Donnerstag, 04. März 2021Der Börsen-Tag

Heute mit Thomas Badtke
17:44 Uhr

Dax krallt sich an die 14.000

Die Vorgaben aus Asien verderben dem Dax den Start in den Donnerstagshandel. Die 14.000er Marke fällt. Dennoch kommt der deutsche Börsenleitindex laut ntv-Börsenkorrespondentin Katja Dofel "mit einem blauen Auge davon", denn es sind überwiegend die Technologiewerte, die den Gesamtmarkt belasten - und im Dax gibt es nur wenige davon. Das stützt und schiebt ihn dann doch wieder über die psychologisch wichtige Marke. Aus dem Handel verabschiedet er sich mit einem Minus von 0,2 Prozent und 14.056 Punkten.

Dax
Dax 15.234,16

"Nach dem kurzen Ausflug auf ein neues Allzeithoch beim Dax und dem anschließenden Abverkauf am Mittwoch sind die Anleger vorsichtiger geworden", kommentiert Dofels Kollege Frank Meyer. "Die gestiegenen Renditen und vor allem die schwachen Tech-Werte auch aus den USA schüren die Sorge, dass die Börsen mal tiefer durchschnaufen könnten", erklärt Meyer. "Viele Sektoren sind heiß gelaufen - und noch ist es keine ausgemachte Sache, wann hierzulande sich die ersten Impferfolge auch in der Wirtschaft niederschlagen. Das könnte durchaus noch etwas länger dauern."


Bei den Einzelwerten im Dax zeigen sich RWE und VW an der Spitze der Gewinner. Die Titel des Versorgers legen etwa drei Prozent zu, die von VW rund zwei Prozent. Auf der Gegenseite rutschen Infineon mehr als fünf Prozent ins Minus und sind größter Verlierer im Leitindex. Deutsche Bank folgen mit einem Abschlag von etwa vier Prozent.

Infineon
Infineon 35,57

Im MDax verlieren Lufthansa mehr als drei Prozent. Die Airline hat mit einem milliardenschweren Verlust das Jahr 2020 abgeschlossen.

17:29 Uhr

EU-Kartellwächter knöpfen sich Pharmakonzern vor

Die EU-Kartellwächter nehmen die Wettbewerbspraktiken des israelischen Pharmakonzerns Teva genauer unter die Lupe. Die EU-Kommission prüfe, ob Teva illegalerweise den Zugang von Konkurrenten zu seinem Multiple-Sklerose-Medikament Copaxone behindert habe. Es gehe darum, ob der Konzern seine marktbeherrschende Stellung missbraucht habe. Es könne sein, dass Teva versucht habe, die Marktexklusivität des Mittels zu verlängern, indem es Teilpatente anmeldete und wieder zurückzog, nachdem das Patent für den Grundwirkstoff Glatirameracetat 2015 abgelaufen war. Das habe wiederholt den Markteintritt eines Generikaherstellers verhindert.

Teva
Teva 9,24

16:01 Uhr

Deliveroo peilt Milliarden-Börsengang an

Der britische Essenslieferdienst Deliveroo nimmt einen der größten Börsengänge in der britischen Hauptstadt seit drei Jahren ins Visier. Entsprechende Pläne gab das Unternehmen am Donnerstag bekannt. Bei der Neuemission, mit der noch in der ersten Jahreshälfte gerechnet wird, könnte Deliveroo mit rund sieben Milliarden Dollar bewertet werden. Derzeit streben so viele Unternehmen an die Börse wie lange nicht. In Frankfurt steht in Kürze der milliardenschwere Börsengang der Vodafone-Tochter Vantage Towers an.

Beim Debüt will Deliveroo zwei Aktiengattungen an die Börse bringen, um Mitgründer und Firmenchef Will Shu für drei Jahre mehr Kontrolle über das Unternehmen zu gewähren. Damit kann die Firma, an der Amazon mit etwa 16 Prozent beteiligt ist, zunächst nicht in den britischen Auswahlindex FTSE einziehen.

Deliveroo konkurriert unter anderem mit Just Eat Takeaway.com. Zwischenzeitlich war das für seine türkisfarbenen Warmhalteboxen bekannte Unternehmen auch in Deutschland tätig, zog sich aber bereits 2019 angesichts des scharfen Wettbewerbs wieder zurück.

