Freitag, 21. August 2020Der Börsen-Tag

Heute mit Wolfram Neidhard
17:37 Uhr

Dax beugt sich Europa-PMIs - Leitindex ist Wirecard los

Auf einmal waren die Gewinne futsch: Nach anfänglichen Gewinnen sind Europas Börsen am Nachmittag ins Minus gedreht. Die Anleger reagierten mit leichter Verzögerung auf schwächere europäische Einkaufsmanagerindizes (PMI). Gute PMIs aus den USA konnten die Verluste zwar eindämmen, aber nicht wettmachen. Die Daten sprechen nach Einschätzung von Analysten für eine nur stockende Erholung der Wirtschaft in den europäischen Ländern.

Vor allem die Dienstleister schwächelten. Ursache für die spürbare Stimmungseintrübung in diesem Sektor dürfte nach Einschätzung von Uwe Burkert, Chefvolkswirt bei der LBBW, der zuletzt beobachtete Wiederanstieg der Corona-Infektionszahlen in vielen Regionen Europas und die damit verbundene Furcht vor einem weiteren Lockdown sein.

Dax
Dax 13.206,90

Auch der Dax drehte auf Rot und ging mit einem Abschlag von 0,5 Prozent auf 12.765 Punkte ins Wochenende. Damit verlor der Leitindex in dieser Woche rund 140 Punkte. Der EuroStoxx50 notierte 0,6 Prozent leichter bei 3255 Zählern. MDax und TecDax verzeichneten geringe Zugewinne. 

Als stützend, wenngleich die Aktie nicht davon profitierte, wurde gewertet, dass Bayer in den USA einen Großteil der Klagen um die Verhütungsspirale Essure beigelegt hat. Mit Klägeranwälten seien Vereinbarungen getroffen worden, mit denen etwa 90 Prozent der insgesamt knapp 39.000 Klagen beigelegt würden. Zur Beilegung sei eine Zahlung von insgesamt etwa 1,6 Milliarden US-Dollar vorgesehen. Bayer verloren 0,6 Prozent.

Und zum letzten Mal ein Blick auf Wirecard: Die Aschheimer Skandalnudel verbrachte ihren letzten Tag in Dax und TecDax und verschwindet nun im Börsen-Nirvana. Die Aktie verlor 3,4 Prozent auf 1,24 Euro.

Mehr dazu lesen Sie hier.
16:57 Uhr

Tesla teurer als Walmart - Aktie geht seit Splitankündigung steil

Der E-Auto-Pionier Tesla bleibt an der Börse auf der Überholspur und überflügelt den US-Einzelhandelsriesen Walmart. Der Aktienkurs von Tesla stieg um 4 Prozent auf 2081 Dollar. Der Konzern ist damit rund 388 Milliarden Dollar schwer.

Seit der Ankündigung eines Aktiensplits am 11. August hat Tesla etwa 45 Prozent zugelegt und sich im Gesamtjahr fast verfünffacht. Investoren erwarten, dass die Aktie bald in den S&P-500-Index aufgenommen wird.

Tesla Motors (USD)
Tesla Motors (USD) 423,43

16:39 Uhr

Belarus-Krise setzt russischem Rubel zu

86e3c3c5fa0f7e87aac40d1d258ad441.jpg

In Bedrängnis: Alexander Lukaschenko.

(Foto: AP)

Besorgt schauen die Anleger nach Osteuropa. Sie befürchten eine Einmischung Russlands im Zusammenhang mit der politischen Krise in Belarus. Leidtragender dieser Entwicklung ist der Rubel. Der US-Dollar wertete heute zur russischen Währung um 1,4 Prozent auf 74,98 Rubel auf. Damit war der Rubel so wenig wert wie seit Anfang Mai nicht mehr. Zum Euro fiel er auf den tiefsten Stand seit Ende März.

