Freitag, 13. September 2019Der Börsen-Tag

mit Juliane Kipper
17:51 Uhr

Dax scheitert knapp an der 12.500er Marke

Dax
Dax 12.798,19

 Zum Wochenausklang geht es am deutschen Aktienmarkt weiter aufwärts. Der Dax steigt um 0,5 Prozent auf 12.468 Punkte. Er legt damit bereits den siebten Handelstag in Folge zu und erreicht die höchsten Stände seit Ende Juli.

Covestro
Covestro 46,72

Favorisiert wurden erneut die über weite Strecken des Jahres vernachlässigten Bankaktien und konjunkturabhängige Titel. Im Dax gewinnen Heidelbergcement 3,3 Prozent, Covestro 4,1 Prozent und Deutsche Bank 3,2 Prozent. Commerzbank legen um 5,9 Prozent zu. Nicht nur die deutschen Bankaktien profitieren davon, dass die EZB am Donnerstag beschlossen hatte, dass sie ab Ende Oktober das sechsfache der Mindestreserve der Bankeneinlagen von den negativen Zinsen frei stellen wird.

Weiterhin gesucht sind auch die Autoaktien. Während die Papiere der Hersteller alle etwa 1 Prozent gewinnen, steigen unter den Zulieferern die Aktienkurse von Schaeffler um 5,2, von Leoni um 4,8 Prozent und von Norma um 5,2 Prozent. Thyssen ziehen um 2,2 Prozent an, nachdem der Staatsfonds aus Singapur seine  Beteiligung knapp über 5 Prozent erhöht hat.

17:12 Uhr

Uber-Chef : "Die Deutschen wollen Elektromobilität"

Seit Uber 2011 in seiner Heimatstadt San Francisco die ersten Fahrdienste anbot, ist das Unternehmen rasant gewachsen. Auch in Deutschland ist Uber präsent. n-tv hat am Rande der IAA Gelegenheit mit dem Deutschlandchef, Christoph Weigler, über Pläne und Konzepte zu sprechen.

 

16:40 Uhr

Apple, Facebook und Co. sollen Interna herausrücken

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picture alliance/dpa

Der Justizausschuss im US-Kongress hat eine breite Auswahl interner Dokumente der vier großen Tech-Konzerne für seine Wettbewerbsuntersuchung eingefordert. Die Google-Mutter Alphabet, Apple, Facebook und Amazon sollen unter anderem E-Mails von Top-Managern herausrücken, in denen es um Wettbewerbsthemen geht. Außerdem wollen die Abgeordneten Unterlagen zu allen Behörden-Ermittlungen gegen die Firmen sowohl aus den USA als auch aus dem Ausland sehen.

Angefordert sind auch Dokumente, die von den Unternehmen in den vergangenen zehn Jahren bei der Wettbewerbsprüfung von Übernahmeplänen eingereicht worden waren, wie der Ausschuss mitteilte. Das könnte den Fokus der Untersuchung auf Facebook lenken: Die Übernahmen der Fotoplattform Instagram 2012 und des Chatdienstes WhatsApp 2014 stehen besonders oft in der Kritik.

Der Justizausschuss des Repräsentantenhauses will auch konkrete Zahlen zu einzelnen Produkten und Diensten sehen. Hier sind die Unternehmen bei der Vorlage ihrer Ergebnisse oft sehr zurückhaltend.

16:24 Uhr

Dax nimmt 12.500er Marke ins Visier

Weitere Zugeständnisse Chinas an die USA im Handelsstreit liefern dem Dax frische Aufwärtsimpulse. Der deutsche Leitindex, der am Morgen nur zögerlich zulegte, schlägt wieder den Weg in Richtung 12.500 Punkte ein. Ein freundlicher Wochenausklang würde eine Gewinnserie von acht Handelstagen in Folge bedeuten.

15:50 Uhr

Lufthansa blockt beim A320neo letzte Sitzreihe

 

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(Foto: Lufthansa)

Die Lufthansa lässt in Maschinen des Typs Airbus-A320-neo aus Sicherheitsgründen ab sofort die letzte Reihe frei. Die sechs Sitze würden bis auf Weiteres nicht mehr belegt, sagte ein Sprecher der Fluggesellschaft.

Dadurch, dass ganz hinten keine Passagiere mehr sitzen, wird der Schwerpunkt des Flugzeugs bei Vollbelegung leicht nach vorne verschoben. Die Airline reagiert nach Angaben des Sprechers damit auf einen Sicherheitshinweis der europäischen Flugaufsichtsbehörde EASA.

