Mittwoch, 18. September 2019Der Börsen-Tag

Heute mit Diana Dittmer
17:48 Uhr

Dax im Bann der Fed, das Rennen macht Wirecard

Die Börsen haben sich vor dem Zinsentscheid der US-Notenbank am Abend kaum verändert. Der Dax schloss mit einem Plus von 0,1 Prozent auf 12.382 Punkte, der Euro-Stoxx-50 schaffte in der Zins-Gemengelage immerhin ein Plus von 0,3 Prozent.

DAX
DAX 12.798,19

Eine Senkung der Fed-Funds-Rate um 25 Basispunkte auf 1,75 bis 2,0 Prozent galt an der Börse als ausgemachte Sache. Die US-Notenbank dürfte damit auf die steigenden wirtschaftlichen Risiken auch im Zusammenhang mit dem andauernden Handelskonflikt zwischen den USA und China reagieren.

Im Dax stiegen Wirecard um 3,5 Prozent. Es gab viele positive Analystenkommentare, nachdem die im Frühjahr angekündigte Kooperation des Zahlungsdienstleisters mit dem japanischen Technologiekonzern Softbank endlich in trockenen Tüchern ist. Unter anderem hieß es, Wirecard könne nun seine Präsenz im schnell wachsenden ostasiatischen Markt, vor allem Japan und Südkorea, ausbauen und neue Geschäftsmöglichkeiten mit den Softbank-Partnern entwickeln.

17:18 Uhr

Exodus im BMW-Vorstand

BMW muss einen weiteren Spitzenposten neu besetzen. Nach dem Rücktritt von Vorstandschef Harald Krüger und dem Wechsel des bisherigen Produktionsvorstands Oliver Zipse auf den Chefsessel kündigte nun Personalvorständin Milagros Caina-Andree ihren Abschied an.

BMW
BMW 68,66

Sie verzichte aus persönlichen Gründen auf eine weitere Amtszeit, teilte der Autobauer mit. Caina-Andrees Vertrag läuft nach Angaben aus Konzernkreisen bis Mitte kommenden Jahres

Der Exodus bei BMW begann im Jahr 2015, als der heutige Volkswagen-Chef Herbert Diess von BMW zu dem Wolfsburger Autokonzern wechselte.

16:42 Uhr

EIA-Bericht: US-Öllagerbestände steigen wider Erwarten

Die staatliche Energy Information Administration (EIA) überrascht mit einem Anstieg der Rohöllagerbestände in den USA.

Rohöl (WTI)
Rohöl (WTI) 55,79

Laut den Daten kletterten sie um 1,058 Millionen Barrel gegenüber der Vorwoche. Analysten hatten dagegen einen Rückgang um 2 Millionen Barrel vorhergesagt. In der Vorwoche hatten sich die Lagerbestände um 6,912 Millionen Barrel reduziert.

Bei den bereits am Vortag veröffentlichten Daten des privaten American Petroleum Institute (API) war mit 0,6 Millionen Barrel ebenfalls eine Zunahme registriert worden.

16:33 Uhr

Fed-Entscheid naht: Börsianer gespannt wie Flitzebögen

Der Handel an der Wall Street ist vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank wie erwartet zögerlich. Die Unsicherheit spiegelt sich in leichten Kursverlusten. Der Dow-Jones-Index notiert 0,1 Prozent niedriger auf 27.074 Punkten, der S&P-500 gibt ebenfalls 0,1 Prozent nach. 0,2 Prozent ab. Der Nasdaq Composite verliert sogar knapp 0,3 PRozent.

S&P 500
S&P 500 3.007,25

Die Aufmerksamkeit richtet sich auf die Fed, die gegen 20 Uhr deutscher Zeit ihren Zinsbeschluss bekanntgeben wird.

Teilnehmer sehen dem Termin gespannt entgegen. Die Themen Handelskonflikt, Rezessionssorgen, Druck aus dem Weißen Haus machen den Ausblick zu einer aktuell unwägbaren Angelegenheit, zumal die Währungshüter sich bei der jüngsten Zinsentscheidung keineswegs einig waren.