Auslöser waren Aussagen von Kreml-Sprecher Dmitri Peskow, der sagte, Russland werde alles in seiner Macht stehende tun, um zur Lösung der Situation in Belarus beizutragen, sollte der Minsker Machthaber Alexander Lukaschenko um Hilfe bitten. Präsident Wladimir Putin nahm kurz danach etwas Dampf aus dem Kessel. Er forderte Lukaschenko zum Dialog mit den belarussischen Bürgern auf.

Lesen Sie hier einen Artikel meines Kollegen Uladzimir Zhyhachou über Folterungen in belarussischen Gefängnissen nach der Wahl am 9. August.

16:20 Uhr

Wall Street nach US-Daten fester - Biontech-Aktie heiß begehrt

Biontech
Biontech 57,54

Nach der Veröffentlichung von Konjunkturdaten haben die US-Börsen etwas zugelegt. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notierte 0,3 höher bei 27.811 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 und die Technologiebörse Nasdaq stiegen um je 0,1 Prozent auf 3387 und 11.262 Zähler. Sowohl die verarbeitende Industrie als auch der Dienstleistungssektor verzeichnete im August eine Wiederbelebung bei den Auftragseingängen.

Nach jüngsten Impfstoff-Studiendaten von Biontech deckten sich Anleger mit Aktien des Biotechunternehmens ein. Die Papiere gewannen 9,3 Prozent, die Titel des US-Partners Pfizer lagen leicht im Plus.

Aktien des Schuh-Einzelhändlers Foot Locker stiegen um 2,5 Prozent. Nach einem starken Umsatzanstieg will die Firma eine Dividende für das Quartal in Höhe von 15 Cent je Aktie zahlen.

16:09 Uhr

Dax erholt sich etwas nach US-Einkaufsmanagern

Während die europäischen Einkaufsmanagerindizes enttäuscht haben, liefern die US-amerikanischen eine positive Überraschung. Der Service-PMI ist mit 54,8 klar über der Prognose von 51 geblieben, während der Index für das verarbeitende Gewerbe mit 53,6 ebenfalls über der Erwartung von 51,5 liegt.

Sprechen die Daten doch für ein robusteres Wachstum in den USA als in Europa? Der Dax erholte sich nach den Daten etwas, er verlor nur noch 0,7 Prozent auf 12.735 Punkte.

16:01 Uhr

Hunderttausende warten noch auf Lufthansa-Ticketerstattungen

5f6a8b53709410e164095904b45ac693.jpg

(Foto: dpa)

Rund 1,4 Millionen Kunden des Lufthansa-Konzerns warten immer noch auf Ticketerstattungen für Flüge, die in der Corona-Krise storniert worden sind. Das teilverstaatlichte MDax-Unternehmen ist nach eigenen Angaben aber bei der Abwicklung in den vergangenen Wochen vorangekommen und hat im laufenden Jahr 2,3 Milliarden Euro an 5,4 Millionen Kunden ausgezahlt.

Aus der ersten Jahreshälfte seien noch rund 8 Prozent der Fälle nicht erledigt, teilte die Lufthansa mit. Sie sollen bis Ende August abgearbeitet sein. Die Masse der offenen Verfahren bezieht sich damit auf jüngere Stornierungen. Nach EU-Recht sind Fluggesellschaften bei von ihnen veranlassten Stornierungen zur Rückzahlung des Ticketpreises innerhalb von sieben Tagen verpflichtet.

15:38 Uhr

S&P500 schlägt EuroStoxx50 - und jetzt?

Die Aktienmärkte in den USA erholen sich rasant und laufen den europäischen Börsen davon. Wenn die Kurse in den USA bisher aber schon so stark gestiegen sind, wie viel weiter können sie denn dann noch klettern, und wie wahrscheinlich sind jetzt Rücksetzer? Experten raten wegen der Nervosität im Markt zur Vorsicht. Wie Anleger mithilfe von Optionsscheinen ihr Depot absichern können, darüber spricht Bianca Thomas mit Dirk Grunert von Morgan Stanley.

