumpft - und zwar um 18,5 Prozent zum Vorquartal. Im Zuge der Virus-Krise ist auch die ohnehin hohe Arbeitslosigkeit in Spanien massiv gestiegen. Zwischen April und Juni gingen eine Million Jobs verloren - so viele wie nie zuvor in einem Quartal.

Spanien hatte im Frühjahr im Kampf gegen die Corona-Pandemie strikte Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen verhängt, um die Verbreitung des Virus einzudämmen. Insbesondere der für das Land wichtige Tourismussektor wurde von der Krise hart getroffen.

12:23 Uhr

Forscher: Lehman war schlimmer als Corona

Der weltweite Güterhandel erholt sich in der Corona-Krise laut IFW-Institut deutlich schneller als in der Finanzkrise 2008/09. Nach einem kräftigen Einbruch zeichne sich nun eine V-förmige Belebung ab, teilten die Kieler Forscher mit. So habe der globale Warenhandel im Juni nur noch um rund neun Prozent unter dem Niveau vom Februar 2020 gelegen. Zuvor war er von Februar bis April 2020 dem IFW zufolge um 15 Prozent eingebrochen.

In den Jahren 2008/09 habe die Erholung erst acht Monate nach dem Einbruch begonnen. "Der Welthandel scheint heute deutlich robuster zu reagieren", sagte IFW-Präsident Gabriel Felbermayr. "Statt eines U-förmigen Verlaufs der Krise deutet sich eine schnellere Erholung in einem V-förmigen Verlauf an: harter Einbruch und schnelle Erholung."

11:52 Uhr

Russischer Energie-Gigant leidet

46918806_lay.jpg

picture alliance / dpa

Der Nettogewinn des russischen Gasriesen Gazprom hat sich im zweiten Quartal im Vergleich zum Vorjahresquartal auf 149,2 Milliarden Rubel (1,68 Milliarden Euro) mehr als halbiert. Der Umsatz brach um fast 35 Prozent auf 1,16 Billionen Rubel ein, wie Gazprom mitteilte.

Gazprom
Gazprom 4,13

In der ersten Jahreshälfte seien die Erdgasverkäufe nach Europa, eine wichtige Einnahmequelle des Konzerns, im Vergleich zum Vorjahr um 47 Prozent auf 756,3 Milliarden Rubel eingebrochen. Öl- und Gasproduzenten auf der ganzen Welt waren von einem Einbruch der Brennstoffnachfrage aufgrund der Corona-Pandemie und niedrigeren Preisen betroffen, doch die Energiemärkte erholten sich, sagte Gazprom-Finanzchef Famil Sadygow.

11:27 Uhr

Russland-Investitionen brechen ein

Nach zwei Boom-Jahren in Folge halten sich deutsche Unternehmen wegen der Corona-Krise mit ihrem Russland-Engagement zurück. Insgesamt zogen sie zwischen März und Juni Investitionen von 1,1 Milliarden Euro aus Russland ab, wie die Deutsch-Russische Auslandshandelskammer (AHK) unter Berufung auf Zahlen der Bundesbank mitteilte.

"Viele Investitionen wurden verschoben und auf Eis gelegt. Die weltweiten Anti-Corona-Maßnahmen tragen zu Verunsicherung der Russland-Investoren bei", sagte der AHK-Vorstandsvorsitzende Matthias Schepp. In den vergangenen 20 Jahren seien die deutschen Aktivitäten im Frühjahrsquartal noch nie so niedrig gewesen.

Die Monate März bis Juni waren der Höhepunkt der russlandweiten Anti-Corona-Maßnahmen, die bei deutschen Betrieben ebenfalls zu Lieferstopps und Produktionsunterbrechungen führten.

2018 hatten die Netto-Direktinvestitionen mit 3,8 Milliarden Euro und 2019 mit 2,6 Milliarden Euro Bestmarken erreicht.

10:44 Uhr

Porsche bietet Auto-Abo an

Porsche vermietet nach Abschluss eines Pilotprojekts ab sofort junge Gebrauchtwagen über ein Auto-Abonnement. Es ermöglicht die Miete eines Autos für mindestens sechs Monate und damit für eine kürzere Frist als Leasing. Damit reagiere Porsche auf veränderte Bedürfnisse jüngerer Kunden, die kein Auto mehr besitzen, es aber nutzen wollten, sagte Alexander Pollich, Chef der Porsche Deutschland GmbH.

Das Abo hat eine Mindestlaufzeit von einem halben Jahr. Nach sechs Monaten Miete kann das Fahrzeug gewechselt werden. Die Monatsgebühr starte bei rund 1400 Euro, ergänzte eine Porsche-Sprecherin. Nach einer Übersicht des Blogs "Digital Affin" gibt es knapp 40 Anbieter von Auto-Abos in Deutschland, darunter Hersteller wie Mercedes oder PSA, Autovermietungen und Startups.

