Freitag, 19. Juni 2020Der Börsen-Tag

Heute mit Wolfram Neidhard
17:41 Uhr

Dax am Hexensabbat mit Gewinn - Wirecard brennt weiter

Die Silhouette einer "Hexe" ist während der Walpurgisnacht vor dem Feuer zu sehen. Foto: Matthias Bein/Archivbild

(Foto: Matthias Bein/dpa-Zentralbild/dpa)

Wirecard, Wirecard und immer wieder Wirecard: Der wegen einer Bilanzaffäre kräftig ins Straucheln geratene Finanzdienstleister war auch heute bestimmendes Thema an der Frankfurter Börse. Am Mittag sorgte der Rücktritt des langjährigen Konzernchefs Markus Braun für Aufsehen, denn unter ihm ist Wirecard zu einem Dax-Unternehmen geworden. Der Aktienkurs fiel heute erneut rasant um 35,3 Prozent auf 25,82 Euro. Am Vormittag war das Papier zeitweise weniger als 20 Euro wert gewesen. Etwas stützend für die Aktie wirkten die angeblich "konstruktiven Gespräche" der Aschheimer mit den kreditgebenden Banken.

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Ansonsten befanden sich die Märkte im Griff des sogenannten Hexensabbat, der häufig von erhöhter Volatilität geprägt ist, am Berichtstag aber tendenziell stützt. Heute verfielen Futures und Optionen auf Indizes und Aktien an den Terminbörsen.

Der Dax ging mit einem Plus von 0,4 Prozent auf 12.331 Punkte ins Wochenende. Zum Handelsschluss hin hatte er noch Gewinnabgaben verzeichnet. Der MDax gewann 0,2 Prozent auf 26.246 Zähler. Der TecDax, der ebenfalls den schweren Rucksack Wirecard trug, verlor 0,2 Prozent auf 3007 Stellen. Der EuroStoxx50 ging um 0,7 Prozent auf 3273 Punkte nach oben.

Nun stehen viele Indexänderungen an. Für die Lufthansa war es vorerst der letzte Tag im Dax, die Aktie gewann 3,1 Prozent. Den Platz der Lufthansa nimmt die Deutsche Wohnen ein, deren Papier sich heute um 3,7 Prozent verbilligte.

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17:15 Uhr

Streit um Lufthansa-Rettungspaket - Ratingagentur warnt

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Heinz Hermann Thiele

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Ratingagentur Moody's hat davor gewarnt, dass eine Ablehnung des Stabilisierungspakets durch die Lufthansa-Aktionäre negative Folgen für die Bonität der Fluggesellschaft haben könnte. Die aktuelle Bonitätseinstufung mit "Ba1" gehe davon aus, dass die Rettungsmaßnahmen der Regierung umgesetzt werden, teilte die Ratingagentur mit. Der Druck auf das Rating werde ansonsten sehr beträchtlich sein.

Moody's bezog sich mit der Warnung auf Großaktionär Heinz Hermann Thiele, der die Bedingungen des ausgehandelten Rettungspakets kritisch sieht. Thiele könnte mit seiner Beteiligung von 15 Prozent die Zustimmung auf der Hauptversammlung blockieren, wenn weniger als 50 Prozent des Aktienkapitals anwesend sind. Notwendig für einen positiven Beschluss wäre dann nämlich eine Zwei-Drittel-Mehrheit.

16:22 Uhr

VW-Software-Einheit vor dem Start - Betriebssystem bis 2024

Die Software-Einheit von Volkswagen steht nach monatelanger Vorbereitung vor dem Start: Zum 1. Juli soll die Entwicklung einer eigenen Digital-Plattform für alle Marken im Konzern beginnen. Diese bildet den Kern eines Auto-Betriebssystems, das bis 2024 voll ausgearbeitet sein soll.

