Donnerstag, 11. Juni 2020Der Börsen-Tag

Heute mit Wolfram Neidhard
17:45 Uhr

Dax bekommt die volle Breitseite - unter 12.000

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(Foto: imago images/Bernd März)

Das war ein Ende mit Schrecken: In den letzten Handelssekunden konnte der Dax die Marke von 12.000 Punkten nicht mehr halten. Es muss konstatiert werden, dass sich heute an den europäischen Börsen die Erholungsansätze zerschlagen haben. Die Stimmung vermieste die US-Notenbank: Die Währungshüter in Washington sehen nur eine langsame Erholung der US-Wirtschaft. Auch neue US-Arbeitsmarktdaten setzten keine positiven Akzente: Die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe sind im Rahmen der Erwartungen ausgefallen.

Der Dax rauschte um 4,5 Prozent runter und schloss auf Tagestief bei 11.970 Punkten, er verlor damit heute mehr als 550 Punkte. Der MDax verringerte sich um 3,3 Prozent auf 25.515 Zähler, der TecDax um 2,4 Prozent auf 3080 Stellen. Der EuroStoxx50 sackte um 4,1 Prozent auf 3159 Punkte ab.

Sämtliche Dax-Werte verloren. Am besten schnitten noch Vonovia mit minus 1,0 Prozent ab. Am schlimmsten erwischte es Lufthansa, die sich um 9,1 Prozent verbilligten.

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17:16 Uhr

Euro präsentiert sich fest

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,13

Der Eurokurs ist nach einem richtungslosen Handel leicht gestiegen. Am späten Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,1395 US-Dollar und damit etwas mehr als am Morgen. Zeitweise war der Eurokurs in Richtung 1,13 Dollar gefallen. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1348 (Mittwoch: 1,1375) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8812 (0,8791) Euro.

Belastet wurde der Euro zeitweise durch einen stärkeren Dollar, der aber bis zum Nachmittag einen Teil seiner Gewinne einbüßte. Die amerikanische Währung profitierte von der allgemein trüben Stimmung an den Finanzmärkten.

16:49 Uhr

Dax im Sturzflug in Richtung 12.000

Am deutschen Aktienmarkt brechen wohl nun scheinbar alle Dämme: Der Dax rauschte am späten Nachmittag um 3,9 Prozent auf 12.037 Punkte ab. Auch an der Wall Street notierten die Indizes weit über 3 Prozent im Minus.

Im Dax sind Deutsche Bank, BASF, die Autowerte und Lufthansa die größten Verlierer. Ihr Minus betrug zwischen 5,1 und 9,4 Prozent.

16:26 Uhr

USA fahren noch schwerere Geld-Geschütze auf

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(Foto: picture alliance / dpa)

Die USA forcieren ihren Kampf gegen die Rezession: Finanzminister Steven Mnuchin hat einen weiteren Shutdown der US-Wirtschaft ausgeschlossen und zugleich weitere umfangreiche Hilfspakete angekündigt. Man könne sich einen weiteren Stillstand der US-Wirtschaft nicht leisten, sagte Mnuchin bei CNBC. Dies würde mehr Schaden anrichten.

Zudem solle im nächsten Monat eine weitere Billion Dollar in die weltgrößte Volkswirtschaft gepumpt werden. Er sei bereit, sich für mehr Geld noch einmal an den Kongress zu wenden, um Jobs und Arbeiter zu schützen.

16:13 Uhr

Uber-Fahrer in Kalifornien nun Angestellte - Kurs geht runter

Fahrer von Taxi-Konkurrenten wie Uber und Lyft werden in Kalifornien gelten in Kalifornien künftig als Angestellte. Das gab die zuständige Aufsichtsbehörde des US-Bundesstaates bekannt. Die Aktienkurse beider Unternehmen fielen am späten nachmittag um 4,8 beziehungsweise 3,7 Prozent. Vor Handelsbeginn hatten beide Aktien rund 7 Prozent verloren.

