Donnerstag, 19. September 2019Der Börsen-Tag

mit Kai Stoppel
17:45 Uhr

Dax tastet sich vor - Wirecard stürzen ab

Dax
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Keine großen Sprünge macht der Dax am Tag nach einer weiteren Zinssenkung der US-Notenbank Fed. Aber immerhin 0,5 Prozent nach oben geht es für den deutschen Leitindex auf 12.458 Punkte. Damit rückt er der Marke von 12.500 Punkten wieder näher - und es könnte ja noch eine Jahresendrally folgen.

Aber natürlich sind 0,5 Prozent nicht besonders viel. Gedämpft wird die Kauflaune letztendlich auch von der mangelnden Klarheit über den weiteren Kurs der Fed. "Die Notenbank hat ähnlich wie schon die EZB letzte Woche lediglich die Markterwartungen erfüllt", sagt Thomas Metzger, Chef der Vermögensverwaltung beim Bankhaus Bauer. "Nicht weniger, aber eben auch nicht mehr."

Dass Fed-Chef Jerome Powell allerdings keine Notwendigkeit für weitere Zinssenkungen sieht, wie er gestern außerdem bekannt gab, verleiht heute den Finanzwerten Auftrieb, da diese unter niedrigen Zinsen leiden. Die Commerzbank verzeichnet im MDax ein Kursplus von 3,1 Prozent. Im Dax gehört die Deutsche Bank mit einem Aufschlag von 2,1 Prozent mit zu den größten Gewinnern.

Tagessieger im Dax ist jedoch die Aktie von Merck, die um 3,3 Prozent zulegt. Dahinter folgt auf Platz zwei Heidelbergcement mit einem Aufschlag von 2,1 Prozent, gefolgt von der bereits erwähnten Deutschen Bank.

Keinen guten Tag erwischt hingegen die Aktie von Wirecard - mit einem deutlichen Minus von 5,3 Prozent landet sie abgeschlagen am Dax-Ende. Gestern hatte der Kurs noch 3,6 Prozent zulegen können. Ein Marktteilnehmer spricht von Gewinnmitnahmen, nachdem der Kurs den Widerstandsbereich bei 160 Euro fast wieder erreicht hatte.

17:12 Uhr

Warum Norwegen es bei Zinsen anders macht

Die Notenbanken der Industrienationen sind derzeit eher in Zinssenkungs-Laune - nicht so in Norwegen. Entgegen dem internationalen Trend hat die Zentralbank in Norwegen die Zinsen erhöht. Die Norges Bank setzte ihn am Donnerstag auf 1,5 von 1,25 Prozent nach oben.

Der Grund: Die Notenbank reagierte mit der vierten Anhebung binnen eines Jahres auf die boomende Wirtschaft. Diese wird vom starken Wachstum der Investitionen in der Ölindustrie, der schwächelnden Landeswährung und steigenden Staatsausgaben angekurbelt.

16:40 Uhr

Bericht: BMW will bis zu 6000 Stellen streichen

BMW
BMW 73,08

Der neue BMW-Chef Oliver Zipse plant einem Magazinbericht zufolge den Abbau mehrerer tausend Arbeitsplätze. Bis zum Jahr 2022 wolle der Autobauer in Deutschland 5000 bis 6000 Stellen streichen, davon die meisten in der Konzernzentrale in München, berichtete das "Manager Magazin". Ein Konzernsprecher wollte sich dazu nicht äußern.

Bisher hat BMW angekündigt, die Zahl der rund 135.000 Beschäftigten im Konzern im laufenden Jahr unter dem Strich stabil zu halten. Vor allem in der Verwaltung besetze BMW viele frei werdende Stellen nicht nach, während in der IT und in Bereichen wie Elektromobilität und autonomes Fahren zusätzliche Kräfte eingestellt würden.

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Betriebsbedingte Kündigungen sind bei BMW laut einer Vereinbarung mit den Arbeitnehmern ausgeschlossen, solange das Unternehmen Gewinne schreibt.

(Foto: picture alliance / Florian Eckl/)

 

00:00 Uhr

Wie können Anleihen nachhaltig sein?

Viele Anleger möchten ökologisch und sozial sinnvoll investieren – und das auch am Anleihenmarkt. Um als nachhaltig zu gelten, müssen die Unternehmen aber erst einmal bestimmte Kriterien erfüllen. Was sind das für Kriterien und wie findet man passende Unternehmen? Das bespricht Friedhelm Tilgen mit Heike Fürpaß-Peter von der Fondsgesellschaft Lyxor.