VW will laut Digitalvorstand Christian Senger die "komplette Fahrzeugarchitektur" inklusive Elektronik dabei selbst kontrollieren. Man bleibe aber offen für Partnerschaften, Joint-Ventures oder Beteiligungen. Die "Car.Software"-Organisation bei VW soll nach bisherigen Plänen bis 2025 mehr als 10.000 Experten umfassen, bis zum Ende des laufenden Jahres könnten es schon 5000 Mitarbeiter sein. Ziel ist es, mehr Systeme in Eigenregie zu programmieren und so die Wertschöpfung zu vergrößern.

16:08 Uhr

Grüner Handelsbeginn an der Wall Street

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(Foto: imago images/ZUMA Wire)

Die amerikanischen Anleger haben ihre Corona-Bedenken zum Wochenschluss scheinbar abgeschüttelt und setzen auf eine Konjunkturerholung. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte legte 1,2 Prozent auf 26.395 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 gewann 1,2 Prozent auf 3150 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq kletterte ein Prozent auf 10.040 Stellen. Die Anleger blendeten die Rekordzunahme an Corona-Neuinfektionen innerhalb eines Tages in sechs US-Bundesstaaten aus.

Aktien der Ölkonzerne Exxon und Chevron kamen die steigenden Ölpreise zugute. Die Papiere gewannen bis zu 2 Prozent. Occidental Petroleum und Devon Energy kletterten um mehr als 3 Prozent. Der Ölpreis legte am Tag nach dem Treffen der Opec-Staaten und ihrer Verbündeten um rund 2 Prozent zu. Die Opec-Mitgliedsstaaten Irak und Kasachstan sagten Insidern zufolge zu, sich stärker an die vereinbarten Förderkürzungen zu halten. Das deutet darauf hin, dass die Förderung im Juli noch stärker zurückgefahren werden könnte.

15:38 Uhr

Neue Stärke für den Euro?

Nachdem die USA den Leitzins weiter gesenkt haben, ist der US-Dollar zunehmend unter Druck gekommen. Wie stark kann das den Euro noch nach oben bringen? Und wie können Trader das mit Hebelinstrumenten nutzen? Friedhelm Tilgen spricht darüber mit Matthias Hüppe von der HSBC.

15:19 Uhr

BMW und Daimler stoppen gemeinsames Entwicklungsprojekt

Hier wurde die Notbremse gezogen: BMW und Mercedes-Benz haben ihre Entwicklungskooperation für hochautomatisiertes Fahren aus Kostengründen vorerst abgebrochen. Nach intensiver Prüfung seien sie zu dem Ergebnis gekommen, dass jetzt wegen des hohen Aufwands für eine gemeinsame Technologie und angesichts der konjunkturellen Rahmenbedingungen nicht der richtige Zeitpunkt dafür sei, teilten BMW und die Mercedes-Mutter Daimler mit.

Beide Unternehmen wollten nun eigene Entwicklungspfade verfolgen, hieß es weiter. Eine spätere Zusammenarbeit sei aber möglich. Die Corona-Krise hat das Geschäft der Autohersteller einbrechen lassen. Die Unternehmen reagieren darauf mit Kostensenkungen und Personalabbau.

14:56 Uhr

Britische Verschuldung und Brexit belasten Pfund-Kurs

Kein guter Tag für das Pfund: Die britische Währung hat sich rund um ein halbes Prozent auf 1,2370 US-Dollar verbilligt. Eine Erholung der britischen Einzelhandelsumsätze im Mai stimmte die Anleger zunächst zuversichtlich, allerdings kippte die Stimmung angesichts der durch die Corona-Pandemie rasant gestiegenen öffentlichen Verschuldung.

Auch das Thema Brexit lastet weiter auf den Kursen. Die Verhandlungen zwischen Großbritannien und die EU über die künftigen Beziehungen nach dem Ausstieg stecken seit längerem fest.

