Dienstag, 04. Februar 2020Der Börsen-Tag

Mit Max Borowski
17:50 Uhr

Dickes Dax-Plus: Anleger suchen wieder das Risiko

Der Dax schließt - allen dramatischen Meldungen zur Coronavirus-Epidemie zum Trotz - mit dem größten Plus seit Monaten: 1,8 Prozent macht der Leitindex gut auf 13,281 Punkte.

Dax
Dax 13.783,89

Die Anleger setzen auf die stützenden Maßnahmen, die nicht nur die chinesische Zentralbank, sondern auch andere Notenbanken in Aussicht gestellt haben. Marktexperte Andreas Lipkow von der Comdirect Bank beobachtet zudem seit Tagen eine Branchenrotation am deutschen Aktienmarkt aufmerksam: "Der Risikohunger ist wieder vorhanden und so stehen die Aktien von Infineon, Covestro und Volkswagen hoch im Kurs. Defensive Unternehmen zum Beispiel aus dem Versorgersektor werden eher verkauft." An die Spitze des Dax setzen sich am Nachmittag Wirecard mit einem Plus von 4,3 Prozent. Vorwürfe aus einem Pressebericht, die den Kurs zuvor gedrückt hatten, sollen sich als falsch herausgestellt haben.

17:19 Uhr

Pfund stabilisiert sich

Am Devisenmarkt stabilisiert sich das Pfund im Bereich des neuen Sechswochentiefs, nachdem es am Morgen zunächst noch etwas weiter gefallen war. Dem Pfund dürfte ein holpriger Weg bevorstehen, sollten sich die Spannungen zwischen Großbritannien und der EU wegen der anstehenden Handelsgespräche verstärken, erwarten die Analysten der Unicredit. Aktuell wird das Pfund mit 1,3023 Dollar gehandelt, nach 1,3156 am Montagmorgen.

Der Kurs des Euro fällt. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1048  (Montag: 1,1066) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,9051  (0,9037) Euro.

17:13 Uhr

Nachfrage nach Gold lässt nach

Noch ein Blick an die Rohstoffmärkte:

Am Ölmarkt stabilisieren sich die Preise wegen der Liquiditätsspritzen der chinesischen Notenbank. Stützend dürften auch laufende Beratungen der Opec und ihrer Partner über mögliche Produktionskürzungen wirken. Der Preis für ein Barrel der europäischen Sorte Brent steigt um 0,6 Prozent auf 54,80 Dollar, für die US-Sorte WTI geht es um 0,5 Prozent nach oben auf 50,36 Dollar.

Die Nachfrage nach vermeintlich "sicheren Anlagen" wie Gold hat angesichts der wieder etwas zuversichtlicheren Stimmung leicht nachgelassen. Der Preis für die Feinunze Gold gibt 1,1 Prozent nach auf 1.559 Dollar.

16:38 Uhr

Deutsche verzweifeln am Immobilienboom

Immer mehr Menschen in Deutschland haben Probleme, ihre Miete oder die Kosten fürs Eigenheim aufzubringen. Gleichzeitig sieht die große Mehrheit kein Ende des Preisanstiegs.

Rund 77 Prozent der Befragten in Deutschland erwarten, dass die Immobilienpreise weiter steigen werden, wie aus einer Erhebung des Bankhauses ING in 13 europäischen Ländern sowie in den USA und Australien hervorgeht.

Laut der ING-Umfrage haben mittlerweile 22 Prozent der Deutschen Probleme, Miet- oder Hypothekenzahlungen zu leisten. 2017 waren es noch 14 Prozent gewesen. Vor allem unter den Mietern habe der Anteil derer mit Schwierigkeiten zugenommen.

Rund 65 Prozent der Deutschen sehen ihr Land in der Wohnungspolitik auf dem falschen Weg. 2017 waren es noch 50 Prozent gewesen. Europaweit denken derzeit etwa 55 Prozent so.

16:24 Uhr

Kurssprünge an der Wall Street und im Dax

Die Wall Street legt los: Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 legen zur Eröffnung jeweils etwa 1,5 Prozent zu.

Überflieger am US-Aktienmarkt ist erneut Tesla. Daneben steht die Google-Mutter Alphabet im Fokus. Die Papiere verbilligen sich um 2,3 Prozent. Das Umsatzplus des Internet-Konzerns blieb hinter den Erwartungen zurück. Das stärkere Wachstum des Cloud-Geschäfts sei aber positiv, schrieb Analyst Brent Thill von der Investmentbank Jefferies. Durch den aktuellen Rücksetzer seien die Titel attraktiv. Er bekräftigte seine Kaufempfehlung.

