Donnerstag, 03. Dezember 2020Der Börsen-Tag

17:38 Uhr

Dax-Anleger wollen - aber können nicht

Am deutschen Aktienmarkt gelingt die Rückkehr in den Rally-Modus auch am Donnerstag nicht. Erneut wartet der Dax mit leichten Verlusten auf, geht mit einem Abschlag von 0,5 Prozent auf 13.253 Punkte aus dem Handel. Auch eine positive Grundstimmung an der Wall Street hilft nicht.

ntv-Börsenkorrespondentin Sabrina Marggraf spricht von einem "lethargischen Handel". Sie macht als ein bestimmendes Thema am Markt die Verlängerung des Teil-Lockdowns bis in den Januar aus. "Volkswirte rechnen nun mit Einschränkungen im gesamten ersten Quartal 2021 - auch wenn dann wohl mit den Corona-Impfungen begonnen wird", sagt sie. "Das ist das, was die Märkte leicht verunsichert." Marggraf unterstreicht aber: "Auf einen größeren Rücksetzer dürften viele aber umsonst warten."

Bei den Einzelwerten sind erneut MTU gefragt. Aber auch Adidas und Deutsche Bank ziehen an. Auf der Verliererliste notieren etwa Covestro, Linde und Fresenius.

Dax
Dax 13.564,27

16:46 Uhr

Norwegian Air-Kurs im Höhenflug

Einen Hoffnungsschimmer gab es für Anleger von Norwegian Air: Die in Schieflage geratene Fluggesellschaft will sich mit dem Verkauf von Flugzeugen und der Ausgabe neuer Aktien für bis zu vier Milliarden Kronen - umgerechnet etwa 400 Millionen Euro - sanieren. Die Papiere gewinnen gut 15 Prozent.

Norwegian
Norwegian 5,00

15:58 Uhr

US-Anleger sind voller Impfstoff-Optimismus

Die Aussicht auf einen raschen Einsatz von Impfstoffen zur Eindämmung der Corona-Pandemie hält die US-Anleger weiter bei Laune. Der Dow-Jones-Index und der Index der Technologiebörse Nasdaq gewinnen je 0,3 Prozent auf 29.989 und 12.389 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 steigt 0,1 Prozent auf 3671 Zähler.

Investoren setzen trotz der harten Wintermonate auf das Licht am Ende des Tunnels, sagte Analyst Raffi Boyadjian, Senior Investment Analyst beim Online-Broker XM. Zudem spekulierten sie auf weitere Konjunkturhilfen. Zwar ging die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe in der vergangenen Woche überraschend auf 712.000 zurück, dennoch blieb sie auf hohem Niveau. Von Reuters befragte Ökonomen hatten nur mit einem Rückgang auf 775.000 gerechnet.

15:24 Uhr

K+S legt Salzabwässer-Streit bei

Der Salz- und Düngemittelhersteller K+S hat sich mit der hessischen Gemeinde Herleshausen im Streit um die Versenkung salzhaltiger Abwässer geeinigt. Auch mit anderen Mitgliedern einer Klägergemeinschaft aus Kommunen und Verbänden im Einzugsbereich der Werra sei eine Einigung in Vorbereitung, teilte K+S mit. Das Unternehmen sicherte Herleshausen im Zuge des Vergleichs die Beendigung der Versenkung von Salzabwässern bis Ende 2021 und den Verzicht auf die Oberweser-Pipeline zu. Zudem ist ein Maßnahmenkonzept zur weiteren Entlastung der Werra und ein gemeinsames Naturschutzprojekt geplant. Herleshausen wird im Gegenzug seine Klage gegen eine Einleitgenehmigung von K+S für Salzabwässer in den Fluss zurückziehen. K+S-Aktien verlieren rund 0,5 Prozent.

14:57 Uhr

Daimler trifft Vereinbarungen mit Betriebsrat

Daimler hat mit dem Betriebsrat einen sogenannten Transformationsfonds mit einem Volumen von einer Milliarde Euro vereinbart. Diese Mittel mit einer Laufzeit bis 2025 stünden zusätzlich zu den geplanten Investitionen zur Verfügung, teilt der Autobauer mit. Die Ausgestaltung dieses Fonds werde im ersten Quartal 2021 festgelegt. Mit dem Fonds sollen Zukunftstechnologien gefördert und Beschäftigung an den deutschen Standorten gesichert werden.