14:34 Uhr

Kündigung droht: Wirecard ringt mit Banken um Kreditlinien

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(Foto: dpa)

Bei Wirecard rauchen nach dem Abtritt von Konzernchef Markus Braun die Köpfe. Der Finanzdienstleister arbeitet an der Abwendung der drohenden Kündigung von milliardenschweren Krediten. Der Konzern führe "konstruktive Gespräche" mit den kreditgebenden Banken über die Fortführung der Kreditlinien und die weitere Geschäftsbeziehung, teilte der von einem Bilanzskandal erschütterte Dax-Konzern mit.

Die Banken können Wirecard-Kredite in Höhe von rund 2 Milliarden Euro kündigen, wenn bis heute kein testierter Jahresabschluss vorliegt. Dieser ist allerdings gestern erneut verschoben worden.

Wie geht's der Wirecard-Aktie? Ihr Kurs verringerte sich am Nachmittag um 27,5 Prozent auf 28,99 Euro.

13:56 Uhr

Wall Street wird deutlich fester erwartet

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(Foto: AP)

Gute Vorzeichen in den USA: Die Wall Street dürfte mit einem deutlichen Plus in den letzten Handelstag der Woche starten. Der Future auf den S&P-500 gewinnt aktuell 0,9 Prozent.

Nachdem zu Wochenbeginn noch die Sorgen vor einer zweiten Infektionswelle und möglicherweise weiteren negativen Auswirkungen auf die Konjunktur belastet hatten, wurde dies durch zuletzt mehrheitlich überzeugende US-Konjunkturdaten etwas in den Hintergrund gedrängt. Nun verstärkt sich wieder die Hoffnung auf eine rasche konjunkturelle Erholung. Heute ist die Agenda der Konjunkturdaten allerdings übersichtlich. Es wird lediglich die US-Leistungsbilanz für das erste Quartal veröffentlicht.

Mit Sorge wird allerdings auf die weiteren Entwicklungen zwischen den USA und China geschaut. US-Präsident Donald Trump hat China mit einem Abbruch aller wirtschaftlichen Beziehungen gedroht. Eine "vollständige Entkoppelung" von China sei unter gewissen Umständen eine "Politik-Option", twitterte Trump gestern. Er widersprach damit seinem Handelsbeauftragten Robert Lighthizer.

13:38 Uhr

Händler: Bald wieder Übernahmespekulation in Wirecard möglich

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Wirecard 3,60

Stabilisiert sich die Wirecard-Aktie nun etwas? Bislang gibt es kaum Anzeichen dafür. Einem Händler zufolge dürfte das Papier dennoch "so langsam aus allen Portfolios entfernt worden sein". Der Umsatz in der ersten Handelsstunde war mit 200 Millionen Euro erneut riesig. Selbst Dax-Standardwerte wie Siemens und Deutsche Telekom hätten dagegen nur jeweils Umsätze unter 25 Millionen Euro.

  • Stützend könnten nach einem derart gigantischen Kurszusammenbruch in nächster Zeit Übernahmespekulationen wirken, meint der Händler: "Das Geschäftsmodell ist gut und zukunftsorientiert und man hat es nicht mit lange Zeit unkalkulierbaren Klagerisiken wie bei Bayer und VW zu tun".

Bei Wirecard könne man dagegen "einfach die 1,9 Milliarden als nicht existent ausbuchen und dann den Wert berechnen". Dabei dürfte sich zeigen, dass man "jetzt für 6 Milliarden ein Unternehmen bekommen könnte, das früher 20 Milliarden Wert war".

13:07 Uhr

Stößt Lufthansa Brussels Airlines ab?

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(Foto: picture alliance / Stephanie Lec)

Tut sich etwas im Lufthansa-Reich? Der Zeitung "La Libre Belgique" zieht der designierte MDax-Konzern eine Pleite oder einen Verkauf seiner belgischen Tochter Brussels Airlines in Betracht. Am kommenden Montag sollten die Gespräche mit der belgischen Regierung über staatliche Finanzhilfe für die unter der Corona-Krise leidende Airline weitergehen, hieß es im Blatt mit Verweis auf anonyme Quellen. Die Lufthansa erklärte, sie wolle sich zu Spekulationen nicht äußern.