15:12 Uhr

Erdogan verkündet riesigen Erdgasfund - Lira bleibt schwach

Was hilft, wenn man ein Land führt, das sich in einer wirtschaftlichen Krise befindet? Richtig: eine spektakuläre, gute Nachricht.  Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat den größten Erdgasfund in der Geschichte des Landes bekanntgegeben. Im Schwarzen Meer seien 320 Milliarden Kubikmeter Gas entdeckt worden, sagte Erdogan. Zudem gebe es Anhaltspunkte für weitere Funde in der Region. Nun müsse die Erschließung und Ausbeutung geplant werden mit dem Ziel einer Produktion ab 2023.

Reuters hatte von Insidern erfahren, dass die Gasmenge ausreichen soll, um den Bedarf der Türkei für 20 Jahre abzudecken. Erdogan kündigte zudem an, die umstrittenen Bohrungen im Mittelmeer fortzuführen.

Der türkischen Lira gab diese Nachricht nur kurzen Auftrieb. Danach rutschte ihr Kurs um 0,6 Prozent auf 7,3380 Lira pro US-Dollar ab.

287104c22901529a17f95a14043151ca.jpg

Erdogan bei der Verkündung der Nachricht.

(Foto: AP)

 

Mehr dazu lesen Sie hier.
14:54 Uhr

"Homeoffice und Anzug passen nicht zusammen"

Die deutschen Modehersteller haben im ersten Halbjahr die Auswirkungen der Corona-Pandemie massiv zu spüren bekommen.

  • "Besonders hart trifft es die Hersteller der klassischen Business- und anlassbezogenen Bekleidung insbesondere im Herrenbereich", berichtete der Präsident des deutschen Modeverbandes GermanFashion, Gerd Oliver Seidensticker.
  • "Homeoffice und Anzug passen nicht zusammen und diese Käufe werden von den Verbrauchern einfach nicht nachgeholt", beschrieb Seidensticker am Freitag das Dilemma der Branche.

Insgesamt verzeichne die deutsche Bekleidungsindustrie im ersten Halbjahr ein Umsatzminus von knapp 20 Prozent. Auch der Export, der bisherige Erfolgstreiber der deutschen Modeunternehmen, sei um rund 10 Prozent eingebrochen. Es sei das erste Mal seit mindestens 30 Jahren, dass hier ein Minus zu verzeichnen sei, sagte GermanFashion-Hauptgeschäftsführer Thomas Lange.

14:33 Uhr

Impfstoff-Hoffnung befeuert Biontech-Kurs

Gute Nachrichten machen Unternehmen interessant: Nach jüngsten Impfstoff-Studiendaten von Biontech haben sich Anleger an der Wall Street mit Aktien des Biotechunternehmens eingedeckt. Die Papiere gewannen vorbörslich 8,6 Prozent, die Titel des US-Partners Pfizer kletterten um 1,4 Prozent.

Biotech plant bei positiven Studienergebnissen weiterhin schon im Oktober einen Zulassungsantrag für seinen Corona-Impfstoff. Die Daten aus der Phase-1-Studie mit dem Impfstoff BNT162b2 unterstützen dessen Auswahl für die im Juli gestartete Zulassungsstudie mit bis zu 30.000 Teilnehmern.

Mehr dazu lesen Sie hier.
14:11 Uhr

Index-Options-Verfall, Wall-Street-Signal: Dax rutscht kräftig ab

Das war's dann wohl mit den Gewinnen: Die deutschen Aktienindizes sind am Nachmittag deutlich ins Minus gerutscht. Mit dem Verfall auf Index-Optionen könnte eine Unterstützung aus dem Markt gewichen sein, hieß es in Frankfurt. Dazu drückten die schwachen europäischen Einkaufsmanagerindizes. Auch indizierten die US-Futures in der Zwischenzeit eine schwächere Eröffnung an Wall Street.

