Montag, 12. August 2019Der Börsen-Tag

Heute mit Wolfram Neidhard
17:37 Uhr

Anleger agieren mutlos - Dax dümpelt vor sich hin

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(Foto: imago/Sven Simon)

Es sah am Anfang so gut aus, aber dann bekamen die Anleger doch wieder kalte Füße: Nach zunächst kräftigen Kursgewinnen ist der deutsche Aktienmarkt heute im Handelsverlauf erneut in die Verlustzone gerutscht. In der Spitze war der Dax um 1,2 Prozent gestiegen, war dann aber an der Hürde um 11.850 Punkten gescheitert, wie Analyst Andreas Büchler vom Börsenmagazin Index Radar anmerkte. Zuletzt fiel der Dax um 0,1 Prozent und schloss bei 11.680 Punkten. Der MDax verlor 0,4 Prozent auf 25.250 Zähler. Der TecDax rutschte um 0,9 Prozent auf 2759 Stellen ab. Der EuroStoxx50 gab um 0,3 Prozent auf 3324 Punkte nach.

Als Stimmungskiller erwies sich der deutlich gefallene Ifo-Index für die Weltwirtschaft. Zudem schwebt nach wie vor der amerikanisch-chinesische Handelsstreit wie ein Damoklesschwert über dem Börsenparkett.

Dax-Gewinner waren heute Henkel mit plus 1,7 Prozent. Das Ende im Leitindex zierten Deutsche Bank mit minus 5,5 Prozent.

17:01 Uhr

Thyssenkrupp-Aktie einstellig

Thyssenkrupp
Thyssenkrupp 10,26

Seit Tagen steht die Aktie von Thyssenkrupp unter Abgabedruck. Als ziemlich sicher gilt an der Börse, dass die Aktie per September den Dax verlassen wird. Weiterhin stellen Börsianer die Frage, ob das Unternehmen nochmals frisches Geld benötigt. So schrieben die Analysten der LBBW, dass bei einer Verzögerung der Einnahmen aus dem IPO oder Verkauf des Aufzugsgeschäftes eine Kapitalerhöhung anstehen könnte. Ein Marktteilnehmer verweist zudem auf die Short-Quoten, die seit Anfang des Monats ausgebaut wurden.

Eine Stunde vor Handelsschluss sackte die Aktie um 2,8 Prozent auf 9,97 Euro ab.

16:47 Uhr

Flüge in Europa werden wieder pünktlicher

Ein Flugzeug startet vom Flughafen Tegel. Foto: Annette Riedl

(Foto: Annette Riedl/dpa)

Das ist doch eine ermutigende Nachricht: Nach dem Chaos-Sommer 2018 hat sich die Pünktlichkeit beim Fliegen verbessert. Flüge in Europa waren im ersten Halbjahr 2019 durchschnittlich zwölf Minuten zu spät, vor Jahresfrist waren es noch 14,1 Minuten, wie die Deutsche Flugsicherung (DFS) mitteilte. Die DFS steht in der Kritik, weil wegen des zunehmenden Flugverkehrs Lotsen fehlen. Um Engpässe zu vermeiden, wurden ihren Angaben zufolge Flüge vom oberen in den unteren Luftraum verlegt.

Was macht heute eigentlich die Lufthansa-Aktie? Im Umfeld eines schwierigen Handelsumfelds verlor sie am Nachmittag 1,9 Prozent auf 14,14 Euro.

16:21 Uhr

Dax-Bankensektor rauscht auf Allzeittief runter

Die Zahl guter Nachrichten ist heute rar gesät, und auch die folgende Mitteilung trägt nicht zur Aufhellung der Mienen bei. Die Schwäche der Banken macht sich auch im Dax-Sektor-Index bemerkbar, der mit 61,75 auf einem Rekordtief notierte. Zuvor hatte die Aktie der Commerzbank bereits auf Rekordtief notiert, am Nachmittag kam dann auch die Aktie der Deutschen Bank (minus 4,5 Prozent) zusehends unter Druck.

