Freitag, 21. Juni 2019Der Börsen-Tag

Mit Max Borowski
17:57 Uhr

Müder Dax beendet die Woche im Ferienmodus

Nach den fulminanten Vortagen beendet der Dax die Handelswoche eher matt.

Im katholischen Süden Deutschlands ist nach dem gestrigen Fronleichnam Brückentag angesagt, während im eher paganen Berlin bereits die Sommerferien begonnen haben. Das macht sich auch an den Märkten durch einen Mangel an Unternehmensnachrichten und entsprechenden Kursbewegungen bemerkbar.

Daran ändert auch der große Verfallstag nicht viel. Zudem macht der sich zuspitzende Konflikt zwischen den USA und dem Iran die Anleger vorsichtig.

Deutschlands Leitindex geht mit einem Minus von 0,1 Prozent bei 12.340 Punkten aus dem Handel. Der MDax verliert 0,4 Prozent auf 25.501 Punkte. Der TecDax gibt 0,5 Prozent auf 2845 Punkte nach.

Gewinnmitnahmen belasten vor allem die Pharmawerte. Im DAX gaben Merck 2,3 Prozent ab und Fresenius 1,2 Prozent. Bayer fielen ebenfalls um 1,2 Prozent. Auf der anderen Seite zogen Deutsche Börse um 1,1 Prozent und Munich Re um 0,8 Prozent an.

Ein Euro kostet am Nachmittag 1,1327 nach 1,1293 US-Dollar gestern. Ein Barrel WTI Öl notiert bei 57,51 Dollar, 0,8 Prozent mehr als am Vortag.

17:10 Uhr

Huawei-Zulieferer crasht und zieht ganze Branche runter

Zu den größten Verlierern an der Wall Street zählten die Technologiewerte, nachdem der britische Zulieferer IQE wegen der US-Sanktionen gegen den chinesischen Telekom-Ausrüster Huawei seine Jahresziele gekappt hatte. Die Chip-Hersteller AMD, Intel und Micron büßten bis zu 1,7 Prozent ein.

IQE waren zeitweise rund 40 Prozent abgestürzt, bevor sie ihre Verluste auf "nur" 26 Prozent verringerten.

17:03 Uhr

Wall Street: Nach der Rally die Gewinnmitnahmen

Aus Furcht vor einer Eskalation der Spannungen zwischen den USA und Iran fassen Anleger US-Aktien nur mit spitzen Fingern an.

Nach ihren gestrigen Rekord- beziehungsweise Jahreshöchstständen bröckeln die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 im frühen Handel bis zu 0,4 Prozent ab.

Im Windschatten der steigenden Ölpreise gewinnen die Aktien der Ölkonzerne Exxon Mobil und Marathon bis zu 1,3 Prozent.

Unabhängig von der Krise seien die aktuellen Kursverluste vor dem Hintergrund der jüngsten Rally keine Überraschung, sagte Art Hogan, Chef-Anlagestratege des Vermögensverwalters National Securities. Zudem werfe der G20-Gipfel Ende kommender Woche in Japan bereits seine Schatten voraus. Dort wollen Trump und der chinesische Präsident Xi Jinping über eine Lösung des Handelsstreits beider Länder beraten.

16:35 Uhr

Thyssenkrupp baut Werk in Ungarn

Kräftig in die Mobilität der Zukunft investiert auch Thyssenkrupp:

Der Industriekonzern baut sein Autogeschäft in Ungarn aus. Die Essener wollen in Pécs für rund 50 Millionen Euro ein neues Zuliefererwerk errichten. Dort sollen unter anderem Bauteile für Elektromotoren hergestellt werden, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte. Dann werde Thyssenkrupp erstmals Komponenten für Elektromotoren außerhalb Deutschlands bauen.

16:05 Uhr

US-Dienstleister so schwach wie seit Finanzkrise nicht mehr

Das Wachstum in der US-Wirtschaft hat sich im Juni deutlicher als erwartet verlangsamt.