So verlor der Dax 1,0 Prozent auf 12.728 Punkte. MDax und TecDax gaben um je 0,6 Prozent nach. Der EuroStoxx50 sackte um 1,2 Prozent auf 3235 Stellen ab.

Dax
Dax 13.206,90

13:48 Uhr

Gerry Weber hält sich in der Krise wacker

121463322.jpg

(Foto: picture alliance/dpa)

Der angeschlagene Modekonzern Gerry Weber ist nach eigener Einschätzung bislang "finanziell verhältnismäßig gut" durch die Corona-Krise gekommen. Insgesamt seien die Umsätze im ersten Halbjahr durch die Auswirkungen der Pandemie zwar um 57 Millionen Euro niedriger ausgefallen als ursprünglich erwartet, berichtete das Unternehmen. Doch habe sich das Ergebnis vor allem durch den im Zuge des Ende 2019 abgeschlossenen Insolvenzverfahrens vorgenommenen Personalabbau und geringere Abschreibungen deutlich verbessert.

Unter dem Strich wies Gerry Weber für das erste Halbjahr noch einen Verlust von 34 Millionen Euro aus, nach einem Minus von 144 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum. Der Konzernumsatz lag in den ersten sechs Monaten dieses Jahres mit 140,5 Millionen Euro um mehr als 40 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

13:19 Uhr

Kursstagnation an der Wall Street erwartet

2020-06-01T000000Z_1738876929_RC200H9KOSO2_RTRMADP_3_HEALTH-CORONAVIRUS-FED-FACTBOX.JPG

(Foto: REUTERS)

Wenig verändert dürften die US-Aktienmärkte in den letzten Handelstag der Woche starten. Vor dem Wochenende, das sowohl positive als auch negative Überraschungen bringen könnte, halten sich Anleger vorsichtshalber zurück, wobei die Stimmung übergeordnet aber gut ist. So gibt es im amerikanisch-chinesischen Handelsstreit einen kleinen Hoffnungsschimmer. Nachdem die für den 15. August geplanten Verhandlungen kurzfristig abgesagt worden waren, teilte das chinesische Handelsministerium mit, dass Vertreter beider Seiten "bald" miteinander telefonieren würden.

Heute gibt es einige wichtige Daten zu verarbeiten. Veröffentlicht werden die Markit-Einkaufsmanagerindizes für das verarbeitende Gewerbe und den Servicesektor im August sowie die Juli-Daten zu den Verkäufen bestehender Häuser.

Unter den Einzelwerten an der Börse profitieren die Aktien von Deere von den Quartalszahlen, die der Landmaschinenhersteller vorgelegt hat. Die Aktie stieg im vorbörslichen Handel um 2,1 Prozent.

12:38 Uhr

Dax hält sich leicht im Plus

Nach anfänglichem Auf und Ab sind die deutschen Aktienindizes weiter im Plus geblieben. Stimmungsdaten aus der Industrie in Deutschland waren der Anlass, nachdem kurz nach dem Handelsauftakt noch entsprechende Daten aus Frankreich für Verluste gesorgt hatten.

Der Dax legte gegen Mittag um 0,3 Prozent auf 12.872 Punkte zu, womit sich im Wochenverlauf aktuell ein Verlust von 0,2 Prozent ergibt. Der EuroStoxx 50 gewann 0,2 Prozent auf 3280 Stellen.

Im Dax legten Covestro um 1,4 Prozent zu und zählten damit zu den Spitzenwerten. Das Analysehaus Kepler Cheuvreux strich seine Verkaufsempfehlung für das Papier des Kunststoffherstellers und hob das Kursziel kräftig von 28 auf 41 Euro an. Wirecard legten am letzten Tag ihres Dax- und TecDax-Daseins um 2,6 Prozent auf 1,32 Euro zu.  

