Mittwoch, 07. August 2019Der Börsen-Tag

mit Juliane Kipper
17:51 Uhr

Dax rettet schwankungsreichen Tag ins Plus

Nach einem schwankungsreichen Handel schließt der deutsche Aktienmarkt mit Gewinnen. Nach den massiven Verlusten nahm sich das Plus von 0,7 Prozent auf 11.650 Punkte indes bescheiden aus. Die Stimmung bleibt schwer angeschlagen angesichts des Handelskonflikts und zunehmender Wachstumssorgen. Genährt wurden diese durch die jüngsten Produktionszahlen aus Deutschland. Die Produktion sank gegenüber dem Vormonat um 1,5 Prozent und lag arbeitstäglich bereinigt sogar um 5,2 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresmonats.

Als positiv für Lanxess und Bayer wurde der erzielte Preis für den Chemieparkbetreiber Currenta gewertet. Bayer hatte den Rückzug aus dem Joint-Venture schon vor längerer Zeit angekündigt. Der erzielte Verkaufspreis lag deutlich höher als von Analysten erwartet. So schreibt die Commerzbank, dass der Lanxess nach Steuern zufließende Betrag rund 15 Prozent der Marktkapitalisierung des Unternehmens ausmache. Bayer gewannen 6 Prozent, während es für Lanxess um 4 Prozent nach oben ging.

Bayer
Bayer 65,24

Positiv wurden die Ergebnisse der Munich Re (plus 0,7 Prozent) gewertet. Wie auch bei anderen Rückversicherern blieben Großschäden aus, gleichzeitig konnten die Bruttoprämien zum Vorjahr kräftig gesteigert werden.

Anerkennende Worte fanden Marktteilnehmer für den leicht erhöhten Gewinnausblick von Wirecard. Zwar sei die Erhöhung der erwarteten Ebitda-Spanne nur minimal, wichtiger sei aber, dass die Richtung nach oben zeige. Die Analysten der Citi empfahlen die Aktie gleichwohl weiter zum Verkauf. Wirecard verloren daraufhin 2,3 Prozent.

Für die Commerzbank rückt das Jahresziel nach einem eher enttäuschenden ersten Halbjahr in weitere Ferne, für die Aktie ging es um 6,4 Prozent nach unten. Im Gefolge gaben Deutsche Bank 2 Prozent nach.

16:44 Uhr

Goldpreis steigt erstmals seit sechs Jahren auf 1500 Dollar

Dass die Anleger zunächst nicht an eine Erholung der Aktienmärkte glauben, zeigt sich auch daran, dass sichere Häfen weiter regen Zulauf verzeichnen. Der Goldpreis steigt erstmals seit etwa sechs Jahren auf 1.500 Dollar.

Das Edelmetall profitiert nicht nur von der Risikoaversion der Anleger, sondern auch davon, dass immer mehr Zentralbanken ihre Geldpolitik lockern und in der Folge immer mehr Staatsanleihen negative Renditen aufweisen. Damit wird das zinslos gehaltene Gold für Investoren attraktiver.

16:33 Uhr

Disney verfehlt Erwartungen und büßt 6,5 Prozent ein

Dow Jones
Dow Jones 26.770,20

Aus Furcht vor den wirtschaftlichen Folgen des Zollstreits zwischen den USA und China fassen Anleger an der Wall Street Aktien erneut nur mit spitzen Fingern an. Die Leitindizes Dow Jones, Nasdaq und S&P 500 bröckeln zur Eröffnung um bis zu 2,1 Prozent ab.

Disney
Disney 118,22

Zu den größten Verlierern an der Wall Street zählen die Aktien von Walt Disney, die sich um 6,5 Prozent verbilligen. Der Gewinn des Unterhaltungskonzerns bleibt hinter den Markterwartungen zurück.

Etwas Hoffnung schöpfen Investoren jedoch aus der Tatsache, dass die chinesische Zentralbank den Referenzkurs des Dollar unterhalb der psychologisch wichtigen Marke von sieben Yuan festsetzte, sagt Anlagestratege Michael Hewson vom Brokerhaus CMC Markets. Diesen Wert darf der Wechselkurs nur in bestimmten Grenzen über- oder unterschreiten. "Offenbar wollen die Chinesen nicht noch mehr Öl ins Feuer gießen, solange sich nicht durch weitere Aktionen der USA dazu gezwungen werden", fügte Hewson hinzu.