Der von IHS Markit erhobene Sammelindex für die Produktion in der Privatwirtschaft - Industrie und Dienstleister zusammen - fiel auf 50,6 von 50,9 Punkten im Vormonat. Oberhalb von 50 Punkten signalisiert das Konjunkturbarometer ein Wachstum.

Der Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes ermäßigte sich auf 50,1 von 50,5 Punkten im Vormonat, was der tiefste Stand seit nahezu zehn Jahren war. Volkswirte hatten einen Stand von 50,2 erwartet. Der Index für den Servicesektor ging auf ein Vierzigmonatstief von 50,7 (Vormonat: 50,9) Punkten zurück. Hier hatte die Prognose auf 50,9 gelautet.

"Die Juni-Daten runden ein zweites Quartal ab, in dem das Wirtschaftswachstum auf 1,4 Prozent zurückgegangen sein dürfte", schrieb IHS-Markit-Chefökonom Chris Williamson in der Veröffentlichung. Der Dienstleistungssektor sei von der Industrie angesteckt worden und zeige nun das nahezu schwächste Wachstum seit der Finanzkrise.

15:38 Uhr

Bitcoin vor 10.000-Dollar-Schallmauer

Der Bitcoin-Hype ist endgültig zurück. Die prominenteste aller Kryptowährungen gewinnt allein heute wieder mehr als  vier Prozent und notiert nur noch kurz unter 10.000 Dollar. Die Futures mehrerer großer Handelsplattformen für September haben diese Schallmauer bereits durchbrochen.

Seit den zwischenzeitlichen Tiefstständen Ende vergangenen Jahres hat sich der Bitcoin-Kurs damit mehr als verdreifacht.

15:31 Uhr

Bundesbank-Boss: Facebook-Währung könnte Finanzsystem gefährden

Stablecoins - stabile Münzen - das hört sich erst einmal gut an für alle, die von den krassen Schwankungen vieler Kryptowährungen abgeschreckt sind. Dennoch könnten solche Währungen, zu denen auch Facebooks geplante Libra gehört, zur Gefahr für die Verbraucher werden, warnt Bundesbankpräsident Jens Weidmann.

Weidmann sagte: "Insbesondere stellt sich die Frage, wie der Wert von Stablecoins garantiert werden kann." Sollten Stablecoins in großem Stil Verwendung finden, könnten sie die Einlagenbildung und das Geschäftsmodell der traditionellen Banken untergraben, warnte Weidmann. Das wiederum könnte ihr Zahlungsverkehrsgeschäft und Prozesse an den Finanzmärkten stören. Erklärtes Ziel von Facebook ist es, eine möglichst breite Verwendung von Libra auf globaler Ebene zu erreichen.

Stablecoins erhalten ihren Namen dadurch, dass ihr Wert im Gegensatz zu vielen anderen Kryptowährungen wie Bitcoin an eine oder mehrere herkömmliche Währungen wie US-Dollar oder Euro gebunden ist. Damit sollen starke Kursschwankungen verhindert werden, wie sie in den vergangenen Jahren bei vielen Digitalwährungen aufgetreten sind.

14:53 Uhr

US-Anleger werden nach Höchstständen vorsichtiger

Neue Rekorde stehen heute wohl nicht an: Geopolitische Risiken dürften den jüngsten Aufwärtstrend an der Wall Street zunächst einmal abstoppen.

Zudem stehen nach der von Zinssenkungshoffnungen getriebenen Rally in dieser Woche vor dem Wochenende wohl Gewinnmitnahmen an. Am Vortag war der S&P-500 auf ein Allzeithoch gestiegen, und Teilnehmer sagen, dass eine Gegenbewegung daraufhin nichts Außergewöhnliches sei.

Es gibt indes auch einen aktuellen Belastungsfaktor mit der Krise im Nahen Osten, nachdem offenbar ein US-Angriff gegen Ziele in Iran kurzfristig gestoppt wurde.

Daneben geht weiter der Blick auf den Zustand der Konjunktur, mit den Markit-Einkaufsmanagerindizes und Immobiliendaten kurz nach Handelsstart.

