Donnerstag, 05. September 2019Der Börsen-Tag

Heute mit Wolfram Neidhard
17:37 Uhr

Johnsons Schlappen treiben Dax an

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(Foto: imago/Sven Simon)

Am deutschen Aktienmarkt sind die Anleger heute noch optimistischer geworden. Weitere Abstimmungsschlappen für den britischen Premierminister Boris Johnson und seine No-Deal-Brexit-Pläne erfreuten die Investoren ebenso wie die Ankündigung neuer Gespräche im Handelsstreit zwischen den USA und China. So baute der Dax seine deutlichen Vortagesgewinne aus und gewann 0,8 Prozent auf 12.127 Punkte. Der MDax stieg um 0,5 Prozent auf 25.867 Zähler. Mit dem TecDax ging es um 1,7 Prozent auf 2846 Stellen nach oben. Der EuroStoxx50 kletterte um 0,9 Prozent auf 3485 Punkte.

Hierzulande standen Autobauer und -zulieferer in der Gunst der Anleger besonders weit oben. Volkswagen, BMW und Daimler hatten im August starke Absatzanstiege auf dem wichtigen US-Markt erzielt. Die Aktien der Unternehmen gewannen in der Spanne von 1,9 und 3,1 Prozent. In dem freundlichen Umfeld erholten sich die Papiere von Thyssenkrupp etwas von ihren monatelangen Verlusten und zogen um 6,2 Prozent an. Allerdings muss der Essener Industrie- und Stahlkonzern wegen seines drastisch gesunkenen Aktienkurses den Dax mit Wirkung zum 23. September verlassen. Ersetzt wird das Traditionsunternehmen, wie zuvor erwartet, durch den Triebwerksbauer MTU. Dessen Anteilsscheine fielen um 2,9 Prozent.

17:04 Uhr

Ankündigung von Dating-Dienst gibt Facebook Auftrieb

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Facebook will einen Dating-Dienst in den USA starten und lockt damit die Anleger an. Die Aktien des Internetriesen liegen zwei Prozent im Plus. Facebook-Benutzer könnten in dem Dating-Profil unter anderem auch ihre Instagram-Beiträge integrieren, wie der Konzern mitteilte.

Papiere des Konkurrenten Match Group, wozu die Dienste Tinder und Okcupid gehören, fallen um zwei Prozent. Die Titel des größten Anteilseigners von Match Group, IAC/Ineractiv Group, geben mehr als zwei Prozent nach.

16:40 Uhr

Campari krallt sich zwei Rummarken

Der italienische Getränkekonzern Campari hat einen Vertrag für den Kauf der französischen Rummarken Trois Rivieres und La Mauny unterzeichnet. Das Unternehmen baut damit sein Portfolio an Premium-Spirituosen aus. Das Volumen der Transaktion liege bei 60 Millionen Euro, teilte Campari mit. Ihr Abschluss werde noch in diesem Jahr erwartet.

Die Italiener hatten 2016 in Frankreich den Hersteller von Grand Marnier Likör übernommen.

16:18 Uhr

Regulierer und Minister warnen vor Facebooks Libra

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(Foto: picture alliance/dpa)

Europas oberster Bankenaufseher hat vor großen Lücken bei der Regulierung von Digitalwährungen wie Libra gewarnt. Auf die von Facebook geplante Cyberdevise müsse besonders geachtet werden, sagte der Präsident der Europäischen Bankenaufsicht (EBA), Jose Manuel Campa. Für solche von privaten Unternehmen organisierten Cyberdevisen gebe es bislang keine ausreichenden Regeln. Sie fielen in ein "großes Loch".

Auch Bundesfinanzminister Olaf Scholz schlug warnende Töne an.

  • "Die Herausgabe einer Kryptowährung muss eine Angelegenheit von Staaten und Zentralbanken sein. Das kann nicht privatwirtschaftlich organisiert werden", sagte er auf einer Bankenkonferenz in Frankfurt.
16:01 Uhr

Starker Handelsstart an der Wall Street

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(Foto: picture alliance / dpa)

Anleger an der Wall Street haben auf eine Entspannung im Zollstreit gesetzt und bei Aktien zugegriffen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte und der Index der Technologiebörse Nasdaq stiegen im frühen Handel jeweils um 1,2 Prozent auf 26.670 beziehungsweise 8073 Punkte. Der breiter gefasste S&P 500 kletterte um ein Prozent auf 2966 Zähler.

