Freitag, 26. Juni 2020Der Börsen-Tag

Heute mit Juliane Kipper
17:59 Uhr

Corona-Sorgen vermiesen den Anlegern die Stimmung

Dax
Dax 12.512,07

Mit Verlusten verabschiedet sich der deutsche Aktienmarkt ins Wochenende verabschiedet. Die Lockerungen der Volcker Rule in den USA, also der nach der Finanzkrise eingeführten Verschärfungen der Bankenregulierung, hatte zeitweise stärker gestützt. Die Nachricht, dass die US-Notenbank von den US-Kreditinstituten verlangt, Dividenzahlungen zu begrenzen und zunächst keine Aktienrückkäufe zu tätigen, drückte aber zusehends auf die Stimmung genauso wie die sich weiter ausbreitende Covid-19-Pandemie in den USA. Der DAX verliert 0,7 Prozent auf 12.089 Punkte.

Wirecard
Wirecard 3,49

Wirecard brachen um weitere 63,7 Prozent ein auf 1,28 Euro. Der Wirtschaftsprüfer EY geht von einem umfassenden und konspirativen Betrug bei dem Zahlungsdienstleister aus. "Es gibt deutliche Hinweise, dass es sich um einen umfassenden Betrug handelt, an dem mehrere Parteien rund um die Welt und in verschiedenen Institutionen mit gezielter Täuschungsabsicht beteiligt waren", so die Deutschland-Niederlassung von EY. Ein Marktteilnehmer verwies darauf, dass EY seit Jahren der Wirtschaftsprüfer von Wirecard sei und möglicherweise nun selbst einer Klagewelle entgegensteuere.

Bei Lufthansa setzten Gewinnmitnahmen ein, die Aktie verlor 6,2 Prozent. Die Zustimmung der Hauptversammlung zum Rettungspaket am Vorabend sollte bereits im Kurs eingepreist sein, hieß es. Die Analysten von Bernstein erwarteten trotz des Pakets weiterhin schwierige Zeiten, weil die Lufthansa bis 2023 das staatliche Unterstützungspaket in Höhe von 9 Milliarden Euro zurückzahlen müsse. Daher sei nicht auszuschließen, dass die Aktie schon bald wieder unter Druck gerate.

Adidas
Adidas 242,50

Adidas verloren 2,1 Prozent und Puma 2,2 Prozent. Händler verwiesen auf die schwache Entwicklung bei US-Wettbewerber Nike. Nike verzeichnete wegen der Coronavirus-Krise im vierten Geschäftsquartal einen erheblichen Gewinn- und Umsatzrückgang und schrieb rote Zahlen. Die Erwartungen des Marktes wurden verfehlt.

Hornbach Holding gewannen 2,2 Prozent. Die endgültigen Geschäftszahlen bestätigten den Eindruck, dass Hornbach mit dem Run in die vom Lockdown ausgenommenen Baumärkte einer der Gewinner der Pandemie ist. Für Cyan ging es nach einer Kaufempfehlung durch Hauck & Aufhäuser um 24,4 Prozent nach oben.

16:52 Uhr

Anleger feiern Gap-Deal mit Kanye West

Die Zusammenarbeit mit der Modemarke Yeezy des Rappers Kanye West beschert Gap einen der größten Kurssprünge der Firmengeschichte. Die Aktien der US-Bekleidungsfirma steigen um mehr als 26 Prozent. Gap und Yeezy wollen ab 2021 eine eigene Modelinie auf den Markt bringen.

16:22 Uhr

Pharmariese streicht 1700 Stellen in Europa

Sanofi
Sanofi 90,80

Der französische Pharmakonzern Sanofi streicht in Europa 1700 Stellen. Alleine tausend Arbeitsplätze sollen in Frankreich wegfallen, wie das Unternehmen mitteilte. Sanofi gehört zu den Pharmakonzernen, die nach einem Impfstoff gegen das Coronavirus forschen.

