Freitag, 20. Juli 2018Der Börsen-Tag

17:46 Uhr

Trump nervt Anleger: Autotitel im Rückwärtsgang

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Anleger hängen an Trumps Lippen.

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Mit der guten Stimmung der Anleger ist es vorbei. Europas Börsen bauen die Verluste am letzten Handelstag der Woche kräftig aus - Hauptgrund ist die wieder zurückgekehrte Furcht vor einer Eskalation im Handelsstreit.

Auslöser sind diesmal Aussagen von Donald Trump, nach denen die USA bereit sind, Zölle auf Einfuhren aus China im Gegenwert von rund 500 Milliarden Dollar zu erheben. Damit wären praktisch alle chinesischen Importe betroffen.

Obwohl diese Aussagen nicht wirklich neu sind, setzten sie dem Nervenkostüm der Anleger am Freitag kräftig zu. Der kleine Verfalltag spielte an den Börsen derweil nur eine untergeordnete Rolle.

Der Euro-Stoxx-50 verlor 0,2 Prozent auf 3464 Punkte. Für den exportlastigen Dax ging es 0,9 Prozent auf 12.561 Punkte jedoch viel stärker nach unten - hier drücken unter anderem die Abgaben im Automobilsektor.

DaxSector Automobil
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BMW gaben 1,8 Prozent nach, VW 2,2 und Daimler 2,3 Prozent. Auch die Zulieferer gerieten unter die Räder: Continental verloren 1,9 Prozent, Hella 2,9 Prozent oder Elringklinger 3,6 Prozent.

Thyssenkrupp, die in den vergangenen Tagen von Spekulationen über eine Zerschlagung profitiert hatten, gaben 3,0 Prozent nach. Tagesgewinner im deutschen Auswahlindex waren RWE, für die es nach einer Hochstufung auf "Overweight" durch Morgan Stanley und dank ihr defensiven Ausrichtung um 1,3 Prozent nach oben ging.

Das war der Börsen-Tag für diese Woche. Ich verabschiede mich. Ab jetzt übernehmen es die Kollegen von der Spät-Schicht, Sie auf dem Laufenden zu halten. Bleiben Sie informiert!

17:13 Uhr

Der letzte Stand der Dinge in Trumps Handelsstreit

Allen, die heute nicht am Puls der Zeit waren und alle Wortmeldungen des US-Präsidenten verfolgt haben, helfen wir hier mal schnell auf die Sprünge ...

16:47 Uhr

Trump-Kritik perlt an US-Notenbankern ab

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REUTERS

Die Kritik von US-Präsident Donald Trump wird die amerikanische Notenbank laut einem ihrer hochrangigen Mitglieder nicht von ihrem Kurs abbringen.

Es sei Aufgabe des Offenmarktausschusses der Federal Reserve, die Inflation niedrig und stabil zu halten und in der US-Wirtschaft Vollbeschäftigung zu erzielen, sagte der Präsident der Fed-Ablegers von St. Louis, James Bullard, in Glasgow im US-Bundesstaat Kentucky. "Jeder kann das kommentieren, der Präsident und andere Politiker eingeschlossen."

Aber es obliege dem Ausschuss, die besten Entscheidungen zu treffen, um diese Ziele zu erreichen.

16:25 Uhr

Handelsstreit? So what! Anleger fliegen auf Microsoft

Der eskalierende amerikanisch-chinesische Handelsstreit verunsichert die Anleger an der Wall Street zwar mächtig. Dow Jones und S&P 500 fallen leicht.

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Gleichzeitig gibt es aber auch starke Ausreißer nach oben. Unter den Einzelwerten stehen zum Beispiel Microsoft mit einem Plus von 2,6 Prozent hoch im Kurs. Der US-Softwareriese profitierte im vergangenen Quartal vom boomenden Cloud-Geschäft.

GE fallen dagegen um gut drei Prozent. Der Industriekonzern hatte für das zweite Quartal einen Gewinneinbruch von 28 Prozent ausgewiesen.

Nichts desto wird der Blick auf Einzelwerte immer wieder vom Dauerthema Handelsstreit verbaut. Das wird sich voraussichtlich so schnell auch nicht ändern. "Wir erwarten, dass der Handelskonflikt gelöst wird, ehe die Welt in eine Rezession rutscht", sagt Analyst Mark Haefele von UBS Global Wealth Management. "Aber es besteht das Risiko, dass es erst schlimmer wird, bevor es besser wird."