Ein neues Gesetz, das am 1. Januar in Kraft getreten ist, macht es für Unternehmen schwieriger, Beschäftigte als Auftragnehmer und nicht als Angestellte zu klassifizieren. Dadurch müssen etwa Überstunden und Sozialleistungen gezahlt werden.

15:47 Uhr

Wall Street gibt dem Dax für heute den Rest

Das Gespenst der Rezession geht um: Entsprechend schwach sind die US-Börsen in den Handel gestartet. Der Dow Jones verlor 3,1 Prozent auf 26.141 Punkte. Der marktbreite S&P-500 gab um 2,8 Prozent auf 3102 Stellen nach. Die US-Notenbank Fed hatte gestern Abend (MESZ) von einem starken Konjunktureinbruch gesprochen mit einer anschließend aber nur trägen Erholung.

Das hatte natürlich auch Auswirkungen auf den Frankfurter Handel. Der Dax rauschte nach US-Handelsbeginn runter bis auf 12.111 Zähler, notierte dann 3,1 Prozent tiefer bei 12.149 Punkten. Der EuroStoxx50 sank um ebenfalls 3,1 Prozent auf 3191 Stellen.

Dax
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15:31 Uhr

Amazon bekommt Stress mit Brüssel

Ärger für Amazon: Der Onlineriese bekommt es wegen seiner Behandlung von Händlern auf seiner Plattform mit den EU-Kartellwächtern zu tun. Die Brüsseler Kommission plane die Einleitung eines formalen Kartellverfahrens, sagten Insider. Diese oder nächste Woche könne das Verfahren beginnen.

Die EU-Kommission untersucht schon seit knapp zwei Jahren die möglicherweise wettbewerbswidrigen Verhaltensweisen von Amazon. Sie geht dem Verdacht nach, dass der US-Konzern seine doppelte Funktion als Verkaufsplattform einerseits und Einzelhändler andererseits missbraucht und sensible Informationen über seine Marktplatzhändler, deren Produkte und Verkaufstransaktionen auf der Amazon-Plattform für sich genutzt hat. Amazon hat die Vorwürfe des Marktmissbrauchs bislang stets zurückgewiesen.

Amazon
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14:43 Uhr

Dax verliert nach US-Jobdaten noch mehr

Nach Veröffentlichung von US-Arbeitsmarktdaten ist der Dax noch weiter abgesackt. Der Leitindex verringerte sich um 3,1 Prozent auf 12.147 Punkte. Der EuroStoxx50 verlor ebenfalls 3,1 Prozent auf 3193 Zähler.

Die USA meldeten für die abgelaufene Woche 1,542 Millionen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe. Experten hatten mit 1,595 Millionen gerechnet. Möglicherweise hatten einige Anleger nach dem extrem starken US-Arbeitsmarktbericht aus der vergangenen Woche auf eine positive Überraschung spekuliert.

14:20 Uhr

Britischer Rüstungskonzern schwächelt - Kurs fällt

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BABCOCK INTL 3,46

Für Babcock geht es an der Londoner Börse kräftiger um 4,3 Prozent nach unten. Der britische Rüstungskonzern hat für das abgelaufene Geschäftsjahr einen Verlust ausgewiesen. Eine Entscheidung hinsichtlich einer Dividendenzahlung werde wegen der Covid-Krise erst später fallen. Einen Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr lieferte Babcock nicht.

Wie die Citigroup anmerkt, sollte die solide Bilanz des Unternehmens die Anleger indes beruhigen. Babcock verfüge über ausreichend liquide Mittel, um die außerordentlichen Cash-Aufwendungen von 100 Millionen Pfund sowie die nächste Refinanzierung über 500 Millionen Dollar zu stemmen.

13:58 Uhr

Frankreich will Wirtschaft schnell wieder hochfahren

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(Foto: imago images/Hans Lucas)

In Frankreich soll wieder kräftig in die Hände gespuckt werden. Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire will die Wirtschaft rasch wieder auf Normalmaß hochfahren.

  • "Ich möchte, dass die wirtschaftliche Aktivität schneller anspringt", sagte Le Maire in einem Fernsehinterview.

