Montag, 13. August 2018Der Börsen-Tag

Heute mit Christoph Rieke
17:57 Uhr

Bayer-Fiasko vermiest Dax den Wochenstart

Am ersten Handelstag der Woche rutschen die Aktien von Bayer zeitweise auf den tiefsten Stand seit Juli 2013 - und verwehren dem Dax eine Erholung. Auch die türkische Lira-Krise belastet den Handel, sodass der deutsche Leitindex bei 12.358 Punkten im Minus schließt.

 

Der Einbruch des Chemieriesen Bayer um gut 10 Prozent hat den deutschen Aktienindex Dax zum Beginn der neuen Woche belastet. Das Börsenbarometer schloss nach zwei schwachen Wochen nun 0,53 Prozent tiefer bei 12.358 Punkten.

Dax
Dax 13.204,77

Bayers US-Tochter Monsanto war im Rechtsstreit mit einem Krebspatienten in den USA wegen verschwiegener Risiken seiner Unkrautvernichter zu Zahlungen in dreistelliger Millionenhöhe verurteilt worden. Einige Experten fürchten, dass dieses Thema nun längere Zeit für Unsicherheit sorgt. Denn Monsanto ist mit tausenden ähnlichen US-Klagen konfrontiert. Bayer-Aktien waren zeitweise um fast 14 Prozent auf das niedrigste Niveau seit Juli 2013 abgesackt.

Bayer
Bayer 74,35

Auf der anderen Seite belastete die Krise in der Türkei das Sentiment. Der kräftige Verfall der türkischen Lira rückte die Risiken für die europäischen Banken in den Fokus. Dies belastete europaweit die Branche, die Aktie der Deutschen Bank gab um 2 Prozent nach, hier belastete zudem eine Herunterstufung. Die Aktie der Commerzbank schloss ebenfalls 2 Prozent im Minus.

Für den MDax der mittelgroßen deutschen Unternehmen ging es um 0,11 Prozent auf 26.699 Punkte nach oben. Der Technologiewerte-Index TecDax stieg um 0,52 Prozent auf 2938 Punkte.

Ölpreis-Erholung wieder passé

Der Goldpreis kann nicht von der Türkei-Krise profitieren und fiel erstmals seit März 2017 wieder unter die Marke von 1200 Dollar je Feinunze. Mittlerweile kann sich das Edelmetall aber wieder knapp über diesem Niveau behaupten. Der Preis für die Feinunze reduziert sich um 0,9 Prozent auf 1200 Dollar.

Der Euro hat zwischenzeitliche Verluste wieder ausgeglichen und leicht zugelegt. Am Nachmittag wurde die Gemeinschaftswährung bei 1,1430 US-Dollar gehandelt und damit etwas über dem Niveau vom Freitagabend. Zwischenzeitlich fiel der Kurs bis auf 1,1365 Dollar und damit auf den schwächsten Stand seit Juli 2017.

Zu anderen wichtigen Währungen legte die Europäische Zentralbank (EZB) die Referenzkurse für einen Euro auf 0,89330 (0,89675) britische Pfund, 126,11 (127,07) japanische Yen und 1,1338 (1,1391) Schweizer Franken fest.

Rohöl (Brent)
Rohöl (Brent) 59,25

Mit dem starken Dollar geben die Ölpreise wieder nach. Der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI fällt um 0,8 Prozent auf 67,06 Dollar, für die Nordseesorte Brent geht es um 0,7 Prozent auf 72,28 Dollar nach unten.

Damit verabschiedet sich der Börsen-Tag. Die Kollegen von der Spätschicht halten Sie wie immer ab jetzt auf dem Laufenden. So erfahren Sie auch gleich mehr zu weiteren Auswirkungen des Lira-Verfalls auf den US-Markt. Bleiben Sie dran!

17:00 Uhr

Talanx sieht sich nach solidem Halbjahr auf Kurs

Talanx
Talanx 45,34

Der Versicherungskonzern Talanx hat mit 437 Millionen Euro im ersten Halbjahr bereits mehr als die Hälfte des prognostizierten Jahresergebnisses erzielt. Bei einem Plus der gebuchten Bruttoprämien von 6,9 Prozent auf 18,8 Milliarden Euro stieg der operative Gewinn (Ebit) um 7,7 Prozent auf 1,2 Milliarden Euro. Die Prognose für das Gesamtjahr - ein  Nettogewinn von rund 850 Millionen Euro - bestätigte der MDax-Konzern. Allerdings sei das Gewinnziel wegen der Belastungen der Erstversicherungstochter Hannover Rück in den USA jetzt etwas schwerer zu erreichen.  

