Freitag, 12. Oktober 2018: Der Börsen-Tag

Mit Max Borowski

17:57 Uhr

Dax beendet Verlustwoche unversöhnlich

Es ist ja nicht so, als ob es keine guten Nachrichten an der Börse gäbe:

  • Die US-Großbanken scheffeln Milliardengewinne,
  • RWE verspricht, trotz allem die Dividende stabil zu halten,
  • Knorr-Bremse glückt in einem schwierigen Umfeld ein ordentlicher Börsenauftakt,
  • Aktienkäufe durch CEO Tim Degenhardt pushen Tele Columbus, ...

... um nur ein paar Beispiele zu nennen.

Doch die Angst der Anleger, dass ein größerer Kursrutsch erst noch bevorsteht, ist stärker.

  • Der Dax gibt nach einer kräftigen Erholung zum Start am Nachmittag alle seine Gewinne ab und schließt bei 11.523,81 Punkten. Der MDax rettet immerhin noch ein kleines Plus von 0,3 Prozent ins Ziel und geht bei 23.870 Punkten aus dem Hande. Bei den Technologiewerten sieht es besser aus. Der TecDax gewinnt 1,5 Prozent auf 2584,97 Punkte.
  • Auch die US-Indizes kommen nach einem kräftigen Gewinnssprung zum Handelsbeginn etwas zurück, bleiben aber im positiven Bereich.
  • Thomas Metzger, Head of Asset Management bei Bankhaus Bauer, macht Anlegern vorsichtige Hoffnung: "Für eine Entwarnung ist es definitiv noch zu früh", so Metzger. "Allerdings dürfte mittlerweile einiges eingepreist sein. Insofern spricht vieles dafür, dass sich die Märkte zunächst auf den nun niedrigeren Niveaus einpendeln und kein weiterer deutlicher Kursrutsch folgt. Bildet sich tatsächlich ein stabiler Boden, sollten sich auch mehr und mehr Marktteilnehmer auf die Käuferseite schlagen und die gedrückten Notierungen zum Einstieg nutzen."
17:27 Uhr

Britische Regierung: Konzerne sollten Verlassen des Landes erwägen

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Bereits mehrfach hat die britische Regierung Firmen davor gewarnt, dass sie mit neuer erheblichen bürokratischen Hürden konfrontiert werden könnten, wenn es zu einem No-Deal-Brexit kommen sollte. In ihrer neuesten Warnung geht sie aber laut einem "Bloomberg"-Bericht weit darüber hinaus. Aktiengesellschaften in der SE-Form könnten sogar ihre Registrierung in Großbritannien verlieren, heißt es.

Die Empfehlung, wie sich diese Unternehmen auf die Möglichkeit eines harten Brexit vorbereiten können: "Sie könnten erwägen, ob sie den Sitz ihres Unternehmens in einen anderen EU-Mitgliedstaat zu verlegen wünschen."

16:56 Uhr

Eurokurs für EU-Kommissar "Grund zur Beunruhigung"

Der Eurokurs hat leicht nachgegeben. Am Nachmittag wurde die europäische Gemeinschaftswährung mit 1,1546 Dollar gehandelt. Am Morgen war der Kurs noch über 1,16 Dollar gestiegen. Der Euro gab somit einen Teil der deutlich Kursgewinne der vergangenen Tage ab.

Der deutsche EU-Kommissar Günther Oettinger hatte sich skeptisch zum jüngsten Kursanstieg des Euro geäußert. "Der Wechselkurs zwischen Euro und Dollar ist ein Grund zur Beunruhigung - neben anderen Wolken am Horizont", sagte er vor Journalisten in Brüssel. Er sei insgesamt über die Entwicklung an den Finanzmärkten besorgt. Zuletzt waren die Aktienmärkte weltweit unter Druck geraten.

Gegenüber allen wichtigen Währungen unter Druck geriet das britische Pfund, da eine Regierungskrise in Großbritannien befürchtet wird. Zuletzt vermehrten sich zwar die Anzeichen, dass eine Einigung zwischen der EU und Großbritannien in den Brexit in Sicht ist.

Zu den Verlieren am Devisenmarkt zählte auch die Währung Chinas. Der Yuan geriet nach der Veröffentlichung neuer Handelsdaten unter Druck. Chinas Handelsüberschuss mit den USA hatte im September einen Rekord erreicht, was die Spannungen zwischen den beiden größten Volkswirtschaften weiter anfachen und zu einer weiteren Eskalation im Handelsstreit führen könnte.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,87640 (0,87490) britische Pfund, 129,99 (130,00) japanische Yen und 1,1470 (1,1430) Schweizer Franken fest. Der Preis für eine Feinunze Gold wurde am Nachmittag in London auf 1219,75 (1205,55) Dollar festgesetzt.