Seinen Angaben zufolge soll es bis zum Sommer wieder einen Normalzustand geben. Die nach Deutschland zweitgrößte Volkswirtschaft der Eurozone dürfte in diesem Jahr wegen der Corona-Pandemie um 11 Prozent einbrechen. 800.000 Jobs sind laut Le Maire in Gefahr. Daten des Statistikamtes zufolge wurden im ersten Quartal bereits mehr als 500.000 Arbeitsplätze abgebaut.

13:25 Uhr

Rally auf Pump - Aktienkredite sind wieder begehrt

Ultraniedrige Zinsen und bis vor Kurzem steigende Aktienkurse: Bei den Investoren ist das Interesse an Gewinnen auf Pump wieder gewachsen. Die Banken verzeichneten einen neuen Appetit der Vermögensverwaltungen auf Kredite für den Kauf von Wertpapieren. Mehrere Banker berichteten, dass Investoren wieder solche Darlehen aufnähmen, um die Rendite ihrer Anlagen noch weiter zu steigern.

Allein in den USA summierten sich derartige Kredite im April auf 525 Milliarden Dollar, nach 479 Milliarden Dollar im März, wie aus Daten der Aufsicht hervorgeht. Dabei hatten sich einige Investoren beim Börsencrash im März die Finger verbrannt. Um ihre Verbindlichkeiten zu begleichen, mussten einige ihre Aktien mit Verlust verkaufen.

13:04 Uhr

Für das Handwerk kommt das dicke Ende erst noch

Auch das deutsche Handwerk blickt wegen der Corona-Krise skeptisch auf das laufende Jahr.

  • "Es könnte sein, dass einige Branchen, die bisher vergleichsweise gut durch die Corona-Zeit gekommen sind, im zweiten Halbjahr einen Nachlaufeffekt der Krise zu spüren bekommen", sagte Chefvolkswirt Alexander Barthel vom Handwerksverband ZDH. Dies dürfte Bau und Ausbau treffen, die bisher ihr hohes Auftragspolster abgearbeitet hätten.
  • "Wenn die privaten Bauherren und die Kommunen - die wichtigsten Auftraggeber der Betriebe - sich mit Investitionen zurückhalten, dürfte das viele Handwerksbetriebe belasten."

Für das laufende Jahr könne man wegen der Unsicherheit noch keine konkrete Prognose vorlegen, sagte Barthel weiter.

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12:49 Uhr

Wall Street im Sog von Fed-Aussagen und Corona-Ängsten

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(Foto: imago images/Pacific Press Agency)

Auch die Wall Street dürfte mit deutlichen Abschlägen in den heutigen Handel gehen. Diesmal tendieren auch die Indikationen für die technologielastige Nasdaq im Minus, nachdem deren Indizes am Vortag gegen den Trend noch im Plus geschlossen hatten. Auslöser für die eingetrübte Stimmung auch an den Börsen in Asien und Europa sind die Äußerungen der US-Notenbank Fed vom Vortag, die die bislang an den Märkten gespielte "V-förmige" Erholung der Wirtschaft in weite Ferne rücken ließen. Hinzu kommt die Sorge vor einer "zweiten Welle" der Corona-Infizierungen, deren Zahl in etlichen US-Bundesstaaten aktuell steigt, darunter Florida, Texas und Kalifornien.

Vorbörslich werden wöchentliche Daten zum Arbeitsmarkt veröffentlicht, die auf starke Beachtung stoßen dürften. Laut Prognosen ist die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe um knapp 1,6 Millionen gestiegen. Zugleich liefern Erzeugerpreise ein Indiz für die aktuelle Teuerung.

12:26 Uhr

Ordentliches Wachstum angekündigt - China stark im Kommen

Mutiert China wieder zur Wachstumslokomotive der Welt? Die Wirtschaft im Reich der Mitte kommt nach Angaben der Pekinger Regierung wieder in Schwung. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) könnte im anstehenden dritten Quartal um 5 Prozent wachsen, sagte der Berater des Kabinetts, Liu Huan. Zu Jahresbeginn war die nach den USA zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt wegen der Corona-Krise um 6,8 Prozent geschrumpft und damit erstmals überhaupt seit Einführung der Quartalsstatistik.