S&P 500 Index, Ind.
S&P 500 Index, Ind. 2.991,12

14:33 Uhr

Riesige US-Raffinerie steht in Flammen

Es sieht aus wie das Endzeitszenario aus einem Katastrophenfilm. Mehrere Meilen weit seien die mehrfachen Explosionen zu spüren gewesen, berichtet CNN. Seit dem Morgen (Ortszeit) steht eine riesige Ölraffinerie in der US-Metropole Philadelphia in Flammen. Am Himmel seien gigantische Feuerbälle und Rauchschwaden zu sehen. Auch am Vormittag hat die Feuerwehr den Brand noch nicht unter Kontrolle. Soweit bislang bekannt, wurde niemand schwer verletzt. Die Ursache ist bisher nicht bekannt.

Die Anlage der Philadelphia Energie Solutions ist die größte Raffinerie an der US-Ostküste.

Der Preis für ein Fass Öl der Sorte WTI steigt um 0,4 Prozent auf 57,27 Dollar, Brent gewinnt 1,1 Prozent auf 65,14 Dollar. Auch die sich zuspitzende Iran-Krise trägt dazu bei.

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14:16 Uhr

Ifo schlägt Alarm: Langfristig kaum noch Wirtschaftswachstum

Der Arbeitskräfte-Mangel wird das Wirtschaftswachstum in Deutschland langfristig massiv abbremsen.

Das jährliche Wachstum dürfte sich künftig halbieren und 2035 nur noch 0,6 Prozent erreichen, heißt es in einer ifo-Studie für die Bertelsmann-Stiftung. "Auch der Lebensstandard und die Arbeitsproduktivität werden zukünftig langsamer wachsen als bisher", heißt es. "Besonders schlecht abschneiden dürften strukturschwache Bundesländer wie das Saarland, Sachsen-Anhalt oder Mecklenburg-Vorpommern", sagte Joachim Ragnitz von der ifo-Filiale Dresden: In diesen drei Ländern dürfte die Wirtschaft im Durchschnitt der nächsten 15 Jahre sogar leicht schrumpfen.

Vorn lägen Bayern, Berlin, Baden-Württemberg und Hamburg mit noch rund einem Prozent Wachstum jährlich. "Die regionalen Unterschiede bei der Wirtschaftskraft sowie beim Lebensstandard werden in den kommenden Jahren somit deutlich zunehmen", sagte der Wirtschaftsforscher.

Helfen könnten höhere Erwerbsquoten, mehr Weiterbildung und eine gezielte Zuwanderung von Fachkräften.

14:07 Uhr

Schweine-Bemerkung: Schweizer Bank fürchtet Kundenaufstand in China

Selbst die Hongkonger Börsenaufsicht hat sich eingeschaltet, weil ein UBS-Ökonom eine flapsige Bemerkung über chinesische Schweine gemacht hat.

Nach dem Aufruhr um einen flapsigen Kommentar eines Ökonomen versucht die UBS, ihre reichen chinesischen Privatkunden bei der Stange zu halten. Die Schweizer Großbank habe ihre erfahrenen Kundenberater in Hongkong und Singapur aufgefordert, Kunden anzurufen oder zu treffen, sagten mit der Situation vertraute Personen. "Damit soll sichergestellt werden, dass die Kunden nicht durch Reaktionen vor allem in den sozialen Medien beeinflusst werden", sagte einer der Insider.

Auslöser der Affäre war die Aussage des UBS-Volkswirts Paul Donovan. Er hatte sich zu höheren Verbraucherpreisen wegen einer in China grassierenden Krankheit bei Schweinen geäußert. Er sagte: "Spielt das eine Rolle? Es ist wichtig, wenn du ein chinesisches Schwein bist. Es ist wichtig, wenn man gerne Schweinefleisch in China isst."