14:31 Uhr

Corona entfliehen: Lufthansa-Buchungen boomen über Weihnachten

Viele Deutsche wollen sich trotz der Warnungen aus der Politik offenbar nicht von Auslandsreisen über die Weihnachtsfeiertage abhalten lassen. Die Buchungen von Flügen nach Übersee, aber auch ins europäische Ausland um den Jahreswechsel seien in der vergangenen Woche sprunghaft gestiegen. Sie hätten sich teilweise verfünffacht, teilte die Lufthansa mit. "Die Sehnsucht zu reisen ist weltweit groß", sagt Vorstand Harry Hohmeister. "Sobald Reiserestriktionen fallen, sehen wir einen deutlichen Anstieg der Buchungen." Die Lufthansa habe ihren Flugplan rund um Weihnachten und Neujahr deshalb von München und Frankfurt aus deutlich aufgestockt. Besonders gefragt seien etwa Südafrika und Namibia, Ziele auf den Kanarischen Inseln und Madeira im Atlantik, aber auch schneesichere Gebiete in Nordfinnland.

Lufthansa
Lufthansa 10,46

14:08 Uhr

Rauf? Runter? Wohl seitwärts geht's an der Wall Street

Nach der Verschnaufpause zur Wochenmitte dürfte es an der Wall Street am Donnerstag zu Handelsbeginn weiter seitwärts gehen. Der Terminkontrakt auf den Dow-Jones-Index gibt vorbörslich um 0,1 Prozent nach, der auf den breiteren S&P-500 notiert nahezu unverändert.

An den Märkten fehlen etwas die Impulse. Die jüngsten positiven Nachrichten zu den Corona-Impfstoffen dürften weitgehend eingepreist sein. Bis die Impfstoffe zu einer Normalisierung des Wirtschaftslebens führen, dürfte es aber noch einige Zeit dauern. Derweil belastet die aktuelle Pandemie-Welle die USA und die Weltwirtschaft weiter. "Die Märkte sind in die Höhe geschnellt und sehen 2021 als das Jahr an, in dem die Volkswirtschaften zurückkommen werden", so Commerzbank-Ökonom Peter Dixon. Jedoch bestehe auch die Sorge, dass viele der guten Nachrichten bereits eingepreist sind, sodass die Märkte wohl in absehbarer Zeit nicht "abheben" dürften. Einen allgemeinen Aufwärtstrend dürfte es aber geben.

Einen Einblick in den Zustand der US-Wirtschaft dürfte gut eine Stunde vor Börsenstart die Veröffentlichung der wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe bieten. Ökonomen erwarten einen leichten Anstieg auf 780.000 gegenüber 778.000 in der Vorwoche. Kurz nach der Startglocke wird zudem der Markit-Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor in zweiter Lesung für November vorgelegt, als auch der ISM-Index für das nicht-verarbeitende Gewerbe, ebenfalls für November. Der Service-Sektor wurde aufgrund der Lockdowns von der Pandemie besonders hart getroffen.

13:28 Uhr

Forderungen nach deutscher Solar-Strategie werden lauter

Meyer Burger Technology und die SMA Solar machen sich für eine nationale und europäische Industriestrategie im Bereich Solarenergie stark. Durch Kostensenkungen und dank Leistungssteigerung, die dezentrale Erzeugung in der Nähe der Verbraucher und zum Wohle des Klimaschutzes werde die Solarenergie weltweit zur zentralen Technologie der Energieversorgung, teilen die beiden Solarunternehmen mit.

13:05 Uhr

Türkische Lira gerät nach Inflationsdaten unter Druck

Die türkische Lira gibt nach Bekanntwerden neuer Inflationszahlen aus der Türkei zum Dollar etwas nach. Der Dollar steigt von 7,8520 Lira am Vorabend auf 7,8833. Im November betrug der Preisauftrieb 14,0 Prozent zum Vorjahr, womit er stärker ausfiel als vom Markt erwartet. Laut Commerzbank-Analyst Tatha Ghose wurden für die Gesamt- und Kerninflation Werte von 12,7 bzw. 12,3 Prozent prognostiziert. Damit steige das Risiko, dass die Notenbank gezwungen sein könne, die Zinsen weiter anzuheben, sagt Schwellenland-Experte Jason Tuvey von Capital Economics. Der Anstieg der Inflation könne zumindest zum Teil der gesehenen starken Abwertung der Lira zum Dollar von rund 30 Prozent im Jahresverlauf zugeschrieben werden, sind sich die beiden Marktteilnehmer einig.