17:00 Uhr

Wall Street vorerst unbeeindruckt von Türkei-Krise

Dow Jones
Dow Jones 28.631,12

Nach den jüngsten Kursverlusten startet die Wall Street mit einem leichten Plus in die neue Handelswoche. Die sich weiter verschärfende Türkei-Krise sorgt damit zunächst nicht für zusätzliche Abgaben am Aktienmarkt. Allerdings fallen die Aufschläge sehr moderat aus.

Denn eine Entschärfung des Konflikts ist nicht in Sicht - die Investoren befürchten eher eine Ausweitung der Krise. Der Dow-Jones-Index zeigt sich kurz nach dem Start kaum verändert bei 25.324 Punkten. Der S&P-500 legt um 0,1 Prozent zu, der Nasdaq-Composite gewinnt 0,2 Prozent.

Nasdaq Composite
Nasdaq Composite 9.180,25

Die Währungskrise in der Türkei schwebe aber auch über der Wall Street wie ein Damokles-Schwert, sagte Art Hogan, Chef-Anlagestratege der Investmentbank B. Riley FBR. "Wenn sich die Lage der türkischen Lira verschlechtert und sich das Ganze zu einem größeren Problem als derzeit entwickelt, werden Banken als erste darunter leiden."

16:14 Uhr

Musk setzt bei Tesla-Börsenabgang offenbar auf Saudis

Tesla
Tesla 508,10

Bei einem Börsenrückzug des Elektroautobauers Tesla kann Unternehmensboss Elon Musk offenbar auf Saudi-Arabien zählen. Er führe Verhandlungen mit einem saudischen Staatsfonds, schrieb der Firmengründer in einem Blogeintrag. Seiner Ansicht nach würden bei einem Börsenrückzug zwei Drittel der Tesla-Aktionäre an Bord bleiben, wodurch der Kapitalbedarf für einen solchen Deal deutlich geringer ausfallen würde. Musk hatte Investoren vergangene Woche mit seinen via Twitter kundgegebenen Überlegungen überrascht, Tesla zum Preis von 420 US-Dollar je Aktie von der Börse zu nehmen.

Mehr dazu lesen Sie hier

15:48 Uhr

Erdogan warnt vor Panikmache in Lira-Krise

e30982fc9a784ebdf2d064fcf71d048e.jpg

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan.

(Foto: AP)

Glaubt man dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, so wird der Verfall der Lira keine Auswirkungen auf das Wirtschaftswachstum haben. "Die türkische Wirtschaft ist standhaft, stark und wird so weiterlaufen", sagte Erdogan in einer Rede bei der Botschafterkonferenz in Ankara. "Wir dürfen nicht auf den Lira-Kurs achten", appellierte er an Unternehmen und Bürger.  Um den Verfall der Lira zu stoppen, hat die Zentralbank ein Bündel an Maßnahmen angekündigt.

Türkische Lira / US-Dollar
Türkische Lira / US-Dollar ,17

Die verdoppelten US-Strafzölle auf Stahl und Aluminium wertete Erdogan als Teil einer "ökonomischen Terrorisierung" der Türkei. "Wir haben dieses Spiel durchschaut. Wir werden keinesfalls zurückweichen", betonte er. "Es ist nicht fair, so gegen einen Nato-Partner vorzugehen."

Hier finden Sie einen Überblick zur Lira-Krise

15:24 Uhr

Wüstenrot verdient weniger und bekräftigt Prognose

Die Wüstenrot & Württembergische Finanzgruppe hat aufgrund von hohen Investitionen in die digitale Transformation im ersten Halbjahr weniger verdient. Im Versicherungs- und Baufinanzierungsgeschäft hat sie aber die Bruttoeinnahmen gesteigert.

Wüstenrot & Württembergische
Wüstenrot & Württembergische 19,10

Die Prognose für das Gesamtjahr wurde bestätigt. Das Stuttgarter SDax-Unternehmen erwartet weiterhin 2018 einen Konzernüberschuss von mindestens 200 Millionen Euro.

Im ersten Halbjahr sank der Nachsteuergewinn von W&W auf 116,4 (154,9) Millionen Euro. Bei Deutschlands zweitgrößter Bausparkasse Wüstenrot ging das Volumen der unterzeichneten Verträge gemessen an der Bausparsumme im ersten Halbjahr um vier Prozent auf 6,73 Milliarden Euro zurück.

