Montag, 10. Dezember 2018Der Börsen-Tag

Heute mit Max Borowski
17:45 Uhr

May versetzt Börsen Tiefschlag

An einem ohnehin von Konjunktursorgen geprägten Börsen-Tag versetzt die britische Reigerungschefin den Aktienmärkten mit der Verschiebung der Brexit-Abstimmung den entscheidenden Schlag, der aus mäßigen Kursrückgängen einen veritablen Einbruch macht.

  • Durch die Verschiebung nimmt die Unsicherheit über die weiteren Entwicklungen rund um den Brexit stark zu. Unsicher ist auch die politische Zukunft von Premierministerin Theresa May selbst. Neuwahlen und ein möglicher Sieg des Labour-Linksaußen Corbyn ist für die Börsianer auch keine tröstende Aussicht.
  • Der Dax schließt mit einem Minus von 1,5 Prozent bei 10.622 Punkten. Der MDax verliert gut 2 Prozent auf 22.072 Punkte.
  • Der britische FTSE hält sich mit Abgaben von 0,7 Prozent noch vergleichsweise gut - hier stützt das schwache Pfund.
  • Auch die Wall-Street-Indizes bauen am Nachmittag ihre Verluste zeitweise auf bis zu minus 2 Prozent aus.
17:16 Uhr

Gold gibt Gewinne teilweise ab

Der Goldpreis gibt im Gefolge einer starken Woche leicht nach.

Gold, Feinunze
Gold, Feinunze 1.798,28

Teilnehmer sehen aber noch weitere Gewinne als wahrscheinlich an. Die niedrigen Zinsen und die zahlreichen politischen und wirtschaftlichen Risiken machen das Edelmetall attraktiv.

Aktuell fällt die Feinunze um 0,1 Prozent auf 1.246 Dollar, in der Vorwoche hatte sie um gut 2 Prozent zugelegt.

17:10 Uhr

Brexit-Chaos lässt Pfund einbrechen

Am Devisenmarkt dominieren heute das Pfund und das Brexit-Chaos der Briten:

Die britische Währung baut die Verluste in Reaktion auf die Absage der ursprünglich für morgen geplanten Abstimmung über die Brexit-Pläne der britischen Regierung aus.

Das Pfund kostet 1,1006 Euro, was einem Minus von 1,3 Prozent entspricht. Zum Dollar nähert sich das Pfund einem 20-Monatstief.

Auch der Euro leidet unter der Brexit-Unsicherheit. Am späten Nachmittag fiel die Gemeinschaftswährung bis auf 1,1362 US-Dollar.

17:00 Uhr

Deutsche Bank stürzen auf Rekordtief

An einem Tag wie diesem nicht in den Nachrichten aufzutauchen, sollte für die zuletzt vor allem Negativschlagzeilen machende Deutsche Bank, eigentlich schon ein verhältnismäßig guter Tag sein. Dennoch brechen die Aktien noch mehr ein als der Gesamtmarkt und fallen mit einem Minus von 5,3 Prozent auf 7,30 Euro - ein neues Rekordtief.

16:33 Uhr

Kein Vertrauen in Macht der Opec - Ölpreis fällt

Am Ölmarkt geht es abwärts.

Zwar haben sich die Opec und Russland auf Förderkürzungen von 1,2 Millionen Barrel pro Tag geeinigt. Doch hatte dies bereits am Freitag die Preise gestützt. Teilnehmer sprechen von einer Korrektur nach den Gewinnen zum Wochenausklang. Aber auch die Sorgen um das Wirtschaftswachstum bremsen den Markt. Zudem kommen Zweifel auf, ob die Opec die Drosselung tatsächlich durchsetzen kann.

Für die US-Sorte WTI geht es um 2,2 Prozent auf 51,43 Dollar je Fass nach unten, Brent verliert 1,8 Prozent auf 60,54 Dollar.

16:01 Uhr

Wall Street zieht Dax weiter nach unten

Die Kurse an der Wall Street brechen kurz nach der Eröffnung ein.