10:27 Uhr

Türkische Wirtschaft erleidet Rekordeinbruch

Die Corona-Krise hat für einen historischen Konjunktureinbruch in der Türkei gesorgt. Das Bruttoinlandsprodukt fiel von April bis Juni um 11 Prozent zum Vorquartal, wie das Statistikamt mitteilte. Damit traf die Pandemie das lange Zeit boomende Schwellenland stärker als die deutsche Wirtschaft, die um 9,7 Prozent einbrach. Verglichen mit dem Vorjahreszeitraum ging die türkische Wirtschaftsleistung mit 9,9 Prozent so stark zurück wie seit mehr als einem Jahrzehnt nicht mehr. Das Land leidet unter anderem am Fernbleiben der Touristen. Wegen der Reisebeschränkungen kamen deutlich weniger Urlauber.

US-Dollar / Türkische Lira
US-Dollar / Türkische Lira 7,55

Der Türkei macht zugleich eine Währungskrise zu schaffen. Eine hohe Inflation, negative Realzinsen, geschröpfte Devisenreserven und die steigende Nachfrage der Türken nach anderen Währungen sorgten für eine kräftige Abwertung der Lira, die in den vergangenen Wochen auf immer neue Rekordtiefs zu Dollar und Euro fiel. Um die Währung attraktiver zu machen, könnte die Zentralbank die Zinsen erhöhen. Dem steht allerdings Präsident Recep Tayyip Erdogan im Wege. Dieser hat sich wiederholt als "Zinsfeind" bezeichnet.

09:58 Uhr

Russischer Geheimdienst soll flüchtigen Ex-Wirecard-Finanzchef bewachen

a65e6b8f898182b7b3987c3b5a195c94.jpg

AP

Der flüchtige ehemalige Wirecard-Finanzchef Jan Marsalek wohnt dem "Handelsblatt" zufolge auf einem Anwesen westlich von Moskau. Dort stehe er nicht mehr unter Aufsicht des russischen Militärgeheimdienstes GRU, sondern unter Kontrolle des russischen Auslandsgeheimdienstes SWR, berichtet die Zeitung und beruft sich dabei auf Bekannte des Geflüchteten.

Dem Bericht zufolge hat sich Marsalek wenige Tage, bevor Wirecard Luftbuchungen in Höhe von 1,9 Milliarden Euro einräumte, per Privatflugzeug zunächst nach Minsk abgesetzt. Der SWR habe auch darauf bestanden, Marsalek aus Weißrussland wegzubringen, hieß es weiter. Nahe der russischen Hauptstadt sei es für ihn "sicherer als dort". Marsalek habe die Zusicherung erhalten, nicht ausgeliefert zu werden.

09:30 Uhr

Warren Buffett schlägt in Japan zu

Die Beteiligungsgesellschaft der Investorenlegende Warren Buffett hat sich mit jeweils etwas mehr als fünf Prozent bei fünf japanischen Unternehmen eingekauft. "Ich freue mich sehr, dass Berkshire Hathaway ein Teil von Japans Zukunft wird", sagte Buffett, der gestern seinen 90. Geburtstag feierte.

Berkshire Hathaway habe Anteile an Itochu, Marubeni, Mitsubishi, Mitsui & Co sowie Sumitomo erworben, so Buffett. Berkshire besitzt mehr als 90 Unternehmen, darunter die BNSF-Eisenbahn und den Autoversicherer Geico und investiert außerdem in Dutzende von Unternehmen, darunter Apple mit zuletzt einem Anteil von rund 125 Milliarden Dollar, American Express, Bank of America und Coca-Cola.

09:13 Uhr

Dax legt zu 

Zum Auftakt der neuen Börsenwoche geht es für den Dax aufwärts. Der deutsche Leitindex gewinnt 0,6 Prozent auf 13.106 Punkte. "Der starke Euro sorgt für Gegenwind, und die Investoren blicken nervös auf die steigenden Corona-Zahlen in Europa", sagt Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus AxiTrader. Unterstützung erhielt der deutsche Aktienmarkt von Kursgewinnen an der Wall Street und in Asien.

Zu den Favoriten im Dax zählt Bayer mit einem Plus von einem knappen Prozent. Am Freitag waren die Titel des Pharma- und Agrarchemiekonzerns wegen Kritik des zuständigen US-Richters am milliardenschweren Glyphosat-Vergleich um knapp drei Prozent abgerutscht.