Mit der Pandemie hätten die Stellenstreichungen nichts zu tun, betonte Frankreich-Chef Olivier Bogillot. Hintergrund sei vielmehr eine im Dezember angekündigte Strategie zur Einsparung von zwei Milliarden Euro bis 2022. Sanofi setzt nun zunächst auf Anreize zum freiwilligen Ausscheiden von Mitarbeitern.

In den ersten drei Monaten des Jahres hatte Sanofi seinen Umsatz um fast sieben Prozent auf neun Milliarden Euro gesteigert. Vor allem Entzündungshemmer verkauften sich im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie besser.

16:07 Uhr

Wall Street bleibt gefangen im Corona-Würgegriff

Belastet von Kursverlusten der Finanzwerte startet die Wall Street mit Kursabschlägen. Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 verlieren jeweils etwa ein Prozent. Die Aktien von Bank of America, Citigroup und JPMorgan büßen bis zu 3,3 Prozent ein, nachdem die US-Notenbank Fed den Instituten wegen der Coronavirus-Pandemie Dividendenzahlungen und Aktienrückkäufe vorläufig verboten hatte. Damit soll die Kapitalbasis der Geldhäuser gestärkt werden, um die Folgen der Krise besser zu überstehen.

Nike
Nike 97,40

"Die Banken haben den Fed-Stresstest zwar bestanden, aber wie wir alle wissen, nur dank der Geldspritzen der Notenbank und der Konjunkturhilfen der Regierung", gab Neil Wilson, Chef-Analyst des Online-Brokers Markets.com, zu bedenken.

Zu den Verlierern am US-Aktienmarkt zählte auch Nike mit einem Kursminus von drei Prozent. Erzwungene Ladenschließungen im Rahmen der Pandemie-Bekämpfung brockten dem Sportartikel-Hersteller einen überraschenden Quartalsverlust ein. Enttäuschend seien zudem die Gewinnmargen und die hohen Lagerbestände, monierte Analyst James Grzinic von der Investmentbank Jefferies. Das sei kein gutes Omen für die Geschäfte der deutschen Konkurrenten Adidas und Puma. Die Titel des US-Rivalen Under Armour gaben ein knappes Prozent nach.

15:33 Uhr

Lufthansa-Vorstand will wohl nicht auf Boni verzichten - und muss gehen

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Dirks war zuletzt für die Themen Digitales und Finanzen zuständig. Nach seinem Eintritt in den Vorstand hatte er zunächst die Tochter Eurowings "durch eine schwierige Phase geführt", wie die Lufthansa erklärte. "

(Foto: picture alliance / Jörg Carstens)

Der frühere Telekommunikationsmanager Thorsten Dirks wird nach drei Jahren den Vorstand der Lufthansa verlassen. Dirks nehme "den erfolgreichen Abschluss der staatlichen Stabilisierungsmaßnahme zum Anlass, sich aus dem Vorstand der Gesellschaft zurückzuziehen", teilte die Lufthansa mit. Das "Handelsblatt" berichtete, Dirks solle nicht dazu bereit gewesen sein, auf Boni-Zahlungen zu verzichten.

Die angeschlagene Fluggesellschaft erhält vom Bund neun Milliarden Euro Hilfe - daran geknüpft ist die Bedingung, dass der Vorstand auf Boni und Tantiemen verzichtet, bis der Staat 75 Prozent seiner Beteiligung an Lufthansa wieder abgegeben hat. Bei Lufthansa machen die variablen Vergütungen im Vorstand laut "Handelsblatt" einen großen Teil der Entlohnung aus, teilweise bis zu 50 Prozent.