Die von China-Geschäften abhängigen Chipwerte konnten zulegen, Intel und AMD gewannen jeweils 2,8 Prozent. Aktien von besonders konjunkturabhängigen Firmen wie Boeing und Caterpillar kletterten um bis zu 2,1 Prozent.

15:49 Uhr

US-Firmen schaffen mehr Stellen als erwartet

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(Foto: picture alliance / dpa)

Rund zwei Wochen vor der Zinssitzung der US-Notenbank Fed kommen ermutigende Nachrichten vom Arbeitsmarkt. Die US-Firmen haben einer Umfrage zufolge im August deutlich mehr Stellen geschaffen als erwartet. Insgesamt kamen 195.000 Beschäftigte hinzu, wie der Personaldienstleister ADP unter Berufung auf seine monatliche Unternehmensumfrage mitteilte. Experten hatten lediglich mit 149.000 gerechnet.

Am Freitag steht der Arbeitsmarktbericht der Regierung an, der neben Jobs in der Privatwirtschaft auch Stellen im öffentlichen Dienst umfasst. Hierfür erwarten Experten 158.000 neue Jobs - nach 164.000 im Juli.

15:31 Uhr

n-tv Zertifikate: Ist Silber jetzt besser als Gold?

Die hohe Silber-Nachfrage sorgt für eine imposante Rally. Der Preis pro Feinunze knackt etliche Widerstände.  Was zur starken Aufwärtsdynamik führt, und warum Silber eine tatsächliche Alternative zu Gold sein könnte, bespricht Bianca Thomas mit Matthias Hüppe von der HSBC.

15:15 Uhr

Immer mehr Briten entscheiden sich für ein E-Auto

Die Nachfrage nach Neufahrzeugen hat sich im August in Großbritannien abgeschwächt. In einer Mitteilung des Branchenverbandes Society of Motor Manufacturers and Traders (SMMT) heißt es, die Zahl der Neuzulassungen sei um 1,6 Prozent auf 92.573 Pkw gesunken.

Deutlich gewachsen sei allerdings das Interesse an Elektroautos. 3147 von ihnen wurden im August neu zugelassen, ein starker Anstieg von den 659 Stück, die im Vorjahresmonat registriert worden waren.

15:01 Uhr

Dax gibt sich keine Blöße - Infineon sehr gefragt

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Wie ist die Lage an der Frankfurter Börse? Unverändert positiv. Gut eine halbe Stunde vor Handelsbeginn in den USA kletterte der Dax um 0,9 Prozent auf 12.127 Punkte. Der MDax gewann 0,6 Prozent auf 25.894 Zähler, der TecDax 1,4 Prozent auf 2839 Stellen. Mit dem EuroStoxx50 ging es um 0,9 Prozent auf 3484 Punkte nach oben.

An der Dax-Spitze notierten Infineon mit plus 5,2 Prozent. Dax-Schlusslicht waren Vonovia und RWE mit je minus 1,4 Prozent.

14:38 Uhr

Mallinckrodt wohl vor Insolvenz - Aktienkurs bricht ein

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Der irische Spezialpharmakonzern Mallinckrodt steht angesichts seiner Rolle in der Opiatekrise in den USA möglicherweise vor einer Insolvenz. Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, dass das Unternehmen, das seinen Hauptsitz in Großbritannien hat, Restrukturierungsspezialisten angeheuert hat und einen Insolvenzantrag in Erwägung zieht. Die in den USA notierte Aktie sackt im vorbörslichen Handel auf Nasdaq.com um mehr als 40 Prozent ab.

Mallinckrodt sei in einer "sehr schwierigen finanziellen Position", schrieb Analyst Chris Schott von JP Morgan. Im April würden Schuldtitel von rund 700 Millionen Dollar fällig. In den kommenden Monaten könnten das Unternehmen bereits Forderungen von rund 600 Millionen Dollar ereilen.

14:26 Uhr

IWH prognostiziert weiteren Abschwung in Deutschland

Während andere Branchen den Abschwung massiv spüren, erhöhen manche Versorger sogar noch ihre Jahresprognose.

