Mittwoch, 16. Dezember 2020Der Börsen-Tag

17:39 Uhr

Der Dax feiert schon Weihnachten

Der dritte Handelstag der Woche, das dritte Mal geht der Dax mit deutlichen Gewinnen in den Feierabend: Er verabschiedet sich mit einem Aufschlag von 1,5 Prozent und einem Stand von 13.566 Punkten aus dem Handel. Das Tageshoch markierte der Börsenleitindex bei 13.596 Zählern. Damit fehlten zwischenzeitlich nur knapp 200 Punkte bis zum Allzeithoch. Andere Indizes machten es besser: MDax und Nasdaq100 erzielten Rekorde. Die Kryptowährung Bitcoin sprang erstmals über die Marke von 20.000 Dollar.

"An den Börsen ist diese Woche schon Weihnachten. Der Dax läuft rund", kommentiert ntv-Börsenkorrespondent Frank Meyer. "Die US-Technologiebörse Nasdaq steht so hoch wie noch nie, der MDax überspringt mit 30.000 Zählern die nächste Rekordmarke, und auch der Bitcoin legt ein neues Allzeithoch aufs Parkett - es sind die Hoffnung auf den Corona-Impfstoff und die erwartete wirtschaftliche Erholung im nächsten Jahr, die für den Auftrieb sorgen", erläutert Meyer. "Gleichzeitig zeigt sich aber auch das Dilemma, dass die Notenbanken in ihrer Nullzinspolitik gefangen bleiben und Anleger etwas Besseres suchen als real negativ verzinste Anlagen."

Im Dax zeigen sich erneut die Autowerte unter den größten Gewinnern: Die Hoffnung auf eine schnelle Erholung der Wirtschaft im kommenden Jahr beflügelt die Werte, die zum Teil mehr als zwei Prozent zulegen, VW mehr als drei Prozent. Bayer sind mit Aufschlägen von mehr als vier Prozent Toptitel im Dax. Auf der Gegenseite weisen Covestro die höchsten Verluste aus, die sich mit etwas über ein Prozent aber auch in Grenzen halten.

Dax
Dax 13.535,53

17:08 Uhr

Conti schielt nach Asien

Continental will auch in den kommenden Jahren im margenstarken Reifengeschäft eine zweistellige operative Rendite erzielen, die bestenfalls sogar bei 16 Prozent liegen soll. Insbesondere in den Wachstumsmärkten Asien und Nordamerika sollen weiter Marktanteile gewonnen werden, kündigte der Dax-Konzern anlässlich der Kapitalmarkttage an. Bei Pkw-Reifen werde das Geschäft für die Elektromobilität sowie Ultra-High-Performance-Reifen ausgebaut.

Continental
Continental 113,30

16:52 Uhr

US-Wirtschaft verliert an Dynamik

Die Aktivität in der US-Wirtschaft hat sich im Dezember abgeschwächt, ist aber insgesamt auf einem robusten Niveau geblieben. Der von IHS Markit erhobene Sammelindex für die Produktion in der Privatwirtschaft - Industrie und Dienstleister zusammen - fiel auf 55,7 von 58,6 Punkten im Vormonat. Oberhalb von 50 Punkten signalisiert das Konjunkturbarometer ein Wachstum, unterhalb von 50 eine schrumpfende Wirtschaft.

Der Einkaufsmanagerindex des verarbeitenden Gewerbes ermäßigte sich auf 56,5 von 56,7 Punkten im Vormonat. Volkswirte hatten einen Stand von 55,3 erwartet. Der Index für den Servicesektor ging zurück auf 55,3 von 58,4 Punkten. Hier hatte die Prognose auf 56,5 gelautet.

"Nach Berichten der Unternehmen hat die US-Wirtschaft im Dezember an Wachstumsdynamik verloren, expandierte aber erfreulicherweise weiterhin mit einer soliden Dynamik", sagte IHS-Markit-Chefökonom Chris Williamson. "Die Umfragedaten erhöhen die Wahrscheinlichkeit, dass die Wirtschaft im vierten Quartal weiter expandiert hat, aufbauend auf der im dritten Quartal beobachteten Erholung."