16:49 Uhr

Ölpreise steigen, IEA korrigiert Prognose nach unten

Die Ölpreise machen einen Teil ihrer jüngsten Verluste wett.

Der Preis für ein Barrel US-Leichtöl der Sorte WTI steigt um 0,8 Prozent auf 71,54 Dollar. Die europäische Sorte Brent verteuert sich um 0,8 Prozent auf 80,89 Dollar. Zweifel am Bedarf und die Befürchtung eines Überangebots, die ursächlich für die Abgaben der vergangenen Tage waren, bestünden jedoch nach wie vor, sagen Marktteilnehmer. Am Donnerstag hatten die kräftig gestiegenen Ölvorräte der US-Regierung die Ölpreise gedrückt.

Die Internationale Energieagentur (IEA) prophezeit unterdessen, dass die Nachfrage nach Öl aufgrund der Handelskonflikte in diesem und im kommenden Jahr langsamer steigen werde als erwartet. Die IEA untermauerte damit Aussagen der Opec vom Vortag: Das Erdölkartell hatte berichtet, dass Opec-Mitglieder und Russland im September mehr Öl gefördert und damit das schon vor Inkrafttreten der US-Sanktionen sinkende iranische Angebot kompensiert hätten.

Gold ist derweil nicht gefragt. Die Feinunze ermäßigt sich um 0,2 Prozent auf 1.222 Dollar.

16:34 Uhr

Börsen drehen ins Minus

War es das schon wieder mit der Erholung? Europas Börsen drehen im späten Handel leicht ins Minus. Sie folgen damit den US-Vorgaben. Dort kommen die Börsen von den Tageshoch zurück.

Der Dax notiert bei 11.534 Punkten minimal im Minus, der Euro-Stoxx-50 gibt 0,2 Prozent auf 3.202 nach.

16:28 Uhr

US-Verbrauchervertrauen trübt sich leicht ein

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16:26 Uhr

Deutscher Immobiliengigant greift in Frankreich zu

Der größte deutsche Wohnungskonzern Vonovia greift nun auch in Frankreich zu.

  • Wie das Bochumer Unternehmen mitteilte, hat ein Konsortium um die Immobiliengesellschaft CDC Habitat vier Fünftel der Anteile an einem 4.000 Wohnungen umfassenden Portfolio einer Tochtergesellschaft des französischen Eisenbahnbetreibers SNCF erworben. Vonovia selbst habe im Rahmen dieses Deals eine indirekte Beteiligung in Höhe von zehn Prozent erstanden.
  • Über den Kaufpreis gab es keine Angaben. Vonovia erklärte, die Beteiligung sei ein weiterer Schritt, um den französischen Wohnungsmarkt besser kennenzulernen, praktische Erfahrungen zu sammeln und sich mit Akteuren der französischen Immobilienwirtschaft auszutauschen. 
  • Buch hatte zuletzt eigentlich erklärt, er plane vorerst keine weitere Expansion im Ausland. Zuvor hatten die Bochumer bei der österrechischen Buwog und der schwedischen Victoria Park zugegriffen.
16:00 Uhr

Weiterer Rückschlag für größten Börsenverlierer der Welt

Gigantische 250 Milliarden Dollar an Börsenwert hat der chinesische Internetkonzern Tencent seit Januar dieses Jahres bereits verloren. Das ist Weltjahresbestleistung - im negativen Sinne.

Alle Hoffnungen ruhten bis zuletzt auf dem Börsengang der Streamingtochter Tencent Music. Doch der wird Insidern zufolge wegen der fallenden Aktienmärkte auf die lange Bank geschoben.

Die Musiktochter des Techgiganten Tencent Holdings wolle mindestens bis November warten, sagten drei mit der Angelegenheit vertraute Personen. Die Märkte müssten sich erst stabilisieren. Es war erwartet worden, dass Tencent bereits in der nächsten Woche die mindestens zwei Milliarden Dollar schwere Neuemission bekanntgibt. Es wäre einer der größten Börsengänge eines chinesischen Unternehmens in New York in diesem Jahr.

Tencent Music war nicht für eine Stellungnahme erreichbar. Im Gegensatz zum schwedischen Rivalen Spotify, dem im April in New York die größte jemals erfolgte Direktplatzierung ohne vorherigen Preisbildungsprozess gelungen war, fährt Tencent Music bereits Gewinne ein.

