Freitag, 12. April 2019Der Börsen-Tag

Mit Max Borowski
18:05 Uhr

Dax hat "Abgesang" auf Deutschland längst abgehakt

Deutschland vor dem Abschwung? Ende einer Ära? Dieser Konjunkturpessimismus ist für Börsianer so 2018! Die "Businessweek" erregt gerade mit einem Abgesang auf Deutschland für Aufsehen. Die Bundesregierung will angeblich die Wachstumsprognose für das laufende Jahr halbieren.

Doch all das kann die Börsenprofis nicht erschüttern. Der Dax gewinnt vor dem Wochenende 0,5 Prozent und schließt damit punktgenau auf der 12.000er Marke - ganz genau: bei 11.999,93 Punkten. Auf Wochensicht hält sich der Leitindex des deutschen Aktienmarktes damit nahezu unverändert.

Doch nicht nur am Dax, der seit Jahresbeginn um rund 14 Prozent gestiegen, lässt sich das Vertrauen der Anleger in die deutsche Konjunktur ablesen. Von Dow Jones Newswires befragten Volkswirte erwarten, dass der vom ZEW erhobene Erwartungsindex der Börsenprofis auf plus 1,5 (Vormonat: minus 3,6) Punkte gestiegen ist. Während Regierung und Medien jetzt Alarm schlagen, hatten die ZEW-Erwartungen ihr zyklisches Tief schon vor sechs Monaten. Was sich in einer deutlichen Korrektur des Dax im letzten Quartal 2018 niederschlug.

17:28 Uhr

Öl und Gold teurer

Der schwächere Dollar stützt am Nachmittag die Ölpreise und auch den Goldkurs.

Rohöl (WTI)
Rohöl (WTI) 57,11

Diese profitieren zusätzlich von der Hoffnung auf eine Erholung der chinesischen Wirtschaft und eine daraus resultierende höhere Nachfrage nach Erdöl aus dem Reich der Mitte. Auch die angekündigte Übernahme von Anadarko durch Chevron stimme die Akteure am Ölmarkt optimistisch, heißt es. Der Preis für ein Barrel Rohöl der Sorte WTI steigt um 1,0 Prozent auf 64,20 Dollar. Brent verteuert sich um 0,9 Prozent auf 71,46 Dollar.

Die Feinunze Gold (31,1 Gramm) wurde am Nachmittag mit 1293 Dollar gehandelt. Das waren rund 53 Cent mehr als am Vortag.

17:07 Uhr

Deutscher Pharmakonzern vor Milliardenübernahme in den USA

Der deutsche Chemie- und Pharmakonzern Merck übernimmt den US-Halbleiterzulieferer Versum für 6,6 Milliarden Dollar (5,8 Milliarden Euro). Die endgültige Einigung sehe die Übernahme für 53 Dollar pro Versum-Aktie vor, teilte Merck mit. Der Kauf soll in der zweiten Jahreshälfte abgeschlossen sein. Vorher müssen noch die Aktionäre von Versum sowie die Wettbewerbsbehörden zustimmen.

   Damit setzte sich Merck im Bieterrennen gegen den US-Konkurrenten Entegris durch. Ursprünglich hatten die Darmstädter 48 Dollar pro Aktie geboten und ihr Angebot dann erhöht.

   In den drei Jahren nach Abschluss der Übernahme hofft Merck auf Einsparungen in Höhe von etwa 75 Millionen Dollar pro Jahr. Versum mit Sitz im US-Bundesstaat Arizona stellt Spezialchemikalien und -gase her.

17:04 Uhr

Uniper knickt vor Hedgefonds ein

Der Energieversorger Uniper beugt sich dem Druck des aktivistischen Investors Elliott und lässt die Hauptversammlung am 22. Mai nun über einen Beherrschungsvertrag durch den finnischen Versorger Fortum abstimmen.

Uniper
Uniper 27,54

Elliotts Vehikel Cornwall hatte die Uniper SE im März aufgefordert, die Aktionäre in einer außerordentlichen Hauptversammlung über einen Beherrschungsvertrag entscheiden zu lassen.