Weiterhin sind die Anleger vorsichtig, was das Geschäftsmodell der beiden Banken betrifft, deren anvisierte Fusion früher im Jahr geplatzt war.

16:10 Uhr

Rezessionsfurcht drückt Stimmung an Wall Street

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(Foto: REUTERS)

Die Furcht vor einer weltweiten Rezession als Folge des Handelskonflikts zwischen den USA und China hat den Anlegern an der Wall Street zum Wochenauftakt die Stimmung verhagelt. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte eröffnete 0,7 Prozent schwächer bei 26.113 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 verlor 0,5 Prozent auf 2903 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab 0,5 Prozent nach auf 7920 Stellen.

Investoren suchten Schutz in Anleihen, die Rendite der US-Bonds sank. Das drückte auf Bankaktien, die besonders sensibel auf niedrigere Zinsen reagieren: Die Papiere der Bank of America, Citi und JP Morgan verloren zwischen 1,8 und 2,5 Prozent.

15:56 Uhr

Argentinischer Peso büßt massiv ein

*Datenschutz

Der argentinische Peso hat heute fast 25 Prozent schwächer bei 60 Pesos pro US-Dollar geöffnet. Grund sei die schwere Niederlage von Präsident Maurico Macri bei den gestrigen Vorwahlen.

Die Vorwahlen hatte der peronistische Oppositionskandidat Alberto Fernandez für sich entschieden. Ex-Staatschefin Cristina Fernandez de Kirchner will unter Fernandez Vizepräsidentin werden.

Lesen Sie hier einen Artikel meines Kollegen Roland Peters.

15:35 Uhr

Trader 2019 - So funktioniert das große Online-Börsenspiel

Mutig sein und in Aktien investieren - vielen Anlegern fällt der Einstieg aus Angst vor Verlusten schwer. Wer ohne Risiko investieren möchte, sollte ein fiktives Depot eröffnen und beim "Trader 2019" mitmachen. Warum sich das Mitspielen lohnt und welche Gewinne auf die Teilnehmer warten, darüber spricht Bianca Thomas mit Anouch Wilhelms von der Commerzbank.

15:17 Uhr

Alternative für Investoren: Gold gesucht

Gold in USD
Gold in USD 1.526,70

Als sicherer Hafen ist Gold aktuell gesucht, am Nachmittag notierte die Feinunze bei 1504 US-Dollar, das bedeutete einen Kursanstieg im Vergleich zum Freitag von 0,5 Prozent. Während immer mehr Staatsanleihen negative Renditen liefern, stellt Gold für viele Investoren eine Alternative dar.

14:45 Uhr

Dax hält die Füße still

Konjunktursorgen, der schwelende amerikanisch-chinesische Handelsstreit und jetzt auch noch die Regierungskrise in Italien: Viele Anleger in Europa schreckten vor größeren Käufen zurück. Dax und EuroStoxx50 gaben jeweils 0,2 Prozent auf 11.671 beziehungsweise 3326 Punkte nach.

Die große Verkaufswelle sei vorerst vorbei, sagte Thomas Altmann, Portfoliomanager beim Vermögensverwalter QC Partners. Nun hielten die Anleger die Füße still.

14:34 Uhr

Rekord-Kurssturz bei Cannabis-Firma

Unregelmäßigkeiten in einem Werk brocken CannTrust den größten Kursturz der Firmengeschichte ein. Die in den USA notierten Aktien des Anbieters von Cannabis-Produkten brechen vorbörslich um mehr als 25 Prozent ein.

Canntrust
Canntrust 1,76

Der kanadischen Gesundheitsbehörde zufolge wurden im Werk Vaughan im Bundesstaat Ontario Vorschriften missachtet. Die Behörde monierte unter anderem fehlende Genehmigungen für Lagerräume und unzureichende Sicherheitsvorkehrungen. Das Unternehmen versprach Abhilfe.

