Dienstag, 01. September 2020Der Börsen-Tag

Heute mit Wolfram Neidhard
17:38 Uhr

Euro nervt Dax - Leitindex fährt zeitweise Achterbahn

An den europäischen Aktienmärkten hat sich heute keine einheitliche Tendenz durchsetzen können. Zwischenzeitlich waren die Börsen ins Minus gerutscht, weil der Euro erstmals seit zwei Jahren die Marke von 1,20 US-Dollar überstiegen hatte. Das wiederum hatte zu Gewinnmitnahmen von US-Anlegern geführt. Nach starken US-Konjunkturdaten kam es aber zu einem Rückschlag im Euro und zu einer Erholung der Aktienkurse.

Dax
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In Frankfurt ging der Dax mit einem kleinen Plus von 0,2 Prozent auf 12.974 Punkte aus dem Handel, sein Tageshoch lag bei 13.127 Stellen. MDax und TecDax gewannen ebenfalls je 0,2 Prozent auf 27.522 beziehungsweise 3116 Zähler. Der EuroStoxx50 stieg um 0,1 Prozent auf 3274 Punkte.

Bei den Einzelwerten stand heute die zweite Reihe im Blickpunkt. Freenet rückten um 1,0 Prozent vor. Kurstreiber war die Ankündigung eines Aktienrückkaufprogramms im Volumen von bis zu 100 Millionen Euro. Das sind rund 3,9 Prozent des Grundkapitals.

Aroundtown stiegen um 1,6 Prozent auf 4,66 Euro, nachdem das Immobilien-Unternehmen eine Aufstockung seines Aktienrückkaufprogramms angekündigt hat. Aroundtown will Aktien in der Spanne von 4,60 zu 5,00 Euro zurückkaufen. Der Rückkauf soll vom 3. bis zum 16. September laufen.

Für Überraschung am Markt sorgen die Pläne von Rocket Internet für ein Delisting. Rocket Internet will nun 18,57 Euro je eigene Aktie zahlen, das Papier verlor 0,5 Prozent auf 18,86 Euro.

Zalando zogen um 5,3 Prozent an. Goldman Sachs hat die Aktien zum Gewinner der Corona-Pandemie erklärt und auf die Kaufliste gesetzt.

17:20 Uhr

Continental erhöht Schlagzahl beim Sparen

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Continental verschärft wegen der anhaltend geringen weltweiten Fahrzeugproduktion sein Sparprogramm. Der Dax-Konzern will einer Mitteilung zufolge nun ab 2023 in der Summe jährlich mehr als 1 Milliarde Euro brutto einsparen. Damit erhöht Conti das bisherige Einsparziel um etwas mehr als 500 Millionen Euro jährlich. Grund für die zusätzlichen Maßnahmen sei auch die Verschärfung der Konjunkturkrise durch die Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie.

In der Summe dürften sich die Maßnahmen insgesamt auf weltweit rund 30.000 Arbeitsplätze direkt auswirken. Diese Jobs würden verändert, verlagert oder aufgegeben, so Conti. Rund 13.000 davon befänden sich in Deutschland.

Der Kurs der Conti-Aktie fiel am Nachmittag um 2,1 Prozent.

17:02 Uhr

Maersk plant radikalen Umbau - viele Stellen fallen weg

Bei Maersk wird der Rotstift gespitzt. Die weltgrößte Containerreederei plant eine umfassende Umstrukturierung samt Stellenabbau. Wie viele Jobs wegfallen werden, ließ der dänische Mutterkonzern der Reederei Hamburg Süd offen. Eine Sprecherin sagte lediglich, von den insgesamt rund 80.000 Beschäftigten würden von der Umstrukturierung zwischen 26.000 und 27.000 betroffen sein.

Die 2017 von Oetker übernommene Reederei Hamburg Süd soll zwar als Marke erhalten bleiben, die technische Abwicklung aber mit der von Maersk zusammengelegt werden.

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(Foto: imago images/Winfried Rothermel)

16:44 Uhr

US-Industrie wächst wieder kräftig

Die US-Industrie hat weiter Boden gutgemacht und ihr Wachstumstempo gesteigert. Dank vieler Neuaufträge legte der Einkaufsmanager-Index im August auf 56,0 Punkte von 54,2 Zählern im Juli zu, wie aus einer Firmenumfrage des Institute for Supply Management (ISM) hervorgeht. Dies ist der höchste Stand seit Januar 2019. Analysten hatten lediglich mit 54,5 Punkten gerechnet.

