Freitag, 15. November 2019Der Börsen-Tag

mit Kai Stoppel
17:59 Uhr

Dax verpasst knapp neues Jahreshoch

Dax
Dax 13.166,58

Die Börsenwoche in Frankfurt ist zu Ende und der Dax geht mit einem Plus von 0,5 Prozent auf 13.242 Punkte aus dem Handel. Es war für den Dax zugleich die sechste Gewinnwoche in Folge, wenngleich sich das Wochenplus diesmal nur auf 0,1 Prozent beläuft.

Während in Frankfurt ein neues Dax-Jahreshoch knapp verpasst wird - das alte liegt bei 13.308 Punkten -, knallen an der Pariser Börse die Champagnerkorken: Dort notiert der Benchmarktindex Cac-40 auf dem höchsten Stand seit zwölf Jahren. Auch an der Wall Street regnet es heute neue Rekordstände bei den wichtigsten Indizes.

Leicht positiv wirkt - wie bereits mehrfach erwähnt - die Hoffnung auf eine Lösung des US-chinesischen Handelsstreit. Laut Lawrence Kudlow, oberster Wirtschaftsberater des US-Präsidenten, rückt ein Handelsabkommen zwischen den USA und China näher: "Es ist noch nicht fertig, aber es gab sehr gute Fortschritte und es war auch sehr konstruktiv", so Kudlow.

Thomas Altmann, Portfoliomanager beim Vermögensverwalter QC Partners, warnt aber vor allzu großer Zuversicht. "Es scheint, als hätten alle vergessen, wie häufig diese Hoffnung bereits enttäuscht wurde. Ich empfehle deshalb, den Deal erst dann zu feiern, wenn die Tinte getrocknet ist."

Die höhere Risikofreude drückt den Goldpreis, eine Feinunze (31 Gramm) des Edelmetalls verbilligt sich um 0,4 Prozent auf 1465 Dollar. Vor allem Fonds trennten sich davon, sagt Alexander Zumpfe, Experte beim Goldhandelshaus Heraeus. "Im starken Kontrast dazu steht die sehr starke physische Nachfrage deutscher Anleger nach Münzen und Goldbarren."

Wenig Neuigkeiten gibt es hingegen für die Werte im Dax. Am besten schlagen sich heute Heidelbergcement, die um 2,7 Prozent zulegen. Dahinter folgen Volkswagen mit einem Aufschlag von 2,0 Prozent. Einen schwachen Tag hingegen erwischen Daimler, die mit einem Minus von 0,9 Prozent am Index-Ende landen.

Und damit bleibt mir nur, mich von Ihnen und diesem heutigen "Börsen-Tag" zu verabschieden. Einen schönen Abend sowie ein erholsames Wochenende wünsche ich Ihnen.

Ihr Kai Stoppel

17:21 Uhr

Schwäche der USA hilft Euro nach oben

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,11

Der Kurs des Euro legt zum Wochenschluss noch mal zu. Am Nachmittag erreicht die Gemeinschaftswährung ein Tageshoch bei 1,1053 US-Dollar, nachdem sie am Vormittag noch auf einem Tagestief von 1,1015 Dollar gehandelt worden war.

Der Grund: Am Nachmittag setzen US-Konjunkturdaten den Dollar unter Druck. Im Oktober ist die amerikanische Industrieproduktion deutlich gefallen. Experte Ulrich Wortberg von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba) verweist darauf, dass die US-Industrie bereits den zweiten Produktionsdämpfer in Folge einstecken musste. "Die Erwartung an eine weitere Zinssenkung in den USA könnten verstärkt werden", sagt Wortberg.

16:32 Uhr

Neue Hoffnung treibt Wall Street auf Rekordhoch

Ermutigende Signale im Handelsstreit pushen die US-Börsen auf neue Höchststände. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte klettert um 0,4 Prozent auf 27.885 Punkte, wie auch der breiter gefasste S&P 500, der auf 3107 Punkte steigt. Der Index der Technologiebörse Nasdaq legt ein halbes Prozent auf 8524 Punkte zu.

"Die Märkte klammern sich an die Vorstellung, dass es doch einen Deal geben wird", sagt SEB-Stratege Per Hammarlund. Dem Wirtschaftsberater von US-Präsident Donald Trump, Larry Kudlow, zufolge, könnte eine Einigung im Streit mit China schon bald stehen.