Die deutsche Wirtschaft wird in diesem Jahr nach einer Prognose des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) wohl um 0,5 Prozent wachsen. "Der Abschwung in Deutschland geht weiter", stellten die Ökonomen des Instituts allerdings fest. Für 2020 erwarten sie dann auch wegen einer höheren Zahl an Arbeitstagen eine Zunahme des Bruttoinlandsproduktes (BIP) um 1,1 Prozent. Im Juni hatten sie bereits ein BIP-Plus von 0,5 Prozent für dieses Jahr vorhergesagt. Für kommendes Jahr hatten sie allerdings noch einen Zuwachs um 1,8 Prozent erwartet.

Die Handelsstreitigkeiten ließen den internationalen Güterhandel in diesem Jahr sinken, hoben die Forscher hervor. Davon sei das verarbeitende Gewerbe in Deutschland besonders betroffen. Allerdings stütze ein robuster Arbeitsmarkt die Konjunktur. Das IWH betonte, 2019 dürfte der Produktionszuwachs in Ostdeutschland mit 1 Prozent deutlich höher ausfallen als in Westdeutschland.

13:59 Uhr

Arbeitslosigkeit in Griechenland sinkt langsam

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(Foto: picture alliance/dpa)

Hellenischer Lichtblick: Die Arbeitslosigkeit in Griechenland sinkt weiter - bewegt sich aber nach wie vor auf einem hohen Niveau. Im Juni ging die Arbeitslosenquote auf 17 Prozent zurück, wie das griechische Statistikamt (Elstat) mitteilte. Im gleichen Monat des Vorjahres hatte sie noch 19,2 Prozent betragen. Die höchste Arbeitslosenquote wurde im Juli 2013 mit 27,9 Prozent ermittelt.

Griechenland steht seit August 2018 nicht mehr unter einem Rettungsschirm internationaler Geldgeber und kann sich zunehmend wieder selbst finanzieren. Die Rendite für zehnjährige Staatsanleihen ist am Donnerstag auf ein Rekord-Tief von 1,530 Prozent gefallen.

13:42 Uhr

Studie: Deutsche Autobauer bei reinen E-Autos wenig innovativ

Die deutschen Autobauer haben nach Einschätzung von Experten bei reinen Elektroautos immer noch Aufholbedarf. Wie das Center of Automotive Management (CAM) in Bergisch Gladbach mitteilte, liegt Volkswagen bei der Innovationskraft von 30 Herstellern in diesem Bereich auf dem vierten Platz - Daimler und BMW belegen demnach die Plätze 15 und 17. Bei Hybridfahrzeugen führen die deutschen Hersteller das Innovationsranking dagegen an.

Das CAM untersuchte insgesamt 212 "Serien-Innovationen der Elektromobilität" von 2014 bis 2018 anhand von etwa 50 Kriterien. Bei reinen Elektrofahrzeugen ist der US-Hersteller Tesla demnach "mit weitem Abstand bei der Innovationsstärke führend, gefolgt von den chinesischen Herstellern BYD und BAIC".

13:19 Uhr

Schwieriges Umfeld setzt Immobilienaktien unter Druck

Die Verliererliste im Dax ist am frühen Nachmittag von Vonovia angeführt worden. Der Kurs der Aktie gab um 1,8 Prozent auf 43,45 Euro nach. gibt um 1,7 Prozent nach auf 43,50 Euro. Händler führten gleich mehrere Gründe an: Zum einen die steigenden Renditen mit der allgemein zunehmenden Risikobereitschaft, die Immobilienwerte bremsen und High-Betas in den Vordergrund rücken. Daneben gebe es weiter politischen Gegenwind, so ein Marktteilnehmer. So habe ein Gutachten des Berliner Abgeordnetenhauses mögliche Enteignungen als rechtlich möglich eingeschätzt.

Auch die Immobilien-Aktien in der zweiten und dritten Reihe geben überwiegend nach. So verloren Deutsche Wohnen 0,4 Prozent und Grand City Properties 1,5 Prozent.

13:06 Uhr

Grüne Vorzeichen an der Wall Street

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(Foto: REUTERS)

Hoffnung auf Fortschritte bei der Beilegung des amerikanisch-chinesischen Handelsstreits USA-China dürfte auch für Kursgewinne an der New Yorker Wall Street sorgen. Die Futures auf die wichtigen Aktienindizes deuten eine festere Eröffnung an, nachdem bekannt wurde, dass beide Seiten Anfang Oktober in Washington weiter verhandeln wollen.