14:18 Uhr

VF gründet Jeans-Gesellschaft für Wrangler und Lee

VF Corporation
VF Corporation 75,76

Der Bekleidungskonzern VF Corporation will sein Denim-Geschäft mit traditionsreichen Marken wie Wrangler und Lee abspalten. Am Ende soll es zwei unabhängige, börsengelistete Gesellschaften geben, wie das Unternehmen in Greensboro im US-Bundesstaat North Carolina mitteilte.

Einen Namen hat das neue Unternehmen, in dem neben Wrangler und Lee auch die Marken Rustler und Rock & Republic sowie das Outlet-Geschäft gebündelt sein werden, noch nicht. Die Jeans-Gesellschaft soll einen jährlichen Umsatz von 2,5 Milliarden US-Dollar generieren. Zu VF gehören auch die Streetwear- und Outdoormarken Vans, The North Face und Timberland.

13:50 Uhr

Istanbuler Banktitel fliegen aus Depots, ISE 100 im Fall

Die Istanbuler Börse gibt unter dem Druck des Lira-Verfalls weiter nach. Bis zum frühen Nachmittag sackt der türkische Leitindex ISE 100 um nahezu 4 Prozent ab, nachdem die Kurse bereits vor dem Wochenende eingebrochen waren. Seit Jahresbeginn hat der türkische Leitindex bereits mehr als ein Viertel eingebüßt. Die Angst vor einem Zahlungsausfall drückt besonders die Kurse der türkischen Banken.

*Datenschutz

Auch der Kursverfall des Branchenindex' der türkischen Banken nimmt weiter an Tempo auf - der Verlust beträgt mehr als 10 Prozent. In den vergangenen drei Handelstagen, in denen sich die Krise der Lira weiter zugespitzt hatte, haben die Papiere der türkischen Banken damit im Schnitt rund 17 Prozent an Wert verloren. Aktuell müssen die größten Abschläge im Sektor die Aktien der Turkiye Is Bankasi verkraften: Hier beträgt das Minus knapp 12 Prozent.

Zu den weiteren großen Verlierern an der Istanbuler Börse gehören Titel aus Energie und Luftfahrt. Aus Sorge vor einem Buchungsknick bei Türkei-Urlaubern sacken europaweit die Kurse von Airlines und Touristik-Unternehmen ab.

Hier finden Sie eine ausführliche Meldung zur aktuellen Lira-Krise

13:15 Uhr

Bayer-belasteter Dax wartet vergeblich auf die Wende

Es sieht alles nach einem verkorksten Wochenbeginn für den Dax aus: Das Abrutschen des Chemieriesen Bayer auf den tiefsten Stand seit Herbst 2013 hat eine Stabilisierung verhindert. Der deutsche Leitindex büßt bis zum frühen Nachmittag weitere 0,6 Prozent auf 12343 Punkte ein. Für den MDax der mittelgroßen deutschen Unternehmen geht es um 0,4 Prozent abwärts auf 26.562 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax sinkt um 0,2 Prozent auf 2917 Zähler.

Dax
Dax 13.204,77

12:52 Uhr

Hellofresh wächst erfolgreich - und muss geduldig sein

Der Kochboxanbieter Hellofresh hat seine Umsatzprognose nach einem Erlösplus von 39 Prozent auf fast 320 Millionen Euro von April bis Juni erhöht. Das Berliner Unternehmen rechnet nun im Gesamtjahr währungsbereinigt mit einem Zuwachs zwischen 32 und 37 Prozent statt wie bisher mit 30 bis 35 Prozent. Dennoch wird das Unternehmen wegen hoher Investitionen und der Expansion in einen neuen Markt länger rote Zahlen schreiben.

Hellofresh
Hellofresh 22,15

Ursprünglich wollte das 2011 gegründete Unternehmen im vierten Quartal operativ die Gewinnschwelle knacken. Dies sei nun erst für kommendes Jahr geplant, kündigte Finanzchef Christian Gärtner an, ohne Details zu nennen. Das laufende Quartal werde schwächer ausfallen, sagte HelloFresh-Chef Dominik Richter und begründete dies mit den hohen Temperaturen auf dem wichtigsten Markt - den USA - sowie in Europa. Die Hitzwelle erfordere umfangreichere Verpackungen und führe dazu, dass die Leute seltener kochen. Die Aktie des im SDax gelisteten Unternehmens fällt zum Mittag in einem eher schwachen Gesamtmarkt um 6,1 Prozent.