15:47 Uhr

US-Anleger fiebern Powell-Rede entgegen

Nach den heftigen Verlusten vom Vortag erobern die US-Börsen am Donnerstag zunächst einen Teil des verlorenen Terrains zurück. Kurz nach Handelsbeginn steigt der Dow-Jones-Index um 0,5 Prozent auf 31.420 Punkte. Der S&P-500 legt 0,4 Prozent zu und der Nasdaq-Composite 0,5 Prozent. Hartnäckig hohe Anleihezinsen verhindern nach Ansicht von Marktbeobachtern eine deutlichere Erholung der Aktienkurse.

Einige Vermögensverwalter setzen darauf, dass das geplante Konjunkturpaket in den USA die Inflation anheizen und die US-Notenbank dazu veranlassen wird, die Zinsen früher als erwartet anzuheben. Diese Spekulation führte in jüngster Zeit zum Verkauf von Anleihen und im Gegenzug zu steigenden Realzinsen.

Marktteilnehmer warten nun gespannt darauf, ob US-Notenbankpräsident Jerome Powell in einer für Donnerstag angekündigten Rede die Angst vor steigenden Zinsen lindert, wie es am Dienstag Fed-Gouverneurin Lael Brainard getan hat. Brainard beruhigte die Märkte, indem sie eine Fortsetzung der lockeren Geldpolitik in Aussicht stellte, bis sich die Wirtschaft erholt hat. Ihre Äußerungen ließen die Anleihezinsen vorübergehend etwas zurückkommen, ehe sie am Mittwoch wieder stiegen, was laut einem Medienbericht damit zusammenhing, dass die Europäische Zentralbank bisher keine Anstalten macht, verbal gegen den Renditenanstieg zu intervenieren.

Nach den eher durchwachsenen Konjunkturdaten vom Mittwoch senden neue Daten nun wieder ermutigendere Signale. Deutete der Arbeitsmarktbericht des privaten Dienstleisters ADP am Vortag darauf hin, dass im Februar in der Privatwirtschaft nur etwa halb so viele Stellen geschaffen wurden wie erwartet, so lagen die am Donnerstag veröffentlichten wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe ungefähr im Rahmen der Erwartungen. Wie es tatsächlich um die Beschäftigungslage im vergangenen Monat stand, dürfte der offizielle Arbeitsmarktbericht der US-Regierung zeigen, der am Freitag veröffentlicht wird.

Die ebenfalls am Donnerstag veröffentlichten Daten zur Produktivität im vierten Quartal des vergangenen Jahres fielen etwas besser aus als erwartet. Eine halbe Stunde nach Handelsbeginn an der Wall Street folgen noch die Januar-Daten zum Auftragseingang der Industrie.

15:31 Uhr

Notenbank-Chef: Renditeanstieg hat positive Seiten

Der jüngste Anstieg der Renditen von Staatsanleihen der Euro-Länder hat aus Sicht des niederländischen Notenbankchefs Klaas Knot auch gute Seiten. "Ich denke, der Ausgangspunkt sollte sein, dass der Anstieg der Zinsen bessere Wachstumsaussichten und höhere Inflationsaussichten widerspiegelt, und das ist an sich positiv", sagt das Ratsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB). Die nächste Zinssitzung der EZB ist für den 11. März anberaumt.

Die Renditen von Staatsanleihen der Euro-Länder waren zuletzt nach oben geklettert. Das hatte bei mehreren Ratsmitgliedern Sorgen geschürt, die Kreditkosten könnten in der Pandemie steigen und die erhoffte Erholung ausbremsen. Bislang herrscht unter den Ratsmitgliedern aber keine Einigkeit in der Frage, ob die EZB rasch gegensteuern sollte. Bundesbank-Präsident Jens Weidmann sprach sich am Mittwoch dafür aus, die Entwicklung im Auge zu behalten und die Hintergründe zunächst sorgfältig zu analysieren. Griechenlands Notenbank-Chef Yannis Stournaras fordert dagegen mehr Tempo bei den Anleihe-Käufen der EZB.