Auch die jüngste Nachrichtenlage um den Brexit lässt die Anleger aufatmen. Der britische Premierminister Boris Johnson hat seinen Widerstand gegen das Gesetz für eine weitere Verschiebung des Brexit aufgegeben, so dass ein ungeregelter Austritt Großbritanniens aus der EU Ende Oktober möglicherweise doch noch vermieden werden kann.

12:48 Uhr

Bosch kooperiert bei Batteriezellen mit Chinesen

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(Foto: picture alliance/dpa)

Der Autozulieferer Bosch bezieht Batteriezellen künftig von dem chinesischen Hersteller CATL. Das zu den weltweit führenden Batterieherstellern gehörende Unternehmen werde Akkus für 48-Volt-Batterien für Bosch entwickeln und produzieren. Diese besonders leistungsfähigen Energiespeicher werden bei Hybridfahrzeugen eingesetzt, die einen Verbrenner mit einem Elektrofahrzeug kombinieren.

Bosch rechnet damit, dass im Jahr 2025 weltweit fast 20 Prozent der jährlich verkauften Neuwagen mit einem solchen 48-Voltsystem unterwegs sein werden. Den Umsatz in diesem Bereich will Bosch bis dahin auf fünf Milliarden Euro mehr als verzehnfachen.

12:41 Uhr

Analyst: "MTU ist auf dem aufsteigenden Ast"

Wenn einer absteigt, steigt ein anderer auf: In diesem Fall sind das Thyssenkrupp und MTU Aero Engines. n-tv spricht mit dem Kapitalmarktstrategen Oliver Roth von der Oddo Seydler Bank über den Aufstieg des Triebwerksspezialisten in den Dax.

12:34 Uhr

Telekom startet 5G-Netz in fünf deutschen Städten

Die Deutsche Telekom hat ihr 5G-Netz in fünf deutschen Städten gestartet. Ab sofort sei der neue Mobilfunkstandard in Berlin, München, Köln, Bonn und Darmstadt verfügbar, teilte das Dax-Unternehmen mit. Bis zum Jahresende sollen Hamburg und Leipzig dazukommen. In Berlin stehen 66 Antennen, sie versorgen die Bezirke Schöneberg, Mitte und Kreuzberg. Das ist laut Telekom mit rund sechs Quadratkilometern das größte zusammenhängende 5G-Gebiet Deutschlands.

Insgesamt funkten derzeit bereits 129 5G-Antennen in den fünf Städten, bis zum Jahresende sollen es bereits über 300 sein. Die Telekom orientiere sich dabei "am Bedarf unserer Kunden", erklärte der Technikchef des Telekommunikationskonzerns, Walter Goldenits. Wo die Datennutzung hoch sei, liege der Fokus darauf, zusammenhängende Gebiete zu bauen.

12:03 Uhr

Übernahmefantasie treibt Titel von Liftbauer Schindler hoch

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Übernahmefantasien haben die Anteile des Schweizer Aufzug- und Rolltreppenbauers Schindler hochgetrieben. Die Namensaktien und Partizipationsscheine zogen jeweils 3,5 Prozent auf 232,80 Franken an. Die italienische Zeitung "Il Sole 24 Ore" hatte berichtet, dass der zum US-Konzern United Technologies gehörende Konkurrent Otis an dem Unternehmen aus Ebikon bei Luzern interessiert sei. Schindler gab dazu noch keine Stellungnahme ab.

In der Branche zeichnet sich insgesamt ein Umbruch ab. Der deutsche Mischkonzern Thyssenkrupp treibt neben einem Börsengang nun auch einen möglichen Verkauf seiner Aufzugssparte voran. Als mögliche Interessenten gelten dabei neben Finanzinvestoren auch die Rivalen Schindler, Otis und Kone.

11:46 Uhr

Insider: Entscheidung für VW-Werk in der Türkei rückt näher

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Angeblich Einigung mit Staatschef Erdogan.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Entscheidung für die Türkei als Standort für das neue Osteuropawerk von Volkswagen steht offenbar unmittelbar bevor. Ein Insider sagte Reuters, Konzernchef Herbert Diess selbst habe im Gespräch mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan letzte Fragen geklärt. Bei dem Treffen Anfang der Woche sei eine fast vollständige Einigung erzielt worden, sagte eine weitere Person mit Kenntnis der Vorgänge in der Türkei. An der grundsätzlichen Entscheidung für Manisa im Westen Anatoliens werde sich nichts mehr ändern.