Auch am am deutschen Aktienmarkt geht es weiter nach noben. Der Dax baute seine Anfangsgewinne im Verlauf aus und überwand die Marke von 13200 Punkten. Am Nachmittag notierte das Börsenbarometer 1,50 Prozent höher bei 13.240 Zählern. Die Anleger haben die Furcht vor den Folgen der Ausbreitung des Coronavirus abgeschüttelt und setzten auf Risiko:

Marktexperte Andreas Lipkow von der Comdirect Bank machte auf die seit Tagen existierende Branchenrotation am deutschen Aktienmarkt aufmerksam: "Der Risikohunger ist wieder vorhanden und so stehen die Aktien von Infineon, Covestro und Volkswagen hoch im Kurs. Defensive Unternehmen zum Beispiel aus dem Versorgersektor werden eher verkauft."

15:16 Uhr

Tesla-Hype ergreift Wall Street - fällt die 1000-Dollar-Marke?

Die Tesla-Manie an der Börse kennt keine Grenze. Gestern erst durchbrach die Aktie die 700-Dollar-Marke, überholte den Börsenwert von VW und BMW zusammen. Heute geht es vorbörslich schon wieder fast 20 Prozent nach oben weit über die 900-Dollar-Grenze.

Fällt als nächstes die 1000-Dollar-Schallmauer? Ist das eine Blase, wie wir sie zuletzt beim Bitcoin gesehen haben? Oder ist es ein durch auf dem falschen Fuß erwischte Leerverkäufer ausgelöstes Strohfeuer, ein Short-Squeeze wie ihn auch VW eins erlebte? Wenn ja, dann kann das noch ein Weilchen so weitergehen, denn es sollen immer noch 25 Millionen Tesla-Aktien leerverkauft sein.

Tesla-Fans - wie Frank Thelen im ntv-Interview - betonen, dass die unglaubliche Rally gerechtfertigt sei. Schließlich habe Tesla tatsächlich die ganze Autoindustrie disruptet. Auch Autoexperte Stefan Bratzel bescheinigt in einer Studie Tesla einen Vorsprung vor der Konkurrenz von zwei bis drei Jahren. 

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14:45 Uhr

Wall Street mit positiven Vorzeichen

Die Wall Street dürfte mit Aufschlägen in den Handel starten. Hauptthema bei den Anlegern ist weiterhin die Ausbreitung des Coronavirus mit seinen möglichen wirtschaftlichen Auswirkungen auf die Weltkonjunktur. Auf die Konjunktursorgen der Anleger mildernd wirken dürfte die neuerliche Liquiditätsspritze der chinesischen Notenbank.

Der Future auf den S&P-500 legt vorbörslich ein Prozent zu.

S&P 500 Index, Ind.
S&P 500 Index, Ind. 3.388,35

Der Aktienmarkt wettet darauf, dass die Notenbanken machen, was notwendig ist, sagte Peter Garnry, Chef-Aktienstratege der Saxo Bank. Ob das auch wirklich aufgehe, bleibe abzuwarten, so der Analyst weiter. Nachdem Chinas Zentralbank am Wochenende umgerechnet rund 156 Milliarden Euro in den dortigen Geldmarkt gepumpt hat, wurden nun über Reverse-Repo-Geschäfte insgesamt 500 Milliarden Yuan oder umgerechnet knapp 65 Milliarden Euro bereitgestellt. Analysten erwarten zudem flankierende fiskalpolitische Maßnahmen Pekings.

Konjunkturseitig ist die Agenda recht übersichtlich. Lediglich der Industrie-Auftragseingang für den Dezember steht auf dem Plan. Erwartet wird hier ein Anstieg um 1,4 Prozent gegenüber dem Vormonat nach zuvor einem Rückgang um 0,7 Prozent.

*Datenschutz

 

14:35 Uhr

Virusquarantäne sorgt für Kursfeuerwerk bei Spiele- und Videoapps

Das Coronavirus hält rund um den Globus Investoren in Atem, doch mittlerweile zeichnen sich auch immer Profiteure der in China ausgebrochenen Infektionskrankheit ab. Dazu gehören nicht nur Hersteller von entsprechenden Arzneimitteln oder Schutzmasken. Aufgrund von Werksschließungen und Reisebeschränkungen sitzen unzählige Chinesen wie eingesperrt zuhause fest und müssen sich die Zeit vertreiben. Deshalb verbuchten Online-Spiele und kurze Video-Apps in den vergangenen Wochen Millionen Aufrufe und Downloads.

