Donnerstag, 08. August 2019Der Börsen-Tag

17:43 Uhr

China-Daten pushen Dax ins Plus

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(Foto: picture alliance / dpa)

Ermutigende Konjunkturdaten aus China sowie die Stabilisierung des Yuan haben den deutschen Aktienmärkten kurz vor Wochenschluss Auftrieb gegeben. Der Dax geht mit einem Plus von 1,7 Prozent bei 11.845,41 Punkten aus dem Handel - der größte Tagesgewinn seit fast zwei Monaten. Auch der MDax beendet den Tag rund 1,9 Prozent fester bei 25.592,37 Zählern. Der TecDax rückt 1,5 Prozent auf 2829,08 Stellen vor.

Für gute Stimmung sorgte, dass die chinesischen Exporte trotz des Zollstreits mit den USA im Juli überraschend um 3,3 Prozent gestiegen sind. Die Importe schrumpften zwar um 5,6 Prozent, Experten hatten aber ein fast doppelt so hohes Minus erwartet. "Alles Daten, die auf einen stärkeren chinesischen Binnenkonsum und auch eine gewisse Widerstandsfähigkeit des chinesischen Exports gegenüber amerikanischen Strafzöllen hindeuten", kommentierte Analyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets.

Auch die Zahlenflut der laufenden Berichtssaison gab Anlass zur Freude. Nach etwas besser als erwartet ausgefallenen Zahlen legt die Merck-Aktie 2,2 Prozent zu. Thyssenkrupp stiegen nach erwartungsgemäß schwachen Zahlen sogar um 4,3 Prozent. Für Bayer geht es bereits den zweiten Tag in Folge deutlich um rund 7,0 Prozent nach oben. Eon verloren dagegen 2,4 Prozent - angeblich soll Goldman Sachs das Papier zum Verkauf empfohlen haben.

17:11 Uhr

Firmenwert verpufft: Neues Kurs-Massaker bei Kraft Heinz

Kraft Heinz
Kraft Heinz 24,80

Schon zum zweiten Mal innerhalb weniger Monate verpuffen beim Lebensmittelhersteller Kraft Heinz Firmenwerte in Milliardenhöhe. Bereits im Februar hatte der Konzern, dem bekannte Marken wie Philadelphia-Frischkäse und Heinz-Ketchup gehören, horrende Abschreibungen vornehmen müssen. Schon damals brach der Kurs um bis zu 26 Prozent ein. Nun muss das Unternehmen erneut Milliarden auf ebendiese Markenwerte abschreiben.

In der ersten Jahreshälfte des laufenden Geschäftsjahres habe man eine Wertminderung von insgesamt 1,22 Milliarden US-Dollar vorgenommen, teilt Kraft Heinz mit. Der Gewinn habe sich auf 854 Millionen Dollar halbiert. Wegen der Auswirkungen eines Bilanzskandals und schleppender Umsätze seien weitere Abschreibungen möglich. Die Anleger flüchten in Panik: Der Aktienkurs von Kraft Heinz bricht um bis zu 15 Prozent ein.

16:06 Uhr

Export-Wunder gibt Wall Street Hoffnung

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(Foto: REUTERS)

Die guten Handelsdaten aus China verhelfen auch den US-Börsen zu einer soliden Eröffnung. Positiv überrascht auch in Übersee die chinesische Handelsbilanz: China hat trotz des Handelskriegs mit den USA im Juli mehr exportiert. Der Handelsbilanzüberschuss schrumpfte zwar im Vergleich zum Juni, aber nicht so stark wie erwartet. Der Dow-Jones-Index steigt um 0,5 Prozent. Der S&P-500 gewinnt 0,6 Prozent und der Nasdaq-Composite 0,7 Prozent.

Auch aus den USA selbst gibt es gute Nachrichten: Die Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe gehen überraschend um 8.000 auf 209.000 zurück. Offenbar sind die Arbeitgeber wegen des knappen Angebots an Arbeitskräften derzeit nicht so schnell bereit, Mitarbeiter zu entlassen.