15:58 Uhr

Wall Street eröffnet mit Kurssprung

Die Wall Street eröffnet nach den Verlusten der vergangenen Tage mit der erwarteten Gegenbewegung.

Der Dow-Jones-Index legt im frühen Handel um 1,4 Prozent zu auf 25.413 Punkte. Der S&P-500 gewinnt 1,5 Prozent und der Nasdaq-Composite 2,1 Prozent.

Höhere Zinsen seien kein Weltuntergang, stellt David Madden, Marktanalyst bei CMC Markets, klar. Aber das müssten die Anleger erst einmal in den Kopf kriegen. Wenn die Wirtschaft gut laufe, seien steigende Zinsen sozusagen garantiert, so Madden mit Blick auf die insgesamt soliden US-Konjunkturdaten.

Die vorbörslich veröffentlichten Zahlen von Citigroup, JPM und Wells Fargo werden positiv aufgenommen. Die Aktien der drei Banken legen zwischen 0,9 und 3,7 Prozent zu. JPM hat im dritten Quartal erneut prächtig verdient und dabei die Markterwartungen übertroffen. Auch die Citigroup hat besser abgeschnitten als erwartet. Wells Fargo hat dank Kostensenkungen den Gewinn im Quartal zwar gesteigert, aber nicht ganz so kräftig wie erwartet. Das scheint die Anleger aber nicht zu stören.

15:34 Uhr
14:55 Uhr

China-Zahl bestätigt Horrorszenario für Autobauer

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Gegen die Vorstellung, Chinas Automarkt mittelfristig schrumpfen könnte, verblassen die Sorgen der Autobauer um den neuen Abgastest WLTP, Dieselfahrverbote und CO2-Grenzwerte in Europa.  

Laut dem Verband der chinesischen Autohersteller erlebt der Größte Automarkt der Welt einen historischen Einbruch. Im September fielen die Verkäufe den dritten Monat in Folge. Dabei beschleunigte sich der Rückgang um 11,6 Prozent auf 2,39 Millionen verkaufte Wagen.

China ist nicht nur der größte Markt für fast alle globalen Autokonzerne, sondern auch der zuverlässigste Wachstumslieferant - bislang. Beobachter rechnen damit, dass 2018 erstmals seit 1990 der Autoabsatz im Gesamtjahr zurückgehen könnte.

14:28 Uhr

Wie Kanye West dank Donald Trumps Mütze Adidas rettete

In einem aufsehenerregenden - nun ja  - Vortrag (?) - hat Rapper, Designer und Kim-Kardashian-Ehemann Kanye West im Oval Office mit Trump über Paralleluniversen, männliche Energie, eine von Apple zu bauende neue Air Force One und auch über Adidas gesprochen.

Dass Adidas heute an der Börse gut 40 Milliarden Euro wert ist (West spricht nur von 38 Milliarden Dollar), hängt offenbar mit Wests "Make America Great Againg"-Mütze zusammen. Und zwar so: Die Mütze von Trumps Wahlkampagne, für die er immer wieder kritisiert werde, verleihe im Kräfte die einen "Superman-Cape", so West. So habe Trump ihm den Mut gegeben, mit den Entwürfen für seine Yeezy-Sneakers zu Adidas zu gehen. Daraufhin sei der Börsenwert des Unternehmens, dass damals zwei Milliarden Dollar Verlust im Jahr gemacht habe, von 14 Milliarden auf 38 Milliarden Dollar gestiegen.

Faktencheck: Adidas war 2015 zeitweise tatsächlich etwa 14 Milliarden Dollar wert. Jetzt sind es in Dollar fast 45 Milliarden. Allerdings schrieb Adidas 2015 keinen Verlust, sondern einen Gewinn von 668 Millionen Dollar.

Wests Sneakers sind ein Riesenerfolg für Adidas. Auch Analysten sprechen vom "Yeezy-Boost". Der allein ist allerding nicht dafür verantwortlich, dass der Konzern den Gewinn in den vergangenen Jahren auf mehr als eine Milliarde Euro steigern konnte.

14:22 Uhr

US-Banken machen Anlegern Hoffnung

Die US-Großbanken JP Morgan, Citigroup und Wells Fargo melden gute bis hervorragende Quartalsergebnisse. Das gibt Hoffnung auf eine deutlich ausfallende Erholung an der Wall Street und gibt auch dem Dax noch einmal einen Push.