08:59 Uhr

Staat pumpt Milliarden in Emirates

imago98189942h.jpg

imago images/onemorepicture

Die unter der Corona-Krise leidende Fluggesellschaft Emirates hat offenbar staatliche Hilfe in Höhe von zwei Milliarden Dollar erhalten. Die Details wurden in einem Prospekt für eine mögliche Emission von Anleihen durch die Regierung von Dubai veröffentlicht. Das Finanzministerium, das staatliche Medienamt wie auch die Airline waren zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

08:39 Uhr

Ölpreise steigen leicht

Die Ölpreise steigen zu Wochenbeginn leicht. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostet am Morgen 46,01 US-Dollar. Das waren 20 Cent mehr als am Freitag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um neun Cent auf 43,06 Dollar. Ölanleger hatten zuletzt erleichtert reagiert, dass der Hurrikan Laura keine großen Schäden an den Ölanlagen an der Südküste der USA hervorgerufen hatte. In diesem Gebiet befindet sich ein großer Teil der amerikanischen Benzin- und Dieselproduktion. Auch die Ölförderung im Golf von Mexiko wurde von Laura weitgehend verschont.

Grundsätzlich befindet sich der Rohölmarkt weiterhin in einem Spannungsfeld zwischen Nachfragesorgen wegen der Corona-Krise und einem tendenziell steigenden Angebot. Für Letzteres ist der Ölverbund Opec+ verantwortlich, weil er seit Anfang August seine Förderbremse wieder etwas gelockert hat. Grund ist die Hoffnung auf eine Beruhigung der Corona-Pandemie.

08:15 Uhr

Dax zur Eröffnung höher erwartet

Zum Auftakt der neuen Börsenwoche wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge höher starten. Gewinnmitnahmen und ein stärkerer Euro hatten den Dax am Freitag gedrückt. Der deutsche Leitindex verlor ein halbes Prozent auf 13.033 Punkte. Am heutigen Montag stehen die Verbraucherpreise aus Deutschland auf der Agenda. In China werden die Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe und Dienstleistungen veröffentlicht.

07:51 Uhr

Nestlé greift nach Geschäft mit der Gesundheit

Nestle
Nestle 102,22

Der Schweizer Lebensmittelkonzern Nestlé baut sein Gesundheitsgeschäft mit einem Milliardenzukauf aus. Rund 2,6 Milliarden Dollar will der Weltmarktführer für die US-Firma Aimmune Therapeutics auf den Tisch legen. Aimmune entwickelt und vermarktet Therapien zur Behandlung lebensbedrohlicher Lebensmittelallergien, wie Nestlé mitteilte.

Die Aimmune-Aktionäre sollen 34,50 Dollar je Aktie erhalten, entsprechend einer Prämie von 174 Prozent gegenüber dem Schlusskurs am 28. August 2020. Finanzieren will Nestlé die Transaktion, die im vierten Quartal abgeschlossen werden soll, mit liquiden Mitteln.

07:09 Uhr

Chinas Industrie wächst langsamer als erwartet

Chinas Industrie ist im August langsamer als erwartet gewachsen. Der amtliche Einkaufsmanagerindex (PMI) fiel von 51,1 im Juli auf 51 im August, wie das Statistikamt mitteilte. Damit liegt das Barometer über der Marke von 50 Zählern, die monatlich Wachstum von Kontraktion trennt. Analysten hatten für August im Monatsvergleich mit einem leichten Anstieg auf 51,2 gerechnet.

Die Erholung in Chinas riesigem Industriesektor bleibt den Daten zufolge ungleichmäßig, nachdem große Teile der Wirtschaft infolge der Beschränkungen zur Eindämmung der Coronavirus-Pandemie lahmgelegt waren. Aufgestaute Nachfrage, stimulierungsbedingte Infrastrukturerweiterungen und überraschend widerstandsfähige Exporte treiben allerdings die Erholung weiter voran.

06:44 Uhr

Asiatische Börsen erreichen 29-Monats-Hoch

Nikkei
Nikkei 23.360,30

Die asiatischen Aktien klettern auf ein 29-Monats-Hoch geklettert. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf 2 Prozent höher bei 23.329 Punkten, unterstützt durch die Nachricht, dass Warren Buffetts Berkshire Hathaway sich in fünf führende japanischen Handelsunternehmen eingekauft hat. Der breiter gefasste Topix-Index stieg um 1,6 Prozent und lag bei 1631 Punkten. Die Börse in Shanghai lag 0,7 Prozent im Plus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen gewann 0,7 Prozent und stieg auf Werte, die seit Mitte 2015 nicht mehr erreicht wurden.

Umfragen ergaben, dass die chinesische Produktionstätigkeit im Juli zwar auf 51,0 zurückgegangen ist, die Aussichten aber positiv sind. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans stieg um 0,4 Prozent und erreichte den höchsten Stand seit März 2018.

Im asiatischen Devisenhandel gewann der Dollar 0,1 Prozent auf 105,46 Yen und gab 0,3 Prozent auf 6,8455 Yuan nach. Zur Schweizer Währung notierte er kaum verändert bei 0,9035 Franken. Parallel dazu stieg der Euro um 0,1 Prozent auf 1,1913 Dollar und notierte kaum verändert bei 1,0766 Franken. Das Pfund Sterling stagnierte bei 1,3351 Dollar.