Donnerstag, 06. Juni 2019Der Börsen-Tag

17:48 Uhr

Draghi bremst deutschen Aktienmarkt aus

Dax
Dax 11.802,85

Dem Dax geht nach zuletzt drei teils deutlichen Gewinntagen die Luft aus. Die jüngste Spekulation um eine Zinssenkung in den USA wurde nach dem Zinsentscheid der EZB von Sorgen um den Billiggeldkurs in Europa ausgebremst. Der deutsche Leitindex verliert am Ende 0,23 Prozent auf 11.953,14 Punkte.

Größter Dax-Verlierer sind Vonovia mit einem Minus von 4,7 Prozent. Der Berliner Senat will Mieterhöhungen ab 2020 verbieten, und das gleich für fünf Jahre. Im Handel zeigt man sich wenig begeistert: Mit Marktwirtschaft habe dies nichts zu tun. Auch verkenne die Politik die preistreibende Wirkung der EZB-Niedrigzinspolitik. Die Aktie der in Berlin besonders stark engagierten Deutsche Wohnen bricht um 7,7 Prozent ein.

17:24 Uhr

BMW eröffnet Trumps Zolldrohungen zum Trotz erstes Werk in Mexiko

BMW
BMW 60,59

Inmitten des Handelsstreits zwischen den USA und Mexiko hat der deutsche Automobilkonzern BMW sein erstes Werk in dem lateinamerikanischen Land eröffnet. "Von hier aus liefern wir die BMW 3er Limousine an Kunden weltweit", sagte Produktionsvorstand Oliver Zipse.

  • Die Münchner investierten mehr als eine Milliarde US-Dollar in den Bau der Fabrik in Zentralmexiko. Auf dem 300 Hektar umfassenden Gelände sollen 2500 Mitarbeiter jährlich bis 175.000 Fahrzeuge fertigen.
  • "Wir sind hier, um zu bleiben", sagte der Leiter des neuen Werkes, Hermann Bohrer.
  • Mexiko hat Freihandelsabkommen mit mehr als 40 Ländern unterzeichnet und ist ein wichtiger Standort für die Automobilindustrie. 2018 wurden 3,5 Millionen Pkw, Pick-ups und Vans exportiert, 75 Prozent davon in die USA.
  • Allerdings drohte US-Präsident Donald Trump dem Nachbarland zuletzt mit Strafzöllen, wenn die Migration aus Mittelamerika nicht sinkt.
  • Das BMW-Produktionsnetzwerk sei so aufgestellt, dass es "flexibel auf sich ändernde Umstände reagieren kann", sagte Produktionsvorstand Zipse.

Er sehe derzeit aber keinen Anlass, die Produktionspläne zu ändern. Sich jetzt über die Zölle Gedanken zu machen, sei sehr "spekulativ". "Es ist aber wahr, dass Importzölle immer von den Empfängern bezahlt werden", sagte Zipse. Mexiko sei als Standort weiter attraktiv. "Mexiko verfügt über eine geografische Schlüssellage zwischen Nord- und Südamerika, Atlantik und Pazifik", sagte Zipse.

16:49 Uhr

Goldpreis nähert sich seinem Jahreshoch

Die Ölpreise erholen sich leicht vom Einbruch des Vortages, geben einen Großteil der Gewinne allerdings schon wieder ab. Ein unerwarteter Anstieg der wöchentlichen US-Lagerdaten hat die Notierungen unter Druck gebracht. Dies hatte den herrschenden Nachfragesorgen neue Nahrung geliefert. Händler sprechen lediglich von einer technischen Erholung. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI steigt um 0,2 Prozent auf 51,76 Dollar, für Brent geht es um 0,1 Prozent auf 60,68 Dollar nach oben.

Der Goldpreis nähert sich wieder seinem Jahreshoch bei 1.347 Dollar an. Die ungelösten Handelsstreitigkeiten und die Sorgen um eine globale Konjunkturabschwächung stützen. Dazu kommt die Aussicht auf sinkende Zinsen in den USA. Der Preis für die Feinunze steigt um 0,3 Prozent auf 1.335 Dollar.

16:15 Uhr

Fed-Fantasie beruhigt nervöse Anleger

Dow Jones
Dow Jones 26.268,00

Die Hoffnung auf eine baldige Zinssenkung der US-Notenbank Fed stützt die Wall Street erneut. Wegen des Zollstreits mit China und Mexiko scheuten Investoren aber größere Engagements. "Es herrscht allgemeines Unbehagen", sagte Analyst Tilmann Kolb von der Bank UBS. Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 kommen zur Eröffnung kaum vom Fleck. Der Dow-Jones-Index gewinnt kurz nach der Eröffnung 0,2 Prozent auf 25.583 Punkte.