15:10 Uhr

Adidas warnt vor Währungskrieg: "Jeder verliert"

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(Foto: picture alliance/dpa)

Eigentlich halten sich Konzernchefs mit politischen Aussagen ja meist zurück. Wenn politische Ereignisse die Bilanz verhageln, finden sie jedoch oft ihre Sprache wieder. So ist es auch mit Adidas: Der eskalierende Handelskrieg zwischen den USA und China verdirbt dem Sportartikelhersteller, der auf der ganzen Welt Schuhe, Bälle und Trikots verkauft, zunehmend das Geschäft. Also meldet sich Adidas-Chef Kasper Rorsted zu Wort.

Die im Handelsstreit der beiden weltgrößten Volkswirtschaften verhängten Zölle seien weit weniger bedrohlich als ein möglicher Wettstreit um Wechselkurse, sagt Rorsted. Viel schwerer wiege, dass sich ein Währungskrieg zwischen China, den USA und dem Rest der Welt anbahne. "Das wird eine Situation sein, in der jeder verliert", warnt der Konzernchef. Ein "Währungskrieg" werde mit der Zeit das Wirtschaftswachstum verlangsamen. Zudem seien ernsthafte Auswirkungen auf weltweit tätige Unternehmen wie Adidas zu befürchten. An der Börse deuten sie sich schon an: Die Marke mit den drei Streifen gehört mit einem Minus von rund 1,4 Prozent zu den Dax-Verlierern.

14:15 Uhr

ThyssenKrupp fährt im Aufzug an die Dax-Spitze

Thyssenkrupp
Thyssenkrupp 12,99

Auch am Nachmittag hält die Erleichterung über die positiver als erwartet ausgefallenen Handelsdaten aus China weiter an. Der Dax liegt rund 0,8 Prozent im Plus. Der MDax rückt 1,1 Prozent vor. Der TecDax steigt rund 0,9 Prozent. Zudem sorgt auch eine Flut von Unternehmenszahlen für gute Stimmung.

Dax-Spitzenreiter sind mit einem Plus von rund 3,3 Prozent zurzeit die Aktien von ThyssenKrupp: Die Anleger wetten offenbar auf hohe Einnahmen aus dem Verkauf schwacher Geschäftsbereiche und dem geplanten Börsengang der Aufzugssparte im nächsten Jahr. Denn eigentlich laufen die Geschäfte schlecht: In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahrs 2018/2019 machte der Stahlkonzern 170 Millionen Euro Verlust.

13:09 Uhr

Ex-Deutschbanker wegen CO2-Steuerbetrug angeklagt

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(Foto: picture alliance/dpa)

Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt hat gegen einen ehemaligen Mitarbeiter der Deutschen Bank Anklage wegen Steuerbetrugs mit CO2-Zertifikaten erhoben. Der 48-jährige Österreicher habe bei dem illegalen Karussellhandel mit Emissionsrechten in den Jahren 2009 und 2010 eine zentrale Rolle gespielt. Schlimmstenfalls drohen ihm bis zu zehn Jahre Haft.

Die Bundesregierung hatte die CO2-Zertifikate ausgegeben, um den Ausstoß von Treibhausgasen zu reduzieren. Doch Betrüger nutzten den Handel, um mit einem Umsatzsteuer-Karussell von September 2009 bis April 2010 dreistellige Millionenbeträge an Steuern zu hinterziehen. Der Österreicher sei Teil einer Bande gewesen, die insgesamt 145 Millionen Euro Umsatzsteuer hinterzogen habe, erklärten die Ermittler.

Die Deutsche Bank war 2010 aus dem Emissionshandel ausgestiegen und hatte zu Unrecht kassierte Steuern zurückgezahlt. Der nun angeklagte ehemalige Deutsche-Bank-Mitarbeiter, der damals in London arbeitete, sei für den Geschäftsbereich Emissions Sales verantwortlich und eine der "zentralen Personen" bei dem Umsatzsteuer-Karussell gewesen. Selbst als andere Deutsche-Bank-Mitarbeiter Zweifel an der Rechtmäßigkeit der Handelsgeschäfte angemeldet hätten, habe der Österreicher dafür gesorgt, dass diese fortgesetzt wurden. In einer Reihe von Prozessen wegen des Steuerbetrugs erhielten bislang bereits 13 Beteiligte Haftstrafen von bis zu acht Jahren, darunter auch mehrere ehemalige Deutsche-Bank-Mitarbeiter.