12:11 Uhr

Toter im VW-Abhör-Fall - Hinweise auf Selbstmord

Neues von der VW-Abhöraffäre: Bei ihren Ermittlungen geht die Braunschweiger Staatsanwaltschaft im Fall einer in einem ausgebrannten Wagen gefundenen Leiche von einem Selbstmord aus. Es lägen Anhaltspunkte dafür vor, dass es sich um einen Suizid handele, teilte die Ermittlungsbehörde mit. Die Ermittlungen dahingehend seien aber noch nicht abgeschlossen. Angaben zur Identität des Toten machte die Staatsanwaltschaft nicht. Sie erklärte lediglich: "Die DNA-Analyse hat bestätigt, dass es sich bei dem Verstorbenen um den Halter des Kfz handelt."

Lokale Medien hatten berichtet, bei dem Toten handele es sich um einen VW-Mitarbeiter, der im Verdacht steht, vertrauliche Besprechungen bei VW mitgeschnitten zu haben. Bei den Besprechungen soll es um die Strategie gegangen sein, mit der sich Volkswagen von seinem ungeliebten Lieferanten Prevent trennen wollte.

12:02 Uhr

Pfund trotz guter UK-Daten weicher - Brexit-Gezerre verunsichert

Mit Einbußen hat sich das Pfund Sterling nach stark ausgefallenen britischen Einkaufsmanagerdaten gezeigt. Das Pfund wurde mit 1,3163 US-Dollar gehandelt nach 1,3205 Dollar zuvor. Im Vorfeld der Datenbekanntgabe hatte der Kurs schon bei gut 1,3250 gelegen - rutschte dann aber nach und nach ab, nachdem am frühen Vormittag britische Einzelhandelsdaten gemeldet worden waren, die ebenfalls die Erwartungen übertroffen hatten. Auch zum Euro gab das Pfund trotz der guten Daten nach.

Einer Aufwärtsbewegung stehen laut Marktbeobachtern die stockenden Brexit-Gespräche zwischen Großbritannien und der EU gegenüber. Die jüngsten Gespräche über die Handelsbeziehungen nach 2020 endeten Berichten zufolge erneut ohne Durchbruch und der EU-Chefunterhändler soll eine Handelsvereinbarung auf dem jetzigen Stand als unwahrscheinlich bezeichnet haben.

imago92675856h.jpg

(Foto: imago images / Christian Ohde)

11:44 Uhr

Corona bremst Hamburgs Hafenwirtschaft aus

132590112.jpg

(Foto: picture alliance/dpa)

Der Hamburger Hafen hat in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 12 Prozent seines Güterumschlags gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres eingebüßt. Wegen der Auswirkungen der Corona-Pandemie wurden nur 61,2 Millionen Tonnen geladen oder gelöscht, teilte die Marketing-Gesellschaft des Hafens mit.

Der wichtige Containerumschlag ging um 12,4 Prozent zurück. Insgesamt wurden im ersten Halbjahr 4,1 Millionen Standardcontainer (TEU) über die Kaikanten gehoben. Der pandemiebedingte Umschlagrückgang habe alle Häfen in Nordeuropa stark getroffen, sagte Axel Mattern, einer der Vorstände von Hafen Hamburg Marketing. Der Import über den Hamburger Hafen ging noch deutlich stärker zurück als der Export, vor allem von Erz und Kohle.

11:23 Uhr

Briten überraschen mit sehr starken Einkaufsmanagerindizes

2aa1a99ac529ad2986a43b8f8db1ff8b.jpg

(Foto: REUTERS)

Und wieder eine Meldung zu Großbritannien - und auch noch eine erfreuliche: Die Unternehmen im Vereinigten Königreich sind angesichts der Öffnung der Wirtschaft nach dem Corona-Lockdown wieder deutlich zuversichtlicher. Der Einkaufsmanagerindex stieg im August um 3,3 Punkte auf 60,3 Zähler. Das ist der höchste Stand seit knapp sieben Jahren.