Die Fluggesellschaft verhandelt mit Belgien schon länger über einen staatlich garantierten Kredit in Höhe von 300 bis 400 Millionen Euro. Die schon vor der Krise schwächelnde Brussels Airlines will ihre Flotte um 30 Prozent verringern und sich von etwa 1000 der rund 4200 Beschäftigten trennen.

13:04 Uhr

Wirecard-Boss Braun wirft hin - Freis übernimmt

Nun ist es passiert: Inmitten eines milliardenschweren Bilanzskandals ist der Vorstandschef des Zahlungsdienstleisters Wirecard, Markus Braun, zurückgetreten. Er lege sein Amt mit sofortiger Wirkung nieder, teilte das Dax-Unternehmen mit. Interims-Chef werde der frisch in den Vorstand berufene Manager James Freis.

Wirecard hatte seinen Jahresabschluss zuvor mehrfach verschoben und war nach eigenen Angaben von den Abschlussprüfern darauf hingewiesen worden, dass für die Existenz von Bankguthaben über 1,9 Milliarden Euro auf Treuhandkonten keine ausreichenden Nachweise vorlägen. Am frühen Nachmittag notierte die Wirecard-Aktie 43,7 Prozent tiefer bei 22,47 Euro.

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(Foto: dpa)

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12:38 Uhr

UK-Staatsverschuldung erstmals seit 1963 höher als BIP

Die Maßnahmen der britischen Regierung zur Dämpfung der wirtschaftlichen Corona-Folgen haben die Staatsverschuldung des Vereinigten Königreichs über dessen Wirtschaftsleistung nach oben schnellen lassen. Im Mai stieg die Verschuldung nach Angaben des Statistikamts ONS im Jahresvergleich um 173,2 Milliarden Pfund oder 20,5 Prozent auf 1,95 Billionen Pfund (rund 2,2 Billionen Euro). Das ist der stärkste prozentuale Zuwachs gegenüber einem Vorjahresmonat seit Beginn der monatlichen Aufzeichnungen im Jahr 1993.

Die öffentliche Gesamtverschuldung stieg infolgedessen erstmals seit 1963 über die Schwelle von 100 Prozent der gesamten Wirtschaftsleistung (BIP). Sie betrug den Angaben zufolge Ende Mai 100,9 Prozent des BIP. Die hohe Schuldenquote ist auch Folge des heftigen Wirtschaftseinbruchs.

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(Foto: imago/Christian Ohde)

12:16 Uhr

Bei Daimler droht wohl Stellenabbau - Betriebsrat alarmiert

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(Foto: picture alliance/dpa)

Bei Daimler herrscht Unruhe: Der Betriebsrat des Autobauers rechnet wegen der Corona-Krise mit Stellenabbau in den Mercedes-Fabriken.

  • "Je nachdem wie sich die Nachfrage nach unseren Produkten entwickelt, ist nicht auszuschließen, dass sich die Personalmaßnahmen standort- und funktionsabhängig auch auf die Produktionsbereiche ausweiten können", heißt es in einem Schreiben des Betriebsrats an die Beschäftigten.
  • "Wie stark uns der Corona-Schock wirtschaftlich trifft, werden die Bilanzen des zweiten Quartals schonungslos offenlegen – und das gilt nicht nur für Daimler."

Der Arbeitnehmervertretung zufolge will der Vorstand "auch an die Strukturen ran". Das "Handelsblatt" zitierte einen nicht namentlich genannten Manager, demnach mittelfristig die Kapazitäten um 10 bis 20 Prozent reduziert werden müssen, um die Werke auslasten zu können. Nur China sei davon ausgenommen. Daimler gab zu dieser Darstellung keinen Kommentar ab.