Vergangenen Monat musste CannTrust den Verkauf sämtlicher Produkte vorübergehend stoppen, weil Ermittlungen der kanadischen Gesundheitsbehörde zufolge ein Teil des verarbeiteten Marihuanas von nicht lizenzierten Anbietern stammt.

14:07 Uhr

China stellt stabile Währung in Aussicht

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REUTERS

Chinas Wechselkursaufseher hat inmitten des Handelsstreits mit den USA und des jüngsten Yuan-Verfalls eine stabile Landeswährung in Aussicht gestellt. Er erwarte trotz der Einflüsse externer Faktoren wie den Spannungen im Handel keinen ungeordneten Kursrückgang, schrieb der Chef des staatlichen Devisenamts, Pan Gongsheng, in einem Artikel, den die chinesische Notenbank veröffentlichte.  

US-Dollar / Yuan
US-Dollar / Yuan 7,10

Der Dollar hatte vergangene Woche erstmals seit mehr als elf Jahren die Marke von sieben Yuan übersprungen. Dies deutete darauf hin, China könnte im Handelsstreit der beiden weltgrößten Volkswirtschaften seine Währung als Waffe einsetzen. Je tiefer der Kurs des Yuan zum Dollar liegt, desto billiger sind chinesische Produkte in den USA. Die Volksrepublik kann damit die von US-Präsident Donald Trump verhängten höheren US-Zölle zum Teil unterlaufen.

Andererseits verteuern sich dadurch aber die Einfuhren nach China, was die Inflation anschieben und die Kaufkraft der Chinesen schwächen kann.

13:26 Uhr

Erdöl-Gigant verdient knapp 47 Milliarden Dollar

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Saudi-Arabien plant, den Konzern an die Börse zu bringen.

REUTERS

Der weltgrößte Erdölkonzern Saudi Aramco hat angesichts der gesunkenen Ölpreise auf dem Weltmarkt im ersten Halbjahr weniger verdient. Der Nettogewinn des Unternehmens belief sich jedoch immerhin auf satte 46,9 Milliarden Dollar.

Das sind allerdings zwölf Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2018, wie Aramco mitteilt. Das Unternehmen veröffentlichte erstmals Halbjahreszahlen.

Der Konzern hatte sich im April im Zuge einer geplanten Übernahme erstmals in die Bücher schauen lassen - und dabei astronomische Gewinne enthüllt. Demnach summierte sich der Nettogewinn im vergangenen Jahr auf 111,1 Milliarden Dollar. Damit ist der Konzern das profitabelste Unternehmen der Welt.

Geplant ist ein Teil-Börsengang von Aramco, der bei einer Platzierung von fünf Prozent bis zu 100 Milliarden Dollar einbringen könnte. Der Börsengang ist Teil eines wirtschaftlichen Reformprogramms, das Saudi-Arabien unter anderem unabhängiger vom Öl machen soll. Er könnte Ende 2020 oder Anfang 2021 stattfinden.

13:05 Uhr

Deliveroo gibt in Deutschland auf

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picture alliance/dpa

Deliveroo zieht sich aus Deutschland zurück. Ab Freitag werde man nicht mehr in Deutschland tätig sein, schrieb der Essenslieferant an seine Kunden. Fahrradfahrer liefern im Auftrag von Deliveroo Essen von Partnerrestaurants aus.

"Diese Entscheidung war nicht einfach und ist uns nicht leicht gefallen", so das Unternehmen. Deliveroo werde sich jetzt darauf konzentrieren, seine Aktivitäten in anderen Märkten auf der ganzen Welt auszubauen.

Im deutschen Markt der Essenlieferdienste ist der Konkurrent Takeaway.com aus den Niederlanden besonders stark. Takeaway fügte im Frühjahr zu seine Marke Lieferando das Deutschland-Geschäft von Delivery Hero hinzu. Nach der Übernahme gehören zu der Gruppe neben Lieferheld auch Pizza.de und Foodora.

Die Briten schließen eine Rückkehr nach Deutschland nicht aus, denn sie beenden die Kundenmail mit der Hoffnung auf ein "baldiges Wiedersehen".