 

16:01 Uhr

Aktien-Crash bei zweitgrößtem US-Stahlkonzern

US Steel
US Steel 11,83

An der Wall Street sorgt heute die Aktie von US Steel für Aufsehen - im negativen Sinne. Das Papier des zweitgrößten Stahlkonzerns der USA kommt massiv unter die Räder und stürzt um rund 12 Prozent ab. Das ist der größte Kursrutsch seit etwa eineinhalb Jahren.

Der Stahlkocher äußerte sich enttäuscht über die Geschäftsaussichten für das laufende Quartal. Die Konkurrenten AK Steel, Nucor und Steel Dynamics büßten daraufhin bis zu 4,8 Prozent ein.

Ansonsten tasten sich am Tag nach der Zinssenkung der US-Notenbank weitere Anleger an die Wall Street zurück. Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 gewinnen zur Eröffnung jeweils ein knappes halbes Prozent.

15:38 Uhr

Europäische Pilot-Akkufabrik entsteht in Frankreich

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Bisher wird die Produktion von Batteriezellen für Elektroautos von asiatischen Herstellern dominiert.

(Foto: imago images / Jürgen Heinrich)

Das milliardenschwere Projekt einer europäischen Batteriezellfertigung nimmt konkretere Formen an: Noch im laufenden Jahr wird der Grundstein für eine Pilotanlage im Südwesten Frankreichs gelegt. Das kündigte der französische Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire an. EU-Kommissionsvizepräsident Maros Sefcovic hatte 2017 eine Batterie-Allianz auf den Weg gebracht. Ziel ist es, rechtzeitig zu dem erwarteten Boom von Elektroautos in Europa Batteriefabriken aufzubauen.

Ein von Frankreich geführtes Unternehmenskonsortium umfasst den Peugeot-Hersteller PSA, dessen deutsche Tochtergesellschaft Opel und die Total-Tochter Saft. Eine Fabrik mit rund 2000 Beschäftigten solle 2022 in Frankreich aufgebaut werden, sagte Le Maire. Eine zweite Fabrik sei in Deutschland geplant. Diese soll nach ergänzenden Angaben ab 2024 entstehen.

15:06 Uhr

Geschäft mit Fusionen und Übernahmen stürzt ab

Nach dem Rekordjahr 2018 ist das Geschäft mit Fusionen und Übernahmen bei deutschen Unternehmen in diesem Jahr eingebrochen. Bis Montag wurden Transaktionen mit deutscher Beteiligung im Wert von 106 Milliarden Dollar angekündigt - 52 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum, wie aus Daten von Refinitiv hervorgeht. Das Volumen sank damit auf den niedrigsten Wert seit 2011.

Dabei ist das Bild noch verzerrt, weil die beiden konkurrierenden milliardenschweren Offerten des österreichischen Chipherstellers AMS und der Finanzinvestoren Bain und Carlyle für Osram in der Auflistung enthalten sind. Die Zahl der Transaktionen schrumpfte um 16 Prozent auf 1605.

14:23 Uhr

Trump verwirrt mit Äußerung zu Fed-Chef Powell

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Trump und Powell: Laut Gesetz könnte ein Präsident den Fed-Vorsitzenden "aus wichtigem Grund" aus dem Amt entfernen.

(Foto: imago/MediaPunch)

Sie erinnern sich, ich hatte es heute Morgen bereits erwähnt: Gestern Abend warf US-Präsident Donald Trump dem US-Notenbankpräsidenten Jerome Powell nach der erneuten Zinssenkung um 0,25 Prozent noch Versagen, Mutlosigkeit, mangelnden Verstand und Weitblick vor. Man könnte meinen, dass Trump über einen Wechsel an der Spitze der Fed sicher nicht unglücklich wäre. Aber wer das denkt, der täuscht.

Jedenfalls, wenn man Trump selbst Glauben schenken will. Denn der US-Präsident sprach Powell heute vor laufender Kamera eine Jobgarantie aus: Trump bejahte im Interview mit Fox News die Frage, ob Powell im Amt bleiben werde. "Es ist sicher", sagte er. "Ich meine, na klar, warum nicht?"

Powell wurde von Trump für den Chefposten der mächtigsten Notenbank der Welt - der Fed - ausgewählt, muss sich aber seit Monaten scharfe Kritik vom Präsidenten anhören. "Ich meine, er hat einen Job, und man weiß, dass ich enttäuscht bin von ihm", kritisierte der Republikaner in dem Interview. "Ich bin nicht begeistert von der Fed."