15:41 Uhr

Diesel-Rückruf wohl auch für Porsche Panamera

Bei Porsche soll nach Diesel-Modellen des Cayenne und Macan nun auch die Luxuslimousine Panamera vor einem Rückruf wegen auffälliger Abgaswerte stehen. Wie der "Spiegel" unter Berufung auf Informationen aus dem Bundesverkehrsministerium in Berlin schreibt, werde das zuständige Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) "in Kürze" eine verpflichtende Aktion anordnen.

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Grund sei ein erhöhter Ausstoß schädlicher Stickoxide. Porsche wollte sich dem Bericht nach nicht näher dazu äußern. Generell seien in den letzten Monaten "für Porsche-Dieselfahrzeuge umfangreiche Analysen durchgeführt" worden, hieß es lediglich. Und: "Zu diesen fortlaufenden Überprüfungen ist Porsche in enger Abstimmung mit den Behörden, insbesondere dem KBA."

Mitte Mai hatte die Behörde die Stuttgarter Volkswagen-Tochter aufgefordert, wegen einer illegalen Abschalteinrichtung rund 60.000 Dieselautos der Modelle Macan und Cayenne zurückzurufen - davon mehr als 19.000 in Deutschland. Die Motoren in den Modellen stammen von der Konzernschwester Audi.

Der Abgasskandal betrifft übrigens nicht nur Dieselmotoren. Der "5er-Kreis" der großen deutschen Autobauer soll laut einem Bericht auch Absprachen zur Manipulation von Benzinmotoren geplant und erfolgreich umgesetzt haben. Lesen Sie hier

14:59 Uhr

Trump wirft EU und China Währungsmanipulationen vor

Donald Trump kommt heute richtig in Schwung: Der US-Präsident wirft der EU und China vor, den Wert ihrer Währung künstlich niedrig zu halten, um sich Vorteile im internationalen Handel zu verschaffen.

"China, die EU und Andere manipulieren ihre Währungen und Zinsen nach unten", während der Kurs des US-Dollars ständig steige, schreibt Trump. Dadurch würden die USA ihres "großen Wettbewerbsvorteils" beraubt.

14:36 Uhr

Mobilfunk per Heliumballon: Alphabet-Projekt startet 2019

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"Projekt Loon": Google-Co-Gründer Sergey Brin vor einem Heliumballon.

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Nach einem humanitären Einsatz in Puerto Rico soll das "Hilfs"-Projekt Loon der Google-Mutter Alphabet nun richtig Geld bringen.

Alphabet
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Anfang 2019 werde Loon seine solarbetriebenen Heliumballons in Kenia starten, um so ein Mobilfunknetz einzurichten, teilte der Chef von Loon, Alastair Westgarth mit. Loon werde dafür mit der Telkom Kenya zusammenarbeiten.

Alphabet entwickelt die großen Ballons, die wie ein schwebendes Netzwerk fungieren, seit 2013. Sie sind solarbetrieben und werden in die Stratosphäre etwa 20 Kilometer in den Himmel geschickt. Dort können sie mehr als 100 Tage bleiben. Der erste Einsatz in Puerto Rico war im Oktober 2017, nachdem Hurrikan "Maria" die Telefonverbindung für einen Großteil der 3,4 Millionen Bewohner zerstört hatte.

Konkurrent Facebook hat die Entwicklung einer solarbetriebenen Drohne, mit der Menschen in schwer zugänglichen Gebieten Zugang zum Internet erhalten sollten, im Juni eingestellt.

14:16 Uhr

Kurssturz bei Biolebensmittel-Anbieter: Minus 24 Prozent

Eine Gewinnwarnung brockt Wessanen einen Rekord-Kurssturz ein. Die Aktien des niederländischen Anbieters von Biolebensmitteln fallen um bis zu 24 Prozent auf ein 15-Monats-Tief von 13,25 Euro.

Bis zum Mittag wechselten mehr als elf Mal so viele Wessanen-Papiere den Besitzer wie an einem gesamten Durchschnittstag.