Der bisherige unklare Schwebezustand zwischen Uniper und Fortum habe eine unbefriedigende und nicht tragbare Dynamik hervorgerufen, die für die Gesellschaft abträglich sei, kritisiert Cornwall. Eine Aufrechterhaltung des Status Quo berge die Gefahr, dass der Wert der Gesellschaft noch weiter gefährdet werde. Der Beherrschungsvertrag sei im besten Interesse der Gesellschaft und ihrer Gesellschafter, Arbeitnehmer, sowie ihrer sonstigen Stakeholder, hieß es von Cornwall.

Der finnische Energiekonzern Fortum hält nahezu 50 Prozent an Uniper, Elliott hält rund 17 Prozent.

16:48 Uhr

"Gezeitenwechsel" für den Euro

Mit der wiedererwachten Risikofreude der Anleger ist der Dollar weniger gefragt. Der Euro erobert die Marke von 1,13 Dollar zurück und notiert bei etwa 1,1315 Dollar.

Euro / Dollar
Euro / Dollar ,00

Die UBS sieht darin mehr als eine kurzfristige Marktschwankung. Es sei ein "Gezeitenwechsel" zu beobachten, heißt es in einer Analyse. Zwar bleibe die Geldpolitik in Europa taubenhaft. Doch das Wachstum in Europa und darüber hinaus werde wieder zum Treiber für den Euro.

16:15 Uhr

Schlag gegen Netflix - Disney springen auf Rekordhoch

Mit Abstand stärkster Wert im Dow ist jedoch die Aktie von Walt Disney. Sie springt um fast 11 Prozent nach oben auf ein Rekordhoch bei 130,26 Dollar, nachdem der Unterhaltungskonzern auf seiner Investorenveranstaltung seine neue Strategie und seinen Streamingdienst Disney+ vorgestellt hat.

Die Wettbewerbertitel von Netflix verlieren dagegen mit dem neuen Konkurrenten am Markt 2,0 Prozent.

16:09 Uhr

Wall Street legt im Zeichen der Banken zu

Zum Wochenausklang geht es mit den Kursen an der Wall Street nach oben. Kurz nach Handelsbeginn steigt der Dow-Jones-Index um rund 1 Prozent auf 26.394 Punkte. Der S&P-500 gewinnt 0,6 Prozent und der Nasdaq-Composite 0,5 Prozent.

Dow Jones
Dow Jones 27.200,00

Neben neuer Hoffnung für die Konjunktur vor allem in China steht daneben die allmählich anlaufende US-Bilanzsaison im Blick. Mit JP Morgan und Wells Fargo berichteten zwei Großbanken vor der Startglocke über den Verlauf des ersten Quartals.

Die Zahlen von JP Morgan kommen gut an, die Aktie legt um 3,3 Prozent zu. Auch Wells Fargo hat im ersten Quartal gut abgeschnitten, was die Aktie um 0,5 Prozent steigen lässt.

15:58 Uhr

Dax klettert über 12.000

Der Dax bewegt sich dank positiver Konjunkturanzeichen wieder nach oben bewegt. Nach zögerlichem Start stieg er bis zum Nachmittag um 0,63 Prozent auf 12.010 Punkte. Damit schaffte er nach einer Woche die Rückkehr über die Marke von 12 000 Zählern. Im Vergleich zum vergangenen Freitag steuert er nun auf ein mehr oder weniger ausgeglichenes Ergebnis zu.

Die Anleger agierten etwas mutiger, nachdem es positive Konjunkturanzeichen aus China und der Eurozone sowie ordentliche Resultate von Wall-Street-Banken gab. Der MDax schaffte es vor diesem Hintergrund mit 0,67 Prozent ins Plus auf 25 420,41 Punkte und der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx legte 0,41 Prozent auf 3449,33 Punkte zu.

Trotz des Handelskrieges mit den USA waren die chinesischen Exporte im März unerwartet stark gestiegen, während die Industrieproduktion in der Eurozone mit einem nur leichten Rückgang besser ausfiel als am Markt befürchtet. Außerdem überzeugten die US-Banken JPMorgan und Wells Fargo ihre Anleger mit ihren jüngsten Quartalsberichten. Auch dies wurde am Markt als Indiz gewertet, dass es konjunkturell noch recht läuft.

14:54 Uhr

Großbanken pushen Wall Street

Die nächste US-Großbank hat geliefert: Auch Wells Fargo meldet wie kurz zuvor schon JP Morgan überzeugende Quartalszahlen. Damit steht Kursgewinnen zum Wochenausklang zeichnen an der Wall Street nichts mehr im Wege.