Demgegenüber ist aus dem Thema Nahostkrise die Luft zum großen Teil raus. Am Ölmarkt ist wieder Ruhe eingekehrt, und US-Präsident Donald Trump scheint wenig Interesse an einer Verschärfung des Konflikts zu haben. Gegenwärtig stimmen sich die USA und Saudi-Arabien über mögliche Schritte ab.

Und das haben unsere TV Kollegen für Sie vorbereitet:

15:59 Uhr

Dank Niedrigzinsen: Wohnungsbau in den USA boomt

In den USA wurde im August wegen niedrigerer Hypothekenzinsen der Bau so vieler neuer Wohnungen begonnen wie seit über zwölf Jahren nicht mehr. Die Zahl erhöhte sich um 12,3 Prozent auf eine Jahresrate von 1,364 Millionen, wie das Handelsministerium in Washington mitteilt. Ökonomen hatten lediglich mit 1,250 Millionen gerechnet.

Die Zahl der Baugenehmigungen legte gleichzeitig um 7,7 Prozent auf 1,419 Millionen zu - das höchste Niveau seit Mai 2007. Die US-Notenbank (Fed) hatte ihren Leitzins im Juni zum ersten Mal seit der Finanzkrise 2008 gesenkt. Der Zins für eine 30-jährige Hypothek sank dadurch nach Angaben des Finanzierers Freddie Mac um mehr als 1,30 Prozentpunkte auf durchschnittlich 3,56 Prozent.

Weitere Rückgänge sind wahrscheinlich, da die Fed wegen des Handelskonflikts wohl schon an diesem Abend erneut ihren Zins senken dürfte.

15:14 Uhr

Blockchain-Anleihen: Bahn frei für elektronische Wertpapiere

Die Bundesregierung will noch in diesem Jahr einen Gesetzentwurf zur Einführung von Blockchain-Anleihen auf den Weg bringen und damit elektronische Wertpapiere einführen. Das Vorhaben ist Teil der Blockchain-Strategie der Regierung, die das Kabinett in Berlin beschlossen hat. Einer Einführung von privaten Stablecoins wie der von Facebook geplanten Digitalwährung Libra als Alternative zu staatlichen Währungen erteilt die Regierung in ihrem Konzept hingegen eine Absage.

14:58 Uhr

Ölpreise fallen weiter

Die Sorte Brent aus der Nordsee verbilligt sich um 1,2 Prozent auf 63,76 Dollar je Fass. US-Leichtöl der Sorte WTI fällt um 1,9 Prozent auf 58,22 Dollar je Fass. Saudi-Arabien will seine Produktion nach den Angriffen auf Ölanlagen bereits bis Ende September wiederherstellen.Die Meldung von der Zerstörung saudi-arabischer Ölanlagen hatte die Preise um rund 15 Prozent nach oben schnellen lassen. 

Rohöl (WTI)
Rohöl (WTI) 55,79

Dennoch bleiben skeptische Stimmen zu hören. "Die gute Nachricht ist, dass die Produktion bald wieder läuft. Was wir nicht wissen ist, wie sie künftig die Drohnen- und Raketenangriffe stoppen wollen", sagt Marktanalyst Phil Flynn von Price Futures Group.

14:32 Uhr

Neue Berichte über Brückeneinsturz: Benettons feuern Atlantia-Chef

Der Chef des italienischen Infrastrukturkonzerns ist nach dem Skandal um den Brückeneinsturz in Genua auf Druck der Eigentümerfamilie Benetton zurückgetreten. Giovanni Castellucci gebe seinen Posten nach 13 Jahren ab, teilte Atlantia mit.

Gegen den Konzern und seine Manager laufen Ermittlungen wegen des Brückeneinsturzes im vergangenen Jahr, bei dem 43 Menschen ums Lebens kamen. Untersuchungen des Unglücks brachten gefälschte Sicherheitsberichte über die von Atlantia betriebenen Brücken ans Licht. "Wir sind seit vergangener Woche in einem Schockzustand über das, was aus den Berichten der Polizei hervorgeht", sagte Luciano Benetton.

Castellucci werde eine Abfindung von rund 13 Millionen Euro erhalten, müsse diese aber zurückzahlen, wenn "eindeutige Beweise für grobe Fahrlässigkeit zum Nachteil des Konzerns ans Licht kämen", teilte Atlantia mit.