Alibaba
Alibaba 204,00

Anleger haben den Trend mittlerweile für sich entdeckt und bescherten Spiele-Entwicklern und Video-Plattformen ein Kursfeuerwerk. In China verbuchten allein fünf Spiele-Entwickler, darunter die Firma Ourpalm, einen Kurszuwachs von zehn Prozent. Das ist das maximal zugelassene Tagesplus. In Hongkong legte die Internetfirma Tencent zwei Prozent zu und damit doppelt so stark wie der Markt. Die Aktien der in den USA gelisteten Video-Plattform Bilibili kletterten fast um sieben Prozent nach oben. Auch der Suchmaschinenbetreiber Baidu und der Amazon-Rivale Alibaba zogen an.

"Meine Bildschirmzeit hat gestern zehn Stunden überschritten", sagte ein Mann aus Shanghai in einem Social-Media-Netzwerk und fügte hinzu: "Was schlagt ihr denn alle vor, was ich anderes tun könnte, außer auf mein Handy zu schauen?"

14:02 Uhr

Ferrari peilt Milliarden-Gewinn an

Die italienische Kultmarke hebt nach einem kräftigen Gewinnplus im vergangenen Jahr die Prognose an:

Der bereinigte Betriebsgewinn bei Ferrari soll 2020 zwischen 950 Millionen und einer Milliarde Euro liegen. Bisher sah der langfristige Plan für dieses Jahr ein bereinigtes Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) von mindestens 900 Millionen Euro vor. 2019 kletterte der Betriebsgewinn dank des Verkaufs leistungsstarker Wagen um elf Prozent auf 917 Millionen Euro.

12:55 Uhr

Rohstoff-Sektor nach China-Schock im Aufwind

Von Sorge vor dem Nachfrageeinbruch in China und der ganzen Welt infolge der Coronavirus-Epidemie waren Rohstoff-Werte mit am härtesten getroffen. Nun führen sie die allgemeine Erholung an den Börsen an. Der Index der europäischen Rohstoff-Aktien erholt sich um 2,9 Prozent, der Index der Öl-Aktien um 2,4 Prozent.

Kupfer (LME)
Kupfer (LME) 5.822,00

BP gewinnen sogar 4,4 Prozent. Der Nettogewinn von BP ist laut Angaben aus dem Handel zwar eingebrochen, lag aber über den pessimistischen Erwartungen.

Einziger Branchenindex im Minus ist der Index der Versorger, der um 0,3 Prozent nachgibt. Allerdings hat er sich in den vergangenen Tagen auch gegen die allgemeine Schwäche stark gezeigt. Im Dax geben RWE 0,4 Prozent ab.

Auf der anderen Seite erholen sich Infineon um 2,6 Prozent, Adidas um 2,1 Prozent und Linde um 2,2 Prozent.

12:10 Uhr

Dax blendet Epidemie-Sorgen aus

Dax
Dax 13.783,89

Negativrekord bei den Verschiffungspreisen, geschlossene Grenzen, stillstehende Werke nicht nur in China, sondern zum Beispiel auch bei Hyundai in Korea, Warnungen an die deutsche Industrie... und der Dax? Der baut seine Anfangsgewinne im weiteren Handelsverlauf deutlich aus. Am Mittag notiert das Börsenbarometer 1,11 Prozent höher bei 13.189 Zählern. In der Vorwoche hatte der deutsche Leitindex wegen der Virus-Ängste mehr als 4 Prozent an Wert eingebüßt.

Für den MDax mit den mittelgroßen deutschen Werten geht es um 0,91 Prozent auf 28.301 Zähler nach oben. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann rund 1,2 Prozent.

11:56 Uhr

Frühindikator für Welthandel: Schlimmer als Weltwirtschaftskrise

Traditionell fungieren die im Baltic-Dry-Index zusammengefassten Preise für Schiffstransporte als ein zuverlässiger Indikator für die Entwicklung des weltweiten Warenverkehrs und damit der globalisierten Wirtschaft. Der Teilindex für die größte Schiffsklasse ist nun in Folge der Coronavirus-Epidemie auf ein Rekordtief gefallen - noch unter den Stand zur Zeit der großen Weltwirtschaftrezession 2008.