14:49 Uhr

Lagarde: Tiefpunkt der Krise vermutlich überwunden

Die Wirtschaft hat nach den Worten von EZB-Chefin Christine Lagarde die Talsohle in der Corona-Krise durchschritten. "Wir haben vermutlich den Tiefpunkt überwunden", sagte die Präsidentin der Europäischen Zentralbank am Freitag bei einer Online-Konferenz. Allerdings sei die anstehende Erholung von Unsicherheiten wie einer möglichen zweiten Corona-Welle geprägt und werde weltweit nicht gleichzeitig erfolgen. "Es wird ein Kontinent nach dem anderen sein."

Lagarde rechnet überdies mit einem tiefgreifenden Wandel der Wirtschaftsstruktur. Die von der Corona-Pandemie am stärksten betroffenen Sektoren wie die Luftfahrt, Gastgewerbe und die Unterhaltungsbranche würden "in einer anderen Form" aus der Krise hervorgehen. "Wir werden nicht zum Status Quo zurückkehren", sagte sie.

14:22 Uhr

Bilanz von H&M färbt sich tiefrot

H&M
H&M 13,32

Die schwedische Modekette Hennes & Mauritz (H&M) hat wegen der Corona-Krise im zweiten Geschäftsquartal ein deutliches Minus eingefahren. Im Berichtszeitraum, der bei H&M von Anfang März bis Ende Mai läuft und damit die bisherige Hochphase der Pandemie in Europa umfasste, belief sich der Verlust nach Steuern auf 4,99 Milliarden schwedische Kronen (477 Millionen Euro). Das teilte der Konzern am Freitag in Stockholm mit. Im Vorjahresquartal hatte die H&M-Gruppe noch einen Gewinn von 4,57 Milliarden Kronen eingefahren.

Deutschland blieb weiter der umsatzstärkste H&M-Markt - auch wenn die hiesigen Erlöse um über 40 Prozent einbrachen. Nach Konzernangaben waren Mitte April rund 80 Prozent der H&M-Läden weltweit dicht. Zwar konnte das Online-Geschäft im gesamten Quartal fast um ein Drittel zulegen, doch wie bereits bekannt sanken die Gesamterlöse im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um die Hälfte auf 28,66 Milliarden schwedische Kronen (2,7 Mrd Euro). Der Konzern will nun im Laufe des Jahres sein Filialnetz weltweit unter dem Strich um rund 40 Läden verkleinern.

13:43 Uhr

Daimlers "weiße Weste hat Flecken bekommen"

Daimler
Daimler 36,93

Daimler muss auf der Hauptversammlung mit kräftigem Gegenwind unzufriedener Aktionären rechnen. Die Fondsgesellschaft Union Investment will Vorstand und Aufsichtsrat des Stuttgarter Autokonzerns auf der Aktionärsversammlung am 8. Juli wegen der Diesel-Altlasten und schwächelnder Gewinne nicht entlasten. "Die weiße Weste hat Flecken bekommen", zitierte die "Wirtschaftswoche" Janne Werning von Union Investment.

Die Fondsgesellschaft entziehe der Daimler-Spitze daher das Vertrauen. Zudem habe der Autokonzern den Wandel zur Elektromobilität verschlafen. Die Abgasemissionen der Daimler-Flotte seien viel zu hoch, die SUVs des Autobauers "klimapolitisch fragwürdig".

Zuvor hatte der einflussreiche Aktionärsberater Glass Lewisden Daimler-Anteilseignern empfohlen, sich wegen der andauernden Diesel-Ermittlungen bei der Abstimmung über die Entlastung der Verwaltung zu enthalten.

13:15 Uhr

Hornbach macht kräftigen Gewinnsprung

Eine Mitarbeiterin eines Hornbach-Baumarkts hinter einem Einkaufswagen mit dem Hornbach-Schriftzug. Foto: Uwe Anspach/dpa/Archivbild

Seit Anfang Mai 2020 können die Kunden wieder in allen Hornbach-Märkten im In- und Ausland einkaufen.