Wegen eines wachsenden Konkurrenzdrucks in Frankreich, dem wichtigsten Markt, rechnet das Unternehmen 2018 nur noch mit moderatem statt mit starkem Wachstum. Der operative Gewinn werde voraussichtlich stagnieren. Im zweiten Quartal gingen die Erlöse der Wessanen-Marken wie "Allos" oder "Bjorg" um 0,3 Prozent zurück.

14:07 Uhr

Wall-Street-Ausblick: Übertriebene Angst vor Trump?

Der Handelskonflikt zwischen den USA und anderen Ländern dürfte auch die Stimmung an den US-Börsen dämpfen.

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Wie berichtet, hat US-Präsident Donald Trump seine Kritik an China wiederholt und im Zollstreit nachgelegt. In einem Interview mit dem Fernsehsender CNBC drohte er Peking mit weiteren Strafzöllen auf Waren im Wert von 500 Milliarden Dollar.

Konjunkturdaten stehen heute nicht zur Veröffentlichung an. Dafür geht die Bilanzsaison in eine neue Runde mit Quartalszahlen von Unternehmen wie Baker Hughes, General Electric, Honeywell, Schlumberger, Manpowergroup oder Stanley Black & Decker.

Microsoft
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Nach US-Börsenschluss am Donnerstag legte Microsoft bereits Zahlen vor. Der Softwaregigant hat im vierten Geschäftsquartal von seinem boomenden Cloud-Geschäft profitiert und die Erwartungen übertroffen. Die Aktie steigt vorbörslich um fast 4 Prozent.

Dax und Co. könnte eine entscheidende Woche bevorstehen. Denn der Beginn der Berichtssaison führt Marktteilnehmern deutlich vor Augen, dass die Sorge vor Strafzöllen möglicherweise den Blick auf die individuellen Leistungsdaten der Unternehmen verstellt. Mit dem Risiko emotionaler Tweets oder Interviews von US-Präsident Donald Trump wird man sich wohl einstellen müssen.

13:47 Uhr

Staatschulden im Euroraum steigen auf 9,8 Billionen

Die Staatsschulden in der Eurozone sind im ersten Quartal 2018 leicht gestiegen. Der öffentliche Schuldenberg kletterte gemessen am Bruttoinlandsprodukt (BIP) gegenüber dem Vorquartal von 86,7 auf 86,8 Prozent. Das meldet die Statistikbehörde Eurostat.

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(Foto: dpa)

In absoluten Zahlen stieg der Schuldenberg von 9,690 auf 9,781 Billionen Euro.

In der EU-28 sank die Staatsschuldenquote von 81,6 auf 81,5 Prozent entsprechend 12,507 nach 12,592 Billionen Euro.

Die höchsten Verschuldungsquoten im Verhältnis zum BIP wurden in Griechenland (180,4 Prozent), Italien (133,4 Prozent) und Portugal (126,4 Prozent) verzeichnet und die niedrigsten Quoten in Estland (8,7 Prozent), Luxemburg (22,2 Prozent) und Bulgarien (24,1 Prozent). Die Schuldenquote Deutschlands betrug 62,9 Prozent.

13:01 Uhr

Weitere China-Zölle? Trump löst Verkaufswelle aus

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Kurz vor dem Wochenende lässt US-Präsident Donald Trump Anleger noch einmal das Weite suchen.

Mit seiner Aussage, dass die USA bereit seien, China-Importe im Gegenwert von 500 Milliarden Dollar mit höheren Zöllen zu belegen, löst er eine regelrechte Verkaufswelle aus.

Unter Druck stehen einmal mehr die Minenwerte, die von einer Wachstumsschwäche in der zweitgrößten Volkswirtschaft betroffen wären.

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Verkauft werden auch die Aktien der europäischen Automobilhersteller, deren Ertragsentwicklung zum anderen stark vom freien Handel abhängig ist. Zudem sind sie über ihre globale Präsenz direkt von dem Handelskonflikt betroffen.

Der Sektor der Minenwerte verliert 1,4 Prozent, für die Automobilwerte geht es um 2 Prozent nach unten.

12:52 Uhr

Berichte über Regierungsstreit: Börse Mailand unter Druck

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Italien-Anleger wollen sich nicht die Finger verbrennen.