12:15 Uhr

Spielt China Amerika mit Yuan-Abwertung einen Streich?

US-Dollar / Yuan
US-Dollar / Yuan ,14

Der deutsche Aktienmarkt setzt dank fester Asien-Börsen und positiv aufgenommener chinesischer Konjunkturdaten seine jüngste Erholung fort. Entspannung kommt auch von der Währungsseite: Der chinesische Yuan, der zurzeit als Barometer für die allgemeine Marktstimmung angesehen wird, legte zum US-Dollar etwas zu.

Seit der jüngsten Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, weitere chinesische Waren im Wert von 300 Milliarden Dollar mit Strafzöllen zu belegen, hat die chinesische Währung 2,1 Prozent an Wert verloren. "Ganz von der Hand zu weisen ist es somit nicht, dass China seine Währung abwertet, um den Amerikanern einen Streich zu spielen", sagt Jochen Stanzl, Chefanalyst beim Brokerhaus CMC Markets. "Offenbar arbeitet man in Peking gerade mit Hochdruck an einem neuen Konjunkturprogramm."

11:52 Uhr

Deutsche Telekom bläst in den USA zum Angriff

Deutsche Telekom
Deutsche Telekom 15,93

Nach dem Zusammenschluss der Tochter T-Mobile US mit Sprint will der Konzern den Wettbewerb forcieren und noch schärfer führen, kündigte Telekom-Chef Tim Höttges an.

"In den USA haben wir einen großen Schritt getan, um zukünftig auf Augenhöhe mit den großen Anbietern noch stärker in den Wettbewerb treten zu können." Ein zentraler Bestandteil des Wachstums auf dem umkämpften US-Markt sei der Auf- und Ausbau des ultraschnellen Internets. Ziel sei, im kommenden Jahr das erste landesweite 5G-Netz in den USA zu etablieren.

11:02 Uhr

Osram-Aktie bricht nach Nein zu Übernahme ein

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picture alliance / dpa

Osram
Osram 40,15

Bei der geplanten Übernahme des Beleuchtungsherstellers Osram gibt es neue Turbulenzen: Die Osram-Aktie rutscht ab und verliert über sieben Prozent ihres Werts, am Vormittag notiert das Papier nur noch bei etwas über 31 Euro.

Am Vorabend hatte der größte Osram-Aktionär AGI - das ist die Kapitalanlagegesellschaft der Allianz - das Übernahmeangebot der zwei US-Finanzinvestoren Bain Capital und Carlyle abgelehnt. Sie wollten sich zur AGI-Absage nicht äußern. Die US-Unternehmen bieten 35 Euro je Aktie, AGI ist das zu wenig. Außerdem hatte die Allianz-Tochter dem Osram-Management zu wenig Vertrauen ins eigene Unternehmen vorgeworfen.

10:24 Uhr

Siemens Healthineers kauft für 1,1 Milliarden Dollar in USA ein

Siemens Healthineers
Siemens Healthineers 37,13

Die Siemens-Medizintechnik-Tochter steht vor ihrer ersten großen Übernahme seit dem Börsengang vor eineinhalb Jahren. Siemens Healthineers zahlt 1,1 Milliarden Dollar in bar für das US-Unternehmen Corindus Vascular Robotics, das robotergestützte Systeme für minimalinvasive Gefäß-Operationen entwickelt hat, wie der künftige Eigentümer in Erlangen mitteilte. Mit 4,28 Dollar je Corindus-Aktie bietet Healthineers deutlich mehr als den Schlusskurs vom Mittwoch von 2,42 Dollar.

Corindus sei eine strategische Ergänzung für das bisher kleinste Geschäftsfeld von Siemens Healthineers, Advanced Therapies, hieß es in der Mitteilung. Darunter hat der fränkische Medizintechnik-Konzern Roboter und andere Geräte zusammengefasst, die Ärzten bei Operationen und Behandlungen helfen.