Uwe Anspach/dpa/Archivbild

Die Baumarkt-Gruppe Hornbach ist stark ins neue Geschäftsjahr gestartet - auch wegen der großen Nachfrage in den 160 Bau- und Gartenmärkten während der Corona-Pandemie. Im ersten Quartal (bis 31. Mai) betrug der Gewinn nach Steuern 122,9 Millionen Euro, wie das Unternehmen mitteilte. Das war mehr als doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum mit 51,7 Millionen Euro. Der Konzernumsatz stieg im Jahresvergleich um 17,8 Prozent auf 1,58 Milliarden Euro. Das bereinigte Betriebsergebnis (Ebit) legte um 78,4 Prozent auf 172,8 Millionen Euro zu. Die Mehrzahl der Bau- und Gartenmärkte des Konzerns war während der Corona-Krise für private und gewerbliche Kunden geöffnet.

Homeoffice und Ausgangsbeschränkung - die Nachfrage in Märkten und im Online-Geschäft war auch deshalb groß, weil viele Menschen wegen der Corona-Pandemie mehr Zeit zu Hause verbringen. Trotz des Umsatz- und Gewinnsprungs im ersten Jahresviertel hält das Unternehmen vorerst an seiner Jahresprognose fest. Grund seien die erheblichen und schwer abschätzbaren konjunkturellen Risiken durch die Coronakrise, hieß es.

12:41 Uhr

Dofel: Behörde hatte schon 2019 Verdacht auf Marktmanipulation bei Wirecard

Der katastrophale Crash der Wirecard-Aktie geht unvermindert weiter, dennoch bleibt das Papier noch monatelang im Dax. Warum, erklärt ntv-Börsenreporterin Katja Dofel. Während die Zahlen eine klare Sprache sprechen, bleiben dennoch viele Fragen noch unbeantwortet.

Etwa: Wieso brauchte die deutsche Finanzaufsicht mehr als ein Jahr, um die Wirecard AG wegen des Verdachts auf Marktmanipulation zu melden, nachdem sie von einem Informanten einen Hinweis auf Unregelmäßigkeiten bei dem Zahlungsunternehmen erhalten hatte?

Nach Informationen von "Bloomberg" hatte die Bafin Ende Januar 2019 von einer anonymen Quelle Dokumente über Wirecard erhalten und diese zusammen mit einem Bericht der "Financial Times" über angebliche Bilanzierungsprobleme des Unternehmens ausgewertet, teilte das deutsche Finanzministerium in einer schriftlichen Antwort auf Fragen des Gesetzgebers mit.

12:16 Uhr

Milliardenhilfe treibt Air France-KLM

Die Aussicht von Staatshilfen gibt nicht nur der Lufthansa, sondern auch der Aktie der französisch-niederländischen Fluggesellschaft Air France-KLM Auftrieb. Die Papiere legen sechs Prozent zu, nachdem die niederländische Regierung ein 3,4 Milliarden Euro schweres Rettungspaket freigegeben hatte. Die Regierungen in Paris und Den Haag besitzen jeweils etwa 14 Prozent an Air France-KLM. Im April hatten sie französische Staatshilfen in Höhe von sieben Milliarden Euro bekanntgegeben.

11:28 Uhr

Bilanzskandal bei Wirecard: Brüssel geht Bafin an den Kragen

In den Bilanzskandal beim Zahlungsanbieter Wirecard schaltet sich nun auch die EU-Kommission ein. Sie werde die Europäische Wertpapier- und Marktaufsichtsbehörde (ESMA) um eine Untersuchung bitten, ob die deutsche Finanzaufsicht BaFin bei der Kontrolle über Wirecard versagt und gegebenenfalls gegen EU-Recht verstoßen habe, sagte Kommissionsvize Valdis Dombrovskis in einem Interview mit der "Financial Times".

"Wir werden die ESMA bitten, zu prüfen, ob es aufsichtsrechtliche Versäumnisse gegeben hat, und wenn ja, eine mögliche Vorgehensweise festlegen." Es müsse geklärt werden, was schief gelaufen ist. Er erwarte von der ESMA eine Antwort Mitte Juli.