16:28 Uhr

Bitcoin steigt erstmals über 20 000 US-Dollar

Die Digitalwährung Bitcoin klettert erstmals über die Marke von 20.000 Dollar. Am Nachmittag kostet die älteste und bekannteste Kryptowährung auf der Handelsplattform Bitstamp bis zu 20.440 Dollar. Damit wurde der bisherige Rekord, der im November mit 19.700 Dollar markiert wurde, klar übertroffen.

Der Bitcoin profitiert schon seit einiger Zeit von mehreren Entwicklungen. Grundsätzlich scheint das Interesse an Digitalwährungen in den vergangenen Monaten nach einer längeren Flaute wieder gestiegen zu sein. Als ein Grund für den Aufmerksamkeitsschub wird immer wieder eine Art Ritterschlag durch Paypal genannt. Der große Bezahldienst will es seinen Kunden ermöglichen, mit Bitcoin und anderen Kryptowährungen zu bezahlen.

Generell scheint das Interesse professioneller Investoren größer geworden zu sein, nachdem sich lange Zeit vor allem Privatanleger mit kleinerer Kasse für digitale Währungen interessiert haben.

15:57 Uhr

Nasdaq-Index klettert auf Rekordhoch

Spekulationen auf weitere Finanzhilfen für die US-Wirtschaft treiben den US-Technologieindex Nasdaq auf ein Rekordhoch. Er steigt zur Eröffnung der Wall Street auf 12.643 Punkte. Danach gibt er einen Großteil des Gewinns wieder ab und notiert um 12.604 Zähler. Mut macht Investoren die Bewegung im Streit um zusätzliche staatliche Konjunkturhilfen in den USA.

Nasdaq 100
Nasdaq 100 13.112,65

14:54 Uhr

Euro knackt 1,22er Marke - kurz

Der Euro springt kurzzeitig - erstmals seit April 2018 - über die Marke von 1,22 Dollar, liegt aktuell aber wieder knapp unter diesem Niveau bei 1,2195 Dollar. Rückenwind kommt dabei von besser als erwartet ausgefallenen Einkaufsmanagerindizes aus der Eurozone. Auch Deutschland und Frankreich meldeten bessere Einkaufsmanagerindizes. Der Dollar gerät mit den zunehmenden Hoffnungen auf das Zustandekommen eines Stimuluspakets der US-Regierung als sicherer Hafen ins Abseits und schwächelt.

Euro / Dollar
Euro / Dollar 1,21

14:29 Uhr

Zinserhöhung? Türkische Notenbank ist bereit

Die türkische Zentralbank will im Kampf gegen Währungsverfall und hohe Inflation notfalls nachlegen und die Zinsen erneut anheben. "Um dieses Ziel zu erreichen, werden wir die Geldpolitik straffen, wenn nötig", sagt der neue Notenbankchef Naci Agbal. "Im Jahr 2021 werden wir einen straffen Kurs in der Geldpolitik beibehalten, bis die Inflation dauerhaft sinkt."

Die Währungshüter sehen sich mit einer Teuerungsrate im zweistelligen Prozentbereich konfrontiert. Zugleich hat die türkische Lira einen Sinkflug hingelegt - zum Dollar büßte sie dieses Jahr etwa ein Viertel an Wert ein. Um gegen beide Entwicklungen vorzugehen, hatte die Zentralbank ihren Leitzins im November von 10,25 auf 15,0 Prozent angehoben. Staatschef Recep Tayyip Erdogan, eigentlich ein Gegner höherer Zinsen, hat sich zuletzt offen für einen geldpolitisch härteren Kurs gezeigt und seinen Vertrauten Agbal zum Zentralbankchef ernannt.

Dieser will die aufgebrauchten Devisenvorräte wieder auffüllen. Die Nettowährungsreserven sind in diesem Jahr um mehr als die Hälfte gesunken, was größtenteils auf kostspielige staatliche Interventionen auf den Devisenmärkten zurückzuführen ist. Damit sollte der Lira-Kurs gestützt werden. "Unser Ziel ist es, die Devisenreserven schrittweise zu stärken", sagt Agbal.