S&P 500 Index, Ind.
S&P 500 Index, Ind. 2.985,19

Vorbörslich notiert der Future auf den S&P-500 um 0,7 Prozent höher.

Auch ein deutlich gestiegenes Kreditvolumen in China im März, das wird als Zeichen dafür gewertet wird, dass die Konjunktur in China Fahrt aufnimmt, hebt die Anleger-Stimmung.

Der überraschend hohe chinesische Handelsbilanzüberschuss ist nach Meinung von Beobachtern allerdings ein zweischneidiges Schwert. Einerseits zerstreue er Bedenken, dass sich die Weltwirtschaft abkühlen könnte. Gleichzeitig deuteten aber die niedrigen Importe darauf hin, dass die heimische Wirtschaft noch immer schwächele.

Die Zahlen von JP Morgan kommen gut an, die Aktie legt im vorbörslichen Handel um 3,1 Prozent zu. Auch Wells Fargo hat im ersten Quartal gut abgeschnitten, was die Aktie um 0,6 Prozent nach oben treibt. Bankenaktien waren zuletzt schlechter gelaufen als der Markt. Positive Überraschungen aus der Branche dürften eine Erholung des Sektors in Gang setzen, heißt es.

14:36 Uhr

Start von Golf 8 gerät zum Desaster für VW

An der Markteinführung der neuen Golf-Generation will VW offenbar unbedingt festhalten: Noch in diesem Jahr soll es losgehen. Laut einem "Spiegel"-Bericht könnte es aber nur einen alibimäßigen Start geben.

Im laufenden Jahr sollen demzufolge nur "mehr als 10.000" Fahrzeuge von den Bändern rollen - ursprünglich geplant waren 80.000 Stück. Gründe sind internen VW-Dokumenten zufolge Probleme mit der Software und der Elektronik. Demnach geht der neue Golf Ende des Jahres mit abgespeckter Technik an den Start, zahlreiche elektronische Funktionen sollten dagegen erst später laufen. 

Bei VW sprach man von einer flacheren "Anlaufkurve" beim neuen Golf. Der bei der Kernmarke fürs Tagesgeschäft zuständige Manager Ralf Brandstätter hatte schon im März gesagt, bei der Einführung des Golf 8 laufe nicht alles rund. Für den geplanten Produktionsanlauf des mit Abstand wichtigsten Autos des Konzerns vor Ende des Jahres sei noch viel zu tun, sagte er.

Auch der neue vollelektrische ID, dessen Produktion Ende 2019 in Zwickau startet, wird laut VW zum Produktionsstart einen abgespeckten "Erstumfang an Online-Funktionalitäten" erhalten. Updates sollten die Funktionen stetig erweitern.

14:17 Uhr

Öl-Riese will Rivalen für 50 Milliarden Dollar schlucken

In der US-Ölbranche geht wieder was, vor allem dank des LNG-Export-Booms:

Chevron will seinen amerikanischen Konkurrenten Anadarko für 33 Milliarden Dollar kaufen. Über die Transaktion - eine der größten in der Branche der vergangenen Jahre - sei eine Einigung erzielt worden, teilte Chevron mit. Chevron will damit seine Stellung auf dem Markt für Flüssigerdgas (LNG) stärken. Das Unternehmen investiert bereits massiv in LNG-Terminals in Australien und im US-Bundesstaat Texas.

Der Kauf soll zu drei Vierteln über Aktien und ein Viertel über Geldeinlagen getätigt werden, wie es weiter hieß. Im Zuge dessen übernehme Chevron auch die Schulden von Anadarko in Höhe von 15 Milliarden Dollar - so dass Anadarko mit knapp 50 Milliarden Dollar bewertet wird.

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14:04 Uhr

"Hitler hätte sie geliebt" - Disney-Boss greift Facebook & Co. an

Hat sich Disney-Boss da vielleicht etwas vergaloppiert? Robert Iger hat US-Politiker dazu aufgerufen, vor den Präsidentschaftswahlen 2020 gegen Rassismus und Extremismus Stellung zu beziehen und gleichzeitig kräftig ausgeteilt: gegen die - oft in Konkurrenz zu Teilen seines Konzerns stehenden - Sozialen Netzwerke.

"Hitler hätte Soziale Netzwerke geliebt", sagte Iger bei einer Veranstaltung des Simon-Wiesenthal-Zentrums. Das Netz sei für Extremisten ein wichtiges Mittel, um ihre Propaganda zu verbreiten.