Der Baltic-Exchange-Capesize-Index ist am Montag auf ein Allzeittief von minus 102 Punkten gesunken. "Das Coronavirus hat definitiv Auswirkungen", sagte ein in London ansässiger Schiffsmakler. "Wir arbeiten in einem Umfeld mit einer Just-in-time-Produktion, und es kann sich ziemlich schnell auswirken, wenn die Räder der Welt aufhören, sich zu drehen."

11:29 Uhr

Neid auf Elon Musk trieb Jeff Bezos zur HQ2-Blamage

Der aufwendig inszenierte Städte-Wettbewerb, mit dem Amazon den Standort für seine zweite Konzernzentrale (HQ2) suchte, endete in einer ziemlichen Blamage. Das Unternehmen entschied sich aufgrund versprochener Milliardensubventionen unter anderem für New York. Doch statt Begeisterung über den "Gewinn" war der Widerstand in der Metropole, die ohnehin schon mit Wohnraumknappheit und kaum bezahlbaren Mieten kämpft, so groß, dass Amazon zurückziehen musste.

"Bloomberg" hat in einer großen Recherche nachgezeichnet, wie es zu dieser Fehlentwicklung kommen konnte. Viele Gesprächspartner berichteten: Treibende Kraft hinter dem problematischen Subventionswettbewerb war von Beginn an der Neid von Amazon-Boss und reichstem Mann der Welt, Jeff Bezos, auf Elon Musk. Immer soll Bezos seiner Führungsmannschaft vorgehalten haben, wie erfolgreich Musk sich für das Tesla-Werk in Nevada Staatshilfen in Milliardenhöhe gesichert habe.

"This entire thing was an ego exercise that blew up in Jeff Bezos’s face," zitiert "Bloomberg" einen Amazon-Mitarbeiter.

11:25 Uhr

Bundesbank-Chef: Inflation "näher an Lebenswirklichkeit" berechnen

Bundesbank-Präsident und EZB-Ratsmitglied Jens Weidmann hat gleich eine Reihe von Vorschlägen für die Strategiedebatte der Zentralbank vorgestellt:

  • Anleihekäufe - von denen Weidmann bekanntermaßen kein großer Freund ist - sollen zum Sonderinstrument für Notfälle erklärt werden. Nach Ausreizung des Leitzinsinstruments soll sich die EZB künftig zunächst auf eine Forward Guidance zu den Zinsen beschränken.
  • In seiner Rede zum Neujahrsempfang der Deutschen Börse in Frankfurt sprach sich Weidmann außerdem dafür aus, die Kosten selbst genutzten Wohneigentums in den Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) aufzunehmen und bei der Beobachtung von Inflationserwartungen stärker private Haushalte zu berücksichtigen. Seiner Meinung nach wäre aber der eine oder andere Abstrich bei der Methodik hinnehmbar, wenn die Statistik dafür der Lebenswirklichkeit der Menschen näherkäme.
  • Überhaupt müsse die Zentralbank mehr mit den Bürgern und den Unternehmen kommunizieren.
11:10 Uhr

Opec-Treffen: Ölpreise finden nach drastischem Einbruch Halt

Die Ölpreise haben sich am Morgen von ihrer jüngsten Talfahrt etwas erholt. Händler begründeten dies mit der Hoffnung darauf, dass die chinesischen Behörden alles erdenkliche zur Eingrenzung des Coronavirus tun dürften. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 54,95 US-Dollar. Das waren 50 Cent mehr als am Montag. Der Preis für amerikanisches Rohöl der Sorte WTI stieg um 57 Cent auf 50,68 Dollar.

Brent Rohöl
Brent Rohöl 57,65

In der Nacht auf Dienstag waren die Rohölpreise auf den tiefsten Stand seit gut einem Jahr gefallen. Seit Jahresbeginn waren die Preise insgesamt um rund 20 Prozent eingebrochen. Amerikanisches Rohöl kostete erstmals seit Januar 2019 weniger als 50 US-Dollar.