14:13 Uhr

Finnair bekommt finanziellen Rückenwind

Die finnische Regierung will die heimische Fluggesellschaft Finnair zur Überwindung der Corona-Krise finanziell unterstützen. Dafür solle ein unbesichertes Hybriddarlehen von bis zu 400 Millionen Euro gegeben werden, teilt die finnische Regierung mit. Der finnische Staat hält einen Anteil von 55,9 Prozent an der Fluggesellschaft.

13:49 Uhr

Spekulationen drücken Deutsche-Börse-Kurs

Mit einem Kursverlust von rund 1,3 Prozent ist die Deutsche Börse eine der wenigen Verlierer im deutschen Börsenleitindex. Händler verweisen auf Spekulationen, wonach der Börsenbetreiber an einer Übernahme der Fondsverwaltungsplattform Allfunds interessiert sein könnte.

Deutsche Börse
Deutsche Börse 133,05

13:33 Uhr

Konjunktur, Hilfen, Daten treiben Wall-Street-Aufwärtstrend

Die Hoffnungen auf ein US-Konjunkturpaket dürften auch zur Wochenmitte an der Wall Street für steigende Kurse sorgen. Führende Politiker beider im US-Kongress vertretenen Parteien haben sich am Vortag optimistisch geäußert, dass es zu einer Einigung über ein weiteres Corona-Hilfspaket kommen wird - auch wenn das Volumen deutlich kleiner ausfallen dürfte als ursprünglich geplant.

"Wir wissen, dass ein Deal kommen wird, die Signale sind ziemlich klar", so Luca Paolini, Chef-Stratege bei Pictet Asset Management. Daneben steht die US-Notenbank im Fokus. Neue Maßnahmen dürften die US-Währungshüter nicht bekannt geben. Die Fed könnte aber ihren Ausblick zu den Anleihekäufen präzisieren, indem sie die Käufe explizit an das Erreichen bestimmter wirtschaftlicher Kriterien knüpfe, heißt es von der Commerzbank.

Für einen Impuls könnten zudem die anstehenden US-Konjunkturdaten sorgen. Für die Aktien von American Outdoor Brands geht es vorbörslich deutlich nach oben. Der Anbieter von Jagdausrüstung hatte wieder schwarze Zahlen geschrieben nach einem kleinen Verlust vor Jahresfrist. Seit August steht das Unternehmen wieder komplett auf eigenen Beinen nach der Abspaltung vom Waffenhersteller Smith & Wesson Brands.

13:23 Uhr

Allgeier-Abspaltung Nagarro überrascht bei Börsendebüt

Das vom IT-Dienstleister Allgeier unter dem Namen Nagarro abgespaltene Softwareentwicklungs-Geschäft ist bei seinem Börsendebüt mehr als dreimal so hoch bewertet worden wie die bisherige Muttergesellschaft. Der erste Kurs der Nagarro-Aktie lag bei 69,00 Euro, Allgeier-Papiere eröffneten mit 24,20 Euro. Damit wird Nagarro allein mit 785 Millionen Euro bewertet. Am Mittag bröckeln Allgeier auf 19,30 Euro ab, Nagarro legen auf 72,40 Euro zu. Die Anteilseigner der Münchner Firma hatten für jede Aktie ein Nagarro-Papier zusätzlich ins Depot gebucht bekommen. Sie profitieren von der Aufspaltung: Zusammen sind die beiden Aktien 91,70 Euro wert - der Allgeier-Schlusskurs am Dienstag lag bei 87,20 Euro.

Damit erfüllt sich die erste Hoffnung des Vorstands. Die auf ein internationales Geschäft ausgerichtete Nagarro, die Allgeier 2011 erworben hatte, solle als eigenständiges Unternehmen ihr Wachstumspotenzial besser ausschöpfen können. Allgeier ist als IT-Berater, Systemintegrator und IT-Personalvermittler auf den deutschsprachigen Markt ausgerichtet. Profitabler ist Nagarro schon jetzt: Bei einem Umsatz von rund 430 Millionen Euro soll in diesem Jahr ein bereinigtes operatives Ergebnis (Ebitda) von 72 bis 77 Millionen Euro zu Buche stehen, Allgeier erwartet bei einem Umsatz von gut 350 Millionen Euro ein Ebitda von 26 bis 30 Millionen Euro. Für Nagarro arbeiten rund 8400 der bisher 11.000 Allgeier-Mitarbeiter.