Ein optimistischer Ausblick des US-Chipanlagenbauers Applied Materials verhilft Halbleiterwerten zu Gewinnen. Der weltgrößte Chipanlagenbauer geht dank einer hohen Nachfrage nach Prozessorchips für das erste Quartal von höheren Erlösen aus als von Analysten erwartet. Die Aktien von Applied Materials ziehen um mehr als sieben Prozent an. Titel von Advanced Micro Devices und Micron steigen um bis zu 2,6 Prozent.

15:50 Uhr

US-Industrie sorgt für negative Überraschung

Damit hat kaum ein Experte gerechnet: Die US-Industrie hat im Oktober ihre Produktion spürbar heruntergefahren. Die gesamte Produktion - zu der auch Versorger und Bergbau beitragen - fiel im Oktober um 0,8 Prozent und damit doppelt so stark wie erwartet. Es zudem war der stärkste Rückgang seit Mai 2018.

Die Industrie macht etwa zwölf Prozent des Bruttoinlandsproduktes der USA aus. Ihre Aussichten haben sich angesichts der schwächeren Weltkonjunktur eingetrübt. Zudem dürfte ihr der eskalierende Handelskonflikt der USA mit China zu schaffen machen.

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Die Industrie macht etwa zwölf Prozent des Bruttoinlandsproduktes der USA aus.

(Foto: imago images / Mint Images)

 

15:30 Uhr

Was bedeuten niedrige Zinsen für Anleger?

Die Europäische Zentralbank bestimmt mit ihrer Geldpolitik, welche Zinsen wir bekommen oder zahlen. Auch nach dem jüngsten Führungswechsel sieht es längerfristig nach null Prozent oder sogar weniger aus. Wer leidet darunter und wer freut sich vielleicht darüber?

Zinsen spielen an der Börse auch eine große Rolle, wenn es um Hebelprodukte geht. Warum hier leicht hunderte Euro verloren gehen können und worauf man deshalb unbedingt achten sollte, darüber spricht Bianca Thomas mit Matthias Hüppe von der HSBC.

 

15:05 Uhr

Aktie von Luxus-Firma mit Rekord-Kurssprung

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Im vergangenen September erst wagte sich Farfetch an die New Yorker Börse.

(Foto: imago/Levine-Roberts)

Diese Zahlen hauen Börsianer aus ihren Gucci-Socken: Der Online-Händlers für Luxus-Artikel Farfetch glänzt mit einem Quartalsergebnis, das besser ausfällt als erwartet - und es folgt der größte Kurssprung der Firmengeschichte. Die Farfetch-Aktie steigt im im vorbörslichen US-Geschäft um 24 Prozent.

Das Unternehmen verdoppelte den Umsatz auf 255,5 Millionen Dollar. Der Verlust fiel mit 0,28 Dollar je Aktie geringer aus als befürchtet. Das Wachstum gehe wegen hoher Marketing-Ausgaben aber auf Kosten der Marge, warnt Analystin Jelena Sokolova vom Research-Haus Morningstar.

14:22 Uhr

Blauer Diamant lässt Aktien in die Höhe springen

Erneut geht es um Edelsteine in diesem "Börsen-Tag" - aber diesmal steigen die Kurse. Grund dafür ist der Verkauf eines 20,08 Karat (4,02 Gramm) schweren Blauen Diamanten - dieser katapultiert die Aktie von Petra Diamonds auf ein Zwei-Monats-Hoch.

Die Papiere des Edelsteinschürfers steigen in London um 8,8 Prozent 9,25 Pence. Der seltene blaue Diamant wurde im September in der südafrikanischen Cullinan-Mine gefunden und geht den Angaben zufolge für 14,9 Millionen Dollar an einen unbekannten Käufer.

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(Foto: Petra Diamonds)

 

13:41 Uhr

VW beschleunigt Umbau zum E-Auto-Konzern

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Volkswagen beschleunigt den Wechsel in die Elektromobilität. In den kommenden fünf Jahren (2020 bis 2024) will der weltgrößte Autobauer knapp 60 Milliarden Euro in klimafreundliche Antriebe und die Digitalisierung stecken. Das beschloss der Aufsichtsrat der Wolfsburger. Für den letzten fünfjährigen Planungszeitraum bis 2023 hatte der Konzern ein Investitionsvolumen von 44 Milliarden für diese Themen angesetzt.