13:59 Uhr

Saudi-Arabien muss Öl aus dem Irak kaufen

Rohöl (Brent)
Rohöl (Brent) 63,27

Wenn ein Land, das über die zweitgrößten Ölvorräte der Welt verfügt, sich bei einem anderen Land Öl besorgen muss, ist das entweder eine sehr gute Nachricht - und spricht für eine florierend Wirtschaft -, oder eine sehr schlechte Nachricht.

Tatsache ist: Saudi-Arabien will einem Pressebericht zufolge Öl im Irak kaufen, um Lücken in der eigenen Versorgung zu schließen, wie das "Wall Street Journal" berichtet. Ölhändler bestätigen: Um seinen Ruf als zuverlässiger Lieferant zu wahren, sucht der weltgrößte Ölexporteur nach Rohöl von mindestens einem seiner Nachbarn - und zusätzlichen Ölprodukten vom Weltmarkt.

Und das beflügelt den Ölpreis. Ein Barrel Nordseeöl der Sorte Brent kostet mit 65,23 Dollar etwa 1,50 Dollar oder 2,6 Prozent mehr. Das Königreich ist dem "Wall Street Journal" zufolge an bis zu 20 Millionen Barrel (159 Liter) Rohöl aus dem Irak für seine heimischen Raffinerien interessiert.

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Blick auf Öltanks in einer Anlage des staatlichen saudi-arabischen Ölkonzerns Saudi Aramco.

(Foto: picture alliance/dpa)

 

13:14 Uhr

Probleme mit 737 Max drohen Ryanair zu schaden

Ryanair
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Immer noch muss Boeings Mittelstreckenjet 737 Max am Boden bleiben - für Europas größten Billigflieger Ryanair droht das anhaltende Flugverbot langsam zum Problem zu werden.

Die Auslieferung der von Ryanair bestellten Maschinen könnte sich um weitere Monate bis ins Jahr 2020 verzögern, sagte Unternehmenschef Michael O'Leary bei der Hauptversammlung der Fluggesellschaft. Möglicherweise bekomme Ryanair die ersten Max-Jets erst im März oder April. Und: Wenn sich die Auslieferung noch weiter verzögere, so O'Leary, müsse Ryanair den geplanten Ausbau seines Flugangebots möglicherweise noch stärker verringern als bislang.

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Ryanair hat Verträge über bis zu 210 Maschinen des Typs 737 Max abgeschlossen.

(Foto: imago images / ZUMA Press)

 

12:13 Uhr

Wüstensand-Palmen-"Bauer" erlebt Börsendebakel

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Anleger in Frankfurt versetzt eine Meldung in Sorgen: Das Baumaschinenunternehmen Bauer AG kann seine Jahresprognose für 2019 nicht mehr halten – das war bereits gestern Abend bekannt geworden. Heute gibt es an der Börse die Quittung: Die Bauer-Aktie bricht um fast 22 Prozent ein.

Der Tiefbauspezialist hatte den Ausblick aufgrund einer schlechten Auslastung gesenkt. Bauer verwies auf Projektverschiebungen im zweiten Halbjahr. Statt 95 Millionen Euro rechnet Bauer beim operativen Ergebnis nun nur noch mit 70 Millionen. Bauer versichert gleichzeitig, dass die Gründe für die Ergebnisverschlechterung keine wesentlichen Auswirkungen auf die zukünftige Entwicklung haben.

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Im Jahr 2004 war eine Tochterfirma von Bauer am Bau der Insel Palm Jumeirah in Dubai mit ihren zahlreichen Luxusvillen maßgeblich beteiligt.

(Foto: Bauer Kneissl / CC BY-SA 4.0)

 

11:37 Uhr

Japanischer Notenbankchef macht Andeutungen

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Man müsse "die Auswirkungen größerer Risiken für die Weltwirtschaft auf Japans Wirtschaft genau analysieren", sagte Kuroda.

(Foto: imago images/Kyodo News)

Die japanische Notenbank scheint auf eine zusätzliche Lockerung ihrer Geldpolitik zuzusteuern – darauf jedenfalls lassen Andeutungen von Notenbankchef Haruhiko Kuroda schließen. Sollten sich die Risiken für das globale Wachstum verstärken, sei man gewillt zu handeln, sagte Kuroda nach der Zinssitzung der Zentralbank. Er sei einer zusätzlichen Lockerung eher zugeneigt als noch auf der vorherigen Zinssitzung. Das bedeute jedoch nicht, dass man auf der nächsten Sitzung Ende Oktober in jedem Fall handeln werde.