12:25 Uhr

Porsche sammelt Geld zur Taycan-Finanzierung ein

Auch Porsche stellt sich auf die neue Zeit ein: Der Sportwagenbauer hat über ein sogenanntes grünes Schuldscheindarlehen bei Investoren eine Milliarde Euro eingesammelt. Den Erlös will die VW-Tochter ausschließlich zur Finanzierung des Elektro-Sportwagens Taycan einsetzen. Wie Porsche weiter mitteilte, war die Nachfrage nach der ersten Tranche dieser Art groß. Die Mittel aus den Transaktionen sollen in nachhaltige Projekte gesteckt werden. Der Schuldschein sei in Tranchen mit Laufzeiten von fünf, sieben und zehn Jahren mit fester und variabler Verzinsung platziert worden. Mehr als 100 institutionelle Investoren haben sich laut Porsche an dem Darlehen beteiligt.

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(Foto: Porsche)

Der Taycan ist der erste vollelektrische Sportwagen von Porsche. Das Auto soll im September vorgestellt werden und Ende des Jahres auf den Markt kommen. Bisher gibt es über 20.000 Kaufinteressenten an dem Viertürer.

12:05 Uhr

Proteste in Hongkong treiben US-Dollar nach oben

Die Spannungen in Hongkong treiben nach Einschätzungen der Commerzbank den Kurs des US-Dollar nach oben. Der Euro sackte im Gegenzug um bis zu 0,3 Prozent auf 1,1160 Dollar ab. Hintergrund seien die jüngsten Nachrichten aus Hongkong, wo sich die Lage nach Äußerung eines chinesischen Regierungsvertreters an einem kritischen Scheidepunkt befinde, sagte Ulrich Leuchtmann, Chef-Devisenanalyst bei der Commerzbank: "Bei politischen Unsicherheiten ist es ein Reflex des Marktes, Dollar zu kaufen."

Die regierungskritischen Proteste in der chinesischen Sonderverwaltungszone halten seit Wochen an. Dabei ist es wiederholt zu Zusammenstößen mit der Polizei gekommen.

11:48 Uhr

Kommt MTU für Thyssenkrupp in den Dax?

Gibt es im September Stühlerücken im Dax? Ein Aufstieg des Münchner Triebwerkherstellers MTU in den Leitindex wird nämlich immer wahrscheinlicher. Im Blick steht neben dem vermutlichen Absteiger Thyssenkrupp vor allem das Liquiditätsranking, also die Rangliste zu den Börsenumsätzen. Hier hat MTU in der Rangliste per Ende Juli Platz 35 erreicht und ist damit formaler Aufstiegskandidat.

  • "Vor dem Hintergrund zuletzt leicht anziehender Volumina bei steigenden Kursen ist MTU nun auf einem sehr guten Weg, Rang 35 im Liquiditätsranking auf der nächsten Selektionsliste zu behaupten", heißt es in einer Studie von Commerzbank Technical Analysis and Index Research.

Allerdings weisen die Commerzbank-Analysten auch darauf hin, dass ein Abrutschen auf Platz 36 in der Liquiditätsrangliste die Aufstiegschance sofort beenden würde, dann wäre der Weg für Deutsche Wohnen frei.

11:29 Uhr

Leoni-Aktienkurs rauscht kräftig runter

Leoni
Leoni 9,42

Sehr schlecht läuft es im SDax mit der Aktie des Autozulieferers Leoni - sie erwischte mit Abgaben von fast 15 Prozent einen schwachen Wochenauftakt und markierte bei 9,50 Euro ein neues Jahrestief. Im Handel wurde auf die Unsicherheiten im Zusammenhang mit der laufenden Restrukturierung verwiesen.

Laut verschiedenen Medienberichten in der vergangenen Woche soll es zu einem Treffen zwischen Gläubigern und dem Unternehmen gekommen sein. Die Gespräche sollen konstruktiv verlaufen sein. Die Zeiten für Automobilzulieferer sind schwierig und derzeit zeichnet sich keine Besserung für den Sektor ab.