Das nun beschlossene Budget entspricht etwas mehr als 40 Prozent der für den Zeitraum geplanten Gesamtausgaben. Allein 33 Milliarden sind für die Elektromobilität vorgesehen. "Wir erhöhen in die folgenden Jahren mit unseren Investitionen noch einmal das Tempo", sagte Aufsichtsratschef Hans Dieter Poetsch.

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Binnen zehn Jahren (bis 2029) plant der Konzern bis zu 75 reine Elektro-Modelle, bisher waren bis 2028 etwa 70 Modelle geplant.

(Foto: VW)

 

12:53 Uhr

Trotz Trump-Kritik - Defizit mit der EU weitet sich aus

Der von US-Präsident Donald Trump immer wieder kritisierte Exportüberschuss der EU-Länder im Handel mit den Vereinigten Staaten weitet sich aus. Die Ausfuhr von Waren in die USA übertraf die Einfuhren von dort in den ersten neun Monaten diesen Jahres um rund 115 Milliarden Euro, ein Plus von etwa 13 Prozent, wie das Statistikamt Eurostat mitteilte. Im Vorjahreszeitraum betrug der Überschuss nur etwa 102 Milliarden Euro.

Trump hat das Defizit seines Landes im Warenhandel mit der Europäischen Union wiederholt angeprangert und deshalb mehrfach mit Strafzöllen unter anderem auf europäische Autos gedroht. Während die EU-Exporte in die weltgrößte Volkswirtschaft zwischen Januar und September binnen Jahresfrist um 11,8 Prozent auf 334 Milliarden Euro zulegten, stiegen die Importe von dort in die EU um elf Prozent auf knapp 219 Milliarden Euro.

11:59 Uhr

Amazon testet in Deutschland neue Versand-Idee

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Das Geschäft mit Versandwaren floriert, die Sache mit der passgenauen Zustellung ist jedoch nach wie vor ein ungelöstes Problem. Online-Händler Amazon macht nun einen neuen Vorstoß: In Deutschland sollen künftig die Sendungen mehrerer Tage gebündelt und an einem vom Kunden gewählten Termin zugestellt werden, wie die "Wirtschaftswoche" berichtet.

Amazon erklärte dazu auf Nachfrage: "Wir testen unterschiedliche Programme, die es Prime-Mitgliedern ermöglichen, die Zustellungszeit zu steuern." Wie aus Kreisen zu erfahren war, handelt es sich dabei allerdings um einen Test mit einer sehr begrenzten Zahl von Kunden.

In den USA hat der Konzern dem Bericht zufolge bereits vor einigen Monaten das "Amazon Day" genannte Konzept eingeführt. So könne auf der einen Seite Verpackung gespart werden, andererseits steige durch den Wunschliefertag die Wahrscheinlichkeit, dass der Kunde zu Hause sei.

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11:24 Uhr

Edelstein-Aktie von Botswana Diamonds stürzt massiv ab

Ein wachsender Verlust löst einen Ausverkauf bei Botswana Diamonds aus. Die Aktien des Edelstein-Schürfers fallen in London um knapp 23 Prozent auf 0,87 Pence. Der Nettoverlust wuchs im abgelaufenen Geschäftsjahr den Angaben zufolge auf umgerechnet 0,9 von 0,7 Millionen Euro. Außerdem kündigte das Unternehmen weiteren Kapitalbedarf an.

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(Foto: SIPHIWE SIBEKO)

 

10:57 Uhr

Bremer Firma will eigene Weltraum-Rakete bauen

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Bisher dominieren US-Firmen wie SpaceX, Boeing und Lockheed Martin - in Europa Airbus - das Geschäft mit Raumflügen. Nun will eine kleine deutsche börsennotierte Firma es ihnen gleichtun:  Das Bremer Unternehmen OHB will die von ihm gebauten Satelliten künftig mit eigenen Raketen ins All schießen. "Ohne Raketen sind Satelliten nutzlos", sagte OHB-Chef Marco Fuchs gegenüber "Bloomberg".

Dabei geht es vor allem um kleine Satelliten - deren Anbieter sind laut dem Bericht oft auf das Wohlwollen großer Raumfahrtfirmen angewiesen, um einen Platz in einer der großen Raketen zu bekommen. Oft würden ihre Projekte lange Zeit auf Wartelisten verbringen, bis es einen Starttermin für sie gibt.

