Mittwoch, 11. März 2020Der Börsen-Tag

Mit Max Borowski
17:52 Uhr

Börsen finden keinen Halt

Immer noch ist kein Licht im Tunnel zu erkennen: Auch heute hat der Dax zum Sprung ins Plus angesetzt und ist im Minus gelandet. Die bisher verkündeten Hilfspakete der Regierungen und Zentralbanken weltweit reichen nicht aus, um den Anlegern die Angst vor einer handfesten globalen Wirtschafts- und Finanzkrise zu nehmen.

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Das "furchtlose Mädchen" an der Wall Street: für die Börsianer derzeit offenbar keine Inspiration.

(Foto: imago images/ZUMA Press)

"Wie schon in den vergangenen Tagen scheinen Bewegungen nach oben momentan eher zum Positionsabbau genutzt zu werden", sagt Thomas Metzger, Head of Asset Management beim Bankhaus Bauer, ntv.de. "So konnte der Markt nach der heute Morgen verkündeten Zinssenkung der britischen Notenbank zwar zu einer Erholung ansetzen, diese ist aber schon wieder verpufft."

Der Dax schließt 0,4 Prozent tiefer bei 10.438,68 Punkten, so niedrig stand der Index seit fast einem Jahr nicht mehr. Noch ärger erwischt es die mittelgroßen Werte im MDax der 1,2 Prozent nachgibt.

Absturzmäßig geht es derweil an den US-Börsen bergab. Der Dow Jones liegt am Nachmittag fast fünf Prozent im Minus.

17:25 Uhr

Euro gibt nach - Gold stabil

Der Euro gibt nach und fällt unter die Marke von 1,13 US-Dollar gefallen. Am späten Nachmittag kostete die Gemeinschaftswährung 1,1270 Dollar, nachdem sie am Morgen fast einen Cent mehr gekostet hatte. Noch am Montag war der Euro auf ein Einjahreshoch gestiegen.

Euro / Dollar
Euro / Dollar 1,10

Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1336 (Dienstag: 1,1390) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8822 (0,8780) Euro.

Gefragt waren zur Wochenmitte vor allem als sicher empfundene Währungen. Dazu gehört in erster Linie der japanische Yen, der zum amerikanischen Dollar um etwa ein Prozent zulegte. Auslöser waren die US-Börsen, die wegen der Coronavirus-Krise erneut kräftig nachgaben.

Das britische Pfund bewegte sich unterdessen kaum, obwohl die Bank of England ihren Leitzins senkte. Der Schritt von 0,5 Prozentpunkten, mit dem die Folgen der Virus-Krise abgefedert werden sollen, entspricht im Ausmaß einer Reduzierung der US-Notenbank Fed von vor etwa einer Woche.

Gold in USD
Gold in USD 1.597,28

Nachdem die Fed und die Bank of England auf die Coronavirus-Krise reagiert haben, wird von der EZB ebenfalls eine Reaktion erwartet. Der geldpolitische Rat wird seine Entscheidungen nach seiner Sitzung an diesem Donnerstag bekanntgeben.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die EZB die Referenzkurse für einen Euro auf 0,87690 (0,87385) britische Pfund, 118,55 (118,65) japanische Yen und 1,0591 (1,0594) Schweizer Franken fest.

Die Feinunze Gold (31,1 Gramm) wurde am Nachmittag in London mit 1649 Dollar gehandelt. Das war in etwa so viel wie am Vortag.

17:12 Uhr

Ölpreis-Crash - Ölkonzern will Millionen Barrel auf Supertankern lagern

Der britisch-niederländische Energiekonzern Royal Dutch Shell prüft Insidern zufolge die Lagerung von Millionen Barrel Rohöl auf Schiffen auf dem Meer. Shell befinde sich in Gesprächen, mindestens drei sehr große Rohöltransporter (VLCC) zu chartern, die rund sechs Millionen Barrel Rohöl lagern könnten, sagten mit der Sache vertraute Personen Reuters.