Zu den größten Verlierern an der Wall Street gehört Kirkland's mit einem Minus von 28 Prozent. Mit 3,04 Dollar sind die Papiere so billig wie zuletzt vor rund zehn Jahren. Der Umsatz des Einrichtungshauses bleibt mit 129,6 Millionen Dollar hinter den Markterwartungen zurück. Der Quartalsverlust fällt mit 0,62 Dollar je Aktie höher als aus befürchtet.

Die Papiere von Michaels fallen um 15 Prozent auf ein Rekordtief von 7,93 Dollar. Der Quartalsumsatz des Händlers für Kunst- und Bastelbedarf ging um 2,9 Prozent zurück - doppelt so stark wie gedacht. Außerdem rechnet das Unternehmen für das laufende Quartal mit bestenfalls stagnierenden Erlösen.

15:30 Uhr

Euro steigt nach EZB-Sitzung auf Tageshoch

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar ,00

Nachlassende Spekulationen auf eine Zinssenkung der Europäischen Zentralbank helfen dem Euro auf. Die Gemeinschaftswährung klettert um bis zu 0,8 Prozent auf 1,1308 Dollar und steht damit so hoch wie seit Mitte April nicht mehr. Vor dem Zins-Entscheid hatte sie bei 1,1220 Dollar gelegen.

Zwar schieben die Währungshüter um EZB-Präsident Mario Draghi die Zinswende weiter hinaus und wollen die Zinsen noch bis mindestens zum Ende des ersten Halbjahrs 2020 nicht antasten. Anleger hatten im Vorfeld aber auf ein aggressiveres Signal in Richtung Zinssenkung gehofft.

15:30 Uhr

Für Vorsorge ist es nie zu spät

Am Anfang des Berufslebens spielen Gedanken an die künftige Rente oft noch eine untergeordnete Rolle. Anders ist es, wenn die 50 naht oder bereits überschritten wurde. Doch ab 50 Jahren stellen sich viele die Frage: Lohnt sich die Altersvorsorge jetzt noch? Und wenn ja, welche ist sinnvoll? Darüber spricht Bianca Thomas mit Christian Kaiser von der R+V Versicherung.

 

14:37 Uhr

Werkschließung kostet Ford 650 Millionen US-Dollar

Ford
Ford 9,04

Die geplante Schließung des Motorenwerks im walisischen Bridgend kommt den US-Autobauer Ford teuer zu stehen. Das Unternehmen bestätigte das Ende der Fabrik und kündigte eine Sonderbelastung von 650 Millionen US-Dollar vor Steuern für den Konzern an.

Ford will vorbehaltlich der Gespräche mit den Arbeitnehmern die Produktion in dem britischen Werk im Laufe des kommenden Jahres beenden. Von der Sonderbelastung entfallen nach Unternehmensangaben knapp 400 Millionen Dollar in bar auf die Trennung von Mitarbeitern, etwa auf Abfindungen. Die übrigen Belastungen von 250 Millionen Dollar umfassen Pensionsausgaben und höhere Abschreibungen. Der Großteil der Sonderposten soll 2019 in der Bilanz erfasst werden.

13:56 Uhr

EZB erhöht Leitzins nicht vor Mitte 2020

Die Europäische Zentralbank (EZB) belässt den Leitzins länger als bislang geplant auf dem historischen Tiefstand von 0,0 Prozent. Der Leitzins werde nicht vor Mitte 2020 erhöht, sagte ein Sprecher der EZB nach der Sitzung des EZB-Rates im litauischen Vilnius. Die Zentralbank hatte den zentralen Leitzins im März 2016 auf 0,0 Prozent gesenkt, um mit günstigem Kapital Konjunktur und Inflation anzukurbeln.

13:16 Uhr

Chemie und Versorger haben Nase vorne

Covestro
Covestro 39,42

Auf der Gewinnerseite stehen Chemie-Aktien und Versorger mit Index-Gewinnen von mehr als einem Prozent. Im Dax sind Covestro mit einem Plus von 3 Prozent größter Gewinner, gefolgt von Linde, die mit einem Plus von 2,5 Prozent auf 174,35 Euro neue Rekordkurse markieren. RWE steigen um 1,8 Prozent und Eon um 1,6 Prozent.

Größter Dax-Verlierer sind dagegen Vonovia mit einem Minus von 2,9 Prozent. Der Berliner Senat will Mieterhöhungen nun verbieten, und das gleich für fünf Jahre. Im Handel ist man wenig begeistert: Mit freier Marktwirtschaft habe dies nichts zu tun. Auch verkenne die Politik die preistreibende Wirkung der EZB-Niedrigzinspolitik. Die Aktie der in Berlin besonders stark engagierten Deutsche Wohnen bricht um 6,8 Prozent ein.