Mit Zhu Guangyao forderte ein weiterer Berater des Kabinetts, die USA und China zur baldigen Wiederaufnahme ihrer Handelsgespräche auf. Beide Länder seien zu stark miteinander verflochten, um sich zu entkoppeln, sagte der ehemalige Finanzstaatssekretär.

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Gebäude der chinesischen Notenbank in Peking.

(Foto: REUTERS)

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12:11 Uhr

Cateringriese entsteht - Just Eat Takeaway schluckt Grubhub

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(Foto: imago images / Levine-Roberts)

In der Cateringbranche tut sich Beachtliches. Das britisch-niederländische Unternehmen Just Eat Takeaway übernimmt den US-Rivalen Grubhub. Damit kommt der Fahrdienst-Vermittler Uber, der als wahrscheinlicher Käufer von Grubhub gehandelt wurde, nun doch nicht zum Zug. Just Eat Takeaway will den Kaufpreis komplett in eigenen Aktien zahlen und akzeptiert dabei einen Aufschlag von 27 Prozent auf den jüngsten Schlusskurs von Grubhub. Die Unternehmen einigten sich auf 75,15 Dollar pro Aktie, wie sie nach US-Börsenschluss mitteilten. Damit werde Grubhub bei der Übernahme insgesamt mit rund 7,3 Milliarden US-Dollar bewertet.

Durch den Zusammenschluss entsteht den Unternehmen zufolge der größte Essenslieferkonzern außerhalb Chinas. Die Transaktion soll im ersten Quartal 2021 abgeschlossen werden. Bei Anlegern kam die Nachricht gut an. Die Grubhub-Aktie reagierte im vorbörslichen Handel mit einem Anstieg von zeitweise mehr als 8 Prozent.

11:51 Uhr

Börsen leuchten weiter rot

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An der Frankfurter Börse ist nach dem tiefroten Beginn wieder etwas Ruhe eingekehrt. Der Dax konnte seinen massiven Verlust etwas abbauen und notierte am Mittag "nur" noch 2,2 Prozent tiefer bei 12.252 Punkten. Der EuroStoxx50 fiel um ebenfalls 2,2 Prozent auf 3223 Stellen.

Im Dax hat sich nur die Aktie von Vonovia aus dem Tal der Tränen und notierte 0,6 Prozent fester. Um fast die Hälfte verringerte sich der Verlust des Lufthansa-Papiers - allerdings lag es mit minus 6,5 Prozent weiterhin klar am Dax-Ende. Im MDax bekamen Tui kräftige Prügel - minus 6,3 Prozent. Schlecht sah es auch für Thyssenkrupp (minus 4,4 Prozent) und Brenntag (minus 5,2 Prozent) aus. Commerzbank sackten um 4,0 Prozent auf 4,20 Euro ab.

11:27 Uhr

Weltgrößter Automarkt nimmt wieder Fahrt auf

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(Foto: picture alliance/dpa)

Weiße Rauchzeichen vom chinesischen Automarkt: Dieser erholt sich nämlich immer mehr von der Corona-Krise. Im Mai kletterte der Absatz auf den weltgrößten Pkw-Markt verglichen mit dem Vorjahresmonat um 14,5 Prozent auf knapp 2,2 Millionen Fahrzeuge, wie aus Daten des Herstellerverbandes CAAM hervorging. Die Unterstützungsmaßnahmen der Regierung und das gestiegene Verbrauchervertrauen hätten dafür gesorgt, dass wieder mehr Autos gekauft würden, erläuterte ein Verbandsvertreter.

Im April hatten die Autoverkäufe bereits um 4,4 Prozent zugelegt, nachdem sie im März noch um 43 Prozent eingebrochen waren. Im Februar war der Rückgang mit minus 80 Prozent besonders hoch, weil damals das öffentliche Leben wegen der Maßnahmen zur Bekämpfung Pandemie praktisch stillstand. Trotz der Erholung dürften die Hersteller den Absatzeinbruch aus den ersten Monaten bis zum Jahresende nicht mehr ganz aufholen können. Ihr Verband rechnet für das Gesamtjahr nun mit einem Verkaufsrückgang um 15 Prozent.