Die EASA hatte Mitte August festgestellt, dass zum Beispiel bei einem sehr forschen Durchstarten nach einem abgebrochenen Landevorgang ein Sicherheitsrisiko bestehen könnte. Zwar sei ein solches Szenario noch nie in der Realität aufgetreten, aber bei Tests im Simulator erkennbar gewesen.

Lufthansa
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"Als Ad-hoc-Maßnahme wird die Lufthansa die letzte Sitzreihe der A320neo künftig blocken", sagte der Lufthansa-Sprecher. "Wir hoffen, dass Airbus das bald in den Griff bekommt und wir die Sitze wieder anbieten können."

Die Hoffnung sei, das Problem über eine Softwarelösung zu beheben. Der A320neo hat insgesamt 180 Sitzplätze. Der Lufthansa-Konzern hat aktuell 20 dieser Flugzeuge im Einsatz.

15:30 Uhr

Große Tech-Konzerne rücken ins Rampenlicht

Versöhnliche Töne von US-Präsident Donald Trump im Zollstreit mit China ermuntern Anleger zum Einstieg in US-Aktien. Die Leitindizes Dow Jones und S&P 500 steigen zur Eröffnung um jeweils etwa 0,2 Prozent. Wegen Kursverlusten der großen Technologiekonzerne liegt der Nasdaq dagegen knapp im Minus.

Apple
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Trump kann sich nach eigenen Aussagen ein vorläufiges Handelsabkommen mit China vorstellen. "Wenn man auf einen Deal hofft, ist dieser Kommentar das Beste, was man derzeit erwarten kann", sagte Robert Pavlik, Chef-Anlagestratege beim Vermögensverwalter SlateStone. Allerdings rechne er frühestens 2020 mit einer Einigung - gleichgültig, ob vorläufig oder abschließend.

Bei den Unternehmen rücken die großen Technologiekonzerne ins Rampenlicht, nachdem ein Untersuchungsausschuss des US-Kongresses zur Ermittlung möglicher Kartellvergehen interne Dokumente der Firmen angefordert hatte. Die Aktien des Online-Händlers Amazon, des iPhone-Anbieters Apple, des Online-Netzwerks Facebook und der Google-Mutter Alphabet verlieren bis zu 1,5 Prozent. Unter Verkaufsdruck geraten auch die Titel von Zynga, die sich um 2,3 Prozent verbilligen.

15:31 Uhr

Was heißt eigentlich Volatilität?

Wenn die Kurse an der Börse schwanken, dann nennt das der Fachmann Volatilität. Und diese Volatilität lässt sich sogar messen – was wiederum sehr wichtig für die Anlageentscheidung sein kann. Warum? Darüber hat Friedhelm Tilgen mit Nicolai Tietze von Morgan Stanley gesprochen.

 

14:44 Uhr

DIHK warnt vor "Schock" bei No-Deal-Brexit

Die deutsche Wirtschaft stellt sich zunehmend auf einen ungeregelten Austritt Großbritanniens aus der EU ein - und will das Schlimmste verhindern. "Mit Blick auf das schnell näher rückende Austrittsdatum müssen wir unsere Kräfte bündeln, um auch die Unternehmen zu erreichen, die sich bisher noch nicht auf den Brexit vorbereitet haben", schreibt DIHK-Präsident Eric Schweitzer an die Spitzen der Industrie- und Handelskammern.

Ein ungeregelter Brexit mit Wirkung Anfang November sei "leider ein sehr wahrscheinliches Szenario", heißt es in dem Brief. Handelsrechtlich werde das Vereinigte Königreich Anfang November mit hoher Wahrscheinlichkeit über Nacht zum Drittstaat und erhalte damit quasi von einer Minute auf die andere den gleichen Status wie beispielsweise die Mongolei oder Kambodscha.

"Kurz vor dem Weihnachtsgeschäft dürfte dies von vielen Unternehmen auf allen Seiten als große Herausforderung, wenn nicht sogar als Schock erlebt werden - nicht nur in Großbritannien, sondern auch in Deutschland." Nicht nur Zölle in Höhe von mehreren Milliarden Euro, sondern auch Zollbürokratie in Höhe von rund 200 Millionen Euro jährlich kämen bei einem ungeregelten Brexit nach DIHK-Schätzungen auf deutsche Unternehmen zu.