Der Konzern habe die Schiffe vorläufig für mindestens drei Monate gebucht, die Buchung sei aber noch nicht abgeschlossen. Es wären die ersten Tanker, die nach dem jüngsten Einbruch der Ölpreise als schwimmende Lager verwendet würden. Eine Shell-Sprecherin wollte sich dazu nicht äußern. Den Insidern zufolge hat mindestens eines der Schiffe die Möglichkeit, Öl in den USA zu lagern.

Nach dem Aus der Gespräche zwischen den Opec-Ländern und Russland über eine Förder-Drosselung waren die Ölpreise zum Wochenanfang abgestürzt. Es war der größte Einbruch seit Januar 1991 zu Beginn des ersten Golfkrieges. Eine Flut von Rohöl auf den globalen Spotmärkten drückt den Preis für Öl zur sofortigen Lieferung unter den von langfristigen Lieferkontrakten. Das macht es rentabler, billiges Öl an Bord zu lagern und es später zu höheren Preisen zu verkaufen.

Bis zum Nachmittag sank der Ölpreis um mehr als drei Prozent. Die Nordseesorte Brent kostete 35,99 Dollar pro Barrel (ein Barrel sind 159 Liter), die US-Sorte WTI 33,20 Dollar pro Barrel.

16:40 Uhr

Akuter Geldbedarf - Boeing-Aktie bricht massiv ein

Akuter Geldbedarf bei Boeing verunsichert Anleger.

Die Aktien des US-Flugzeugbauers fielen um bis zu elf Prozent auf ein Zweieinhalb-Jahres-Tief von 205,57 Dollar. Einem Insider zufolge will das Unternehmen eine 13,8 Milliarden Dollar schwere Kreditlinie bis zum Freitag komplett ausschöpfen, um damit die Folgen der Coronavirus-Epidemie abzufedern. Mit den Problemen um den Unglücksflieger 737 MAX, der seit Monaten am Boden bleiben muss, habe das nichts zu tun.

16:06 Uhr

Deutscher Konzern gibt Weltmarktführung auf - Anleger begeistert

Größe ist bekanntlich nicht alles...

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k+s 5,37

K+S zieht die Reißleine: Der Salz- und Düngemittelhersteller will sein Salzgeschäft in Nord- und Südamerika komplett verkaufen. Mit einer entsprechenden Vereinbarung werde noch in diesem Jahr gerechnet, teilte das Unternehmen, das noch der weltgrößte Salzproduzent ist, mit.

K+S will sich dann noch auf das Geschäft mit mineralischen Düngemitteln und Düngemittelspezialitäten konzentrieren. Mit der Umsetzung aller Maßnahmen soll ein Abbau der Verschuldung in den nächsten zwei Jahren um voraussichtlich deutlich mehr als zwei Milliarden Euro möglich werden. "Nach intensiver Prüfung ist das die beste Option, um die zwingend erforderliche Entschuldung des Unternehmens zu erreichen", sagte Vorstandschef Burkhard Lohr.

K+S ächzt unter einem hohen Schuldenberg - Ende 2019 lagen die Nettofinanzverbindlichkeiten bei 3,1 Milliarden Euro - das Unternehmen kam beim Schuldenabbau in den vergangenen Jahren aber nicht wie erhofft voran. Die Ratingagentur Standard & Poor`s benotet die Kreditwürdigkeit der Firma nur noch mit "BB-" und damit auf "Ramsch"-Niveau.

Die Anleger reagieren begeistert auf den Plan. K+S springen zeitweise 20 Prozent nach oben.

15:54 Uhr

Deutsche Konkurrenten machen Nike & Co. zu Wall-Street-Verlierern

Mit einem Minus von 5,2 Prozent gehörte Nike zu den größten Verlierern an der Wall Street. Die Papiere des Rivalen Under Armour büßten 4,7 Prozent ein. Zuvor hatten die deutschen Sportartikel-Hersteller Adidas und Puma vor Einbußen durch die Coronavirus-Epidemie gewarnt.