Auch der Index liegt nun wieder 0,8 Prozent im Plus.

Besonders sind im Dax mit Wirecard und Infineon zwei der größten Verlierer der turbulenten Börsenwoche gefragt. Der Online-Zahlungsdienst gewann 4,5 Prozent, Infineon 3,4 Prozent. Wirecard hat in der laufenden Woche fast 13 Prozent, Infineon über sechs Prozent verloren.

14:15 Uhr

Deutschland erlebt ersten chinesischen Börsengang

Seit drei Jahren existiert die deutsch-chinesische Börsenplattform Ceinex - bislang gab es aber noch keinen einzigen Börsengang mit den dort konzipierten D-Aktien. Ab kommenden Montag soll sich das ändern:

  • Der chinesische Hausgeräte-Hersteller Haier will in Frankfurt bis zu etwa 450 Millionen Euro einsammeln. Ab Montag bis zum 18. Oktober können Anleger die sogenannten D-Aktien zu einem Preis zwischen einem und 1,50 Euro zeichnen.
  • Haier ist das erste Unternehmen, das rund drei Jahre nach der Gründung der deutsch-chinesischen Börsenplattform Ceinex in Frankfurt ein Zweitlisting anstrebt. Qingdao Haier ist seit Jahren Weltmarktführer und hatten 2017 bei sogenannter "weißer Ware" einen Marktanteil von 13,3 Prozent.
  • Dass Unternehmen der Volksrepublik auch außerhalb Chinas gelistet sind, hat Tradition. Das Land will damit Ausländern ermöglichen, in seine Firmen zu investieren. Sie haben zumeist keinen Zugang zu den "A-Aktien", die an den Börsen in Shanghai oder Shenzhen notiert sind. Daher gibt es "H-Aktien" in der Sonderwirtschaftszone Hongkong, "S-Aktien" in Singapur und "N-Aktien" in New York. Nun sollen "D-Aktien" hinzukommen.
14:05 Uhr
13:22 Uhr

"Kriegserklärung" von Ryanair an Piloten

Was sich zwischen Ryanair und den Gewerkschaften abspielt, geht weit über eine normale Tarifauseinandersetzung hinaus. Vertreter sowohl von Kabinenpersonal als auch Piloten gehen nun rhetorisch noch einmal in die Offensive:

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"Wir sehen das als Kriegserklärung und absolut im Widerspruch zu allen Behauptungen, man wolle verhandeln", kommentiert Arthur van de Hudding, Präsident der niederländischen Pilotengewerkschaft VNV, die von Ryanair angekündigten Standortschließungen.

Die Flugbegleiter-Gewerkschaft UFO prophezeit, dass Ryanairs "schurkisches Geschäftsmodell" verschwinden werde und drohte mit weiteren und Streiks "vielleicht auch zur Ferien- und Feiertagszeit".

12:55 Uhr

Draghis Superkraft versagt

Mit seiner berühmten Aussage "Whatever it takes" rettete EZB-Chef Mario Draghi quasi allein mit der Kraft seiner Worte den Euro. Das Glauben des Marktes an die Fähigkeiten und die Einschätzungen der Notenbank ist die wichtigste Grundlage für deren Einfluss. Heute aber wird Draghi ignoriert.

Anleger sorgen sich vor einem weiteren Absturz der Aktienmärkte angesichts "bullisher" Aussagen des EZB-Chefs. "Eigentlich hätte der Markt nach so etwas um 200/300 Punkte nach oben springen müssen", sagt ein Händler. Die ausbleibende Reaktion zeige, dass es noch viel Material in den Portfolios gebe, das abverkauft werden müsse.

"Draghi hat immerhin gesagt, dass die Expansion in der Eurozone breit angelegt ist und gleichzeitig allen Befürchtungen auf anstehende Zinsschritte in nächster Zeit eine Absage erteilt", so der Teilnehmer. Damit habe Draghi sich also gleich auf den beiden Seiten Konjunktur und Zinsen sehr marktfreundlich geäußert.

12:53 Uhr

Leichte Erholung an der Wall Street erwartet

Wie beim Dax zeichnet sich nach dem Abverkauf der vorigen Sitzungen auch an der Wall Street zum Wochenausklang eine Gegenbewegung ab.

Der Future auf den S&P-500 legt vorbörslich um 0,9 Prozent zu.

Damit dürfte aber nur ein kleiner Teil der jüngsten Verluste wettgemacht werden. Und es ist durchaus möglich, dass die Anleger wegen des bevorstehenden Wochenendes etwaige Kursgewinne gleich wieder zum Ausstieg nutzen.