Dow Jones
Dow Jones 34.899,34

Kurz nach Handelsstart fällt der Dow-Jones-Index um 1 Prozent auf 24.140 Punkte. In der Folge baute auch der Dax seine Verlust auf zeitweise minus 1 Prozent aus.

Zwar erinnern Teilnehmer auch an die noch immer starke US-Konjunktur. Doch die Sorgen wegen der Handelskonflikte und einer drohenden weiteren Abschwächung des weltweiten Wachstums schwelen weiter und dürften nicht so rasch verschwinden.

15:45 Uhr

China verbietet Verkauf von iPhones

Apple rutschen im frühen Handel an der Wall Street knapp 2 Prozent ins Minus, nachdem ein Gericht in China den Verkauf zahlreicher iPhone-Modelle in dem Land untersagt hat. Apple kündigte an, Berufung einzulegen. Die iPhones blieben zunächst im Handel.

Apple
Apple 140,32

Hintergrund ist nicht etwa der US-chinesische Handelskonflikt, sondern ein Patentstreit mit dem US-Chipkonzern Qualcomm. Ein chinesisches Gericht habe in einer einstweiligen Verfügung Apple mit einem Verkaufsverbot in dem Land belegt, teilte Qualcomm mit. Die Entscheidung vom 30. November sei die erste in dem weltgrößten Smartphonemarkt, mit der iPhone-Verkäufe beschränkt werden. Wann das Verkaufsverbot in Kraft tritt, blieb zunächst unklar.

Qualcomm hat Apple in China in mehr als einem Dutzend Fällen wegen Patentrechtsverletzung verklagt. Die beiden Konzerne streiten sich seit vergangenem Jahr in mehreren Prozessen um Milliarden. Von der Gerichtsentscheidung dürften die neuesten Modelle von Apple wie XS, XS Max und XR nicht betroffen sein, sie waren zur Zeit der Klageeinreichung noch nicht auf dem Markt.

15:05 Uhr

"Todeskreuz" verbreitet Schrecken an der Wall Street

Als ob es noch nicht genug schlechte Nachrichten für die Aktienmärkte gibt!

SPDR S&P 500 ETF
SPDR S&P 500 ETF 403,55

Der S&P 500 hat am Freitag sein erstes sogenanntes "Todeskreuz" seit Anfang 2016 verzeichnet, damals waren die Aktienmärkte weltweit eingebrochen.

Ein Todeskreuz liegt vor, wenn der 50-Tage-Durchschnitt unter den stabileren 200-Tage-Schnitt fällt. Einige Marktteilnehmer sehen dies als Vorboten weiter fallender Kurse, andere hingegen als einen rückwärtsgewandten Indikator. 2016 trat das Phänomen jedenfalls erst auf, nachdem bereits der Löwenanteil an Verlusten eingefahren war.

Der S&P-500 schloss unterdessen am Freitag bei 2.633 Punkten. Der Index fiel damit fast auf das niedrigste Schlusstief des vergangenen Monats. Sollten die Kurse dauerhaft unter die 2.600 Punkte-Marke fallen, so Asbury Research, drohe ein Rückfall auf 2.450 Punkte.

14:46 Uhr

Europas Gold: Beton!

Immobilien-Aktien zeigen sich weiterhin stabil am Markt.

Vonovia SE
Vonovia SE 50,80

Vonovia gewinnen aktuell 1,5 Prozent, während der Dax wieder 0,5 Prozent im Minus liegt.

Der deutsche RX-Real-Estate-Index kann sich knapp behaupten. Generell zeigten Immobilien-Aktien in Crash-Phasen die beste Performance, allerdings nur in Europa, heißt es im Anlegermagazin Fairvalue. Im Internet-Crash Anfang des Jahrtausends hätten europäische Immobilien-Aktien um 18 Prozent zugelegt.

13:44 Uhr

Italien stürzt in Rezession

Im Moment komme es "aus allen Ecken knüppeldick", kommentierte heute Morgen schon Sentix-Experte Hübner den hauseigenen Index. Zu den bisherigen schlechten Nachrichten, die ich Ihnen bereits präsentieren musste, kommt nun noch der italienische Einkaufsmanager-Index, demzufolge das Land gerade in eine Rezession rutscht.