OHB möchte mit kleinen Raketen diese Art von Satelliten schnell und unkompliziert ins All schicken. Erfahrung mit dem Raketenbau hat das Unternehmer als Zulieferer für die europäische Trägerrakete Ariane. Bereits Ende 2021 könnte der erste Start erfolgen.

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(Foto: imago/Nordphoto)

 

10:11 Uhr

Stabilus-Aktie sorgt für Furore am deutschen Markt

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Mit einem riesigen grünen Balken erscheint die Aktie des Luxemburger Gasdruckfedern-Spezialist Stabilus auf den Bildschirmen der Börsenhändler: Um mehr als sieben Prozent nach oben geht es für die im deutschen SDax notierte Aktie im frühen Handel.

Der Grund für den Höhenflug: Stabilus verzeichnet nach eigenen Angaben im abgelaufenen Geschäftsjahr im Industriegeschäft eine Umsatzsteigerung und konnte dadurch zu einem großen Teil den Rückgang im Automotive-Geschäft ausgleichen. Für das laufende Jahr rechnet das Unternehmen wieder mit einem Umsatzwachstum. Zudem hält Stabilus an seiner Langfrist-Planung "Star 2025" fest.

09:30 Uhr

Signal der Hoffnung lässt Dax wieder steigen

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Nach zwei Handelstagen mit leichten Verlusten geht es zum Wochenschluss an der Frankfurter Börse wieder leicht nach oben. Im frühen Handel legt der Dax um 0,2 Prozent auf 13.210 Punkte zu und steht fast wieder genau da, wo er vor genau sieben Tage auch schon stand - was eigentlich alles über die vergangene Handelswoche sagt.

Die Anleger in Frankfurt halten sich zum Wochenschluss an der Hoffnung auf eine Einigung im Handelsstreit mit China fest. Der Wirtschaftsberater von US-Präsident Donald Trump, Larry Kudlow, hatte sich zuversichtlich zu einem Abkommen zwischen den USA und China geäußert. "Es braucht nur einige positive Kommentare zum Verlauf der Handelsgespräche zwischen den USA und China, um die Stimmung auf dem Börsenparkett wieder zu verbessern", sagt Milan Cutkovic, Marktanalyst beim Brokerhaus AxiTrader.

Guten Morgen, mein Name ist Kai Stoppel und ich begleite Sie heute durch den "Börsen-Tag". Bei Fragen, Anregungen und Kritik schreiben Sie mir doch einfach eine Nachricht an: kai.stoppel@nachrichtenmanufaktur.de.

08:44 Uhr

Alibaba hofft auf zweistellige Milliarden-Effekt

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REUTERS

Der chinesische Amazon-Konkurrent Alibaba will bei seinem Börsengang in Hongkong umgerechnet bis zu 12,5 Milliarden Euro einnehmen.

  • Der Online-Handelsgigant will Anlegern neuesten Angaben zufolge bis zu 575 Millionen Aktien anbieten.
  • Die Aktien kommen zu je 188 Hongkong-Dollar in den Handel.
  • Das könnte bis zu 13,8 Milliarden Dollar (12,5 Milliarden Euro) in seine Kassen spülen, heißt es.
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07:58 Uhr

Daumen hoch in Frankfurt: Dax drückt nach oben

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Höhenflüge in Zeiten der Niedrigzinsen: Der Dax dürfte am Freitag wieder deutlich über 13.200 Punkten starten.

picture alliance/dpa

Rosige Aussichten am deutschen Aktienmarkt: An der Frankfurter Börse zeichnet sich ein starker Start in den letzten Handelstag der Woche ab.

  • In den vorbörslich errechneten Indikationen wird der Leitindex Dax zur Eröffnung bei 13.252,00 Punkten gesehen, was einem deutlichen Plus von 0,5 Prozent entspricht.
  • Am Vortag war das prominenteste deutsche Kursbarometer schwache 0,4 Prozent im Minus bei 13.180,23 Zählern aus dem Handel gegangen.
  • Die Vorgaben aus Übersee fallen durchwachsen aus: An der New Yorker Wall Street hatten Dow und S&P-500 am Vorabend weitgehend richtungslos geschlossen. Der Nikkei in Tokio liegt am Morgen kräftig im Plus.
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07:27 Uhr

China pumpt Milliarden in den Markt

Präzise gestutzte Hecken: Ein Wachmann patrouilliert vor der chinesischen Zentralbank in Peking.

Präzise gestutzte Hecken: Ein Wachmann patrouilliert vor der chinesischen Zentralbank in Peking.