Auf chinesischen Internetplattformen hatten die Bemerkungen zu einem Aufschrei geführt. Die Bank hatte den Artikel danach von ihrer Homepage genommen, sich entschuldigt und Donovan beurlaubt. Doch ließen sich dadurch nicht alle Kunden besänftigen. So entschied sich die staatliche Infrastrukturfirma China Railway Construction gegen eine Zusammenarbeit mit der Schweizer Bank bei der Platzierung einer Dollar-Anleihe.

Auch die Hongkonger Bankenaufsicht HKMA habe die UBSkontaktiert und das Institut aufgefordert, sie bezüglich der internen Untersuchung auf dem Laufenden zu halten, sagte eine zweite Person.

13:36 Uhr

Vonovia auf Talfahrt - Anleger strafen Immobilien-Konzerne ab

Ein Ende der Talfahrt für Vonovia sowie den Immobiliensektor allgemein zeichnet sich nicht ab. Hauptproblem bleiben die Pläne des Berliner Senats für einen fünfjährigen Mietdeckel. Es stelle sich nun die Frage, ob andere Bundesländer nachzögen bzw wie die Frage der Mietregulierung künftig im Bundestag diskutiert werde, so die DZ Bank in einer jüngsten Studie. Vonovia verlieren 1,2 Prozent, Deutsche Wohnen 1,2 Prozent und Ado 0,5 Prozent.

Vonovia SE
Vonovia SE 47,80

Der Dax bleibt unterdessen nach Ende des Hexensabbats dicht an seinem Ausgangspunkt und notiert mit einem minimalen Minus von 0,1 Prozhent bei 12.343 Punkten. s

13:12 Uhr

Ex-Skandal-Gesellschaft Prokon zahlt "sehr gute" Dividende

Das Ausharren hat sich doch gelohnt!

Die ehemalige Skandalgesellschaft und inzwischen größte deutsche Energiegenossenschaft, die Prokon Regenerative Energien eG, schüttet zum ersten Mal seit ihrer Umwandlung 2015 eine Dividende an ihre rund 39.000 Mitglieder aus. Pro 50-Euro-Genossenschaftsanteil werden 2,30 Euro Dividende gezahlt, das sei im Marktvergleich "sehr gut", sagte Vorstand Henning von Stechow. Für Schuldverschreibungen würden 3,5 Prozent gezahlt. 

Nachdem Prokon als Unternehmen 2014 Insolvenz anmelden musste, ist als Nachfolger die Genossenschaft entstanden. Vor der Insolvenz hatten rund 75.000 Anleger 1,4 Milliarden Euro in Prokon investiert. Sie haben gut 40 Prozent ihres Einsatzes verloren, können aber auf künftige Ausschüttungen der Genossenschaft hoffen, sofern sie dabeigeblieben sind. Prokon hofft, in diesem Jahr mindestens 1000 weitere Mitglieder zu gewinnen. "Die Genossenschaft ist wirtschaftlich gesund", sagte Vorstand Heiko Wuttke. Die Prokon eG erzielte 2018 ein Vorsteuerergebnis von 14,2 Millionen Euro und einen Jahresüberschuss von 12,1 Millionen Euro.

12:54 Uhr

Dax rutscht ins Minus

Lange bewegte sich der Markt am Vormittag fast gar nicht. Doch nach dem Verfall im Euro-Stoxx-50 rutscht der Dax ins Minus.

Dax
Dax 12.633,60

Der Verfall habe offenbar leicht gestützt, heißt es. Diese Unterstützung scheine nun weggefallen zu sein. Neben dem Verfall dürften auch Gewinnmitnahmen drücken. Vor dem Wochenende biete sich das Schließen von Positionen mit Blick auf die erhöhten Risiken im Nahen Osten an, heißt es.

Der Dax verliert 0,2 Prozent auf 12.331.

12:20 Uhr

Experten: USA stehen vor Rezession - Anleger jubeln

Die Andeutung von Fed-Chef Powell, dass in den USA eine Zinssenkung bevorstehen könnte, lässt die Anleger an den Aktienmärkten jubeln.