Im November brach der Output des Privatsektors laut dem vom IHS Markit erhobenen Index so stark ein, dass mit einem Schrumpfen der gesamten Wirtschaft im vierten Quartal zu rechnen ist. Im dritten Quartal war das italienische BIP bereits um 0,1 Prozent zurückgegangen, sodass sich das Land dann definitionsgemäß in einer Rezession befände. 

 

13:34 Uhr

1 Milliarde Dollar für Linde-Aktionäre

Bei Linde läuft's:

Der Industriegasekonzern will bis zu 1 Milliarde US-Dollar für Aktienrückkäufe ausgeben. Wie das frisch mit dem US-Konzern Praxair fusionierte Unternehmen mitteilte, hat der Verwaltungsrat ein Rückkaufprogramm in dieser Höhe genehmigt. Im Zeitraum vom 10. Dezember bis zum 30. April könnte die Linde plc bis zu 5 Prozent ihrer derzeit 551 Millionen Aktien zurückkaufen.

"Mit einer starken Bilanz und überschüssigem freien Cashflow ist das Unternehmen gut positioniert, um mit diesem ersten Aktienrückkaufprogramm Geld an die Aktionäre zurückzugeben", sagte CEO Steve Angel.

Weiterhin können sich die Aktionäre über eine Dividende von 0,825 Dollar je Aktie für das vierte Quartal freuen. Linde bestätigte die bereits im November angekündigte Summe. Wegen des damals bevorstehenden Zusammenschlusses mit Praxair hatte die Linde AG im Mai neben der Dividende für 2017 bereits eine anteilige Dividende für die ersten drei Quartale 2018 gezahlt.

13:32 Uhr

Wall Street vor weiteren Verlusten

Kaum überraschend angesichts der Nachrichtenlage:

S&P 500 Index, Ind.
S&P 500 Index, Ind. 4.632,79

Mit den Aktien der Wall Street dürfte es zum Start in die neue Woche nochmals nach unten gehen. Nach den massiven Verlusten der Vorwoche ist keine Verbesserung der Stimmung zu sehen. Die Sorgen wegen der Handelskonflikte und einer drohenden weiteren Abschwächung des weltweiten Wachstums lassen die Anleger auf Nummer sicher gehen.

Am Wochenende wurde von US-Seite nochmals die harte Linie im Streit mit China bekräftigt. Handelsbeauftragter Robert Lighthizer sagte am Sonntag, sollte es nicht zu einer Vereinbarung kommen, würden nach Ablauf der ausgehandelten 90 Tage neue Strafzölle auf chinesische Importe erlassen. Zugleich verschärft sich der Ton zwischen beiden Ländern wegen der Festnahme der Huawei-Finanzchefin.

"Es wird mit dem globalen Wachstum weiter abwärts gehen", sagt Investmentstrategin Ann-Katrin Petersen von Allianz Global Investors: "Wir rechnen mit einer Phase geringerer Renditen und höherer Volatilität."

13:15 Uhr

Londoner Börse zittert, Pfund auf Talfahrt vor Brexit-Votum

Nachtrag zum Brexit-Chaos:

Britisches Pfund / Euro
Britisches Pfund / Euro 1,18

Die Spekulationen, ob es morgen überhaupt zu einer Brexit-Abstimmung kommt im Unterhaus, reißen nicht ab. Fällt der Brexit sogar ganz aus? Oder stürzt die Regierung und es kommt zu einem ungeordneten Brexit? Alles scheint derzeit möglich.

Diese extreme Unsicherheit lässt die Anleger zittern: Das Pfund Sterling verliert zeitweise 0,7 Prozent gegenüber dem Euro. Der Leitindex "Footsie" notiert knapp im Minus bei 6773 Punkte.

Unter Druck stehen besonders die Aktien konjunkturabhängiger Werte. So verloren die Energieversorger Centrica und SSE je rund drei Prozent. Titel von Bauunternehmen wie Berkeley Group, Persimmon, Taylor Wimpey und Barratt Development gaben 0,4 bis 1,6 Prozent ab.