12:13 Uhr

Trump nennt möglichen Harley-Boykott "großartig"

*Datenschutz

Der Zwist zwischen US-Präsident Donald Trump und dem Motorradhersteller Harley-Davidson geht in eine neue Runde: In einem Tweet hat sich der 72-Jährige für einen Boykott des Unternehmens ausgesprochen, sollte dieses seine Produktion ins Ausland verlagern.

Viele Besitzer einer Harley-Davidson "planen die Firma zu boykottieren, falls die Produktion nach Übersee geht", schrieb Trump. "Großartig!", fügte er hinzu. Das Unternehmen hatte im Juni angekündigt, einen Teil seiner Produktion ins Ausland zu verlagern. Seitdem wird es regelmäßig von Trump auf Twitter attackiert.

Harley-Davidson
Harley-Davidson 34,76

"Die meisten anderen Unternehmen kommen zu uns, einschließlich Konkurrenten von Harley", schrieb Trump. Harley-Davidson mache hingegen einen "schlechten" Zug. Das Traditionsunternehmen ist von den Aufschlägen auf diverse US-Produkte betroffen, welche die EU als Reaktion auf die von Trump verhängten Strafzölle auf Stahl und Aluminium aus der Europäischen Union in Kraft gesetzt hatte. Der Zollsatz auf die Motorräder stieg damit von sechs auf 31 Prozent.

10:58 Uhr

Drillisch-Bilanz schiebt United Internet ins Plus

United Internet
United Internet 29,66

Die Papiere des Telekommunikationskonzerns United Internet (plus 5,5 Prozent) und seiner Tochter 1&1 Drillisch (plus 1,4 Prozent) ziehen im frühen Handel überraschend kräftig an. Ein Händler spricht von einer Erleichterungsreaktion der Anleger. Die 1&1-Drillisch-Zahlen seien nicht so schlecht ausgefallen wie von einigen Anlegern befürchtet.

470.000 Neukunden haben dem Mobilfunkanbieter im ersten Halbjahr zu einem Umsatzplus von 42,5 Prozent auf 1,82 Milliarden Euro verholfen. Der Betriebsgewinn (Ebitda) kletterte um fast 62 Prozent auf rund 340 Millionen Euro.

Drillisch
Drillisch 21,20

Seit Jahresbeginn hatten 1&1 Drillisch 30 Prozent an Wert verloren, vor allem wegen des Preiswettkampfs im deutschen Telekommarkt. Mit mehr als 70 Prozent ist United Internet Hauptaktionär bei 1&1 Drillisch. Das erklärt die positive Kursreaktion bei United Internet.

10:15 Uhr

Bayer-Aktie bricht massiv ein - und drückt den Dax

Bayer
Bayer 74,35

Aus Furcht vor finanziellen Lasten durch Glyphosat-Prozesse in den USA ziehen einige Bayer-Investoren offenbar die Reißleine. In der ersten Stunde nach Handelsbeginn an den deutschen Aktienmärkten brechen die Papiere des Agrarchemie- und Pharmakonzerns um elf Prozent auf 82,95 Euro ein. Das ist der tiefste Stand seit Mai 2016. Der deutsche Aktienindex Dax fällt in der ersten halben Stunde um 0,6 Prozent auf 12,344 Punkte.

Hier lesen Sie eine ausführliche Meldung zu dem Thema.

09:49 Uhr

Salzgitter fährt bestes Ergebnis seit zehn Jahren ein

Salzgitter
Salzgitter 15,08

Der Stahlkonzern Salzgitter hat dank Einsparungen und guter Geschäfte mit Profilstahl und Grobblech den höchsten Halbjahresgewinn seit zehn Jahren eingefahren. Das Ergebnis vor Steuern verdoppelte sich binnen Jahresfrist nahezu auf 198,6 Millionen Euro, wie die Niedersachsen mitteilten.

Vor einem Jahr hatte ein Vorsteuergewinn von etwas mehr als 100 Millionen Euro zu Buche gestanden. Wegen des Handelsstreits blieb Salzgitter dennoch vorsichtig und bekräftigte seine Jahresziele. Demnach peilt der Konzern einen Vorsteuergewinn zwischen 250 und 300 Millionen Euro nach 238 Millionen Euro im Vorjahr an.

Am Morgen fallen die Aktien des MDax-Unternehmens leicht um 0,7 Prozent.