12:37 Uhr

Merck vereinbart milliardenschwere Partnerschaft

Der Darmstädter Merck-Konzern vereinbart mit dem britischen Biotechunternehmen Artios Pharma eine milliardenschwere Partnerschaft. Zusammen wollen die beiden Firmen neue Therapien für Krebspatienten entwickeln, wie Merck mitteilt. Merck erhält im Zuge der Kooperation, die zunächst auf drei Jahre angelegt ist, die Option auf die exklusive Entwicklung und Vermarktung von Substanzen für bis zu acht Zielmoleküle aus der gemeinsamen Forschung. Artios winken aus der Zusammenarbeit Zahlungen in Milliardenhöhe.

Das britische Unternehmen erhält von Merck zunächst Vorauszahlungen über 30 Millionen Dollar. Artios kann zudem Meilensteinzahlungen von bis zu 860 Millionen Dollar pro Zielmolekül bekommen, womit sich diese theoretisch auf bis zu 6,8 Milliarden Dollar belaufen könnten. Sollte Merck die gewährte Option nutzen, fallen zudem Gebühren in zweistelliger Millionenhöhe an, Artios erhält zudem Umsatzbeteiligungen in bis zu zweistelliger Millionenhöhe für jedes der von Merck vermarkteten Produkte aus der Kooperation.

Merck KGaA
Merck KGaA 136,85

12:24 Uhr

Uniper und Fortum bauen Ökostromgeschäft aus

Der finnische Energiekonzern Fortum und seine Düsseldorfer Tochter Uniper wollen beim Ausbau der Erneuerbaren Energie und beim Klimaschutz das Tempo erhöhen. Die Stromerzeugung in Europa soll bis 2035 klimaneutral sein und bis 2050 in allen Märkten, teilen die Konzerne mit. Fortum beziffert die Synergieeffekte der beiden Konzerne auf über 50 Millionen Euro pro Jahr bis Ende 2023 und auf rund 100 Millionen bis 2025. Fortum hatte nach zunächst heftigen Widerstand den Düsseldorfer Versorger übernommen.  

11:53 Uhr

Opec-Beschluss setzt Ölpreise unter Druck

Die Ölpreise kommen mit den sich abzeichnenden Beschlüssen der Opec+ leicht unter Druck. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI fällt um 0,7 Prozent auf 44,95 Dollar, für Brent geht es um 0,5 Prozent auf 47,99 Dollar nach unten. Bereits zuvor hatten die Notierungen leicht im Minus gelegen.

Die Opec+ steht nach Angaben aus informierten Kreisen kurz davor, eine Vereinbarung über eine bescheidene Erhöhung ihrer kollektiven Ölförderung zu schließen. Die angestrebte Einigung sehe vor, die Förderung um bis zu 500.000 Barrel pro Tag ab Januar zu erhöhen, sagten Personen, die mit der Angelegenheit vertraut sind. Russland habe sich dagegen gesträubt, die aktuelle Förderbeschränkung zu verlängern.

"Es wird wichtiger denn je für die Opec+ sein, eine einheitliche Front zu präsentieren, während wir darauf warten, dass sich die Nachfrage erholt, wenn ein Impfstoff weit verbreitet ist", sagt Stephen Innes, Global Chief Marktstratege bei axi. Dank positiver Nachrichten zu Impfstoffen waren die Ölpreise zuletzt um rund 30 Prozent nach oben geklettert. Deshalb erwog die Opec-Allianz zunächst, die Förderung ab Januar um 2 Millionen Barrel anzuheben. Aber wegen der aktuellen Coronavirus-Beschränkungen drohen jetzt wieder Nachfrage- und Preisrückgänge, weshalb einige Ölförderstaaten die Förderbremse zumindest bis ins erste Quartal 2021 verlängern wollten.

Brent Rohöl
Brent Rohöl 55,73
Rohöl WTI
Rohöl WTI 52,70

 

11:32 Uhr

Mehr als 50 Prozent: Aktien von Orange-Tochter gehen durch die Decke

Orange Belgium gehen angesichts der angepeilten Anteilsaufstockung durch den französischen Mutterkonzern Orange durch die Decke. Die Papiere der belgischen Tochter, an der die Franzosen bereits 52,9 Prozent halten, steigen um 35,3 Prozent auf 21,95 Euro. Der Telekomkonzern will 22 Euro je Aktie in bar zahlen.