Bis zur Ernennung eines neuen Chefs wird der Konzern von einem Komitee aus fünf Direktoren geleitet.

14:08 Uhr

Britischer Baumarktkette Kingfisher bricht Gewinn weg

Die britische Baumarktkette Kingfisher hat vor allem wegen schwächelnder Geschäfte in Frankreich im ersten Halbjahr weniger verdient.

Kingfisher
Kingfisher 2,54

Der Vorsteuergewinn sank auf 353 Millionen Pfund, während der Umsatz mit 5,99 Milliarden Pfund beinahe auf Vorjahresniveau verharrte.

Mit Blick auf die kommenden Monate erklärte der Vorstand, die Länder entwickelten sich unterschiedlich. Zudem gebe es wegen des Brexit weitere Unsicherheiten hinsichtlich der britischen Verbrauchernachfrage. Der Konzern befindet sich im vierten Jahr eines Fünfjahresprogramms, das zu höheren Einnahmen führen soll.

13:49 Uhr

Großbritanniens größter Autohändler legt die Axt an

Rote Zahlen und eine gestrichene Dividende lassen die Aktien des größten britischen Autohändlers Pendragon im Laufe des Vormittags um bis zu 13 Prozent einbrechen. Bis zum Mittag wechseln mehr als sieben Mal so viele Pendragon-Papiere den Besitzer wie an einem gesamten Durchschnittstag.

Pendragon
Pendragon ,15

Im ersten Halbjahr fuhr das Unternehmen umgerechnet 36 Millionen Euro Miese im Vergleich zu einem Gewinn von 32 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum ein. Wegen der Verunsicherung rund um den Brexit könnten Fahrzeuge nur mit hohen Rabatten verkauft werden, heißt es. Pendragon kündigte die Schließung von 22 seiner 32 Standorte sowie den Abbau von 300 Stellen an.

Zum Unternehmen gehören die Marken Evans Halshaw, Stratstone, Quickco und Car Store.

Lesen Sie hier mehr

13:19 Uhr

Auswirkungen auf Jobs in Deutschland bei Chaos-Brexit

Die deutsche Industrie befürchtet bei einem Chaos-Brexit Auswirkungen auch auf Jobs in Deutschland. Es könne eine "hohe fünfstellige" Zahl von Arbeitsplätzen betroffen sein, sagte der Hauptgeschäftsführer des Industrieverbands BDI, Joachim Lang.

Bei einem ungeregelten Austritt Großbritanniens aus der EU könne die Produktion gestört werden, die Nachfrage nach deutschen Produkten in Großbritannien könne einbrechen. Wie genau sich ein Chaos-Brexit auswirken werde, könne aber niemand vorhersehen.

Insgesamt hingen in Deutschland eine halbe Million Arbeitsplätze an den Wirtschaftsbeziehungen zu Großbritannien. Es sei kein Plan erkennbar, wie die britische Regierung einen ungeregelten Brexit verhindern wollte, so Lang. Dies sei ein "Spiel mit dem Feuer".

Mehr dazu lesen Sie hier.
12:37 Uhr

Warum steigt der Helium-Preis?

Wie die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (BGR) in Hannover berichtet, sank die verfügbare Heliummenge 2018 auf den niedrigsten Stand seit 2003.

Neben technischen Problemen im Haupterzeugerland USA sollen vor allem Lieferengpässe in Katar eine Rolle spielen, wie Harald Elsner von der BGR berichtet: "Dort brach die Produktion gleich um 27 Prozent auf jetzt 27,9 Millionen Kubikmeter ein."

Auch in Katar könnten technische Schwierigkeiten ein Grund sein, vermutet die BGR - ebenso wie der verzögerte Start einer neuen Heliumanlage. Sicher sei dies jedoch nicht. Bei verflüssigtem Erdgas etwa - abgetrenntes Helium entsteht bei dessen Gewinnung als Nebenprodukt - sei die in Katar hergestellte Menge im vergangenen Jahr sogar etwas gestiegen.

Nach Deutschland importiertes Helium ist laut BGR inzwischen deutlich teurer. Der durchschnittliche Preis hat den Angaben zufolge zwischen 2017 und dem Juni des laufenden Jahres um ein Fünftel zugelegt.