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Im Süden Europas rumort es weiter. Medienberichte über einen Koalitionskrach in Rom sowie Aussagen eines führenden Parlamentariers über einen möglichen Ausstieg des Landes aus dem Euro machen Italien-Anleger nervös.

Der Leitindex der Mailänder Aktienbörse verliert 1,3 Prozent. Auch Anleihen des südeuropäischen Staates werfen Investoren aus ihren Depots. Das treibt die Rendite der zehnjährigen Titel auf 2,586 von 2,506 Prozent.

Laut der Zeitung "Corriere della Sera" sagte Claudio Borghi, der Chef des Haushaltsausschusses im italienischen Unterhaus, sein Land werde den Euro früher oder später verlassen.

Nach anderen Medienberichten gibt es Streit zwischen Wirtschaftsminister Giovanni Tria und den beiden Vize-Ministerpräsidenten. Ein Stein des Anstoßes sei die Besetzung der Führung von Staatsunternehmen wie der Bank Cassa Depositi e Prestiti (CDP).

12:24 Uhr

Trump droht im Interview mit weiteren China-Zöllen

Im Interview mit dem US-TV-Sender CNBC macht Donald Trump klar, dass er in den Startlöchern steht, Zölle auf praktisch alle chinesische Importe zu verhängen. Die Rede ist von Strafzöllen auf Waren im Gesamtwert von 500 Milliarden Dollar.

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Trump im Gespräch mit CNBC-Reporter Joe Kernen.

"I'm ready to go to 500", sagt der US-Präsident CNBC-Moderator Joe Kernen wortwörtlich. "Ich tue das nicht für die Politik, ich mache das, um das Richtige für unser Land zu tun", ergänzt er. "Wir sind lange genug von China abgezockt worden."

Der Dax reagiert zwischenzeitlich mit Abschlägen bis auf minus 0,9 Prozent.

Hier das Interview

11:34 Uhr

Anleger meiden Dollar: Trump schießt gegen Fed

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Trumps Äußerungen zur Geldpolitik sind übergriffig. Sie verletzen die Unabhängigkeit der Notenbank.

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Nicht nur der von Donald Trump angefachte Handelsstreit, auch seine offene Kritik an der Fed bereitet Anlegern sichtlich Kopfschmerzen. Dax und EuroStoxx50 kommen kaum vom Fleck.

US-Dollar / Euro
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"Trump gefährdet die Unabhängigkeit dieser Institution, die so wichtig ist für das Funktionieren der Geldpolitik", sagt Analyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets. "Vor den Zwischenwahlen werden starke Töne angeschlagen. Da sind natürlich Zinsanhebungen der Fed eher lästig."

Trump hatte in einem TV-Interview gesagt, er sei von der US-Geldpolitik "nicht begeistert". Die US-Zentralbank hat den Schlüsselsatz seit Anfang 2018 zwei Mal erhöht. Experten rechnen bis Jahresende mit bis zu zwei weiteren Schritten.

Der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, fällt als Reaktion auf die Trump-Kritik um bis zu 0,2 Prozent. Im Gegenzug verteuert sich der Euro zeitweise um einen Drittel US-Cent auf 1,1673 Dollar. "Anleger die über den Kauf von Dollar nachgedacht hatten, werden diese Pläne sicher erst einmal auf Eis legen", sagt Minori Uchida, Chef-Anlagestratege für Devisen bei der Bank Mitsubishi UFJ.

Hier mehr

10:57 Uhr

US-Autoindustrie warnt Trump vor Jobverlusten

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Die US-Autobranche ist besorgt.

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Seit gestern laufen die Anhörungen im US-Handelsministerium zu möglichen Auto-Zöllen. Wie ist der Stand der Dinge?

Ford
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Erwartungsgemäß begrüßen deutsche Wirtschaftsexperten aus dem Anlass die klare Haltung der Europäischen Union. "Angesichts der drohenden US-Strafzölle auf Autos muss sich Europa geschlossen und selbstbewusst zeigen", sagt der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Eric Schweitzer.

Für Präsident Doland Trump, den Anstifter des Handelsstreits, vielleicht etwas überraschend: Die US-Autoindustrie stellt sich gegen seine Pläne. Sie warnt ausdrücklich vor dem Verlust von Arbeitsplätzen durch höhere Autozölle.