10:58 Uhr

James-Bond-Autohersteller zapft Aktionäre an

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Aston Martin versucht, mit tiefen Einschnitten beim Personal und weiteren Restrukturierungen aus der Krise zu kommen.

picture alliance / dpa

Der von der Corona-Krise schwer gebeutelte Luxusautohersteller Aston Martin zapft auf der Suche nach frischem Geld erneut die Aktionäre an. Das britische Unternehmen kündigt an, das Eigenkapital durch die Ausgabe neuer Stammaktien um 20 Prozent aufzustocken. Mit den zusätzlichen Mitteln sollen Löcher gestopft werden, die in der Bilanz durch den Absatzeinbruch während der Pandemie gerissen wurden.

Die Details des Angebots sollten in Kürze veröffentlicht werden. Aston Martin teilte mit, die Gesellschaft habe bereits feste Zusagen zur Zeichnung von rund einem Drittel der Aktien. 25 Prozent werde das Konsortium "Yew Tree" des kanadischen Milliardärs Lawrence Stroll übernehmen, der bereits maßgeblich an Aston Martin beteiligt ist.

Der Kurs der an der Londoner Börse gelisteten Aktie von Aston Martin fiel am Vormittag um elf Prozent. Das Papier des Herstellers des legendären James-Bond-Autos hatte schon in den vergangenen Monaten rasant an Wert verloren.

10:50 Uhr

Wie Anleger auf den Wasserstoff-Boom setzen können

Wasserstoff gilt schon lange als Energieträger der Zukunft. Das vom Staat beschlossene Konjunkturpaket soll nun auch der wasserstoffbetriebenen Brennzelle zugutekommen. Kommt jetzt der Durchbruch? Friedhelm Tilgen spricht mit Dirk Grunert von Morgan Stanley über die Vor- und Nachteile von Wasserstoffantrieben und wie Anleger in diese nachhaltige Technologie investieren können.

10:42 Uhr

Verizon schließt sich Ben & Jerry's an

Verizon Communications
Verizon Communications 48,52

Der Medienkonzern Verizon schließt sich dem Protest anderer Unternehmen an und schaltet vorübergehend keine Werbung mehr bei Facebook. Die Pause werde so lange andauern, bis Facebook eine akzeptable Lösung anbiete, teilte Verizon mit.

Verizon wirft dem weltgrößten Internetnetzwerk vor, zu wenig gegen die Verbreitung von Hassrede, Falschinformationen und Mobbing auf seinen Plattformen zu tun. Zu dem Werbeboykott haben Bürgerrechtsgruppen aufgerufen. Inzwischen haben sich Dutzende Unternehmen angeschlossen, von denen der zweitgrößte US-Mobilfunker der bekannteste und größte Konzern ist. Zuvor haben bereits der Eiscreme-Hersteller Ben & Jerry's, sowie die Outdoorbekleidungskonzerne Patagonia und North Face angekündigt, zunächst nicht mehr auf Facebook werben zu wollen.

10:13 Uhr

Für Wirecard geht es weiter abwärts

Wirecard
Wirecard 3,49

Wirecard brechen dagegen um weitere 40 Prozent ein auf 2,05 Euro. Der Wirtschaftsprüfer EY geht von einem umfassenden und konspirativen Betrug bei dem Zahlungsdienstleister aus. "Es gibt deutliche Hinweise, dass es sich um einen umfassenden Betrug handelt, an dem mehrere Parteien rund um die Welt und in verschiedenen Institutionen mit gezielter Täuschungsabsicht beteiligt waren", so die Deutschland-Niederlassung von EY. Ein Marktteilnehmer verweist darauf, dass EY seit Jahren der Wirtschaftsprüfer von Wirecard sei und möglicherweise nun selber einer Klagewelle entgegensteuere.