11:04 Uhr

Dax hat leichte Schnappatmung

Der Dax hat im Verlauf des Vormittags fast seinen ganzen Gewinn wieder abgegeben. Der Leitindex notierte nur 0,2 Prozent im Plus bei 11.719 Punkten. Ein wichtiger Grund ist der fallende Ifo-Index für die Weltwirtschaft - das Barometer fiel um 7,7 auf minus 10,1 Punkte. Die Münchner Experten bewerteten die Lage so negativ wie seit Anfang 2017 nicht mehr, auch die Erwartungen für die kommenden sechs Monate schraubten sie herunter.

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Der EuroStoxx50 stieg geringfügig um 0,1 Prozent auf 3335 Stellen. Unter Druck gerieten in Frankfurt zyklische Werte aus den Sektoren Stahl und Automobilfertigung sowie Bankentitel. Thyssenkrupp verloren 2 Prozent, Salzgitter 1,1 Prozent, Daimler 0,3 Prozent, VW 0,6 Prozent, Aumann 3,6 Prozent, Hella 3,6 Prozent oder Deutsche Bank 2,7 Prozent.

10:45 Uhr

Pfund erreicht zum Euro Zehnjahrestief

Das Pfund bleibt wegen der Sorge über die Folgen eines ungeregelten Austritts Großbritanniens aus der EU auf Talfahrt. In der Nacht zum Montag wurden für ein Pfund zeitweise nur noch 1,0724 Euro gezahlt. Dies ist der niedrigste Kurs seit dem Herbst 2009. Das Rekordtief von 1,0200 Euro für ein Pfund wurde im Krisenjahr 2008 erreicht.

Zuletzt kostete ein Pfund wieder 1,0800 Euro. Auch zum US-Dollar bleibt die britische Währung auf Talfahrt. Hier wurde in der vergangenen Nacht bei 1,2015 Dollar für ein Pfund der tiefste Kurs seit Anfang 2017 erreicht.

10:25 Uhr

Coba erwartet moderate Abwertungsgeschwindigkeit bei Yuan

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(Foto: REUTERS)

Zwischen China und den USA geht es laut Ulrich Leuchtmann von der Commerzbank um mehr als nur einen Handelskrieg. Was US-seitig als Handelskrieg begonnen habe, sei Teil einer umfassenden Eindämmungsstrategie, die aber inkompatibel sei mit engen wirtschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern. Dazu passe, dass der US-Präsident die Wiederaufnahme der US-chinesischen Handelsgespräche infrage stelle und an Bedingungen zu knüpfen scheine.

Auf der anderen Seite tickele das Dollar-Fixing der chinesischen Notenbank langsam aber stetig weiter nach oben. Das Geldinstitut wolle sicherlich keinen Absturz des Yuan, aber sie wolle auch nicht das Signal, das sie vor einer Woche gesetzt habe, zurücknehmen, glaubt Leuchtmann. Das heiße unter anderem, dass chinesische Sparer erneut mögliche Währungsgewinne als Motiv für Anlagen im Ausland sehen könnten. Kapitalflucht wäre aber Gift für die fragile Konjunktur Chinas. Die Verantwortlichen in Peking beschritten daher einen schmalen Pfad zwischen politischen Signalen und konjunkturell positiven Effekten der Yuan-Schwäche einerseits und dem Risiko von Kapitalflucht andererseits.

10:06 Uhr

Chinesen fahren Engagement in Europa zurück

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(Foto: picture alliance/dpa)

Chinas Firmen bremsen ihre Expansion in Europa: Im ersten Halbjahr haben Unternehmen aus der Volksrepublik nur noch 2,4 Milliarden US-Dollar (2,1 Milliarden Euro) für Firmenkäufe und -beteiligungen in Europa ausgegeben, ein Rückgang von über 80 Prozent im Vergleich zur ersten Jahreshälfte 2018, wie die Unternehmensberatung EY in der neuen Ausgabe ihrer halbjährlichen Studie zu chinesischen Investitionen errechnet hat. Zwar gab es noch 81 Übernahmen und Beteiligungen, doch handelte es sich dabei zum Großteil um kleine Deals.