12:39 Uhr

Aussicht auf Umsatzschub für Herzmedikament treibt Novartis

Die Aussicht auf einen Umsatzschub für das Herzmedikament Entresto gibt den Novartis-Aktien kräftig Auftrieb. Die Anteile des Schweizer Pharmariesen steigen rund 1,5 Prozent. Entresto könnte in den USA künftig breiter eingesetzt werden, nachdem ein Beratergremium der Arzneimittelbehörde FDA das Mittel auch zur Behandlung von diastolischer Herzinsuffizienz (HFpEF) empfohlen hat. Analysten zufolge könnte die neue Indikation einen zusätzlichen Umsatz von einer Milliarde Dollar oder mehr bringen. Das letzte Wort über die Zulassung hat die FDA, deren Entscheidung im ersten Quartal 2021 erwartet wird.

Novartis
Novartis 77,19

12:17 Uhr

Deutsche Post ist im Lieferrausch

Der Paketzusteller DHL der Deutschen Post rechnet in diesem Jahr vor dem Hintergrund des am Mittwoch beginnenden zweiten Lockdowns mit einem höheren Paketaufkommen. "Allein in der letzten Woche haben wir 56 Millionen Pakete sortiert und ausgeliefert - deutlich mehr als jemals zuvor in unserer Unternehmensgeschichte", sagt der Paketvorstand des Dax-Konzerns, Tobias Meyer, dem "Redaktionsnetzwerk Deutschland".

Durch das verstärkte Aufkommen in der diesjährigen Weihnachtszeit rechne das Unternehmen mit Steigerungsraten von etwa 15 bis 20 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, erklärt eine Konzern-Sprecherin. Für das gesamte Jahr 2020 bedeute dies ein erwartetes Paketaufkommen von insgesamt rund 1,8 Milliarden Sendungen.

Deutsche Post
Deutsche Post 41,65

11:33 Uhr

MDax knackt erstmals die 30.000er Marke

Am deutschen Aktienmarkt baut der Dax zum Mittag seine Gewinne aus, der MDax überspringt zudem erstmals die Marke von 30.000 Punkten. Der Dax notiert 1,6 Prozent fester bei 13.570 Zählern, der MDax steht im Tageshoch bei 30.012 Punkten. "Der Dax ist Lockdown-erfahren", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Sabrina Marggraf. "Nach dem ersten Lockdown konnte sich die Wirtschaft sehr schnell erholen. Das wissen die Anleger. Sie setzen zudem auf frische Hilfsgelder in den USA."

MDax
MDax 31.148,09

10:55 Uhr

Erst Lockdown, dann Boom? Deutsche Wirtschaft wächst nach Shutdown-Winter kräftig

Trotz eines harten Lockdown-Winters rechnet das gewerkschaftsnahe IMK-Institut im kommenden Jahr mit einem kräftigen Aufschwung in Deutschland. Das Bruttoinlandsprodukt werde um voraussichtlich 4,9 Prozent wachsen, geht aus der Prognose des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK) der Hans-Böckler-Stiftung hervor. Im zu Ende gehenden Jahr dürfte es zu einem Corona-bedingten Rekordeinbruch von 5,0 Prozent kommen. "Die wirtschaftliche Erholung wird durch die zweite Infektionswelle und die notwendigen Gegenmaßnahmen unterbrochen. Aber aufgeschoben ist nicht aufgehoben", sagt der wissenschaftliche IMK-Direktor Sebastian Dullien. "Die wirtschaftliche Grunddynamik ist stark genug, und die Stützungspolitik von Regierung und Europäischer Zentralbank wirkt."

Da der nun geltende harte Lockdown Gastronomie, Freizeiteinrichtungen, Reisen und Teile des Handels erneut lahmlegt, sieht das Institut das Risiko einer "Mini-Rezession" über den Jahreswechsel - also zweier aufeinanderfolgender Quartale mit leicht schrumpfender Wirtschaftsleistung. Dass aus diesem Dämpfer keine erneute tiefe Rezession werde, liege vor allem an der recht stabilen Entwicklung der Industrie. Dort sei mit einem erneuten Zusammenbruch von Lieferketten wie bei dem Lockdown im Frühjahr nicht zu rechnen. Hinzu komme die wirksame staatliche Stabilisierung - etwa durch Kurzarbeit. Schließlich dürfte zumindest der Internethandel weiter expandieren, mit zunehmender Verbreitung von Impfschutz auch weitere Dienstleister.