13:52 Uhr

Londoner Börse zeigt Rivalin die kalte Schulter

Die Londoner Börse LSE weist das 35 Milliarden Euro schwere Übernahmeangebot ihrer Hongkonger Rivalin zurück. Die Börse lehne die Offerte ab und sehe angesichts der grundlegenden Probleme keinen Sinn in weiteren Gesprächen, teilte die London Stock Exchange (LSE) mit.

Die Hongkonger Börse HKEX hatte am Mittwoch überraschend ein Übernahmeangebot im Volumen von 31,6 Milliarden Pfund (35 Milliarden Euro) inklusive Schulden in Aussicht gestellt. Die Offerte aus Hongkong sollte aber nur zum Tragen kommen, wenn die LSE auf die 24 Milliarden Euro teure Übernahme des Datenanbieters Refinitiv verzichtet.

Allerdings wurde die Übernahme im Sommer in großer Einigkeit beschlossen und von den Aktionären gefeiert. Analysten und Anleger waren deshalb bereits vor der offiziellen Ablehnung der LSE skeptisch, was die Chancen der Asiaten angeht.

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13:42 Uhr

Eurokurs stabilisert sich

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,11

Der Euro zieht wie schon am Vortag leicht an. Die Gemeinschaftswährung wird bei 1,1069 US-Dollar gehandelt und damit etwa zum gleichen Kurs wie gestern. Zwar hat die EZB die Geldpolitik deutlich gelockert, die den Euro stützende Spekulation geht aber dahin, dass die Währungshüter damit ihr Pulver weitgehend verschossen haben, dass also nicht mehr allzuviel an geldpolitischer Lockerung möglich sei. Daneben zieht der Yuan deutlich an, beflügelt von den Fortschritten im US-chinesischen Handelsstreit.

Bis zum Nachmittag rechnen Marktbeobachter mit einem eher impulsarmen Handel am Devisenmarkt. Dann könnten neue Konjunkturdaten aus den USA wieder für mehr Kursbewegung sorgen. Auf dem Programm stehen Kennzahlen zur Umsatzentwicklung im amerikanischen Einzelhandel und zur Konsumlaune.

13:21 Uhr

China sendet im Handelsstreit Signal der Annäherung

Im Handelskonflikt mit den USA erleichtert China den Import von Schweinefleisch und Sojabohnen aus den Vereinigten Staaten. Die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua meldet, die Strafzölle auf einige landwirtschaftliche Erzeugnisse aus den USA seien vorerst gestrichen - darunter auch Schweinefleisch und Soja. Beide Handelspartner wollen im Oktober ihre Gespräche über den Abbau von Strafzöllen wieder aufnehmen.

Die Ausnahme von den zusätzlichen Zöllen ist ein weiteres Signal der Annäherung der beiden größten Volkswirtschaften. Am Mittwoch hatte bereits US-Präsident Donald Trump eine eigentlich für Anfang Oktober angekündigte Anhebung der Strafzölle auf Importe aus China um zwei Wochen verschoben.

Schweinefleisch und Sojabohnen sind wichtige Exportgüter für die USA. Vor Inkrafttreten der chinesischen Vergeltungszölle war die Volksrepublik für die US-Farmer ein bedeutender Absatzmarkt.

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12:21 Uhr

Osram-Übernahme: IG Metall warnt vor Filetierung

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picture alliance / dpa

Die IG Metall will aus Sorge um die Arbeitsplätze eine Übernahme des Beleuchtungsherstellers Osram durch den österreichischen AMS-Konzern verhindern. Die Gewerkschaft bekräftigt ihren Widerstand gegen die befürchtete Filetierung des Münchner Traditionsunternehmens durch den Sensorhersteller aus der Steiermark.

Osram
Osram 40,05

"Die IG Metall hat sich aus diesen Gründen auch schriftlich an den Lead-Investor Allianz von Osram gewandt und ihn aufgefordert, seiner Verantwortung für den Industriestandort Deutschland gerecht zu werden", erklärte eine IG Metall-Sprecherin in Frankfurt. Die Allianz solle nicht ihre Aktien einem Konzern aus Österreich andienen, "der das Traditionsunternehmen Osram zerschlagen will".

Die Erklärung der Gewerkschaft kommt kurz vor einem wichtigen Termin: Bis zu kommenden Dienstag müssen Osram-Vorstand und Aufsichtsrat erklären, was sie vom zum AMS-Übernahmeangebot halten - so schreibt es die Rechtslage vor.