11:50 Uhr

Absturz, Tag 2: Wirecard-Aktie weniger als 20 Euro wert

Als "Hexen" verkleidete Teilnehmer nehmen in der Innenstadt am Faschingsumzug teil. Foto: Marijan Murat/dpa

(Foto: Marijan Murat/dpa)

Vor dem großen Verfall an den Terminbörsen, dem so genannten Hexensabbat, hat sich der deutsche Aktienmarkt uneinheitlich gezeigt. Kurz vor Mittag gewann der Dax 0,9 Prozent auf 12.389 Punkte. Dagegen verlor der TecDax "dank" Wirecard 1,1 Prozent auf 2977 Stellen. Der MDax notierte kaum verändert. Der EuroStoxx50 stieg um 1,1 Prozent auf 3285 Punkte. Beim großen Verfall laufen Terminkontrakte und Optionen aus, was häufig zu Kursausschlägen führt.

Das Kursdrama bei Wirecard setzte sich auch heute fort: Nach dem Kurseinbruch vom Vortag von fast 62 Prozent nach abermaliger Verschiebung des Jahresabschlusses für 2019 verloren die Papiere des Zahlungsabwicklers mehr als 50 Prozent auf nunmehr 19,69 Euro. Sollte der Dax-Konzern auch an diesem Freitag keinen testierten Abschluss präsentieren, droht die Kündigung von Krediten in Höhe von etwa 2 Milliarden Euro.

11:15 Uhr

Philippinische Banken: Wirecard ist kein Kunde von uns

Die Bilanzaffäre von Wirecard wird noch verworrener: Zwei philippinische Banken haben dementiert, dass der mit Vorwürfen der Bilanzfälschung konfrontierte Zahlungsabwickler Wirecard Konten bei ihnen unterhält. "Wirecard ist kein Kunde von uns", erklärten die BDO Unibank und die Bank of the Philippine Islands (BPI) in zwei getrennten Mitteilungen. Dokumente, die externe Prüfer von Wirecard vorgelegt hätten, seien gefälscht, erklärte BPI.

BDO teilte mit, Papiere, die ein Konto von Wirecard bei der Bank bestätigen sollten, trügen gefälschte Unterschriften von Bankenvertretern. BDO-Präsident Nestor Tan sagte: "Wirecard ist kein Kunde, wir unterhalten keine Beziehungen zu ihnen. Die gefälschten Dokumente haben unseren Namen benutzt und die Unterschriften unserer Mitarbeiter gefälscht."

11:02 Uhr

Ölpreise durch steigende Nachfrage deutlich fester

Mit den Ölpreisen ist es im Verlauf des Vormittags kräftiger nach oben gegangen. Ein Barrel Nordseeöl der Sorte Brent kostete mit 42,54 US-Dollar 2,5 Prozent mehr, leichtes US-Öl der Sorte WTI verteuerte sich um 2,9 Prozent auf 39,97 Dollar.

Damit zeigten sich die Preise unbeeindruckt von den Turbulenzen an anderen Märkten, sagte ein Marktanalyst. Das deute darauf hin, dass die physische Nachfrage steigt.

10:46 Uhr

Umsatzsprung im britischen Einzelhandel

In Großbritannien ziehen nach einem Rekordeinbruch des Einzelhandelsumsatzes wegen der Corona-Pandemie die Branchengeschäfte wieder an. Im Zuge der Lockerungen stiegen die Erlöse im Mai um 12 Prozent zum Vormonat und damit so stark wie noch nie, wie das nationale Statistikamt ONS mitteilte. Im April waren die Erlöse wegen der strikten Eindämmungsmaßnahmen und Geschäftsschließungen allerdings noch in historischem Ausmaß um 18 Prozent geschrumpft.