11:01 Uhr

Euro wird stärker und stärker

Der Euro kennt auch am Donnerstag zum Dollar fast nur den Weg nach oben und hat mit 1,2140 Dollar ein erneutes Jahreshoch markiert. Er ist so teuer wie zuletzt vor zweieinhalb Jahren. Am Montag war er noch für unter 1,1950 zu haben gewesen. Neue eher enttäuschende Einkaufsmanagerdaten aus der EU sorgen zunächst für keine erkennbaren Impulse. Während einerseits der Dollar auf breiter Front schwächle, weil er als sicherer Hafen derzeit nicht gesucht sei, bekomme der Euro Rückenwind von Hoffnungen auf eine Einigung der EU im Streit um den EU-Wiederaufbaufonds und von den jüngsten positiv klingenden Impfstoffnachrichten, kommentiert die Unicredit.

"Berichte, wonach die EU den Aufbaufonds auch ohne die Unterstützung Polens und Ungarns vorantreiben will, hellen die Stimmung weiter auf", so die Experten. Ermutigt würden Euro-Käufer auch davon, dass seitens der EZB keine warnende Stimmen zum festen Euro zu hören seien.

Euro / Dollar
Euro / Dollar 1,21

10:42 Uhr

"Stay-at-Home"-Aktien wieder gefragt

Am deutschen Markt liegen die Lockdown-Gewinner wieder vorn, so Deutsche Post und Delivery Hero. "Sie profitieren davon, dass der Lockdown voraussichtlich bis zum 10. Januar verlängert wird", sagt ein Händler. "Wahrscheinlich ist erst der März als Zeitpunkt für eine Lockerung realistisch", meint er und ergänzt: "Jeder Tag Verlängerung treibt die Umsätze der 'Stay-at-Home-Aktien'."

Delivery Hero
Delivery Hero 124,50
Deutsche Post
Deutsche Post 41,58

 

10:28 Uhr

Brexit-Gespräche treiben Pfund-Anleger um

Bei Pfund-Anlegern steigt angesichts des zähen Ringens um einen Brexit-Deal die Nervosität. Die britische Währung verteuert sich um 0,4 Prozent auf 1,3412 Dollar und liegt damit in Reichweite des in der Woche erreichten Drei-Monats-Hochs. Im Gegensatz dazu tippten Investoren an den Terminmärkten aber auf ein Scheitern der Gespräche zwischen der EU und Großbritannien. So zeigte der auf Sicht von einem Monat basierende Risikoindikator eine Zunahme von Wetten auf einen Pfund-Kursrückgang an.

09:43 Uhr

Medikamentenzulassung stützt Morphosys

Die Zulassung eines Medikaments gegen Schuppenflechte-Arthritis kommt bei den Morphosys-Aktionären gut an. Die Papiere legen etwa ein Prozent zu. Der Morphosys-Lizenzpartner Janssen erklärte, das Mittel Tremfya sei von der Europäischen Kommission zum Einsatz freigegeben worden.

Morphosys
Morphosys 99,74

09:24 Uhr

Analysten pushen Global Fashion

Eine Kaufempfehlung treibt die Aktien der Global Fashion Group. Die Papiere legen im frühen Handel rund 4,5 Prozent zu. Die Experten von Baader Helvea stufen die Aktien als "Buy" ein.

Global Fashion Group
Global Fashion Group 11,04

09:07 Uhr

Wo ist der Rally-Gang? Euro setzt Dax zu

Am deutschen Aktienmarkt hält zum Start am Donnerstag die leicht negative Stimmung unter den Anlegern an. Der Dax gibt zu Beginn 0,1 Prozent auf 13.303 Punkte ab. ntv-Börsenkorrespondentin Katja Dofel macht drei Themen aus, die den weiteren Handel bestimmen könnten: So bremst etwa der nach wie vor starke Euro den exportlastigen Dax aus. Daneben gibt es Gewinnmitnahmen von Anlegern, da der Leitindex im November überdurchschnittlich performt hat. Und auch das Thema Corona-Krise mit einer sich andeutenden Verlängerung des Teil-Lockdowns bis zum 10. Januar spielt laut Dofel eine Rolle.

"Der Markt hat eingepreist, dass es im kommenden Jahr eine deutliche wirtschaftliche Erholung geben wird. Die Verlängerung des Lockdown könnte da erst einmal für Verunsicherung sorgen", sagt Dofel. "Andererseits könnte es auch weitere Hilfen geben, etwa von der Europäischen Zentralbank, vielleicht höhere Anleihekäufe."

08:53 Uhr

Was entscheidet die Opec?