Mehrere Experten weisen darauf hin, dass dieser Jubel ziemlich kurzsichtig ist. "Die Leute vergessen, dass der Grund, warum die Zinsen gesenkt werden sollten, und der Grund für diese Haltung der Fed ist, dass sich die weltweiten wirtschaftlichen Bedingungen verschlechtern", sagte der Chefstratege der Zurich Insurance dem Fernsehsender CNBC. Er rechne damit, dass die USA 2020 eine "milde Rezession" erleben werden. Ein Großteil der Risiken für die Weltwirtschaft geht dabei von den USA selbst - genauer gesagt von ihrem Präsidenten - aus. 

Ähnlich argumentierte auch US-Starökonom Nouriel Roubini in einem Interview mit der "Financial Times" vergangene Woche.

12:14 Uhr

Deutsche Bank zittert und hofft vor US-Stresstest

Amerikanische Stresstests verheißen für die Deutsche Bank selten Gutes. Die letzten drei Mal ist der deutsche Branchenprimus bei der Prüfung durchgerasselt.

  • Kurz vor Veröffentlichung der aktuellen Ergebnisse in den USA stellt sich die Deutsche Bank auf einen weiteren Rückschlag ein: Führende Manager des Instituts rechnen mit Auflagen für die US-Investmentbank-Tochter, selbst wenn diese die jüngste Belastungsprobe der Notenbank Fed bestehen sollte. Die Manager gingen davon aus, dass die Fed es den Investmentbankern weiterhin verbieten werde, der deutschen Konzernmutter Geld ohne vorherige Genehmigung zu überweisen, sagten drei mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters in der Nacht zum Freitag.
  • Zudem erwarteten sie, dass die Fed die US-Tochter der Deutschen Bank dazu anhalten werde, ihr System zur Überprüfung von Geschäften und Risiken weiter zu verbessern.
  • Den Insidern zufolge hofft die Bankführung, dass bisherige Verbesserungen im Risiko-Management und bei der Kapitalplanung es ermöglichten, dass die Deutsche Bank den Stresstest dieses Mal unter Vorbehalt besteht.
  • Die ersten Ergebnisse sollten am Abend nach US-Börsenschluss veröffentlicht werden, der zweite Teil und das komplette "Abschlusszeugnis" dann am kommenden Donnerstag.
  • Und was erwarten die Anleger? Die hieven die Bank zeitweise mit einem Plus von rund einem Prozent an die Dax-Spitze. Das könnte allerdings auch eher mit dem Hexensabbat, dem anstehenden Verfall der Terminkontrakte zusammenhängen als mit Vertrauen in die Bank.
11:20 Uhr

Trotz Mega-Order für Unglücks-Modell: Airbus hängt Boeing ab

Mit der - noch keineswegs sicheren - Absichtserklärung des britischen Luftfahrtkonzerns IAG für den Kauf von 200 der Katastrophen-Flieger 737 Max landete Boeing den großen Überraschungscoup der Paris Air Show dieses Jahr. 24 Milliarden Dollar ist allein dieser Deal gemäß Listenpreis wert. Trotzdem hinken die Amerikaner mit einem (Listen-)Bestellwert von knapp 34 Milliarden Dollar meilenweit hinter ihrem Erzrivalen Airbus hinterher. Die Europäer sicherten sich auf dem Branchentreff Bestellungen im Wert von mehr als 43 Milliarden Dollar. Zudem weigert sich Airbus laut einem "Bloomberg"-Bericht, den Mega-Auftrag für Boeing kampflos hinzunehmen. Airbus-Chef-Verkäufer Christian Scherer kündigte an, IAG ein besseres Angebot vorzulegen.

10:34 Uhr

Fluglinien in Angst: Lufthansa abgestraft

Fluglinien ziehen Konsequenzen aus dem Drohnenzwischenfall am Golf. Laut der US-Luftfahrtbehörde flogen zahlreiche Passagiermaschinen zum Zeitpunkt des Abschusses durch das iranische Militär in dem gleichen Gebiet wie die amerikanische Drohne. Nun wollen zahlreiche Fluggesellschaften den Luftraum über der Straße von Hormus und dem Golf von Oman bis auf Weiteres nicht mehr überfliegen.