16:42 Uhr

Brent fällt auf unter 60 Dollar

Rohöl (Brent)
Rohöl (Brent) 59,30

Der Preisrückgang beim Öl fällt deutlich aus. Das Barrel der US-Sorte WTI ermäßigt sich um 2,0 Prozent auf 52,58 Dollar. Die europäische Referenzsorte Brent gibt um 1,2 Prozent auf 58,26 Dollar nach. Positive Daten zu den US-Ölvorräten vermögen den Preisrutsch nicht aufzuhalten. Am Vorabend hat der Branchenverband API einen etwas stärkeren Abbau der US-Lagerbestände gemeldet als erwartet. Nun warten die Akteure gespannt auf die offiziellen Daten des US-Energieministeriums.

16:15 Uhr

Commerzbank fallen auf Drei-Jahres-Tief

Commerzbank
Commerzbank 5,30

Die Titel der Commerzbank fallen dagegen um bis zu sechs Prozent auf ein Drei-Jahres-Tief von 5,36 Euro. Das Quartalsergebnis sei hinter den Erwartungen zurückgeblieben, schreibt Analyst Neil Smith vom Bankhaus Lampe. Bei der Vorlage der Zahlen zum laufenden Quartal könnte das Geldhaus seine bisherigen Gesamtjahresziele aufgeben.

16:00 Uhr

Verkauf von Chemiepark beflügelt Bayer

Bayer
Bayer 65,24

Am deutschen Aktienmarkt zählt Bayer mit einem Kursplus von zeitweise 7,5 Prozent zu den Favoriten. Der Pharma- und Agrarchemiekonzern verkauft seine Anteile am Chemiepark-Betreiber Currenta an die australische Bank Macquarie. Die Papiere der Chemiefirma Lanxess, die ihre Currenta-Beteiligung ebenfalls abstößt, legen 5,1 Prozent zu. Die Bewertung von Currenta sei mit insgesamt 3,5 Milliarden Euro höher als erwartet, schrieben die Analysten von JPMorgan.

14:59 Uhr

Drohender "No Deal"-Brexit drückt Pfund

Britisches Pfund / US-Dollar
Britisches Pfund / US-Dollar 1,30

Das Pfund Sterling nimmt wieder Kurs auf sein Zweieinhalb-Jahres-Tief der vergangenen Woche und verbilligt sich auf 1,2142 Dollar. Großbritannien steuere offenbar weiter auf einen ungeordneten EU-Ausstieg zu, schreibt BayernLB-Volkswirt Stefan Kipar.

Schließlich könnte Premierminister Boris Johnson einem Zeitungsbericht zufolge mögliche Neuwahlen bis nach dem Brexit-Termin am 31. Oktober hinauszögern. "Die Botschaft in Richtung EU ist klar: Johnson baut die Drohkulisse des 'No Deal' weiter auf." Einige Investoren flüchteten in britische Bonds und drückten die Rendite der zehnjährig.

14:19 Uhr

Zollstreit alarmiert Währungshüter in Neuseeland und Thailand

Der sich zuspitzende US-Handelskonflikt und zunehmende Konjunktursorgen treiben große Notenbanken in Asien zu Zinssenkungen. Während die Währungshüter in Neuseeland ihren Schlüsselsatz auf ein Rekordtief kappten und künftig sogar Negativzinsen nicht ausschließen, war in Thailand nicht mit einer Zinssenkung gerechnet worden.

Beide Notenbanken befürchten, dass der sich verschärfende Zollsstreit zwischen den USA und China sich dämpfend auf ihre Volkswirtschaften auswirkt. Indiens Zentralbank kappte aufgrund von Sorgen um die heimische Konjunktur den Leitzins bereits das vierte Mal in Folge.

Ein Paukenschlag war die Entscheidung in Neuseeland. Dort senkte die Zentralbank den Leitzins unerwartet kräftig um 50 Basispunkte auf ein Rekordtief von 1,0 Prozent. Thailands Notenbank setzte ihren Schlüsselzins um 25 Basispunkte auf 1,50 Prozent herab.