15:23 Uhr

Milliardenübernahme: Pepsi schluckt Energy-Drink-Konzern

Der Coca-Cola-Konkurrent Pepsico will den Getränkehersteller Rockstar Energy Beverages kaufen. Beide Unternehmen haben sich auf einen Kaufpreis von 3,85 Milliarden US-Dollar (3,39 Mrd Euro) geeinigt.

Rockstar stellt vor allem Energy-Drinks her. Die Firmen arbeiten seit 10 Jahren im Vertrieb zusammen. Das Management von Pepsico geht davon aus, dass der Kauf innerhalb des ersten Halbjahres abgeschlossen werden kann und sich 2020 nicht wesentlich auf Umsatz und Gewinn auswirken wird. Die Behörden müssen der Übernahme noch zustimmen.

 Der Hersteller von Pepsi-Cola und der Rivale Coca-Cola vergrößern beide in einem Kopf-an-Kopf-Rennen ihr Getränke-Portfolio.

15:06 Uhr

Wall Street legt wieder Rückwärtsgang ein

Wie erwartet ziehen sich Anleger wieder von der Wall Street zurück. Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 verlieren zur Eröffnung bis zu drei Prozent, nachdem sie gestern noch jeweils etwa fünf Prozent zugelegt hatten.

US-Präsident Donald Trump hatte sich zwar mit US-Senatoren getroffen, um über Maßnahmen zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Epidemie zu beraten. Er stellte auch Hilfen für die besonders betroffene Kreuzfahrt- und Luftfahrt-Industrie in Aussicht. Konkrete Ankündigungen machte er aber zunächst nicht.

Offenbar habe der Präsident Probleme, seine Vorstellungen im Kongress, der die Hoheit über den Haushalt besitzt, durchzusetzen, sagte Anlagestratege Kenneth Broux von der Bank Societe Generale. "Wir wissen, dass Trump gerne große Zahlen präsentiert. Sie versuchen sicher, alles für eine große Ankündigung zusammenzukratzen."

15:02 Uhr

Anlegerschützer warnen vor Hauptversammlungen

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Achtung auch am Buffet...

(Foto: picture-alliance/ dpa)

Hauptversammlungen sind in Deutschland ja grundsätzlich als Präsenzveranstaltung konzipiert. Das ist ein Problem in Seuchenzeiten. Eine ausschließlich digitale Übertragung der Hauptversammlung ist im Aktiengesetz nicht vorgesehen. Absagen oder Verschiebungen sind aus Anlegersicht aber problematisch.

Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) rät deshalb wegen der Coronavirus-Epidemie besorgten Aktionären von der Teilnahme an bald anstehenden Hauptversammlungen ab. Die Anleger könnten aber ihre Aktionärsrechte durch eine Übertragung der Stimmrechte wahrnehmen, erklärte der Anlegerschutzverband. Auch Briefwahl oder Online-Teilnahmen seien möglich. Sowohl die Unternehmen und Aktionäre hätten ein Interesse daran, dass die Hauptversammlungen wie geplant stattfinden. "Wird verschoben, können keine Beschlüsse gefasst werden. Das betrifft die Dividende ebenso wie etwa geplante und wichtige Kapital- oder Strukturmaßnahmen", erklärte DSW-Hauptgeschäftsführer Marc Tüngler.

14:15 Uhr

Verkaufswelle an den US-Börsen erwartet

Mit kräftigen Abschlägen dürfte die Wall Street in den Handel gehen. Es gibt laut Händlern andauernde oder zunehmende Zweifel, ob Notenbanken und Regierungen die durch die Coronaepidemie hervorgerufenen ökonomischen Verwerfungen effektiv bekämpfen können. Ein Vorstoß von US-Präsident Donald Trump, die Lohnsteuer auszusetzen, um die Wirtschaft während des Coronavirus-Ausbruchs anzukurbeln, ist im Kongress ins Leere gelaufen.

S&P 500 Index, Ind.
S&P 500 Index, Ind. 2.606,46

Allerdings sind an den Märkten nach wie vor heftige Bewegungen in beide Richtungen denkbar nach zwei Tagen extrem erhöhter Volatilität. Am Vortag hatte die Wall Street zunächst hohe Gewinne abgegeben, im späten Geschäft mit der Hoffnung auf staatliche Maßnahmen aber wieder kräftig zugelegt.