Verachtung für Andersdenkende dominiere aktuell die US-Politik, sagte Iger. Vor den kommenden Präsidentschaftswahlen im Jahr 2020 steht den USA erneut ein erbitterter Wahlkampf zwischen Republikanern und der Demokraten ins Haus. Er wolle von den Kandidaten "eine Vision sehen, die Platz für alle bietet."

Unterdessen stellte Disney auch seine Streaming-Offensive, die Netflix Marktanteile abjagen soll.

13:20 Uhr

Lira, Aktien, Anleihen: Anleger stoßen alles türkische ab

Das Vertauen der Anleger in die türkische Führung scheint völlig zerstört. Aus Furcht vor einer weiteren Talfahrt der türkischen Wirtschaft ziehen sich Anleger aus der Börse in Istanbul zurück.

Türkische Lira / Euro
Türkische Lira / Euro ,16

Sie verkaufen die Landeswährung und treiben den Kurs des Dollar 1,4 Prozent in die Höhe auf 5,8135 Lira. Der Euro verteuerte sich um 1,9 Prozent auf 6,5754 Lira.

Der Börsenleitindex fiel gegen den europäischen Trend um etwa ein Prozent. Türkische Staatsanleihen flogen ebenfalls aus den Depots. Dadurch stieg die Rendite der bis 2045 laufenden Dollar-Bonds auf 8,078 von 7,950 Prozent. Die Nervosität der Investoren spiegelte sich auch am Markt für Credit Default Swaps (CDS) wider. Die Absicherung eines zehn Millionen Dollar schweren Pakets türkischer Anleihen gegen Zahlungsausfall verteuerte sich um 13.000 auf 448.000 Dollar, teilte der Datenanbieter Markit mit.

Börsianer bezweifelten, dass das milliardenschwere Konjunkturpaket der Regierung in Ankara den gewünschten Effekt erzielt. Finanzminister Berat Albayrak hatte anderem Hilfen für die Banken und Steuererleichterungen angekündigt.

13:16 Uhr

JP Morgan legt mit Rekordgewinn vor

Ist das das Aufbruchssignal, auf das die Börsianer heute gewartet haben. Die US-Großbank JP Morgan belehrt alle Skeptiker eines Besseren meldet einen neuerlichen Rekordgewnn.

JP Morgan
JP Morgan 101,00

Das mit Abstand größte US-Kreditinstitut verdiente im ersten Quartal 9,2 Milliarden Dollar - ein Plus von fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahresquartal und so viel wie noch nie. Wie das Geldhaus mitteilte, zogen die Einnahmen im selben Zeitraum von 26,8 auf 29,9 Milliarden Dollar an - ebenfalls ein neuer Rekordwert. Im Investmentbanking behauptete Bankchef Jamie Dimon Platz eins weltweit - der Marktanteil seines Hauses lag bei fast zehn Prozent.

Die Aktie legte vorbörslich an der Wall Street um zwei Prozent.

13:10 Uhr

Deutsche- und CoBa-Boss teilen Posten bei Mega-Bank unter sich auf

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Wird die Beute verteilt, bevor sie erlegt ist?

(Foto: picture alliance / dpa)

Bislang "sondieren" Deutsche und Commerzbank offiziell nur unverbindlich einen möglichen Zusammenschluss. Allerdings, so meldet der "Spiegel", hält das die Boss nicht davon ab, die künftigen Chefposten schon einmal unter sich zu verteilen.

Demnach soll, wenig überraschend, Deutsche-Bank-Chef Sewing die neue Großbank führen. CoBa-Chef Zielke soll sein Stellvertreter und Leiter des Privat- und Firmenkundengeschäfts werden. Beim Investmentbanking behält Garth Ritchie von der Deutschen Bank den Hut auf.

12:04 Uhr

China-Alptraum der Autoindustrie geht weiter

Die Abwärtsdynamik am weltgrößten Automarkt China setzt sich im März etwas abgeschwächt fort.