General Motors (GM)
General Motors (GM) 60,17

Die US-Branche sei "sehr besorgt", so Matt Blunt, der Vorsitzende des American Automotive Policy Councils, das die drei großen Hersteller Ford, General Motors und Fiat Chrysler vertritt.

Es gebe "keine Beweise", dass Importe von Autos oder Autoteilen die nationale Sicherheit des Landes gefährdeten, sagte der frühere Gouverneur von Missouri bei der Anhörung im Handelsministerium. Auch mehrere Industrievertreter warnten dort vor einem Rückschlag für die US-Autobauer.

Der Kollege Roland Peters hat die Gemengelage im Zollstreit und die unübersichtlichen Folgen für die internationalen Handelsbeziehungen aufgedröselt. Lesen Sie hier.

09:56 Uhr

Anleger werfen China-Aktien aus ihren Depots

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HNA kämpft, andere haben bereits verloren: Aus China wird der erste Schulden-Bankrott eines Großunternehmens in diesem Jahr gemeldet.

dpa

Anleger machen Tabula rasa :

Hainan Airlines
Hainan Airlines 1,89

Erstmals seit Januar können sie die Aktien von mehreren Firmen aus dem Reich des chinesischen Mischkonzerns HNA wieder handeln - und nutzen die Gelegenheit sofort zu Verkäufen. Die Papiere von Hainan Airlines, Caissa Travel und CCOOP brechen daraufhin um jeweils zehn Prozent ein, das ist der maximal mögliche Tagesverlust.

Auf dem Deutsche-Bank-Großaktionär HNA lastet nach einer 50 Milliarden Dollar schweren Einkaufstour ein Schuldenberg. In den vergangenen Monaten hat der Mischkonzern zahlreiche Beteiligungen losgeschlagen, um an flüssige Mittel zu kommen.

Um Zeit für den Umbau des Konglomerats zu gewinnen, wurden die Aktien der HNA-Firmen im Januar vom Handel ausgesetzt. Die Papiere der Beteiligungen HNA Investment Group, HNA Infrastructure Investment und Tianjin Tianhai Investment können weiterhin nicht gehandelt werden.

Wie die jahrelange massive Kreditvergabe in China zusehends aus dem Ruder läuft und welche Folgen das hat, haben wir hier für Sie aufgeschrieben:

In China ist es diesen Monat zum ersten Bankrott eines Großunternehmens infolge einer Überschuldung gekommen. Der Kohlekonzern Wintime Energy musste den Betrieb einstellen, nachdem er eine Anleihe der Zentralregierung nicht zurückzahlen konnte.

09:20 Uhr

Und täglich grüßt der Handelsstreit: Dax-Anleger nervös

Wegen des Handelsstreits mit den USA scheuen Anleger Engagements am deutschen Aktienmarkt. Der Dax sackt zum Auftakt des letzten Handelstags der Woche um 0,2 Prozent auf 12.656 Punkte ab.

Im Rampenlicht stehen die Autobauer. In Washington hatte der Verband der Automobilindustrie (VDA) am Vorabend für eine komplette Streichung von Handelsschranken plädiert. Damit knüpfte er offenkundig an ein Treffen von Vorstandschefs deutscher Autokonzerne mit dem US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, an. Dieser soll Insidern zufolge einen Komplettverzicht auf bestehende Auto-Zölle beider Seiten ins Gespräch gebracht haben.

Die Aktien von BMW, Daimler und Volkswagen notieren jeweils ein halbes Prozent im Minus.

Für Diskussionsstoff sorgt außerdem die Kritik von Donald Trump an der Geldpolitik der Notenbank Fed. "Der US-Präsident hat wieder einmal ein wichtiges Tabu gebrochen", sagt Commerzbank-Analystin Esther Reichelt. Dies erschwere die Geldpolitik. "Jedes Zögern, jedes Anzeichen für langsamere Zinserhöhungen, die wir für kommendes Jahr ja durchaus sehen, könnte als Zeichen gewertet werden, dass die Fed die Wünsche des Präsidenten in ihre Entscheidungen einbezieht."

US-Dollar / Euro
US-Dollar / Euro ,88

Der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, fiel nach den Trump-Äußerungen um bis zu 0,2 Prozent. Im Gegenzug verteuerte sich der Euro zeitweise um einen Drittel US-Cent auf 1,1673 Dollar.