Sowohl in der Industrie als auch unter Dienstleistern besserte sich die Stimmung erheblich. Analysten wurden von den Resultaten positiv überrascht, sie hatten niedrigere Werte erwartet. Das Forschungsunternehmen Markit erklärte die Verbesserungen vor allem mit höheren Ausgaben auf Seiten der Verbraucher und Unternehmen infolge geringerer Beschränkungen wegen der Corona-Pandemie.

11:05 Uhr

Deutsche kaufen während des Lockdowns deutlich mehr Wein

Verehrte Leser, Sie kennen doch sicherlich den Spruch, dass man sich die Welt schön saufen kann. Die Deutschen haben während des Corona-Lockdowns deutlich mehr Wein zuhause konsumiert als üblich. Der Absatz stieg im zweiten Quartal von April bis Juni deutlich um 12,5 Prozent zum Vorjahresquartal, wie das Deutsche Weininstitut im rheinland-pfälzischen Bodenheim mitteilte. Heimischer Wein, vor allem Rosé, verzeichnete sogar ein Plus von 14 Prozent.

Um auf den Spruch zurückzukommen: Es lag vor allem daran, dass beim Lockdown die Restaurants und Bars wochenlang geschlossen waren. Der Weinkonsum verlagerte sich also in die eigenen vier Wände.

Wein wird in Gläser eingeschüttet. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Symbolbild

(Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Symbolbild)

10:40 Uhr

Fachleute zur weiteren Entwicklung der US-Wirtschaft

f1236d32c4159f71766cab6319ff306f.jpg

Blick auf die Skyline von Milwaukee.

(Foto: AP)

Wie geht es mit der US-Wirtschaft weiter? Ökonomen trauen der weltgrößten Volkswirtschaft nach der Corona-Rezession und vor der US-Präsidentschaftswahl ein stärkeres Comeback als bislang zu. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) dürfte im laufenden Sommerquartal auf das Jahr hochgerechnet um 18,8 Prozent zulegen, sagten rund 110 befragten Volkswirte in einer Reuters-Umfrage voraus. Im Juli waren sie nur von 17,8 Prozent ausgegangen.

Im zweiten Quartal war die US-Wirtschaft wegen der Beschränkungen im Kampf gegen die Corona-Krise mit 32,9 Prozent so stark geschrumpft wie noch nie. Am Jahresende dürfte der Aufschwung an Kraft verlieren: Die Experten sagen ein Wachstum von 6,1 (bisher: 6,5) Prozent für das vierte Quartal voraus. 2020 insgesamt würde die Wirtschaft damit um 5,3 Prozent einbrechen.

Die meisten Fachleute gehen davon aus, dass es mindestens zwei Jahre dauern wird, bis die US-Wirtschaft ihr Vorkrisenniveau wieder erreichen wird.

10:13 Uhr

Deutsche Wirtschaft verliert an Schwung

Ein steiler Wiederaufstieg sieht anders aus: Die deutsche Wirtschaft hat im August zwar ein solides Wachstum verzeichnet, der Aufschwung verlor jedoch spürbar an Schwung. Der Sammelindex für die Produktion in der Privatwirtschaft - Industrie und Dienstleister zusammen - sank auf 53,7 Zähler von 55,3 im Vormonat, wie das IHS Markit Institut im Zuge der ersten Veröffentlichung mitteilte. Während das Wachstum im Industriesektor weiter zulegte, schwächte es sich im Dienstleistungsbereich überraschend deutlich ab.

Der Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes stieg auf 53,0 Zähler von 51,0 im Vormonat. Volkswirte hatten einen Indexanstieg auf 52,5 prognostiziert. Der Index für den Servicesektor fiel überraschend stark auf 50,8 Punkte von 55,6 im Vormonat. Ökonomen hatten lediglich einen Rückgang auf 55,4 erwartet.

09:45 Uhr

Britischer Schuldenberg durchbricht wichtige Marke

Wo Licht ist, ist auch Schatten: Großbritannien hat in der Corona-Pandemie mit einer kräftigen Staatsverschuldung zu tun. Diese stieg im Juli zum ersten Mal über 2 Billionen Pfund (rund 2,2 Billionen Euro), wie aus offiziellen Daten in London hervorgeht.