Wenig schwungvolle Signale kamen derweil vom Immobilienmarkt: Die Bauausgaben in den USA legten im Juli nur um 0,1 Prozent auf 1,365 Billionen Dollar zu. Experten hatten mit einem Anstieg um 1,0 Prozent gerechnet, nach einem Minus von revidiert 0,5 Prozent im Juni.

16:20 Uhr

Die passende Strategie für die Rally

Der August ist statistisch gesehen einer der schlechtesten Börsenmonate. Wegen der Corona-Pandemie war das dieses Jahr anders. Die Börsen legten vor allem in den USA kräftig zu. Anleger wollen die Rally nicht verpassen, fürchten aber auch neue Kurseinbrüche. Wie Investoren ihre Depots wetterfest absichern können, falls es doch wieder stürmisch wird, bespricht Bianca Thomas mit Nicolai Tietze von Morgan Stanley.

16:00 Uhr

Wall Street uneinheitlich - Nasdaq bleibt in Rekordlaune

Gestützt auf Kursgewinne des Schwergewichts Apple hat der Nasdaq-Index seine Rekordjagd fortgesetzt. Das Börsenbarometer für die US-Technologiewerte stieg zur Eröffnung um 0,6 Prozent und notierte mit 11.851 Punkten so hoch wie noch nie. Der Dow Jones und der breit gefasste S&P 500 bröckelten dagegen um bis zu 0,4 Prozent ab.

Die Aktien von Apple stiegen um 3 Prozent auf ein Rekordhoch von 132,92 Dollar. Einem Medienbericht zufolge will der Konzern in diesem Jahr 75 Millionen iPhones mit dem neuen Mobilfunkstandard 5G absetzen. Die Papiere des Mobilfunkchip-Spezialisten Broadcom stiegen um 0,8 Prozent und näherten sich ihrer bisherigen Bestmarke von 350,58 Dollar bis auf einen guten halben Dollar an.

15:51 Uhr

Euro über 1,20 Dollar - Was bedeutet das für Wirtschaft und Dax?

Erstmals seit April 2018 hat der Euro die Marke von 1,20 US-Dollar überwunden. Die Gemeinschaftswährung stieg auf 1,2012 Dollar. Danach fiel der Kurs wieder etwas und notierte bei 1,1975 Dollar.

Die EZB setzte den Referenzkurs auf 1,1987  (Montag: 1,1940) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8342 (0,8375) Euro. Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,88975 (0,89605) britische Pfund, 126,92 (126,47) japanische Yen und 1,0865 (1,0774) Schweizer Franken fest.

15:19 Uhr

Dax dreht ins Minus

Gewinnmitnahmen von US-Anlegern haben den Dax in die Verlustzone gedrückt. Der Leitindex verlor kurz vor Handelsbeginn an der Wall Street 0,5 Prozent auf 12.885 Punkte. "Seit einigen Tagen neigt der Markt nachmittags zur Schwäche", sagte ein Börsianer dazu.

15:05 Uhr

Tesla kündigt sporadische Aktienverkäufe an

Der US-Elektroautobauer Tesla will von Zeit zu Zeit eigene Aktien auf den Markt werfen. Wie der Konzern mitteilte, soll sich das Volumen auf insgesamt bis zu 5 Milliarden US-Dollar belaufen. Die Aktie legte vorbörslich um 6 Prozent zu. Gestern war das Papier war bereits gestern nach dem Aktiensplit im Verhältnis fünf zu eins um 13 Prozent auf 498,32 Dollar geklettert. Seit Ankündigung des Splits am 11. August hat das Papier 81 Prozent gewonnen. Seit Jahresbeginn hat es sich mehr als verfünffacht.

Tesla hat eine Vereinbarung mit mehreren Banken geschlossen, darunter Goldman Sachs, Barclays und die Deutsche Bank, die für Tesla die Aktien verkaufen. Sie erhalten eine Provision von bis zu 0,5 Prozent der Bruttoeinnahmen aus jedem Verkauf. Tesla kann die Vereinbarung jederzeit kündigen.

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14:44 Uhr

Zoom-Aktienkurs geht vorbörslich durch die Decke

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(Foto: picture alliance/dpa)

Eine Umsatz- und Gewinnexplosion beschert Zoom den größten Kurssprung der Firmengeschichte. Die Aktien des Spezialisten für Videokonferenzen steigen im vorbörslichen US-Geschäft um mehr als 30 Prozent und sind mit 429,19 Dollar so teuer wie nie.