Das chemische Element Helium wird unter anderem als Füll- und Traggas für Ballons und Zeppeline, aber auch als Betriebsstoff in der Medizintechnik eingesetzt. Deutschland verbraucht im weltweiten Vergleich die fünftgrößte Menge des Edelgases.

11:53 Uhr

Deutsche-Bank-Anleger lässt EZB-Verfahrensprüfung kalt

Die EZB prüft laut einem Medienbericht die Eröffnung eines Verfahrens gegen die Deutsche Bank. Wie die "Süddeutsche Zeitung" ohne konkrete Angabe von Quellen berichtet, hat das größte deutsche Geldhaus zwischen 2014 und 2017 ohne Genehmigung durch die Europäische Zentralbank (EZB) eigene Anleihen zurückgekauft.

Deutsche Bank
Deutsche Bank 7,21

Es soll sich dabei um sogenannte Nachranganleihen handeln. Das sind Mischformen aus Anleihen und Aktien, also aus Fremd- und Eigenkapital. Wie Reuters unter Berufung auf einen Insider schreibt, hat die Deutsche Bank diese Geschäfte zur Marktpflege betrieben, um den Handel dieser Anleihen liquide zu halten. Dies ist ein gängiges Vorgehen von Banken, es muss aber von den Aufsehern genehmigt werden.

Ein Sprecher der Deutschen Bank lehnte einen Kommentar ab. Die EZB war zunächst nicht für eine Stellungnahme zu erreichen. Die Anleger nehmen es gelassen.

Mehr dazu lesen Sie hier.
11:35 Uhr

Die Dax-Überflieger am Vormittag

Eine Kaufempfehlung von Goldman Sachs hievt Covestro an die Dax-Spitze. Die Aktien des Chemiekonzerns noteiren über drei Prozent im Plus. Die Analysten der US-Bank stuften die Titel auf "Buy" von "Neutral" hoch, außerdem hoben sie das Kursziel auf 53 von 48 Euro an.

Um den Spitzenplatz im Dax bewerben sich auch Wirecard nach Neuigkeiten zur Softbank-Kooperation. Anleger honorieren die Nachricht mit knapp drei Prozent Plus. Nach Angaben des Zahlungsabwicklers wurde mit einer Tochter des japanischen Konzerns eine Kooperationsvereinbarung formal unterzeichnet - nebst einer mit dem Softbank-Deal verbundenen Ausgabe einer Wandelanleihe. Am Markt heißt es, die Mittel könnten nun in neue Investitionen und mögliche Aktienrückkäufe fließen.

Überflieger.JPG

Hier geht's zum Marktüberblick

11:17 Uhr

Börsenflaute nagt am Vermögen der Menschen

Ist das das Ende des Booms? Vorerst wohl ja!

Erstmals seit der Finanzkrise 2008 ist das Vermögen der Menschen weltweit nach Berechnungen des Versicherungskonzerns Allianz gesunken. Das Bruttogeldvermögen der privaten Haushalte verringerte sich vor allem wegen des Kurseinbruchs an den Börsen um 0,1 Prozent auf umgerechnet 172,5 Billionen Euro, wie aus dem "Global Wealth Report 2019" hervorgeht. 

Global gaben die Aktienkurse den Angaben zufolge um etwa 12 Prozent nach. In Deutschland gab es trotzdem einen gegenläufigen Trend: Denn hier stieg das Bruttogeldvermögen um 2,2 Prozent auf 6,2 Billionen Euro. Die Menschen sparten so viel wie in kaum einem anderen Land. Dadurch wurden die Verluste an den Aktienmärkten mehr als wett gemacht.

Der eskalierende Handelskonflikt zwischen den USA und China, die Ungewissheiten des Brexits und geopolitische Spannungen trübten die Stimmung der Anleger. "Die zunehmende Unsicherheit fordert ihren Tribut", sagte Allianz-Chefvolkswirt Michael Heise. Handel sei kein Nullsummenspiel.

10:57 Uhr

Berge fauler Kredite: Türkische Aufsicht nimmt Banken in die Pflicht

RTX3KJA0.jpg

Der Finanzdistrikt in Istanbul.