10:40 Uhr

Starke Konjunkturdaten schicken Dax in Richtung Jahreshoch

Nach starken Einkaufsmanagerindizes aus Frankreich und Deutschland ist auch der gesamteuropäische Index klar besser ausgefallen. Der Sammelindex liegt im Dezember bei 49,8 und ist damit weit besser als die Erwartung von 45,7. Im Handel ist von einer positiven Überraschung die Rede, die in dieser Form wohl kaum jemand auf dem Schirm gehabt haben dürfte. Zwar würden sich die Daten wegen der neuen harten Lockdowns in einigen Ländern wohl bald wieder eintrüben, Anleger dürften Marktexperten zufolge indes durch eine solche Eintrübung hindurch blicken in Erwartung einer massiven Erholung der Unternehmensgewinne im kommenden Jahr. Der Dax gewinnt 1,6 Prozent auf 13.572 Punkte. Damit rückt das Jahreshoch bei 13.795 in Reichweite.

Dax
Dax 13.535,53

09:50 Uhr

China kauft Biontech/Pfizer-Impfstoff

Der in Partnerschaft des US-Pharmaherstellers Pfizer mit dem Mainzer Biotech-Unternehmen Biontech hergestellte Impfstoff soll im kommenden Jahr auch in China eingesetzt werden. Mindestens 100 Millionen Dosen würden von Shanghai Fosun Pharma nach erfolgreicher Zulassung des Vakzins in der Volksrepublik importiert, teilt der chinesische Biontech-Partner mit. Für die ersten 50 Millionen Dosen werde Fosun Pharma eine Anzahlung von 125 Millionen Euro leisten. Die Regierung in Peking hat bislang keine Lieferabkommen mit westlichen Arzneimittelherstellern bekannt gegeben.

Biontech
Biontech 87,34
Pfizer
Pfizer 29,83

 

09:31 Uhr

Sammelwut: Australien verklagt Facebook

Facebook bekommt noch mehr juristischen Ärger. Australien verklagt den US-Konzern wegen des Sammelns von Nutzerinformationen ohne Einwilligung. Konkret wirft die australische Wettbewerbs- und Verbraucherschutzbehörde ACCC dem weltgrößten Internetnetzwerk vor, mit dem Schutz privater Daten zu werben, während insgeheim die Informationen genutzt würden, um Übernahmeziele ausfindig zu machen. Die Regulierer orientieren sich bei ihrer Klage am Verfahren der US-Verbraucherschutzbehörde FTC, die Facebook beschuldigt, seine Marktmacht und Nutzerinformationen zu nutzen, um so Übernahmen wie in der Vergangenheit die von Whatsapp und Instagram vorzubereiten. Experten zufolge könnte das Verfahren letztlich auch die Abspaltung von Zukäufen zur Folge haben.

"Es gibt eine Verbindung, zu dem, was die FTC sagt, aber sie schauen auf den Wettbewerb", sagt ACCC-Chairman auf einer Pressekonferenz. "Wir schauen uns den Verbraucher an." Ein Facebook-Sprecher erklärte, das Unternehmen teile deutlich mit, welche Informationen gesammelt und wie diese genutzt würden. Erst Anfang des Monats hatte Australien Pläne vorangetrieben, wonach Facebook und Google ihre Werbeeinnahmen mit Medien teilen sollen.

09:13 Uhr

"Dax-Anleger setzen auf Rückkehr zur Normalität"

Am deutschen Aktienmarkt hält auch zur Wochenmitte die positive Grundstimmung der Anleger an. Der Dax notiert kurz nach Handelsstart 0,6 Prozent 13.445 bei ... Punkten. Am Dienstag hatte er 1,1 Prozent auf 13.363 Zähler zugelegt, am Montag 0,8 Prozent.

