Freitag, 05. Juli 2019Der Börsen-Tag

Mit Max Borowski
18:10 Uhr

Euphorische Börsenwoche endet mit Ernüchterung

Die Zinsfantasie ist erstmal weg. Die Hoffnung, die Fed werde bald den Leitzins kräftig senken, ist mit dem guten Arbeitsmarktbericht verflogen. Gleichzeitig enttäuscht die deutsche Industrie mit einem dicken Minus beim Auftragseingang. Diese Mischung holt den Dax von seinem Jahreshoch wieder ein Stück weit herunter: Der Leitindex gibt um 0,5 Prozent auf 12.589 Punkte nach.

Dax
Dax 12.468,01

Unter dem schlechten Auftragseingang der Industrie litten vor allem Siemens mit einem Minus von 2,9 Prozent, aber auch Thyssenkrupp, die um 1,4 Prozent nachgaben. In der zweiten Reihe verloren Kion 3,5 Prozent.

Deutsche Bank stiegen dagegen um 2,5 Prozent. "Das sind Käufe vor der Aufsichtsratssitzung", sagte ein Händler. Mit der Trennung von Investmentbankchef Garth Rithie gebe es ein weiteres Indiz für eine "große Umstrukturierung". "Da will keiner am Montag mit zu großen Shorts oder einer zu starken Untergewichtung da stehen", sagte der Händler. Erwartet wurde unter anderem ein Abbau um 15.000 bis 20.000 Stellen.

 

17:16 Uhr

Russisch-deutsche Ölpipeline unterbrochen

Die russischen Öllieferungen über die "Freundschafts"-Pipeline Druschba zur Raffinerie PCK im brandenburgischen Schwedt sind erneut unterbrochen.

Brent Rohöl
Brent Rohöl 64,45

Wie schon im April habe man bei den Öllieferungen zwischen Russland und Westeuropa eine leicht erhöhte, nicht erklärbare Konzentration organischen Chlorids im angelieferten Rohöl festgestellt. Der Stoff richtet Schaden in den Raffinerien an. Schon damals war die Versorgung vorübergehend gestoppt worden. Mit Lieferanten und Pipelinebetreiber sei man im Gespräch, um mögliche Ursachen zu klären, so Shell. Die Belieferung mit Rohöl werde über den Hafen Rostock organisiert.

Am Ölmarkt drehen die Preise unterdessen ins Plus. US-Leichtöl der Sorte WTI verteuert sich je Fass um 0,5 Prozent auf 56,60 Dollar, die global gehandelte Sorte Brent um 1,2 Prozent auf 64,04 Dollar.

Die jüngste Verlängerung der Förderkürzung durch das Erdölkartell Opec sowie der Lagerabbau in den USA in Verbindung mit dem guten Arbeitsmarktbericht treibe die Preise, heißt es. Die Daten stünden nicht für eine nachlassende Erdölnachfrage, so Stimmen aus dem Handel.

16:55 Uhr

Wall Street im Minus - Anleihen brechen ein

Nach den Rekordständen zur Wochenmitte und dem Feiertag am Vortag startet die Wall Street mit Verlusten in die Sitzung. Die positiven Arbeitsmarktdaten scheinen die US-Börsen eher zu belasten, weil Zinssenkungsfantasie entweicht. "Ein großer Zinsschritt von 50 Basispunkten auf der nächsten Fed-Sitzung ist wohl vom Tisch", urteilt ein Börsianer.

Der Dow-Jones-Index verliert 0,5 Prozent auf 26.844 Punkte, S&P-500 und Nasdaq-Composite sinken um ebenfalls jeweils 0,5 Prozent - am Rentenmarkt stürzen die Notierungen indes ab.

Grundsätzlich liefert der Arbeitsmarktbericht wichtige Hinweise auf die Nachhaltigkeit der längsten wirtschaftlichen Expansion in der Geschichte der USA. In den vergangenen Monaten hatte sich der Stellenaufbau bereits verlangsamt und die ohnehin bestehenden Wachstumssorgen befeuert. Diese Befürchtungen ließen im Gegenzug die Zinssenkungsspekulationen ins Kraut schießen. Nun aber wurden im Juni mit 224.000 Stellen mehr geschaffen als mit 165.000 vorhergesagt. 