13:33 Uhr

Anleger greifen bei Weight Watchers zu

Weight Watchers
Weight Watchers 32,02

Ein Quartalsergebnis über Markterwartungen beschert Weight Watchers den größten Kurssprung seit zwei Jahren. Die Aktien des Abnehm-Spezialisten steigt im vorbörslichen US-Geschäft um 22 Prozent auf 25,52 Dollar.

Dank eines anziehenden Kundenwachstums machte das Unternehmen den Angaben zufolge einen Gewinn von 0,78 Dollar je Aktie. Analysten hatten lediglich mit 0,64 Dollar gerechnet. Auf dieser Basis hob Weight Watchers das Ergebnisziel je Aktie für das Gesamtjahr von 1,35 bis 1,55 Dollar auf 1,55 bis 1,70 Dollar an.

12:56 Uhr

Investitionen schmälern Gewinn bei ProSieben

Prosiebensat1
Prosiebensat1 12,95

Bei der Fernsehgruppe ProSiebenSat.1 drücken die geplanten Investitionen ins TV-Geschäft im zweiten Quartal auf den Gewinn. Das bereinigte Ergebnis sank binnen Jahresfrist um 18 Prozent auf 213 Millionen Euro, wie der Konzern aus Unterföhring mitteilt.

Das Management begründet dies mit den Ausgaben in Programminhalte, digitale Plattformen und Werbetechnologien, aber auch mit geringeren Werbeeinnahmen. Vorstandschef Max Conze sprach von wichtigen Investitionen für den Konzern. "Wir sind überzeugt, dass sich das auszahlen wird." Zur weiteren Zusammenarbeit mit dem italienischen Großaktionär Mediaset hielt sich Conze erneut bedeckt. "Ich spekuliere nicht über die Zukunft."

12:09 Uhr

Fratzscher zum Handelskonflikt: "Trifft Deutschland mehr als alle anderen zusammen"

Der Handelskonflikt zwischen den USA und China ist in den Augen von Marcel Fratzscher inzwischen ein handfester Handelskrieg. Unter Donald Trump sieht der Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung auch keine Entspannung - zum größten Nachteil für Deutschland.

 

11:15 Uhr

Wirecard erhöht Ziele - und enttäuscht Anleger trotzdem

Wirecard
Wirecard 111,65

Der Zahlungsdienstleister Wirecard erhöht nach guten Quartalszahlen zum zweiten Mal in diesem Jahr sein Ergebnisziel für 2019. Auch für den Umsatz im kommenden Jahr zeigt sich das Unternehmen optimistischer als bisher.

Im zweiten Quartal steigerte Wirecard den Umsatz um 37,4 Prozent auf 643 Millionen Euro. Analysten hatten im Factset-Konsens mit 641 Millionen Euro gerechnet. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen legte um 35,6 Prozent auf 184,1 Millionen Euro zu. Hier hatten die Marktbeobachter mit 186 Millionen etwas mehr erwartet. Nach steuern verdiente Wirecard 131,4 Millionen Euro, nach 83,9 Millionen im Vorjahreszeitraum.

Den Anlegern war dies offenbar nicht gut genug, denn die Aktien notieren mit einem Minus von 0,8 Prozent am Dax-Ende.

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10:32 Uhr

Conti verschärft seinen Sparkurs

Continental
Continental 117,56

Der Autozulieferer Continental schließt bei der Verschärfung seines Sparkurses Personalabbau und Produktionsverlagerungen nicht aus. Finanzvorstand Wolfgang Schäfer wollte im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters zwar die Größenordnung möglicher Stellenstreichungen nicht beziffern, ließ aber erkennen, dass auch dies ein Thema sei.

  • "Wir sind in der Diskussion darüber." Er wolle sich aber zu einem möglichen Umfang nicht äußern, "weder ja noch nein".
  • Conti bereitet angesichts des Abschwungs in der Automobilindustrie und dem beschleunigten Wandel in die Elektromobilität ein Sparprogramm vor, dessen Details noch mit den Arbeitnehmern abgestimmt werden sollen.
  • Angesichts des Zollstreits zwischen den USA und China und möglicher Handelsbeschränkungen zwischen Amerika und der EU stellen sich die Niedersachsen auch auf eine mögliche Verlagerung von Produktion in Exportmärkte ein.
  • "Wir beobachten eine zunehmende Verlagerung von Exportvolumina aus Deutschland in die Nähe der Märkte der Kunden", sagte Schäfer. Die Autobauer seien unter den neuen Zolldiskussionen immer mehr veranlasst, ihre Standortstrategie zu überprüfen. "In der Folge würde das auch für uns gelten."