14:44 Uhr

Deutsche Bank: Powell-Interview steht im Fokus der Anleger

Das Interview von Fed-Chef Jerome Powell bei einer Konferenz des "Wall Street Journal" am Abend steht nach Einschätzung von Deutsche-Bank-Analyst Jim Reid im Mittelpunkt des Interesses der Finanzmärkte. Reid weist darauf hin, dass sich in den vergangenen Stunden die FOMC-Mitglieder Charles Evans und Patrick Harker relativ entspannt zum Anstieg der langfristigen Anleiherenditen geäußert hätten. Am Mittwoch gab es erneut eine Verkaufswelle bei Treasuries, in deren Folge die Rendite zehnjähriger Papiere um 8,9 Basispunkte zulegte - der drittstärkste Anstieg innerhalb eines Tages in diesem Jahr, wie Reid anmerkt.

Gespannt ist der Analyst, ob und wie sich Powell zu der Idee äußert, dass die Fed ihre Bestände an kürzer laufenden Anleihen zugunsten länger laufender verringern könnte ("Operation Twist"). Evans hatte sich in dieser Hinsicht ablehnend geäußert, aber ebenso wie Harker eine Zinskurvenkontrolle als ein mögliches, derzeit jedoch nicht notwendiges Instrument bezeichnet.

14:21 Uhr

Corona-Impfstoff: Curevac holt Novartis mit ins Boot

Der Schweizer Pharmakonzern Novartis wird dem Tübinger Biotech-Unternehmen Curevac bei der Produktion seines Covid-19-Impfstoffs unter die Arme greifen. Novartis werde ab dem zweiten Quartal in seinem österreichischen Werk Kundel mit der Herstellung des Vakzins beginnen, teilen die beiden Unternehmen mit. Erste Dosen sollen voraussichtlich ab Sommer ausgeliefert werden. Im laufenden Jahr sei die Produktion von bis zu 50 Millionen Dosen geplant, 2022 sollen es dann bis zu 200 Millionen sein.

Curevac hat die entscheidende Studie für seinen Impfstoff mit mehr als 35.000 Teilnehmern im Dezember gestartet und geht davon aus, die Zulassung im zweiten Quartal beantragen zu können. Für die Produktion hat das Unternehmen auch andere Partner an Bord geholt, etwa den Bayer-Konzern.

Novartis unterstützt bereits Biontech und Pfizer bei der Impfstoff-Produktion. Das Corona-Vakzin der beiden Unternehmen soll im Novartis-Werk im schweizerischen Stein abgefüllt werden. Der Pharmariese aus Basel hatte sein Impfstoffgeschäft vor einigen Jahren an Glaxosmithkline und CSL verkauft.

CureVac
CureVac 73,65
Novartis
Novartis 73,98

 

13:30 Uhr

Munich Re zieht auf Zwölfmonatshoch

Munich Re liegen gegen den Trend fest im Markt. Der Kurs steigt rund ein Prozent auf 258,10 Euro. Versicherungen gelten als Gewinner der steileren Zinskurve. Zudem erwartet die Munich Re positive Impulse aus der kommenden Erneuerungsrunde, wie ein Marktteilnehmer sagt. Aus technischer Sicht arbeitet die Aktie an einem Kaufsignal. Mit einem nachhaltigen Anstieg über die Widerstandszone unterhalb von 255 Euro würde sich die technische Lage deutlich verbessern. Der nächste technische Widerstand läge dann erst beim Hoch vom Februar 2020 bei gut 280 Euro.

Munich Re
Munich Re 264,25

13:07 Uhr

Batteriebrände, Rückruf: Hyundai-Image bekommt Kratzer

Der massenhafte Rückruf von Elektroautos wegen der Brandgefahr von Batterien hat für Hyundai schwerwiegende Folgen. Wegen der Reparatur von rund 82.000 E-Autos musste der südkoreanische Autobauer das operative Ergebnis für das vierte Quartal um fast ein Fünftel senken. Statt eines Ende Januar gemeldeten Quartalsgewinns von 1,6 Billionen Won liegt das Ergebnis nun bei 1,3 Billionen Won - umgerechnet knapp 960 Millionen Euro, wie das Unternehmen mitteilt.

Bei der Rückrufaktion mussten die Akkusysteme von einigen Elektroautos ausgetauscht werden. Davon ist vor allem das SUV-Modell Kona betroffen, das meist verkaufte E-Auto des Herstellers. In dem Wagen sind Batterien von LG Energy Solution verbaut, einer Tochter des südkoreanischen Chemiekonzerns LG Chem.