"Es ist zu früh um von einer Stabilisierung zu reden, und es ist zu früh um sich für eine Erholung zu positionieren", sagt Konjunkturstratege Mayank Mishra bei der Standard Chartered Bank in Singapur. Er ergänzt, dass sich die Finanzmärkte auf die Wirtschaftsfolgen der Epidemie konzentrierten und dass der weltweite Ausblick für das Wachstum nicht rosig aussehe.

14:00 Uhr

Kein Halt nirgends? Dax dreht schon wieder ins Minus

Auch der heutige Erholungsversuch an den Börsen ist schon wieder Geschichte. An der Wall Street deutet sich eine Eröffnung der US-Aktienmärkte im Minus an und auch der deutsche Leitindex Dax gibt seine Gewinne von zwischenzeitlich immerhin zwei Prozent vollständig ab.

Aktuell notiert der Dax mit 0,2 Prozent im Minus.

14:18 Uhr

Lufthansa streicht 23.000 Flüge

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Die Flugtafeln werden bald erheblich übersichtlicher...

(Foto: REUTERS)

In kaum einer Branche sind die Folgen der Epidemie bereits jetzt so schlimm wie in der Luftfahrt. Der Lufthansa-Konzern macht seine Ankündigungen wahr: Wegen des Coronavirus hat er jetzt 23.000 Flüge in der Zeit bis zum 24. April gestrichen.

Weitere Annullierungen seien sowohl für diese Wochen als auch für einen späteren Zeitraum zu erwarten, erklärte das Unternehmen am Mittwoch in Frankfurt. Die Kapazitätsanpassungen betreffen hauptsächlich Europa, Asien und den Nahen Osten. Bei den Streichungen werde darauf geachtet, sämtliche Ziele mit mindestens einer Gruppen-Airline erreichbar zu halten. Der Konzern hat rund 780 Flugzeuge in der Flotte, die im vergangenen Jahr durchschnittlich 3226 Flüge pro Tag absolviert haben.

13:28 Uhr

100.000 VW-Arbeiter bekommen hohen Bonus

Für das vergangene Geschäftsjahr bekommen die rund 100.000 Tarifbeschäftigten von Volkswagen erneut einen höheren Bonus. Die Prämie soll von 4750 auf 4950 Euro zulegen.

Das ist ein Plus von etwa 4 Prozent, nachdem für 2018 noch 16 Prozent mehr gezahlt worden waren als im Vorjahr. Der Betriebsrat informierte die Belegschaft der VW AG in der Hauszeitschrift "Mitbestimmen" über das Ergebnis seiner Verhandlungen mit dem Management. Betriebsratschef Bernd Osterloh meinte, die Beschäftigten hätten sich die Erfolgsbeteiligung wegen ihres "hochflexiblen" Engagements verdient. So habe zum Beispiel der Fertigungsbeginn beim neuen Golf 8 eine "Kraftanstrengung" bedeutet. Am Ende sei es der Belegschaft jedoch gelungen, "erfolgreich die vereinbarten Produktivitätssteigerungen" umzusetzen.

13:15 Uhr

Bund erzielt Negativzins-Rekord bei Staatsanleihen-Auktion

Rekordniedrige Zinsen und eine ungenügende Nachfrage hat eine Aufstockungsauktion zehnjähriger deutscher Anleihen erbracht.

Die Papiere im Gesamtvolumen von 4 Milliarden Euro konnten von der deutschen Finanzagentur nur zu einer Durchschnittsrendite von minus 0,77 Prozent unter die Anleger gebracht werden und auch das nur zu einem Teil.

Nachgefragt worden waren lediglich Renten über 2,942 Milliarden Euro, womit die Emission im Fachjargon technisch unterzeichnet war. Angesichts des unattraktiven Renditeniveaus ist das bei deutschen Anleihe-Auktionen keine Seltenheit. Die nun erzielte Rendite war die niedrigste jemals im Rahmen einer Bund-Auktion.