Deutlich fällt die Marktreaktion bei den Renten aus. Die Notierungen der US-Anleihen brechen ein, im Gegenzug steigt die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen um 9,3 Basispunkte auf 2,04 Prozent.

16:40 Uhr

VW und Ford schließen Roboterauto-Allianz

Volkswagen und Ford sind sich Insidern zufolge bei ihrer geplanten Kooperation für autonomes Fahren und Elektromobilität weitgehend einig.

Die beiden Autobauer hätten sich auf Grundzüge der Partnerschaft verständigt, sagte eine mit den Plänen vertraute Person laut Reuters. So werde Volkswagen etwa seine Plattform für Elektro-Autos (MEB) mit dem zweitgrößten US-Autobauer teilen.

Ein zweiter Insider sagte, der Aufsichtsrat von VW müsse den Plänen noch zustimmen, eine Sitzung sei für Donnerstag geplant.

Die autonomen Autos sind nur ein Teil von Plänen einer weitreichenden Allianz. Die beiden Autobauer kooperieren etwa bereits beim Bau von Pickups. Ford soll im Gegenzug Zugang zu VWs Elektro-Baukasten bekommen.

15:56 Uhr

Gold und Euro brechen ein

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,10

Was ein Segen beispielsweise für die Deutsche-Bank-Aktie zu sein scheint, - die Wahrscheinlichkeit sinkender Zinsen angesichts des boomenden US-Arbeitsmarktes geht etwas zurück - ist Gift für einige andere Anlagen, vor allem Gold und den Euro.

Das zins- und dividendenlose Gold steigt im Wert, wenn Leitzinsen sinken - und umgekehrt. Der Goldkurs brach innerhalb von Sekunden nach Veröffentlichung der US-Arbeitsmarktdaten um gut 15 Dollar ein. Insgesamt verliert das Edelmetall heute 1,7 Prozent. Der Euro verliert 0,6 Prozent auf 1,219 US-Cent.

15:46 Uhr

Deutsche-Bank-Kurs schießt nach oben

Deutsche Bank
Deutsche Bank 7,28

Die Deutsche Bank ist am Nachmittag an die Spitze des Dax geschossen - mit einem Plus von zeitweise rund fünf Prozent!

Allgemein bekommen die unter den niedrigen Zinsen leidenden europäischen Bankenwerte durch die US-Jobdaten Oberwasser. Der Branchenindex drehte ins Plus und gewann 0,4 Prozent.

Zudem feiern die Anleger geradezu den Abschied des Investmentbanking-Chefs Garth Ritchie. Wie berichtet, will die Deutsche Bank ihre Investmentbank in der bisherigen Form zerschlagen.

15:04 Uhr

Deutschland verliert Spitzenrating bei Kreditversicherer

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Coface nennt ausdrücklich die Schwäche der Großen Koalition als Grund für die eingetrübten Aussichten für die deutsche Wirtschaft.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die deutsche Industrie ist wohl schon in der Rezession, wie der Auftragseingang heute Morgen wieder zeigte. Der Rest der Wirtschaft könnte folgen, fürchtet etwa die Investmentbank JPMorgan. Das lässt den Kreditversicherer Coface an der Bonität deutscher Unternehmen und ihrer Gläubiger zweifeln.

Coface vergibt für Länder insgesamt ein Rating, in dem das Ausfallrisiko für Geldgeber von Unternehmen bewertet wird. Bisher hatte Deutschland die Bestnote A1. Nun senkt Coface das Rating angesichts der sich verschlechternden Bedingungen in Deutschland um eine Stufe auf A2.

14:50 Uhr

US-Wirtschaft schafft viele Jobs - Kurse fallen

Wirtschaft gesund - Anleger enttäuscht. So könnt man die erste Reaktion am Markt auf die US-Arbeitsmarktzahlen zusammenfassen. Denn weil die US-Unternehmen im Juni mehr Jobs als erwartet schufen, sinken die Chancen auf deutliche Zinssenkungen der US-Notenbank.

