Mittwoch, 16. Oktober 2019Der Börsen-Tag

mit Kai Stoppel
17:42 Uhr

Hoffnung auf Brexit-Durchbruch treibt Dax höher

Dax
Dax 13.241,75

Einen Tag mit Aufs und Abs durchlebt der Dax zu Anfang, bis er sich schließlich mit einem soliden Plus von 0,5 Prozent auf 12.688 Punkten aus dem Handel verabschiedet. Zuvor hatte er bereits bei 12.698 Punkten ein neues Jahreshoch aufgestellt.

Vor allem das Brexit-Drama lässt Europas Anleger zwischen Hoffen und Bangen schwanken. "Ob es tatsächlich zu einem Last-Minute Brexit-Deal kommt, bleibt weiterhin offen", sagt Stratege Thomas Altmann vom Handelshaus QC Partners. Deshalb könne der jüngste Jubel an den Börsen verfrüht gewesen sein. Streitpunkte sind EU-Diplomaten zufolge weiterhin die Themen Handel und der künftige Status der Grenze zwischen Irland und Nordirland.

Eine Einigung auf einen geordneten EU-Ausstieg Großbritanniens könnte den europäischen Aktienmärkten kräftigen Rückenwind verleihen. Vor allem ausländische Investoren, bei denen Euro-Aktien unter anderem wegen der politischen Risiken unbeliebt seien, könnten dann zulangen, sagt Koen Bosquet, Fondsmanager beim Vermögensverwalter Degroof Petercam.

Im Dax stehen am Ende die Aktien von Volkswagen weit oben in der Gunst der Anleger: Sie legen 3,1 Prozent zu. Zu den größten Gewinnern zählen auch Fresenius, MTU, Daimler und Lufthansa mit Aufschlägen von 2,4 bis 1,5 Prozent. Schlusslicht im Dax ist hingegen das Papier der Deutschen Börse mit einem Minus von 2,3 Prozent. Auch Infineon zählt mit einem Minus von 1,9 Prozent zu den größten Verlierern.

Bayer verlieren 0,6 Prozent. Das Unternehmen geht im dritten Quartal von einem signifikanten Anstieg der Zahl der Glyphosat-Klagen aus. Im Juli belief sich die Zahl der Klagen auf 18.400. Bayer dürfte noch in diesem Monat die neuesten Zahlen veröffentlichen. Analysten schätzen, dass die Beilegung der Klagen das Unternehmen Milliarden kosten dürfte.

17:22 Uhr

Widersprüchliche Meldungen wirbeln Pfund umher

Britisches Pfund / US-Dollar
Britisches Pfund / US-Dollar 1,29

Nach oben geht es heute für die britische Währung wie auch den Euro. Die europäische Gemeinschaftswährung wird am Nachmittag mit 1,1051 US-Dollar etwas höher gehandelt als im frühen Handel.

Das britische Pfund stieg zum Dollar auf ein Tageshoch von 1,2854 US-Dollar. Allerdings gab es angesichts widersprüchlicher Meldungen immer wieder Kursausschläge in verschiedene Richtungen.

Vor allem die Hoffnung auf eine Einigung im Brexit-Streit stützt sowohl den Euro als auch das britische Pfund. Die EU und Großbritannien versuchen, letzte Hindernisse vor einer Einigung aus dem Weg zu räumen. EU-Unterhändler Michel Barnier nannte die Gespräche nach offiziellen Angaben konstruktiv, wies aber auf ungelöste Probleme hin.

16:42 Uhr

Leerverkaufs-Attacke lässt SDax-Aktie abstürzen

Corestate
Corestate 33,95

Ganz am Ende des SDax sticht die Aktie des Immobilien-Investmentmanagers Corestate negativ hervor. Das Papier verliert bis zu 25 Prozent an Wert. Zuletzt notiert die Aktie mehr als 20 Prozent schwächer auf 29 Euro. Was ist da passiert?