12:21 Uhr

Tesla-Boss: "Respektiere Börsenaufsicht nicht"

Cool oder unverantwortlich für den Chef eines börsennotierten Konzerns? Elon Musk hat zum wiederholten Mal öffentlich seine totale Verachtung für die US-Börsenaufsicht SEC deutlich gemacht.

"Nur damit das klar ist: Ich respektiere die SEC nicht", sagte er dem Sender CBS. "Ich respektiere sie nicht." Er respektiere aber das US-Justizsystem und halte sich daher auch an die Vereinbarung von Tesla und der SEC.

Musk und die SEC hatten Ende September eine Einigung im Streit um eine Twitter-Mitteilung des Tesla-Chefs erzielt. Demzufolge muss Tesla die börsenrelevante Kommunikation von Musk etwa bei Twitter beaufsichtigen und 20 Millionen Dollar Geldbuße zahlen. Musk muss zudem seine Doppelfunktion als CEO und Chairman aufgeben.

In der Vergangenheit hatte Musk die SEC schon als "Shortseller Enrichment Commission" beschimpft.

12:11 Uhr

Dax setzt Negativserie fort

Der Dax bleibt auch am Mittag angesichts der Sorgen um die Weltwirtschaft im Roten Bereich. Der deutsche Leitindex fiel um 0,56 Prozent auf 10.727,93 Punkte.

Dax
Dax 15.303,59

Damit droht ihm der fünfte Handelstag mit Verlusten in Folge. Seit dem Jahresbeginn steht für den Dax mittlerweile ein Minus von 17 Prozent zu Buche.

Der MDax gab um gut 1 Prozent auf 22.293,17 Zähler nach. Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 verlor knapp ein halbes Prozent auf 3045,67 Punkte.

11:25 Uhr

Wirtschaftswachstum in der Türkei bricht ein

Das Wirtschaftswachstum in der Türkei hat sich im dritten Quartal dieses Jahres eingebrochen.

  • Das Bruttoinlandsprodukt stieg im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nur noch um 1,6 Prozent, wie das Statistikamt mitteilte. Im zweiten Quartal hatte die Wirtschaft im Vergleich zum Vorjahr noch um 5,2 Prozent zugelegt. In den ersten drei Monaten dieses Jahres war das BIP verglichen mit dem Vorjahreszeitraum sogar um 7,4 Prozent gestiegen.
  • Die Türkei kämpft mit einer hohen Inflation. Zwar sank die Teuerungsrate zuletzt leicht, allerdings liegt sie noch immer bei 21,6 Prozent. Im Oktober war sie zum ersten Mal seit 15 Jahren auf mehr als 25 Prozent geklettert. Die türkische Lira war im August stark abgestürzt, was die Inflation steigen ließ.
  • Die Zentralbank hatte daraufhin gegen den Willen von Präsident Erdogan die Zinsen innerhalb kürzester Zeit von weniger als 10 auf über 20 Prozent hochgeschraubt. Ein Einbruch im Wirtschaftswachstum war daher zu erwarten.
11:17 Uhr

Apple-Zulieferer geraten unter die Räder

Mit dem Namen Apple assoziiert zu sein, war vor nicht langer Zeit, für Technologiefirmen ein Anlass für Stolz und Bewunderung. Derzeit dagegen zieht der iPhone-Konzern seine Lieferanten und deren Aktien immer tiefer nach untern.

Händler führten die Katerstimmung in der gesamten Halbleiterbranche auf Spekulationen über eine Produktionskürzung des asiatischen iPhone-Zulieferers Japan Display zurück. Die Aktien des Unternehmens waren in Tokio neun Prozent abgestürzt. Der iPhone-Hersteller Apple hatte kürzlich davor gewarnt, dass die Umsätze im wichtigen Weihnachtsquartal unter den Erwartungen von Analysten liegen könnten.

Zulieferer wie Display-Hersteller oder Chipbauer würde ein langsameres Wachstum bei Apple empfindlich treffen. Apple-Aktien hatten am Freitag im US-Handel mehr als drei Prozent verloren.