  • Die Neuwagenverkäufe sanken gegenüber dem Vorjahr um 5,3 Prozent auf 2,52 Millionen Fahrzeuge, wie der Herstellerverband China Association of Automobile Manufacturers (CAAM) mitteilte. Das ist der neunte Monatsrückgang in Folge.
  • Im ersten Quartal liegt der Rückgang damit bei 11,3 Prozent auf 6,37 Millionen Wagen. In den beiden vorangegangenen Quartalen lag das Minus bei 12 beziehungsweise 9,6 Prozent.
  • Deutlich rückläufig waren den Angaben zufolge erneut die Verkäufe von Pkw. Der Verband bezifferte das Absatzminus auf 13,7 Prozent.
  • Das schlägt sich unter anderem deutlich in den Absatz-Zahlen von VW nieder, obwohl der deutsche Autoriese in China etwas besser abschneidet als der Gesamtmarkt.
  • Weltweit lieferte der Konzern im März 998.900 Fahrzeuge an seine Kunden aus - 4,3 Prozent weniger als im Vorjahresmonat. Im ersten Quartal fiel der Rückgang mit 2,8 Prozent auf rund 2,6 Millionen Fahrzeuge geringer aus. Auf dem größten Einzelmarkt China erlitt Volkswagen im März einen Rückgang um 9,4 Prozent auf 324.900 Stück.
  • Auf dem deutschen Heimatmarkt gab es im März ein Plus von 2,4 Prozent auf 133.100 Stück.
11:59 Uhr

Chinas Kredite lassen Dax hüpfen

Für den Dax geht es am späten Vormittag um 80 Punkte nach oben, gleichzeitig sind die Anleihekurse unter Druck geraten. Der Bund-Future büßte innerhalb einer Stunde 50 Ticks ein.

Dax
Dax 12.341,03

Der MDax schaffte es mit 0,8 Prozent ins Plus auf 25 453,39 Punkte und der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx legte 0,4 Prozent auf 3448,91 Punkte zu.

Möglicher Auslöser der Bewegung sind die März-Daten zur Neukreditvergabe in China. Die Banken vergaben demnach Kredite über 1,69 Billionen Yuan. Dies ist ein Plus von rund 50 Prozent gegenüber dem Vormonat. Zudem wurden im Vorfeld lediglich 1,25 Billionen an neuen Krediten erwartet.

Dies wird dahingehend interpretiert, dass die Wirtschaft in China deutlicher Fahrt aufnimmt. Die Sorge um die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt hatte zuletzt phasenweise stärker die Risikostimmung der Anleger belastet. Der Dax notiert 0,4 Prozent höher bei 11.981 Punkten.

11:40 Uhr

Europas Industrie schrumpft (noch weiter)

Bäm! Die nächste schlechte Nachricht von der Konjunkturfront:

Die Industrie im Euroraum hat ihre Produktion im Februar zurückgefahren. Wie Eurostat mitteilte, sank die Produktion (ohne Bauwirtschaft) gegenüber dem Vormonat um 0,2 Prozent. Volkswirte hatten allerdings mit einen Rückgang um 0,6 Prozent erwartet.

Im Vergleich zum Vorjahr fiel der Rückgang mit 0,3 Prozent ebenfalls deutlich verhaltener aus als Volkswirte mit 1,2 Prozent geschätzt hatten. Im Januar war die Industrieproduktion im Monatsvergleich um revidiert 1,9 (vorläufig: 1,4) Prozent gestiegen, binnen Jahresfrist aber um 0,7 (vorläufig: 1,1) Prozent gesunken.

11:34 Uhr

Uber vor Mega-Börsengang: Werden womöglich nie Gewinn schaffen

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Überall auf der Welt, wo Uber seine Dienste anbietet, löst das Unternehmen Proteste aus.

(Foto: AP)

Wie wir schon berichtet haben, will der "Fahrdienstvermittler" Uber nach eigener Einschätzung mit gigantischen knapp 100 Milliarden Dollar an der Börse bewertet werden.

Geld verdient, hat das Unternehmen allerdings noch nicht - und wird es vielleicht auch nie. Ein kleines Detail aus Ubers Angaben an die US-Börsenaufsicht: Angesichts deutlich steigender Kosten werde es "womöglich" nie dazu reichen, in die schwarzen Zahlen zu kommen, teilte das vor zehn Jahren gegründete US-Unternehmen in einem Schreiben an die SEC mit.