Rohöl (Brent)
Rohöl (Brent) 55,43

Die Ölpreise geben im frühen Handel leicht nach. Die Aufmerksamkeit richtet sich ganz auf den Ölverbund Opec+, der über seine Förderpolitik berät. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordsee-Sorte Brent 48,09 US-Dollar. Das waren 16 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 20 Cent auf 45,08 Dollar.

Heute nimmt der Verbund Opec+ einen neuen Anlauf, um Unstimmigkeiten zwischen großen Förderländern zu bereinigen. Es geht darum, ob beziehungsweise in welchem Ausmaß die Produktion im nächsten Jahr steigen soll. Bisher wird sie durch vereinbarte Grenzen gedrückt, um die Ölpreise zu stützen. Die Preise wurden durch die Corona-Krise erheblich belastet. Ein ursprünglich für Dienstag geplantes Treffen wurde auf den heutigen Donnerstag verschoben, weil es Unstimmigkeiten zwischen großen Opec-Staaten gibt. Die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet jedoch von Fortschritten. Angepeilt ist offenbar ein Kompromiss, wonach die Förderung im kommenden Jahr nicht sprunghaft, sondern graduell steigen soll.

08:39 Uhr

Asiens Börsen kommen nicht vom Fleck

Enttäuschende Daten zum US-Arbeitsmarkt haben die Kauflaune an den asiatischen Aktienmärkten getrübt. In Tokio ging der 225 Werte umfassende Nikkei-Index am Donnerstag unverändert bei 26.809,37 Punkten aus dem Handel. In China gaben die Kurse etwas nach. "Der Corona-Impfstoff ist zunehmend in den Kursen eingepreist", sagte Michael Frazis, Portfoliomanager bei der Vermögensverwaltung Frazis Capital Partners in Sydney. "Noch vor ein paar Monaten wusste niemand, wie schwer die Pandemie ausfällt oder wie die Wahl ausgeht. Jetzt sind beide Quellen der Unsicherheit beseitigt."

Weil im Kampf gegen die Pandemie derzeit weltweit wieder schärfere Restriktionen gelten, wurden zuletzt in den USA weniger neue Stellen in der Privatwirtschaft geschaffen. Am Devisenmarkt setzte der Dollar seinen Sinkflug fort, der Euro stieg über die Marke bei 1,21 Dollar und erreichte den höchsten Stand seit April 2018. In Großbritannien erhielt am Mittwoch der Impfstoff von Biontech und Pfizer eine Notfallzulassung. Kommende Woche soll es mit den ersten Impfungen losgehen - Großbritannien ist damit das erste westliche Land, in dem das Anti-Corona-Mittel zum Einsatz kommen wird.

08:27 Uhr

Ein Land stimmt Daimler zuversichtlich

Daimler
Daimler 56,54

Daimler-Chef Ola Källenius will das Tempo der Erholung aus der Corona-Krise hoch halten. Der Konzern gehe mit einem Wachstumsschwung in das Jahr 2021 und bleibe für China optimistisch, sagte der Manager in einem Interview der "Financial Times". Ein Teil der zuletzt starken Verkäufe in dem wichtigsten Einzelmarkt sei auch einem Nachholeffekt aus dem stark pandemiebelasteten Frühjahr zu verdanken.

Im dritten Quartal hat Mercedes-Benz in dem wichtigsten Einzelmarkt ein Verkaufsplus bei Pkw von fast einem Viertel im Vergleich zum Vorjahreszeitraum verzeichnet. Auch in den Monaten danach habe das Wachstum zweistellige Prozentsätze erreicht, sagte Källenius dem Blatt. Die Absatzzahlen für November legt Daimler erst noch vor.

08:10 Uhr

Euro kann Höchststand halten

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,21

Der Kurs des Euro baut seine Gewinne der vergangenen Tage aus. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung mit bis zu 1,2126 US-Dollar so viel wie seit gut zweieinhalb Jahren nicht mehr. Schon am Vortag hatte der Euro einen Höchststand seit April 2018 markiert. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittwoch auf 1,2066 Dollar festgesetzt.

Am Donnerstag richtet sich die Aufmerksamkeit der Märkte auf den Dienstleistungssektor. Sowohl in Europa als auch in den USA werden wichtige Stimmungsindikatoren veröffentlicht. Die Dienstleister haben stark unter den Corona-Beschränkungen zu leiden. Dementsprechend ist die Stimmung dort wesentlich schlechter als etwa in der Industrie.