09:48 Uhr

Braunkohle-Milliardär und Metro kommen nicht zusammen

Metro AG
Metro AG 14,41

Der tschechische Milliardär Daniel Kretinsky hat die Metro-Großaktionäre Beisheim und Meridian nicht von seiner Übernahme-Offerte überzeugen können. Diese steht Finanzkreisen zufolge damit vor dem Aus.

  • "Wir haben unsere Aktien nicht angedient", sagte ein Sprecher der beiden Großaktionäre, die knapp 21 Prozent der Metro-Aktien halten.
  • Kretinsky, der im vergangenen Jahr zusammen mit seinem Investment-Partner Patrik Tkac bei Metro eingestiegen war, wollte den Konzern ganz übernehmen und hatte dazu 16 Euro pro Stammaktie geboten.
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    Daniel Kretinsky

    (Foto: picture alliance/dpa)

  • Seine Übernahme-Offerte war um Mitternacht ausgelaufen.
  • Er hatte sie an eine Mindestannahmeschwelle von 67,5 Prozent der Stammaktien gekoppelt.
  • Ohne die Aktien der beiden Groß-Anteilseigner sei die Schwelle nicht zu erreichen, hieß es in Finanzkreisen.
09:33 Uhr

Merck verdoppelt Gewinn unterm Strich fast

Dax
Dax 12.633,60

Positive Konjunkturdaten aus China beruhigen Anleger in Deutschland. Der Dax notiert in den ersten Handelsminuten 0,8 Prozent fester bei 11.738 Punkten. Chinas Unternehmen exportierten im Juli überraschend mehr als im Vorjahr. Börsianer verwiesen zudem darauf, dass sich die Landeswährung etwas stabilisiere.

"Die Anleger werten dies als Signal, dass das Reich der Mitte weiter an einer Lösung des Konflikts mit Washington arbeiten will und eher nicht an einer weiteren Eskalation interessiert ist", sagte Milan Cutkovic, Marktanalyst beim Brokerhaus AxiTrader.

Merck KGaA
Merck KGaA 106,00

An der Dax-Spitze stehen die Papiere des Pharmakonzerns Merck mit einem Plus von 2,9 Prozent. Der Darmstädter Konzern hat von hohen Zahlungen aus Forschungspartnerschaften für Medikamente profitiert und ein starkes zweites Quartal erzielt.

Dem Familienunternehmen kamen millionenschwere Meilensteinzahlungen von Allianzpartnern zugute - etwa bei einer Zulassung des Krebsmittels Bavencio vom US-Riesen Pfizer. Merck hat sich mit mehreren Pharmakonzernen verbündet, um die teure Forschung, Entwicklung und Vermarktung von Arzneien zu schultern. Bei Erfolgen fließt entsprechend Geld nach Darmstadt.

09:01 Uhr

Nachrichten aus China sind Balsam für Ölpreis

Rohöl (Brent)
Rohöl (Brent) 59,30

Die Ölpreise haben ihre deutlichen Verluste vom Vortag teils wettgemacht. Im frühen Handel kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 57,93 US-Dollar. Das waren 1,70 Dollar mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 1,69 Dollar auf 52,78 Dollar.

Auslöser der Preisanstiege war eine allgemeine bessere Stimmung an den Finanzmärkten. Riskantere Anlagen wie Rohöl profitierten davon. Für Beruhigung sorgten zum einen Handelsdaten aus China, die besser ausfielen als erwartet. Zum anderen stieg der Kurs der chinesischen Währung Yuan gegenüber dem US-Dollar an. Der Yuan gilt wegen des Handelsdisputs zwischen den USA und China derzeit als Barometer für die allgemeine Marktstimmung. Am Mittwoch waren die Rohölpreise noch stark gefallen, weil Sorgen wegen des Handelskonflikts auf den Konjunkturerwartungen und damit auf der erwarteten Ölnachfrage lasteten.

08:44 Uhr

Textilien-Engpass bremst Adidas aus

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Trikots wie das des Fußball-Stars Zlatan Ibrahimovic von LA Galaxy sind auf dem US-Markt sehr gefragt.