Der Wolfsburger Autoriese sucht schon seit einigen Monaten einen Standort für ein Mehrmarken-Werk für Osteuropa. Als Alternative zur Türkei hatte lange Bulgarien gegolten.

11:32 Uhr

Ifo-Umfrage: Deutsche Autobranche bläst Trübsal

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(Foto: imago/Eckhard Stengel)

Trotz guter Absatzzahlen in den USA bleibt die Lage der deutschen Autoindustrie weiterhin schwierig. Das geht aus der neuesten Konjunkturumfrage des Ifo-Instituts hervor, die kurz vor der Internationalen Automobil-Ausstellung IAA erstellt wurde. Die Erwartungen der Branche für die kommenden Monate verfinsterten sich im August von minus 10,2 Punkte auf minus 14,1 Punkte.

  • "Das Licht am Ende des Tunnels ist im Moment noch trüb", sagte Ifo-Forscher Klaus Wohlrabe und ergänzte: "Obwohl sich die aktuelle Lage im August leicht verbessert hat, sind viele Indikatoren noch auf Schrumpfung ausgerichtet."

Die Beschäftigten der Branche erleben unsichere Zeiten. Die Beschäftigungserwartungen zeigten im August einen Wert von minus 16,5 (minus 27,5). Im Juni waren die Erwartungen von Kurzarbeit in den kommenden Monaten noch von 14,7 auf 21,8 gestiegen. Parallel dazu hatten im Juni noch immer 68,8 Prozent der Firmen Überstunden, im Sommer 2018 waren es allerdings 84,8 Prozent.

11:25 Uhr

Dax steigt - Goldpreis sinkt

Die Hoffnung auf eine Entspannung im Handelsstreit zwischen den USA und China hat den europäischen Börsen Auftrieb gegeben. Erleichtert reagierten die Anleger auch auf die jüngste Entwicklung beim Brexit. Ein Ausstieg Großbritanniens aus der EU ohne Vertrag scheint erst mal abgewendet. Der Dax legte kurz vor Mittag um 0,6 Prozent auf 12.102 Punkte zu. Mit dem EuroStoxx50 ging es um 0,7 Prozent auf 3476 Stellen nach oben.

Der wieder aufkeimende Konjunkturoptimismus spiegelte sich auch am Rohstoffmarkt wider. Das wichtige Industriemetall Kupfer verteuerte sich um 0,5 Prozent auf 5779,50 US-Dollar je Tonne. Aus der "Antikrisen-Währung" Gold zogen sich Investoren dagegen zurück. Dies drückte den Preis des Edelmetalls 0,7 Prozent ins Minus auf 1541,80 Dollar je Feinunze (31,1 Gramm).

Mehr dazu lesen Sie hier.
11:17 Uhr

Verband: Höherer EZB-Strafzins würde Banken weiter schwächen

Die deutschen Banken sehen eine mögliche Verschärfung des EZB-Strafzinses mit Sorge. Sollte die EBZ den negativen Einlagenzins weiter ins Minus senken, würde die jährliche Belastung der deutschen Geldhäuser von derzeit 2,5 Milliarden auf 2,9 Milliarden Euro steigen, sagte der Präsident des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB), Hans-Walter Peters, bei einer Tagung in Frankfurt. Für die Banken im Euroraum würde die Zinslast nach seinen Angaben von 7,5 Milliarden auf 9,5 Milliarden Euro steigen. Europas Banken würden so kontinuierlich geschwächt, kritisierte Peters.

Geschäftsbanken müssen derzeit 0,4 Prozent Strafzinsen zahlen, wenn sie Geld bei der EZB parken. Die Währungshüter könnten diesen negativen Einlagensatz weiter ins Minus senken - möglicherweise schon bei der nächsten EZB-Sitzung am 12. September.

10:50 Uhr

Britische Ryanair-Piloten kündigen weitere Streiks an

Ryanair
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Ärger für Ryanair: Die britischen Piloten des irischen Billigfliegers planen nämlich weitere Streiks. Wie die Pilotengewerkschaft British Airline Pilots Association (Balpa) mitteilte, soll am 18. September für die Dauer von 48 Stunden gestreikt werden. Dann sollen 24-stündige Arbeitsniederlegungen am 19., 21., 23., 25., 27. und 29. September folgen. Balpa-Generalsekretär Brian Strutton sagte, Ryanair solle an den Verhandlungstisch zurückkehren.