11:48 Uhr

Investoren glauben nicht an No-Deal-Brexit

Britisches Pfund / US-Dollar
Britisches Pfund / US-Dollar 1,29

Die Hoffnung, dass ein ungeregelter Austritt Großbritanniens aus der EU vermieden werden kann, verhalf dem britischen Pfund zu einem Kursplus von einem Prozent auf 1,2454 Dollar.

Noch vor zehn Tagen war die Währung auf ein Drei-Jahres-Tief gefallen, hat seither aber mehr als vier Prozent gewonnen. Investoren, die auf einen Verfall der Währung gewettet hatten, lösten ihre Positionen auf. Sie realisierten, dass es Premierminister Boris Johnson wohl nicht gelingen werde, einen harten Brexit durchzusetzen, sagte Viraj Patel, Stratege bei Arkera.

Das britische Parlament hatte Johnson per Gesetzverboten, Großbritannien ohne Nachfolgeregelung aus der EU zu führen. Der scheidende Sprecher des Unterhauses John Bercow versprach, "Kreativität" einzusetzen, um sicherzustellen, dass Johnson sich tatsächlich an dieses Gesetz halte.

10:57 Uhr

Trotz Dax-Abstieg: Thyssenkrupp-Aktionär stockt auf

Thyssenkrupp findet ungeachtet des bevorstehenden Abstiegs aus dem Dax ein wachsendes Interesse bei seinem Großaktionär aus Singapur.

Die Regierung des Stadtstaates habe ihren Stimmrechtsanteil auf 5,3 von zuvor 3,2 Prozent erhöht, teilt der Konzern mit.

Größte Aktionäre sind die Krupp-Stiftung mit 21 Prozent und der schwedische Finanzinvestor Cevian mit 18 Prozent.

10:06 Uhr

Deutsche Bank windet sich aus Rechtsstreit heraus

Deutsche Bank
Deutsche Bank 7,19

Die Deutsche Bank hat einen Rechtsstreit um Anleihen der US-Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac beigelegt. Das Institut akzeptiert eine Zahlung von 15 Millionen Dollar, um eine Klage wegen angeblicher Manipulationen am Anleihemarkt aus der Welt zu schaffen, wie aus Gerichtsdokumenten hervorgeht.

Die Deutsche Bank ist damit die erste von 16 Banken, die Rechtstreitigkeiten mit Investoren von Fannie Mae und Freddie Mac beendet. Anwälte rechnen nun mit weiteren Vergleichen in dem Fall, der die Gerichte seit rund einem Jahr beschäftigt.

Investoren warfen der Deutschen Bank und anderen Instituten vor, Preisabsprachen bei Anleihen getroffen zu haben, die von den beiden Hypothekenfinanzierern begeben wurden. Die Geldhäuser hätten ihre Marktdominanz ausgenutzt und Anlegern vom 1. Januar 2009 bis zum 1. Januar 2016 zu viel berechnet, um höhere Gewinne einzufahren.

Ein Sprecher der Deutschen Bank zeigte sich mit der Einigung zufrieden. Das Institut räumte mit der Zahlung kein schuldhaftes Handeln ein, musste aber einwilligen, ihre internen Kontrollmechanismen zu verbessern. Der Vergleich muss noch von dem zuständigen Gericht in Manhatten genehmigt werden.

09:23 Uhr

Geldpolitische EZB- Feuerwerk stützt Dax

Dax
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Am Tag nach dem Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank halten sich Anleger in Deutschland mit Käufen zurück. Der Dax geht unverändert bei 12.411 Punkten in den Handel.

Eigentlich hätte man nach der Wiederauflage der Anleihekäufe und der Senkung des Einlagezinses durch die EZB Luftsprünge der Anleger erwarten sollen, sagte Milan Cutkovic, Marktanalyst beim Handelshaus AxiTrader.

Vieles sei aber schon in den Kursen eingepreist, und Überraschungen seitens der EZB habe es keine gegeben. Wieder aufwärts ging es für die Bankaktien: Im Dax legen die Papiere der Deutschen Bank 1,6 Prozent zu, die Commerzbank-Titel gewinnen 2,6 Prozent.

Bereits nach der Entscheidung der EZB waren die Papiere der Geldhäuser auf Berg- und Talfahrt gegangen. Die Notenbank hatte den Strafzins für Einlagen erhöht, zugleich aber eine Staffelung beschlossen, um die Belastungen der Banken zu reduzieren.