  • Wie das US-Arbeitsministerium berichtete, entstanden in der Privatwirtschaft und beim Staat 224.000 zusätzliche Stellen. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten nur einen Zuwachs um 165.000 Jobs erwartet.
  • Die US-Stundenlöhne erhöhten sich um 0,2 Prozent auf 27,90 Dollar. Ökonomen hatten ein Plus von 0,3 Prozent erwartet. Im Jahresvergleich lagen die Löhne um 3,1 Prozent höher.

Der Dax gibt auf die Nachricht hin etwas mehr, um nun ein halbes Prozent, nach. Die Indikation des S&P fällt um 0,4 Prozent.

14:35 Uhr

Investmentchef muss Deutsche Bank verlassen

Überraschend ist das nicht. Für viele ist es erstaunlich, dass er sich so lange halten konnte: Der Investmentbankchef der Deutschen Bank, Garth Ritchie, tritt Ende Juli zurück. Das teilte der Konzern gerade mit. Konzernchef Christian Sewing werde die Verantwortung für die Unternehmens- und Investmentbank übernehmen. Als Chef der Problemsparte gilt Ritchie Kritikern als Personifizierung dessen, was seit Jahren schiefläuft bei der Deutschen Bank.

14:25 Uhr

Wall Street wartet nervös auf die Arbeitsmarktzahlen

Wie geht es gleich an der Wall Street los? Nach den Rekordständen zur Wochenmitte und dem Feiertag gestern deuten sich zunächst moderate Verluste an. Das neben den Handelskonflikten beherrschende Thema einer weiteren Lockerung der Geldpolitik, das maßgeblich für neue Allzeithochs gesorgt hatte, wird mit dem anstehenden Arbeitsmarktbericht für Juni besonders kritisch unter die Lupe genommen werden.

S&P 500 Index, Ind.
S&P 500 Index, Ind. 2.989,93

Um die kurstreibende Zinssenkungsfantasie am köcheln zu halten, dürfe der Stellenaufbau in den USA nicht zu positiv ausfallen, warnen Händler. Daher ist schwer vorherzusagen, wie der Markt auf schwächer oder auch besser als erwartet ausfallende Daten reagieren wird.

Grundsätzlich dürfte der Arbeitsmarktbericht wichtige Hinweise auf die Nachhaltigkeit der längsten wirtschaftlichen Expansion in der Geschichte der USA enthalten. In den vergangenen Monaten hatte sich der Stellenaufbau bereits verlangsamt und die ohnehin bestehenden Wachstumssorgen befeuert. Diese Befürchtungen ließen im Gegenzug die Zinssenkungsspekulationen ins Kraut schießen.

14:00 Uhr

Lufthansa steuert auf Streiks in Ferienzeit zu

Die Flugbegleitergewerkschaft Ufo und die Deutsche Lufthansa gehen voll auf Kollisionskurs: Der Konzern hat jetzt ein Gesprächsangebot der Gewerkschaft abgelehnt. Der Konzern stellt die Befugnis der Gewerkschaft infrage, die Kabinenmitarbeiter der Lufthansa-Airlines zu vertreten.

Damit seien Streiks in der Hauptreisezeit nun deutlich wahrscheinlicher geworden, teilte die Unabhängige Flugbegleiter Organisation (Ufo) mit.

Nachdem UFO im Juni zunächst mit Arbeitskämpfen im Juli bei den Fluggesellschaften Eurowings, Germanwings und Lufthansa gedroht hatte, bot die Gewerkschaft dem Konzern vor zwei Tagen eine vierwöchige "freiwillige Friedenspflicht" an - unter der Bedingung, dass dieser bereit sei, die Unklarheiten im Hinblick auf die Vertretungsberechtigung in vertraulichen Gesprächen zu klären. Doch die Deutsche Lufthansa AG bekräftigt ihre Position.

Die Vorbereitungen auf eine Urabstimmung und mögliche Streiks laufen laut Ufo weiter.

13:35 Uhr

Neuer BMW-Chef steht offenbar schon fest

Noch hat der Aufsichtsrat gar nicht über den Rückzug von BMW-Chef Krüger im kommenden Jahr gesprochen. Doch der Nachfolger steht offenbar schon fest: Der 55-jährige Produktionsvorstand Oliver Zipse könne schon in der Aufsichtsratssitzung am 18. Juli zum neuen Vorstandsvorsitzenden ernannt werden, schreibt die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" unter Berufung auf Konzernkreise.