10:23 Uhr

Lange Gesichter bei deutschen Maschinenbauern

Bei den deutschen Maschinenbauern gibt es trotz eines abgeschwächten Abwärtstrends im Juli keine Hoffnung auf bessere Zeiten. Die Bestellungen sanken um drei Prozent, wie der Branchenverband VDMA mitteilte. Dabei schrumpften die Auftragseingänge im Inland um vier Prozent und die Aufträge aus dem Ausland um drei Prozent.

  • "Damit ist der Abschluss im Juli zwar weniger trübe ausgefallen - eine kleine Atempause. Doch der Trend zeigt weiter nach unten und die Geschäfts- und Exporterwartungen bleiben angesichts der konjunkturellen und politischen Risiken für die zweite Jahreshälfte pessimistisch", erklärte VDMA-Chefvolkswirt Ralph Wiechers.

Positiv sei allein, dass die Bestellungen aus den Euro-Ländern um drei Prozent zulegten. Dagegen sanken die Order aus den Nicht-Euro-Ländern um fünf Prozent.

10:08 Uhr

Kursgewinn für Dax-Absteiger Thyssenkrupp - MTU verliert

Gut läuft es bislang für das Papier für den Dax-Absteiger Thyssenkrupp - das Papier verteuerte sich um 2,3 Prozent auf 11,25 Euro. Gestern wurde bekannt, dass der Industriekonzern Thyssenkrupp seinen seit Jahrzehnten angestammten Platz im deutschen Leitindex verliert. Mehr dazu lesen Sie hier.

Für Thyssenkrupp rückt nun MTU Aero Engines in den Dax auf. Die MTU-Aktie verbilligte sich um 0,4 Prozent auf 252,40 Euro.

09:52 Uhr

Eon strebt Zwangsabfindung von Innogy-Aktionären an

Das Logo von Innogy vor der Konzernzentrale in Essen. Foto: Rolf Vennenbernd/Archivbild

Das Logo von Innogy vor der Konzernzentrale in Essen. Foto: Rolf Vennenbernd/Archivbild

(Foto: Rolf Vennenbernd/dpa)

Der Versorger Eon will die RWE-Tochter Innogy nach Genehmigung durch die zuständige EU-Wettbewerbsbehörde zügig integrieren und strebt einen Squeeze-out an. Wie das Dax-Unternehmen mitteilte, soll zur Durchführung des umwandlungsrechtlichen Squeeze-out mit Innogy Verhandlungen über einen Verschmelzungsvertrag aufgenommen werden. Zur genauen Höhe der Barabfindung bei dem geplanten Ausschluss der verbliebenen Innogy-Minderheitsaktionäre machten die Düsseldorfer keine Angaben.

Eon und RWE hatten vor über einem Jahr eine umfangreiche Vereinbarung getroffen, wonach Eon die bisherige RWE-Tochter übernehmen will. Dazu haben Eon und RWE einen Tausch von Geschäften vereinbart. Die Eon-Aktie notierte eine halbe Stunde nach Handelsbeginn 0,3 Prozent höher bei 8,54 Euro. Innogy verbilligten sich dagegen um 1,9 Prozent auf 44,93 Euro.

09:29 Uhr

Deutsche Autobauer überzeugen auf US-Markt

Die deutschen Automobilkonzerne haben im August von einer besseren Nachfrage auf dem wichtigen US-Markt profitiert und ihren Absatz zum Teil deutlich erhöht. Die ungebrochene Beliebtheit der SUVs und die Rabatte rund um das Labor-Day-Feiertagswochenende sorgten für gute Verkäufe. Auch die asiatischen Fahrzeugbauer konnten mehr Autos an die Kunden bringen.