Die Titel des deutsch-britischen Unternehmens Dialog Semiconductor fielen um 2,8 Prozent auf 21,91 Euro und waren unter den Top-Verlierern im Kleinwerteindex SDax. In Amsterdam gaben die Papiere von BE Semiconductor drei Prozent nach, AMS-Titel büßten an der Schweizer Börse 4,6 Prozent ein, und die an der Mailänder Börse gelisteten Aktien von STMicroelectronics rutschten um 2,3 Prozent ab.

10:48 Uhr

Investoren in Sorge - "Wirtschaft schmiert ab"

Die Stimmung der Investoren in der Euro-Zone ist so schlecht wie seit über vier Jahren nicht mehr.

  • Das Barometer der Investment-Beratungsfirma Sentix für den Währungsraum fiel im Dezember auf minus 0,3 Zähler von plus 8,8 Punkten. Dies ist bereits der vierte Rückgang in Folge. Die Konjunkturerwartungen sackten zugleich auf den tiefsten Stand seit August 2012 ab.
  • Die Unfrage-Daten wecken laut Sentix-Experte Manfred Hübner "düstere Erinnerungen". Die Dynamik des Abschwungs gleiche derjenigen des Vorkrisenjahres 2007: "Während die EZB sich auf das Ende der milliardenschweren Staatsanleihenkäufe vorbereitet, schmiert die Wirtschaft in erheblichem Tempo ab." Damit seien die Politik und auch die Notenbanken erneut gefordert: "Ob Handelsstreit, Italien-Krise, Unruhen in Frankreich und Belgien oder Brexit: Es kommt derzeit aus allen Ecken knüppeldick."
10:36 Uhr

Hedgefonds will Bayer und Monsanto wieder spalten

Am Freitag war die monatelang gebeutelte Bayer-Aktie plötzlich in die Höhe geschossen. Der Grund: Der aktivistische Investor - also einer, der sich massiv einmischt und Firmen umkrempeln will - Paul Singer ist mit seinem Hedgefonds Elliott als Großaktionär beim deutschen Traditionskonzern eingestiegen.

"Bloomberg" berichtet unter Berufung auf Insider, wie Singer bei Bayer Geld verdienen will: Er möchte den gerade erst aus Monsanto und Bayer fusionierten Konzern spalten, und zwar in einen Agrarchemie- und einen Pharmakonzern.

Die Bayer-Aktie hat im Zuge der umstrittnenen Mega-Fusion in diesem Jahr allein fast 40 Prozent an Wert verloren.

10:21 Uhr

"2018 ist ein Verlorenes Jahr für die Deutschen Exporteure"

 

"So erfreulich der Anstieg der deutschen Ausfuhr im Oktober ist, darf man dennoch nicht übersehen, dass wir uns auf dem Niveau vom Dezember 2017 befinden. 2018 ist ein verlorenes Jahr für die deutschen Exporteure", kommentiert Andreas Scheuerle von der Dekabank.

09:46 Uhr

Wut der Gelbwesten halbiert Frankreichs BIP-Wachstum

Die gewaltsamen Proteste gegen Präsident Macron dämpfen Notenbank und Regierung zufolge die französische Konjunktur am Jahresende.

Die Banque de France halbierte ihre Prognose für das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts im laufenden vierten Quartal am Montag auf 0,2 Prozent. Auch Finanzminister Le Maire erwartet einen Dämpfer.

Der Notenbank zufolge stört die Protestwelle insbesondere Lieferketten in der Industrie. Auch der Einzelhandel leide. Nach Schätzungen des Branchenverbandes sind den Geschäften im wichtigen Weihnachtsgeschäft etwa eine Milliarde Euro an Einnahmen verloren gegangen. Viele Händler hielten ihre Läden aus Sorge vor Beschädigungen vorsorglich geschlossen.

09:36 Uhr

Mobilfunker wagt 24-Milliarden-Dollar-Rekord-Börsengang

Konjunkturabschwung, weltweiter Börseneinbruch? Softbank traut sich trotz allem zu, genau jetzt mit seiner Mobilfunktochter, den Rekord für den größten Börsengang aller Zeiten in Japan zu knacken.