In Deutschland gab es demnach überhaupt keine einzige größere Übernahme mehr, chinesische Firmen investierten laut EY-Studie gerade einmal 505 Millionen Dollar in der Bundesrepublik. Zum Vergleich: 2018 waren es insgesamt noch über 10 Milliarden gewesen. Als eine Hauptursache sehen die China-Fachleute der Unternehmensberatung die Schwächephase der chinesischen Wirtschaft, die maßgeblich durch den Handelskonflikt mit den USA befördert wird.

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09:43 Uhr

Thomas-Cook-Kurs bricht massiv ein

Thomas Cook
Thomas Cook ,08

Regelrecht in den Keller ist der Kurs von Thomas Cook gerauscht - um 34 Prozent. Grund ist die Verwässerung der Aktionärsanteile durch eine Rekapitalisierung.

Der Reiseveranstalter steht mit seinem Hauptaktionär Fosun und den Kreditgebern in fortgeschrittenen Verhandlungen über zusätzliche Mittel, um die Wintersaison finanzieren zu können. Dabei geht es um zusätzliche 150 Millionen Pfund, wie das finanziell angeschlagene Unternehmen mitteilte. Thomas Cook hatte sich am 12. Juli bereits 750 Millionen Pfund im Rahmen ihres Rekapitalisierungsprozesses gesichert.

09:35 Uhr

n-tv Zertifikate Talk: So finden Anleger die besten Investments

Rezessionsängste und Marktturbulenzen fordern Anleger heraus. Was gehört jetzt ins Depot? Neben Gold können sich auch Trendaktien nachhaltig lohnen. Wie Anleger diese finden und warum sie lediglich beigemischt werden sollten, darüber spricht Bianca Thomas mit Christian Köker von der HSBC und Tobias Kramer vom Finanzmagazin "Der Zertifikateberater".

09:20 Uhr

AMS-Offerte lässt Osram-Kurs hochschnellen

Osram
Osram 36,60

Bei den Einzelwerten sorgte zu Handelsbeginn ein Kurssprung von Osram für Aufsehen. Angesichts eines geplanten Übernahmeangebots des österreichischen Apple-Zulieferers AMS von 38,50 Euro je Aktie legten die Titel des deutschen Lichttechnik-Konzerns 11,7 Prozent auf 35,71 Euro zu. Die in der Schweiz notierten AMS-Papiere verloren dagegen 8,7 Prozent.

Die Übernahme sei zwar strategisch sinnvoll und werde AMS zusätzliche Gewinne bescheren, schrieb Analyst Christian Sandherr vom Bankhaus Hauck & Aufhäuser. Da viele Großaktionäre aber über dem aktuellen Kurs bei Osram eingestiegen seien, werde AMS die Offerte eventuell nachbessern müssen.

09:07 Uhr

Dax überspringt 11.800er-Marke

Der deutsche Aktienmarkt ist mit ordentlichen Gewinnen in die neue Handelswoche gestartet. Der Dax stieg um 1,1 Prozent auf 11.822 Punkte. Der MDax gewann 1,3 Prozent auf 25.683 Zähler. Der TecDax kletterte um 1,1 Prozent auf 2817 Stellen.

An der Dax-Spitze notierte die Aktie des Schwergewichts SAP mit plus 1,8 Prozent. Im Leitindex verloren nur die Papiere von Beiersdorf und Lufthansa.

08:49 Uhr

Zugewinne in Shanghai - kein Handel in Japan

Eine Lockerung der Handelsregeln hat der Börse Shanghai Auftrieb gegeben. Der dortige Leitindex stieg um 0,8 Prozent auf 2796 Punkte. Sein Hongkonger Pendant kam angesichts der erneuten Protestwelle in der chinesischen Sonderverwaltungszone dagegen kaum vom Fleck. Der japanische Aktienmarkt blieb wegen eines Feiertages geschlossen.