"Der seit heute geltende zweite harte Lockdown in Deutschland spielt keine Rolle am Markt. Investoren setzen auf eine Rückkehr zur Normalität im kommenden Jahr. Es wird Hilfsgelder zur Überbrückung geben", kommentiert ntv-Börsenkorrespondentin Sabrina Marggraf die Situation auf dem Frankfurter Parkett. "Die Anleger schauen in die USA, wo immer noch an einem Konjunkturpaket gearbeitet wird. Und auch von der Fed-Sitzung erhoffen sie sich etwas."

08:54 Uhr

Lagerdaten üben leichten Druck auf Ölpreise aus

Auch die Ölpreise bewegen sich im frühen Handel zunächst wenig. Sie liegen weiterhin in der Nähe ihres höchsten Standes seit der ersten Corona-Welle im Frühjahr. Ein Barrel der Nordsee-Sorte Brent kostete am Morgen 50,60 US-Dollar. Das waren 14 Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel ebenfalls leicht um 14 Cent auf 47,48 Dollar.

Rohöl WTI
Rohöl WTI 52,78

Leichten Druck auf die Rohölpreise übten zuletzt neue Lagerdaten aus den USA aus. Der Industrieverband API hatte am Dienstagabend einen Anstieg der landesweiten Erdölvorräte gemeldet. Heute folgen die offiziellen Wochendaten der Regierung. Diese lösen oft deutliche Marktbewegungen aus, die sich jedoch häufig als kurzlebig erweisen. Die Lage am Ölmarkt ist gegenwärtig gekennzeichnet durch die Hoffnung auf konjunkturelle Besserung bei zugleich hohen Risiken.

Erfolge in der Corona-Impfstoffforschung haben den Ölpreisen in den vergangenen Wochen einen deutlichen Schub verliehen. Dem stehen jedoch praktische Probleme wie eine ausreichende Impfstoffproduktion und eine flächendeckende Verteilung gegenüber. Entsprechend ungewiss sind die Aussichten für die Konjunktur und die Ölnachfrage.

08:17 Uhr

Bombardier soll für Berlin Straßenbahnen bauen

59588690.jpg

picture alliance / dpa

Bombardier
Bombardier ,45

Der Flugzeug- und Bahntechnikkonzern Bombardier erhält einen Auftrag aus Berlin. Das Unternehmen hat laut Mitteilung von den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) den Zuschlag für einen Rahmenvertrag zur Lieferung von bis zu 117 Flexity-Straßenbahnen und deren Ersatzteilversorgung für bis zu 32 Jahre erhalten.

Der Auftragswert belaufe sich auf bis zu rund 571 Millionen Euro. Gleichzeitig habe die BVG eine erste Bestellung über 20 Bahnen und deren Ersatzteilversorgung für bis zu 32 Jahre abgerufen. Der Auftragswert dieses Abrufs beläuft sich den Angaben zufolge auf rund 115 Millionen Euro.

08:01 Uhr

Euro bewegt sich kaum

Euro / Dollar
Euro / Dollar 1,21

Der Euro bewegt sich vor wichtigen Konjunkturdaten kaum. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,2160 US-Dollar und damit in etwa so viel wie in der Nacht zuvor. Zurzeit bewegt sich der Euro in der Nähe seines höchsten Standes seit Frühjahr 2018. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Dienstagnachmittag auf 1,2140 Dollar festgesetzt.

Zur Wochenmitte werden in vielen Ländern der Welt wichtige Konjunkturdaten veröffentlicht. Das Forschungsunternehmen Markit veröffentlicht seine Konjunkturumfrage für die Industrie. Die daraus abgeleiteten Einkaufsmanagerindizes geben Auskunft über den Zustand der Wirtschaft. Bisher ist die Industrie wesentlich besser durch die Corona-Pandemie gekommen als die Dienstleister, die unter den Beschränkungen leiden.

07:45 Uhr

Japans Wirtschaft erleidet herben Rückschlag

Die verschärfte Corona-Krise in vielen Ländern der Welt brockt der japanischen Wirtschaft einen unerwarteten Rückschlag ein. Im November gingen die Exporte überraschend zurück. Der Wert der Ausfuhren sei im Vergleich zum Vorjahr um 4,2 Prozent gefallen, teilte das japanische Finanzministerium mit. Damit hat sich der Rückgang der Ausfuhren erstmals seit Mai wieder beschleunigt. Volkswirte hatten dagegen damit gerechnet, dass die Ausfuhren im November erstmals seit November 2018 zulegen.