Lufthansa erklärte, bereits seit gestern die Straße von Hormus zu meiden. Die iranische Hauptstadt Teheran werde aber weiter planmäßig angeflogen. Die australische Qantas erklärte am Freitag, sie passe Flugrouten so an, dass ihre Maschinen das Gebiet nicht mehr überquerten. Auch Flugzeuge von Malaysia Airlines sollen es meiden. Airlines aus den USA und Japan teilten zudem mit, sie würden auch den Iran nicht mehr überfliegen.

Die Lufthansa-Aktie fällt mit einem Minus von rund einem Prozent an das Ende des Dax.

10:01 Uhr

Basketball-Legende geht auf Adidas los

Shaquille O'Neal legt sich mit Adidas an. Gegenstand des Streits: Reebok, die Problem-Tochter des deutschen Konzerns. O'Neal findet, dass Adidas die Marke kaputtgemacht habe und glaubt, dass sie bei ihm besser aufgehoben sei. Allerdings: Adidas hat sich die Absicht, sich von Reebok zu trennen.

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09:55 Uhr

Deutschlands Industrie schrumpft langsam weiter

Eine Nachricht, die nicht ganz so schlimm ist wie erwartet, gilt an der Börse ja bereits als gute Nachricht. In diesem Sinne:

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Die deutsche Industrie hat im Juni ihre Talfahrt etwas abgebremst. Dies geht aus der monatlichen Firmen-Umfrage des Instituts IHS Markit hervor. Der Einkaufsmanagerindex für die Industrie stieg demnach auf Basis vorläufiger Zahlen auf 45,4 Punkte von 44,3 Zählern im Mai.

Das Barometer nähert sich damit wieder etwas der Wachstumsschwelle von 50,0 Punkten, signalisiert aber weiter ein Schrumpfen in dem wichtigen Sektor.

Zugleich erhöhten die Dienstleister ihr Wachstumstempo. Der entsprechende Einkaufsmanagerindex stieg auf auf 55,6 Punkte von 55,4 Zählern im Mai. Das Barometer für die gesamte Privatwirtschaft, das Servicesektor und Industrie zusammenfasst, stagnierte bei 52,6 Zählern.

Markit-Ökonom Chris Williamson erwartet, dass die deutsche Wirtschaft im zweiten Quartal um 0,2 bis 0,3 Prozent gewachsen sein dürfte. Die Bundesbank sagt hingegen ein Schrumpfen der Wirtschaftsleistung voraus.

09:28 Uhr

Kriegsangst und Dollarschwäche: Goldpreis steigt unaufhaltsam

Aussicht auf sinkende Zinsen, ein schwacher Dollar und dazu noch eine handfeste Kriegsgefahr: In Krisenzeiten glänzt Gold aus Sicht vieler Anleger ganz besonders.

Am Morgen kletterte der Preis für eine Feinunze (rund 31,1 Gramm) des Edelmetalls bis auf 1411 US-Dollar. Das ist der höchste Stand seit September 2013. In Euro gerechnet wurde der höchste Preis seit April 2013 erreicht.

Gold erhält derzeit von mehreren Seiten Rückenwind:

  • Die US-Notenbank Fed hat in dieser Woche ihre Bereitschaft durchblicken lassen, ihre Leitzinsen zu verringern. Die Aussicht auf fallende Zinsen kommt Gold zugute, weil das Edelmetall im Gegensatz zu vielen anderen Anlagen keine regelmäßigen Erträge wie Zinsen abwirft.
  • Hinzu kommt der schwächere Dollar, der unter der Erwartung sinkender US-Zinsen leidet. Gold wird international in amerikanischen Dollar gehandelt. In anderen Währungen gerechnet wird Gold also billiger.
  • Ein dritter Grund für den steigenden Goldpreis sind die zahlreichen politischen Risiken in der Welt. Allen voran sorgen die hohen Spannungen zwischen den USA und dem Iran für Verunsicherung. Hinzu kommen die zahlreichen Handelskonflikte, insbesondere der Zoll- und Technologiestreit zwischen den USA und China. 
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09:10 Uhr