Ein Sprecher des Immobilienunternehmens verweist auf eine Bekanntmachung des Investors Muddy Waters im Bundesanzeiger. Demzufolge ist Muddy Waters eine Leerverkaufsposition von 0,5 Prozent des Aktienkapitals eingegangen. Im Handel heißt es dazu, dass allein der Name des Leerverkäufers ausreichen dürfte, dass einige Anleger ihre Papiere verkauften.

16:15 Uhr

US-Streit mit China dämpft Stimmung an Wall Street

Neue Misstöne im Streit der USA mit China sorgen für Verunsicherung an der Wall Street. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte notiert in den ersten Handelsminuten 0,2 Prozent tiefer auf 26.983 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 verliert ebenfalls 0,2 Prozent auf 2989 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sinkt 0,4 Prozent auf 8119 Punkte.

Das US-Abgeordnetenhaus hat mehrere Gesetze auf den Weg gebracht, die die pro-demokratischen Demonstranten in Hongkong unterstützen sollen. China reagiert darauf mit Vergeltungsdrohungen. An den Börsen herrschte daher Angst vor Rückschlägen im Zollstreit.

15:50 Uhr

Siemens-Tochter und Dax-Anwärter hat endlich einen Namen

Siemens
Siemens 115,00

Das Kind hat einen Namen: Die Kraftwerks- und Energie-Sparte von Siemens, die in knapp einem Jahr an die Börse gebracht werden soll, firmiert künftig unter …

Siemens Energy. Das teilte die Siemens AG mit. Na, gut. Besonders originell ist das zugegebenermaßen nicht. Aber das ist auch so gewollt: Siemens Healthineers als Name für die seit Anfang 2018 börsennotierte Medizintechnik-Sparte war teilweise auf Befremden gestoßen.

Der Münchener Konzern will im ersten Schritt maximal 49 Prozent an Siemens Energy behalten und die restlichen Anteile an die eigenen Aktionäre weiterreichen. Siemens Energy gilt mit einem Umsatz von 27 Milliarden Euro und 88.000 Mitarbeitern als sicherer Kandidat für den deutschen Leitindex Dax.

15:02 Uhr

Ölplattformen in der Nordsee - Berlin legt sich mit Shell an

Royal Dutch Shell
Royal Dutch Shell 27,05

Die Weigerung des Ölkonzerns Shell, ausgediente Ölplattformen in der Nordsee abzubauen, hat ein politisches Nachspiel. Wegen des Vorfalls habe die Bundesregierung erstmals eine Sondersitzung der Mitgliedstaaten des Übereinkommens zum Schutz der Meeresumwelt des Nordost-Atlantiks einberufen, teilte ein Sprecher des Bundesumweltministeriums mit. Das Treffen soll am Freitag stattfinden.

Es müsse geklärt werden, "wie mit diesen Ölplattformen, die seit geraumer Zeit in der Nordsee sind, umgegangen wird", so Haufe. "Wir wollen kein zweites Brent Spar erleben wie 1995." Insgesamt gebe es in den Gewässern 1740 Ölplattformen. "Davon haben 80 größere Mengen an Altölresten", sagte Haufe. Vier davon beträfen Shell. Allein diese ausgedienten Plattformen enthielten etwa 11.000 Tonnen Rohöl.

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Fast 1800 Ölplattformen gibt es im Nordost-Atlantik.

(Foto: imago/Nature Picture Library)

 

14:09 Uhr

Experte: Nicht mehr mit stark steigenden Immobilienpreisen rechnen

Die deutsche Wirtschaft schwächelt - wie wirkt sich das auf die zuletzt deutlich gestiegenen Immobilienpreise aus? Darüber spricht n-tv-Börsenexpertin Katja Dofel mit  Tobias Just, Immobilienexperte von der Universität Regensburg.

 

13:35 Uhr

Machtkampf bei Saturn-Mutter eskaliert - Aktie bricht ein

Ceconomy
Ceconomy 4,58

Erst seit einem halben Jahr ist Jörn Werner Chef der kriselnden deutschen Elektronikhandelsholding Ceconomy - und nun steht er bereits wieder vor dem Abgang. Der Konzern hatte gestern in einer Ad-hoc-Mitteilung überraschend angekündigt, der Aufsichtsrat werde am Donnerstag "über eine mögliche vorzeitige Beendigung der Bestellung des Vorstandsvorsitzenden, Herrn Jörn Werner, beraten".