Dass sich der Umsatz nur allmählich normalisiert, zeigt auch der Vorjahresvergleich: Hier gab es ein Minus zum Mai 2019 um gut 13 Prozent. Die Mai-Daten seien noch kein Signal, dass der Wirtschaft eine rasche Erholung gelinge, sagte ein Analyst.

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(Foto: imago/UIG)

10:25 Uhr

Angst vor Kreditkündigung - Wirecard-Anleihe bricht ein

Für Wirecard kommt es nun ganz dick: Nun ist auch die Anleihe des Zahlungsdienstleisters bis 2024 um 21 Prozent auf 31,75 Euro eingebrochen. Sie steht besonders im Fokus wegen des Risikos eventueller Kreditkündigungen. Ohne testierten Jahresabschluss können nun ab heute die Kreditgeber von Wirecard diese kündigen.

  • "Sollte dies aber nicht geschehen, dürfte es mit der Anleihe senkrecht nach oben gehen wie damals bei den Griechen-Bonds", sagte ein Händler.

Der Kurs der Wirecard-Aktie gab am Vormittag um 40 Prozent auf 23,90 Euro nach.

10:08 Uhr

Gewicht von SAP im Dax wird noch größer

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(Foto: imago images/nanopixx)

Die Aktie von SAP wird als Gewinnerin der neuen Dax-Verkettung zu den Schlusskursen gesehen. Das Gewicht der Walldorfer im Leitindex wird nach dem aktuellen Stand von 9,74 auf 10 Prozent hochgenommen.

Damit werden nun frühere Kappungen voraussichtlich rückgängig gemacht. Entsprechend müssen passive rein am Index ausgerichtete Anleger wie ETFs die Aktien von SAP dann dazukaufen.

09:40 Uhr

Mit Abfindung in die Frührente - Stellenabbau bei BMW

Das BMW-Logo ist in einer Felge eines BMW zu sehen. Foto: Silas Stein/dpa/Symbolbild

(Foto: Silas Stein/dpa/Symbolbild)

Der Autobauer BMW will ohne betriebsbedingte Kündigungen 6000 Stellen streichen und hat sich jetzt mit dem Betriebsrat auf ein Maßnahmenpaket geeinigt. Der Stellenabbau erfolge durch Fluktuation und mit freiwilligen Vereinbarungen, teilte der Dax-Konzern mit.

"Rentennahe Altersaustritte" könnten mit Abfindungen vorgezogen werden. 40-Stunden-Verträge würden auf 38 Stunden reduziert. Ein Teil der Mitarbeiter könne auf ein tarifliches Zusatzgeld verzichten und dafür bis zu acht zusätzliche Urlaubstage nehmen. Außerdem unterstützt BMW junge Leute unter 25 Jahren bei externer Vollzeit-Qualifizierung, etwa einem Studium, finanziell und garantiert eine Rückkehr in ein Arbeitsverhältnis nach dem Abschluss.

Der Autoabsatz ist wegen der Corona-Seuche und der Rezession eingebrochen. BMW rechnet im laufenden Quartal mit roten Zahlen. Eine Betriebsvereinbarung garantiert jedem Mitarbeiter seinen Arbeitsplatz - aber nur, solange BMW einen Jahresgewinn erwirtschaftet. Der Konzern beschäftigt derzeit weltweit etwa 126.000 Mitarbeiter.

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09:26 Uhr

Audi-Boss leitet nun auch China-Geschäft

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Markus Duesmann

(Foto: imago/sepp spiegl)

Der Vorstandschef von Audi, Markus Duesmann, leitet künftig auch das wichtige China-Geschäft des Autobauers. Zudem gründete die VW-Tochter laut Mitteilung einen neuen Vorstandsbereich für die komplette Fahrzeugprojektsteuerung, der ebenfalls von Duesmann geleitet werde. Der neu geschaffene Bereich soll als selbstständige Einheit die Baureihen mit derzeit 65 Modellen und die Premium-Elektro-Plattform (PPE) führen.

Für die Leitung des China-Geschäfts war bei Audi bisher der Finanzvorstand zuständig.