Die Daimler-Tochter Mercedes-Benz USA konnte im August fast 25 Prozent mehr Fahrzeuge verkaufen. Insgesamt waren es 30.218 Autos. BMW profitierte von einer erhöhten Nachfrage nach SUVs. Hier konnte mit 13.212 Fahrzeugen der Absatz um fast 42 Prozent gesteigert werden. Bei den Pkws hingegen wurde ein Rückgang um 14,9 Prozent auf 12.293 verzeichnet. Auch Volkswagen konnte im August mehr Fahrzeuge verkaufen. Der Absatz erhöhte sich um 9,8 Prozent. Wie Volkswagen of America mitteilte, lagen die Verkäufe bei 35.412 (Vorjahr: 32.255) Fahrzeugen. Die Konzerntochter Audi verbesserte ihren US-Absatz im August dank der regen Nachfrage nach dem Audi A6 um 3 Prozent auf 21.531 Autos. Porsche steigerte den Absatz seiner Sportwagen auf dem US-Markt um 13,5 Prozent. Insgesamt wurden 4636 Fahrzeuge verkauft. Besonders gefragt war der Cayenne mit 1454 (143) Fahrzeugen.

09:14 Uhr

Commerzbank verliert Finanzchef an Danske Bank

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Stephan Engels

(Foto: dpa)

Die Commerzbank muss sich in Kürze nach einem neuen Finanzvorstand umsehen. Stephan Engels wechselt zum April nächsten Jahres zur Danske Bank nach Kopenhagen und wird dort in gleicher Position tätig sein, wie das dänische Institut mitteilte. Commerzbank-Vorstandschef Martin Zielke äußerte sein Bedauern über den Weggang von Engels. Der Manager sagte, er respektiere dessen Wunsch, sich einer neuen, internationalen Herausforderung zu stellen.

Engels wird bei der Commerzbank seinen Vertrag erfüllen, der bis April läuft. Engels ist seit April 2012 Finanzvorstand der Commerzbank.

09:06 Uhr

Dax klettert ordentlich

Der deutsche Aktienmarkt ist mit Zugewinnen in den heutigen Handel gestartet. Der Dax gewann 0,8 Prozent auf 12.121 Punkte. Der MDax legte um 0,7 Prozent auf 25.941 Zähler zu. Der TecDax stieg um 0,8 Prozent auf 2821 Stellen.

08:59 Uhr

Ölpreise verteidigen höheres Niveau

Tiefpumpen auf dem Gelände der Wintershall Dea in Emlichheim. Foto: Mohssen Assanimoghaddam/Archivbild

(Foto: Mohssen Assanimoghaddam/dpa)

Die Ölpreise haben am Donnerstagmorgen ihre am Vortag erzielten Gewinne halten können. Im frühen Handel kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 60,78 US-Dollar. Das waren acht Cent mehr als gestern. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg ebenfalls geringfügig auf 56,28 Dollar.

Für Preisauftrieb hatte gestern die insgesamt bessere Finanzmarktstimmung gesorgt. Hierzu trug eine Reihe von Entwicklungen bei, darunter erste konkrete Zugeständnisse der Regierung in Hongkong gegenüber der dortigen Protestbewegung. Zudem sorgte der etwas schwächere Dollar für größere Rohölnachfrage außerhalb des Dollarraums, da Erdöl in der US-Währung gehandelt wird. Hinzu kommt, dass die USA und China offensichtlich ihren Handelskonflikt entschärfen wollen.

08:54 Uhr

Dickes Plus in Japan und China

Nikkei
Nikkei 23.303,32

In der Hoffnung auf eine Einigung im Handelskonflikt zwischen den USA und China decken sich Anleger in Asien mit Aktien ein. Der japanische Nikkei-Index stieg um 2,3 Prozent auf 21.133 Punkte, die chinesische Börse in Shanghai gewann 1,6 Prozent auf 3004 Zähler. Der Markt in Shanghai profitiere zusätzlich von einer geplanten weiteren Lockerung der Geldpolitik durch die chinesische Notenbank, sagte Volkswirt Wen Bin von der Minsheng Bank.

Haupt-Triebfeder der aktuellen Rally sei aber die geplante Wiederaufnahme der Handelsgespräche zwischen China und den USA, sagte Masayuki Kichikawa, Chef-Anlagestratege vom Vermögensverwalter Sumitomo Mitsui. Erleichtert reagierten Anleger auch darauf, dass ein chaotischer Brexit zunächst abgewendet sei.