Ausschlaggebend ist das von China ausgehende Coronavirus und die Unklarheit über die wirtschaftlichen Folgen. Für China rechnen Ökonomen zumindest mit einer deutlichen Wachstumsverlangsamung im ersten Vierteljahr. Die globalen Auswirkungen gelten als ungewiss. Mit diesen Folgen werden sich heute auch Fachleute der Opec und weiterer großer Ölproduzenten auseinandersetzen. Experten halten es für möglich, dass die Förderstaaten ihre Ölproduktion weiter einschränken werden.

10:10 Uhr

Österreichischer Elektronik-Konzern schockt die Börse

Einen Kurseinbruch um 11,7 Prozent verzeichnen die Aktien von AT&S. Marktteilnehmer verweisen auf die Gewinnwarnung des Leiterplattenherstellers, die mit der Coronavirus-Epidemie begründet wurde.

Die Österreicher, die unter anderem Apple beliefern, rechnen nun nur noch mit Umsätzen von 960 Millionen Euro nach bislang 1,028 Milliarden Euro. Die EBITDA-Marge soll statt zwischen 20 und 25 nur noch zwischen 18 bis 20 Prozent liegen.

Die Gewinnwarnung könnte jedoch Signalwirkung für die gesamte Technologie-Branche haben, ist diese doch für ihre komplexen Lieferketten in Asien bekannt, heißt es aus dem Handel. Der Warnung dürften weitere aus dem Sektor folgen, so die Erwartung.

09:54 Uhr

Virus kann Industrieproduktion in Deutschland lahmlegen

Wenn in China die Wirtschaft zu großen Teilen stillsteht, wird das auch in deutschen Fabriken zu spüren sein. Davor warnt der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), Marcel Fratzscher.

"Weil Menschen in China jetzt weniger konsumieren, bricht zwangsläufig die Nachfrage ein. Das trifft vor allem deutsche Automobilhersteller, die gut ein Drittel ihrer Profite in China machen", sagte Fratzscher der Saarbrücker Zeitung.

Auf der anderen Seite würden viele deutsche Unternehmen Vorleistungen aus China beziehen. "Also kann es auch bei uns zu Produktionsengpässen kommen", meinte der Ökonom. "Wenn das Wachstum in China um ein Prozent schrumpft, dann geht das Wachstum in der Euro-Zone um etwa 0,25 Prozent zurück", rechnete Fratzscher vor. Auch darüber müsse man sich im Klaren sein.

Auftragspolster der Industrie schrumpft weiter

Dazu kommt, dass es bei der deutschen Industrie ohnehin gerade nicht rund läuft. Der Auftragsbestand der deutschen Industrie ist im Dezember weiter geschrumpft, wenn auch langsamer als im Vormonat. Der Index dazu stieg von minus 11,4 auf minus 8,5 Saldenpunkte, wie das Münchner Ifo-Institut zu seiner Umfrage vom Januar mitteilte.

"Einen großen Sprung nach oben machte die Chemiebranche." Aufwärts ging es auch für die Autobranche, den Maschinenbau, bei der Herstellung von Metallerzeugnissen und bei den Produzenten von elektrischen Ausrüstungen.

"Doch die Entwicklung war nicht einheitlich positiv", betonten die Ifo-Forscher. So sank der Index bei den Herstellern von elektronischen Geräten und bei den Produzenten von Gummi- und Kunststoffwaren.

09:40 Uhr

Sinkender Ölpreis verhagelt BP die Bilanz

Der britische Ölkonzern BP hat im vergangenen Jahr deutlich weniger Geld verdient - auch wegen zuletzt niedrigerer Öl- und Gaspreise.

Unterm Strich blieb 2019 ein Gewinn von gut vier Milliarden US-Dollar übrig, nach über neun Milliarden Dollar im Jahr 2018, wie der Konzern am Dienstag in London mitteilte. Der Umsatz ging um knapp 7 Prozent auf 278,4 Milliarden Dollar zurück. Im vierten Quartal hatten gesunkene Ölpreise belastet. Während der Umsatz im Schlussquartal um rund 6 Prozent auf 71,1 Milliarden Dollar zurückging, brach der Nettogewinn deutlich ein. BP begründete dies unter anderem mit Abschreibungen in Höhe von 1,9 Milliarden Dollar bei den verkauften US-Gasgeschäften.

09:26 Uhr

Tesla hängt die Konkurrenz ab - nicht nur an der Börse

Tesla wird auch dieses Jahr weltweit Marktführer für reine Elektroautos bleiben. Zwei bis drei Jahre Vorsprung habe der US-Konzern, sagt Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach. Tesla sei daher der "Benchmark" für die anderen Automobilhersteller.