Die konservative Regierung von Premierminister Boris Johnson hatte zuletzt wegen der Krise ihre öffentlichen Ausgaben massiv erhöht.

5f28af04aa6a44a4e30db5d41acbc63c.jpg

(Foto: imago/STPP)

09:18 Uhr

Britischer Einzelhandel überschreitet Vorkrisenniveau

imago73275623h.jpg

(Foto: imago/UIG)

Lichtblick im Vereinigten Königreich: In Großbritannien hat sich der Einzelhandel im Juli weiter von den Rückschlägen in der Corona-Krise erholt. Die Umsätze stiegen gegenüber dem Vormonat um 3,6 Prozent, wie das Statistikamt ONS in London mitteilte. Analysten hatten mit einem geringeren Anstieg von im Schnitt 2,0 Prozent gerechnet. Verglichen mit Februar, als die Pandemie Großbritannien noch nicht fest im Griff hatte, liegen die Umsätze 3,0 Prozent höher.

Allerdings fällt die Entwicklung im Detail sehr unterschiedlich aus: So liegen die Erlöse aus dem Benzinverkauf immer noch 11,7 Prozent unter Vorkrisenniveau. Die Umsätze mit Bekleidung liegen sogar ein Viertel unter ihrem Niveau von Februar. Dagegen gehören die Online-Händler zu den Gewinnern, sie können derzeit gut 50 Prozent mehr umsetzen als vor der Krise.

09:09 Uhr

Versöhnlicher Wochenausklang? Dax steigt erst einmal

Dax
Dax 13.206,90

Grüne Zeichen zum Wochenausklang: Der deutsche Aktienmarkt ist mit Gewinnen in den Handel eingestiegen. Der Dax legte um 0,5 Prozent auf 12890 Punkte zu. Der MDax gewann 0,6 Prozent auf 27.376 Zähler, der TecDax 0,2 Prozent auf 3090 Stellen. Der EuroStoxx50 orientierte sich um 0,4 Prozent auf 3286 Punkte nach oben.

Es sind einmal mehr Technologietitel, die bei Anlegern weiter hoch im Kurs stehen. Positiv ist auch zu werten, dass Pfizer und Biontech in einer laufenden Phase-1-Studie in den USA einen Erfolg ihres Impfstoffkandidaten gegen das Coronavirus erzielt haben. In Frankfurt legten Infineon um 1,2 Prozent zu.  

Im Verlauf des Vormittags stehen die Vorabschätzungen für die Einkaufsmanager-Indizes in Deutschland, Frankreich, der Eurozone und Großbritannien auf der Agenda. Während die Marktstrategen der Helaba für die Industrieindizes nochmals mit leichten Verbesserungen rechnen, worauf auch die ZEW-Umfrage hinweist, liegen die Indizes im Dienstleistungsgewerbe bereits auf sehr hohen Niveaus.

08:50 Uhr

Wirecard wird britische Tochter los

134610287.jpg

(Foto: picture alliance/dpa)

Der insolvente Zahlungsabwickler Wirecard hat einem Medienbericht zufolge einen Käufer für seine britische Tochter gefunden. Die Wirecard Card Solutions werde an den Konkurrenten Railsbank veräußert, berichtete die "Times". Die Transaktion beinhalte die Kartentechnologie sowie Kunden und Mitarbeiter. Das danach verbleibende Geschäft solle abgewickelt werden.

Das Blatt zitierte Railsbank-Chef Nigel Verdon mit der Aussage, er wolle Kunden eine gewisse Sicherheit geben und das Image seiner Firma nutzen, um das verlorene Vertrauen in den ganzen Payment-Sektor wieder herzustellen. Bei Wirecard und dem Insolvenzverwalter des Konzerns war zunächst niemand erreichbar.