Hintergrund sei ein Machtkampf mit dem Chef der Elektronikhandelsketten Media Markt und Saturn, Ferran Reverter, berichten Insider. Die beiden Manager hätten in den vergangenen Monaten um eine Strategie gerungen, um eine Antwort auf die Konkurrenz von Online-Riesen wie Amazon zu finden. Um Umfang und Tempo der neuen Strategie habe es Differenzen gegeben. Ceconomy ist Mehrheitseigner von Mediamarkt-Saturn.

An der Börse löst die Meldung einen Kurssturz der im SDax notierten Ceconomy-Aktie aus: Zuletzt verliert die Ceconomy-Aktie mehr als fünf Prozent an Wert.

13:21 Uhr

Bayer wegen US-Klagewelle kurzzeitig unter Druck

Die Aktien des Chemie- und Pharmakonzerns Bayer verlieren zeitweise den Halt und rutschen um bis zu 1,2 Prozent ab. Händler verweisen auf einen Medienbericht, wonach die Zahl der Glyphosat-Klagen in den USA gestiegen sei. Das sei allerdings nichts überraschend Neues, sagt ein Händler.

Die Papiere berappeln sich allerdings schnell wieder. Zuletzt liegen sie 0,4 Prozent tiefer bei 66,42 Euro.

12:35 Uhr

Börsen-Panik bei No-Deal-Brexit befürchtet - Bafin plant Notfall

Sollte es doch noch zu einem harten Brexit kommen, ist die deutsche Finanzaufsicht Bafin vorbereitet: Insidern zufolge hat sie bei einer möglichen Marktpanik Notfallpläne in der Schublade. Unter anderem könne sie Leerverkäufe verbieten, um zu verhindern, dass sich massive Kursschwankungen zu einem Flächenbrand entwickelten, sagten mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen.

Auch die Aufsichtsbehörden in Italien und den Niederlanden erwägen bei Bedarf ein solches Verbot. Bei Leerverkäufen veräußern Investoren Aktien, die sie gar nicht besitzen. Sie leihen sich die Papiere gegen eine Gebühr und setzen auf fallende Kurse. Tritt dieser Fall ein, kaufen sie die Aktien am Markt zum dann günstigeren Preis und geben sie an den Verleiher zurück. Die Differenz streichen sie als Gewinn ein.

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Großbritannien will zum 31. Oktober die Europäische Union (EU) verlassen - ob mit oder ohne Scheidungsvertrag. Derzeit laufen Gespräche über eine Einigung. Ob dies gelingt, ist aber offen.

(Foto: REUTERS)

 

11:52 Uhr

Warten auf Boeings neuen Super-Flieger geht weiter

Boeing
Boeing 371,68

Der amerikanische Flugzeughersteller Boeing hält den Zeitpunkt für die Markteinführung des neuen Ultralangstreckenfliegers 777-8 weiter offen. Der Start sei auch von der Nachfrage der Kunden abhängig, sagte ein Boeing-Manager. Boeing hofft, einen Auftrag von der australischen Fluggesellschaft Qantas zu ergattern.

Qantas will sich bis zum Jahresende für ein Flugzeug für Direktflüge zwischen Sydney und London entscheiden. Auch Rivale Airbus macht sich dabei für seine Maschine A350-1000 Hoffnung auf eine Bestellung. Bislang haben nur die Gesellschaften Emirates und Qatar Airways Flugzeuge vom Typ 777-8 geordert.

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Ein Exemplar der 777X-Serie von Boeing.