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08:43 Uhr

Deutsche Staatsanleihen reagieren auf Hinweis aus Österreich

Die Rendite der deutschen Staatsanleihen steigt am Morgen über minus 0,5 Prozent und fällt damit so hoch aus wie seit Anfang August nicht mehr.

  • Auslöser für die Bewegung ist Beobachtern zufolge eine Wortmeldung aus Österreich.
  • Der Zentralbankchef der Alpenrepublik, Robert Holzmann, sagte dem Sender Bloomberg TV, er glaube nicht, dass die aktuelle Politik der Europäischen Zentralbank (EZB) für die nächsten Jahrzehnte da sei.
  • Am Markt wurden seine Worte offenbar als Hinweis dafür gewertet, dass mittelfristig auch im Euroraum mit steigenden Zinsen gerechnet werden muss.

Holzmann ist seit Kurzem Mitglied im EZB-Rat. Die EZB hatte am Donnerstag den Strafzins für Banken erhöht und neue Wertpapierkäufe angekündigt.

08:13 Uhr

Zurück über 1,10: Euro verdaut den EZB-Wirbel

Im Devisenhandel glätten sich vor dem Wochenende die Wogen: Am Morgen nach dem EZB-Entscheid, der an den Märkten zu kurzen und heftigen Kursausschlägen beim Euro geführt hatte, scheint sich die Lage zu beruhigen.

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,11

  • Der Euro hält sich im frühen Geschäft bei 1,1078 Dollar und damit 0,1 Prozent über dem Vorabendniveau.
  • Den Referenzkurs hatte die Europäische Zentralbank (EZB) am Donnerstagnachmittag auf 1,0963 Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,9122 Euro.
  • Im asiatischen Devisenmarktgeschehen war der Dollar in der Nacht um 0,1 Prozent auf 108,14 Yen gestiegen. Zur Schweizer Währung notierte der Dollar kaum verändert bei 0,9898 Franken. Das Pfund Sterling stagnierte bei 1,2332 Dollar.

Mit ihrer Ankündigung, die Geldpolitik weiter zu lockern, erfüllten die Währungshüter um den scheidenden EZB-Chef Mario Draghi offenbar selbst hochgesteckte Erwartungen. Die EZB will sich mit weiteren Anleihenkäufen gegen die Konjunkturschwäche stemmen. Der Einlagezinssatz für Banken wurde weiter gesenkt. Der für alle Kreditgeschäfte im Euroraum maßgebliche Leitzins blieb unverändert bei 0,00 Prozent.

07:40 Uhr

EZB-Wirkung schon verpufft? Dax schleicht in den Freitag

Der Draghi-Effekt verliert an Zugkraft: Am deutschen Aktienmarkt zeichnet sich am Tag nach dem EZB-Entscheid nur ein leicht positiver Auftakt ab. Der Leitindex an der Frankfurter Börse wird schwach im Plus erwartet.

  • In den vorbörslich errechneten Indikationen wird der Dax zur Eröffnung bei 12.437,50 Punkten gesehen, was einem vergleichsweise mageren Aufschlag von 0,2 Prozent entspricht.
  • Am Vorabend war das prominenteste deutsche Börsenbarometer nach der EZB-Ankündigung einer gelockerten Geldpolitik mit einem Plus von 0,4 Prozent bei 12.410,25 Punkten aus dem Handel gegangen.
  • Damit fallen die positiven Reaktionen auf die Stützungsmaßnahmen der Währungshüter und die Entspannungssignale im Handelsstreit an der Wall Street und in Asien lebhafter aus als im deutschen Aktiengeschäft.
Dax
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Nach dem Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) richten Anleger ihre Aufmerksamkeit auf die Beratungen der US-Notenbank Federal Reserve (Fed). Vor diesem Hintergrund warten Börsianer an diesem Freitag, dem 13. gespannt auf die US-Einzelhandelsumsätze.

Eine Fed-Zinssenkung um einen Viertel-Prozentpunkt in der kommenden Woche gilt zwar als sicher, von den Zahlen versprechen sich Experten aber Rückschlüsse auf Zeitpunkt und Tempo weiterer Schritte. Der Umsatz im Einzelhandel liefert Hinweise zur Konsumlaune der Verbraucher. Und der private Konsum wiederum ist Hauptstütze der weltgrößten Volkswirtschaft.