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10:50 Uhr

Sturz des Chefaufsehers gefordert: Aktivist zettelt Revolution bei Deutscher Bank an

Während im Zuge des Niedergangs der Deutschen Bank die Vorstandsspitze gleich mehrfach ausgetauscht wurde, ist die Leitung des Aufsichtsrats immer in den selben Händen geblieben: denen von Paul Achleitner. Einen (weiteren) Anlauf, das zu ändern, unternimmt Aktionärsaktivist Kar-Walter Freitag.

Die Hauptversammlung der Deutschen Bank soll nach seinem Willen über die Abberufung Achleitners abstimmen. Freitags Anwalt kündigte einen entsprechenden Ergänzungsantrag wegen Achleitners Eintreten für eine Fusion mit der Commerzbank und der "schlechten Leistung" des langjährigen Aufsichtsratschefs an.

Freitags Anwalt Jan Bayer sagte, er wolle den Antrag nächste Woche einreichen. Im vergangenen Jahr scheiterte Freitag mit dem gleichen Anliegen.

Die Deutsche Bank lud ihre Aktionäre am Donnerstag zur Hauptversammlung am 23. Mai ein - ohne ein Wort zu den laufenden Fusionsverhandlungen mit der Commerzbank zu verlieren.

Der als streitbarer Aktionär bekannte Freitag will zudem, dass die Aktionäre dem Vorstand und Aufsichtsrat die Entlastung verweigern. Auch will er die Einsetzung eines Sonderbeauftragen verlangen. Er solle Schadenersatzansprüche gegen aktuelle und frühere Vorstände und Aufsichtsräte verfolgen, die ihren Aufsichtspflichten bei den Vorkehrungen gegen Geldwäsche, im Risikomanagement und bei der Kapitalplanung nicht nachgekommen seien.

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10:20 Uhr

Bayer muss mit Glyphosat-Klägern verhandeln

Die Bayer-Aktie sackt am Morgen zweitweise bis zu 2 Prozent ab. Hoffnungen, dass der Chemieriese die Glyphosat-Klage einigermaßen günstig abwenden kann, schwinden.

Bayer
Bayer 59,07

Im Zuge der Klagewelle gegen Glyphosat hat der zuständige US-Bundesrichter, bei dem Hunderte Klagen gebündelt sind, das Unternehmen und die Kläger dazu aufgefordert, einen Mediator einzuschalten um sich auf eine gütliche Einigung zu verständigen. Zudem strich der Richter einen für den 22. Mai angesetzten weiteren Prozess vorerst.

Bayer hat bereits zwei Glyphosat-Prozesse verloren. Bayer werde sich "in gutem Glauben" am Mediationsverfahren beteiligen, sagte ein Sprecher des Konzerns.

Bayer hatte zuletzt Ende März einen Prozess um den Unkrautvernichter Roundup verloren und war zu einer Schadensersatzzahlung von 80,3 Millionen Dollar verurteilt worden. In den USA sind mittlerweile rund 11.200 Klagen von Landwirten und Gärtnern anhängig, die ihre Krebserkrankung auf den Umgang mit Roundup zurückführen.

10:01 Uhr

Griechenland bekommt einfacher Geld als USA am Markt

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Wahnsinn oder Methode auf dem Anleihemarkt?

picture alliance / dpa

Für Marktstratege Albert Edwards, von der Société Générale, sind die aktuellen Renditen am Anleihemarkt als "Symptom des Marktwahnsinns".

Anleihen des wirtschaftlich maroden Griechenland liefern weniger Rendite als ihre US-Pendants, wobei die Wirtschaftsmacht USA momentan mit stolzgeschwellter Brust dastehen könne, stellt Edwards fest. In Zahlen: Wer sein Geld in griechischen Staatsanleihen mit einer Laufzeit von 5 Jahren anlegt, bekommt 2,2 Prozent Zinsen, in den USA 2,31 Prozent.

Für den jüngsten Renditerückgang bei griechischen Staatsanleihen sorgte der IWF, der für Hellas bis einschließlich 2022 einen Primärüberschuss in Höhe von 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts erwartet.

Seit Ende März ist nach Aussage der DZ Bank in der Folge der zehnjährige Risikoaufschlag von griechischen Staatsanleihen gegenüber Bundesanleihen um etwa 50 Basispunkte gefallen. Mit etwa 335 Basispunkten ist der Renditeunterschied so gering wie zuletzt im Mai 2018.