(Foto: Boeing)

 

11:24 Uhr

Wacker lastet auf dem gesamten Chip-Sektor

Wacker Chemie
Wacker Chemie 64,38

Im deutschen Chip-Sektor trübt Wacker Chemie die Stimmung. Der Silizium-Verarbeiter senkt seine Prognose für das laufende Jahr, da sich die Preise für Polysilicium nicht wie erwartet erholt hätten. Die Aktien fallen im SDax zunächst um bis zu 6,9 Prozent, grenzen ihre Verluste dann aber auf minus 0,4 Prozent ein. Händlern zufolge kam die Gewinnwarnung nicht überraschend.

Auch andere Chipwerte geraten unter Druck. Siltronic fallen um rund zwei Prozent. Infineon geben 1,7 Prozent ab, was Händler auch mit einer Herunterstufung durch Société Générale begründeten.

10:58 Uhr

Server-Crash legt Fabrik von Porsche lahm

VW Vorzüge
VW Vorzüge 182,94

Ein massiver Serverausfall hat die Volkswagen-Tochter Porsche getroffen - wie der "Spiegel" berichtet, musste wegen des Vorfalls die Produktion im Stammwerk in Zuffenhausen vorübergehend eingestellt werden.

Alle auf SAP-Software basierenden Prozesse und 211 Server waren demnach betroffen. Eine Möglichkeit, über Umwege die Produktion wieder ins Laufen zu bringen, habe es zunächst nicht gegeben. Ein Sprecher des Unternehmens bestätigte dem "Spiegel" den Ausfall. Es habe sich nicht um einen Angriff von außen gehandelt, sondern um eine intern entstandene Störung.

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10:35 Uhr

Neue Volte im Brexit-Drama lässt Pfund abstürzen

Britisches Pfund / US-Dollar
Britisches Pfund / US-Dollar 1,29

Das Ringen um einen Last-Minute-Brexit-Deal zwischen Großbritannien und der EU nähert sich seinem Höhepunkt - und die Nervosität am Markt steigt. Das britische Pfund kommt am Vormittag schlagartig unter Druck und verliert innerhalb weniger Minuten fast ein Prozent an Wert.

Von fast 1,28 Dollar fällt das Pfund Sterling auf unter 1,27 Dollar. Allerdings erholt es sich genau so schnell wieder, wie es gefallen war. Zuletzt kostet ein britisches Pfund 1,2732 Dollar.

Auslöser für die Bewegung ist eine Meldung, dass die Regierung um den britischen Premierminister Boris Johnson zunehmend Zweifel am Zustandekommen eines Deals hat, wie "Bloomberg" berichtet. Grund seien wiederum die Vorbehalte der nordirischen Partei DUP, auf deren Stimmen Johnson im britischen Parlament angewiesen ist. Sie hatte sich kritisch zu den in Brüssel bereits grob entworfenen Plänen eines Deals geäußert.

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Sollte Johnson weitere Zugeständnisse an die Europäische Union machen, um einen Brexit-Deal zu erreichen, werde die DUP das Abkommen nicht unterstützen, hatte das Nachrichtenportal "Huffington Post" gestern unter Berufung auf Kreise der Partei berichtet.

(Foto: imago images/i Images)

 

09:57 Uhr

Kurs-Chaos bei Wirecard - Handel mehrfach gestoppt

Wirecard
Wirecard 122,00

Nach dem Horror-Börsentag gestern, zu dem Wirecard am Ende fast 13 Prozent einsackte, durchlebt das Papier des Dax-Unternehmens heute einen Chaos-Auftakt an der Frankfurter Börse. Es kommt zu großen Kurssprüngen. Bei hohen Volumina wird der Handel zudem mehrfach angehalten.

Zunächst setzen die Titel ihre Talfahrt von gestern nach einem erneuten Bericht der Zeitung "Financial Times" über angebliche Bilanzfälschungen fort und fallen erneut um fast 5 Prozent. Nachdem der Zahlungsabwickler die Vorwürfe per Pflichtmitteilung kategorisch zurückwies, drehen die Papiere in der Spitze 1,8 Prozent ins Plus.