In Europa, wo die Börsen schwungvoll in den Freitag gestartet sind, bröckelt die Erholung schon wieder.

Der Handelsstreit zwischen USA und China ist immer noch nicht beigelegt und auch die zuletzt gestiegenen Anleihezinsen dürften vorerst ein Belastungsfaktor bleiben.

Etwas Ablenkung von politischen Querelen, Handelsstreit und Zinsanstieg könnte die Bilanzsaison bringen, die mit Quartalsausweisen der drei großen Banken JP Morgan, Citigroup und Wells Fargo am Freitag allmählich in Schwung kommt. An Konjunkturdaten stehen die Import- und Exportpreise aus dem September und der Uni-Michigan-Index der Verbraucherstimmung zur Veröffentlichung an.

12:40 Uhr

Lira-Kurs hängt an Urteil über US-Pastor in der Türkei

Der seit Ende letzter Woche hat die Lira deutlich aufgewertet. Warum?

"Liegt es vielleicht daran, dass die Türkei ihren ersten Leistungsbilanzüberschuss seit drei Jahren verzeichnet hat?", fragt Commerzbank-Analyst Tatha Ghose. "Oder sind es die Geldstrafen, die die Regierung gegen Geschäfte verhängt hat, die ihre Preise im Zuge dieses inflationären Umfelds übermäßig erhöhen oder Güter horten?" Vielleicht sei die Entwicklung aber auch dem Präsidialerlass zur Umwandlung von Fremdwährungskrediten geschuldet.

Am wahrscheinlichsten sei vielmehr, dass die Rally der Lira durch die Einschätzung getrieben sei, dass US-Pastor Andrew Brunson nach der gerichtlichen Anhörung heute freikomme, spekuliert Ghose. Presseberichten zufolge hätten sich die Türkei und die USA auf ein entsprechendes Abkommen geeinigt.

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Sollte Brunson tatsächlich seine Freiheit wiedererlangen, prognostiziere man bei der Commerzbank einen deutlichen Höhenflug der Lira und schließe 5,50 Lira für den Dollar nicht aus, weil die USA dann ihre Strafzölle aufheben dürften.

Das Ende vom Lied dürfte das aber dennoch nicht sein. Denn dieses geopolitische Intermezzo sei allenfalls ein Beiwerk zur Lira und keinesfalls eine Erklärung für ihre Schwäche. Alleinige Ursache sei das Fehlen einer echten Inflationsbekämpfung.

11:43 Uhr

Milliardär verklagt Tochter wegen Missmanagement

Das wichtigste zu dieser Meldung zuerst: Sie liebt ihren Vater trotzdem noch immer!

  • Der österreichisch-kanadische Milliardär Frank Stronach, Gründer des Autozulieferkonzerns Magna und ehemaliger Parteichef, verklagt seine Tochter Belinda auf 520 Millionen  kanadische Dollar (345 Millionen Euro).
  • Die "Globe and Mail" berichtete unter Berufung auf die Klage, Stronach werfe seiner Tochter vor, zusammen mit anderen Managern die Geschäfte der Stronach-Gruppe "schwer vernachlässigt" zu haben und ihre Funktion ausgenutzt zu haben. Demnach versuchten sie, Finanzprobleme zu vertuschen und Frank Stronach aus dem Unternehmen zu drängen. Unter anderem seien Dokumente gefälscht worden.
  • Stronachs Tochter Belinda wies die Vorwürfe zurück. Familienbeziehungen in einem Unternehmen könnten schwierig sein, erklärte sie. Die Vorwürfe seien falsch. "Meine Kinder und ich lieben meinen Vater."
  • Der inzwischen 86-jährige Stronach war 1954 nach Kanada ausgewandert und hatte 1957 den Autozulieferer Magna gegründet, der zum Weltkonzern wurde. 2011 gab er die Unternehmensführung ab. 2013 trat er in Österreich bei der Parlamentswahl mit seiner Partei Team Stronach an, kehrte aber schon ein Jahr später  nach Kanada zurück.
11:07 Uhr

Charttechnik: Dax droht massiver weiterer Absturz

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Nach den Kurseinbrüchen der Vortage treibt eine Eindeckungsrally die Kurse an den europäischen Börsen nach oben. Die Kursgewinne bröckeln im Frühhandel aber bereits wieder ab.