09:29 Uhr

Zughersteller glänzt bei Börsendebut

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picture alliance/dpa

Ein Auftakt nach Maß an der Schweizer Börse: 

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Unter anderem in Berlin sind die U- und S-Bahn-Wagen von Stadler unterwegs.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Aktien des Zugbauers Stadler Rail haben bei ihrem Börsendebüt kräftig zugelegt. In den ersten Handelsminuten stiegen sie auf etwa 42 Franken. Die Papiere lagen damit rund elf Prozent über dem Ausgabepreis von 38 Franken.

Stadler stellt unter anderem Hochgeschwindigkeitszüge, U-Bahnen, Trams und Zahnradbahnen her.

Das Unternehmen aus Bussnang im Kanton Thurgau ist der dritte Neuzugang an der Schweizer Börse SIX im laufenden Jahr. Bislang wagten sich die Medizintechnikfirma Medacta und das vom Pharmakonzern Novartis abgespaltene Augenheilunternehmen Alcon aufs Parkett.

09:20 Uhr

Dax startet mit angezogener Handbremse

Der deutsche Aktienmarkt startet etwas schwächer in den Handel.  Das Börsenbarometer notiert 0,2 Prozent tiefer bei 11.911 Punkten.

Eine eindeutige Richtung im Markt erwarten manche Beobachter erst wieder, wenn - am Mittag -  die ersten US-Großbanken ihre Zahlen vorlegen.  Insgesamt fehle es den Märkten an Impulsen, konstatierten die Fachleute der Helaba. "Man darf gespannt sein, ob die in Kürze startende US-Quartalsberichtssaison in der Lage sein wird, diese zu liefern."

JPMorgan Chase und Wells Fargo werden als erste Finanz-Schwergewichte ihre Zahlen zum abgelaufenen Quartal vorlegen. Analysten zufolge hatte die Finanzbranche in den ersten drei Monaten mit harschem Gegenwind zu kämpfen. So dürften die Handelseinnahmen gesunken sein, außerdem belaste die Aussicht auf stagnierende oder sogar wieder sinkende Leitzinsen.

08:53 Uhr

Chinas Außenhandel überrascht

Chinas Handelsbilanzüberschuss ist im März um ein Vielfaches höher als erwartet gewesen. Denn die Exporte übertrafen die Erwartungen, derweil die Einfuhren überraschend stark sanken. Beides könnte mit statistischen Verzerrungen wegen des chinesischen Neujahresfestes zu tun haben. Nach Angaben der Zollverwaltung wies die Handelsbilanz einen Überschuss von 32,64 Milliarden US-Dollar auf. Volkswirte hatten ein Plus von lediglich 6 Milliarden Dollar prognostiziert. Chinas Exporte lagen im März um 14,2 Prozent über dem Niveau des Vorjahresmonats, während die Importe 7,6 Prozent zurückgingen.

08:32 Uhr

Dax minimal freundlicher erwartet

Dax
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Anleger erwarten an den europäischen Börsen zum Wochenausklang einen kaum veränderten Beginn. Die Indizes verharren nahe ihrer Jahreshochs. Viele Marktakteure warten erst einmal auf einen Ausbruch nach oben oder unten, bevor sie neue Positionen eingehen. Der XDax legt um 0,1 Prozent auf 11.946 Punkte zu. Auch der Eurostoxx 50 dürfte leicht im Plus starten.

Die Nachrichtenlage ist dünn. Der Aktienkurs der Software AG legt nach der überraschenden Vorlage von Erstquartalszahlen am Vorabend im Spezialistenhandel um 1,6 Prozent zu. "Die Zahlen beinhalten keinen Ausreißer, sind durch die Bank solide", so ein Marktteilnehmer.

08:28 Uhr

Preisanstieg beim Öl setzt sich fort

Öl ist am Morgen etwas teurer. Nach Verlusten am Vortag wurden für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent am Morgen 71,07 US-Dollar fällig. Das waren 24 Cent mehr. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 25 Cent auf 63,83 Dollar.

Die Lage am Ölmarkt ist derzeit eindeutig: Risiken auf der Angebotsseite lassen die Rohölpreise steigen. Seit Jahresbeginn hat sich Nordseeöl um rund 30 Prozent verteuert, US-Rohöl gar um gut 40 Prozent. Auslöser ist die Frage, ob das angebotene Erdöl ausreicht. Verknappt wurde die Produktion einerseits bewusst durch das Ölkartell Opec. Hinzu kommen andererseits politische und wirtschaftliche Krisen in größeren Ölstaaten wie dem Iran, Libyen oder Venezuela.