Die Zahlen seien aus einer anderen Welt, kommentierte Analyst Matt VanVliet vom Brokerhaus BTIG. Zoom lasse die Konkurrenz weit hinter sich. Er stufte das Papier mit einem Kursziel von 500 Dollar auf "Buy" hoch.

14:33 Uhr

Siemens Energy will nach Börsengang Kosten drücken

Die an die Börse strebende Energiesparte von Siemens umgarnt die Anleger mit Kostensenkungen und Ergebnissteigerungen. "Wir sind in fast allen Märkten die Nummer eins oder zwei", sagte Siemens-Energy-Chef Christian Bruch anlässlich eines Investorentags. Die Performance des Unternehmens müsse aber besser werden. Ziel sei, die angepasste Gewinn-Marge (Ebita) vor Sondereffekten im Geschäftsjahr 2023 auf 6,5 bis 8,5 Prozent zu steigern.

Siemens selbst will zunächst 35,1 Prozent behalten, der Rest geht an den Siemens Pensionsfonds. Binnen 12 bis 18 Monaten nach dem Börsengang will der Mutterkonzern seinen Anteil weiter verringern, bekräftigte Siemens-Finanzchef Ralf Thomas. Siemens Energy kündigte an, zusätzlich zu den bereits angekündigten Einsparungen von rund 1 Milliarde Euro bis 2023 weitere Kostensenkungen von mindestens 300 Millionen Euro gegenüber 2018 zu prüfen.

14:09 Uhr

Lidl-Chef Paternò nimmt seinen Hut - nur kurze Amtszeit

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(Foto: picture alliance/dpa)

Paukenschlag bei Lidl: Der Handelsriese braucht einen neuen Chef. Ignazio Paternò hat nach Informationen der "Lebensmittel-Zeitung" seinen Rücktritt erklärt. Er war erst im vergangenen Jahr zum Lidl-Chef ernannt worden.

Die Suche nach einem Nachfolger laufe, kommissarisch übernehme mit sofortiger Wirkung Gerd Chrzanowski. Dieser ist der designierte Nachfolger des Chefs der Schwarz-Gruppe, Klaus Gehrig.

13:37 Uhr

Rocket Internet: Aktionäre der ersten Stunde machen richtig Miese

Rocket Internet
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Rocket-Internet-Aktionäre, die die Aktie seit dem IPO 2014 in ihrem Portfolio halten, werden ihre Aktien im Rahmen des Rückkaufangebots nur mit einem herben Verlust abstoßen können. Rocket Internet war mit 42,50 Euro je Aktie an die Börse gegangen, zurückerwerben will das MDax-Unternehmen die Aktien zu einem Preis von 18,57 Euro je Papier.

Die Zustimmung der außerordentlichen Hauptversammlung zum Delisting kann als sicher gelten. Es ist nur eine einfache Mehrheit erforderlich. Mit zusammen rund 49,64 Prozent halten knapp die Hälfte der Aktien die Global Founders GmbH - eine Familienstiftung, die den Unternehmensgründern Marc, Oliver und Alexander Samwer zugerechnet werden kann -, sowie Vorstandschef Oliver Samwer selbst.

Mit Barmitteln von rund 1,9 Milliarden Euro, über die Rocket Internet laut Investorenpräsentation Ende April verfügte, dürfte der Konzern genug liquide Mittel haben, um den Rückkauf der restlichen gut 51 Prozent zu stemmen.

13:13 Uhr

Wall Street funkt Gewinne - Techwerte wohl wieder stark

Die US-Börsen dürften mit Kursgewinnen in den neuen Monat starten, wobei die Technologiewerte erneut die Nase vorn haben. Nachdem die Nasdaq-Indizes gestern neue Allzeithochs erreichten, liegt der Nasdaq-Future vorbörslich gut 1 Prozent im Plus. Das Interesse an den Standardwerten, die zu Wochenbeginn einen Rücksetzer erlebten, ist derweil verhaltener. Der S&P-Future zeigt sich 0,3 Prozent höher.