08:43 Uhr

Asien-Börsen durch US-Rückenwind etwas fester

Kursgewinne bei den Techwerten an der Wall Street haben den asiatischen Aktien zu einem versöhnlichen Wochenschluss verholfen. In Tokio ging der Nikkei 0,2 Prozent fester bei 22.920 Punkten aus dem Handel. Auf Wochensicht liegt er damit aber immer noch 1,6 Prozent im Minus. In China legten die Kurse ebenfalls etwas zu.

"Der Kursanstieg am Aktienmarkt kommt nicht von den Unternehmensgewinnen, sondern von den geringeren Anleiherenditen", sagte Frank Benzimra, Chefstratege für Asien bei der Societe Generale. "Es gibt eine Untergrenze für die Renditen. Und deswegen glaube ich, dass es Fragezeichen für die Aktienmärkte gibt."

08:36 Uhr

Ölpreise legen auf Wochensicht zu

Die Ölpreise sind im frühen Handel leicht gestiegen. Händler sprachen von einem ruhigen Marktgeschehen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 45,03 US-Dollar. Das waren 13 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 8 Cent auf 42,90 Dollar.

Auf Wochensicht haben die Rohölpreise etwas zugelegt. Gedämpft wird der Optimismus aber durch die in vielen Ländern steigenden Corona-Infektionszahlen. Der ungewisse Fortgang der Pandemie belastet die Konjunkturerwartungen und die Aussichten für die Ölnachfrage. Optimistisch stimmen dagegen Konjunkturdaten, die unter dem Strich auf eine wirtschaftliche Stabilisierung nach dem Einbruch in der Corona-Krise hindeuten.

08:06 Uhr

US-Gericht verwirft Teile von Diesel-Klage gegen VW

VW Vorzüge
VW Vorzüge 146,22

Ein US-Gericht hat Teile einer Klage der US-Börsenaufsicht SEC gegen Volkswagen (VW) im Diesel-Skandal verworfen. Übrig blieb nach der Entscheidung von Bundesbezirksrichter Charles Breyer in San Francisco unter anderem die Forderung nach gewissen Entschädigungszahlungen. Zudem war der Versuch von Ex-Vorstandschef Martin Winterkorn erfolglos, die SEC-Klage gegen ihn abzuschmettern. Stellungnahmen der SEC und von VW lagen zunächst nicht vor. Ein Anwalt von Winterkorn lehnte einen Kommentar ab.

Die SEC hatte März 2019 VW und Winterkorn beschuldigt, Anleger in den USA betrogen zu haben. VW habe dort von April 2014 bis Mai 2015 Unternehmensanleihen und verbriefte Wertpapiere in Höhe von mehr als 13 Milliarden US-Dollar ausgegeben, als Top-Manager bereits von den Abgasmanipulationen gewusst hätten. Der Konzern habe "die Hunderte von Mio. US-Dollar" nie zurückgezahlt, die er bei den Wertpapiergeschäften auf betrügerische Weise eingenommen habe. VW wies damals die Klage zurück.

07:24 Uhr

Dax zum Wochenende höher erwartet

Dax
Dax 13.205,24

Heute wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge höher starten. Die Aussicht auf eine langsamere Konjunkturerholung als erhofft hatte Aktienanleger am Donnerstag nervös gemacht.

Der deutsche Leitindex ging 1,1 Prozent tiefer bei 12.830 Punkten aus dem Handel. Investoren richten zum Wochenschluss ihre Aufmerksamkeit auf die Einkaufsmanagerindizes und das Verbrauchervertrauen der Euro-Zone.

06:37 Uhr

Tech-Werte treiben Nikkei an

Getrieben von Technologie-Werten und gestützt von der Wall Street hat die Tokioter Börse heute leicht stärker tendiert. Der Nikkei der 225 führenden Werte stieg bis zum späten Vormittag um 0,32 Prozent auf 22.953 Punkte. Der breiter gefasste Topix legte ebenfalls 0,32 Prozent auf 1604 Zähler zu.

Nikkei
Nikkei 23.360,30