REUTERS

Die türkischen Banken-Aktien hatten dieses Jahr einen Mega-Lauf. Größtenteils entwickelten sie sich deutlich besser als der Rest des Markts. Doch jetzt scheint Schluss damit: Denn drohende Milliarden-Abschreibungen setzen den türkischen Geldinstituten zu!

RTS1Z2YN.jpg

Die größte Klippe kommt noch: Türkische Unternehmen sitzen auf über 200 Milliarden US-Dollar Schulden in Fremdwährung.

(Foto: REUTERS)

Der Istanbuler Branchen-Index fällt um 1,8 Prozent. Die größten Verlierer sind die, die bislang zu den größten Profiteuren gehörten: Yapi ve Kredi Bankasi, Is Bankasi und Vakiflar Bankasi verzeichnen Kursverlusten von bis zu 3,6 Prozent.

Der Schuldige ist schnell ausgemacht: Die türkische Bankenaufsicht hat Abschreibungen auf faule Kredite im Volumen von umgerechnet insgesamt 7,3 Milliarden Euro sowie Rückstellungen für eventuelle Verluste angewiesen.

Die Entscheidung der türkischen Zentralbank, den Leitzins in der Türkei zu senken, nährte zwar jüngst Hoffnungen, dass das Wirtschaftswachstum anspringt, was auch bedeutet, dass wieder mehr Kredite nachgefragt werden - die Banken also wieder mehr Umsatz machen.

Aber diese Hoffnungen waren trügerisch. Warum? Weil türkische Unternehmen über 200 Milliarden US-Dollar Schulden in Fremdwährung angehäuft haben. Viele werden einen Teil nicht zurückzahlen können!

Für die Banken sind die Aussichten alles andere als rosig: Nach Angaben der türkischen Bankenaufsicht Brsa lag der Anteil der Kredite mit Zahlungsschwierigkeiten (non-performing loans, NPL) Mitte Juli bei 4,46 Prozent. Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist das nach Angaben der Deniz Bank ein Anstieg um 84,8 Prozent.

10:35 Uhr

Und wie schlägt sich Zalando nach dem Kurseinbruch?

Viele Investoren scheinen immer noch verunsichert zu sein. Nach den Kurskapriolen vom Vortag verliert der Zalando-Kurs weitere 0,7 Prozent.

Zalando
Zalando 41,23

Am Dienstag hatte sich ein Großinvestor von einem erheblichen Teil seiner Anteile getrennt. Daraufhin waren die Papiere in der Spitze um bis zu elf Prozent eingebrochen.

Namentlich war es der schwedische Tech-Investor Kinnevik, der ein Paket von 13,13 Millionen Anteilen zu einem Preis von 42,50 Euro veräußerte. Der Gegenwert beläuft sich auf rund 558 Mio. Euro. Dieser Anteil entspricht rund 5 Prozent aller Zalando-Aktien, was die Bedeutung dieser Transaktion unterstreicht.

Erschwerend kam am Dienstag hinzu, dass die Privatbank Hauck & Aufhäuser ihre Kaufempfehlung für die Papiere gestrichen hat. Analyst Christian Salis sieht insgesamt den Höhepunkt guter Nachrichten bei Zalando erreicht. Ab dem vierten Quartal dürften die Vergleichswerte aus dem Vorjahr schwerer zu toppen sein, sagt Salis.

09:42 Uhr

Flugscham?: Airbus erwartet krass steigende Flugzeugnachfrage

121904629.jpg

Der Mensch fliegt weiter, in Zeiten des Klimawandels eben zunehmend mit schlechtem Gewissen.

picture alliance/dpa

Der europäische Flugzeugbauer Airbus rechnet in den nächsten 20 Jahren mit einem weiterhin guten Absatz bei Verkehrsjets.

Airbus
Airbus 120,70

In den Jahren 2019 bis 2038 würden weltweit voraussichtlich 39.210 neue Passagier- und Frachtmaschinen benötigt, teilt das Unternehmen mit. Das sind rund 1800 Maschinen mehr, als 2018 für die folgenden zwei Jahrzehnte vorausgesagt worden waren.