11:02 Uhr

Italiens Industrieproduktion im freien Fall

Land unter bei Italiens Wirtschaft: Die Industrie der drittgrößten Volkswirtschaft der Eurozone hat infolge der Corona-Pandemie ihre Produktion massiv gedrosselt. Wegen Fabrikschließungen, Kontakt- und Ausgangssperren stellten die Betriebe im April 19,1 Prozent weniger her als im Vormonat. Ökonomen hatten sogar mit einem Minus von 24 Prozent gerechnet. Bereits im März hatte es einen Rückgang um 28,4 Prozent gegeben - dies war das größte Minus seit Beginn der Datenerhebung 1990. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ging es dann im April um 42,5 Prozent bergab.

Italien ist in Europa neben Großbritannien und Spanien besonders stark vom Virus betroffen. Die EU-Kommission sagt allen EU-Ländern für 2020 eine tiefe Rezession voraus. In Italien dürfte sie demnach mit einem Rückgang beim Bruttoinlandsprodukt um 9,5 Prozent allerdings schwerer ausfallen als in allen anderen Mitgliedstaaten - außer Griechenland (minus 9,7 Prozent). Allein im ersten Quartal schrumpfte die Wirtschaft kräftig um 5,3 Prozent.

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Industrie am Hafen von Milazzo, Sizilien.

(Foto: imago/imagebroker)

10:27 Uhr

Deutsches BIP-Minus 2020 fast zweistellig?

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(Foto: dpa)

Wer bietet weniger? Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) erwartet in diesem Jahr einen Rückgang des deutschen Bruttoinlandsprodukts (BIP) um voraussichtlich 9,4 Prozent gegenüber dem vergangenen Jahr. Nächstes Jahr soll die deutsche Wirtschaft dann aus heutiger Sicht um 3,0 Prozent wachsen. Das geht aus der neuesten Konjunkturprognose des Instituts hervor, die DIW-Präsident Marcel Fratzscher und -Konjunkturchef Claus Michelsen vorstellten.

Bei voller Umsetzung des Konjunkturpakets sagten die Forscher günstigere Werte voraus. Dann sinke das BIP im laufenden Jahr um 8,1 Prozent und steige 2021 um 4,3 Prozent, sagte Michelsen. Fratzscher forderte allerdings noch mehr langfristige Investitionen. Das DIW macht hierfür laut Michelsen einen Vorschlag im Volumen von 190 Milliarden Euro für die nächsten zehn Jahre.

Die Ökonomen nahmen in ihrer Prognose an, "dass wir keine zweite große Infektionswelle sehen werden", erklärte der DIW-Konjunkturchef.

10:07 Uhr

Angst vor zweiter Virus-Welle: Kreuzfahrt-Werte unter Druck

Mieser Tag auch für die Aktien der Reiseveranstalter mit Kreuzfahrgeschäft: Carnival fielen in London um 9 Prozent und Tui um 7 Prozent. Hier weckte das Aufflackern von Corona-Neuinfektionen die Angst vor einer zweiten Virus-Welle, vor allem in den USA. An der Wall Street waren gestern Norwegian Cruise 14 Prozent eingebrochen. Dazu wird bei Tuifly immer härter um den Stellenabbau gerungen.

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(Foto: imago images/ZUMA Wire)

09:47 Uhr

Corona reißt tiefe Löcher in die Kassen der Autokonzerne

Die Corona-Krise hat schon in den ersten drei Monaten des Jahres riesige Löcher in die Kassen der weltgrößten Autokonzerne gerissen. Zusammengenommen verbuchten die Hersteller im operativen Geschäft nur noch rund 7,5 Milliarden Euro Gewinn, wie das Beratungsunternehmen EY in seiner regelmäßigen Branchenanalyse berechnet hat. Das ist ein Einbruch um mehr als die Hälfte im Vergleich zum ersten Quartal 2019 und der niedrigste Stand seit 2009. Die Verkaufszahlen gingen um 21 Prozent zurück, der Umsatz immerhin nur um 9 Prozent.