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(Foto: REUTERS)

Neben der in der vorigen Woche bestätigten Niedrigzinspolitik der US-Notenbank tragen ermutigende Nachrichten zum Thema Corona zur positiven Stimmung bei. Die Zahl der Neuinfektionen in den USA ist nunmehr so niedrig wie zuletzt vor zwei Monaten. Unterstützung kommt auch aus Übersee. In China hat der Caixin-Einkaufsmanagerindex positiv überrascht, und auch europäische Konjunkturdaten zeugten von einer wirtschaftlichen Erholung.

Einblicke geben nach der Startglocke an der Wall Street die August-Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe sowohl von Markit als auch von ISM und Juli-Daten zu den Bauausgaben.

Unter den Einzelwerten springen Zoom Video Communications vorbörslich um fast 26 Prozent nach oben. Der Videokonferenzanbieter hat seinen Jahresausblick während der Pandemie zum zweiten Mal angehoben.

12:52 Uhr

Wirecard-Untersuchungsausschuss kommt

Die Opposition im Bundestag will zur politischen Aufarbeitung des Wirecard-Skandals einen Untersuchungsausschuss einsetzen. Nach AfD, FDP und Linke sind nun auch die Grünen dafür. FDP, Linke und Grüne haben zusammen die nötige Stimmenzahl für die Einsetzung eines Untersuchungsausschusses und wollen gemeinsam abstimmen.

12:44 Uhr

Münchner Startup übernimmt Wirecard-Tochter

Wieder ein kleiner Erfolg für Wirecard-Insolvenzverwalter Michael Jaffé: Er hat für eine weitere Tochterfirma einen neuen Eigentümer gefunden. Das Münchener Startup ID Now übernimmt die Wirecard Communication Services GmbH in Leipzig. Der Standort sowie der Großteil der 150 Arbeitsplätze soll erhalten bleiben. Die beiden Unternehmen arbeiteten bereits seit mehr als fünf Jahren zusammen. Zum Kaufpreis wollte sich ID Now nicht äußern.

Wirecard Communication Services erbringt Dienstleistungen für den Mutterkonzern und externe Kunden wie Call-Center-Anbieter. ID Now bietet Identifikations-Dienste per Video an.

12:06 Uhr

Dax bleibt im Plus - Ringen um die 13.000

Der Dax hat sich am Mittag im Kampf mit der 13.000er-Marke befunden. Der Leitindex gewann 0,5 Prozent auf 13.012 Punkte, nachdem er zuvor zeitweise darunter gerutscht war. Der EuroStoxx50 legte um 0,3 Prozent auf 3282 Stellen zu.

Die Anleger von Rocket Internet reagierten enttäuscht auf das Angebot der Startup-Schmiede bei einem geplanten Börsenrückzug. Zuletzt verlor die Aktie 0,7 Prozent und näherte sich damit dem Preis von 18,57 Euro je Aktie, den der MDax-Konzern seinen Aktionären bieten will.

Zalando stiegen auf ein Rekordhoch und zuletzt noch um 5 Prozent. Die Analysten von Goldman Sachs lobten die Plattformstrategie des Online-Modehändlers und stuften die Titel von "Neutral" auf "Buy" hoch.

11:29 Uhr

Negativ-Inflation in der Eurozone

Die Zapfpistole eines Tanklasters. Foto: Hauke-Christian Dittrich/Archiv

Die Energiepreise sind hauptsächlich für diese Entwicklung verantwortlich.

(Foto: Hauke-Christian Dittrich/dpa)

Die Verbraucherpreise in der Eurozone sind erstmals seit mehr als vier Jahren gefallen. Wie die Statistikbehörde Eurostat mitteilte, gingen die Lebenshaltungskosten in der Währungsunion nach einer ersten Schätzung im August im Vergleich zum Vorjahresmonat um 0,2 Prozent zurück. Grund waren demnach weiter stark fallende Energiepreise. Im Juli hatten sich die Verbraucherpreise im Vergleich zum Vorjahresmonat noch um 0,4 Prozent erhöht. Einen Rückgang der Verbraucherpreise hatten die EU-Statistiker das letzte Mal im Mai 2016 verzeichnet.

Haupttriebfeder der Abwärtsentwicklung im August waren die Energiepreise, die in den 19 Staaten der Währungsunion um 7,8 Prozent zurückgingen. Leicht gaben auch die Kosten für Industriegüter nach, die 0,1 Prozent billiger wurden.