Autoanalyst Jürgen Pieper vom Bankhaus Metzler hält es für möglich, dass das Image von LG Chem vorübergehend unter dem Vorfall leiden wird. Mit gravierenden Folgen für die Elektromobilität rechnet er jedoch nicht. "Rückrufe sind auch bei eingefahrener Technik weitgehend zur Normalität geworden." Der Verbraucher wisse, dass es sich bei E-Autos um eine neue Technologie handele. Tesla habe man verziehen, dass es anfangs Probleme gab. Bei Hyundai werde nun genau hingeschaut und Skeptiker fühlten sich vermutlich bestärkt. Er halte dies jedoch für einen "notwendigen Lernprozess". Im europäischen Handel geben Hyundai-Aktien rund 2,5 Prozent ab.

Hyundai Motor
Hyundai Motor 40,50

 

12:18 Uhr

Steigende Renditen: Dax reißt die 14.000

Weiter beeinflusst von der Entwicklung an den Anleihemärkten und dem Ausverkauf im Technologiesektor rutscht der Dax in einem nervösen Handel wieder unter 14 000 Punkte. Gegen Mittag verliert er 0,7 Prozent auf 13 975 Zähler. Zur Wochenmitte hatte der Leitindex noch ein Rekordhoch von fast 14 200 Zählern erreicht, "Investoren prüfen derzeit genau, wie es um die Bereitschaft der Zentralbanken angesichts des aufkommenden Inflationsdrucks bestellt ist, weitere Anleihen zu kaufen, um sich gegen den Zinsanstieg zu stemmen", sagt Analyst Jochen Stanzl. "Steigende Zinsen sind effektiv eine Art der geldpolitischen Straffung und das spielt dem ans Gegenteil gewöhnten Aktienmarkt derzeit überhaupt nicht in die Karten."

11:56 Uhr

Gerissene Stop-Marken: Infineon-Kurs bricht ein

Infineon bauen ihre Verluste auf rund sechs Prozent aus. Händler machen bislang überwiegend mechanische Gründe dafür verantwortlich. "Zu den Gewinnmitnahmen in Tech-Werten sind verletzte Stop-Marken dazugekommen", sagt ein Händler. Dies erhöhe die Kursausschläge nach unten. So habe bei 34 Euro eine vielbeachtete Unterstützung aus der Seitwärtsbewegung auf Zwei-Wochentief gelegen. Durch ihren Bruch habe sich der Verkaufsdruck schlagartig erhöht.

Infineon
Infineon 35,57

11:27 Uhr

Nickel-Preis gibt deutlich nach

Schwindende Ängste vor einem Angebotsengpass schicken den Nickel-Preis auf Talfahrt. Der Terminkontrakt auf dieses Industriemetall fällt sechs Prozent auf 20.179 Dollar je Tonne und steuert auf den größten Tagesverlust seiner Geschichte zu. An der Börse LME verbilligt sich Nickel um fünf Prozent auf 17.485 Dollar. Der Vertrag des Nickel- und Stahlkonzerns Tsingshan zur Lieferung von 100.000 Tonnen Nickel an zwei Anbieter von Elektroauto-Batterien entspanne die Angebotslage, sagen die Analysten des Brokerhauses Huatai.

10:46 Uhr

Vivendi-Interesse beflügelt Bertelsmann-Tochter

Spekulationen auf eine Übernahme durch den Medienkonzern Vivendi beflügeln den französischen TV-Sender M6. Die Aktien der Bertelsmann-Tochter steigen rund fünf Prozent. Vivendi hatte Interesse an M6 bekundet.

Vivendi
Vivendi 28,15

 

10:24 Uhr

"Wir brauchen einen eigenen Zutritt zum All"

Die Ariane Group ist offiziell zwar erst sechs Jahre alt, aber längst keine kleine Garagenfirma mehr. 9.000 Mitarbeiter in 13 Standorten beschäftigt die gemeinsame Tochter von Airbus und des französischen Technologiekonzerns Safran. "Wir schicken seit 30 Jahren Raketen ins All", sagt Karl-Heinz Servos, COO der Ariane Group, in "So techt Deutschland". Damals war die Raumfahrt nur für reiche Staaten erschwinglich. Doch durch den Markteintritt von Wettbewerbern wie Elon Musk mit SpaceX mussten die Kosten runter. "Wir mussten eine komplett neue Rakete bauen", erzählt Servos über die Konsequenzen. 40 Prozent günstiger soll sie sein - und Servos ist optimistisch, dass man das schafft.