Der Ausgabepreis der Aktien werde wie geplant bei 1500 Yen je Papier liegen, teilte das Unternehmen am Montag mit. Zudem würden zusätzlich 160 Millionen Anteilsscheine auf den Markt geworfen, um die starke Nachfrage zu bedienen.

Insgesamt werden 2,65 Billionen Yen (umgerechnet rund 21 Milliarden Euro, 24 Milliarden Dollar) eingesammelt. Damit reicht der Mobilfunker Softbank fast an den größten weltweiten Börsengang heran. Diesen Rekord hält bisher der Amazon-Konkurrent Alibaba mit fast 22 Milliarden Euro vor rund vier Jahren.

Softbank-Aktien sollen erstmals am 19. Dezember gehandelt werden. Erst vor wenigen Tagen hatte der drittgrößte Anbieter in Japan nach Kundenzahlen massive Netzprobleme, die einen landesweiten Ausfall nach sich zogen. Zudem treiben die Branche Bemühungen der Regierung um, die Handygebühren zu senken. Im kommenden Jahr wird Onlinehändler Rakuten in den Markt einsteigen.

09:21 Uhr

Aktienmarkt findet keinen Halt

Zum Auftakt in die neue Börsenwoche haben Anleger das Weite gesucht.

Der Dax verlor zu Handelsbeginn weitere 0,6 Prozent auf ein Zwei-Jahres-Tief von 10.722 Punkten. Der MDax gab im frühen Handel um 0,58 Prozent auf 22 403,83 Zähler nach. Zurückhaltung herrschte vor allem wegen der Sorgen vor einer Eskalation im Zollstreit zwischen China und den USA sowie der für Dienstag erwarteten Brexit-Abstimmung im britischen Parlament.

  • "Nervosität statt vorweihnachtlicher Ruhe ist auf den Börsenparketts dieser Welt angesagt", sagte Aktienmarktexperte Milan Cutkovic vom Broker AxiTrader. In der vergangenen Woche hatte der Dax mehr als vier Prozent eingebüßt und war erstmals seit zwei Jahren unter die psychologisch wichtige Marke von 11.000 Punkten gerutscht.
  • Unter die Räder kamen am deutschen Aktienmarkt vor allem die Titel von BASF, sie rauschten um 4,7 Prozent in die Tiefe. Dem Chemiekonzern stellte am Freitag nach Börsenschluss einen stärkeren Gewinnrückgang in Aussicht als bislang vorhergesagt. Die Aktien der ehemaligen Bayer-Tochter Covestro gerieten ebenfalls in den Abwärtsstrudel, sie verloren 1,8 Prozent.
  • Auf der Gewinnerseite im Dax standen die Titel von Fresenius mit einem Kursplus von 2,4 Prozent. Der Gesundheitskonzern kann nach einem Gerichtsurteil in den USA die geplatzte Übernahme des US-Unternehmens Akorn endgültig zu den Akten legen.
08:37 Uhr

Dax-Abtauchphase hält an

Dax
Dax 15.304,99

Die Talfahrt der europäischen Börsen geht auch zu Wochenbeginn weiter. "Die Risiko-Aversion ist ungebrochen hoch", sagt ein Händler. Allerdings kann der Dax eine halbe Stunde vor Handelsbeginn in Frankfurt sein vorbörsliches Minus etwas abbauen. Dennoch notierte der Leitindex mit minus 0,8 Prozent auf 10.700 Punkte weiter klar im Verlustbereich.

Profiteur dürften einmal mehr die Anleihen aus Kerneuropa sein. Die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihen liegt bei nur noch 0,24 Prozent, dürfte bei einem ungeordneten Brexit allerdings nochmals deutlich unter Druck geraten. Gold handelt stabil bei 1250 US-Dollar.

08:27 Uhr

Asiens Anleger auf dem Rückzug - Minuszeichen dominieren

Aus Sorge vor einem weltweiten Konjunktureinbruch haben sich Anleger in Asien von den Aktienmärkten fern gehalten. Sie hatten vor allem eine Reihe enttäuschender Konjunkturdaten aus den USA, China und Japan zu verdauen, wie Händler sagten. Auch im Streit um die in Kanada festgenommene Spitzenmanagerin des chinesischen Technologiekonzerns Huawei zeichnete sich keine Entspannung ab. Auch die für Dienstag erwartete Abstimmung im britischen Parlament über den Brexit-Vertrag mit der EU warf ihre Schatten voraus.