Tesla werde somit auch im laufenden Jahr mit "deutlichem Abstand" der Marktführer der E-Mobilität bleiben, geht aus dem Electromobility Report 2020 des CAM hervor.

2019 lag Tesla mit einigem Abstand vor dem chinesischen Hersteller BYD, der 219.000 Pkw absetzte. Der US-Konzern profitierte vor allem von den Verkäufen des Model 3, das gleichzeitig weltweit mit über 300.000 Stück das meistverkaufte Modell des Jahres war, wie aus der Studie hervorgeht. Auf den weiteren Plätzen folgten als weitere chinesische Hersteller BAIC und SAIC. Die deutschen Automobilkonzerne BMW und Volkswagen kommen den weiteren Angaben zufolge auf Rang fünf und sechs.

09:14 Uhr

Dax startet mit Schwung

Der deutsche Aktienhandel startet mit Schwung in den Morgen: Der Dax notiert wenige Minuten nach Handelsbeginn 0,9 Prozent höher bei 13.158 Punkten.

Für den MDax mit den mittelgroßen deutschen Werten ging es am Dienstagmorgen um 0,4 Prozent auf 28.168 Zähler nach oben. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann rund 0,6 Prozent.

Anleger verfolgen natürlich aufmerksam die Verbreitung des Erregers und dessen Bekämpfung. Nachdem aber die Panik auch an den asiatischen Märkten überstanden zu sein scheint, konzentrieren sich die Anleger unter anderem auf die akutellen Unternehmenszahlen.

Von den noch anstehenden Geschäftszahlen verspricht sich Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege für Privat-und Firmenkunden bei der Deutschen Bank, weitere positive Impulse für die Börsen. "Nachdem elf Prozent der im EuroStoxx50 notierten Unternehmen berichtet haben, stehen ein Umsatzplus von fünf Prozent sowie ein Gewinnzuwachs von drei Prozent zu Buche. Die Firmenberichte zeigen meiner Ansicht nach, dass die Wirtschaft in der Eurozone wieder an Stärke gewinnt."

08:52 Uhr

Blackberry hat Kampf endgültig verloren

Blackberry
Blackberry 5,35

Smartphones der Traditionsmarke Blackberry werden voraussichtlich Ende August endgültig vom Markt verschwinden. Der chinesische Hersteller TCL, der sie seit 2016 produziert, wird den Verkauf mit Auslaufen der Lizenz einstellen. Kundenservice für verkaufte Geräte solle es bis zum 31. August 2022 geben, wie TCL ankündigte.

Das kanadische Unternehmen Blackberry war mit seinen Tastaturtelefonen einst ein Vorreiter im Smartphone-Markt, verlor aber den Anschluss, nachdem Apples iPhone und Geräte mit Googles Android-System Touchscreens populär gemacht hatten. Blackberry gab das hauseigene Betriebssystem auf und lagerte die Entwicklung und Produktion von Geräten komplett an TCL aus. Die Blackberry-Telefone mit Android als Betriebssystem spielten zuletzt kaum noch eine Rolle im Smartphone-Markt.

08:41 Uhr

Carlsberg beteiligt Aktionäre an Gewinnsprung

Carlsberg
Carlsberg 137,00

Der dänische Brauereikonzern Carlsberg hat 2019 unter anderem dank eines florierenden Asien-Geschäfts kräftig zugelegt und will seine Aktionäre daran mit einer höheren Dividende beteiligen. Bei einem Umsatzplus von 5,4 Prozent auf 65,902 Milliarden dänische Kronen (8,8 Milliarden Euro) stieg das operative Ergebnis um 12,2 Prozent auf 10,465 Milliarden Kronen.

Unter dem Strich blieb mit 6,569 Milliarden Kronen fast ein Viertel mehr als im Vorjahr. Die Aktionäre sollen je Aktie eine um 17 Prozent auf 21 Kronen angehobene Dividende erhalten. Zudem kündigte der Vorstand ein Aktienrückkaufprogramm an.

08:18 Uhr

Coronavirus und Bilanzen im Blick

Hauptgesprächsthema an der Börse bleibt das Coronavirus. Anleger verfolgen aufmerksam die Verbreitung des Erregers und dessen Bekämpfung. Daraus versuchen sie die mögliche Belastung für die Weltwirtschaft abzuleiten.