  • Die zu hörenden Begründungen für die Kursgewinne werden nicht von allen Marktteilnehmern geteilt. Internationale Anleger werten den nun abgesegneten italienischen Haushaltsentwurf und Kommentare zum Yuan positiv. Der Haushalt sei, auch wenn er sehr umstritten sei, weil er die schon zu hohen Schulden Italiens weiter aufblähe, schnell und geräuschlos vom Parlament verabschiedet worden.
  • Derweil soll man im US-Handelsministerium keine Hinweise über Währungsmanipulationen Chinas gefunden haben. Das könnte US-Präsident Donald Trump in seinem Streit mit China etwas besänftigen.
  • Händler sind jedoch skeptisch über die Nachhaltigkeit der Entwicklung und befürchten weitere Verluste in der kommenden Woche beim Dax in Richtung 11.000.
  • Ziemlich skeptisch blickt Charttechniker Jörg Scherer von HSBC Trinkaus auf den deutschen Aktienmarkt. Beim Dax-Kursindex, der die reine Entwicklung der Kurse ohne Verzerrung durch Hinzurechnung der Dividenden zeige, "können Investoren derzeit das ganze Dilemma unseres heimischen Aktienmarkts festmachen", warnt der Analyst. Denn hier sei nun die befürchtete Kopf-Schulter-Formation getriggert worden.
  • "Rein rechnerisch ergibt sich nun ein kalkulatorisches Abschlagspotential von gut 800 Punkten", befürchtet Scherer. Damit sei auch der Bruch des Aufwärtstrends seit März 2009 (aktuell bei 5.266 Punkten) zu befürchten.
  • Aktuell liegt der DAX 0,5 Prozent im Plus bei 11.598 Punkten. Zum frühen Tageshoch hat er damit fast 100 Punkte wieder verloren. Der Euro-Stoxx-50 zieht um ein halbes Prozent an auf 3.219 Zähler. 
10:52 Uhr

Murdoch-Sohn ist Favorit für Musks Nachfolge als Tesla-Chairman

Der scheidende Chef von Twenty-First Century Fox und Sohn von Medien-Mogul Rupert Murdoch, James Murdoch, hat einem Bericht zufolge bislang die besten Chancen auf die Nachfolge von Elon Musk als Chairman von Tesla.

Murdoch habe Interesse an dem Posten signalisiert, berichtete die "Financial Times" unter Berufung auf zwei mit den Überlegungen vertraute Personen. Allerdings würden weiter Alternativen erwogen. Stellungnahmen der genannten Personen und Konzerne waren zunächst nicht zu erhalten.

Es ist allerdings bekannt, dass Musk selbst einen anderen Kandidaten, Antonio Gracias, bevorzugt, der bereits im Tesla-Board sitzt. Garcias wird allerdings von vielen Aktionären strikt abgelehnt, da er nicht wirklich unabhängig von Musk sei.

Musk und die US-Börsenaufsicht SEC hatten einen Rechtsstreit über irreführende Twitter-Nachrichten mit einem Vergleich beigelegt. Unter anderem gibt Musk für drei Jahre das Amt des Chairman bei dem E-Auto-Bauer ab, eine dem deutschen Aufsichtsratschef vergleichbare Position. Vorstandschef darf er dagegen bleiben.

10:32 Uhr

James Bonds Autobauer fährt Konkurrenz davon

Autowerte erholen sich in Europa auf breiter Front von den Einbrüchen der vergangenen Tag. Am langsamsten bewegen sich dabei BMW, am schnellsten Börsenneuling Aston Martin.

BMW legen mit 0,8 Prozent leicht unterdurchschnittlich zu in Europas Autosektor. Vor allem Zulieferer wie Valeo mit plus 3,3 Prozent oder Continental und Faurecia mit bis zu 2 Prozent Plus sind stärker gesucht. VW legen um 1,4 und Daimler 0,9 Prozent zu.

"Deutsche Hersteller leiden unter der Unsicherheit wegen der Dieseldebatte und den einbrechenden Rückkaufwerten ihrer Leasing-Fahrzeuge", meint ein Händler. Daher sorge auch der stabile Absatz von BMW nicht für Käufe.

Die Münchener verzeichneten im September einen geringen Rückgang von 0,8 Prozent, während Daimler 8,6 Prozent und VW sogar 18,3 Prozent weniger absetzten. Grund der schlechten Septemberzahlen ist der neue Abgastest WLTP.