  • "Die größte Sorge für die Börsen ist alles rund um den Handelskonflikt zwischen den USA und China", sagte Volkswirt Soichiro Monji vom Brokerhaus Daiwa SB.

In Tokio schloss der Nikkei 2,1 Prozent tiefer bei 21.219 Punkten. Der breiter gefasste Topix-Index verlor 1,9 Prozent. Auch an den Börsen in China, Hongkong und Südkorea ging es bergab. Der MSCI-Index für asiatisch-pazifische Titel außerhalb Japans verlor 1,5 Prozent.

Für Aufmerksamkeit sorgte der bevorstehende Börsengang der Mobilfunksparte des japanischen Technologieinvestors Softbank. Der Konzern setzte den Ausgabepreis auf 1500 Yen je Aktie fest und will 160 Millionen Aktien zusätzlich an den Markt bringen, um die starke Nachfrage zu befriedigen, wie aus einem Börsenprospekt hervorging. Die Aktien sollen ab dem 19. Dezember gehandelt werden.

08:01 Uhr

Unruhe am Rohstoffmarkt: Ölpreise suchen Richtung

Brent Rohöl
Brent Rohöl 75,97

Die Ölpreise haben zunächst keine klare Richtung gefunden. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostete am Morgen 62,00 US-Dollar. Das waren 33 Cent mehr als am Freitag. Der Preis für amerikanisches Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel hingegen um 12 Cent auf 52,49 Dollar. Die Ölpreise konnten damit insgesamt ihre Gewinne vom Freitag halten.

Die in der "Opec+" zusammengefassten Förderstaaten des Kartells Opec und andere Ölländer hatten sich Ende der vergangenen Woche zu einer Kürzung der Fördermenge um 1,2 Millionen Barrel pro Tag durchgerungen.

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Am Ölmarkt haben die Anleger außerdem die Entwicklung in Libyen im Blick. Bisher konnte ein Förderstopp auf dem größten Ölfeld des Landes die Preise nicht nennenswert bewegen. Marktbeobachter bezifferten den Produktionsausfall auf 315.000 Barrel pro Tag.

07:46 Uhr

Dax rauscht bereits vorbörslich weiter runter

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(Foto: picture alliance / dpa)

Die Händler rechnen mit weiter fallenden Kursen an den europäischen Aktienmärkten. "Die Risiko-Aversion ist ungebrochen hoch", sagt ein Börsianer. Er verweist auf den Gegenwind für die britische Regierung vor der Brexit-Abstimmung, die für Dienstag geplant ist - aber nach Medienberichten auch verschoben werden könnte -, auf die Gelb-Westen-Proteste, die in Frankreich bereits die Wirtschaft belasten und nun auf die Niederlande sowie Belgien übergeschwappt sind, auf den Handelsstreit, auf schwache chinesische Außenhandelsdaten sowie auf die Gewinnwarnung von BASF.

Die Vorlagen von den asiatischen Börsen sind schwach, und mit den US-Index-Futures fallen auch Dax- sowie Euro-Stoxx-50-Future im neuen Frühhandel bereits weiter. Der Dax notierte vorbörslich 1,3 Prozent tiefer bei 10.649 Punkten.

Daneben wächst der Druck Richtung Jahresende nun auch aus steuerlichen Gründen, zum einen wegen der Repatriierungen von US-Geldern nach der Steuerreform und zum anderen auch von Inländern. Als Unterstützungen dienen Richtung Verfall nun zunehmend runde Dax-Marken wie die 10.600 und die 10.500.

Aus technischer Sicht sehen Marktteilnehmer seit dem Bruch der 11.000er-Marke eine neue Welle des Hedging-Bedarfs, die die europäischen Börsen auf neue Mehrjahrestiefs schicken. Allerdings gelten die europäischen Märkte nun auch als überverkauft. Zwischen 11.063 und 11.177 Punkten hat der Dax ein Gap hinterlassen.