11:13 Uhr

Bundesregierung erwartet nun geringeren BIP-Einbruch

Die Bundesregierung rechnet in der Corona-Rezession mit einem etwas weniger starken Wirtschaftseinbruch als zunächst befürchtet. Nach einer neuen Prognose wird das Bruttoinlandsprodukt (BIP) in Deutschland in diesem Jahr um 5,8 Prozent sinken, wie Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier mitteilte. Dies wäre aber immer noch der bisher schwerste Einbruch der Nachkriegsgeschichte. In ihrer Ende April vorgelegten Frühjahrsprojektion hatte die Bundesregierung damit gerechnet, dass infolge der Corona-Krise das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland in diesem Jahr um 6,3 Prozent sinkt.

Laut Altmaier hat der Aufholprozess der Wirtschaft nach dem Lockdown im Frühjahr eingesetzt. Für das kommende Jahr ist der CDU-Politiker aber etwas pessimistischer. 2021 wird ein Wachstum von 4,4 Prozent erwartet. Bisher hatte die Bundesregierung mit einem Plus 5,2 Prozent gerechnet.

11:01 Uhr

Vodafone und Bharti fusionieren Sendeturmgeschäft

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Vodafone-Sendeturm im Frankfurter Stadtteil Sossenheim.

(Foto: picture alliance/dpa)

Vodafone nimmt den Faden zur Fusion des eigenen Sendeturmgeschäfts mit dem der indischen Bharti Airtel wieder auf. Die Briten vereinbarten, für die eigene Beteiligung von 42 Prozent an Indus Towers 760 Millionen neue Aktien des fusionierten Sendeturmbetreibers zu erhalten. Damit werde Vodafone 28,2 Prozent an Bharti Infratel halten. Der Anteil der Inder an ihrer Tochter sinkt auf 36,7 Prozent von zuvor 53,5 Prozent.

Kontrolliert werden soll das fusionierte Geschäft von beiden Partnern. Vodafone teilte mit, die Beteiligung am Sendeturmbetreiber komme auf einen Marktwert von aktuell gut 2 Milliarden US-Dollar.

10:41 Uhr

Abgeordnete: Verdachtsmeldungen zu Wirecard versandeten in Bayern

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Neues im Fall Wirecard: Verdachtsmeldungen der Anti-Geldwäsche-Einheit des Zolls zu dem mittlerweile insolventen Zahlungsdienstleister sind nach Einschätzung von Abgeordneten in Bayern versandet. Anfang 2019 habe die so genannte Financial Intelligence Unit (FIU) des Zolls zwei "sehr werthaltige" Meldungen an das bayerische Landeskriminalamt gemacht, sagte der SPD-Bundestagabgeordnete Jens Zimmermann am Rande einer zweitägigen Sondersitzung des Finanzausschusses zu Wirecard. Dabei ging es laut Zimmermann um Wirecard-Vorstände, die in merkwürdige Transaktionen verwickelt gewesen sein sollten. Diese "Smoking Gun" sei aber dann von der Staatsanwaltschaft offenbar nicht weiter verfolgt worden.

Auch der FDP-Abgeordnete Florian Toncar bemängelte, dass das Verfahren sei viel zu schnell eingestellt worden sei. "Hätte man da ernsthafter weiter ermittelt, hätte man vielleicht auch Zweifel bekommen insgesamt an den handelnden Personen bei Wirecard", sagte er. Auch Berichte über Marktmanipulationen wären dann in anderem Licht erschienen.

10:29 Uhr

HWWI sieht deutsche Wirtschaft zurück auf Erholungskurs

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(Foto: picture alliance/dpa)

Das Hamburgische Weltwirtschaftsinstitut (HWWI) hat seine Prognose der Wirtschaftsentwicklung in Deutschland für 2021 angehoben. Erwartet werde nun ein Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP) von 5,0 Prozent nach einem Rückgang des BIP um ebenfalls 5,0 Prozent in diesem Jahr, teilten die Ökonomen mit. Bisher hatten sie mit einem Wachstum von 4,5 Prozent im kommenden Jahr gerechnet. Nun aber sieht das HWWI die deutsche Wirtschaft nach eigenen Angaben "zurück auf Erholungskurs".

Die privaten Konsumausgaben werden nach der Prognose dieses Jahr um 5,7 Prozent sinken und kommendes um 5,5 Prozent steigen. Für die Anlageinvestitionen sehen die Hamburger Ökonomen 2020 ein Minus von 4,6 Prozent und 2021 ein Plus von 4,4 Prozent. Dabei sollen die Investitionen in Ausrüstungen in diesem Jahr um 17,1 Prozent fallen, bevor sie dann 2021 wieder um 8,4 Prozent zulegen.