Zur positiven Stimmung in Shanghai trug außerdem die Kursentwicklung des Yuan bei. Die chinesische Notenbank setzte zwar den Referenzkurs des US-Dollar, den die Landeswährung nur in einer bestimmten Spanne über- oder unterschreiten darf, mit 7,0211 Yuan fest. Analysten hatten aber mit einem höheren Wert gerechnet. Dies dämpfe die Furcht vor einer Kapitalflucht chinesischer Anleger mit entsprechenden negativen Folgen für die weltweit zweitgrößte Volkswirtschaft, sagten Börsianer.

08:44 Uhr

Handelskrieg belastet Ölpreise

Brent Rohöl
Brent Rohöl 58,85

Mit den Ölpreisen ist es zu Wochenbeginn leicht nach unten gegangen. Im frühen Handel kostete ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent 58,41 US-Dollar. Das waren zwölf Cent weniger als am Freitag. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) fiel um 18 Cent auf 54,32 Dollar.

Nach Einschätzung von Marktbeobachtern werden die Ölpreise weiter durch den Handelskonflikt zwischen den USA und China belastet. Der anhaltende Handelskrieg senke die Prognosen für das weltweite Wirtschaftswachstum, sagte Analyst Alfonso Esparza vom US-Handelshaus Oanda. Außerdem reagiere der Ölmarkt sensibel auf die Rhetorik im Handelskonflikt. Zwar wolle Saudi-Arabien als führendes Förderland einen freien Fall der Ölpreise verhindern, sagte Esparza. Allerdings sehe er kaum Möglichkeiten, wie dies umgesetzt werden könnte.

08:16 Uhr

Analysten sehen Dax im Aufwind

Dax
Dax 11.611,51

Zum Start der neuen Börsenwoche wird der Dax Berechnungen von Banken und Brokerhäusern zufolge höher starten. Am Freitag hatte er vor allem wegen des schwelenden Zollstreits zwischen den USA und China und der Regierungskrise in Italien 1,3 Prozent im Minus bei 11.693,80 Punkten geschlossen. 

Auf Nachrichten rund um den Handelskonflikt dürften Börsianer wieder sensibel reagieren wie auf die Kursbewegungen der chinesischen Währung. Deren Abwertung hatte in den vergangenen Tagen für Unruhe an den Finanzmärkten gesorgt.

Daneben stehen die Geschäftszahlen einiger Firmen auf dem Terminplan. Unter anderem öffnen der Stahlkonzern Salzgitter und der Versicherer Talanx ihre Bücher.

07:59 Uhr

Euro zeigt sich kaum verändert

Euro / US-Dollar
Euro / US-Dollar 1,11

Der Euro bewegt sich nur wenig. Am Morgen wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1208 US-Dollar gehandelt und damit etwa zum gleichen Kurs wie am Freitagabend.

Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte den Referenzkurs zuletzt am Freitagnachmittag auf 1,1198 Dollar festgesetzt.

Dagegen hat das britische Pfund die jüngste Talfahrt fortgesetzt. In der Nacht zum Montag ist der Kurs im Handel mit dem Dollar wegen der Sorge vor einem ungeregelten Brexit bis auf 1,2015 Dollar gefallen. Das ist der tiefste Stand seit Anfang 2017.

07:00 Uhr

Asien-Märkte zeigen sich erholt

Nach der holprigen, vornehmlich von Verlusten dominierten Vorwoche kommt es am Montag an den asiatischen Börsen zu einer Erholung der Kurse.

Händler sprechen dennoch von einem von Vorsicht und Zurückhaltung geprägten Geschäft angesichts des wieder stärker in den Vordergrund gerückten Handelsstreits zwischen den USA und China.

  • In Shanghai legt das Marktbarometer um 0,7 Prozent zu.
  • Der Kospi in Seoul steigt um 0,4 Prozent.
  • Die Kurse in Sydney geben im Durchschnitt leicht nach.