Weil dies die Kunden des Börsenneulings Aston Martin ziemlich kalt lässt. Die Aktien des aus James-Bond-Filmen bekannten Sportwagenbauers stehen mit 4 Prozent an der Spitze der Auto-Gewinnerliste in Europa.

09:48 Uhr

Vater und Tochter kassieren 3,9 Milliarden Euro bei Knorr-IPO

Der Bremsenhersteller Knorr-Bremse ist an der Börse angekommen.

Der erste Kurs wurde mit 80,10 Euro festgestellt, 10 Cent über dem Ausgabekurs. Die Angebotsspanne hatte zunächst auf 72 bis 87 Euro gelautet, war wenige Tage vor dem Börsenstart aber auf 78 bis 80 Euro eingeengt worden.

Insgesamt platziert Knorr-Bremse bei vollständiger Ausübung der Mehrzuteilungsoption (Greenshoe) 48,36 Millionen Aktien, was einem Streubesitz von 30 Prozent entspricht.

Mit einem Wert von knapp 3,9 Milliarden Euro ist der Börsengang der zweitgrößte in Deutschland in diesem Jahr hinter Siemens Healthineers. Dem Unternehmen selbst fließt aus dem Börsengang kein Geld zu, denn die angebotenen Aktien stammen sämtlich aus dem Bestand von Großaktionär Heinz Hermann Thiele und seiner Familie. Die Familie Thiele wird auch nach Börsengang die Mehrheit an Knorr-Bremse behalten.

Basierend auf dem Platzierungspreis beläuft sich die Marktkapitalisierung auf 12,9 Milliarden Euro.

09:33 Uhr

Trump pusht Handelsdefizit mit China auf Rekord

So hatte Trump sich das wohl nicht gedacht. Aber Ökonomen haben immer wieder dargelegt, dass seine expansive Fiskal- und seine protektionistische Handelspolitik letztlich zur Ausweitung des Handelsdefizits und nicht zu einem Rückgang beitragen. In der bilateralen Bilanz mit China ist das jetzt wieder einmal zu erkennen:

Der chinesische Handelsüberschuss mit den USA hat einen neuen Rekordwert von 34,1 Milliarden Dollar (29,6 Milliarden Euro) erreicht.

Im September stiegen Chinas Ausfuhren in die USA auf 46,7 Milliarden Dollar an, wie der chinesische Zoll erklärte. Dem standen Einfuhren aus den USA in Höhe von 12,6 Milliarden Dollar gegenüber. Erst im August hatte Chinas Handelsüberschuss mit den USA einen vorläufigen Höchstwert von rund 31 Milliarden Dollar erreicht.

09:11 Uhr

Alles wieder gut? Dax startet mit Kurssprung

Nach dem Kursrutsch der vergangenen Tage nutzen Anleger die Gelegenheit zum Wiedereinstieg in den deutschen Aktienmarkt.

Der Dax legte zur Eröffnung 1,3 Prozent auf 11.687 Punkte zu.

Der MDax rückte um 1,24 Prozent auf 24.082,16 Punkte vor. Der EuroStoxx 50 als Leitindex der Eurozone stieg um 1,08 Prozent auf 3243,86 Punkte.

Ein fundamentaler Stimmungsumschwung sei allerdings nicht zu beobachten, warnen Börsianer. Viele Investoren befürchteten, dass die aktuelle Erholung nur ein Zwischenhoch innerhalb einer längerfristigen Talfahrt sei.

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09:01 Uhr

Dürre und Ölpreis treiben Inflation auf höchsten Stand seit Jahren

Der hohe Ölpreis und steigende Preise für Gemüse haben die Inflationsrate im September auf den höchsten Stand seit sieben Jahren getrieben.

Die Verbraucherpreise kletterten um 2,3 Prozent im Vorjahresvergleich, eine stärkere Teuerung hatte es zuletzt im November 2011 gegeben, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Heizöl verteuerte sich demnach um knapp 36 Prozent, Kraftstoffe um 13 Prozent, Gemüse um rund zwölf Prozent.

Die Energiepreise lagen im September um 7,7 Prozent höher als vor einem Jahr, wie die Statistiker mitteilten. Die Preise für Nahrungsmittel erhöhten sich nach dem Dürresommer in Deutschland um 2,8 Prozent.

08:57 Uhr

Asien stoppt die Talfahrt - Hoffnung für den Dax

Nach einem mehrtägigen Kursrutsch haben sich die asiatischen Börsen heute im Handelsverlauf stabilisiert.

Der japanische Nikkei-Index stieg nach anfänglichen Verlusten um 0,3 Prozent auf 22.656 Punkte und die Börse Shanghai legte 0,5 Prozent auf 2595 Zähler zu.