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(Foto: picture alliance/dpa)

 

09:26 Uhr

Unsicherheit über Brexit-Deal - Dax tritt auf die Bremse

Dax
Dax 13.241,75

Nach dem neuen Jahreshoch vom Vortag ist bei Dax heute zunächst einmal eine Verschnaufpause angesagt. Der deutsche Leitindex notiert in den ersten Minuten nach Handelsbeginn nahezu unverändert bei 12.838 Punkten. Gestern stieg er bei 12.682 Zählern auf einen neuen Jahreshöchststand.

Spekulationen auf einen baldigen Brexit-Deal hatten Dax und auch den Euro-Stoxx-50 auf neue Jahreshochs getrieben. Jedoch könnte der Jubelsturm an den Börsen verfrüht gewesen sein, befürchtet Stratege Thomas Altmann vom Handelshaus QC Partners. "Ob es tatsächlich zu einem Last-Minute Brexit-Deal kommt, bleibt weiterhin offen."

Etwas Ernüchterung kommt etwa von Aussagen des irischen Ministerpräsidenten Leo Varadkar. Er meint zwar, die Brexit-Verhandlungen gingen in die richtige Richtung, doch müssten noch einige Hindernisse überwunden werden, ehe man zu einer Einigung komme. Die Gespräche zwischen der EU-Kommission und Großbritannien sollen am Vormittag fortgesetzt werden.

Guten Morgen, mein Name ist Kai Stoppel und ich begleite Sie heute durch den "Börsen-Tag". Bei Fragen, Anregungen und Kritik schreiben Sie mir doch einfach eine Nachricht an: kai.stoppel@nachrichtenmanufaktur.de.

09:05 Uhr

Ölpreis bleibt stabil

Öl
Öl 57,77

Die Ölpreise bewegen sich kaum von der Stelle. Im frühen Handel kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 58,86 US-Dollar. Das sind 12 Cent mehr als am Tag zuvor. Der Preis für ein Barrel der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate (WTI) steigt ebenfalls geringfügig auf 52,88 Dollar.

Seit Wochenbeginn haben die Erdölpreise um rund drei Prozent nachgegeben. Am Markt werden dafür zwei Hauptgründe genannt. Zum einen verdüstern sich allgemein die Aussichten für die Weltwirtschaft, was auf den Erwartungen für die globale Ölnachfrage lastet. Der Internationale Währungsfonds (IWF) hatte von einer breiten Wachstumsverlangsamung gesprochen und seine Konjunkturprognosen gesenkt. Hinzu kommen Bedenken, ob sich die USA und China in ihrem Handelsstreit einigen können. Zuletzt gab es zwar etwas Fortschritt, ein Durchbruch ist aber noch nicht in Sicht. Der Disput um Handelsschranken, geistiges Eigentum und Staatsinterventionen gilt als eines der größten Wachstumsrisiken für die Weltwirtschaft.

08:28 Uhr

Dax startet schwächer: Anleger behalten Brexit im Blick

Dax
Dax 13.241,75

Am Tag vor dem Brexit-Gipfel der EU dürften sich die Anleger am deutschen Aktienmarkt nicht weit aus dem Fenster lehnen. Der Dax startet, Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge, etwas schwächer. Gestern schloss der Leitindex in der Hoffnung auf einen Kompromiss im Brexit-Streit 1,1 Prozent höher bei 12.629 Punkten. Die EU und Großbritannien verhandeln fieberhaft weiter, um eine Einigung über die künftigen Beziehungen zu erzielen.

Börsianer sind allerdings skeptisch, ob ein Deal auch das britische Unterhaus passieren würde. Etwas Abwechslung von diesem Thema versprechen die anstehenden Wirtschaftsdaten. Auf der Agenda stehen die US-Einzelhandelsumsätze sowie das Konjunkturbarometer der Federal Reserve Bank von Philadelphia. Von diesen Zahlen versprechen sich Börsianer Rückschlüsse auf die US-Geldpolitik. Außerdem rollt eine neue Welle von Firmenbilanzen auf die Anleger zu. So öffnen unter anderem die Bank of America und die Online-Videothek Netflix ihre Bücher.