REUTERS

Das Riesenreich öffnet seine Geldschleusen: Die chinesische Zentralbank People's Bank of China (PBoC) hat weitere 200 Milliarden Yuan (26 Milliarden Euro) im Geldmarkt freigesetzt.

  • Ziel der Maßnahme ist es, eine Verteuerung von Krediten zu verhindern und die Wirtschaft zu stützen.
  • Die Leitzinsen rührten die Währungshüter der Volksrepublik dabei allerdings nicht an: Der Satz für mittelfristige Darlehen an Finanzinstitutionen (MLF) blieb bei 3,25 Prozent.
  • Chinas Wirtschaft wächst derzeit so langsam wie seit fast 30 Jahren nicht mehr. Der Volksrepublik macht der Handelskonflikt mit den USA zu schaffen, aber auch die schwächere Nachfrage nach chinesischen Exportprodukten.

Hintergrund: Die Wirtschaftslenker in Peking hatten im August eine weitreichende Zinsreform verkündet. Dabei soll die Zentralbank unter anderem darauf hinwirken, dass Finanzinstitute den Referenzzinssatz LPR an ihre Kunden weitergeben.

Dieser Spezialzins ist tendenziell niedriger als der klassische Leitzins, zu dem sich die Geschäftsbanken Geld bei der Notenbank leihen können.

07:10 Uhr

Inflation im Blick: So steigen die Preise in Deutschland

Die Entwicklung der Verbraucherpreise stehen im Mittelpunkt der geldpolitischen Debatte: Die Währungshüter der Eurozone haben den Auftrag, möglichst stabile Preise zu gewährleisten und ein Ausbrechen in die Inflation oder gar in eine Deflation - also eine Phase sinkender Preise - zu verhindern.

Verantwortlich für die Preisstabilität in der Eurozone ist die Europäische Zentralbank (EZB). Unter dem langjährigen Notenbankchef Mario Draghi wurde das Niveau der Leitzinsen immer weiter abgesenkt - bis die wichtigste Geldschraube der Geldpolitik im März 2019 schließlich den vorläufigen Anschlag erreichte. Seitdem liegt der für alle Kreditgeschäfte im Euroraum maßgebliche Leitzins bei 0,00 Prozent.

Da die Verbraucherpreise sich bislang wenig von der Geldschwemme in historisch bisher unbekannten Ausmaßen beeindruckt zeigt, wagte die EZB sogar schon den Tabubruch, den Spezialzins für Banken in den negativen Bereich zu senken.

Jüngste Inflationsdaten aus Deutschland (siehe n-tv.de Infografik unten) deuten darauf hin, dass diese kühne Maßnahme womöglich nicht ausreichen könnte. Der Preisauftrieb verlor wie schon seit August weiter an Schwung. Im Oktober lag die Inflationsrate noch bei 1,1 Prozent - weit entfernt vom Zielbereich der EZB von knapp unter 2,0 Prozent.

Wie geht es mit den Leitzinsen weiter? Aufschluss über die Handlungsspielräume und -zwänge der Währungshüter dürfte die Entwicklung der Verbraucherpreise in der Eurozone liefern. Die für die EZB-Betrachtung maßgeblichen Daten werden heute gegen 11.00 Uhr erwartet.

*Datenschutz

 

06:36 Uhr

Euro feiert die deutsche Konjunkturstärke

Der letzte Handelstag der Woche beginnt im Devisenhandel mit Zuversicht beim Euro. Die unerwartet starken Konjunkturdaten aus Deutschland wirken offenbar nach. Die europäische Gemeinschaftswährung hält sich in der Nacht über der Marke von 1,10 Dollar.

  • Am frühen Morgen notiert der Euro bei 1,1025 Dollar und damit 0,02 Prozent über dem Vorabendniveau.
  • Den Referenzkurs hatte die Europäische Zentralbank (EZB) zuletzt am Donnerstagnachmittag noch mit 1,0997 Dollar angegeben. Der Dollar kostete damit 0,9093 Euro.
  • Auf der Terminagenda des Tages tauchen vor dem Wochenende weitere Konjunkturdaten auf, die das Bild der unerwarteten deutschen Stärke untermauern oder kontrastieren könnten. Am späten Vormittag etwa werden Daten zur Entwicklung der Verbraucherpreise in der Eurozone erwartet.
Euro / US-Dollar
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