Hintergrund ist, dass wegen der Coronavirus-Epidemie zuletzt eine regelrechte Flucht in als sicher geltende Anleihen stattfand, die die Renditen nicht nur deutscher Anleihen massiv nach unten drückte. Die gleiche Wirkung entfalteten Zinssenkungen. Nachdem bereits in der Vorwoche die US-Notenbank überraschend die Zinsen gesenkt hatte und am Mittwoch ebenso überraschend die Bank of England, gilt eine Senkung auch durch die EZB am Donnerstag als ausgemacht.

12:32 Uhr

Allianz erschafft gigantischen Immobilienkonzern

Die Allianz will mittels firmeninterner Fusion einen weltweit führenden Immobilienmanager schaffen.

Die in Frankfurt ansässige Immobiliensparte Allianz Real Estate soll mit der US-Vermögensverwaltungstochter Pimco zusammengeschlossen werden, wie die Münchner Konzernzentrale bekannt gab.

Die neue Einheit soll Immobilieninvestments im Wert von mehr als 100 Milliarden Euro in Europa, den USA und dem asiatisch-pazifischen Raum verwalten. Die Behörden müssen noch zustimmen, ebenso die europäischen Betriebsräte.

Die Allianz Real Estate hatte Ende 2019 ein Immobilien-Portfolio von knapp 74 Milliarden Euro unter Verwaltung und rangierte 2019 im Ranking des britischen Fachorgans IPE Real Assets bereits weltweit auf Platz eins. Die Tochtergesellschaft Pimco zählt mit 1,9 Billionen Dollar Kundengeldern in den Büchern ebenfalls zu den international größten Vermögensverwaltern.

12:03 Uhr

Gebeutelte Autobauer führen Erholung an

Atempause oder Stabilisierung? Nach Panik am Montag und einer ausgeprägten Berg- und Talfahrt am Dienstag versucht der Dax zur Wochenmitte erneut die Erholung.

DaxSector Automobil
DaxSector Automobil 848,88

Das Eingreifen erster Notenbanken in Europa hellte die Stimmung auf. Dennoch herrscht nach wie vor Vorsicht. Für den Dax geht es bis zur Mittagszeit um 1,35 Prozent auf 10.617 Punkte nach oben - damit gab der deutsche Leitindex einen Teil der Gewinne vom Vormittag wieder ab. Der MDax um 0,86 Prozent auf 23.099 Punkte vor. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann 1,5 Prozent.

Vor allem die zuletzt schwer gebeutelten Autowerte schlugen einen Erholungskurs ein: Daimler, Volkswagen und BMW legten zwischen 1,5 und 2,5 Prozent zu. Auch für die Versorgeraktien Eon und RWE ging es wieder spürbar nach oben mit Gewinnen zwischen 3 und 4 Prozent. Knorr-Bremse stiegen nach vorgelegter Quartalsbilanz um 6,2 Prozent und machten damit zumindest die Verluste der vergangenen zwei Handelstage wieder mehr als wett. Die Anteilsscheine von Hannover Rück schwankten wie auch die von Lanxess zwischen Gewinnen und Verlusten.

11:58 Uhr

Osram-Käufer für Kapitalerhöhung abgestraft

Eine angekündigte Kapitalerhöhung hat AMS-Aktien zeitweise auf den tiefsten Stand seit mehr als einem Jahr abrutschen lassen. Die Papiere fielen in der Spitze um zehn Prozent. Anschließend machten die Titel aber wieder Boden gut und liegen nur noch ein Prozent tiefer. Der österreichische Sensor-Spezialist will für die Osram-Übernahme seinen Aktionären neue Aktien mit einem hohen Abschlag anbieten.

11:19 Uhr

Corona-Krise reißt Milliarden-Loch in Italiens Haushalt

Deutsche Ökonomen fordern ja bereits Rom gegebenfalls mit EU-Milliarden zu unterstützen:

Italiens Wirtschaftsminister Roberto Gualtieri kündigt an, wegen der Coronavirus-Epidemie das Haushaltsdefizit in diesem Jahr um 20 Milliarden Euro zu erhöhen. Die Regierung werde am Freitag weitere zwölf Milliarden Euro für den Kampf gegen das Virus bereitstellen. Niemand werde seine Arbeit wegen der Krise verlieren. Zudem werde die Regierung dafür sorgen, dass die Unternehmen liquide blieben.