(Foto: picture alliance/dpa)

Adidas
Adidas 281,35

Der weltweit zweitgrößte Sportartikelkonzern Adidas ist wegen Engpässen bei der Beschaffung von Textilien in Asien wie befürchtet langsamer gewachsen. Der Umsatz sei im ersten Halbjahr währungsbereinigt um vier Prozent auf 11,4 Milliarden Euro gestiegen, teilte das Unternehmen in Herzogenaurach mit. Adidas hatte mit einem Plus von drei bis vier Prozent gerechnet, weil die Lieferanten nicht mit der Produktion von T-Shirts und Trikots für den US-Markt hinterher kommen. Der Gewinn aus dem fortgeführten Geschäft stieg um 14 Prozent auf 1,09 Milliarden Euro. Im zweiten Quartal blieben Umsatz und Gewinn leicht hinter den Analystenerwartungen zurück.

Vorstandschef Kasper Rorsted bekräftigte aber die Prognose für das Gesamtjahr, die ein Umsatzwachstum um fünf bis acht Prozent und einen Anstieg des Gewinns aus dem fortgeführten Geschäft um 10 bis 14 Prozent auf 1,88 bis 1,95 Milliarden Euro vorsieht. "Wir sind nach wie vor zuversichtlich, dass sich das Umsatzwachstum in der zweiten Jahreshälfte sequenziell beschleunigen wird."

08:24 Uhr

Chinesischer Yuan legt wieder etwas zu

US-Dollar / Yuan
US-Dollar / Yuan ,14

Der Euro notiert weiter an der Marke von 1,12 US-Dollar. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,1210 Dollar und damit in etwa so viel wie am späten Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittwochnachmittag auf 1,1202 Dollar festgesetzt. Der chinesische Yuan, der zurzeit als Barometer für die allgemeine Marktstimmung angesehen wird, legte gegenüber dem US-Dollar etwas zu. Und das, obwohl die chinesische Notenbank ihren Mittelkurs, um den der Yuan nur begrenzt schwanken darf, erstmals seit dem Jahr 2008 schwächer als sieben Yuan je Dollar festgesetzt hatte. Allerdings übertraf der von der Zentralbank festgelegte Kurs die Erwartungen von Marktbeobachtern, was zur Beruhigung der Marktlage beitrug.

Anfang der Woche war der Handelsdisput zwischen den USA und China weiter eskaliert, weil die chinesische Währung deutlich gegenüber dem US-Dollar abgewertet hatte. US-Präsident Donald Trump betrachtete dies als weiteren Affront. Marktbeobachter fürchteten, China setze seine Währung als Waffe im Handelskonflikt ein. Der Kurs der chinesischen Notenbank zeige aber, dass sie nicht bereit sei, sich auf einen Währungskrieg mit den USA einzulassen, kommentierte Stephen Innes vom Handelshaus Valour Markets.

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,12

 

08:01 Uhr

Firmenbilanzen dürften Dax Aufschwung geben

Dax
Dax 12.633,60

Angesichts einer neuen Flut von Firmenbilanzen wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge höher starten. Am Mittwoch war er 0,7 Prozent fester bei 11.650 Punkten aus dem Handel gegangen.

Hauptgesprächsthema auf dem Börsenparkett bleibt der ungelöste Zollstreit zwischen den USA und China. Anleger reagieren sensibel auf Nachrichten zu diesem Konflikt. Im Juli exportierten die chinesischen Unternehmen unerwartet mehr als im Vorjahr. Die Erholung könnte aber angesichts der zuletzt angedrohten neuen US-Zölle kurzlebig sein. Der Handel zwischen den USA und China schwächte sich im Juli dagegen erneut ab. Chinas Exporte in die USA sanken im Vergleich zum Juli des Vorjahres um 6,5 Prozent. Die Importe gingen in US-Dollar gemessen um 19 Prozent zurück, wie aus Zahlen der Pekinger Zollbehörde hervorging. Damit sank das Handelsvolumen beider Staaten um mehr als fünf Milliarden Dollar. Der Handelsüberschuss mit den USA verringerte sich auf knapp 28 Milliarden Dollar nach 29,9 Milliarden im Monat zuvor.