Zipse hatte von Krüger auch den Posten des Produktionsvorstands übernommen, als dieser 2015 als Nachfolger von Norbert Reithofer an die Spitze von BMW berufen worden war. Entwicklungsvorstand Klaus Fröhlich, der ebenfalls als Kandidat für den Chefposten gehandelt worden war, solle sein derzeitiges Amt fortführen, hieß es in dem Bericht.

BMW war für einen Kommentar bislang nicht zu erreichen.

12:53 Uhr

Deutschland verschenkt Billionen mit Auslandsgeldanlagen

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Deutschland liefere Porsche und habe im Gegenzug toxische Lehman-Zertifikate bekommen, beschrieb Ökonom Hans-Werner Sinn einmal die schlechte Anlage der deutschen Exporterlöse.

(Foto: picture alliance / Ingo Wagner/d)

Kein Land exportiert so viel Kapital ins Ausland wie Deutschland. Das ist die Konsequenz unseres gigantischen Handelsüberschusses. Eines von mehreren Problemen daran: Die deutschen Unternehmen, Banken und sonstigen Anleger erzielen damit eine vergleichsweise magere Rendite, wie das Institut für Weltwirtschaft Kiel in einer Studie errechnet hat:

"Fast 300 Milliarden Euro deutsches Kapital werden jedes Jahr ins Ausland geschickt (Nettoabflüsse). Allein in den letzten 10 Jahren wurden 2,7 Billionen Euro exportiert - das entspricht ungefähr 70 Prozent des Bruttoinlandsprodukts 2017", heißt es. Alle anderen großen Industrieländer schneiden besser ab.

"Kumuliert sind die Auswirkungen der schlechten Anlageerträge enorm: Allein im Jahrzehnt seit der Finanzkrise 2008 hätte Deutschland um 2 bis 3 Billionen Euro mehr Vermögen aufbauen können, wenn die Renditen auf Auslandsvermögen etwa denen Norwegens beziehungsweise Kanadas entsprochen hätten."

12:07 Uhr

BMW-Chef kündigt Abschied an

Breaking News aus München:

BMW-Chef Harald Krüger will sein Amt im April 2020 auslaufen lassen. Das teilte der Konzern gerade mit. Über die Nachfolge werde der Aufsichtsrat in seiner nächsten Sitzung am 18. Juli beraten.

Der 53 Jahre alte Krüger steht seit vier Jahren an der Spitze des lange erfolgsverwöhnten bayerischen Autobauers. Doch zuletzt war der Gewinn eingebrochen und Krüger als zu zaghaft kritisiert worden, wenn es darum ging, die Konzern auf die akutellen Umbrüche der Autobranche vorzubereiten. Zuletzt hatte es Spekulationen darüber gegeben, dass der Aufsichtsrat den Vertrag von Krüger nicht verlängern könnte.

11:49 Uhr

Siemens im Abwärtsstrudel

Siemens sind mit einem Abschlag von 3,3 Prozent klar größter Verlierer im Dax. "Das Volumen ist auffallend hoch", sagt ein Aktienhändler. Es liege beim rund 3-Fachen des Umsatzes der vergangenen Tage.

Technisch befinde sich die Aktie im Abwärtstrend und falle in Richtung der 200-Tageslinie bei 101,32 Euro, die die nächste Unterstützung liefere. Nachrichten wie auch Umstufungen sind nicht bekannt.

Der Dax unterdessen bewegt sich am Mittag kaum. Der Index verliert 0,12 Prozent auf 12.614,58 Punkte Vor der Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichts für den Monat Juni halten sich die Investoren bedeckt. Für diese Börsenwoche zeichnet sich damit immerhin ein Plus des Dax von knapp zwei Prozent ab.

Der MDax gibt am Mittag um 0,18 Prozent auf 26.015,41 Punkte nach. Für den EuroStoxx 50 geht es um 0,10 Prozent ebenfalls moderat abwärts.