Was Servos von landenden Raketenstufen hält, warum er sich nicht in eine Transportliste der Amerikaner eintragen will, aber gleichzeitig gegen einen Weltraumbahnhof in der Nordsee ist, erzählt er in "So techt Deutschland".

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10:00 Uhr

Thyssenkrupp spricht mit norwegischem Staatsfonds

Thyssenkrupp hat gelassen auf die Ankündigung des norwegischen Staatsfonds reagiert, Gespräche über das Risiko von Korruption führen zu wollen. "Thyssenkrupp steht in regelmäßigem und konstruktivem Dialog mit seinen Investoren", betont der Konzern. Dazu gehöre auch der norwegische Staatsfonds. In diesen Gesprächen gehe es immer wieder auch um Governance-Fragen, wie zum Beispiel die Umsetzung der Zero-Tolerance-Policy bei Compliance-Themen. "Thyssenkrupp nimmt diese Zero-Tolerance-Policy sehr ernst und verfügt über ein etabliertes Compliance-System. Einen konkreten Anlass für Gespräche zu diesen Themen gibt es nicht."

Thyssenkrupp
Thyssenkrupp 11,12

09:43 Uhr

Evonik besteht "Härtetest"

Der Spezialchemiekonzern Evonik hat in der Corona-Krise Federn gelassen und setzt im laufenden Jahr wieder auf bessere Geschäfte. Den operativen Gewinn (bereinigtes Ebitda) erwartet Konzernchef Christian Kullmann 2021 bei einem Umsatz zwischen zwölf und 14 Milliarden Euro in einer Spanne zwischen 2 und 2,3 Milliarden Euro, wie Evonik mitteilt. Für das erste Quartal werde ein bereinigtes Ebitda von mindestens 550 Millionen Euro erwartet.

"Wir haben den Härtetest der Pandemie bestanden", sagt Kullmann. 2020 hatte Evonik ein operatives Ergebnis von 1,9 Milliarden Euro nach 2,1 Milliarden Euro im Vorjahr bei einem Umsatz von 12,2 (13,1) Milliarden Euro eingefahren. Die Anteilseigner um die RAG-Stiftung sollen eine stabile Dividende von 1,15 Euro je Aktie erhalten. Kullmann hatte das Geschäft rund um die Spezialchemie bei den Essenern in den vergangenen Jahren auch durch Zukäufe ausgebaut. Im Geschäft mit Aminosäuren für die Tier-Mast konnte Evonik 2020 zulegen. In den konjunkturabhängigeren Sparten verbuchte der Konzern dagegen Rückgänge.

Evonik
Evonik 30,03

09:12 Uhr

Dax kommt mit "blauem Auge" davon

Zum Start in den Donnerstagshandel geht es für den Dax zunächst leicht abwärts, das zur Wochenmitte markierte neue Allzeithoch von 14.197 Zählern gerät wieder aus den Augen. Der deutsche Börsenleitindex rutscht 50 Punkte abwärts oder 0,4 Prozent auf 14.030 Stellen ab, kann die psychologisch wichtige 14.000er Marke aber zunächst halten. ntv-Börsenkorrespondentin Katja Dofel verweiist auf "sehr schwache Vorgaben aus Asien". Dort hat beispielsweise der japanische Leitindex Nikkei zwei Prozent eingebüßt. "So gesehen, sind die etwa 100 Punkte, die der Dax verliert das sprichwörtlich blaue Auge, mit dem er zunächst davonkommt."

08:50 Uhr

Nach Zahlen: Henkel sind einziger Dax-Gewinner

Die Aussicht auf eine stabile Dividende und ein optimistischer Ausblick geben Henkel Auftrieb. Die Aktien des Konsumgüter-Herstellers steigen vorbörslich 0,5 Prozent und sind damit die einzigen Gewinner im Dax.