09:24 Uhr

Lira-Krise und Schock bei Bayer belasten den Dax

Der deutsche Aktienmarkt präsentiert sich am Morgen erneut angeknackst. Die Währungskrise in der Türkei und die Sorgen um das Schwergewicht Bayer belasten den deutschen Leitindex.

Dax
Dax 13.204,77

Der Dax fällt um 0,6 Prozent auf 12.347 Punkte.

Im Streit zwischen Washington und Ankara sind am Morgen drastisch erhöhte US-Strafzölle in Kraft getreten. Die türkische Lira geriet daraufhin im asiatischen Handel zum Euro und zum US-Dollar zeitweise erneut zweistellig unter Druck. Dies rief die türkische Zentralbank mit Gegenmaßnahmen auf den Plan, die zunächst für eine Stabilisierung sorgten. "Die Börsen sind zurück im Krisenmodus", sagte Portfoliomanager Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners. "Das ist aktuell ein gefährlicher Cocktail aus Belastungsfaktoren."

Bayer
Bayer 74,35

Schlusslicht im Dax sind mit großem Abstand Bayer. Die Aktien des Chemieriesen verlieren 9,7 Prozent, nachdem die US-Tochter Monsanto im Rechtsstreit mit einem Krebspatienten in den USA wegen verschwiegener Risiken seiner Unkrautvernichter zu Schadenersatz in dreistelliger Millionenhöhe verurteilt wurde.

Die Sorge der Anleger vor Problemen bei Banken in Folge der Türkei-Krise setzt den Aktien der Geldhäuser zu. Deutsche-Bank-Titel verlieren 2,2 Prozent, Commerzbank-Aktien fallen um 1,5 Prozent.

Für den MDax der mittelgroßen deutschen Unternehmen geht es um 0,38 Prozent abwärts auf 26.571 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax sinkt um 0,33 Prozent auf 2913 Punkte.

08:49 Uhr

Ölpreise suchen im Handelsstreit weiter die Richtung

Rohöl (Brent)
Rohöl (Brent) 59,25

Die Ölpreise haben sich zu Beginn der neuen Woche zunächst wenig bewegt. Im frühen europäischen Handel kostet ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Oktober 72,67 US-Dollar. Das sind 14 Cent weniger als am Freitag.

Der Preis für amerikanisches Rohöl der Sorte West Texas Intermediate (WTI) zur Lieferung im September fällt um zwei Cent auf 67,61 Dollar. Starke Impulse bleiben am Ölmarkt zunächst aus.

Rohöl (WTI)
Rohöl (WTI) 53,11

Belastet werden die Rohölpreise durch den sich weiter zuspitzenden Handelsstreit zwischen den USA und China. Es werden negative konjunkturelle Folgen und eine schwächere Nachfrage nach Erdöl befürchtet.

Begrenzt werden die Preisrückgänge jedoch durch den anhaltenden Streit zwischen den USA und dem Iran wegen dessen Atomprogramm. Sanktionen der USA dürften das Rohölangebot Irans deutlich sinken lassen.

08:11 Uhr

Bayer nach Glyphosat-Urteil im freien Fall

Bayer
Bayer 74,35

Eine Schadenersatzklage in den USA im Zusammenhang mit einem glyphosathaltigen Unkrautvernichtungsmittel der Bayer-Tochter Monsanto hat Anleger des deutschen Dax-Konzerns auf dem falschen Fuß erwischt. Die Aktien rauschten im vorbörslichen Handel bei Lang & Schwarz um mehr als sechs Prozent in die Tiefe. "Das sorgt für massive Unsicherheit", sagte ein Händler. "Es geht nicht so sehr um die Summe, die gezahlt werden muss, sondern mehr darum, dass jetzt noch viel mehr Klagen erwartet werden."

Ein Geschworenengericht in Kalifornien verurteilte Monsanto, einem an Krebs erkrankten Mann Schadenersatz in Höhe von 289 Millionen Dollar zu zahlen. Monsanto sieht sich mehr als 5000 ähnlicher Klagen in den USA gegenüber. Mehr dazu lesen Sie hier.

Händlern zufolge stuften Analysten des Brokerhauses MainFirst die Aktien von Bayer in dem Zusammenhang herunter auf "neutral". Das Kursziel wurde den Angaben zufolge auf 90 von 135 Euro gesenkt.