11:03 Uhr

Fiat erwägt Werksschließungen

Fiat Chrysler könnte angesichts der zunehmenden Ausbreitung des Coronavirus in Italien einschneidende Maßnahmen ergreifen. Der Autohersteller stellt laut Mitteilung die vorübergehende Schließung einzelner Werke in dem Land in Aussicht. Um die von der Regierung verhängten verschärften Maßnahmen zu unterstützen, werde dies, wo nötig, umgesetzt. Das Risiko einer Ausbreitung der Ansteckung zwischen Mitarbeitern solle dadurch minimiert werden.

Zu den nun umzusetzenden Maßnahmen des Autokonzerns gehörten auch die Desinfektion aller Arbeits- und Ruhebereiche. Zudem sollen Mitarbeiter an den Arbeitsplätzen größere Abstände halten. Um dies zu ermöglichen, soll die tägliche Produktionsrate gesenkt werden.

11:00 Uhr

Hannover Rück erhöht nach Rekordjahr die Dividende

Und noch eine Meldung aus der Kategorie gute Nachrichten:

Hannover Rück erhöht nach einem Rekordergebnis 2019 die Dividende. Die Gewinnausschüttung an die Aktionäre soll inklusive Sonderdividende auf 5,50 (Vorjahr: 5,25) Euro je Aktie steigen. Der weltweit drittgrößte Rückversicherer steigerte im vergangenen den Überschuss um ein Fünftel auf 1,28 Milliarden Euro, bekräftigte die Hannover Rück die Anfang Februar vorgelegten vorläufigen Zahlen. Auch an der Prognose eines Konzerngewinns von rund 1,2 Milliarden Euro in diesem Jahrund eines Wachstums der währungsbereinigten Bruttoprämie um rund fünf Prozent hielt die Talanx-Tochter fest.

10:39 Uhr

Knorr-Bremse begeistert

Es gibt sie auch in Corona-Zeiten noch: Die guten Nachrichten...

Knorr
Knorr 79,70

Knorr-Bremse springen nach vorgelegter Quartalsbilanz zeiweise um fast 10 Prozent hoch und machen damit zumindest die Verluste der vergangenen drei Handelstage wieder weitgehend wett. Zwar sieht auch der Bremsenspezialist aus dem MDax wegen der Coronavirus-Krise verhalten auf 2020. Ein Händler hob indes vor allem den Auftragseingang positiv hervor sowie die etwas besser als erwartet ausgefallene operative Ertragskraft im abgelaufenen Jahr.

10:10 Uhr

Ökonomen: Schwarze Null muss weg! Italien braucht Finanzhilfe

Vom arbeitgebernahen Institut der Deutschen Wirtschaft bis zum gewerschaftsnahen Institut für Makroökonomie und Konjunkturforschung sind sich Deutschlands führende Ökonomen einig: Die Wirtschaft braucht angesichts der Corona-Epidemie Hilfe vom Staat - und zwar massive Hilfe. Dafür muss der ausgeglichene Bundeshaushalt, die berühmte Schwarze Null, aufgegeben werden.

Was sie genau vorschlagen, stellen sieben Topökonomen heute gemeinsam in der Bundespressekonferenz in Berlin vor. Die bisher beschlossenen Maßnahmen der Bundesregierung finden sie gut, wie einem 15-seitigen Positionspapier zu entnehmen ist. Doch es müsse noch viel mehr getan werden.

Italien braucht nach Einschätzung des Ex-Wirtschaftsweisen Peter Bofinger womöglich europäische Hilfen, etwa aus dem Rettungsfonds ESM. Die Regierung in Rom habe wegen der hohen Verschuldung im Land nur begrenzte Möglichkeiten. Europa könne sich keine währungspolitische Krise zusätzlich zur Corona-Epidemie erlauben.