Der Konsumgüterkonzern will trotz Rückgängen in der Corona-Krise seinen Aktionären eine stabile Dividende zahlen. Für das laufende Jahr rechnen die Düsseldorfer nun wieder mit mehr Umsatz und Ertrag. Henkel schlägt für 2020 eine Dividende je Vorzugsaktie von 1,85 Euro vor, wie der Hersteller von Pritt und Persil mitteilt. Der Vorschlag für die Dividende je Stammaktie liegt bei 1,83 Euro. Im vergangenen Jahr schrumpfte der Umsatz auf 19,3 (Vorjahr: 20) Milliarden Euro. Der bereinigte operative Gewinn (Ebit) sank um 19,9 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro. In der Corona-Krise hatte vor allem das konjunkturabhängige Klebstoff-Geschäft gelitten, aber auch das Geschäft mit Friseuren lief wegen vorübergehender Schließungen von Salons nicht rund.

2021 erwartet Henkel nun einen Umsatz- und Ergebniszuwachs. Der organische Umsatz soll in einer Spanne von zwei bis fünf Prozent zulegen. Die bereinigte Umsatzrendite (Ebit-Marge) wird in einer Bandbreite von 13,5 bis 14,5 Prozent erwartet. Für das bereinigte Ergebnis je Vorzugsaktie (EPS) bei konstanten Wechselkursen rechnet Henkel mit einem Anstieg in der Bandbreite von 5,0 bis 15,0 Prozent.

Henkel
Henkel 98,82

08:31 Uhr

Nikkei verliert 2 Prozent, Hitachi gewinnen 20 Prozent

Der erneute Anstieg der US-Anleiherenditen macht asiatische Anleger nervös. Der japanische Nikkei-Index fiel um gut zwei Prozent auf 28.930 Punkte. Die Börse Shanghai büßte ähnlich stark auf 3499 Zähler ein. "Es ist unklar, wie die US-Notenbank Fed mit den steigenden Bond-Renditen umgehen wird", sagte Hirokazu Kabeya, Chef-Anlagestratege des Brokerhauses Daiwa. "Die Renditen sind schneller gestiegen als von den meisten erwartet. Es gibt Spekulationen, dass die Notenbank über eine Straffung der Geldpolitik nachdenken könnte." Die weltweit richtungweisenden zehnjährigen US-Staatsanleihen rentierten bei 1,474 Prozent, rund einen halben Prozentpunkt über dem Niveau vom Jahreswechsel.

Nikkei
Nikkei 29.768,06

Zu den größten Verlierern am japanischen Aktienmarkt gehörte Softbank mit einem Kursminus von gut fünf Prozent. Die Titel des Technologie-Investors gerieten in den Strudel der Turbulenzen um die Finanzgesellschaft Greensill, an der Softbank beteiligt ist. Die Papiere von Hitachi Zosen verbuchten dagegen mit einem Plus von fast 20 Prozent den größten Tagesgewinn seit mehr als zwölf Jahren. Medienberichten zufolge hat der Energietechnik-Konzern eine Hochleistungsfeststoffbatterie entwickelt.

Softbank Corp
Softbank Corp 75,95
Hitachi Zosen Corporation
Hitachi Zosen Corporation 6,55

 

08:20 Uhr

Ölpreise steigen vor Opec-Treffen

Die Ölpreise steigen vor einem wichtigen Treffen des Ölverbunds Opec+. Am Markt wird überwiegend mit einer Anhebung der Förderung gerechnet. Am Morgen kostet ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 64,59 US-Dollar. Das sind 52 Cent mehr als zur Wochenmitte. Der Preis für amerikanisches Erdöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) klettert 42 Cent auf 61,70 Dollar.

Der Donnerstag steht ganz im Zeichen der Opec+. Der Rohölverbund berät über seine künftige Förderpolitik. Angesichts einer allgemein erwarteten Konjunkturerholung rechnen viele Analysten mit einer Ausweitung der Produktion, die wegen der Corona-Pandemie seit längerem künstlich begrenzt wird. Allerdings gibt es noch keine einheitliche Position unter den Förderstaaten.

Der Ölgigant Saudi-Arabien tritt Medienberichten zufolge für ein vorsichtiges Vorgehen ein, während das ebenfalls sehr bedeutsame Russland die Produktion etwas stärker anheben will. Russlands Ölminister Alexander Nowak begründet die Position seines Landes mit der Lage am Ölmarkt, die sich wesentlich verbessert habe. Neben der Produktion des gesamten Verbunds geht es auch um die Frage, wie Saudi-Arabien mit seiner unilateralen Produktionskürzung, die zur zusätzlichen Marktstützung vorgenommen wurde, verfahren will.