Begrenzt werden die Preisanstiege durch die sich abschwächende Weltwirtschaft. Allerdings erkennen Fachleute in letzter Zeit Anzeichen, die auf eine konjunkturelle Stabilisierung hoffen lassen.

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07:50 Uhr

Anleger sehen Märkte im Wartemodus

EuroStoxx50
EuroStoxx50 3.501,58

Die Aktienmärkte in Europa werden zum Wochenausklang mit einer kaum veränderten Handelseröffnung erwartet. Sie konsolidieren damit weiter nahe dem Jahreshoch. Ob es sich nur um ein Luftholen handelt, bevor es weiter nach oben geht, oder ob in den kommenden Wochen möglicherweise die Berichtssaison in die Quere kommt, uist noch nicht abzusehen. Im Vorjahr hatte der Dax im Mai sein Allzeithoch gesehen, bevor er all seine Gewinne in den folgenden Monaten wieder abgab.

Mit Blick auf die Berichtssaison stehen am Mittag aus den USA die Zahlen von JP Morgan und Wells Fargo im Fokus, auch wenn die Aussagekraft für die europäischen Banken als begrenzt einzustufen ist.

"Die Märkte befinden sich in einem abwartenden Modus und warten auf den nächsten Katalysator", sagt Chef-Stratege Terry Sandven von einem US-Vermögensverwalter. "Das globale Wachstum bleibt träge, in Folge hat die Fed bereits einen vorsichtigen Ton eingeschlagen".

07:33 Uhr

Danone stößt US-Tochter ab

Der Nahrungsmittelkonzern Danone hat sich von einer US-Tochter getrennt. Wie das Unternehmen mitteilte, hat es Earthbound Farm, einen Anbieter von Salaten, an Taylor Farms veräußert. Danone begründete die Transaktion mit der Portfoliostrategie des Konzerns und der Optimierung der Kapitalallokation. Ein Preis wurde nicht genannt. Earthbound hat im vergangenen Jahr 400 Millionen US-Dollar umgesetzt. Das Unternehmen war 2017 mit der Übernahme von Whitewave Foods für 10,4 Milliarden US-Dollar zu dem französischen Konzern gekommen.

07:26 Uhr

Uber peilt Mega-Börsengang an

Der Fahrdienst-Vermittler Uber stellt die Weichen für einen der größten Börsengänge seit Jahren. Das Unternehmen reichte gestern die nötigen Unterlagen bei der US-Börsenaufsicht SEC ein. Wie aus dem nach US-Börsenschluss veröffentlichten Wertpapierprospekt hervorgeht, will Uber seine Aktien an der New York Stock Exchange unter dem Tickerkürzel "UBER" listen lassen. Nach Angaben aus Bankkreisen peilt das Unternehmen an, mit knapp 100 Milliarden Dollar bewertet zu werden. In den Börsenunterlagen gibt Uber seinen Umsatz für das vergangene Jahr mit 11,3 Milliarden Dollar - ein Plus von 42 Prozent im Vergleich zu 2017 - und den Gewinn mit knapp einer Milliarde Dollar an. Der Taxi-Dienst wurde erst 2009 gegründet.

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07:15 Uhr

Stadler Rail beginnt mit 38 Franken

Der Schweizer Zugbauer Stadler Rail gibt seine Aktien beim Sprung aufs Börsenparkett in Zürich zu 38 Franken aus und damit in der oberen Hälfte der angepeilten Preisspanne. Die Firma kommt somit nach Angaben auf eine Marktkapitalisierung von 3,8 Milliarden Franken. Das Preisband von ursprünglich 33 bis 41 Franken war von den Transaktionsbanken bereits auf 36 bis 39 Franken eingeengt worden. Das Angebot sei mehrfach überzeichnet gewesen, teilte Stadler mit.

Frisches Kapital sammelte Stadler im Rahmen des Listings nicht ein. Angeboten wurden ausschließlich Anteile aus dem Besitz des Industriellen Peter Spuhler. Der Handel an der Schweizer Börse SIX beginnt um 9.00 Uhr. Das Unternehmen aus Bussnang im Kanton Thurgau ist der dritte Neuzugang an der SIX im laufenden Jahr.