Impulse könnten vom Sentix-Konjunktur-Index am Vormittag ausgehen. Er gilt als Indikator für den Ifo-Index. In Großbritannien werden Daten zur Industrieproduktion veröffentlicht und Zahlen zum BIP.

07:42 Uhr

BASF nach Gewinnwarnung stark unter Druck

BASF
BASF 57,87

Die Papiere von BASF werden zum Handelsstart im Xetra-System mit deutlichen Abschlägen erwartet. Bereits am Freitag hatte eine Gewinnwarnung im Späthandel den Kurs um mehr als 4 Prozent zurückgeworfen. Da hatte der Kurs die 60er-Marke nicht mehr halten können. Als neue Unterstützung gilt nun das 2016er Tief bei 56,10 Euro.

Der Dax-Konzern rechnet aufgrund der Daten für November nun mit einem deutlichen Rückgang des um Sondereinflüsse bereinigten Ergebnisses vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 15 bis 20 Prozent gegenüber dem Vorjahreswert von 7,65 Milliarden Euro. Bisher war der Konzern von einem Minus von bis zu 10 Prozent ausgegangen. Beim nicht bereinigten Ebit wird weiterhin ein deutlicher Rückgang erwartet. Der Umsatz soll wie geplant leicht um bis zu 5 Prozent zulegen.

Als Gründe gab BASF den niedrigen Rheinpegel, das schwächere Geschäft mit der Automobilindustrie und niedrigere Preise für ein Produkt im Segment Chemicals an.

07:28 Uhr

Euro geht fester in die Woche

Der Kurs des Euro ist zum Wochenanfang gestiegen. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1438 US-Dollar gehandelt. Am Freitagabend hatte der Kurs noch knapp unter 1,14 Dollar gestanden. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Freitagnachmittag auf 1,1371 (Donnerstag: 1,1351) Dollar festgesetzt. Der Dollar kostete damit 0,8794 (0,8810) Euro.

Marktbeobachter sprachen von einer Dollar-Schwäche, die dem Euro im Gegenzug Auftrieb verliehen hat. Die US-Währung werde weiter von enttäuschenden Daten vom US-Arbeitsmarkt belastet. Am Freitag hatte die US-Regierung gemeldet, dass im November deutlich weniger neue Stellen geschaffen wurden als erwartet.

Außerdem habe ein Rückgang der Renditen von US-Staatsanleihen den Dollar gebremst. Immer mehr Marktteilnehmer gehen davon aus, dass die Zinsen in den USA im kommenden Jahr langsamer steigen könnten als bisher gedacht. Im weiteren Tagesverlauf wird am Devisenmarkt mit einem eher impulsarmen Handel gerechnet. Es stehen nur wenige wichtige Konjunkturdaten auf dem Programm.

06:56 Uhr

Nikkei beginnt Woche mit dickem Minus

Nikkei
Nikkei 28.283,92

Konjunktursorgen und die Angst vor einem neuen Aufflammen des Handelsstreits zwischen den USA und China haben zu Wochenbeginn das Börsengeschehen in Japan belastet. In Tokio rutschte der 225 Werte umfassende Nikkei-Index 2,2 Prozent ins Minus auf 21.193 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index verlor zwei Prozent auf 1588 Zähler.

Aktien-Anleger hatten eine Reihe von enttäuschenden Konjunkturdaten aus den USA, China und Japan zu verkraften, die schwächer als erwartet ausfielen. Auch im Streit um die in Kanada festgenommene Spitzenmanagerin des chinesischen Technologiekonzerns Huawei zeichnete sich keine Entspannung ab.

Für Unruhe sorgte zudem die am Dienstag anstehende Abstimmung im britischen Parlament über den Brexit-Vertrag mit der EU. Es droht eine Ablehnung und damit ein chaotischer Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union.

Der US-Dollar gab zum Euro 0,5 Prozent nach auf 1,1435 Dollar. Der Schweizer Franken wurde mit 0,9877 Franken je Dollar und 1,1291 Franken je Euro gehandelt.

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