Bei den Passagierflugzeugen bezieht sich Airbus auf Typen mit mindestens 100 Sitzplätzen. Die weltweite Flugzeugflotte dürfte sich demzufolge bis zum Jahr 2038 auf fast 48.000 Jets mehr als verdoppeln, schätzt Airbus.

Der erwartete Zuwachs kommt vor allem von den Mittelstreckenjets wie dem Airbus A320neo und Boeings Krisenjet 737-Max. Sie stehen für gut drei Viertel der prognostizierten Nachfrage. Allerdings gilt für die Boeing 737-Max seit März ein weltweites Flugverbot, dessen Ende noch offen ist.

*Datenschutz

Berechnen Sie Ihren CO2-Fußabdruck hier

 

09:30 Uhr

Dax-Anleger wagen sich nicht aus der Deckung

Nach der Nullnummer am Vortag zeichnet sich zur Wochenmitte erneut Stillstand an den Börsen ab. Vor dem Zinsentscheid der US-Notenbank am Abend um 20 Uhr dürften sich die Anleger wenig bewegen.

DAX
DAX 12.798,19

Der Dax notiert unverändert bei 12.372 Punkten. Der Euro-Stoxx-50 schafft zumindest ein kleines Plus von 0,1 Prozent.

Die Vorgaben aus Übersee sind wenig inspirierend. Auch in den USA und Asien traten die Aktienkurse mehr oder weniger auf der Stelle. Andere Nachrichten, die die Investoren aus der Reserve locken könnten, sind rar.

An Konjunkturdaten werden am Vormittag die Verbraucherpreise in der Eurozone im August veröffentlicht, am Nachmittag folgen aus den USA Daten zu den dortigen Baugenehmigungen und -beginnen. Vom US-chinesischen Handelsstreit gibt es nichts Neues.

09:06 Uhr

US-Lagerbestände gestiegen: Und was macht der Ölpreis?

Ölpreise stabilisieren sich, nachdem sie am Vortag kräftig nachgegeben haben. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostet zuletzt 64,54 US-Dollar. Das ist geringfügig weniger als am Dienstag.

Rohöl (WTI)
Rohöl (WTI) 55,79

Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) fällt um 29 Cent auf 59,05 Dollar.

Am Dienstag kamen die Preise kräftig zurück, nachdem sich eine rasche Wiederherstellung der Produktionskapazitäten Saudi-Arabiens abzeichnete. Nach Angaben des staatlichen Ölkonzerns Saudi Aramco ist ein Teil der durch den Drohnenangriff vom Wochenende getroffenen Ölanlage in Abkaik bereits wieder hergestellt.

Die Kapazität vor den Angriffen von 4,9 Millionen Barrel je Tag werde voraussichtlich Ende September erreicht. Das ist schneller, als gedacht.

Rohöl (Brent)
Rohöl (Brent) 61,12

Wichtig in diesem Zusammenhang: Die Rohöllagerbestände in den USA sind in der zurückliegenden Woche um 0,6 Millionen Barrel gestiegen, wie aus Daten des privaten American Petroleum Institute (API) vom Vorabend hervorgeht.

In der Vorwoche war ein Minus von 7,2 Millionen Barrel berichtet worden. Die Benzinbestände erhöhten sich um 1,6 Millionen Barrel nach minus 4,5 Millionen eine Woche zuvor. Für die offiziellen Daten der staatlichen Energy Information Administration (EIA), die heute veröffentlicht werden, erwarten Volkswirte beim Rohöl allerdings eine Abnahme von 2,0 Millionen und bei Benzin ein Minus von 0,8 Millionen Barrel.

08:44 Uhr

Euro vor Fed-Entscheid über 1,10 US-Dollar

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,11

Der Euro hat sich deutlich über der Marke von 1,10 US-Dollar gehalten. Am Morgen kostete die gemeinsame Währung der 19 Euroländer 1,1065 Dollar und damit in etwa so viel wie am Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Dienstagnachmittag noch etwas tiefer auf 1,1026 Dollar festgesetzt.