08:33 Uhr

Deutsche Industrie leidet unter Auftragsschwund

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(Foto: picture-alliance / dpa)

Die deutsche Industrie hat zu Beginn des zweiten Halbjahres wegen der sinkenden Nachfrage aus Übersee einen unerwartet starken Auftragsrückgang erlitten. Das Neugeschäft schrumpfte im Juli um 2,7 Prozent zum Vormonat, wie das Bundeswirtschaftsministerium mitteilte. Ökonomen hatten lediglich mit einem Rückgang um 1,5 Prozent gerechnet. Im Juni hatte es zwar einen Anstieg um 2,7 Prozent gegeben, allerdings nur aufgrund ungewöhnlich vieler Großaufträge. Diese fielen diesmal unterdurchschnittlich aus.

Während die Bestellungen aus dem Inland um 0,5 Prozent abnahmen, stiegen die aus der Eurozone um 0,3 Prozent. Dagegen sank die Nachfrage aus dem Rest der Welt - mitsamt den weltgrößten Volkswirtschaften USA und China - um 6,7 Prozent.

08:09 Uhr

Euro über 1,10 US-Dollar - Pfund verteidigt Gewinne

Euro / Dollar
Euro / Dollar 1,11

Der Euro hat sich im frühen Handel über der Marke von 1,10 US-Dollar gehalten. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,1030 Dollar und damit so viel wie am späten Vorabend. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Mittwochnachmittag auf 1,1018 Dollar festgesetzt. Am Dienstag war der Euro bis auf 1,0926 Dollar und damit den tiefsten Stand seit zwei Jahren gefallen, konnte sich seitdem aber etwas erholen. Gestützt wurde der Euro zuletzt durch die allgemein bessere Stimmung an den Finanzmärkten. Dazu trug auch bei, dass sich die USA und China wieder bemühen wollen, ihren Handelskonflikt zu entschärfen.

Das britische Pfund konnte seine jüngsten Gewinne verteidigen. Anleger sind wieder etwas optimistischer, weil die harte Brexit-Linie der Regierung auf Widerstand im Parlament stößt. Einen solchen ungeregelten Brexit will Premier Boris Johnson als Druckmittel für Verhandlungen mit der EU in der Hinterhand haben.

07:36 Uhr

Brexit und US-Daten: Dax höher als erwartet

In Erwartung weiterer US-Konjunkturdaten wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge höher starten. Am Mittwoch hatte er unter anderem dank schwindender Ängste vor einem chaotischen Brexit ein Prozent im Plus bei 12.025,04 Punkten geschlossen.

Nach den enttäuschenden Einkaufsmanager-Indizes vom Dienstag fiebern Anleger den US-Beschäftigtenzahlen der privaten Arbeitsagentur ADP entgegen. Sie geben eine Vorgeschmack auf die amtlichen Zahlen am Freitag und erlauben Rückschlüsse auf Zeitpunkt und Tempo der erwarteten US-Zinssenkungen. Experten rechnen für August mit dem Aufbau von 149.000 Stellen, nach einem Plus von 156.000 im Vormonat. Erleichtert reagieren Anleger auf die jüngste Entwicklung im Brexit. Das britische Parlament verabschiedete am Mittwochabend ein Gesetz, das es Premierminister Boris Johnson unmöglich machen soll, das Land ohne Scheidungsvereinbarung aus der EU zu führen.

07:04 Uhr

Entspannung in Hongkong und London beflügelt Tokioter Börse

Nikkei
Nikkei 23.303,32

Entspannungssignale in Hongkong, beim Brexit und im Handelsstreit zwischen den USA und China haben den japanischen Aktienmarkt auf ein Monatshoch klettern lassen. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index.N225 lag gegen Mittag 2,5 Prozent im Plus bei 21.157 Punkten. Dies ist der höchste Wert seit dem 2. August. Der breiter gefasste Topix.TOPX stieg um 2,3 Prozent auf 1540 Zähler, auch dies ein Vier-Wochen-Hoch.

Zuvor hatte es sowohl in Hongkong als auch in London und im Handelsstreit zwischen den USA und China positive Signale gegeben. Hongkongs Regierungschefin Carrie Lam zog einen umstrittenen Gesetzentwurf zurück, an dem sich die monatelangen Massenproteste entzündet hatten. Das britische Parlament verabschiedete gegen den Willen von Premierminister Boris Johnson ein Gesetz, das einen No-Deal-Brexit verhindern soll. Und die USA und China planen voraussichtlich im Oktober eine neue Runde hochrangiger Handelsgespräche.