Damit bleibt die erhoffte Unterstützung für die japanische Wirtschaft von den für das Land wichtigen Exportunternehmen aus. Im September und Oktober hatten sich die Ausfuhren nach einer langen Durststrecke mit zweistelligen Einbrüchen in der Zeit vom März bis August deutlich erholt. Bereits 2019 litt die japanische Exportwirtschaft unter den Folgen eines Handelskriegs zwischen China und den Vereinigten Staaten. Die Corona-Pandemie hatte die Lage im Frühjahr stark verschärft.

07:38 Uhr

Dax vor Fed-Entscheid höher erwartet

Dax
Dax 13.535,53

Kurz vor dem Zinsentscheid der US-Notenbank wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge höher starten. Am Dienstag hatte er dank Spekulationen auf eine rasche Überwindung der Coronavirus-Kurse und weitere staatliche US-Konjunkturhilfen 1,1 Prozent auf 13.362 Punkte zugelegt. Ein neues Konjunkturpaket in den Vereinigten Staaten ist Börsianern zufolge der wichtigste Faktor für die kurzfristigen Kursaussichten.

Eine Einigung im US-Kongress könnte den Startschuss für eine Weihnachtsrally liefern. Optimistisch beurteilen Investoren auch die Chancen für eine Einigung zwischen Großbritannien und der EU bei den Brexit-Verhandlungen, sagte Analyst Ricardo Evangelista vom Brokerhaus ActivTrades. Sie setzten weiterhin auf einen Deal in letzter Minute, um die Einführung gegenseitiger Zölle abzuwenden. Von der US-Notenbanksitzung versprechen sich Analysten keine großen Impulse.

Eine erneute Aufstockung der Wertpapierkäufe sei vorerst nicht zu erwarten. Stattdessen werde die Fed die Laufzeit des Programms verlängern und die Festschreibung der aktuellen Nullzinspolitik für mehrere Jahre signalisieren. Vor diesem Hintergrund spielen die anstehenden Konjunkturdaten nur die zweite Geige. Auf dem Terminplan stehen die Stimmungsbarometer der deutschen und europäischen Einkaufsmanager sowie die US-Einzelhandelsumsätze.

06:35 Uhr

Asiatische Anleger hoffen auf US-Konjunkturpaket

Getrieben von Impfhoffnungen und der wachsenden Aussicht auf weitere fiskalische Anreize in den USA sind die Anleger an die asiatischen Börsen zurückgekehrt. Demokraten und Republikaner arbeiten weiter an einem Kompromiss für neue Konjunkturimpulse. Chuck Schumer, Fraktionsführer der Demokraten im US-Senat, sagte zu den Verhandlungen, dass beide Seiten den aufrichtigen Wunsch hegen, eine Vereinbarung zu erzielen.

Nikkei
Nikkei 28.197,42

Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index lag im Verlauf 0,1 Prozent höher bei 26.725 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index stieg um 0,2 Prozent und lag bei 1786 Punkten. Die Börse in Shanghai lag 0,2 Prozent im Plus. Der Index der wichtigsten Unternehmen in Shanghai und Shenzen gewann 0,2 Prozent. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans fiel um 0,3 Prozent.

"Wir gehen davon aus, dass viele Schwellenländer im Jahr 2021 weiterhin eine positive Dynamik zeigen werden, angeführt von Asien", schrieb TD Securities. "In China wird es wahrscheinlich zu einer schnelleren Erholung des Bip auf das Niveau vor der Pandemie kommen." Im asiatischen Devisenhandel verlor der Dollar 0,1 Prozent auf 103,51 Yen und stagnierte bei 6,5412 Yuan. Zur Schweizer Währung notierte er 0,1 Prozent niedriger bei 0,8849 Franken. Parallel dazu stieg der Euro um 0,1 Prozent auf 1,2160 Dollar und zog um 0,1 Prozent auf 1,0767 Franken an. Das Pfund Sterling verlor 0,1 Prozent auf 1,3448 Dollar. (Reporter: Swati Pandey