12:37 Uhr

Börsianer warten auf Entscheidung der Notenbanker

Die Hoffnung auf massive Geldspritzen der Europäischen Zentralbank hebt die Stimmung an den Aktienmärkten. Der Dax notiert am Vormittag 0,5 Prozent im Plus bei 12.045 Zählern. Börsianer rechnen damit, dass die EZB mit großen Geldsalven den Kreditfluss an die Wirtschaft unterstützt. EZB-Chef Mario Draghi dürfte am Nachmittag Details zu Langfristkrediten für Geschäftsbanken nennen.

Der Notenbankchef werde wohl auf Abwärtsrisiken im Wachstum der Eurozone verweisen, sagte Jochen Stanzl, Chef-Marktanalyst von CMC Markets. "Alles andere wäre eine Überraschung."

Allerdings könne die EZB im Gegensatz zur US-Notenbank Fed nicht mehr viel tun, da die Zinsen bereits bei Null lägen. Stanzl sagte, eine Möglichkeit wäre es, Indexfonds oder Aktien zu kaufen, wie es die japanische Notenbank tue. Für den Aktienmarkt wäre das das beste Szenario.

12:11 Uhr

Mexikanischer Peso muss gleich zwei Seitenhiebe verdauen

Mexikanischer Peso / US-Dollar
Mexikanischer Peso / US-Dollar ,02

Die Aussicht auf US-Strafzölle und eine schlechtere Bonitätsbewertung Mexikos setzen auch der Landeswährung Peso zu. Der Dollar verteuert sich zu der Devise um bis zu 1,3 Prozent auf 19,83 Peso. Damit war die mexikanische Währung so billig wie seit fünf Monaten nicht mehr.

Die USA liegen mit Mexiko weiterhin im Clinch wegen des Umgangs mit Einwanderern an der gemeinsamen Grenze. US-Präsident Donald Trump hat mit Aufschlägen auf Importe aus Mexiko gedroht, sollte die Regierung des südlichen Nachbarn nicht härter durchgreifen.

"Fortschritte werden gemacht, aber bei weitem nicht genug", schrieb Trump auf Twitter vor der erwarteten neuen Verhandlungsrunde in Washington.

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11:21 Uhr

Trump droht China mit neuen Zöllen

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Die Spannungen zwischen den beiden größten Volkswirtschaften der Welt sind seit dem Scheitern der Handelsgespräche Anfang Mai stark gestiegen.

picture alliance/dpa

US-Präsident Donald Trump droht im Handelsstreit mit China mit neuen milliardenschweren Strafzöllen. "Ich könnte noch mindestens um 300 Milliarden Dollar nach oben gehen, und das werde ich zur richtigen Zeit tun", sagte Trump in Irland zu Reportern. Welche Waren betroffen sein könnten, ließ er offen.

  • Trump geht nach eigenen Worten aber davon aus, dass eine Einigung noch möglich ist - auch in dem Konflikt mit dem Nachbarn Mexiko.
  • "Ich denke, dass China einen Deal machen will und ich denke, dass Mexiko einen Deal unbedingt machen will", betonte Trump, bevor er auf dem irischen Flughafen Shannon an Bord der "Air Force One" ging, um zu einer Gedenkfeier nach Frankreich zu kommen.

Das Handelsministerium in Peking erklärte umgehend, die Volksrepublik müsse Gegenmaßnahmen ergreifen, sollten die Vereinigten Staaten den Handelskonflikt einseitig eskalieren. Der künftige Kurs im Handelskonflikt hänge von den Amerikanern ab. Die Anwendung von Druck durch die USA habe zu schweren Rückschlägen in den Verhandlungen geführt, kritisierte Ministeriumssprecher Gao Feng.

10:44 Uhr

Google will sich gegen Milliardenstrafe wehren

Google
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Der Internetkonzern Google will die im März verhängte Milliardenstrafe der EU anfechten. Das verlautete am Mittwochabend in Brüssel. Offiziell wollte Google keine Stellung nehmen. Die Kommission erklärte, sie werde ihre Entscheidung vor den europäischen Gerichten verteidigen.

  • Die EU-Kommission hatte das Unternehmen mit einer Strafe von 1,49 Milliarden Euro belegt, weil es seine marktbeherrschende Stellung bei Online-Werbung missbraucht und Konkurrenten behindert hatte.
  • Es war bereits das dritte Mal, dass europäische Wettbewerbshüter eine Milliardenstrafe gegen den Internetgiganten verhängten.
10:05 Uhr

Immo-Aktien stecken kräftige Abgaben ein

Vonovia SE
Vonovia SE 43,59

Berichte über ein geplantes Verbot von Mieterhöhungen in Berlin sorgen bei Aktionären für lange Gesichter. Die Papiere der Deutschen Wohnen geben 4,7 Prozent nach, auch andere Immobilienwerte wie Vonovia, LEG Immobilien oder Aroundtown gehören zu den Verlierern.