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09:45 Uhr

Saudi-Arabien macht im Ölpreiskrieg jetzt Ernst

Der Wahnsinn beginnt:

Rohöl (Brent)
Rohöl (Brent) 26,34

Im Preiskrieg mit Russland hat der staatliche saudische Ölförderer nun die Steigerung seiner Ölproduktion angekündigt. Der staatliche saudiarabische Ölkonzern Aramco teilte mit, die Produktion werde von zwölf auf 13 Millionen Barrel (ein Barrel sind 159 Liter) pro Tag erhöht. Saudi-Aramco setze damit eine Anordnung des Energieministeriums um. Der Ölpreis fiel umgehend.

Saudi-Arabien, mächtiges Mitglied der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec), hatte sich vergangene Woche in Verhandlungen mit den Partnern der Organisation nicht mit dem Wunsch durchsetzen können, die Fördermenge weiterhin zu drosseln. Vor allem Russland sperrte sich. Daraufhin senkte Aramco den Ölpreis am Sonntag stark - im internationalen Handel brach der Ölpreis zu Wochenbeginn dramatisch ein. Am Dienstag erholte er sich dann wieder und legte und rund vier Prozent zu. Nach der Ankündigung der höheren Förderung fiel der Ölpreis im asiatischen Handel um 1,7 Prozent. Die Nordseesorte Brent kostete 36 Dollar pro Barrel, die US-Sorte WTI rund 33 Dollar pro Barrel.

09:20 Uhr

Dax wagt vorsichtige Erholung - allein Adidas stürzt ab

Der Dax macht nach Handelsbeginn einen Satz um 1,8 Prozent nach oben auf 10.666 Punkte.

Der MDax, in dem sich mittelgroße Unternehmen befinden, rückte um 1,5 Prozent auf 23.249 Punkte vor. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gewann 1,9 Prozent auf 2965 Zähler.

Das rasche Handels der Notenbanken - zuletzt der Bank of England - liefert Argumente für Optimisten. Wie überzeugend die mittelfristig sind, muss ich allerdings noch zeigen.

Auf breiter Front können die Dax-Aktien zumindest einen kleinen Teil ihrer Verluste der vergangenen Tage wieder wettmachen - bis auf ein Papier: Adidas. Die Sportartikel-Aktie stürzt um weitere knapp acht Prozent ab.

Der Ausbruch des Coronavirus in China bringt die Planungen des Konzerns durcheinander. Der Umsatz in China werde im ersten Quartal um 800 Millionen bis eine Milliarde Euro unter Vorjahr liegen, warnte Adidas.

Beim operativen Gewinn fehlten damit 400 bis 500 Millionen Euro. Ein Großteil der Läden in China war wegen der Epidemie geschlossen worden, in die anderen kamen kaum Kunden. Seit Anfang März erhole sich das Geschäft wieder, teilte Adidas mit. Auch in Japan und Südkorea gebe es weniger Kunden. Die Produktion in China laufe aber zum Großteil wieder, weltweit gebe es keine Beschaffungsprobleme.

Was aber die Anleger nervös macht: Aus den Prognosen für das laufende Jahr klammert Adidas die Folgen der Virus-Epidemie erstmal aus.

08:29 Uhr

Dax kämpft weiter mühevoll gegen Rezession an

Einen Tag vor dem mit Spannung erwarteten Zinsentscheid der Europäischen Zentralbank (EZB) wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge heute niedriger starten. Am Dienstag hatte er wegen der anhaltenden Furcht vor den wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Epidemie 1,4 Prozent tiefer bei 10.475 Punkten geschlossen.

Dax
Dax 9.935,84

Das Virus und die Möglichkeiten, eine drohende weltweite Rezession abzuwenden, bestimmen weiterhin das Geschehen auf dem Börsenparkett. Experten rechnen daher für Donnerstag mit einer Senkung des EZB-Einlagensatzes sowie mit der Ausweitung der Wertpapierkäufe. Eine erneute Lockerung der Geldpolitik durch die US-Notenbank Fed kommende Woche gilt ebenfalls als ausgemacht.