Hexensabbat, Trump und Iran halten Dax in Schach

Zum großen Verfall an den Terminmärkten startet der Dax fast exakt da, wo er gestern aufgehört hatte. Gestern hatte er dank Spekulationen auf eine baldige US-Zinssenkung 0,4 Prozent im Plus bei 12.355,39 Punkten geschlossen.

  • Für Gesprächsstoff sorgen heute die Spannungen zwischen den USA und dem Iran. US-Präsident Donald Trump hat einem Bericht der "New York Times" zufolge Militärschläge gegen die Islamische Republik genehmigt, diese aber dann kurzfristig noch gestoppt.
  • Börsianer sind zudem weiter mit der Nachlese des jüngsten Fed-Entscheids beschäftigt. Experten werten die Aussagen des US-Notenbankchefs als Signal, die Zinsen im Juli zu senken. Dies hänge aber davon ab, ob Trump und sein chinesischer Kollegen Xi Jinping bei ihrem geplanten Treffen beim G20-Gipfel kommedde Woche eine Annäherung im Zollstreit erzielen.
  • Die heute anstehenden Stimmungsbarometer der deutschen und europäischen Einkaufsmanager werden Anleger auf Hinweise abklopfen, wann die Europäische Zentralbank (EZB) die Geldpolitik lockert.
  • Unabhängig davon verfallen im Tagesverlauf Futures und Optionen auf Indizes sowie Optionen auf einzelne Aktien. Zum sogenannten Hexensabbat schwanken die Aktienkurse üblicherweise stark, weil Investoren die Preise derjenigen Wertpapiere, auf die sie Derivate halten, in eine für sie günstige Richtung bewegen wollen.
Dax
Dax 12.633,60

 

08:25 Uhr

Ölpreise geben etwas nach

Rohöl (Brent)
Rohöl (Brent) 59,30

Nach dem starken Anstieg am Vortag sind die Ölpreise wieder leicht gefallen. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 64,23 US-Dollar. Das waren 22 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 22 Cent auf 56,85 Dollar.

  • Starken Auftrieb hatten die Rohölpreise in den vergangenen Tagen durch die hohen Spannungen zwischen den USA und Iran erhalten.
  • Nachdem Iran eine amerikanische Drohne abgeschossen hatte, hatte US-Präsident Donald Trump von einem "sehr schweren Fehler" gesprochen.
  • Nach Medienberichten ordnete er Luftschläge gegen das Land an, die jedoch wieder abgeblasen wurden. Die Ölpreise gaben daraufhin etwas nach.
07:44 Uhr

Euro zeigt sich kaum verändert

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,12

Der Euro hält sich an der Marke von 1,13 US-Dollar. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,1295 Dollar und damit in etwa so viel wie am späten Vorabend.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Donnerstagnachmittag auf 1,1307 Dollar festgesetzt.

07:25 Uhr

Zollstreit belastet Asien-Börsen

Nikkei
Nikkei 22.492,68

Der schwelende Handelsstreit zwischen den USA und China hat Japans Aktienmarkt belastet.

In Tokio notierte der Leitindex Nikkei 0,2 Prozent tiefer auf 21.421 Punkten.

Die chinesische Börse in Shanghai gewann 0,6 Prozent.

Am Devisenmarkt in Fernost stieg der Euro um 0,1 Prozent auf 1,1300 Dollar. Zur japanischen Währung gab der Dollar 0,2 Prozent auf 107,09 Yen nach.

Investoren hoffen, dass US-Präsident Donald Trump und sein chinesischer Amtskollege Xi Jinping bei einem Treffen auf dem G20-Gipfel kommende Woche in Japan für eine Deeskalation im Zollkonflikt sorgen werden.