10:08 Uhr

Deutscher Arbeitsmarkt zeigt Anzeichen einer Trendwende

Ein Schild weist auf die Agentur für Arbeit hin. Foto: Sina Schuldt/dpa/Archivbild

Ein Schild weist auf die Agentur für Arbeit hin. Foto: Sina Schuldt/dpa/Archivbild

(Foto: Sina Schuldt/dpa/Archivbild)

Der Arbeitsmarkt in Deutschland hat sich im August in saisonbereinigter Rechnung günstiger entwickelt als erwartet und zeigt damit zunehmende Anzeichen einer Trendwende. Wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) bekanntgab, sank die Arbeitslosenzahl bereinigt um saisonale Einflüsse gegenüber Juli um 9000 Personen. Damit sind nun 2,955 Millionen Menschen ohne Beschäftigung. Volkswirte hatten hingegen eine Zunahme um 20.000 Personen erwartet. Im Juli hatte sich die Zahl der Arbeitslosen saisonbereinigt in revidierter Rechnung um 17.000 verringert. Die Arbeitslosenquote verharrte im August bei 6,4 Prozent, was den Erwartungen der Experten entsprach. Gegenüber dem Vorjahr waren 636.000 Menschen mehr arbeitslos gemeldet.

Nicht saisonbereinigt ist die Arbeitslosenzahl im Vergleich zum Vormonat um 45.000 gestiegen. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich nicht bereinigt um 0,1 Prozentpunkte auf 6,4 Prozent.

  • "Die Arbeitslosigkeit hat im August im üblichen Umfang zugenommen; damit gab es wie schon im Juli keinen zusätzlichen coronabedingten Anstieg der Arbeitslosigkeit", sagte der BA-Vorstandsvorsitzende Detlef Scheele.
  • "Dennoch sind die Auswirkungen der Pandemie auf den Arbeitsmarkt weiterhin sehr deutlich sichtbar."
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09:52 Uhr

Aroundtown von neuem Aktienrückkaufprogramm getrieben

Die Aktie von Aroundtown war in der ersten Handelsstunde gesucht, nachdem das Immobilienunternehmen eine Aufstockung ihres Aktienrückkaufprogrammes angekündigt hatte. Das Papier legte um 3 Prozent zu. Der MDax-Konzern will Aktien in der Spanne von 4,60 zu 5,00 Euro zurückkaufen.

Interessant sei vor allem, dass das dafür geplante Zeitfenster "mit nur zwei Wochen ziemlich eng ist", kommentierte ein Händler. Der Rückkauf soll vom 3. bis zum 16. September laufen.

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09:28 Uhr

Wohnmobilbauer wagt Gang aufs Börsenparkett

Der eine geht, der andere kommt: Der Wohnmobil-Hersteller Knaus Tabbert hat seinen geplanten Börsengang bestätigt. Vorgesehen sei die Ausgabe von Aktien aus dem Besitz der bisherigen Anteilseigner und eine Kapitalerhöhung um rund 20 Millionen Euro für den beschleunigten Ausbau der Produktionsanlagen, teilte das bayerische Unternehmen mit. Der Börsengang solle in Frankfurt stattfinden.

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09:24 Uhr

Dollarschwäche bremst Asiens Börsen aus

An den asiatischen Börsen haben sich die Anleger heute unentschlossen gezeigt. Für Auftrieb sorgte einerseits ein kräftiges Wachstum der chinesischen Industrie, belastend wirkte andererseits der Kursverfall des US-Dollar.

Der MSCI-Index für die asiatischen Aktien ohne Japan legte 0,3 Prozent zu und glich damit einige der gestrigen Verluste. In Tokio ging der Nikkei unverändert bei 23.138 Punkten aus dem Handel. Die chinesischen Börsen notierten ebenfalls kaum verändert.

09:13 Uhr

Dax wieder über 13.000, aber Euro-Stärke bremst

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Die Hoffnung auf eine Konjunkturbelebung nach der Corona-Krise hat zu Handelsbeginn die Kauflaune der an der Frankfurter Börse gestützt. Der Dax legte um 0,6 Prozent auf 13.025 Punkte zu. Der MDax vermehrte sich um 0,7 Prozent auf 27.632 Zähler, der TecDax um 1,2 Prozent auf 3146 Stellen. Der EuroStoxx50 notierte 0,4 Prozent höher bei 3286 Punkten.