09:46 Uhr

Adidas und Puma leiden unter Nike-Debakel

Adidas und Puma zeigen sich mit Kursverlusten von je 0,6 Prozent. Händler verweisen auf die Entwicklung beim US-Wettbewerber Nike. Nike verzeichnete wegen der Coronavirus-Krise im vierten Geschäftsquartal einen erheblichen Gewinn- und Umsatzrückgang und schrieb rote Zahlen. Die Erwartungen des Marktes wurden verfehlt.

09:43 Uhr

Autoaktien und Technologiewerte führen Gewinnerliste

In Europa führen die Indizes der Autoaktien und der Technologiewerte die Gewinnerliste mit Aufschlägen von 1,2 und 1,3 Prozent an. Dabei liegen alle Branchenindizes mehr oder weniger stark im Plus. Im Dax steigen Infineon um 1,5, SAP um 1,4, Continental um 1,3 und Daimler um 1,1 Prozent.

09:26 Uhr

Erleichterung bei Lufthansa ist groß

Beflügelt von Kursgewinnen an der Wall Street legt der deutsche Aktienmarkt zu. Der Dax klettert um rund ein Prozent auf 12.300 Punkte. Mit Sorgen verfolgen Börsianer zwar weiterhin die steigenden Coronavirus-Infektionszahlen in den USA und anderen Teilen der Welt.

Dax
Dax 12.512,07

"Es besteht aber ein gewisser Optimismus, dass jede zweite Welle durch die Wirtschaftshilfen von Regierungen und Zentralbanken ausgeglichen wird", sagte Shane Oliver, Chefökonom beim Vermögensverwalter AMP Capital. Hinweise auf den Zustand der weltgrößten Volkswirtschaft versprechen sich Investoren von den Zahlen zu den US-Konsumausgaben. Die Verbraucher sind die Hauptstütze der US-Konjunktur.

Anleger griffen bei den Aktien der Lufthansa zu, nachdem die Aktionäre auf der Hauptversammlung dem Rettungspaket zustimmten. Die Papiere gewannen mehr als drei Prozent. Turbulent geht es bei dem in einen Bilanzskandal verstrickten Dax-Konzern Wirecard weiter. Der Zahlungsdienstleister meldete Insolvenz an. Die Aktien stürzten bei mehreren Handelsunterbrechungen um 33 Prozent auf 2,35 Euro ab.

08:43 Uhr

Amazon kauft sich Elektroauto-Startup

Amazon
Amazon 2.878,70

Der weltgrößte Onlinehändler Amazon will einem Medienbericht zufolge das Elektroauto-Startup Zoox für mehr als eine Milliarde Dollar kaufen. Darauf habe man sich verständigt, meldete das Online-Tech-Medium "The Information" unter Berufung auf nicht näher genannte Insider. Die genaue Summe wurde nicht genannt.

Der Deal würde Zoox mit weniger als den 3,2 Milliarden Dollar bewerten, die der US-Robotertaxianbieter 2018 laut "Wall Street Journal" bei einer Finanzierungsrunde erzielt hatte. Amazon wie auch Zoox waren zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichbar. Der Konzern aus Seattle hat zuletzt seine Investitionen in den Autosektor verstärkt und sich unter anderem an einer Finanzierungsrunde für das Autonome-Fahren-Startup Aurora beteiligt.

08:03 Uhr

Schwacher US-Dollar bewegt die Ölpreise

Rohöl (Brent)
Rohöl (Brent) 42,28

Die Ölpreise legen weiter zu: Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 41,69 US-Dollar. Das waren 64 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stieg um 58 Cent auf 39,30 Dollar.

Unterstützung erhielten die Ölpreise zuletzt von dem etwas schwächeren US-Dollar. Rohöl wurde dadurch für Interessenten außerhalb des Dollarraums etwas günstiger, was die Nachfrage von dort belebte. In den USA spitzt sich die Corona-Lage unterdessen weiter zu und sorgt für große Risiken auf der Nachfrageseite. Vor allem im Süden der Vereinigten Staaten werden immer mehr Neuinfektionen gemeldet. Dies erhöht die Gefahr neuer Corona-Beschränkungen, was die Konjunktur schädigen und die Ölnachfrage dämpfen würde.