09:08 Uhr

Wirecard-Aktie stürzt weiter ab - Dax im Plus, TecDax im Minus

Mit der Wirecard-Aktie ist es weiter steil bergab gegangen. Das Papier startete mit einem Minus von rund 21 Prozent auf 31,34 Euro in den Handel.

Ansonsten ging es mit dem Dax um 0,6 Prozent auf 12.358 Punkte nach oben. Der TecDax verlor durch Wirecard 0,6 Prozent auf 2994 Zähler. Der MDax stieg um 0,1 Prozent auf 26.231 Stellen. Mit dem EuroStoxx50 ging es um 0,7 Prozent auf 3272 Punkte nach oben.

Ansonsten blieben die Anleger in Frankfurt am großen Verfallstag (Hexensabbat) auf der Hut. Die Furcht vor einer zweiten Infektionswelle in der Coronavirus-Pandemie dämpfte die Kauflaune, zugleich hoffen Börsianer vor dem EU-Gipfel weiter auf eine rasche Konjunkturerholung.

Wirecard
Wirecard 3,60

08:55 Uhr

Wirecard und der Dax - Regeln für den Rauswurf

Entgegen anderslautenden Spekulationen im Markt ist ein schneller Rauswurf von Wirecard aus dem Dax äußerst unwahrscheinlich. Generell und völlig unabhängig vom diesem Fall Wirecard, dass eine Aktie nach dem derzeitigen Kenntnisstand selbst bei einer Insolvenz nur dann aus dem Leitindex entnommen wird, wenn der Handel im Prime Standard längere Zeit eingestellt würde. Denn generell hat ein Unternehmen die Chance, ein Insolvenzverfahren in Eigenverwaltung mit einem guten Ausgang abzuschließen.

Das Regelwerk der Deutschen Börse ist da eindeutig: Der Dax wird zum nächsten Überprüfungstermin - das ist aktuell im September - neu sortiert- und zwar auf Basis der Ranglisten, die nach den Schlusskursen Ende August erstellt werden. Sollte eine Aktie dann "Fast Exit" sein, also in der Marktkapitalisierung oder in der Liquidtät schlechter als Platz 45 liegen, würden sie automatisch durch den besten Nachrücker ersetzt.

08:50 Uhr

Nikkei mit moderatem Plus ins Wochenende

Die asiatischen Anleger haben heute zwischen der Furcht vor einer zweiten Welle in der Coronavirus-Pandemie und der Hoffnung auf eine rasche Konjunkturerholung geschwankt. Der Ausbruch des Erregers auf einem Großmarkt in Peking, Hunderte Infektionen in einem Schlachthof in Gütersloh und steigende Erkrankungen in den USA dämpften die Kauflaune der Anleger. Zugleich bleiben die Geldschleusen der Notenbanken aber weit offen, was Hoffnungen auf eine rasche Konjunkturbelebung nach der Krise hoch hält.

In Tokio ging der Nikkei 0,6 Prozent fester bei 22.479 Punkten ins Wochenende. Auf Wochensicht bleibt damit ein Plus von 0,8 Prozent. Japan hob am Freitag Reisebeschränkungen auf.

08:33 Uhr

Ölpreise legen leicht zu

Brent Rohöl
Brent Rohöl 42,40

An der Ölfront hat bislang Ruhe geherrscht. Die Preise haben an ihre Vortagesgewinne angeknüpft und erneut zugelegt. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 41,92 US-Dollar. Das waren 41 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI stieg um 37 Cent auf 39,21 Dollar.

Vor allem die Lockerungen der Corona-Auflagen in vielen Ländern stützten zuletzt die Ölpreise. Dies führt tendenziell zu einem Anziehen der Nachfrage nach Ölprodukten. Allerdings gibt es in verschiedenen Ländern immer wieder Ausbrüche des Virus, was die Unsicherheit hoch hält.