08:06 Uhr

Euro und Pfund kaum verändert

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,11

Der Euro hat sich im frühen Handel zunächst wenig verändert. Am Morgen kostete die Gemeinschaftswährung 1,1030 Dollar und damit in etwa so viel wie am späten Vorabend. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs am Dienstagnachmittag auf 1,1007 Dollar festgelegt. Zur Wochenmitte stehen Konjunkturdaten auf dem Programm, die bei Anlegern für Interesse sorgen dürften. Im Euroraum werden Inflationsdaten veröffentlicht, die für die Geldpolitik der EZB mit ausschlaggebend sind. In den USA stehen Umsatzzahlen aus dem Einzelhandel an. Der private Konsum ist für die US-Wirtschaft besonders wichtig.

Daneben spielen politische Entwicklungen weiter eine große Rolle. Am Tag zuvor hatte das britische Pfund von Fortschritten in den Brexit-Verhandlungen zwischen Großbritannien und der Europäischen Union profitiert. Außerdem achten Marktteilnehmer auf die Entwicklung des Handelsstreits zwischen den USA und China. Auch hier gab es zuletzt etwas Fortschritt, von einem Durchbruch kann aber noch keine Rede sein.

07:39 Uhr

Pharmariese Roche verzeichnet deutliches Umsatzplus

Roche
Roche 293,60

Der Schweizer Pharmakonzern Roche hat in den ersten neun Monaten den Umsatz prozentual zweistellig gesteigert und den Ausblick für das Gesamtjahr erneut angehoben. Beflügelt wird der Konzern besonders vom Pharmageschäft, wo viele neue Medikamente zu einem deutlichen Umsatzplus beigetragen haben. Im Gesamtjahr sieht die Roche Holding das Umsatzplus laut Mitteilung nun im hohen einstelligen Prozentbereich zu konstanten Wechselkursen. Im Juli hatte der Konzern den Ausblick bereits angehoben. Seitdem wurde ein Zuwachs im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich zu konstanten Wechselkursen angepeilt. Beim Kerngewinn je Aktie strebt Roche weiterhin ein Wachstum an, das in etwa dem Umsatzplus entspricht. Die Dividende soll wie geplant erhöht werden.

In den neun Monaten steigerte der Konzern laut Mitteilung die Umsätze um 10 Prozent auf 46,07 Milliarden Schweizer Franken. Der Gewinn nach Steuern stieg den weiteren Angaben zufolge um knapp ein Fünftel auf 8,9 Milliarden Franken. Während Roche die Umsätze im Diagnostikgeschäft um 4 Prozent erhöhte, kletterten die Verkäufe im wesentlich wichtigeren Pharmabereich um 12 Prozent. "Unsere neuen Medikamente werden im Markt sehr gut angenommen", so Roche-CEO Severin Schwan.

07:14 Uhr

Südkoreas Zentralbank senkt Leitzins

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Die Wirtschaft wuchs in der ersten Hälfte 2019 im Vergleich zum Vorjahr um 1,9 Prozent

(Foto: picture alliance/dpa)

Zum zweiten Mal in drei Monaten hat die Zentralbank von Südkorea wegen der zuletzt schwachen Konjunkturdaten den Leitzins gesenkt. Der Geldmarktausschuss der Bank of Korea beschloss, den Leitzins von 1,50 Prozent auf 1,25 Prozent herabzusetzen. Im Juli hatte die Bank den Zinssatz bereits um 0,25 Punkte gesenkt, um die Wirtschaft stärker anzukurbeln. Durch die Senkung des Zinssatzes werden Kredite billiger, weswegen unter anderem Unternehmen leichter investieren können.

In Südkorea wächst die Sorge, die viertgrößte Volkswirtschaft Asiens könne angesichts der geringen Inflation in eine Deflation rutschen. Der Verbraucherpreisindex fiel im September im Jahresvergleich um 0,4 Prozent. Die Inflation wird nach Einschätzung der Bank of Korea für einige Zeit um das Null-Prozent-Niveau schwanken und dann vom nächsten Jahr an im Bereich von einem Prozent liegen.