11:15 Uhr

EZB wird Minuszinsen wohl noch mal kräftig senken

Für die Aktienmärkte eine Hoffnung, für viele private Sparer eine Horrorvorstellung: Angesichts der aktuellen Konjunkturturbulenzen dürfte EZB die Zinsen in Europa bald weiter senken und zwar kräftig, glaubt die Commerzbank.

Die Experten der Bank erwarten, dass der Einlagezins im Juli um 20 Basispunkte auf minus 0,6 Prozent gesenkt wird. Bislang war die EZB einer Senkung um zehn Basispunkte ausgegangen. "Gleichzeitig dürfte sie die Fantasie auf eine weitere Zinssenkung sowie die Wiederaufnahme der Nettoanleihenkäufe aufrechterhalten", schreibt Commerzbank-Volkswirt Michael Schubert in einer Kurzstudie.

Zudem werde die EZB wohl in Aussicht stellen, dass die Leitzinsen bis mindestens Ende 2020 auf dem aktuellen oder einem niedrigeren Niveau liegen werden.

11:10 Uhr

US-Milliardär und "Kohle-König" stirbt bei Hubschrauberabsturz

"New King Coal" nannte "Bloomberg" den Milliardär und Unternehmer Christopher Cline einst. Vom Bergwerksarbeiter hatte er sich zu einem der größten und einflussreichsten Unternehmer der Branche in den USA hochgearbeitet.

Seine Firmen waren auf ihrem Höhepunkt mehr als 2,5 Milliarden Dollar wert. Doch zuletzt litten sie unter den einbrechenden Preisen für US-Kohle. Deswegen gehörte Cline wie andere Vertreter der Branche auch zu den größten Unterstützern und Geldgebern von US-Präsident Donald Trump, der im Wahlkampf versprochen hatte, die US-Kohleindustrie wiederzubeleben.

Nun starb der 60-Jährige bei einem Hubschrauberabsturz auf den Bahamas. Bei dem Unfall kamen insgesamt sieben Menschen ums Leben.

10:46 Uhr

Kahlschlag bei Deutscher Bank: Zerschlagung von Investmentbank möglich

Der Umbau und der Stellenabbau der Deutschen Bank werden Berichten zufolge radikaler als bislang gedacht.

Der "Süddeutschen Zeitung" zufolge soll die Investmentbank in ihrer bisherigen Form zerschlagen und die Konzernsparten neu sortiert werden. Dazu wolle die Bank eine neue Sparte schaffen, in der die Betreuung von Unternehmenskunden gebündelt werde.

Das Investmentbanking werde deutlich schrumpfen, wobei vor allem der Wertpapierhandel im Ausland betroffen sein dürfte, überwiegend in den USA. Einem "Bloomberg"-Bericht zufolge werden vor allem in den USA erheblich mehr Stellen abgebaut als bislang erwartet - und zwar keineswegs nur im Investmentbanking.

Durchgesickert war bereits seit einigen Wochen, dass Deutsche-Bank-Chef Sewing rund 20.000 Stellen insgesamt abbauen will. Offiziell hat die Bank die Pläne noch nicht bekannt gegeben.

10:20 Uhr

Union-Berlin-Sponsor kauft für fast eine Milliarde Euro Immobilien

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Mit der Immobilienindustrie haben viele Berliner so ihre Probleme.

(Foto: imago images / Matthias Koch)

Als neuer - und unter Fans hochumstrittener - Sponsor des Bundesliga-Aufsteigers Union Berlin ist der Immobilienkonzern Around Town plötzlich in das Blickfeld der Öffentlichkeit gerückt. Jetzt verkündet das Unternehmen einen Riesendeal: Für 900 Millionen Euro hat Around Town eigenen Angaben zufolge Immobilien in Deutschland und den Beneluxländern gekauft.

Die Aroundtown SA hatte vergangene Woche bereits mitgeteilt, den Kauf von Hotels und Büros im Volumen von etwa 1,5 Milliarden Euro in der Pipeline zu haben, vor allem in Deutschland und den Niederlanden. Die Kaufverträge für Immobilien im Wert von rund 1 Milliarde Euro hatte das Unternehmen für das dritte Quartal in Aussicht gestellt.

10:01 Uhr

Osram will sich selbst verkaufen

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Fünf Minuten früher hätte der Fotograf ein Symbolbild schießen können.