Kuroda sagte, die Notenbank werde "ohne zu Zögern" handeln, falls sich größere Probleme bei der Erreichung ihres Inflationsziels von zwei Prozent ergäben. Gefragt nach denkbaren Lockerungsschritten, nannte Kuroda unter anderem niedrigere Leitzinsen oder zusätzliche Wertpapierkäufe. Gegen noch niedrigere Leitzinsen dürften jedoch die japanischen Banken Sturm laufen. Sie leiden schon jetzt unter den negativen Kurzfristzinsen.

11:19 Uhr

OECD: Weltkonjunktur schwach wie seit Finanzkrise nicht mehr

Es läuft derzeit nicht so richtig rund mit der Weltkonjunktur - das bestätigt nun auch die Industriestaaten-Organisation OECD. Sie sagt der Weltwirtschaft das schwächste Wachstum seit der Finanzkrise vor einem Jahrzehnt voraus.

Das globale Bruttoinlandsprodukt werde in diesem Jahr nur noch um 2,9 und 2020 um 3,0 Prozent zulegen, heißt es in dem am Donnerstag veröffentlichten Ausblick. Im Mai war die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) von 3,2 und 3,4 Prozent ausgegangen. 2018 hatte es noch zu 3,6 Prozent gereicht.

Der Grund: "Handelskonflikte und politische Spannungen befeuern die Gefahr eines anhaltend schwachen Wachstums", sagte OECD-Chefvolkswirtin Laurence Boone. Allein die von den USA und China gegenseitig verhängten Strafzölle dürften das weltweite Wachstum im kommenden Jahr um 0,3 bis 0,4 Punkte dämpfen.

10:18 Uhr

Rocket Internet sitzt auf drei Milliarden Euro

Rocket Internet
Rocket Internet 21,58

Die Kassen des Startup-Investors Rocket Internet sind nach Börsengängen seiner Beteiligungen weiter gut gefüllt. Die liquiden Mittel beliefen sich Ende August auf drei Milliarden Euro, wie das Unternehmen in Berlin mitteilte. Rocket Internet gründet und investiert in Internet- und Technologieunternehmen. Viele seiner aktuellen und früheren Beteiligungen sind im Laufe der Zeit an die Börse gegangen.

Im vergangenen Jahr gingen die Online-Möbelhändler Westwing und Home24 aufs Parkett. Dazu kommen Hellofresh, aus dem Rocket mittlerweile ganz ausgestiegen ist, und Delivery Hero.

Im ersten Halbjahr 2019 ist bei Rocket Internet der Gewinn nach Steuern von 297 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 548 Millionen Euro gestiegen. Die Aktien von Rocket Internet legen zuletzt um 3,4 Prozent zu und sind damit Spitzenreiter im Nebenwerteindex MDax.

09:44 Uhr

"Kein Mumm. Kein Verstand" - Trump wütet gegen Fed

Apropos Donald Trump: Was war da gestern Abend wieder los? Minuten nach der Senkung des Leitzinses durch die Notenbank Fed polterte der US-Präsident auf Twitter los: "Jay Powell und die Federal Reserve versagen erneut", schimpfte das Staatsoberhaupt über den Notenbankchef und die übrigen Zentralbanker. Es folgten weitere Schmähungen: "Kein Mumm, kein Verstand, kein Weitblick."

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Der Grund für die Tiraden: Trump geht die Leitzinsenkung von einem Viertelprozent offenbar nicht weit genug. Er fordert seit Monaten drastische Zinssenkungen. Zuletzt forderte er, den Leitzins auf "Null oder weniger" zu senken. Mit der nun zweiten Zinssenkung in Folge um 0,25 Prozentpunkte liegt der Leitzins aber in der Spanne von 1,75 bis 2,00 Prozent.

Trump hatte bereits in den vergangenen Wochen seine Angriffe auf Powell verschärft. Er bezeichnete den von ihm selbst nominierten Fed-Direktor sogar als "Feind". Trump wirft Powell vor, den Leitzins zu hoch zu halten und damit das Wachstum der US-Wirtschaft zu hemmen.

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09:27 Uhr

Dax reagiert ideenlos auf US-Notenbank

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Jeder reagiert auf seine Weise auf die Zinsenkung der US-Notenbank: US-Präsident Donald Trump ging sie nicht weit genug - er warf in einem Tweet Notenbankchef Jerome Powell und die übrigen Zentralbanker erneuter Versagen vor. Die Dax-Anleger hingegen scheinen nicht so recht zu wissen, wie sie reagieren sollen: Zum Start gibt der Dax leicht nach, später stabilisiert er sich in der Null-Gewinn-oder-Verlust-Zone.