Brent Rohöl
Brent Rohöl 62,92
Rohöl WTI
Rohöl WTI 59,43

 

08:06 Uhr

Dax niedriger erwartet - Opec+-Treffen im Blick

Dax
Dax 15.234,16

Vor den mit Spannung erwarteten Beratungen der großen Rohöl-Exporteure über die Förderquoten wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge niedriger starten. Am Mittwoch hatte er 0,3 Prozent im Plus bei 14.080 Punkten geschlossen, nachdem er zuvor auf ein Rekordhoch von 14.197,49 Zählern geklettert war. Im Tagesverlauf diskutieren die Mitglieder der "Opec+", zu der neben den Mitgliedern des Exportkartells weitere Förderländer wie Russland gehören, über ihre Förderpolitik.

Experten gehen davon aus, dass die Staaten ihre Produktion ab April um 500.000 Barrel pro Tag anheben und Saudi-Arabien seine bisherigen freiwilligen zusätzlichen Kürzungen von einer Million Barrel auslaufen lässt. Insidern zufolge könnten die Exportländer die aktuelle Förderbremse aber auch verlängern, weil der Nachfrage-Anstieg auf wackligen Beinen stehe. Unklar sei allerdings, ob dies auch für die Förderkürzungen Saudi-Arabiens gelten werde.

08:02 Uhr

Für Vonovia laufen Geschäfte glänzend

Für Deutschlands größten Immobilienkonzern Vonovia laufen die Geschäfte auch während der Corona-Pandemie dank steigender Mieten weiter glänzend. Zudem profitiert das Unternehmen von seinem Zukauf der schwedischen Hembla sowie Neubauten. 2020 legte der operative Gewinn im Jahresvergleich um 10,6 Prozent auf 1,35 Milliarden Euro zu, wie das Dax-Unternehmen bei Vorlage der Jahreszahlen mitteilte.

Vonovia SE
Vonovia SE 58,02

Zum ersten Mal weist Vonovia in seiner Bilanz einen Gesamtumsatz aus. Dieser stieg im vergangenen Jahr um 6,3 Prozent auf 4,37 Milliarden Euro. Gleichzeitig steckte Vonovia 2020 mit rund 1,9 Milliarden Euro etwas weniger in Modernisierung, Neubau und Instandhaltung. So kam es etwa beim Neubau wegen der Sicherheitsvorkehrungen im Zuge der Corona-Pandemie zu Verzögerungen. Der Verkehrswert des Immobilienportfolios legte etwa dank einer sehr hohen Nachfrage nach Wohnungen um rund 11 Prozent auf knapp 59 Milliarden Euro zu. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von rund 3,3 Milliarden Euro nach 1,3 Milliarden Euro in 2019. Im Vorjahr hatten deutlich höhere Abschreibungen und Wertminderungen das Ergebnis belastet. Vom Gewinnzuwachs sollen auch die Aktionäre profitieren, die für 2020 eine Dividende wie geplant in Höhe von 1,69 Euro je Aktie bekommen sollen. Das wären 0,12 Euro mehr als ein Jahr zuvor.

07:32 Uhr

Lufthansa erleidet Rekordverlust durch Corona-Krise

Die Lufthansa hat im vergangenen Jahr wegen der Corona-Krise einen Rekord-Verlust von 6,7 Milliarden Euro gemacht. Auch 2021 erwarte das Unternehmen weitere operative Verluste, teilte die Lufthansa mit. Die Auswirkungen seien langfristig - erst Mitte des Jahrzehnts rechnet die Fluggesellschaft wieder mit einer Auslastung von 90 Prozent.

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07:29 Uhr

Euro bewegt sich kaum von der Stelle

Euro / Dollar
Euro / Dollar 1,19

Der Euro hat sich im frühen Handel kaum von der Stelle bewegt. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,2055 US-Dollar und damit in etwa so viel wie am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Mittwoch auf 1,2048 Dollar festgesetzt. Heute werden einige Konjunkturdaten erwartet, allerdings überwiegend aus der zweiten Reihe mit weniger Marktrelevanz.