Der stärkere Euro verhinderte jedoch größere Gewinne. Die Gemeinschaftswährung liegt nur noch knapp unter der Marke von 1,20 US-Dollar. Der starke Euro bereite den europäischen Aktienmärkten Probleme, erklärte Milan Cutkovic, Marktanalyst beim Brokerhaus AxiTrader.

Um 1,3 Prozent aufwärts ging es für die Aktie von Rocket Internet. Der milliardenschwere Startup-Investor will das Börsenparkett verlassen und bietet den Aktionären den Rückkauf der Aktien zum gesetzlichen Mindestkurs an. Allerdings gingen viele davon aus, dass sie letztlich viel mehr zahlen müssten als die 18,57 Euro, die derzeit geboten seien, sagte ein Händler.

08:39 Uhr

Rocket Internet will Börse verlassen

Rocket Internet
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Der Start-up-Investor Rocket Internet will sich von der Börse zurückziehen. Dazu werde den Aktionären der Rückkauf ihrer Anteilsscheine für je 18,57 Euro angeboten, teilte der MDax-Konzern am Morgen mit. Das ist allerdings weniger als die Papiere am Montag zu Börsenschluss gekostet hatten.

Für Rocket Internet habe die Nutzung des Kapitalmarkts als Finanzierungsmöglichkeit an Bedeutung verloren, hieß es in der Mitteilung. Außerhalb der Börse könne das Unternehmen bei strategischen Entscheidungen einen längerfristigen Ansatz verfolgen. Auf einer außerordentlichen Hauptversammlung am 24. September sollen die Rocket-Aktionäre über den Einzug der zurückgekauften Aktien entscheiden.

Parallel beschloss Rocket Internet ein Aktienrückkaufprogramm zum Erwerb von bis zu 8,84 Prozent des Grundkapitals über die Börse. Das Programm soll mit Ablauf des 15. September enden.

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08:36 Uhr

Ölpreise ziehen an

Mit den Ölpreisen  ist es im frühen Handel unter anderem wegen des schwächeren US-Dollar nach oben gegangen. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 45,80 Dollar - das waren 52 Cent mehr als gestern Abend. Der Preis für ein Fass der US-Sorte WTI stieg um 43 Cent auf 43,04 Dollar. Der WTI-Preis hatte sich zuletzt deutlich vom Tief im April erholt. Damals war der Preis für ein paar Stunden in den negativen Bereich gerutscht - das heißt Käufer haben Geld dafür bekommen, wenn sie Öl abgenommen haben. Grund dafür waren volle Öllager an der Westküste der USA, da die Nachfrage infolge der Corona-Krise zusammengebrochen war.

Grundsätzlich befindet sich der Ölmarkt derzeit in einem Spannungsfeld zwischen Nachfragesorgen wegen der Corona-Krise und einem tendenziell steigenden Angebot. Für Letzteres ist der Ölverbund Opec+ verantwortlich, weil er seit Anfang August seine Förderbremse wieder etwas gelockert hat. Grund ist die Hoffnung auf eine Beruhigung der Corona-Pandemie.

08:24 Uhr

Ifo meldet etwas bessere Geschäftslage in der Autoindustrie

Lichtblick in wirtschaftlich etwas dunklerer Zeit: Die Stimmung in der von Corona-Krise und Strukturwandel gebeutelten deutschen Autobranche hat sich etwas aufgehellt. Das Barometer für die Geschäftslage bei Herstellern und Zulieferern stieg im August auf minus 34,8 Punkte von minus 68,3 Zählern im Juli, wie das Münchner Ifo-Institut unter Berufung auf seine Unternehmensumfrage mitteilte. Das Barometer für die Erwartungen zum künftigen Geschäft fiel dagegen um 3,5 auf plus 37,4 Punkte.

Auch die Exportaussichten wurden schlechter beurteilt als noch im Vormonat, ebenso die Produktionspläne. Die Beschäftigungssituation bleibe angespannt, die Unternehmen planten weiter mit Personalabbau, sagte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe.