Von den anstehenden Geschäftszahlen der Unternehmen verspricht sich Ulrich Stephan, Chef-Anlagestratege für Privat- und Firmenkunden bei der Deutschen Bank, positive Impulse für die Börsen. "Nachdem elf Prozent der im EuroStoxx50 notierten Unternehmen berichtet haben, stehen ein Umsatzplus von fünf Prozent sowie ein Gewinnzuwachs von drei Prozent zu Buche. Die Firmenberichte zeigen meiner Ansicht nach, dass die Wirtschaft in der Eurozone wieder an Stärke gewinnt."

08:17 Uhr

Zaghafte Erholung an Europas Börsen

Nach dem Abverkauf an Chinas Aktienmärkten am Vortag zeigen sich die dortigen Notierungen an Europas Börsen stabilisiert. Die Anleger dürften indes weiter vorsichtig agieren, da ein Höhepunkt der Coronavirus-Epidemie und der damit verbundenen wirtschaftlichen Nebenwirkungen gegenwärtig noch nicht abschätzbar ist.

Die chinesische Führung räumte am Montag in einem ungewöhnlichen Schritt erstmals "Fehler" im Umgang mit der Gesundheitskrise ein. Für den Tech-Sektor kommen derweil tendenziell negative Impulse von der Google-Mutter Alphabet. Das Umsatzwachstum fiel unter den Erwartungen aus, was die Aktie nachbörslich teilweise um bis zu 5 Prozent in den Keller schickte.

In Erwartung einer neuen Welle von Firmenbilanzen wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge höher starten. Am Montag hatte er 0,5 Prozent im Plus bei 13.045,19 Punkten geschlossen.

07:53 Uhr

Am Devisenmarkt macht sich Entspannung breit

Euro / Dollar
Euro / Dollar 1,08

Der Kurs des Euro verändert sich im frühen Handel kaum. Am Morgen kostet die Gemeinschaftswährung 1,1060 US-Dollar und damit in etwa so viel wie am späten Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Montagnachmittag auf 1,1066 Dollar festgelegt.

Am Devisenmarkt machte sich am Morgen allgemeine Entspannung breit. Währungen wie der japanische Yen oder der Schweizer Franken, die als sichere Anlage-Häfen gelten, waren etwas weniger stark gefragt. Ausschlaggebend war die Erholung der asiatischen Börsen. Zu Wochenbeginn waren die Kurse an der chinesischen Börse nach einer verlängerten Handelspause stark gefallen. Grund war die Unsicherheit über die weitere Verbreitung und die wirtschaftlichen Folgen des Coronavirus.

07:23 Uhr

Anleger vertrauen auf Aussicht neuer Stimuli

Die Börsen in Ostasien und Australien machen einen Teil ihrer jüngsten Verluste wett. Die Aussicht auf weitere chinesische Wirtschaftsstimuli lasse die Anleger wieder Vertrauen fassen, sagen Marktteilnehmer. Dazu kommen positive Vorgaben aus den USA.

In Schanghai, wo die Kurse am Montag nach der gut einwöchigen Feiertagspause um 7,7 Prozent eingebrochen waren, geht es nun mit dem Composite-Index um 0,3 Prozent nach oben. Deutlichere Gewinne werden in Hongkong verzeichnet, wo der Hang-Seng-Index um 0,9 Prozent vorrückt.

Hang-Seng-Index
Hang-Seng-Index 27.639,17

Die Tokioter Börse liegt 0,5 Prozent im Plus. Im südkoreanischen Seoul geht es mit dem Kospi um 1,7 Prozent aufwärts. In Sydney, wo der Handel schon beendet ist, stiegen die Kurse im Schnitt um 0,4 Prozent.

Die chinesische Notenbank hatte schon am Montag Liquidität in den Markt gepumpt und legt heute nochmals nach, um die wirtschaftlichen Folgen des sich rasant ausbreitenden Coronavirus zu mildern. Volkswirte schätzen, dass das Virus, das erstmals in der chinesischen Stadt Wuhan aufgetreten war, das Wachstum im ersten Quartal zumindest massiv bremsen wird. Das in Peking ansässige Beratungsunternehmen Plenum hält sogar eine Schrumpfung für möglich, nachdem viele Unternehmen ihre Mitarbeiter in Zwangsurlaub geschickt und die Produktion unterbrochen haben.

07:17 Uhr

Schlagzeilen aus der Nacht