Mit einem Auge schielen Börsianer außerdem nach London, wo der neue Finanzminister Rishi Sunak den Haushalt vorlegen will. Allgemein werde mit deutlich höheren Ausgaben gerechnet, sagte Finanzmarkt-Experte Joshua Roberts vom Anlageberater Chatham. Schließlich habe die Regierung nach der Wahl im Dezember versprochen, die Konjunktur anzukurbeln und mögliche Belastungen durch den Brexit zu minimieren. Angesichts der Coronavirus-Krise steige der Druck, zu liefern.

08:15 Uhr

Britische Notenbank senkt Leitzins

Euro / Britisches Pfund
Euro / Britisches Pfund ,89

Die britische Notenbank wird angesichts der Coronavirus-Epidemie ihren Leitzins senken. Er werde von 0,75 auf 0,25 Prozent gesenkt, teilte die Bank of England in London mit. Sie kündigte zugleich ein Maßnahmenpaket wegen der Virus-Krise an. Zuvor hatten bereits andere Zentralbanken ihre Geldpolitik gelocktert, darunter die US-Notenbank Fed. Die Europäische Zentralbank entscheidet morgen über ihren Kurs.

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07:52 Uhr

Euro legt wieder zu

Der Euro kann die deutlichen Verluste vom Vortag bislang wettmachen. Die europäische Gemeinschaftswährung wird mit 1,1348 US-Dollar gehandelt. In der Nacht war der Euro noch unter 1,13 Dollar gefallen. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs gestern auf 1,1390 (Montag: 1,1456) US-Dollar festgesetzt.

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,10

Die Kursverluste an den asiatischen Aktienmärkten sorgten erneut für Verunsicherung. Der Euro profitierte davon, da er zuletzt verstärkt als sichere Alternative gefragt war. Am Dienstag hatten noch die deutlichen Kursgewinne an den Aktienmärkten den Eurokurs belastet. Neben dem Euro wurden auch andere sichere Währungen wie der Schweizer Franken und der japanische Yen gesucht. Relativ stabil hielten sich Rohstoffwährungen wie der russische Rubel.

Die Märkte warten auf die Europäische Zentralbank (EZB), die morgen ihre geldpolitischen Beschlüsse veröffentlicht. Der Handlungsspielraum ist aber beschränkt. Die US-Notenbank hingegen könnte ihre Leitzinsen hingegen noch merklich senken, was tendenziell den Dollar belastet.

07:15 Uhr

Ölpreis klettert nach Signalen aus Moskau weiter

Rohöl (Brent)
Rohöl (Brent) 26,34

Nach seinem historisch dramatischen Absturz zu Wochenbeginn steigt der Ölpreis im frühen Handel in Asien weiter an. Der Preis für das Barrel der Nordseesorte Brent legt auf 37,88 Dollar (33,37 Euro) zu. Der Preis pro Barrel (159 Liter) der US-Referenzsorte WTI (West Texas Intermediate) steigt auf 34,44 Dollar.

Am Montag war der Ölpreis zeitweise um rund 30 Prozent abgesackt, das war der größte Absturz seit dem Golfkrieg 1991. Bereits gestern hatte sich der Ölpreis dann aber bereits wieder deutlich erholt - so legte der Preis für ein Barrel der Sorte WTI um mehr als zehn Prozent zu.

Rohöl (WTI)
Rohöl (WTI) 20,26

Der Absturz des Ölpreises war durch den Streit zwischen den größten Förderländern Saudi-Arabien und Russland verursacht worden. Moskau sandte gestern jedoch versöhnliche Signale. Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) hatte sich am Freitag mit ihren Partnern nicht auf eine Drosselung der Fördermengen einigen können, vor allem Russland sperrte sich.

Zusammen mit der Furcht vor den wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Krise hatte der Absturz des Ölpreises zu Wochenbeginn weltweite drastische Kursverluste an den Börsen ausgelöst. Gestern setzte sich dann an den europäischen Börsen der Abwärtstrend fort, während sich an der New Yorker Wall Street die Kurse stabilisierten.