Dax zuletzt plus 0,1 Prozent auf 12.405 Punkte. Der MDax legt 0,2 Prozent zu auf 25.998 Punkte. Der TecDax tendiert nahezu unverändert bei 2896 Punkten.

Die US-Zentralbank Federal Reserve hatte den Leitzins gestern auf 1,75 bis 2,0 Prozent herabgeschraubt. Die Entscheidung war jedoch intern umstritten: Drei Währungshüter stimmten dagegen. "Die Notenbank hat ähnlich wie schon die EZB letzte Woche lediglich die Markterwartungen erfüllt, nicht weniger - aber eben auch nicht mehr", sagte Thomas Metzger, Chef der Vermögensverwaltung beim Bankhaus Bauer. Die Investoren dürften nun wieder verstärkt auf die makroökonomischen Rahmendaten, die geopolitischen Risiken und vor allem die Unternehmenszahlen achten.

Guten Morgen, mein Name ist Kai Stoppel und ich begleite Sie heute durch den "Börsen-Tag". Bei Fragen, Anregungen und Kritik schreiben Sie mir doch einfach eine Nachricht an: kai.stoppel@nachrichtenmanufaktur.de.

08:49 Uhr

Drohnenangriffe treiben Ölpreis hoch

Rohöl (WTI)
Rohöl (WTI) 57,87

Die Ölpreise sind im frühen Handel leicht gestiegen. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 63,72 US-Dollar. Das waren 12 Cent mehr als am Mittwoch. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) erhöhte sich um 17 Cent auf 58,28 Dollar. Nach der Zuspitzung infolge der Drohnenangriffe auf Saudi-Arabien am Wochenende beruhigte sich die Lage am Ölmarkt etwas. Seit Dienstag sind die Preise in der Tendenz gefallen, sie liegen aber immer noch höher als vor dem Angriff. Saudi-Arabien und der Internationalen Energieagentur IEA ist es offenbar gelungen, die Anleger und Investoren etwas zu besänftigen.

Laut dem staatlichen Ölkonzern Saudi Aramco ist die Erdölproduktion in der angegriffenen Großanlage zu etwa 40 Prozent wiederhergestellt. Die volle Kapazität soll bis Ende September wieder zur Verfügung stehen. Die IEA verwies unterdessen auf die immensen Rohölvorräte ihrer Mitgliedsländer, die sie auf 1,55 Milliarden Barrel bezifferte. Der globale Ölmarkt bleibe damit gut versorgt.

 

08:25 Uhr

Euro kann sich nach Verlusten regenerieren

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,11

Der Euro hat sich etwas von seinen Verlusten am Vortag erholt. Am Morgen kostete die gemeinsame Währung der 19 Euroländer 1,1035 US-Dollar und damit etwas mehr als am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittwochnachmittag auf 1,1053 Dollar festgesetzt.

Der Euro war am Mittwochabend unter Druck geraten, nachdem die US-Notenbank erwartungsgemäß ihre Leitzinsen zum zweiten Mal in diesem Jahr verringert hatte. Zugleich wurde an Prognosen einzelner Notenbanker jedoch deutlich, dass in der Zentralbank keine Einigkeit über den weiteren geldpolitischen Kurs besteht. Der US-Dollar legte daraufhin zu.

Deutlich gestiegen ist am Donnerstagmorgen der japanische Yen. Entgegen der Erwartung einiger Analysten lockerte die japanische Zentralbank ihre Geldpolitik nicht weiter. Der Yen erhielt dadurch Auftrieb. Allerdings kündigte die Notenbank für ihre nächste Zinssitzung Ende Oktober eine Überprüfung der wirtschaftlichen Lage an. Dies eröffnet zumindest die Möglichkeit einer weiteren Lockerung.

08:03 Uhr

US-Notenbank lockt Dax-Anleger nicht aus der Reserve

Dax
Dax 13.070,21

Nach dem Zinsentscheid der US-Notenbank dürfte der deutsche Leitindex Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge kaum verändert starten. Am Mittwoch war der Dax 0,1 Prozent fester bei 12.389 Punkten aus dem Handel gegangen.