Um den Anstieg der Wohnungsmieten aufzuhalten, sollen den Berichten zufolge die Mieten fünf Jahre lang nicht mehr steigen dürfen. Auch bei Neuvermietungen soll keine höhere Miete mehr möglich sein, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" unter Berufung auf ein Eckpunktepapier der Berliner Stadtentwicklungssenatorin Katrin Lompscher (Linke), das noch vom Berliner Senat beschlossen werden muss. Das Gesetz soll ab 2020 gelten.

09:21 Uhr

Fiat und Renault verlieren bis zu 0,8 Prozent

Nach dem bislang starken Wochenverlauf legt der deutsche Aktienmarkt vor der EZB-Sitzung zunächst eine Atempause ein. Der Dax steigt in den ersten Handelsminuten um 0,04 Prozent auf 11.985,97 Punkte. In den vergangenen drei Tagen hatte der Leitindex einen Gewinn von nahezu 4 Prozent verbucht.

Nach der Absage der Fusion von Fiat und Renault geben auch die Aktien der deutschen Autohersteller nach. Die Aktien von VW, BMW und Daimler notieren jeweils 0,6 bis 0,8 Prozent schwächer. FiatChrysler hatte zuvor sein milliardenschweres Übernahmeangebot für Renault zurückgezogen und das mit der politischen Situation in Frankreich begründet.

09:08 Uhr

Ölpreise stabilisieren sich

Rohöl (Brent)
Rohöl (Brent) 60,38

Die Ölpreise stabilisieren sich im frühen Handel. Am Morgen kostet ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 60,69 US-Dollar. Das waren sechs Cent mehr als am Mittwoch. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) steigt ebenfalls geringfügig um drei Cent auf 51,72 Dollar.

  • In den vergangenen Wochen sind die Rohölpreise stark gefallen. Seit ihrem Jahreshoch vom April ging es um etwa 20 Prozent nach unten.
  • Wichtigster Grund sind Sorgen über die Stabilität der Erdölnachfrage wegen zahlreicher konjunktureller Risiken, darunter der Handelsstreit zwischen den USA und China. Verstärkt werden diese Nachfragesorgen durch Lagerdaten aus den USA.
  • Die Vorräte der weltgrößten Volkswirtschaft steigen immer weiter, wie Zahlen vom Mittwoch belegen.
08:25 Uhr

Dax höher erwartet

Dax
Dax 11.802,85

In Erwartung von Aussagen zur EZB-Geldpolitik wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge höher starten. Am Mittwoch hatte er 0,1 Prozent im Plus bei 11.980,81 Punkten geschlossen.

Unter Börsianern gilt als sicher, dass EZB-Chef Mario Draghi auf seiner Pressekonferenz im Anschluss an die Beratungen der Notenbank Details zu den geplanten Billig-Krediten für Geschäftsbanken (TLTROs) verkündet. Angesichts der niedrigen Inflation rechnen Experten mit sehr günstigen Konditionen.

Einige halten es sogar für möglich, dass Draghi eine Wiederaufnahme von Wertpapierkäufen signalisiert. Die Hoffnung auf eine Lockerung der Geldpolitik der großen Notenbanken hatte zuletzt weltweit die Kurse gestützt.

07:45 Uhr

In Asien dominiert die Zurückhaltung

Die Aktienmärkte in Ostasien und Australien zeigen sich uneinheitlich. Während Sydney leicht im grünen Bereich liegt, gibt Schanghai etwas nach. Anleger wägen zwischen den auf das Sentiment drückenden Handelskonflikten und einer positiv bewerteten möglichen US-Zinssenkung ab, hieß es.

  • Von der Wall Street kamen erneut positive Vorgaben aufgrund der andauernden US-Zinssenkungsfantasien. Die drei wichtigsten US-Börsen gewannen bis zu 0,8 Prozent.
  • Derweil legte der jüngste Konjunkturbericht der US-Notenbank nahe, dass die neuerlichen Handelsspannungen zwischen den USA und China bisher noch keine wesentlichen Auswirkungen auf US-Produzenten gehabt haben.

Die Börse in Tokio zeigt sich mit plus 0,2 Prozent auf 20.820 Punkte stabil nach den deutlichen Gewinnen von 1,8 Prozent am Vortag. Wenig Bewegung ist auch in Hongkong zu verzeichnen.