08:20 Uhr

Wirecard-Chef sieht seinen Konzern als Geschädigten an

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(Foto: picture alliance/dpa)

Der ins Straucheln geratene Zahlungsabwickler Wirecard hat abermals Unklarheiten in seiner Bilanz für das vergangene Jahr eingeräumt und deutlich gemacht, dass er sich in der Angelegenheit als Geschädigter sieht. Vorstandschef Markus Braun erklärte: "Es kann derzeit nicht ausgeschlossen werden, dass die Wirecard AG in einem Betrugsfall erheblichen Ausmaßes zum Geschädigten geworden ist."

Eigentlich sollte Wirecard gestern die mehrfach verschobene Veröffentlichung des Jahresabschlusses nachholen. Daraus wurde nichts, denn für das Testat, das die Wirtschaftsprüfer dem Abschluss vor der Veröffentlichung hätten geben müssen, fehlten entscheidende Belege. Knackpunkt sind Bankguthaben über 1,9 Milliarden Euro, was einem Viertel der Bilanzsumme des Konzerns entspricht.

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07:59 Uhr

Dax will Wirecard-Desaster wettmachen

Der Dax wird Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge zum Wochenausklang etwas höher starten. Der deutsche Leitindex hatte am Donnerstag 0,8 Prozent auf 12.282 Zähler verloren.

Dax
Dax 12.504,51

Nach dem spektakulären Kurssturz behalten Anleger Wirecard im Auge. Der Kurs des Zahlungsdienstleisters sackte um fast 70 Prozent ab. Fondsgesellschaften wie DWS und Union Investment prüfen wegen des Bilanz-Desasters Klagen. Der Aufsichtsrat des Finanzdienstleisters zog personelle Konsequenzen und stellte den für das organisatorische Geschäft zuständigen Vorstand Jan Marsalek frei.

Daneben richten die Anleger ihren Blick auf den EU-Gipfel, bei dem über den Wiederaufbaufonds gesprochen werden soll. Der scheidende Euro-Gruppenchef Mario Centeno sieht Spielraum für Verhandlungen zwischen den EU-Ländern über den Fonds. Deutschland und Frankreich wollen den von der Coronakrise schwer getroffenen EU-Staaten mit einem 500 Milliarden Euro schweren Fonds helfen. Bundeskanzlerin Angela Merkel zufolge wird es an diesem Freitag aber noch keine Entscheidung geben.

07:38 Uhr

Eurokurs legt leicht zu

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,13

Der Kurs des Euro steigt im frühen Handel leicht. Die europäische Gemeinschaftswährung wird aktuell mit 1,1215 US-Dollar gehandelt. Sie notiert damit ein wenig höher als am Vortag. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte gestern den Referenzkurs auf 1,1222 (Mittwoch: 1,1232) Dollar festgesetzt.

07:17 Uhr

Asien-Börsen suchen nach Orientierung

Nikkei
Nikkei 22.145,96

Die Börsen in Fernost haben finden keine klare Richtung. Anhaltende Sorgen vor einem Aufflammen der Coronavirus-Pandemie dämpfen vielerorts die Kauflaune. In Japan tendiert der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 0,1 Prozent fester bei 22.386 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index sinkt dagegen um 0,3 Prozent auf 1577 Zähler. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans notiert etwas leichter.

Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen gewinnt wiederum 0,6 Prozent, doch die südkoreanische Börse lässt 0,8 Prozent Federn. Im asiatischen Devisenhandel verliert der Dollar 0,1 Prozent auf 106,88 Yen und stagniert bei 7,0867 Yuan. Zur Schweizer Währung notiert er 0,1 Prozent niedriger bei 0,9504 Franken. Parallel dazu steigt der Euro um 0,1 Prozent auf 1,1211 Dollar und notiert kaum verändert bei 1,0660 Franken. Das Pfund Sterling gewinnt 0,1 Prozent auf 1,2436 Dollar.