Allerdings seien das nur die ersten Auswirkungen der Krise, heißt es in der am Donnerstag veröffentlichten Analyse. Im zweiten Quartal werde Corona die Mehrzahl der Konzerne in die roten Zahlen drücken, erwarten die Experten.

09:09 Uhr

Dax verliert massiv - Lufthansa-Aktie zweistellig im Minus

Dax
Dax 12.480,09

Mit dem deutschen Aktienmarkt geht es weiter bergab: Die pessimistische Aussage zur weiteren Wirtschaftsentwicklung durch die US-Notenbank Fed ließ die Indizes weiter nach unten rauschen. Der Dax verlor 2,5 Prozent auf 12.213 Punkte. Der MDax sackte um 2,4 Prozent auf 25.775 Zähler, der TecDax um 1,6 Prozent auf 3102 Stellen ab. Der EuroStoxx50 verringerte sich um 2,5 Prozent auf 3211 Punkte.

Alle Dax-Werte verbilligten sich. Am schlimmsten erwischte es Lufthansa mit minus 11,7 Prozent. Starke Verluste verzeichneten auch die Autowerte.

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08:48 Uhr

JD.com will mit Zweitnotiz in Hongkong Milliarden einnehmen

Der chinesische E-Commerce-Konzern JD.com will mit seiner Zweitnotierung in Hongkong einen Milliardenerlös erzielen. Der Angebotspreis soll bei 226 Hongkong-Dollar je Aktie liegen, sagten Insider. Damit könnte das Unternehmen gut 30 Milliarden Hongkong-Dollar einnehmen, umgerechnet rund 3,4 Milliarden Euro.

Die Hongkong-Aktie soll erstmals am 18. Juni gehandelt werden.
Das Angebotsvolumen könnte noch um 15 Prozent steigen, wenn die beteiligten Banken entsprechende Kaufoptionen ausüben.

08:35 Uhr

Fed-Pessimismus lässt Kurse in Asien sinken

Nikkei
Nikkei 22.145,96

Trübe Konjunkturaussichten der US-Notenbank Fed haben Asiens Anleger heute verunsichert. Nach zehn Tagen mit Gewinnen drehte der MSCI-Index für die asiatischen Märkte außerhalb Japans ins Minus. In Tokio ging der Nikkei 2,8 Prozent schwächer bei 22.473 Zählern aus dem Handel. In China gaben die Kurse ebenfalls nach.

Die Fed rechnet damit, dass die US-Wirtschaft im laufenden Jahr um 6,5 Prozent schrumpft und die Arbeitslosenquote zum Jahresende bei 9,3 Prozent liegt. Zugleich kündigte sie an, die Zinsen noch lange nahe Null zu lassen. Damit mache Fed-Chef Jerome Powell den Weg frei für weitere Schritte, schrieben die Experten von JP Morgan.

07:52 Uhr

Warnhinweis für Augenarznei - Novartis um Schadensbegrenzung bemüht

Novartis
Novartis 77,43

Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat das Augenmedikament Beovu von Novartis mit einem Warnhinweis versehen. Der Beipackzettel wurde Hinweise etwa zu möglichen Entzündungen der Netzhautgefäße (Vaskulitis) und retinalen Gefäßverschlüssen der Netzhaut ergänzt.

Der Schweizer Pharmakonzern erklärte, er halte das Mittel weiterhin für eine wichtige Behandlungsoption für Patienten mit Altersbedingter Makula-Degeneration (AMD) mit einem insgesamt günstigen Nutzen-Risiko-Profil. Die Arznei muss gegen bereits gut etablierte AMD-Medikamente wie etwa Eylea von Bayer und Regeneron und das von Novartis gemeinsam mit Roche vertriebene Lucentis bestehen.