08:01 Uhr

Herabstufung lastet auf Aktie von Deutsche Wohnen

Der Aktie der Deutsche Wohnen steht wohl ein schwieriger Tag bevor. Mit einem Abschlag von 1,4 Prozent ist das Papier des Berliner Immobilienkonzerns im vorbörslichen Handel bei Lang & Schwarz schwächster Dax-Wert. Die Experten von Goldman Sachs haben die Aktie auf "Sell" von "Neutral" herab.

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(Foto: picture alliance/dpa)

07:27 Uhr

Eurokurs auf höchstem Stand seit Mai 2018

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,19

Der Euro ist im frühen Handel auf den höchsten Stand seit Mai 2018 gestiegen und nähert sich der Marke von 1,20 Dollar. In der Spitze kletterte der Eurokurs bis auf 1,1997 Dollar. Zuletzt wurde die Gemeinschaftswährung mit 1,1990 US-Dollar gehandelt. Damit setzt der Euro den Höhenflug der vergangenen Monate fort. Nachdem der Kurs im März - also zu Beginn der Corona-Krise - bis auf 1,0636 Dollar gefallen war, geht es seit Mitte Mai stetig aufwärts.

In den vergangenen Tagen sorgte die veränderte geldpolitische Zielsetzung der US-Notenbank Fed für eine Dollar-Schwäche. Die am Donnerstag der Vorwoche verkündeten Neuerungen könnten längerfristig zu einer höheren Inflation in den USA führen, erwartet Commerzbank-Analyst Ulrich Leuchtmann. Dies dürfte tendenziell den Dollar belasten. So verlor der Dollar zuletzt nicht nur im Vergleich zum Euro an Wert, sondern zum Beispiel auch zum japanischen Yen.

06:37 Uhr

Studie: Amazon will per Mitarbeiter-Überwachung Produktivität steigern

Versand-Riese Amazon setzt in den USA einer Studie zufolge auf weitreichende Überwachungsmaßnahmen zur Steigerung der Produktivität seiner Angestellten. Zudem versucht das Unternehmen die Bildung von Gewerkschaftsgruppen mithilfe der Erkenntnisse zu verhindern, heißt es in der Untersuchung des Open Markets Institute (OPI).

  • Laut der Studie nutzt Amazon unter anderem Überwachungskameras, Kontrollarmbänder, Navigations-Programme, Wärmebildkameras und Scanner zur Überwachung der Belegschaften. Zudem werden Filmaufnahmen ausgewertet.
    Amazon
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  • Außerdem wertet Amazon laut der Studie die Stimmung unter den Angestellten aus, um herauszufinden, in welcher Filiale ein erhöhtes Risiko der Bildung einer Arbeitnehmer-Interessensvertretung bestehe. Zudem würden die Angestellten versetzt, um die damit das Entstehen Betriebsräten zu verhindern.

Hinter OPI verbirgt sich nach eigenen Angaben eine Gruppe von Journalisten, Forschern und Rechtsanwälten, die gegen Kartelle und monopolartige Strukturen vorgehen.

06:33 Uhr

Asien-Börsen zeigen sich durchwachsen

Die Börsen in Asien haben sich am zunächst uneinheitlich gezeigt. "Nach einem so starken Lauf im Sommer kehren wir zum alten Pandemie-Spiel zurück, also sehen wir eine verstärkte Nachfrage bei Technologiewerten", sagte Mona Mahajan, Senior-Investmentstrategin bei Allianz Global Investors in New York. "Das ist ein defensiver Schachzug, da die Leute wieder verstärkt daran denken, zu Hause zu bleiben, wenn wir uns der Herbstsaison nähern."

  • Positiv auf die Kauflaune der Anleger wirkte sich die Ankündigung des Pharmakonzerns AstraZenecas aus, in den USA mit rund 30.000 Teilnehmer die letzte Phase zur Prüfung ihres Covid-19-Impfstoffkandidaten AZD1222 zu beginnen.
  • Auch die taiwanesischen Aktien konnten einen Aufschwung verzeichnen, nachdem die USA am Montag angekündigt hatten, einen neuen bilateralen Wirtschaftsdialog mit dem Land aufzunehmen.
    Nikkei
    Nikkei 23.360,30

Der Nikkei-Index lag im Verlauf faktisch unverändert bei 23.146 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index sank um 0,4 Prozent und lag bei 1611 Punkten. Trotz positiver Wirtschaftsdaten aus China nahm die Börse in Shanghai keine Fahrt auf. Sie blieb unverändert. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen gewann 0,1 Prozent. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans fiel um 1,3 Prozent.