(Foto: imago/reportandum)

Vorstand und Aufsichtsrat von Osram haben nach umfangreichen Zusagen von Bain Capital und Carlyle grünes Licht für die geplante Übernahmeofferte der beiden gegeben. Die Finanzinvestoren seien "die richtigen Partner" für Osram in den aktuell schwierigen Zeiten. Selbst die Gewerkschaft ist einverstanden. Die gebotenen 3,4 Milliarden Euro beinhalten angesichts der Geschäftsentwicklung ein ordentliches Premium. Probleme mit behördlichen Genehmigungen sind nicht zu erwarten.

Dann ist ja alles klar und der Deal praktisch durch? Offenbar nicht:

Osram Licht AG
Osram Licht AG 38,17

Mit 33 Euro notieren Osram am Morgen nur knapp 1,8 Prozent höher und deutlich unter den von Bain und Carlyle gebotenen 35 Euro. Trotz des Premiums ist keineswegs sicher, dass die Annahmeschwelle von 70 Prozent des Aktienkapitals erreicht wird. Immerhin sind überhaupt nur zwei Drittel der Anteile in Streubesitz und es ist nicht klar, ob und welche Großaktionäre verkaufen wollen.

09:42 Uhr

Deutsche Firmen weltweit stärker abgehängt

Nur noch zwei deutsche Konzerne zählen einer Studie zufolge zu den 100 wertvollsten börsennotierten Unternehmen der Welt.

Vertreten im Club der Top 100 waren im ersten Halbjahr 2019 nur noch die deutschen Unternehmen SAP (Rang 52) und Allianz (98), wie aus einer Untersuchung des Beratungskonzerns EY hervorgeht.

Siemens rutschte auf Platz 107 ab. Ende 2017 zählten den Angaben zufolge noch sechs deutsche Unternehmen zu den 100 Börsenschwergewichten. Dominiert wird das Ranking weiterhin von Microsoft, Amazon, Apple und Co. Auf der Liste der Top ten finden sich acht US-Konzerne wieder. Lediglich die Plätze sieben und acht werden nicht von US-Unternehmen belegt: Dort stehen die chinesischen Konzerne Alibaba und Tencent.

Spitzenreiter ist Microsoft, mit einem Börsenwert von sagenhaften 1,03 Billion Dollar (Stichtag: 27. Juni), gefolgt von Amazon mit 938 Milliarden Dollar und dem iPhone-Hersteller Apple (919 Milliarden). Zum Vergleich: SAP kam demnach auf einen Börsenwert von umgerechnet rund 161 Milliarden Dollar.

09:20 Uhr

Deutsche Industrie steckt in der Rezession

Von der deutschen Industrie gibt es am Morgen Ernüchterndes zu berichten - wieder einmal:

Dax
Dax 12.468,01

Der Auftragseingang brach im Mai um 2,2 Prozent zum Vormonat ein, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Ökonomen hatten lediglich ein leichtes Minus erwartet. Im April hatte es einen Anstieg von revidiert 0,4 (bisher 0,3) Prozent gegeben.

Im Mai stiegen die Aufträge aus dem Inland im Vergleich zum Vormonat um 0,7 Prozent, die Auslandsaufträge verringerten sich um 4,3 Prozent. Die Industrie steckt in der Rezession, auch wenn sie ihre Talfahrt zuletzt bremste.

Den Dax beeindruckt das zu Eröffnung nur mäßig. Die Traditions-Industriekonzerne Siemens und Thyssenkrupp rutschen mit einem Minus von 1,5 beziehungsweise 1,7 Prozent ans Index-Ende. Der Dax insgesamt sinkt nur minimal um 0,1 Prozent. Unter anderem RWE und Vonovia stützen mit moderaten Gewinnen den Leitindex.

Der MDax rückte um 0,06 Prozent auf 26 078,71 Punkte vor. Für den Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 ging es um 0,14 Prozent abwärts. Investoren dürften sich auch aus taktischen Gründen noch bedeckt halten. Denn am Nachmittag wird in den USA der Arbeitsmarktbericht für den Juni veröffentlicht. Er ist das konjunkturelle Highlight der Woche.