Etwas Abwechslung versprechen die Geschäftszahlen von Konzernen wie Thyssenkrupp, Adidas oder Deutsche Telekom.

 

07:36 Uhr

Zugpferd USA: Telekom steigert Umsatz und Gewinn

Deutsche Telekom
Deutsche Telekom 15,93

Die Deutsche Telekom wächst vor ihrer angepeilten Fusion in den USA auch dank Zukäufen und günstigerer Wechselkurse weiter kräftig. Der Umsatz kletterte im zweiten Quartal zum Vorjahresquartal um 7,1 Prozent auf 19,7 Milliarden Euro, wie der Dax-Konzern in Bonn mitteilte. Das bereinigte Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen stieg ebenso stark auf 6,28 Milliarden Euro. Aus eigener Kraft, also ohne Zukäufe und Wechselkurseffekte, wäre das Wachstum jeweils nur knapp halb so groß gewesen.

Mit den Werten übertraf die Telekom die Analystenschätzungen leicht. Insbesondere das gut laufende US-Geschäft sorgte weiter für Schwung. Unter dem Strich wuchs der Gewinn mit 944 Millionen Euro auf fast das Doppelte. Allerdings hatte vor einem Jahr der Vergleich im Rechtsstreit um das Mautsystem Toll Collect mit rund 600 Millionen Euro belastet. Dennoch fiel der Überschuss geringer aus als von Experten gedacht, weil im zweiten Quartal Sonderkosten von 0,4 Milliarden Euro anfielen, vor allem für den Stellenabbau.

07:16 Uhr

Thyssenkrupp-Chef kassiert Jahresprognose

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Guido Kerkhoff stellt schwächelnde Geschäftsbereiche auf den Prüfstand.

(Foto: picture alliance/dpa)

Thyssenkrupp-Chef Guido Kerkhoff hat die Gewinnprognose nach unten geschraubt und will nun im kommenden Geschäftsjahr Teile der lukrativen Aufzugssparte an die Börse bringen oder verkaufen. Nach schweren Einbußen insbesondere im Stahlgeschäft erwarte der Konzern im Geschäftsjahr 2018/19 (per Ende September) nur noch einen operativen Gewinn (bereinigtes Ebit) von rund 800 Millionen Euro nach 1,4 Milliarden im Vorjahr, teilte das Unternehmen mit.

In den ersten neun Monaten schrumpfte der operative Gewinn auf 683 Millionen Euro nach 1,3 Milliarden im Vorjahreszeitraum. Unter dem Strich fuhr der kriselnde Traditionskonzern einen Verlust von 207 Millionen Euro ein. Kerkhoff stellt nun schwächelnde Geschäfte aus dem Stahlbereich, dem Anlagenbau und Automotive auf den Prüfstand und will diese gegebenenfalls abstoßen.

Thyssenkrupp
Thyssenkrupp 12,99

 

07:01 Uhr

Schnäppchenjäger verhelfen Nikkei ins Plus

Nikkei
Nikkei 22.492,68

Schnäppchenjäger haben japanische Aktien auf ein kleines Plus nach dem Ausverkauf der vergangenen Tage gehoben. Allerdings blieben Investoren wegen der Unsicherheit über die Folgen des amerikanisch-chinesischen Handelsstreits zurückhaltend. An der Tokioter Börse legte der Nikkei-Index bis zum Mittag 0,6 Prozent auf 20.637 Punkte zu. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans verharrte nahezu unverändert bei 486 Zählern.

Dagegen legte die chinesischen Börse in Shanghai um 0,7 Prozent zu. Beruhigend wirkte sich auf den Markt die Stabilisierung der chinesische Währung Yuan aus, die Anfang der Woche im Vergleich zum Dollar deutlich gefallen war. Zudem gab es in den vergangenen 24 Stunden keine neuen Eskalationen im Handelsstreit zwischen den USA und China. "Der Markt hat sich etwas beruhigt, da es keine auffälligen schlechte Nachrichten gab", sagte der Ökonom Soichiro Monji von der Sumitomo Mitsui DS Vermögensverwaltung.