Die Fed hatte den Leitzins zum zweiten Mal binnen weniger Wochen gesenkt. Die Entscheidung war jedoch umstritten: Drei Währungshüter stimmten gegen die Senkung. Sieben von 17 Währungshütern signalisierten zugleich, dass sie dieses Jahr noch ein Mal nachlegen wollen. Anleger richten daher nun ihr Augenmerk auf die US-Konjunkturdaten, die Aufschluss über den weiteren Kurs der Notenbank geben könnten. Am Nachmittag erwarten Investoren unter anderem den Philly-Fed-Konjunkturindex.

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07:40 Uhr

Eon drängt notfalls Innogy-Aktionäre heraus

Eon
Eon 9,18

Unmittelbar nach Zustimmung der EU-Wettbewerbshüter hat der Energiekonzern Eon die Mehrheit an der RWE-Tochter Innogy erworben. Die bislang von RWE gehaltenen Anteile von rund 76,8 Prozent an Innogy gingen am Mittwoch auf Eon über. "Unser Ziel ist eine zügige und direkte Integration von Innogy in Eon", sagte Eon-Chef Johannes Teyssen in Essen. Die Übernahme sei der entscheidende Schritt zur Neuaufstellung.

Bis Ende der kommenden Woche werde Eon auch das Übernahmeangebot an die Minderheitsaktionäre von Innogy vollziehen. Gut 9,4 Prozent der Aktionäre hatten sich dabei für einen Verkauf an Eon entschieden. Zusammen mit den zwischenzeitlich an der Börse erworbenen Innogy-Aktien halte Eon dann insgesamt 90 Prozent aller Aktien. Die restlichen Aktionäre sollen herausgedrängt werden, damit Eon alleiniger Eigentümer wird.

07:17 Uhr

Airbnb überspringt Milliarden-Umsatz-Marke im Quartal

Airbnb hat im zweiten Quartal die Marke von einer Milliarde Dollar Umsatz (rund 0,9 Millionen Euro) geknackt. Es sei das zweite Mal in der elfjährigen Firmengeschichte, dass das Unternehmen dieses Niveau in einem Quartal überschritten habe, erklärte Airbnb. Gewinnzahlen veröffentlichte der in San Francisco ansässige Online-Marktplatz zur Vermittlung von Unterkünften nicht. Der Konzern, der Medienberichten zufolge seinen Börsengang im ersten Halbjahr 2020 anstrebt, kündigte außerdem eine millionenschwere Werbekampagne an. Über Airbnb werden inzwischen mehr als sieben Millionen Wohnungen und Häuser in mehr als 100.000 Städten rund um den Globus zur Kurzzeitmiete angeboten.

 

06:54 Uhr

US-Zinssenkung beflügelt Asiens Märkte

Nikkei
Nikkei 23.354,40

Die Zinssenkung der US-Notenbank Fed hat die Kurse an den asiatischen Börsen beflügelt. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index notierte 1,1 Prozent stärker bei 22.183 Punkten und damit nur knapp unter seinem im August erreichten Jahreshoch von 22.362 Punkten. Der breiter gefasste Topix stieg um 1,5 Prozent auf 1624 Zähler. Die Leitzinssenkung der US-Notenbank um einen Viertelpunkt ließ die Sorgen der Anleger wegen des Handelstreits der USA mit China verblassen und bei einer breiten Wertpapier-Palette zugreifen. So stiegen die Aktien von Advantest Corp um 3,8 Prozent, Murata Manufacturing legte 1,4 Prozent zu. Die Elektronikhersteller lagen ebenfalls im Plus: Fujitsu-Aktien stiegen um bis zu 3,3 Prozent auf ein 21-Monats-Hoch, während Oki Electric 2,5 Prozent zulegte.

Die Japanische Notenbank hielt ihr Zinsniveau unverändert, signalisierte aber die Möglichkeit einer Ausweitung der Konjunktur stützenden Maßnahmen ab Oktober. Auf einer Pressekonferenz um 8.30 Uhr deutscher Zeit könnte Notenbankchef Haruhiko Kuroda weitere Details nennen. Im asiatischen Devisenhandel verlor der Dollar 0,5 Prozent auf 107,85 Yen und legte 0,3 Prozent auf 7,1031 Yuan zu. Zur Schweizer Währung notierte er 0,1 Prozent niedriger bei 0,9967 Franken. Parallel dazu stieg der Euro um 0,1 Prozent auf 1,1034 Dollar und notierte kaum verändert bei 1,1001 Franken. Das Pfund Sterling stagnierte bei 1,2468 Dollar.

06:30 Uhr

Schlagzeilen aus der Nacht