Eine nachhaltige Erholung sei aber noch nicht in Sicht, sagte Masahiro Ichikawa, Anlagestratege vom Vermögensverwalter Sumitomo Mitsui. Viele Anleger scheuten größere Käufe, weil sie eine Beeinträchtigung der Weltkonjunktur durch den Zollstreit zwischen den USA und China befürchteten.

 Gegen den Trend rutschten die Aktien der japanischen Versicherer um 2,5 Prozent ab. Börsianer nannten Gewinnmitnahmen als Grund. Außerdem lasteten Kursverluste der US-Konkurrenten Prudential oder AIG auf der Stimmung. Deren Papiere hatten am Donnerstag fünf und 4,3 Prozent verloren.

08:31 Uhr

Berichtssaison soll Börsen beflügeln

Nach den jüngsten Kursverlusten wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge höher starten. Am Donnerstag hatte er wegen anhaltender US-Zinsspekulationen und des Zollstreits zwischen den USA und China 1,5 Prozent schwächer bei 11.539,35 Punkten geschlossen.

Chart

Einen längerfristigen Schub für die Kurse erhoffen sich Anleger von der anlaufenden US-Berichtssaison. Sie rechneten mit Zuwächsen beim Quartalsgewinne von durchschnittlich 20 Prozent und mehr. Unter anderem wollen die Großbanken Citigroup, JPMorgan und Wells Fargo ihre Bücher öffnen. Außerdem stehen die Zahlen zur europäischen Industrieproduktion auf dem Terminplan.

An der Wall Street hatten die US-Indizes ihre Kursverluste nach Börsenschluss in Deutschland ausgebaut. Der Dow Jones beendete die Sitzung 2,1 Prozent und der Nasdaq 1,3 Prozent tiefer. Der S&P500 fiel um 2,1 Prozent.

Euro überspringt 1,16er Marke

Der Euro knüpfte an die Kursgewinne der vergangenen Handelstage an und stieg über 1,16 US-Dollar. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1607 Dollar gehandelt. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstagnachmittag auf 1,1575 Dollar festgesetzt. Im Verlauf der Handelswoche ist der Euro um mehr als einen Cent gestiegen. Die Gemeinschaftswährung profitierte von einer der akuten Dollar-Schwäche.

Chart

Zuletzt hatten starke Kursverluste an den New Yorker Aktienmärkten und eine scharfe Kritik des US-Präsidenten Donald Trump an der Geldpolitik der US-Notenbank Fed die Erwartungen an weitere schnelle Zinserhöhungen in den USA gedämpft und den Dollar belastet.

Ölpreis macht Verluste wett

Die Ölpreise stiegen und machten einen Teil der starken Verluste der vergangenen beiden Handelstage wieder wett. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Dezember 81,23 US-Dollar. Das waren 97 Cent mehr als am Donnerstag. Der Preis für amerikanisches Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur November-Lieferung stieg um 84 Cent auf 71,81 Dollar.

08:14 Uhr

In Asien geht es weiter bergab

Die asiatischen Aktienmärkte verlieren zum Wochenschluss weiter an Fahrt. Der Handelskonflikt zwischen China und den USA drückt bei Anlegern auf die Stimmung. Vor der anstehenden Berichtssaison befürchten Investoren zudem negative Überraschungen. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index notierte 0,2 Prozent schwächer bei 22.544 Punkten. Seit Wochenbeginn summiert sich das Minus auf 5,4 Prozent - so viel wie seit Februar nicht mehr. Der chinesische Shanghai Composite stieg um 0,3 Prozent auf 2592 Punkte.

Chart

"Es scheint immer noch Befürchtungen geben, dass der Handelskrieg das weltweite Wachstum belastet", sagte Masahiro Ichikawa, Stratege bei Sumitomo Mitsui Asset Management. Bundesbank-Präsident Jens Weidmann und Bundesfinanzminister Olaf Scholz dämpften bei der IWF-Jahrestagung jedoch derartige Befürchtungen.

Der Yen gab leicht nach, ein Dollar kostete 112,26 Yen. Gebremst wurde die US-Währung von sinkenden Renditen am Anleihenmarkt: Auf der Suche nach sicheren Anlagen steckten Investoren wieder mehr Geld in festverzinsliche Papiere, was deren Rendite schmälerte. Der Euro wurde kaum verändert zum späten New Yorker Handel mit 1,1602 Dollar gehandelt.