07:49 Uhr

Dax könnte kleinen Aufstieg fortsetzen

Zum Abschluss der Börsenwoche wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge den positiven Vorgaben der Wall Street folgen und höher starten. Gestern hatte er 0,7 Prozent im Plus bei 12.178 Punkten geschlossen.

Dax
Dax 12.512,07

Im Blick behalten Anleger die Aktien der Lufthansa, nachdem die Aktionäre auf der Hauptversammlung dem Rettungspaket zugestimmt haben. Ebenso wird die Marktteilnehmer der Bilanzskandal beim Dax-Konzern Wirecard weiter beschäftigen. Der Zahlungsdienstleister meldete Insolvenz an.

Hinweise auf den Gesundheitszustand der weltgrößten Volkswirtschaft versprechen sich Investoren von den Zahlen zu den US-Konsumausgaben. Die Kauflaune der Verbraucher gilt als Hauptstütze der dortigen Konjunktur. Mit sorgenvoller Miene verfolgen Börsianer weiterhin die Entwicklung der Coronavirus-Infektionszahlen in den USA und anderen Teilen der Welt. Ein Wiederaufflammen der Pandemie würde Experten zufolge die Hoffnung auf eine kraftvolle Erholung der Weltwirtschaft von den Corona-Folgen zunichtemachen.

07:10 Uhr

Wirecard vor Dax-Rauswurf - Dies könnte der Nachfolger sein

Symrise
Symrise 103,60

Nach seiner Insolvenz muss der Zahlungsabwickler Wirecard seinen Platz im Dax im September wohl räumen. Die besten Chancen für einen Aufstieg in die erste deutsche Börsenliga habe derzeit der Aromen-Hersteller Symrise, schreibt DZ Bank-Analyst Michael Bissinger. Gute Chancen hätten auch der Essenslieferant Delivery Hero und der Laborausrüster Qiagen. Letzterer steht allerdings vor der Übernahme durch den US-Rivalen Thermo Fisher.

06:48 Uhr

Hat Bafin bei Wirecard versagt? Hessel fordert Aufklärung

Wirecard
Wirecard 3,49

Die Vorsitzende des Finanzausschusses im Bundestag will nach dem Zusammenbruch des Finanzdienstleisters Wirecard rasch ein etwaiges Versagen der Aufsichtsbehörden aufklären. Der Insolvenzantrag habe dem Finanzplatz Deutschland schwer geschadet, sagte Katja Hessel der Funke Mediengruppe.

Benötigt werde eine schnelle und lückenlose Aufklärung. "Hierbei wird im Mittelpunkt stehen inwieweit die Aufsicht versagt hat und welche Konsequenzen dies für Bafin und BMF haben muss", sagte die FDP-Politiker. Sie müssten rasch gezogen werden, um das Vertrauen in den Finanzplatz zurückgewinnen zu können. Bafin-Präsident Felix Hufeld soll am Mittwoch dem Ausschuss Rede und Antwort stehen.

06:19 Uhr

Furcht vor zweiter Welle lässt nach - Japans Börse legt zu

Die Angst vor einer zweiten Welle der Corona-Pandemie rückt an Asiens Märkten zunächst wieder in den Hintergrund. Nach Verlusten von mehr als einem Prozent am Vortag notieren die Indizes an der Börse in Tokio zum Wochenausklang zunächst wieder fester. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index liegt zuletzt ein Prozent höher bei 22.475 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index steigt um 0,8 Prozent und liegt bei 1574 Punkten. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans fällt dagegen um ein Prozent.

Bei den Einzelwerten stehen Softbank mit einem Plus von zunächst 3,5 Prozent im Fokus. Der Technologie-Investor hat Aktienrückkäufe angekündigt.