07:44 Uhr

Tech-Werte könnten bei Anlegern für Freude sorgen

Dax
Dax 12.480,09

Was erwartet uns heute an der Frankfurter Börse? Entspannt trotz eines erwarteten Kursminus gehen Händler nach der Fed-Sitzung in den Tag. Das Minus der US-Börsen sei eine immer wieder gesehene erste Reaktion auf Fed-Tage und solle nicht überbewertet werden. Der Nasdaq-Index der Technologiewerte setzte bereits seine Rally fort und etabliert sich über der 10.000er-Aktie. Schwergewichte wie Microsoft zogen 3,7 Prozent an, Apple um 2,6 Prozent. Auch Europas Tech-Werte sollten damit anziehen.

Der Dax dürfte zunächst schwach starten im Bereich um 12.350 Punkte, sich aber am Nachmittag erholen. Die Fed-Sitzung sei indes bullish für die Finanzmärkte gewesen. "Bei aller Vorsicht in der Wortwahl haben sie den Börsen einen Blankoscheck ausgestellt", kommentierte ein Händler: "Sie schauen nicht mal mehr auf die Wirtschaft und wollen bis 2022 keine Zinserhöhungen mehr".

07:30 Uhr

Vorräte der USA auf Rekordwert - Ölpreise geben kräftig nach

Rohöl (Brent)
Rohöl (Brent) 42,40

Die Ölpreise geben deutlich nach. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostet am Morgen 40,56 US-Dollar. Das sind 1,17 Dollar weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) fällt um 1,28 Dollar auf 38,32 Dollar.

Ein Grund für den deutlichen Preisrückgang ist der überraschende Anstieg der US-Rohölvorräte am Vortag. Die Rohölvorräte in den USA sind in der vergangenen Woche auf einen Rekordwert gestiegen. Sie legten laut Energieministerium um 5,7 Millionen auf 538,1 Millionen Barrel zu. Analysten hatten dagegen mit einem Rückgang gerechnet.

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Wegen harter Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie war es zu einem drastischen Einbruch der Nachfrage nach Rohöl und einem starken Anstieg der Lagerbestände gekommen. Zuletzt hatte sich die Nachfrage aber wieder etwas erholt.

(Foto: dpa)

 

06:59 Uhr

Nach Sprung über 1,14-Dollar-Marke - Euro kann Niveau nicht halten

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,13

Der Kurs des Euro sinkt im frühen Handel wieder leicht. Die europäische Gemeinschaftswährung kostet am Morgen 1,1352 US-Dollar und damit etwas weniger als in der Nacht. Der Euro kann seine Gewinne vom Vortag nach der Sitzung der US-Notenbank Fed damit nicht halten. Zwischenzeitlich hatte der Euro am Vorabend die Marke von 1,14 Dollar überwunden. Er hatte die Kursgewinne aber im Verlauf schon wieder abgegeben.

Die US-Notenbank hat ihren Leitzins am Mittwochabend wie erwartet nicht angetastet. "Die US-Zinsen werden mindestens bis Ende 2022 auf dem aktuellen Niveau bleiben", schrieb Analyst Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners in einer ersten Einschätzung zur Fed-Sitzung. Gleichzeitig dürften die Anleihekäufe mit unvermindertem Tempo weitergehen. Möglicherweise werde die Fed bei den Käufen sogar "noch stärker auf das Gaspedal treten", erklärte Altmann.

06:30 Uhr

Unruhe an Asiens Börsen nach düsterer Prognose aus den USA

Die asiatischen Aktien geben nach der düsteren Konjunkturprognose der US-Notenbank (Fed) nach. "Vor der Wirtschaft liegt ein sehr unsicherer Weg", warnte Fed-Chef Jerome Powell. Erst in den nächsten Monaten werde sich herausstellen, wohin die Reise wirklich gehe. Die Fed erwartet, dass die Wirtschaftsleistung dieses Jahr um 6,5 Prozent einbrechen und 2021 um 5,0 Prozent zulegen wird.

Dennoch waren die Aktienverluste verhältnismäßig bescheiden. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index liegt im Verlauf 1,1 Prozent tiefer bei 22.882 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index sinkt um 0,9 Prozent und liegt bei 1611 Punkten. Die Börse in Shanghai notiert unverändert. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen verliert 0,3 Prozent. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans steigt um 0,6 Prozent.