Ein Auge dürften Anleger auf die wöchentlichen Arbeitsmarktdaten aus den USA werfen, da sie einen Hinweis auf den am Freitag anstehenden Arbeitsmarktbericht der Regierung geben. Am Abend nimmt US-Notenbankchef Jerome Powell an einer Diskussionsrunde über den Arbeitsmarkt und den generellen Zustand der Wirtschaft teil.

07:20 Uhr

Ifo-Chef Fuest warnt vor Öffnung ohne Test-Strategie

Ifo-Präsident Clemens Fuest fällt ein gemischtes Urteil über die Ergebnisse des Corona-Gipfels. Es sei gut, dass endlich begonnen werde, mehr zu testen, sagte er in der ARD. Man müsse aber die Öffnungen an Tests binden. "Das hat man nicht getan", sagte Fuest mit Blick auf die Einigung von Bund und Ländern auf eine neue Corona-Politik. "Es sind nicht wirklich die Öffnungen an die Tests gebunden, und das ist ein Fehler. Wenn wir jetzt einfach öffnen, ... laufen wir in eine dritte Infektionswelle."

Fuest warb beispielsweise für Teststraßen vor Einkaufszentren, die dann auch geöffnet werden könnten. Die Lage der Wirtschaft bewertete der Ifo-Präsident als "ziemlich gespalten". Während es um die Gastronomie, Reisebranche, Teile des Einzelhandels teils sehr schlecht stehe, gehe es großen Teilen der Industrie "ausgezeichnet, erstaunlich gut". So hätten sich Auto-, Chemie- und Bauindustrie gut erholt. "Wir haben ein gespaltenes Bild und ziemlich konzentrierte Verluste." Derzeit fielen etwa drei Prozent der Wertschöpfung weg, "das ist doch weniger als die meisten glauben". Derzeit sei die Wirtschaft in einer "schleppenden Entwicklung, aber nicht in einer Rezession".

06:32 Uhr

Disney macht mindestens 60 Filialen dicht

Der US-Unterhaltungskonzern Walt Disney schließt in diesem Jahr mindestens 60 Disney-Läden in Nordamerika. Das Verbraucherverhalten habe sich wegen der Corona-Pandemie in Richtung Online-Shopping verschoben, teilte der Konzern mit. Disney wolle sich daher verstärkt auf den Ausbau seiner E-Commerce-Plattformen konzentrieren.

Disney
Disney 156,56

Der Medien- und Unterhaltungskonzern prüfe auch eine "signifikante" Reduzierung der Filialen in Europa. Standorte in Japan und China seien nicht betroffen. Wie viele Arbeitsplätze durch die Schließung betroffen sind, ließ das Unternehmen offen. Der Konzern betreibt derzeit rund 300 Disney-Stores rund um den Globus.

06:17 Uhr

Asiatische Anleger fürchten steigende US-Anleiherenditen

Die aufkeimende Sorge um steigende US-Anleiherenditen belastete die asiatischen Börsen. Die Anleger warten darauf, dass der Vorsitzende der US-Notenbank Fed, Jerome Powell, in einer Rede am Mittag die Bedenken über das Risiko ansprechen wird. Ein schneller Anstieg der Renditen könnte die wirtschaftliche Aktivität dämpfen. "Es ist nicht klar, wie die Fed mit den Anleiherenditen umgehen will", sagte Hirokazu Kabeya, Chef-Stratege bei Daiwa Securities.

Nikkei
Nikkei 29.768,06

"Das Tempo des Renditeanstiegs war viel schneller, als die meisten Leute erwartet haben, und es gibt Spekulationen, dass die Behörden über eine Straffung ihrer Politik nachdenken." Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf 2,8 Prozent tiefer bei 28.733 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index sank um 1,7 Prozent und lag bei 1872 Punkten. Die Börse in Shanghai lag 1,6 Prozent im Minus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen verlor 2,7 Prozent.

Im asiatischen Devisenhandel blieb der Dollar fast unverändert bei 107,02 Yen und legte 0,1 Prozent auf 6,4706 Yuan zu. Zur Schweizer Währung notierte er kaum verändert bei 0,9195 Franken. Parallel dazu fiel der Euro um 0,1 Prozent auf 1,2049 Dollar und gab 0,1 Prozent auf 1,1078 Franken nach. Das Pfund Sterling verlor 0,1 Prozent auf 1,3937 Dollar.