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10:08 Uhr

Nachfrage nach IT-Sicherheit beflügelt Secunet

Die IT-Sicherheitsbranche in Deutschland wächst einer Studie zufolge rasant. Von 2007 bis 2017 habe sich die Zahl der Beschäftigten von knapp 50.000 auf 160.000 mehr als verdreifacht, heißt es in einer Untersuchung des Darmstädter Wifor-Instituts. Die Secunet Security Networks AG profitiert davon und wächst kräftig. Das gute Marktumfeld und der hohe Auftragsbestand stimmen das Unternehmen optimistisch für das zweite Halbjahr. Die im Mai erhöhte Prognose wurde bekräftigt.

Der Umsatz kletterte im ersten Halbjahr um 60 Prozent auf 101,0 Millionen Euro. Der kräftige Zuwachs ist hauptsächlich dem Secunet Gesundheitskonnektor zu verdanken, wie es hieß. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern legte um 51 Prozent auf 11,8 Millionen Euro zu.

Unter dem Strich stand ein Gewinn von 7,7 nach 5,2 Millionen Euro im Vorjahr. Das Ergebnis je Aktie stieg von 0,80 Euro auf 1,22 Euro. Den Auftragsbestand nach IFRS bezifferte Secunet per Ende Juni auf 81,0 nach 68,1 Millionen Euro zum Vorjahresstichtag.

09:34 Uhr

Dax startet neuen Erholungsversuch

Dax
Dax 12.633,60

Nach dem jüngsten Kursrutsch nutzen einige Anleger die Gelegenheit zum Wiedereinstieg in den deutschen Aktienmarkt. Der Dax steigt zur Eröffnung um 0,6 Prozent auf 11.637 Punkte, nachdem er in den vorangegangenen Tagen um etwa fünf Prozent gefallen war.

Zu den Favoriten am deutschen Aktienmarkt zählt Lanxess mit einem Kursplus von fünf Prozent. Der Chemiekonzern verkauft seine Anteile am Chemiepark-Betreiber Currenta an die australische Bank Macquarie. Die Papiere von Bayer, der seine Currenta-Beteiligung ebenfalls abstößt, legen 1,8 Prozent zu.

08:15 Uhr

Ölpreise bewegen sich kaum

Die Ölpreise haben sich im frühen Handel kaum von der Stelle bewegt. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 58,94 US-Dollar und damit in etwa so viel wie am Vortag. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) stagnierte bei 53,63 Dollar.

Trotz der jüngsten Stabilisierung stellt der Handelskonflikt zwischen den USA und China eine erhebliche Belastung für den Rohölmarkt dar. Seit Mitte Juli sind die Erdölpreise um gut zehn Prozent gefallen. Es wird befürchtet, dass der Handelsstreit die ohnehin geschwächte Weltwirtschaft zusätzlich belastet. Dies würde die Nachfrage nach Rohöl und Ölprodukten wie Benzin belasten.

07:48 Uhr

Euro weiter bei 1,12 US-Dollar

Der Euro hat weiter nahe der Marke von 1,12 US-Dollar notiert. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,1210 Dollar und damit in etwa so viel wie am Vorabend. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Dienstagnachmittag auf 1,1187 Dollar festgesetzt.

Schwächer notierte der chinesische Yuan. Nach einer starken Abwertung am Montag und einer leichten Erholung am Dienstag setzte die chinesische Notenbank den Mittelkurs zum Dollar wieder etwas niedriger fest. Um diesen Kurs darf der Yuan nur begrenzt pendeln.

07:06 Uhr

Handelsstreit lastet auf Fernost-Börsen

Die Furcht vor einer weiteren Eskalation im Handelsstreit zwischen den USA und China hat die asiatischen Aktienmärkte fest im Griff gehalten. Äußerungen der US-Regierung, wonach sie den Gesprächsfaden nicht abreißen lassen und an der nächsten Verhandlungsrunde im September festhalten wolle, konnten den Kursen nur wenig halt geben.

An der Tokioter Börse gab der Nikkei-Index bis zum Mittag 0,8 Prozent auf 20.417 Punkte nach. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans fiel um 0,7 Prozent. Auch die chinesischen Börse in Shanghai lag im Minus.