Zur Wochenmitte blickt die Finanzwelt in Richtung Washington. Dort will die amerikanische Notenbank Fed über ihren geldpolitischen Kurs entscheiden. Fachleute rechnen mit der zweiten Zinssenkung der Fed in diesem Jahr. Ende Juli hatte die Zentralbank ihren Leitzins erstmals seit mehr als zehn Jahren reduziert und damit auf die zahlreichen wirtschaftlichen Risiken wie Handelsstreitigkeiten oder Brexit reagiert. Begleitet wird die Zinssitzung von vehementen Forderungen des US-Präsidenten Donald Trump nach starken Zinssenkungen.

08:14 Uhr

Dax-Anleger ducken sich vor Fed-Entscheid weg

Dax
Dax 12.798,19

Kurz vor dem Zinsentscheid der US-Notenbank werden sich die Anleger am deutschen Aktienmarkt wohl kaum aus der Deckung wagen. Der Dax wird Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge am Mittwoch zum Handelsstart auf der Stelle treten. Am Dienstag hatte er kaum verändert bei 12.372,61 Punkten geschlossen.

Eine Zinssenkung der Federal Reserve um einen viertel Prozentpunkt am Abend gilt unter Börsianern als sicher. Viele setzen zudem darauf, dass Notenbank-Chef Jerome Powell weitere Schritte bis zum Jahresende signalisieren wird. Dabei sei eine weitere Lockerung der Geldpolitik unnötig, kritisierte Etsy Dwek, Chef-Anlagestrategin beim Vermögensverwalter Natixis. "Das Wachstum in den USA verlangsamt sich zwar, dürfte sich aber bei rund zwei Prozent stabilisieren. Den Verbrauchern geht es gut. Der Arbeitsmarkt floriert. Der Wohnungsbau profitiert von niedrigeren Zinsen."

07:30 Uhr

Saudi-arabische Ölproduktion soll sich bis Ende September erholen

Nach den Angriffen auf seine Ölanlagen zeigt sich Saudi-Arabien, der weltgrößte Ölexporteur, zuversichtlich für den Hochlauf der Ölproduktion. Innerhalb weniger Wochen werde das Land den größten Teil der Produktion wiederherstellen und zu einem normalen Niveau zurückkehren, teilte das saudische Energieministerium mit.

Saudi-Arabien zapfe derzeit seine Reserven an, um seine Kunden wie gewohnt zu beliefern, sagte der neue Energieminister Prinz Abdulaziz bin Salman. Bis Ende September werde man landesweit wieder 9,8 Millionen Barrel am Tag produzieren. Einige saudische Vertreter sagten allerdings, dass das auch länger dauern könnte. Bisher sei die Hälfte der Produktionskapazität wiederhergestellt, die bei den Angriffen am Samstag verloren gegangen war, so der Energieminister. Für die Wiederherstellung der Gesamtkapazität des Landes von 12 Millionen Barrel am Tag werde man aber noch einige Monate brauchen.

06:52 Uhr

Anleger in Asien verharren in Wartestellung

Nikkei
Nikkei 22.625,38

Die Anleger in Asien sind vor den Zinsentscheidungen der Zentralbanken in Japan und USA in Wartestellung gegangen. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index notierte nahezu unverändert bei 22.009 Punkten. Der breiter gefasste Topix fiel um 0,4 Prozent auf 1608 Zähler. Die Aktien von Öl- und Gasunternehmen, die noch am Tag Kursgewinne verbucht hatten, fielen auf normales Niveau zurück, nachdem sich die Ölpreise weiter abkühlten.

Die Titel von Japans größtem Öl- und Gasunternehmen Inpex verloren rund fünf Prozent. Gewinner des gefallenen Ölpreises waren die Fluggesellschaften, für die der Preis für Kraftstoffe ein großer Kostenfaktor ist: Der Fluglinien-Index stieg um 0,6 Prozent, die Aktien der Fluggesellschaften ANA und Japan Airlines kletterten um 0,8 beziehungsweise 0,5 Prozent. Im asiatischen Devisenhandel gewann der Dollar 0,1 Prozent auf 108,22 Yen und stagnierte bei 7,0879 Yuan. Zur Schweizer Währung notierte er kaum verändert bei 0,9934 Franken. Parallel dazu fiel der Euro um 0,1 Prozent auf 1,1065 Dollar und notierte kaum verändert bei 1,0996 Franken. Das Pfund Sterling verlor 0,1 Prozent auf 1,2488 Dollar.