07:56 Uhr

Ifo-Chef zur Türkei: "Wir müssen uns massiv Sorgen machen"

Fuest.JPG

Ifo-Chef Clements Fuest hält die Türkei-Krise für hochgefährlich und rät dem Land dazu, Hilfen beim Internationalen Währungsfonds (IWF) zu beantragen. "Wir müssen uns massiv Sorgen machen", kommentierte Fuest im "Handelsblatt" den jüngsten Absturz der türkischen Lira und die Wirtschaftsprobleme des Landes. Fuest sprach von einer "klassischen Wirtschafts- und Währungskrise".

Die Ankündigung von US-Sanktionen gegen die Türkei, die seit Montagmorgen gelten, seien der "Tropfen, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat". Die Türken sollten nun um Hilfe beim IWF nachsuchen. "Die Europäer sollten diesen Weg unterstützen."

07:24 Uhr

Türkei-Turbulenzen setzen Dax weiter zu

imago81996061h.jpg

(Foto: imago/Sven Simon)

Die Krise in der Türkei bleibt auch zu Wochenbeginn das Topthema an den Finanzmärkten. Dementsprechend dürften auch die europäischen Börsen die neue Handelswoche mit Abschlägen beginnen. Der Dax notiert vorbörslich 0,5 Prozent leichter bei 12.375 Punkten. Am Freitag hatte er kräftige Abschläge hinnehmen müssen.

Bislang gibt es keine Anzeichen dafür, dass die Regierung in Ankara einzulenken gedenkt. Präsident Recep Tayyip Erdogan hat am Wochenende erneut kämpferische  Töne angeschlagen und sieht sein Land als Ziel einer gezielten Operation. Mehr dazu lesen Sie hier.

Nach Ansicht von Marktbeobachtern muss die türkische Zentralbank dringend handeln, um den Verfall der Lira zu stoppen. Angesichts eines hohen Leistungsbilanzdefizits und nur begrenzter Reserven habe das Land keine andere Wahl, um das Vertrauen der Märkte wiederzugewinnen.

Finanz- und Wirtschaftsminister Berat Albayrak, der zugleich der Schwiegersohn Erdogans ist, betonte bei der Vorstellung eines "neuen Wirtschaftsmodells" für die Türkei am Freitag die Bedeutung der Unabhängigkeit der Zentralbank. Die Rede beruhigte die Gemüter jedoch nicht. Was fehlt, sind konkrete Maßnahmen.

06:50 Uhr

Türkische Lira weiter unter Druck - Nikkei fällt kräftig

Türkische Lira / US-Dollar
Türkische Lira / US-Dollar ,17

Die Währungskrise in der Türkei hat zu Wochenbeginn die asiatischen Märkte bestimmt. Die Lira blieb unter Druck, auch wenn sie nach der Ankündigung eines Aktionsplans der Regierung etwas fester notierte. Im fernöstlichen Devisenhandel wurde sie mit 6,9850 zum US-Dollar gehandelt, nachdem sie am Freitag das Rekordtief von 7,24 zum Dollar erreicht hatte.

"Der Absturz der Lira, der im Mai begonnen hat, dürfte nun die türkische Wirtschaft in die Rezession treiben und könnte auch eine Bankenkrise auslösen", sagte Andrew Kenningham, Chefvolkswirt bei Capital Economics. Die Währungskrise in der Türkei lastete auch auf dem Euro.

Nikkei
Nikkei 23.343,51

Befürchtungen machten sich breit, europäische Banken mit Engagement in der Türkei könnten in Mitleidenschaft gezogen werden. Viele Anleger investierten in Dollar, Schweizer Franken und Yen, die sie für sicherer hielten. Der Euro gab 0,2 Prozent nach und wurde mit 1,1381 Dollar bewertet. "Das Engagement europäischer Banken in der Türkei scheint nicht so groß zu sein, wie viele Leute befürchten", sagte Masafumi Yamamoto, Chefwährungsstratege von Mizuho Securities. "Ich denke, das ist zu handhaben. Das wird nicht zu einer Art Bankenkrise in der Eurozone führen."

Der Dollar wurde mit 110,41 Yen gehandelt. Der Schweizer Franken notierte zum Euro mit 1,1315 und zum Dollar mit 0,9941.

Die Tokioter Börse startete mit einem Minus in die neue Handelswoche. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index gab 1,9 Prozent nach auf 21.866 Punkte. Der breiter gefasste Topix-Index verlor 1,4 Prozent auf 1695 Zähler. Der MSCI, in dem asiatische Aktien außerhalb Japans zusammengefasst sind, verlor 0,9 Prozent.