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08:52 Uhr

Samsung rechnet mit herben Gewinneinbußen

Samsung Electronics
Samsung Electronics 49.200,00

Der südkoreanische Technologieriese Samsung Electronics erwartet für das zweite Quartal einen deutlichen Gewinneinbruch. Der weltgrößte Hersteller von Smartphones und Speicherchips rechnet mit einem Rückgang um 56 Prozent auf 6,5 Billionen Won (rund 4,9 Milliarden Euro), wie Samsung mitteilte. Im Vorjahresquartal waren es knapp 14,9 Billionen Won gewesen. Grund für den Gewinneinbruch ist vor allem, dass die Preise für Speicherchips sinken, weil das Angebot wächst, die Nachfrage aber sinkt. Bei Smartphones wird zudem die Konkurrenz aus China größer. Im April musste Samsung außerdem einen technologischen Rückschlag hinnehmen: Der Start des Falt-Smartphones Galaxy Fold musste nach Berichten über brechende Displays verschoben werden.

08:24 Uhr

Ölpreise finden keine Richtung

Brent Rohöl
Brent Rohöl 64,45

Die Ölpreise finden aktuell keinen einheitlichen Kurs. Am Morgen kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 63,43 US-Dollar. Das waren 13 Cent mehr als am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel hingegen um 49 Cent auf 56,86 Dollar. Gestern hatte Saudi-Arabien seine Rohöl-Verkaufspreise gesenkt. Der staatliche Rohölkonzern Saudi Aramco reduzierte seine offiziellen Preise für Leichtöl der Sorte Arab Light für den asiatischen Raum um 25 Cent je Barrel. Für die USA wurden die Preise um 10 Cent je Barrel reduziert. US-Präsident Donald Trump hatte immer wieder Preissenkungen von Saudi-Arabien verlangt. Aufgrund des Unabhängigkeitstages in den USA gab es gestern kaum Impulse für die Ölpreise.

08:05 Uhr

Dax vor US-Daten niedriger erwartet

Dax
Dax 12.468,01

In Erwartung des US-Arbeitsmarktberichtes wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge heute niedriger starten. Spekulationen auf Zinssenkungen und Geldspritzen der großen Notenbank haben zuletzt die Aktienkurse in neue Höhen und die Anleiherenditen auf neue Tiefstände getrieben. Da Impulse von der feiertagsbedingt geschlossenen Wall Street gestern allerdings ausblieben, legte der Dax an diesem Tag nur 0,1 Prozent auf 12.629,90 Punkte zu. Das Highlight zum Ausklang der Börsenwoche sind die US-Arbeitsmarktdaten, die Börsianer auf mögliche Auswirkungen auf die Geldpolitik der US-Notenbank Fed abklopfen werden. Zudem stehen die Auftragseingänge für die deutsche Industrie auf dem Terminplan.

07:50 Uhr

Eurokurs sinkt etwas

Euro / Dollar
Euro / Dollar 1,10

Der Kurs des Euro hat am Morgen zunächst leicht nachgegeben. Im frühen Handel kostete die Gemeinschaftswährung 1,1279 US-Dollar und damit etwas weniger als am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs gestern Nachmittag auf 1,1288 Dollar festgesetzt. Heute rückt der US-Arbeitsmarktbericht in den Fokus. "Dieser hatte im Vormonat mit einem unterdurchschnittlichen Stellenaufbau enttäuscht", kommentierte Ulrich Wortberg von der Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba). Die Vorgaben für den Juni seien gemischt. "Es herrscht Vollbeschäftigung am US-Arbeitsmarkt, daher sollte eine nachlassende Dynamik des Stellenaufbaus nicht überinterpretiert werden."

07:27 Uhr

Anleger in Japan wagen sich nicht aus der Deckung

Nikkei
Nikkei 22.079,09

In Japan haben sich Aktienanleger vor der Veröffentlichung neuer US-Konjunkturdaten zurückgehalten. Im Laufe des Tages sollen neue Zahlen zum US-Arbeitsmarkt veröffentlicht werden. Der Nikkei-Index tendierte kaum verändert bei 21.696 Punkten. Auch der breiter gefasste Topix bewegte sich kaum. Er notierte bei 1589 Zählern.