07:02 Uhr

EZB-Entscheidung hilft dem Nikkei

Aufwind in Asien: Die vagen Anzeichen einer möglichen Entspannung im Handelsstreit zwischen den USA und China reichen aus, um die Stimmung an den fernöstlichen Aktienmärkten aufzuhellen. Dazu kommen die starken und deutlich greifbareren Signale der Europäischen Zentralbank (EZB), die bei ihrem jüngsten Zinsentscheid eine erneute geldpolitische Lockerung im Euroraum ankündigte.

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    Höchster Stand seit Mai: Der Nikkei zeigt, wie sehr Anleger in Japan auf ein Ende der Unsicherheit hoffen.

    (Foto: REUTERS)

    Anleger in Japan reagieren begeistert: Der Leitindex Nikkei mit seinen 225 Titeln aus der japanischen Unternehmenslandschaft zieht 0,9 Prozent an auf 21.947 Punkte und erreicht damit im Verlauf den höchsten Stand seit Anfang Mai. Der breiter gefasste Topix gewinnt etwas gemäßigtere 0,5 Prozent auf 1602 Zähler.
  • Marktbeobachter sprechen von zwei günstigen Faktoren: Die Hoffnung auf eine gütliche Einigung im Handelsstreit und die stützenden Maßnahmen durch die Euro-Währungshüter dämpften die Furcht vor einer Abkühlung der Weltwirtschaft, hieß es.
  • Unklar ist allerdings noch, ob es zwischen den USA und China tatsächlich zu einer Annäherung im Zollstreit kommt. Es gebe nach wie vor Unsicherheit über die weitere Entwicklung, gab Analystin Esty Dwek von Natixis zu bedenken.
Nikkei
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06:45 Uhr

Strafzinsen: Die Stellschrauben der EZB im Überblick

Zur Steuerung der Geldpolitik im gemeinsamen Währungsgebiet der Eurostaaten verfügt die Europäische Zentralbank (EZB) über drei zentrale Instrumente, die sogenannten Leitzinssätze. Sie legen fest, zu welchen Konditionen sich Kreditinstitute bei der Zentralbank mit Liquidität versorgen können. Durch die Anpassung des jeweiligen Zinsniveaus können die Währungshüter die Zinssätze aller Kreditgeschäfte im Euroraum beeinflussen.

Als "Leitzins" wird dabei im allgemeinen Sprachgebrauch jener Zinssatz bezeichnet, den Banken und Währungshüter als "Zinssatz für Hauptrefinanzierungsgeschäfte" (Englisch: "Main Refinancing Operations") bezeichnen. Daneben gibt es noch den Spitzenzins für die kurzfristige Liquiditätsversorgung der Banken und den Einlagezins ("Zinssatz für die Einlagefazilität"", der die Höhe der Zinsen bestimmt, die Banken erhalten, wenn sie bis zum nächsten Geschäftstag Geld bei der EZB hinterlegen.

Der Hauptzinssatz liegt seit März 2016 bei 0,00 Prozent. Den Spitzenzins hält die EZB bislang unverändert bei 0,25 Prozent. Den spezielle Einlagenzins - von Kritikern auch als "Strafzins" bezeichnet - liegt seit Juni 2014 im negativen Bereich. In ihrer jüngsten Entscheidung senkte die EZB diesen Zinssatz von -0,40 auf -0,50 Prozent ab.

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06:31 Uhr

Deutsche Bank akzeptiert Millionen-Vergleich

Deutsche Bank
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Die Deutsche Bank hat einen weiteren Rechtsstreit in den USA mit einem millionenschweren Vergleich beigelegt. Der Konzern akzeptiert eine Zahlung von 15 Millionen Dollar (13,6 Millionen Euro), um eine Klage wegen angeblicher Manipulationen am Anleihemarkt aus der Welt zu schaffen. Das geht aus Gerichtsunterlagen hervor.

Investoren hatten der Bank jahrelange Preisabsprachen bei Hypothekenpapieren vorgeworfen, die von den US-Immobilienfinanzierern Fannie Mae und Freddie Mac ausgegeben worden waren. Die Klage richtete sich auch gegen eine Reihe anderer großer Geldhäuser. Die Deutsche Bank ist das erste Institut, das einen Vergleich erzielte. Die Deutsche Bank räumt mit dem Kompromiss kein schuldhaftes Handeln ein, musste sich aber dazu verpflichten, ihre internen Kontrollen zu verbessern.