Guten Morgen, mein Name ist Diana Dittmer und ich begleite Sie durch den letzten Börsen-Tag der Woche. In der Pipeline: Trumps Kritik an der Geldpolitik der Fed, die fatalen China-Schulden und die Folgen. Und natürlich bleiben wir am Daueraufreger Handelskrieg dran. Seit gestern laufen im US-Handelsministerium die Anhörungen zu Trumps angedrohten Autozöllen.  

08:45 Uhr

Saudi-Arabien treibt Ölpreise hoch

Die Ölpreise haben an die Gewinne vom Vortag angeknüpft und sind leicht gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im September kostete am Morgen 72,76 US-Dollar. Das waren 18 Cent mehr als gestern. Der Preis für US-Öl der Sorte West Texas Intermediate zur Lieferung im August stieg 29 Cent auf 69,75 Dollar.

Rohöl (Brent)
Rohöl (Brent) 71,80

Seit der Wochenmitte sind die Ölpreise auf Erholungskurs, nachdem sie in den Handelstagen zuvor zum Teil stark gefallen waren. Unter anderem hatte die Sorge vor einem Handelskrieg führender Industriestaaten und einem Abflauen der Weltwirtschaft die Ölpreise belastet.

Marktbeobachter erklärten die steigenden Ölpreise kurz vor dem Wochenende mit jüngsten Aussagen von Vertretern des führenden Opec-Landes Saudi-Arabien. Demnach werde nur so viel Rohöl exportiert, wie die Kunden tatsächlich brauchen.

Saudi-Arabien war durch Aussagen des US-Präsidenten Trump unter Druck gesetzt worden. Trump hatte eine höhere Fördermenge des Opec-Landes gefordert, um so die Ölpreise zu drücken.

08:16 Uhr

Anleger warten auf Handelsstreit-Ergebnisse

Für den deutschen Aktienmarkt dürfte es zum Wochenschluss noch ein paar Punkte nach unten gehen. Gestern hatte der deutsche Leitindex nach enttäuschenden Zahlen von SAP 0,6 Prozent schwächer bei 12.686 Punkten geschlossen.

Dax
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In der Bilanzsaison schalten die Unternehmen vorübergehend einen Gang zurück: Zu den wenigen Firmen, die zum Wochenschluss ihre Bücher öffnen, gehört der Siemens-Rivale General Electric.

Daneben richten Investoren ihre Aufmerksamkeit auf den Handelsstreit mit den USA. Sie erhoffen sich Hinweise auf den aktuellen Stand vom Sommer-Interview von Bundeskanzlerin Merkel. In Washington plädierte gestern Abend der Verband der Automobilindustrie (VDA) für eine komplette Streichung von Handelsschranken. Damit knüpfte der VDA offenbar an ein Treffen von Vorstandschefs deutscher Autokonzerne mit dem US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, an. Dieser soll Insidern zufolge einen Komplettverzicht auf bestehende Auto-Zölle beider Seiten ins Gespräch gebracht haben.

07:26 Uhr

EU-Vergeltungszölle verunsichern Japan

Die Angst vor einer Eskalation im internationalen Handelsstreit hat die Tokioter Börse belastet. Die EU-Ankündigung von Vergeltungsschritten, sollte US-Präsident Donald Trump höhere Zölle auf Autos aus Europa verhängen, schürte Verunsicherung. Der japanische Leitindex Nikkei gab heute früh 0,5 Prozent auf 22.650 Punkte nach.

Nikkei
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Der breiter gefasste Topix-Index verlor 0,3 Prozent auf 1744 Zähler. "Die neuesten Schlagzeilen aus Europa haben die Aufmerksamkeit auf sich gezogen", sagte Analyst Masahiro Ichikawa vom Finanzhaus Sumitomo Mitsui Asset Management. Allerdings stünden angesichts der Verhandlungen in Washington in der nächsten Woche keine unmittelbaren Maßnahmen der EU bevor, und die negativen Reaktionen der Aktien könnten nach ein bis zwei Tagen nachlassen, wenn sich die Märkte wieder beruhigen.

Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans trat ebenso auf der Stelle wie die chinesische Börse in Shanghai.

Wie die Wall Street abgeschlossen hat, lesen Sie hier.

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