07:43 Uhr

Pandemie vermiest Stimmung - Dax niedriger erwartet

Dax
Dax 13.564,19

Nach dem jüngsten Rücksetzer wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge erneut niedriger starten. Am Mittwoch hatten ihn Gewinnmitnahmen 0,5 Prozent ins Minus auf 13.313,24 Punkte gedrückt. Nachdem der Coronavirus-Impfstoff von Biontech und Pfizer in Großbritannien zugelassen wurde , warten Börsianer gespannt auf entsprechende Bescheide der Behörden in den USA und der EU. Die Aussicht hierauf schürt Hoffnungen auf ein rasche Erholung der Weltwirtschaft.

Die im Tagesverlauf anstehenden Stimmungsbarometer der deutschen und europäischen Einkaufsmanager sowie die Zahlen zu den europäischen Einzelhandelsumsätzen werden Experten zufolge aber die aktuellen Pandemie-Beschränkungen widerspiegeln. Der Index für den von den Restriktionen besonders hart getroffenen Dienstleistungssektor werde weiter deutlich unterhalb der Schwelle von 50 Punkten bleiben, die Wachstum signalisiert. Die Einzelhandelsumsätze hätten nach den deutlichen Rückgängen in den vorangegangenen Monaten im Oktober nur leicht zugelegt.

Unabhängig davon blicken Investoren gespannt auf die Beratungen der Opec+ über die Fördermengen. Bis zur Entscheidung, ob die aktuellen Produktionsbeschränkungen verlängert werden oder nicht, sei nicht mit größeren Preisausschlägen beim Rohöl zu rechnen, sagte Bjornar Tonhaugen, Chef des Ölgeschäfts beim vom Brokerhaus Rystad. "Wenn der Einsatz so hoch ist, ist es gefährlich, die Kurse im Vorfeld stark zu bewegen."

07:08 Uhr

Kongress erhöht Druck auf chinesische Firmen an US-Börsen

Alibaba
Alibaba 212,50

Der US-Kongress erhöht den Druck auf chinesische Unternehmen mit Börsennotiz in den Vereinigten Staaten, die nicht die dort gängigen Bilanzprüfungen einhalten. Nach dem Senat stimmte am Mittwoch (Ortszeit) in Washington auch das Repräsentantenhaus einem Gesetzentwurf zu, der zu einer Verbannung der betroffenen Firmen von US-Börsen führen könnte. Die Unternehmen sollen jedoch zunächst drei Jahre Zeit erhalten, um die Auflagen der US-Aufseher zu erfüllen.

US-Behörden ist es schon lange ein Dorn im Auge, dass chinesische Konzerne wie der Onlineriese Alibaba sich nicht so tief wie üblich von US-Bilanzprüfern in die Bücher gucken lassen wollen. Das Finanzministerium plädierte deshalb bereits im August dafür, dass die US-Börsenaufsicht SEC ihre Standards entsprechend verschärft. Nachdem der Kongress zugestimmt hat, fehlt nur noch die Unterschrift von US-Präsident Donald Trump, um das Gesetz zu verabschieden.

06:32 Uhr

Unruhige Wall Street färbt auf Asiens Märkte ab

Nikkei
Nikkei 28.197,42

Nach einem unruhigen Tag an der Wall Street zeigen sich auch die asiatischen Aktienmärkte uneinheitlich. "Die Märkte werden sich von nun an sehr wahrscheinlich durchwurschteln", sagte Michael Frazis, Portfoliomanager bei Frazis Capital Partners in Sydney. Anleger hätten die positiven Impfstoffnachrichten bereits mit einkalkuliert. "Vor ein paar Monaten wusste niemand, wie tiefgreifend das Coronavirus sein würde oder wie die Wahl ausfiel. Jetzt wurden beide Unsicherheitsquellen beseitigt."

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf faktisch unverändert bei 26.802 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index blieb unverändert und lag bei 1774 Punkten. Die Börse in Shanghai lag 0,1 Prozent im Minus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen verlor 0,1 Prozent. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans stieg um 0,3 Prozent. Im asiatischen Devisenhandel gewann der Dollar 0,1 Prozent auf 104,47 Yen und gab 0,1 Prozent auf 6,5530 Yuan nach. Zur Schweizer Währung notierte er kaum verändert bei 0,8941 Franken. Parallel dazu blieb der Euro fast unverändert bei 1,2116 Dollar und notierte kaum verändert bei 1,0834 Franken. Das Pfund Sterling gewann 0,2 Prozent auf 1,3383 Dollar.